Der Lustmörder

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Jaron, 2008, Seiten: 205, Originalsprache

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Januar 1920. Am Tegeler Fließ ist ein grausiger Mord geschehen: Ein Paar wurde überfallen und getötet, die Frau zuvor vergewaltigt. Wie sich bald herausstellt, ist dies bereits die vierte Tat dieser Art. Seit über zwei Jahren treibt ein Serientäter sein Unwesen im Norden des gerade entstandenen Groß-Berlin. Grund genug für den Landkreis Niederbarnim, Verstärkung anzufordern: Kriminalkommissar Hermann Kappe wird für die Lösung der Mordfälle hinzugezogen. Kaum hat er gemeinsam mit seinem Kollegen Galgenberg erste Tatverdächtige ausgemacht, werden die Ermittlungen vom politischen Zeitgeschehen erschwert, Der Kapp-Putsch versetzt Berlin für vier Tage in den Ausnahmezustand, Nachdem ein weiterer Doppelmord geschehen ist, wird die Zeit knapp, kann Hermann Kappe neue Taten des Serienmörders verhindern?

Der Lustmörder

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Letzte Kommentare:
03.10.2014 16:57:19
Torsten

In dieser Episode sind Herrn Bosetzky leider die Pferde total durchgegangen - während bisher die Kombination aus Geschichte und Kriminalfall immer einigermassen ausgewogen war, ist hier der Anteil an (Heimat-)Geschichte vollends überwiegend.
Und das leider auch nicht unbedingt in einer besonders guten Gewichtung. Während der historisch wichtige Kapp-Putsch auf wenigen Seiten und nahezu nebenbei abgehandelt wird, wird die Geschichte jedes Nord-Berliner Stadtteils ausführlichst doziert.
Dazu kommen noch Unmengen von mehr oder (meist) weniger passenden Zitaten von Fontane bis Goethe - und zwar in einem Ausmaß, dass es wirklich genervt hat.
Der Kriminalfall dagegen lief fast nur nebenbei und wurde dann hopplahopp, durch Eingebung und Zufall völlig abrupt gelöst.
Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass sogar der Autor den Faden verloren hat, oder aber nach einer längeren Unterbrechung weitergeschrieben hat, ohne recht an das Bisherige anschliessen zu können - so wird im Anschluss an Kapitel Zehn überhaupt nicht mehr auf das darin gerade Geschehen eingegangen.
Das Alltagsbefinden zu dieser Zeit wird auch nicht recht beschrieben, wo das doch ein wirklich herausragender Bestandteil dieser Reihe war.
Leider war das mit Abstand der schwächste Roman dieser grossartigen Reihe - was aber natürlich nicht davon abhalten sollte diese Reise durch die Zeitgeschichte weiter zu verfolgen.

24.04.2009 12:47:25
detno

Der Krieg ist zwar vorbei, die Folgen aber mit aller Härte zu spüren. Während in Berlin Not und Elend herrschen, werden im Norden der Stadt (Anfang 1920 noch außerhalb von Groß-Berlin) Liebespaare von einem Triebtäter getötet. Kommissar Kappe, der jetzt im Dunstkreis des (später großen) Ernst Gennat agieren darf, wird auf diesen Mörder angesetzt.
Leider werden die privaten Angelegenheiten von Kappe zu stark behandelt, die Ermittlungsarbeit kommt dabei zu kurz. Auch der Kapp-Putsch wird ziemlich schnell abgehandelt.
Dazu passt dann auch, dass die Fahndungsarbeit nichts bringt, der Mörder nur durch Zufall überführt werden kann. Aber immerhin, verhaftet ist verhaftet.

DER LUSTMÖRDER ist nicht der beste Roman aus der Reihe "Es geschah in Berlin". Mal sehen, was das Jahr 1922 bringt.