Die rätselhaften Worte

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • London: HarperCollins, 2001, Titel: 'Dialogues of the Dead', Seiten: 454, Originalsprache
  • Hamburg: Europa, 2002, Seiten: 576, Übersetzt: Sonja Schuhmacher & Thomas Wollermann
  • München: Knaur, 2005, Seiten: 699

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Michael Drewniok
Verwickelt-witziges Mordrätsel

Buch-Rezension von Michael Drewniok Mai 2003

Krimi-Couch-Volltreffer Januar 2003

Nie trog der Anblick der sanften Hügel um das idyllische Städtchen Mid-Yorkshire in der gleichnamigen englischen Grafschaft den Betrachter mehr als in diesem Sommer, da sie zum Schau- und Spielplatz des bizarren und (serien-)mörderischen "Wordman" werden. So nennt die Presse bald mit der für ihre Spezies typischen Begeisterung jenen offenbar geistesgestörten, aber wohl organisierten Unhold, der damit beginnt, die örtliche Prominenz nach einem seltsamen Schema auszurotten.

Zunächst bringt niemand den ersten "Dialog" des Wordman mit dem ungeklärten Tod eines ehrbaren Handwerkers in Verbindung, der offenbar einem Unfall zum Opfer gefallen ist. Er findet sich in einem prall gefüllten Postsack, der in der Mid-Yorkshire- Stadtbibliothek eintrifft. Dort hat man die einheimischen Freizeit- und Nachwuchs- Literaten aufgefordert, an einem Wettbewerb teilzunehmen. Gesucht wird die beste Kurzgeschichte, und das hat den Wordman wohl auf den Plan gerufen und zu mordbegleitenden schriftstellerischen Aktivitäten inspiriert.

Todesurteil für die Nachrichtenredakteurin

Aber erst Mord Nr. 2 ruft die Beamten des Mid-Yorkshire Criminal Investigation Departments auf den Plan. Jax Ripley, die ehrgeizige Nachrichtenredakteurin im regionalen Sender der BBC, zieht es aus der Provinz in die große Stadt. Einem Informanten bei der Polizei verdankt sie den Hinweis auf den Wordman, der sich als landesweiter Knüller entpuppen dürfte. Tatsächlich schlägt Ripleys Sendung ein wie eine Bombe. Detektiv Superintendent Andrew Dalziel, Chief Inspector Peter Pascoe und Sergeant Edgar Wield zeigen sich wenig begeistert über Ripleys Vorpreschen. Der Wordman begreift indes den Wink, den seine mediale Gönnerin ihm gab: Er ernennt sie zur Hauptperson seines zweiten "Dialoges", was für Jax Ripley das Todesurteil bedeutet.

Wer ist der mysteriöse Mörder? Aus Mid-Yorkshire stammt er wohl, das findet die Polizei rasch heraus. Leider ist die Zahl der Verdächtigen ausserordentlich hoch. Der kleine Ort entpuppt sich als Hort heimlicher, aber eifriger Wortliebhaber und Schriftsteller mit durchaus großen Ambitionen. Die Kulturszene von Mid-Yorkshire ist ein überschaubarer, aber keineswegs friedlicher Kosmos, wie Inspector Pascoe verblüfft feststellen muss. Viel lieber würde er ohnehin seinen alten Feind Franny Roote als Wordman entlarven. Nachdem dieser als Verdächtiger in einem früheren Mordfall einen Selbstmordversuch unternahm, muss Pascoe ihn allerdings mit Samthandschuhen anfassen, was Roote, ein intelligenter, aber verschlagener und undurchsichtiger Zeitgenosse, sehr genau weiß und seinen Widerpart gern bis zur Weissglut reizt.

Die Morde immer spektakulärer, der Mörder immer dreister

Während die Ermittlungen trotz mancher interessanten Erkenntnis über die gar nicht so harmlosen Bürger von Mid-Yorkshire auf der Stelle treten, bleibt der Wordman fleissig. Immer neue "Dialoge" gehen ein, dem zuverlässig weitere Morde folgen. Diese werden immer spektakulärer, der Wordman immer dreister, da er sich inzwischen der Polizei überlegen und der irdischen Gesetze enthoben fühlt. Der Wahnsinn treibt ihn zum Äussersten, und ihm bleibt noch genug Scharfsinn, sein Schreckensregiment auf eine ganz neue Ebene zu heben...

