Frostnacht

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Reykjavík: Vaka-Helgafell, 2005, Titel: 'Vetrarborgin', Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2007, Seiten: 4, Übersetzt: Glaubrecht, Frank, Bemerkung: gekürzt
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2009, Seiten: 395
  • Köln: Lübbe Audio, 2011, Seiten: 4, Übersetzt: Frank Glaubrecht, Bemerkung: gekürzt

Couch-Wertung:

68°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
1 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:82.5
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":1,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":1,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Thomas Kürten
Ein Roman, der sich in einer Fülle von Ansätzen verliert

Buch-Rezension von Thomas Kürten Feb 2007

Juni 2007 in Deutschland: Während hierzulande schon im Mai die Menschen ins Schwitzen kamen, weiß das Wetter inzwischen nicht mehr so recht was es will. Regen oder Sonnenschein, alles bei durchweg hohen Temperaturen von 20°C und deutlich mehr. Deutschland ächzt! Was liegt näher, als genau zu diesem Zeitpunkt einen Roman mit dem Titel "Frostnacht" zu veröffentlichen? Ein Roman, der im kühlen, winterlichen und düsteren Island spielt: Lesefutter für eine lauwarme Sommernacht?

Es ist inzwischen Indridassons siebter Roman um den kauzigen Kommissar Erlendur und leider konnte der isländische Autor das hohe Niveau aus den vorangegangenen Romanen diesmal nicht halten. Dabei lässt sich schwer beschreiben, warum das diesmal so ist, denn alle Elemente, die die Klasse der Vorgänger ausgemacht haben, sind auch diesmal vorhanden. Nur zünden sie nicht so gut, haben leicht Ladehemmung: sind sie in klirrender Frostnacht eingefroren?

Mord an einem Kind

Es ist Winter in Island. Und als ob es nicht reichen würde, dass dieser Winter besonders kalt ist, ist es im Januar in Island für gewöhnlich auch sehr lange dunkel. Nur zwischen spätem Vormittag und frühem Nachmittag ist für ein paar Stündchen die Sonne am Himmel. In dieser Zeit hat jemand dem zehnjährigen Elias, einem Sohn eines isländischen Vaters und einer thailändischen Mutter, ein Messer in den Bauch gestochen. In dem großen Wohnblock hat es anscheinend niemanden gekümmert, dass vor dem Haus die Leiche eines Jungen im eigenen Blut am Boden festfriert. Erlendur, Elinborg und Sigurdur Oli nehmen die dünnen Fährten auf, die sie zum Mörder des Jungen führen könnten.

Eine Spur führt zur geschiedenen, alleinerziehenden Mutter, dem älteren Bruder, dem Vater des Jungen. Eine andere in die Schule. Oder gab es in dem Viertel aktenkundige Gewalttäter, die erst kürzlich freigelassen wurden? Man kann es der isländischen Polizei nicht vorwerfen, allen Eventualitäten nachzugehen, aber auch noch ein anderer Fall will gelöst werden: Eine schon seit Wochen vermisste Frau, gesucht von ihrem Gatten, einem notorischen Fremdgeher. Außerdem liegt Erlendurs Lehrmeister bei der Polizei, Marian Briem, im sterben und Erlendurs Kinder wollen von ihrem Vater die Wahrheit über dessen Kindheit in den Ostfjorden wissen.

Isländer sind einsam

So dunkel wie ein isländischer Wintertag, so düster ist auch die Stimmung in Arnaldurs Romanen. Wie immer sind die beherrschenden Themen die Einsamkeit, Verlassen werden und mehr als bisher auch der Tod. Die Handlung wird auf einem Kindermord aufgebaut, der die Ermittler mit verschiedenen Arten von Rassismus und Ablehnung von allem Fremden konfrontiert. Die Isolation der Zuwanderer in der Gesellschaft und die Anonymität des Wohnblocks, Sprachbarrieren und der sogenannte "zweite Arbeitsmarkt" sind da noch die subtilsten Probleme, die angesprochen werden. Hier ist der Autor gewohnt stark, hier bringt er seine Botschaft kraftvoll rüber. Im zweiten Fall können Enttäuschung und Verbitterung der vermissten Frau ebenso gut nachempfunden werden, wenn Erlendur mit dem verlassenen Ehemann spricht. Hier stimmt also die gewohnte Qualität des Isländers.

