Kaltes Fleisch

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • Wien; Bozen: Folio, 2002, Seiten: 283, Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2004, Seiten: 316, Originalsprache

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Wolfgang Weninger
Gekonnt leicht präsentierte Unterhaltung mit Kultstatus

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mai 2003

Grete arbeitet im Supermarkt an der Kasse. Kurz vor Ladenschluss drückt ihr ein Mann eine Pistole an den Hals und fordert die Tageslosung. Aber der Vorfall wird vertuscht, denn das wäre nur Negativwerbung für die Lebensmittelkette Ultrakauf, bei der die Angestellten von ihren Vorgesetzten ausgenutzt werden, um Kosten zu sparen und die Umsatzzahlen zu steigern.

Dagegen kämpft vor allem die Leiterin der Abteilung, die wegen ihres gewerkschaftlichen Engagements nur die "rote Karin" genannt wird. Doch dieses Engagement wird unterbrochen, als im Laden ein Stapel Kisten mit Cognacflaschen auf sie stürzt bzw. gestürzt wird und sie im Krankenhaus landet.

Mira Valensky, Lifestylejournalistin und studierte Juristin mit einem Hang zur gepflegten Küche und kriminalistischen Verstrickungen, erfährt diese Tatsachen von der deprimierten Grete und beginnt zu ermitteln, was vor allem dem Regionalleiter von Ultrakauf gar nicht freut. Aber er hat nicht lange Grund zur Besorgnis, denn er wird in einem Lagerraum regelrecht exekutiert.

Mira erfährt von den Angestellten des Unternehmens nichts. Hier herrscht die Angst um den Arbeitsplatz und die Furcht vor weiteren Verbrechen. Aber sie hat ja ihre unternehmungslustige Putzfrau Vesna Krajner, die ein paar Tage Putzpause einlegt und sich bei Ultrakauf anstellen lässt, um hinter die Fassaden der Lebensmittelfiliale zu blicken.

Ultrakauf ist einer der Hauptinserenten in dem Magazin für das Mira arbeitet. Deswegen soll sie zwar einen Lifestylebericht über den Generaldirektor des Unternehmens schreiben, aber möglichst ihre kriminalistische Ader nicht ausleben, denn dabei kommt sie in Interessenskonflikt mit ihrem Arbeitgeber. Aber wer Mira Valensky kennt, der weiß, dass sie nicht so leicht aufgibt ...

Eva Rossmann schickt Mira Valensky zum vierten Mal auf Verbrecherjagd. Die leicht chaotische Romanfigur, die soviel mit ihrer Schöpferin gemeinsam zu haben scheint, stolpert auf der Suche nach dem Mörder durch Supermarktfilialen, deren Beschreibung nur allzu genau den Zuständen im heimischen Lebensmittelhandel entsprechen. Gewinnmaximierung durch Umverpackung von Lebensmitteln, Ladendiebstähle durch das eigene Personal und schikanöse Ausnutzung der Arbeitskräfte wird zwar überall bestritten, die Tatsachen scheinen allerdings anders auszusehen. Und das trifft sicherlich nicht nur Wiener Verhältnisse. Ähnliches gilt für den Fleischhandel, der von der Europäischen Union subventioniert, die Einen an den Rande des Ruins bringt und wenige Andere reich macht.

Doch davon wüsste Mira Valensky nur wenig, wenn Frau Rossmann nicht die sympathische Putzfrau Vesna Krajner kongenial an die Seite der Journalistin gestellt hätte. Vesna ist das Energiebündel, deren Putzfrauenconnection effizienter arbeitet, als es die Exekutive tut. Und Vesna ist die abenteuerliche Natur, die Mira immer wieder in ihre gefährlichsten Momente hinein reitet und dies natürlich auch in "Kaltes Fleisch" tut. Das Team Mira und Vesna könnte gegensätzlicher nicht sein. Mira, die gelegentlich weltfremde Köchin Genießerin venetischer Spezialitäten, die mit ihrer Katze Gismo lebt und Vesna, bosnischer Flüchtling, die auf ihrem selbstgebauten, nicht typisierten Motorrad durch Wien braust und so nebenbei Familie und Beruf managt, zeigen literarische Frauenpower, die nebenher auch noch Spaß macht.

"Kaltes Fleisch" kombiniert in locker, vergnüglichem Erzählton eine Alltagswelt, wie sie jeder kennt, mit dem Ambiente einer freiberuflichen Erfolgsfrau, die auch Eva Rossmann ist. Vielleicht versteht sie es deshalb so gut, ihre Charaktere so einfach menschlich und sympathisch zu präsentieren, dass der Leser sich damit identifizieren kann und beim Lesen keinerlei Langeweile aufkommt. Auch dieses Abenteuer von Mira Valensky ist gekonnt leicht präsentierte Unterhaltung, die bei Fans bereits Kultstatus genießt.

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Letzte Kommentare:
15.06.2009 02:10:47
Kinsey

Sympathische Hauptfiguren und ein Thema, das einen zum Vegetarier werden lassen könnte. *augen-roll*
Durchaus unterhaltsam erzählt, obwohl die Auflösung am Ende etwas Holter-die-Polter abgehandelt wird. Ganz abgesehen davon, daß die Geschichte nicht an die sprachliche Qualität (Genialität?) eines Heinrich Steinfest oder Wolf Haas heranreicht.