Zum 18. Mal stürzen sich Peter Pascoe, der unvergleichliche Andy Dalziel und der unerschütterliche Sergeant Wield in ein neues kriminalistisches Abenteuer, und zum dritten Mal (nach "Das Dorf der verschwundenen Kinder" und "Das Haus an der Klippe") bietet ihnen in Deutschland der Europa Verlag (Möge er - und nicht nur deshalb - lange leben!) das angemessene Forum. Wie eigentlich immer gelingt Reginald Hill ein einmaliger Thriller, dessen Qualität einmal mehr wundern macht, wieso dieser Autor hierzulande immer noch als Geheimtipp gilt. Vor einem Ian Rankin oder einem Henning Mankell muss er sich ganz sicher nicht verstecken!

Sind Hills Romane zu fröhlich?

Vielleicht sind Hills Romane zu fröhlich? Zwar neigt auch Peter Pascoe zur Melancholie, aber ihm steht der Vorgesetzte und Freund Dalziel zur Seite, der noch jeden Schatten lautstark, ordinär und unglaublich witzig zu vertreiben versteht. Einen Falstaff habe ich ihn in einer früheren Besprechung genannt; keine Ahnung, ob mir das als Erstem eingefallen ist - es würde mich wundern, weil es so vorzüglich passt. Auch Andy Dalziel ist nicht die Witzfigur, als die er sich oft (und trügerisch) gibt, sondern weist durchaus Charaktertiefe und Tragik auf. Hill ist nur zu klug, um dies allzu aufdringlich in den Mittelpunkt zu rücken oder gar die Handlung ersetzen zu lassen (was die letzten Wallander-Romanen vergällte).

Und während die Konkurrenz noch immer beliebte Polizei- oder Detektiv-Serien mit denselben Maschen totreitet, beackert Hill wacker neue Felder. Wurde Das Dorf der verschwundenen Kinder von gotischem Horror geprägt, war Das Haus an der Klippe ein recht lupenreiner Polit-Thriller. Nun also - und sehr spät - versucht sich Hill auf dem Serienmord-Sektor. Er wäre freilich nicht der originelle und eigensinnige Autor, den man so schätzt, wenn er nicht erneut eigene Wege ginge: "Die rätselhaften Worte" ist auch ein "Whodunit" ("Wer tat es?") reinsten Wassers: ein Katz-und- Maus-Spiel zwischen Polizei und Übertäter als Rätsel- und Vexierspiel. Hochgradig irre, aber scheinbar übermenschlich schlaue Serienmörder hat es seit dem Schweigen der Lämmer (allzu) viele gegeben. Der "Wordman" reiht sich nahtlos ein in diese Galerie. Hill kreuzt das inzwischen abgegriffene Killer-Treiben mit dem klassischen Krimi des "Goldenen Zeitalters", das im angelsächsischen Sprachraum etwa bis 1945 dauerte. Unglaubliche verwickelte Plots zum Mitraten prägten es, wobei besonders Autoren wie Ellery Queen, S. S. van Dine oder der unvergleichliche John Dickson Carr sich hervortaten.

Ein Markenzeichen der klassischen Vorbilder

Obwohl Mord auf Mord folgt, geschieht eigentlich nicht viel - auch das ein Markenzeichen der klassischen Vorbilder. Statt dessen wird viel (sehr viel) geredet. Im Mittelteil hängt die Handlung daher manchmal ein bisschen durch. Aber bald merkt der Leser, dass sich die Puzzleteile zu einem Gesamtbild zu fügen beginnen. Hill ist ausserdem ein (gut übersetzter) Meister des Dialogs. Ein Feuerwerk witziger Wortspiele brennt er besonders dann ab, wenn Dalziel auf der Bildfläche erscheint. Dies geschieht maßvoll, wohl dosiert, könnte man sagen, denn der dicke Andy ist Hills Katalysator: Wenn er eingesetzt wird, gibt es eine in der Regel unvorhersehbare Reaktion. Verdächtige plaudern, Vorgesetzte geben nach, Reporter vergessen nachzufragen - Dalziel schwebt allgegenwärtig über der Szene, selbst wenn er nicht körperlich anwesend ist.

