Der Ehrenmord

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Jaron, 2007, Seiten: 2008, Originalsprache

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Sylvia Rucker
Ein großes Lesevergnügen

Buch-Rezension von Sylvia Rucker Aug 2007

Ein heißer Sommertag 1914 in Berlin, kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges, bringt nicht nur eine unerträgliche Hitze über die Stadt , sondern auch eine Frauenleiche im Luisenstädtischen Kanal zu Tage. Unglückseligerweise liegt dieser Fundort genau in der Gegend, in der Kriminalwachtmeister Hermann Kappe zu Hause ist, so dass er für die Ermittlungen in diesem Mordfall geradezu prädestiniert erscheint.

Schon bald führen seine Recherchen auch zum Erfolg und zur Identifizierung der Leiche: Es handelt sich um die 16-jährige, schwangere Lina Jungnickel, die mit ihrer Mutter, zwei Brüdern und ihrem eigenen kleinen Sohn in einer Kreuzberger Mietskaserne und in sehr ärmlichen und bedrückenden Verhältnissen gelebt hat.

Die Mutter Martha Jungnickel hält ihre Familie als Waschfrau mehr schlecht als recht über Wasser. Max, ihr Ältester, nimmt gelegentlich Aushilfsjobs an und bestreitet seinen Lebensunterhalt ansonsten durch kleinere bis größere Gaunereien. Auch Otto, ihr zweiter Sohn, ist bereits seit geraumer Zeit ohne Arbeit und ohne Hoffnung auf eine Änderung dieses Zustands. So hat er viel freie Zeit, in der er sich ausschließlich seinem Lieblingsport, dem Boxen, widmet. Bis zu ihrem Tod hat auch Lina im Haus mitgearbeitet und Putzarbeiten erledigt.

Beide Brüder haben ein recht derbes Verhältnis zu Lina. Während Max seine Schwester bedenkenlos auf den Strich schicken würde, um endlich an Geld zu kommen, versucht ihr Otto auch schon mal mit Gewalt Auskünfte über den Vater ihres Kindes zu entlocken. Doch ohne Erfolg.

Sehr schnell findet Kappe bei seinen Befragungen heraus, dass als Vater für Linas Kind praktisch jeder Nachbar in Frage kommt, denn viele der männlichen Hausbewohner scheinen eine Vorliebe für sie gehabt zu haben. Ist der Täter also unter ihnen zu suchen?

Während die Rufe des Volkes nach Krieg immer lauter werden, nimmt Kappe unerbittlich eine Spur nach der anderen auf, bis aus der Vielzahl von Verdächtigen nur noch einer übrig bleibt!

"Der Ehrenmord" ist ein solider und bodenständiger Krimi ohne Verwendung von heutzutage so modern gewordenen psychologischen Ab- und Hintergründen; der Schauplatz der "guten alten Zeit" spiegelt sich also auch in der Thematik wieder.

Bereits nach ganz kurzer Zeit fühlt man sich tatsächlich ein Stück weit in die Zeit um 1914 versetzt, denn der von Jan Eik verwendete sprachliche Ausdruck und die Beschreibungen von Begebenheiten schaffen ein großes Maß an authentischer Atmosphäre. Auch das Berliner "Milljöh" der unteren Bevölkerungsschicht wird in anschaulicher Weise durch echte Berliner Schnauze skizziert.

Nach und nach verbindet Jan Eik die Reihe der handelnden Personen und Verdächtigen miteinander, die Ermittlungen verlaufen logisch und nachvollziehbar.

Schade nur, dass die Figur des Hermann Kappe recht mager dargestellt ist. Man erfährt nicht sehr viel über ihn und seinen Charakter, so dass er einem relativ fremd bleibt. Die wenigen Einblicke in Kappes Privatleben hinsichtlich seiner Beziehung zu Klara Göritz und seiner Einstellung zu dem bevorstehenden Krieg geben nur ein unvollständiges Bild über ihn ab.

Doch im Ergebnis überzeugt dieser Krimi durch die gut getroffene Atmosphäre der vergangenen Zeit und einem ebenfalls gelungenen sprachlichen Ausdruck, wenn auch weniger durch Hochspannung und eine raffinierte Handlung. Dennoch: ein großes Lesevergnügen und gute Unterhaltung!

Der Ehrenmord

Der Ehrenmord

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Letzte Kommentare:
17.09.2014 22:30:43
Torsten

Die Bücher dieser Reihe muss man ja stets unter zwei Gesichtspunkten sehen: Einerseits den Kriminalfall, der aber eher nur den Aufhänger für andererseits die Schilderung der geschichtlichen Rahmenhandlung liefert.
Beides fand ich diesmal eher etwas dünn.
Zwar ist die Ermittlung in dem Mordfall ziemlich klassisch und stringent aufgebaut, es werden hübsch nacheinander viele Verdächtige und Verbindungen aufgebaut und nacheinander wieder abgearbeitet - trotzdem ist die Lösung letztlich etwas sehr dünn.
Das geschichtliche Drumherum beschränkt sich auf ausführliches Berlinern im Hinterhofmillieu und etwas distanziertes Schildern der beginnenden Kriegsbegeisterung.
Insgesamt las sich das so etwas belanglos dahin.

08.05.2009 08:18:16
John

Wer Berlin und die Berliner mag, hat sich mit diesem Krimi sicherlich nicht verkauft, allerdings sollten diejenigen, die Spannung suchen von dieser Reihe die Finger lassen.
Eher eine Milljö(berlinerisch nach Zille)-Beschreibung als ein Zusammenführen von Daten und Fakten hin zu einem Täter mit einem Motiv.
Aber auch ich wuerde mir wünschen, dass von den Autoren die Person Kappe im dritten Roman etwas mehr Profil aufweist und nicht nur in der Peripherie der Handlung Gespräche führt.
Resümee: Für Sammler von Berlin Krimis ist das Buch in Ordnung, alle anderen werden sich langweilen.

27.11.2008 15:34:17
detno

Sommer 1914 in Berlin, kurz vor der Mobilmachung. Während der Krieg unaufhaltsam wie ein Unwetter auf die Menschen zukommt, wird eine junge Frau tot aus dem Luisenstädtischen Kanal gezogen.
Kriminalwachtmeister Kappe übernimmt die Ermittlungen und filtert aus den vielen Tatverdächtigen den richtigen Mörder heraus. So weit so gut.

Die Ortsangaben stimmen - wie bei Kappe üblich - genauestens überein, die Atmosphäre in der Reichshauptstadt wird hervorragend erzählt. Nur die Person des Kappe bleibt auch nach seinem dritten Fall etwas unscharf.

Wer Spaß an der Berliner Mundart hat, der wird hier reich bedient: Der Plot spielt im "Milljöh" (im heutigen Mitte und Kreuzberg), entsprechend können die Figuren berlinern bis zum Abwinken.