Kappe und die verkohlte Leiche

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Jaron, 2007, Seiten: 206, Originalsprache

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September 1910: In Berlin-Moabit streiken die Kohlenarbeiter. Es kommt zu Unruhen und tätlichen Auseinadersetzungen mit der Polizei. Nach dem Brand auf einem Kohlenplatz findet man in den rauchenden Überesten die Leiche des Arbeiters Paul Tilkowski. Der jedoch wurde, wie sich schnell herausstellt, zuvor erschossen. Der Fall scheint klar, denn Tilkowski war als Streikbrecher unter den Kohlenarbeitern verhasst. Doch bald tauchen weitere Verdächtige auf. Die verkohlte Leiche ist der erste Mordfall für den jungen Kriminalwachtmeister Hermann Kappe, der gerade von Storkow nach Berlin versetzt worden ist.

Kappe und die verkohlte Leiche

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Letzte Kommentare:
14.03.2014 20:07:49
Torsten

Krimis vor historischen Hintergrund sind ja spätestens seit dem grossen Erfolg von Volker Kutscher ziemlich angesagt - und es gibt z.B. mit "Black Bottom" sogar einige die ich besser finde.
Oft wird in diesen Krimis die tatsächlich existierende Figur des "legendären" Ernst Gennat eingebaut und auch in diesem Buch kommt der Autor nicht daran vorbei ihn mehrfach zu erwähnen.
Die Idee, einen Roman als Fortsetzung durch das Berlin von 1910 bis in die 1960er anzulegen ist natürlich ziemlich einzigartig.
Das Bindeglied dieser Bücher stellt die Karriere des fiktiven, aber dennoch Gennat vergleichbaren Hermann Kappe dar.
Wenn dieses erste Buch der Reihe exemplarisch für die folgenden steht, dann ist eine Reihe entstanden, die weniger Krimi als quasi "Doku-Soap" ist - eine Erzählung der Berliner Geschichte mit fiktionalen Elementen.
In dieser ersten Folge wird die Lage der Arbeiter im Kaiserreich und die daraus erwachsenden "Moabiter Unruhen" geschildert und man darf unterstellen, dass der Autor als profunder Berlin-Kenner sämtliche Fakten dazu exakt wiedergegeben hat.
Der Kriminalfall an sich ist dagegen eher dünn und dient auch nur dazu diese Geschichte lebendiger erzählen zu können.
Ich bin gespannt wie die anderen und nicht so proiminenten Autoren diese Linie fortsetzen - die KC Rezension des Folgebandes ist ja eher vernichtend.

22.02.2011 14:58:25
fr_putz

Mit „Kappe und die verkohlte Leiche“ legte Horst Bosetzky das erste Werk einer ganzen Reihe in Berlin angesiedelter historischer Kriminalfälle vor, an der auch andere Autoren beteiligt sind.
Kappe, von der Schutzpolizei in der Provinz zur Kripo nach Berlin versetzt, hat seinen ersten Fall aufzuklären. Und dies geschieht in typischer Bosetzkyscher Manier, Spannung gepaart mir Witz und Originalität. Hintergrund ist der Berliner Kohlenarbeiterstreik im September 1910 und der Tod eines als Streikbrecher bekannten Kohlenarbeiters.
Neben der Aufklärung des eigentlichen Kriminalfalles schildert Horst Bosetzky hier sehr gut das Alt-Berliner Milieu vor dem Ersten Weltkrieg. Das habe ich natürlich selbst auch nicht mehr erlebt, aber aus den Erzählungen besonders meiner – längst verstorbenen – Großmutter ist es mir bekannt, und ich kann hier viele Parallelen zu ihren Erinnerungen feststellen. Dieses Werk ist für einen Berlin-Fan ein Bonbon.

08.05.2009 08:31:15
John

Der erste Krimi dieser patchwork-Reihe kommt noch etwas ungeschliffen daher, was sich besonders an der Person des Kriminalassistenten Kappe festmachen läßt. Der "Held" muss erst noch entwickelt werden und ich hoffe, daß dies die weiteren Autoren auch noch tun werden.
Gute Unterhaltung für diejenigen, die Berlin mögen oder dort wohnen und in der Vergangenheit schwelgen wollen, aber nichts für Leser durchdachter Krimis oder Thriller.

28.10.2008 14:34:37
detno

Berlin im September 1910:
Der Streik der Kohlenarbeiter eskaliert, Straßenschlachten mit der Polizei erschüttern den Berliner Stadtteil Moabit. Das Elend der Arbeiter ist groß, die Wut auf die "Bonzen" und die Herrschenden gewaltig. Auf beiden Seiten geht man nicht zimperlich mit dem Feind um.
Genau zu diesem Zeitpunkt wird auf einem Kohlenplatz eine verkohlte Leiche gefunden. Schnell stellt die Polizei fest, dass der Erschossene ein Streikbrecher war.
Spannend und auch humorvoll geschrieben, dabei sehr informativ (insbesondere was den historischen Hintergrund betrifft), begleiten wir den jungen Kommissar Hermann Kappe auf der Suche nach dem Mörder.

Der Autor Horst Bosetzky kann nicht verleugnen, dass er Berlin wie seine Westentasche kennt. Da stimmt alles, der Leser wird mit Details nur so überschüttet. Für Berlin-Fans ist das ein wahrer Genuss. Wer weniger mit der Hauptstadt am Hut hat, der wird nicht ganz so begeistert sein.
Es ist Kappes erster Fall, der Einstieg in den Kettenroman "Es geschah in Berlin".
Der zweite Fall ("Café Größenwahn" von Sybil Volks) spielt dann im Jahr 1912.

Ich bin bereit, fast 100 Jahre früher den Kommissar Kappe zu begleiten.