Der Gewinner geht leer aus

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • New York: Mysterious Press, 2001, Titel: 'Firebreak', Seiten: 297, Originalsprache
  • Wien: Zsolnay, 2010, Seiten: 283, Übersetzt: Dirk van Gunteren

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Georg Patzer
Effizienz ist sein Geschäft

Buch-Rezension von Georg Patzer Mär 2010

Bei einem Wettbewerb um den stärksten Anfang hätte Richard Stark gute Chancen: "Als das Telefon läutete, war Parker gerade in der Garage und brachte einen Mann um." Ein starker Satz, mit allen Zutaten, die die erfolgreiche Serie um den vornamenlosen Profiverbrecher Parker, der es doch nie schafft, die richtigen Mitarbeiter um sich zu scharen, auszeichnet: eine starke, stringente Handlung, dosierte Gewalt, eine lakonische Sprache und einen zurückhaltenden, sarkastischen Humor. Damit ist der amerikanische Krimiautor Donald E. Westlake, wie Richard Stark wirklich ist, berühmt geworden. Der Zsolnay Verlag hat ihn jetzt wiederentdeckt und bringt die Serie in bunter Reihenfolge auf Deutsch heraus.

 Und auch wenn die Ingredienzien immer gleich bleiben und auch die Handlung sich doch ein wenig ähnelt: Es macht immer wieder Spaß, seine klug komponierten, gradlinigen Krimis zu lesen. Denn sie sind ein wunderbares Gegengift zu den überladenen, grübeldüsteren Schwedenkrimis und den platten, holzhammerwitzigen und meist schlecht geschriebenen Erzeugnissen der Regionalkrimiindustrie, mit denen die Verlage uns derzeit überschwemmen.

Dabei werden Parker und seine ganz besondere Psychologie gerade durch die Lakonie ganz besonders deutlich. Auch im neuen Fall, dessen Anfang ihn gerade beim Mord unterbrach: "Ralph und ich hätten vielleicht was", sagte Elkins. Zweigleisig geht die Geschichte bis zum Schluss weiter, denn der Anruf hatte nichts mit dem Eindringling zu tun: Der war ein Profikiller, der ihm von einigen Leuten auf den Hals geschickt wurde, die sich an ihm rächen wollen. Bei Elkins’ Vorschlag aber geht es um einen Gemäldediebstahl, bei dem noch jemand gebraucht wurde.

Und natürlich geht auch hier nicht alles glatt, obwohl doch alles so gut vorbereitet wurde. Denn die Parker-Krimis scheinen immer auch eine Vorlesung in Chaos-Theorie zu sein, frei nach Murphys Gesetz: Was schief gehen kann, geht auch schief. Parker nämlich ist der Profi, es sind die anderen, an denen die Coups immer wieder scheitern. Während Parker auch auf Unvorhergesehenes angemessen reagiert, Gefühle spielen dabei keine Rolle, sondern die Effizienz seines Geschäfts. Den Profikiller bringt er also um, denn der würde doch nur wiederkommen und lästig sein; ein älteres Ehepaar, das in den Mord an ihn verwickelt wird, verschont er – es bringt ihm nichts, wenn sie umbringt. So pragmatisch ist Parker.

Nicht nur bei der Rache, sondern vor allem bei seinem "Beruf", dem Gemälderaub nahe der kanadischen Grenze, bei dem die Banditen mit viel Technik in ein einsam gelegenes Haus einbrechen wollen, aber am Schluss doch wieder mit so viel Durcheinander konfrontiert werden, wo ihnen alte Kumpane in die Quere kommen, die nicht leer ausgehen wollen, und mehr Polizei als sie geahnt hatten.

Es ist immer wieder eine Freude, Richard Starks sorgfältig komponierte, stringente und mit einem Schuss trockenen Witz gewürzte Krimis zu lesen. Wie schön, dass der Zsolnay Verlag diese Perlen wieder ausgegraben hat.

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Letzte Kommentare:
16.02.2013 16:57:25
Eglfinger

Ein dot.com-Millionär soll um ein paar seiner wertvollsten Gemälde erleichtert werden. Der Einbruch in seine verlassene Jagdhütte ist ein Kinderspiel – zumindest auf den ersten Blick…

„Als das Telefon läutete, war Parker gerade in der Garage und brachte einen Mann um.“ So geht der Krimi los, der aus der Sicht des Profiverbrechers Parker geschrieben ist. Hier geht es nicht, wie üblich, um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um das Verbrechen selbst. Und Parker ist ein gnadenloser Gangster, aber mit Handwerkerehre. Wer im Weg steht und eventuell eine Gefahr darstellt, wird gnadenlos aus dem Weg geschafft. Und Warum – weil er es kann.

Als er durch den Anruf erfährt, dass es darum geht einige kostbare Gemälde zu rauben und es den Anschein hat, als wäre das ein Kinderspiel, steigt er mit ein. Er muss sich nur noch um die Angelegenheit des auf ihn gehetzten Profikillers kümmern. Doch sowohl bei der Rache, als auch bei dem Gemälderaub geht immer mehr schief und es entwickelt sich ein Durcheinander und am Ende hat er es mit mehr Polizei zu tun, als einem Verbrecher lieb sein kann.