Das übliche Team der Detektive hat Hill wiederum leicht variiert. Nachdem Shirley Novello, die noch recht Neue, in "Das Haus an der Klippe" eine Schussverletzung davontrug, ersetzt sie nun der noch jüngere, aber um so eifrigere Constable Ethelbert "Bowler" Hat. Er sorgt für den nötigen frischen Wind in Mid-Yorkshire und wird uns sicherlich wieder begegnen - womöglich in recht tragischer Rolle, denn Hill gelingt das seltene Kunststück, sein Werk mit einem echten Knalleffekt enden zu lassen.

Ein Cliffhanger der Sonderklasse

Nicht so sehr die Auflösung als solche verblüfft, sondern die Art und Weise, wie der Verfasser sie präsentiert: Wieder bricht Hill die Regeln des Genres. Erlebten wir schon Pascoe und Dalziel in einer früheren Inkarnation als Äneas und Odysseus, wird der "Wordman"- Fall dieses Mal von den Opfern gelöst, deren Geister sich im Jenseits treffen, um das Puzzle endgültig zusammenzusetzen. Das ist so elegant wie ironisch und fügt sich nahtlos in das bisher so realistische Geschehen. Ausserdem gelingt Hill ein Cliffhanger der Sonderklasse, der zusätzlich neugierig macht, wie der Verfasser seine grandiose Serie fortsetzen wird!

Die rätselhaften Worte

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Letzte Kommentare:
27.11.2009 20:38:59
realsatiriker

Eines vorweg:

das Ermittlerduo Dalziel und Pascoe wächst einem nach den ersten Seiten bereits ans Herz. Vor allem der "Dicke" ist mit herrlichem, schwarzen Humor ausgestattet und gehört ab jetzt ganz sicher zu meinen Lieblingsschnüfflern.

Das Buch selbst erfordert ein gewissses Maß an KOnzentration, eignet sich also nicht wirklich für die Zeit kurz vor dem Einschlafen. Dies liegt zum einen an den geheimnisvollen Dialogen, zum anderen aber auch an den immer neuen Fährten, die Hill auslegt. Jedes Mal wenn man meint der Lösung des Falles etwas näher gekommen zu sein, entpuppt sich der vermeintliche Verdacht schnell als Blindgänger.

Die Spannung wird so bis zur letzten Seite hochgehalten und entlädt sich in einem fulminanten Ende, welches wohl nur die Wenigsten - mich nicht eingerechnet ;-) - vorhergesehen hätten.

Ein rundum gelungener Thriller, der von mit eine gute KC 86 erhält.

16.06.2008 06:05:16
Taennsche

sehr spannend und dazu noch schwarzer Humor, bis jetzt (und so auch dieser) waren die neueren Hills alle (bis auf das Haus an der Klippe) ein Genuss. Außerdem wächst das Interesse an Beddoes. Schade dass es über ihn so wenig im www zu erfahren gibt

23.02.2008 17:35:18
giftspritze

Einfach nur Göttlich, dieses Buch. Und wer einen Hang zu Heinrich Heine hat, ist hier ebenfalls gut aufgehoben. Ich habs nun zum 2. Mal gelesen und keine Ungereimtheit gefunden; freue mich aber schon darauf, es irgendwann zum 3ten Mal verschlingen zu dürfen.
Gruß

06.04.2007 18:48:34
Magda

Ein fantastisches Buch mit einem wirklich überraschenden Ende.
Für Reginald Hill-Fans sei an dieser Stelle angemerkt, dass "Die Launen des Todes" erst nach diesem Buch gelesen werden sollte, da sonst die Überraschung hinüber ist.
Viel Spass beim lesen!

