Grappa lässt die Puppen tanzen

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Dortmund: Grafit, 2012, Seiten: 224, Originalsprache

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Wolfgang Weninger
Routinierte Leichtigkeit auch beim 22. Fall

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jan 2012

Einundzwanzig Mal hat die Journalistin Maria Grappa bereits in Bierstadt, einem fiktiven Ort im Ruhrgebiet, ermittelt und erst beim zweiundzwanzigsten Band (seit 1993) aus dem Grafit-Verlag durfte ich nun die für mich erste Leseprobe nehmen.

Maria Grappa, Polizeijournalistin beim Tageblatt, und privat mit dem obersten Kriminalbeamten von Bierstadt, Dr. Friedrich Kleist, in einer Teilzeitbeziehung verbunden, ist mit ihrem Kollegen von der fotografierenden Zunft Wayne Pöppelbaum dabei, als die Polizei den Straßenstrich von Bierstadt aufmischt, denn der muss weg.

Bierstadt ist mittlerweile ein Synonym für billigen Sex in jeder Couleur geworden und das ist den Stadtvätern ein Dorn im Auge. Viel lieber und rentabler könnte ein Laufhaus am entfernt liegenden See sein, wo bislang nur Familien wohnen, denen man das ganze Investment schon irgendwie schmackhaft machen wird.

Grappa sieht in dem heruntergekommen Viertel, in dem sich vornehmlich Roma prostituieren, einen kleinen Jungen, der offensichtlich allein auf sich gestellt ist. Sie nimmt die Verfolgung auf, nicht ahnen könnend, dass sie dabei über eine übel zugerichtete Frauenleiche stolpert, deren Fesselspuren von deren gewaltsamen Ableben zeugen. Die ohnehin anwesende Polizei macht ihre Arbeit und das Ergebnis ist nicht berauschend. Die tote Frau ist unbekannt, wurde am Fundort nur abgelegt und wies schwerste Misshandlungen auf.

Maria Grappa ist überzeugt, dass sie die Spur des Jungen verfolgen muss, um an weitere Hinweise zu gelangen, aber auch im Milieu der Dirnen aus dem Ostblock und speziell den bulgarischen Roma-Mädchen muss sie aktiv werden. Sie wendet sich an Maxi Singer, einer Frau, die ihr Leben der Unterstützung der Prostituierten gewidmet hat. Maxi vermittelt ihr eine Dolmetscherin, die früher selbst auf den Strich ging und aus Plovdiv stammt, dort wo (Roma-)Eltern ihre minderjährigen Kinder verkaufen, um selbst überleben zu können.

Grappa und Wayne graben immer tiefer in diesem Sumpf und kommen dabei denjenigen in die Quere, die das große Geld damit machen. Und dazu gehören offenbar auch Angehörige der hiesigen Polizei ...

Prostitution, Menschenhandel, Snuff-Videos ... alles schon mal dagewesen, allerdings nicht in Bierstadt. Mittlerweile kann der Krimiliebhaber von Nord bis Süd, von Ost nach West Bücher und Fernsehkrimis mit diesem Thema zu Hauf konsumieren, deswegen lockt auch Frau Wollenhaupts Lektüre zur Thematik nicht gerade den Hund hinter dem Ofen hervor.

Bleibt also der Blick auf die handelnden Personen, die den Krimi aus der Masse herausheben sollen. Maria Grappa, eine sympathische Frau von nebenan, die sich in ihre Themen verbeißt und um jede Zeile in der Zeitung kämpft, so nebenher aber auch ganz gern mal verwöhnte Frau sein mag. Ihr Kompagnon Wayne Pöppelbaum ist ein unausgereifter Jungspund, der gottlob besser fotografiert als kombiniert und in seiner Naivität denn auch prompt nicht gerade ein glückliches Händchen in der Liebe hat. Wie überhaupt die Autorin sehr viel Wert darauf legt, das Privatleben ihrer Personen zumindest ansatzweise einzubauen, um Hintergründe und Stimmungen zu erzeugen. Das gelingt ihr sehr gut, denn auch wenn Grappa lässt die Puppen tanzen nicht der hochspannende Reißer ist, so gewinnt er durch das "Menscheln" seiner Charaktere und dem leicht humorig-schnodderigen Ton, der speziell in der Redaktion herrscht.

Handwerklich hat Gabriella Wollenhaupt Routine bewiesen. Aufbau, Sprache und Handlungablauf sind adäquat zu Reihenkrimis im Fernsehen abgestimmt und als Serie könnte Grappa durchaus ein Erfolg werden, denn besonders anspruchsvoll ist diese Lektüre nicht. Das ist leichte Unterhaltung, überzeugend präsentiert und mit einem gewissen Charme geschrieben, die trotz ernster Themen sehr gut als Feierabendlektüre geeignet ist und auch ein wenig Spaß beim Lesen macht.

Grappa lässt die Puppen tanzen

Grappa lässt die Puppen tanzen

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Letzte Kommentare:
08.08.2015 16:54:47
Brigitte Reich

Ich habe schon mehrere Krimis der Grappa-Reihe gelesen und kann dem Kommentator in vieler Hinsicht nur zustimmen. In einem irrt er aber: "Bierstadt" ist mitnichten ein fiktiver Ort im Ruhrgebiet! Nein, es ist zwar ein fiktiver Name, aber jeder, der sich dort auskennt, erkennt, dass Dortmund gemeint ist. Die genannten Stadtteile, Gebäude usw. gibt es dort wirklich. Die erwähnten Probleme (hier Schließung des Straßenstrichs bzw. Prostitution von Roma aus Plovdiv) sind aktuelle Dortmunder Probleme. Deshalb lese ich als Dortmunderin diese Krimis mit besonderem Genuss.