Der Schreibstil von Richard Stark (ein Pseudonym für Donald E. Westlake) ist effizient. Er hält sich nicht lange mit Detailbeschreibungen auf, sondern führt die Story klar und stringent zum Ende. Manchmal vermisst man eine etwas ausführlichere Beschreibung der Protagonisten, aber das ist eigentlich auch schon der einzige Kritikpunkt. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist, dass Parker, obwohl Hauptperson des Krimis, nicht als Held dargestellt wird und auch die Opfer von Parker werden nicht als unsympathische Personen dargestellt, so dass man sich nicht ohne Weiteres mit Parker identifizieren kann. Die Kapitel sind kurz und der Schreibstil ist sehr flüssig. Mir hat das Lesen des Buches viel Spaß bereitet und ich vergebe 75 von 100 Punkten.

19.07.2010 21:55:08
Banon

Wer die Parker-Romane liest, trifft auf einen absoluten Profi, dem das Verbrechen ein überlegtes Handwerk ist. Keine überflüssigen Dinge geschehen, Gewalt wird möglichst dosiert und trifft gezielt. Dabei gilt das mörderische Handeln vorallem denen, die zuerst Morden wollen. Nichts ist dem kühlen Verbrecher wichtiger, als nicht aufzufallen. Das Risiko wird immer wieder abgeschätzt, notfalls lieber abbrechen. Alles unter Kontrolle zu halten, ist Parker wichtig. Doch da er Partner hat, die ihre ganz eigene Professionalität haben, laufen die Dinge nicht immer so, wie Parker es sich vorstellt. Flexibilität und Schnelligkeit werden dem abgebrühten Parker abverlangt. Seine Erfahrung und seine vorausschauende Vorsicht helfen ihm in den wechselnden Gegebenheiten zu überleben. Das trifft auf alle zuletzt im Zsolnay-Verlag erschienenen fünf Parker-Bände zu. Parker beweist sich bei verschiedenen Aufträgen: Ob Bankraub oder Diebstahl, Gefängnisflucht oder die Wiederbeschaffung zurückgelassener Beute, Parker handelt effizient und abgeklärt.In \\\\\\"Der Gewinner geht leer aus\\\\\\" muß sich Parker nicht nur um den neuesten Auftrag, sondern auch um sein eigenes Leben kümmern. Jemand aus der Vergangenheit trachtet ihm nach dem Leben. Die Doppelbelastung macht den Reiz dieses Bandes aus, denn Parker hat in beiden Fällen keine Zeit zu verlieren. Das alles ist spannend konstruiert und in einer direkten Sprache geschrieben, die keine Umwege nimmt. Genau wie Parker.Der nächste Band (\\\\\\"Irgendwann gibt jeder auf\\\\\\")kommt Ende Juli 2010 heraus.

19.07.2010 20:28:37
Banon

Wer die Parker-Romane liest, trifft auf einen absoluten Profi, dem das Verbrechen ein überlegtes Handwerk ist. Keine überflüssigen Dinge geschehen, Gewalt wird möglichst dosiert und trifft gezielt. Dabei gilt das mörderische Handeln vorallem denen, die zuerst Morden wollen. Nichts ist dem kühlen Verbrecher wichtiger, als nicht aufzufallen. Das Risiko wird immer wieder abgeschätzt, notfalls lieber abbrechen. Alles unter Kontrolle zu halten, ist Parker wichtig. Doch da er Partner hat, die ihre ganz eigene Professionalität haben, laufen die Dinge nicht immer so, wie Parker es sich vorstellt. Flexibilität und Schnelligkeit werden dem abgebrühten Parker abverlangt. Seine Erfahrung und seine vorausschauende Vorsicht helfen ihm in den wechselnden Gegebenheiten zu überleben. Das trifft auf alle zuletzt im Zsolnay-Verlag erschienenen fünf Parker-Bände zu. Parker beweist sich bei verschiedenen Aufträgen: Ob Bankraub oder Diebstahl, Gefängnisflucht oder die Wiederbeschaffung zurückgelassener Beute, Parker handelt effizient und abgeklärt.In "Der Gewinner geht leer aus" muß sich Parker nicht nur um den neuesten Auftrag, sondern auch um sein eigenes Leben kümmern. Jemand aus der Vergangenheit trachtet ihm nach dem Leben. Die Doppelbelastung macht den Reiz dieses Bandes aus, denn Parker hat in beiden Fällen keine Zeit zu verlieren. Das alles ist spannend konstruiert und in einer direkten Sprache geschrieben, die keine Umwege nimmt. Genau wie Parker.Der nächste Band ("Irgendwann gibt jeder auf")kommt Ende Juli 2010 heraus.

15.04.2010 22:26:46
Schrodo

Der erste Satz dieses „Parker Romans“ aus der Feder des leider schon 2008 verstorbenen Donald Westlake alias Richard Stark lautet: „Als das Telefon läutete, war Parker gerade in der Garage und brachte einen Mann um“. Telefonisch bekommt Parker ein unwiderstehliches Angebot. Einige Gauner Kumpanen haben bei einem Einbruch in der Luxusjagdhütte eines Millionärs eine Reihe unschätzbar wertvoller alter Gemälde entdeckt, mussten aber ohne Beute flüchten. Die wollen sie nun holen. Parker ist sofort dabei und die Sache lässt sich auch erst gut an. Doch als die Bullen Wind von der Sache bekommen, wird’s wieder mal kompliziert. Wie immer bei Parker. Der plant wie ein Weltmeister, cool, präzise, überlegt, fast alle Eventualitäten bedacht. Aber der beste Plan nützt nix, wenn immer wieder einer kommt der alles durcheinander bringt.
So ist das eben bei Starks Parker Romanen. Turbulente Handlungen, unglaubliche Spannung und überraschende Wendungen. Ein perfekter Krimi, bei dem man am Ende um einen Kerl bangt, der doch eigentlich ein Gauner und kaltblütiger Mörder ist.