Männerfallen

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Wien: Folio, 2013, Seiten: 288, Originalsprache
  • Köln: Bastei Lübbe, 2016, Seiten: 320, Originalsprache

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Almut Oetjen
Die Unterdrückung des Mannes durch bewegte Frauen

Buch-Rezension von Almut Oetjen Aug 2013

Eva Rossmanns Serienfigur Mira Valensky ist 49 Jahre alt und hat einen Vertrag als freie Chefreporterin beim umlagenstarken Wiener "Magazin". Sie ist eine leicht übergewichtige begeisterte Hobbyköchin, liebt die italienische Küche und italienische Weine. Ähnlich wie bei dem spanischen Detektiv und Gourmet Pepe Carvalho werden die Rezepte beschrieben, allerdings sehr viel ausführlicher. Mira lebt mit dem Juristen Oskar und der Schildpattkatze Gismo zusammen, die nicht nur ihren Namen von Hollywoods liebstem Gremlin Gizmo geborgt hat, sondern ebenso verfressen ist wie die kleinen Monster. Wie ihr Frauchen favorisiert Gismo die italienische Küche und kann an keiner Olive und keinem Hühnerherz vorbeigehen.

Männerfallen ist der fünfzehnte Roman mit Mira Valensky. Seit 1999 ermittelt Mira gemeinsam mit ihrer bosnischstämmigen Putzfrau Vesna Krajner, die mittlerweile die österreichische Staatsbürgerschaft und ein eigenes Unternehmen besitzt.

Mira will für das "Magazin" einen Beitrag über den Bestsellerautor Thomas Pauer schreiben, der in seinem Buch "Sei ein MANN" die These vertritt, Männer seien mittlerweile das benachteiligte Geschlecht und es sei nur gerecht, wenn sie endlich wieder sie selbst sein dürfen. Damit löst der Schönling und Frauenschwarm eine heftige Gender-Debatte aus. Auf seiner PR-Tour in Wien behauptet die Studentin Nicole, Pauer habe versucht, sie zu vergewaltigen. Pauer bestreitet die Anschuldigung. Die Boulevardpresse verteidigt ihn, Frauenrechtlerinnen sind empört, vor allem die radikale Feministin Maggy Körmer. Kurz darauf ist Nicole verschwunden. Der Skandal lässt die Startauflage der englischen Buchausgabe in die Höhe schnellen. Ist alles nur eine Inszenierung von Pauers ehrgeiziger Verlegerin Farah Seifried, der "kalten Königin", die sich damit brüstet, nicht nur Erfolgsbücher, sondern auch Erfolgsautoren zu produzieren? Bei der Suche nach der Wahrheit entdeckt Mira einige Ungereimtheiten über Pauer. Er macht große Sprüche über Sex und wird von Seifried als Macho beschrieben, ist aber gemäß seiner ersten Frau alles andere als ein Sexprotz und scheint seiner zweiten Frau durchaus treu zu sein. Auch Nicoles Aussage wirft Fragen bei Mira auf. Was ist wirklich im Hotel passiert? Wer hat die Polizei gerufen, die so schnell vor Ort war? Wer ist Opfer, wer Täter? Die Geschichte wird immer undurchsichtiger und führt Mira nach Sardinien zum Literaturfestival Gavoi. Pauer wird niedergemacht und verkündet auf dem Abschiedsabend eine mysteriöse Botschaft. Vieles sei anders, er sei es leid, sich rechtfertigen zu müssen. Tags darauf ist er tot. Alles deutet auf einen Unfall, doch es war Mord. Jemand wollte Pauers Enthüllungen verhindern. Miras Liste der Verdächtigen wird angeführt von Seifried, gefolgt von Ehefrau Carina, Krömer und Nicole, die allesamt auf dem Festival waren.

Privat bereitet sich Mira auf die Party zu ihrem 50. Geburtstag vor und sorgt sich um die in die Jahre gekommene Gismo.

Männerfallen ist ein Österreich-Krimi vor dem Hintergrund der Gender- und Mediendebatte, der aktuelle Diskussionen aufgreift, nah an der Realität mit all seinen Banalitäten ist und den Alltag einer  Journalistin beschreibt. Mira kämpft sich auf der Suche nach der Wahrheit durch einen Dschungel von Vorurteilen auch und vor allem den eigenen -, die Leser und Leserinnen durch Klischees und Stereotypen. Daneben gibt es auch ein paar Lichtblicke, so wenn sich die Erzählerin von allen Dogmen distanziert und sich die Frage stellt, ob es nicht einfach so sein könne, dass alle leben können, wie es ihnen passt. Oder wenn die kluge Vesna die Feststellung macht, dass es wenig Freiheit für "die unten" gibt. Ansonsten eine insgesamt eher uninspirierte, trockene Angelegenheit über ein breitgewalztes Thema.

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Letzte Kommentare:
30.03.2016 15:07:21
trafik

Auch ich finde dieses Buch sehr gut.
Eva Rossmanns leicht lockriger Schreibstil hat etwas für sich. Ohne viel zu nachdenken kann man ihre Krimis lesen und nebenbei unterhalten sie einen.
Kein Thriller, aber ein sehr guter lässiger Krimi aus Österreich.
Weiter so Eva Rossmann!
Freue mich schon auf die nächsten Fälle von den zwei sympatischen Damen.

25.11.2013 19:12:38
Gertrude Koegler

Es war das erste Buch das ich von Fr. Eva
Rossmann gelesen habe, aber es ist ganz
bestimmt nicht das Letzte. Habe sofort eruiert welche Krimis es bereits gibt und
werde mir diese besorgen.
Mir gefällt die Schreibweise, die Leichtigkeit
der Worte auch unangenehme Situationen
verständlich, nicht verletzend, nicht ordinär
sondern einfach und klar zu formulieren.
Dass es heute so ähnliche Institutionen wie
das Frauenforum des Buches gibt finde ich
super. Ich wünsche allen Frauen - denn ich glaube diese werden in erster Linie dieses Buch lesen - genau so viel Spaß wie
mir diese Lektüre bereitet hat. Es ist nicht nur spannend, es regt auch zum Nachdenken an. Leider ist einiges nicht erfunden, es entspricht Tatsachen.