26.02.2007 11:53:25
Kristin

Bin gerade in der Mitte angekommen.....
ich verstehe wirklich nicht, woher die ganzen positiven Kommentare kommen !
Ich quäle mich durch das Buch... und nein, ich werde nicht aufgeben....!
was auch nervt, ist die Übersetzung... die Wortwahl finde ich ziemlich primitiv... ob\'s der Autor in der O-Sprache auch so derb geschreiben hat ??
Also das ist mein 1. Buch von R. Hill und es wird gewiss auch das letzte von ihm sein.

18.01.2007 19:21:41
Gian-Luca

Dies ist schon der 18 Fal für das ungleiche Duo Superintendent Andy Dalziel und Chief Inspektor Peter Pascoe.Segerant Wield ist auch wieder dabei,neu ist Constable Hat Bowler der aber frischen wind in die Truppe bringt.Der unheimliche Wordmann killt einen Promi nach dem anderen und Inspector Pascoe hat auch gleich einen Verdächtigen Nr.1 Franny Root den der Inspector wegen anstiftung zum Mord hinter gitter gebracht hat.Aber es mangelt nicht an Verdächtigen... Der Roman ist spannend und mit viel Humor geschrieben .Wenn Hat Bowler mit Pascoe redet bekommt man (ich) manchmal das gefühl das Peter schon zum alten eisen gehört von Dalziel gar nicht zu sprechen!Ein klasse Krimi genau wie die anderen von Hill.

09.12.2006 15:54:33
Torsten H.

Sehr spannend und trotz der vielen lyrischen Einsprenkel sehr fesselnd zu lesen. Die hochgelobten Wortspiele find ich manchmal etwas weit hergeholt, aber dafür toppt das Ende einfach alles. Der Kunstgriff den Wordman am Ende aus einer anderen Dimension erklärt zu bekommen ist genial. Werde auch den Nachfolgeroman noch lesen. Das kann auch die schlechte Übersetzung, die manchmal "sie" und "er" verwechselt, nicht verhindern.

16.11.2005 15:56:29
Riri

Ich liebe dieses Buch, wie alle Bücher die ich bis jetzt von Reginald Hill gelesen habe. Allerdings finde ich, dass es einer der besten Krimis von ihm ist. Das Ende ist einfach großartig. Erst hat es mich wirklich schockiert, dann fand ich es einfach toll. Ich finde, dass dieser Mörder einfach sehr gut beschrieben wird, auch in dem Folgeroman, den ich allerdings noch nicht ausgelesen habe.

02.10.2005 22:57:39
BiblioTanni

Was ich nicht verstehe, dass hier keiner der Rezensionisten anspricht, dass die Übersetzung grauenhaft ist, mit vielen Fehlern, die irritieren und stören.
Auch hat hier keiner angesprochen, dass dieses Buch einen sehr lockeren Schreibstil hat in dem vögeln und ficken an der Tagesordnung stehen.
Für mich ist sicherlich ein Buch gut, wenn der Plot stimmt, die Story schlüssig ist und die Protagonisten ok, aber es gehört für mich ganz klar auch ein gewisses Niveau dazu und eine gute Übesetzung und letzteres ist Beides nicht im Geringsten gegeben.
Somit für mich nur 40 %, denn die Story allein kann das Übel nicht aufwerten.

03.08.2005 22:01:10
Matthias

Ich kann mich wirklich nur dem Rezensenten anschließen. Es war der erste Reginald Hill - Krimi den ich gelesen habe, und das Buch hat mich wirklich überzeugt. Zwar war ich mir sicher, den Mörder auf Seite 110 schon erkannt zu haben und das Fast-Ende des Buches schien mir auch recht zu geben, so belehrte mich dann aber das tatsächliche Ende eines besseren. Sprachlich herausragend, witzig und am Ende mit wahrhaft schwarzen Humor präsentiert sich dieser Krimi, der mich auf keiner Seite langweilte. Und wenn auch die Geschichte an einzelnen Stellen straffer hätte erzählt werden können, entschädigen die Sprache und die herrlich gezeichneten Charaktere für diese kleinen Längen.

