Leben lassen

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Wien: Folio, 2009, Seiten: 269, Originalsprache
  • Köln: Bastei Lübbe, 2011, Seiten: 304, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Weibliche Intuition in der Endlosschleife.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2010

Mira Valensky schreibt für das Wochenjournal "Magazin" und nimmt an einer Literaturgala im Wiener Rathaus teil, wo sie mehr oder weniger gespannt auf die Preisvergabe wartet. In erster Linie ist sie nämlich dort, da sie an dem neuen Buchprojekt des Psychotherapeuten Weis als Lektorin mitgearbeitet hat. Dieser bezeichnet sich selbst gerne als Guru und seine Kunden als Jünger. Doch die Preisverleihung fällt abrupt aus, da es eine anonyme Bombendrohung gibt und die zahlreichen Gäste fluchtartig das Rathaus verlassen. Aber wer steckt hinter der Drohung? Ein Autor, der bei der Preisvergabe leer ausgehen sollte? Ein Anschlag von Terroristen, wie schon bald die Medien behaupten werden, insbesondere die Konkurrenz vom "Blatt"? Am Abend der Gala fiel Mira auf, dass am Nebentisch der Philosoph Zerwolf saß, der sich nur selten in der Öffentlichkeit zeigt und vor längerer Zeit beschlossen hatte nicht mehr zu reden. Seitdem stieg sein Ansehen bei seinen Fans in die Höhe, doch schon bald geraten Gerüchte in Umlauf, er hätte Kontakte zu internationalen Terroristen. Mira besucht kurz nach dem Abend den selbstverliebten Guru auf und trifft in seinem Therapiezentrum beiläufig auf eine Frau namens Franziska Dasch. Als Weis am nächsten Tag Mira bittet ihm noch einige Fotos für sein Buch zu bringen findet sie in dessen Büro lediglich einen Zettel vor "Totales Recycling – Franziska Dasch". Darunter die Adresse des Recyclingwerkes Alspha. Als sich Mira dort umsieht findet sie einen Schuh, der Franziska Dasch gehörte. Sollte Weis, der in seinem neuen Buch auch über den Anschlag im Rathaus schreibt und darin vorgibt mehr zu wissen, eine seiner Jüngerinnen entsorgt haben, da diese womöglich ebenfalls mehr wusste? Gemeinsam mit ihrer Freundin Vesna Kraijner begibt sich Mira auf Spurensuche…

"Ein Leckerbissen für alle Krimifans!" heißt es auf dem Buchrücken und ja, Sie raten ganz richtig, das Zitat stammt vom Krimifachmagazin Brigitte. Jedenfalls wissen Sie jetzt, wer die Zielgruppe bildet. Man(n) braucht dieses Buch sicher nicht zu lesen, denn dieser "Krimi" ist ein - pardon - "Frauenkrimi" in Reinkultur. Miras Lebensgefährte Oskar erfährt, dass aus einer früheren Beziehung eine Tochter stammt, die inzwischen 26 Jahre alt ist und nun leibhaftig vor ihm steht. Kaum verwunderlich, dass Mira leichte Anzeichen von Eifersucht entwickelt und diese - selbstredend - einen nicht unerheblichen Teil des Plots einnehmen. Lässt man die "Beziehungskiste" außen vor und sieht zudem großzügig über einzelne Kochorgien hinweg, auf denen seitenlang jeder Küchennovize noch etliches lernen kann, so ergibt sich nicht nur ein deutlich reduzierter Buchumfang, sondern es eröffnet sich der Blick auf den eigentlichen "Krimi".

Hierbei geht Mira zunächst dem vermeintlichen Anschlag auf das Rathaus nach, schließlich ist sie Journalistin und von daher immer an einer guten Story interessiert. So weit so gut. Warum sie sich allerdings dann ausnehmend auf Guru Weis und den schweigenden Zerwolf konzentriert bleibt ihr Geheimnis, denn genauso gut kämen die übrigen fünfhundert Gäste als "Täter" (des Anrufes ohne Folgen) in Frage. Sodann beginnt eine recht wirre Geschichte die leidlich spannend bleibt und bei der Miras Schlussfolgerungen nicht selten reichlich spekulativ sind. "Das ist so absurd" heißt es an einer Stelle "und genau deswegen lohnt es sich der Sache nachzugehen" möchte man(n) anmerken.

Die Auflösung verdanken wir zu großen Teilen dem international anerkannten Kommissar Zufall und so möchte ich mit zwei Textstellen enden, die für sich sprechen:

 

"Wo sehe ich sonst noch Zusammenhänge, die es gar nicht gibt?" (S. 284)

"Es würde die Handschellen nicht brauchen, da bin ich mir sicher. Mira, du bist dir sicher! Das ist der Witz des Tages, bei alledem, was du falsch verstanden und falsch interpretiert hast." (S. 292)

 

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