30.05.2005 13:28:35
Lucie

Sprachlich auf hohem Niveau. Die Spannung hält sich aber in Grenzen. Leider ist alles (bis auf den Anfang und das letzte Viertel) viel zu sehr in die Länge gezogen. Es ist manchmal schon fast mühsam. Das Ende entschädigt allerdings: absolut nicht vorhersehbar und völlig überraschend. Auch wenn meiner Meinung nach der Polizist Hat unprofessionnel ist. Aber das gehört ja wohl zur Story. Ich werde trotzdem noch einmal einen "Hill" angehen.

06.04.2005 12:32:29
Daniel

Aus dieser richtig guten Idee mit den Morden in Verbindung mit
dem Kurzgeschichtenwettbewerb hätte viel mehr rauskommen können,
was hauptsächlich daran liegt, dass das Buch
mindestens 200 Seiten zu lang und demnach auch viel Lehrlauf beinhaltet. Sehr viele Personen, was einen schon fast dazu zwingt das
Buch an einem Stück zu lesen, weil man dann gar nicht mehr weiss,
wer eigentlich wer ist. Sprachlich und von den Dialogen(um die gehts ja) ist dieses Buch stark, das Ende überzeugt auch, aber wer
600 Seiten für relativ wenig Spannung und schmalen Inhalt benötigt,
ich weiss ja nicht. Mit 90 Grad aus 43 Stimmen kommt " die rätselhaften Worte " mindestens 20 Grad zu gut weg.
Kurzum : 65 Grad

20.02.2005 14:06:26
Richard.H

Das Buch ist durchweg auf einem hohen Niveau geschrieben;mit einem Ende das ich nicht für möglich halten konnte.Es war sicher nicht das letzte Buch von Hill das ich lesen werde.Aber auf jeden Fall kann ich dieses Buch weiterempfehlen.Ausgezeichnet!

18.06.2004 11:29:03
Jana

Das furiose Ende hat meine Meinung dann doch noch recht positiv ausfallen lassen. Insgesamt hatte ich (nach den sehr guten Kritiken) mehr erwartet. Das Buch ist meines Erachtens 200 Seiten zu lang, die Spannung fehlt durchgehend (außer die letzten 50 Seiten). Das Ende ist dann allerdings der Oberhammer. Und der Wortwitz ist wirklich köstlich...

14.05.2003 22:25:55
Lennert

LANGWEILIG - meine Meinung, ohne Spannung

03.02.2003 13:15:34
Gerhard Mayer

Dieser Krimi ist der absolute Hammer: der beste, den ich seit langem gelesen habe (der vorletzte war "Black and Blue" von Ian Rankin, und der war - bei Gott - auch nicht schlecht)! Hier stimmt einfach alles, die Atmosphäre (typisch britisch, aber alles andere als "verzopft"), die Charaktere (lebensnah, "prall", aber nie klischeehaft), der Humor (auch typisch britisch, also knochentrocken, intelligent, von fein ironisch bis brüllend komisch), die oft subtilen Seitenhiebe auf die Auswüchse der modernen (nicht nur britischen) Gesellschaft und die Society-Typen, die sich selber so wichtig nehmen, dass sie das Offensichtliche nicht mehr sehen, der Hintergrund (tonnenweise Anspielungen auf literarische Querverbindungen und Bedeutungsebenen - die man aber durchaus nicht alle (er)kennen muss, um trotzdem Spaß an der Geschichte zu haben) und eine Auflösung des Kriminalfalls, die - mir jedenfalls - die Schuhe ausgezogen hat: so etwas habe ich noch nie gelesen! Absolut abgedreht, aber - es funktioniert trotzdem; oder gerade deswegen?! Leute, findet es selbst heraus! Rule Britannia! Rule Reginald!!!

21.01.2003 23:31:57
Bernd

Ich teile die Meinung des Rezensenten. "Die rätselhaften Worte" ist ein überdurchschnittlich guter Krimi, dem ich viele zufriedene Leser wünsche. Warum Hill hier zu Lande eher unbekannt ist? An mangelnder Qualität liegts jedenfalls nicht, vielleicht schon eher an mangelnder Promotion von Seiten des Verlages.