Aber anders als bei allen Vorgängern muss Erlendur diesmal nicht so tief in der Vergangenheit graben. Wir haben es mit einer ziemlich gewöhnlichen Ermittlung zu tun. Erlendur, Elinborg und Sigurdur Oli suchen nach Ermittlungsansätzen, befragen hier ein paar Lehrer, da ein paar Schüler, Nachbarn, Eltern - aber es passiert nicht wirklich was. Und dann beginnt der Autor, sich zu wiederholen. Die Geschichte vom verschollenen Bruder des Kommissars kennt der Leser schon aus "Kältezone", so dass der Autor nur unter seitenlanger Anstrengung noch einen Hauch eines halbwegs interessanten, neuen Ansatzes aus der bekannten Geschichte herausholt. Währenddessen bekommen zusehends auch Elinborg und Sigurdur Oli ein Privatleben, doch auch hier reicht es weitestgehend über Ansätze (noch) nicht hinaus.

Ein bisschen Faszination hat jedoch auch Frostnacht aufzuweisen. Es ist meisterhaft, wie Indridasson die Anonymität des Individuums als Wesensmerkmal der Isländischen Gesellschaft herausstellt. Der trostlose Tod Marian Briems und die offenbar vielfältigen Möglichkeiten, in einer relativ kleinen Bevölkerung spurlos zu verschwinden. Ist es Ignoranz, ist es mangelndes Interesse am Nachbarn? Soziales Desinteresse scheint in der Mentalität der Isländer tief verwurzelt. Wie steht es darum in unserer eigenen Gesellschaft? Hier gibt der Roman wertvollen Denkanstoß, während er ansonsten leider weitgehend nicht über Ansätze hinauskommt.

Frostnacht

Frostnacht

Deine Meinung zu »Frostnacht«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
03.01.2018 17:27:34
kritikaster

erstaunlich, die begeisterten kommentare... ich fand das HB langweilig, langweilig, langweilig. dutzende von namen, die von loriot erfunden sein könnten, die wenig zur sache, dafür aber zur verwirrung beitragen, und überhaupt ein ziemlich unglaubwürdiger plot. der autor sollte sich endlich mal entscheiden, ob er einen sozialkritischen roman oder einen krimi schreiben will. und das ende ist wirklich absolut schwach. ein kleiner junge wird aus keinem anderen grund umgebracht, weil er "einfach da" war! obendrein hört man das entschuldigende verständnis für die täter heraus. das fand ich am übelsten.

25.12.2013 20:44:43
vjeverica

Frostnacht hat mir ausgesprochen gut gefallen. War der erste Krimi dieses Autors, den ich kennenlernen durfte - als HB genossen.
Mich faszinierte speziell die Beschreibung der Isländer und ihrer Mentalität.

Mir gefiel das Buch sosehr, dass ich mir nun in der Leihbücherei Kälteschlaf auslieh - ich hoffe, dass dieses HB genauso gut ist.

12.09.2013 20:14:15
Rokat

Ein weiterer Erlendur-Roman, und wie immer spannend, berührend, fesselnd und auch auf eine Art düster und kalt, wie sie für mich die Indridasson-Romane ausmachen. Wer nordische Krimis mag, wird auch diesen mögen. Wer aber auf Tempo, Action und "Dolce Vita" in Krimis steht, sollte wohl die Finger davon lassen.

17.12.2012 16:49:35
tedesca

Teil 7 der Erlendur-Reihe hat mich besonders berührt. Es geht um den Mord an einem kleinen Buben, das Motiv ist und bleibt bis zum Schluss rätselhaft. Und ist letztendlich so bezeichnend für die Zeit, in der wir leben. Eine wirklich traurige (und auch spannende) Geschichte, die überall und jederzeit passieren könnte. Einmal mehr wunderbar gelesen von Frank Glaubrecht.

11.08.2011 20:13:43
mylo

Wieder ein durchaus lesenswerter Island-Krimi mit der mir inzwischen ans Herz gewachsenen Figur des Erlendur.
Es mag nicht das stärkste Buch der Reihe sein aber sprachlich, von der Geschichte, den Personen und die Beleuchtung der sozialen Ängste im Zusammenhang mit fremden ein Buch was sich aus Masse heraushebt, spannend und unterhaltend wie erwartet.
80 Punkte und Lust auf mehr

13.01.2011 21:52:53
hallgrimsson

"Frostnacht" war der erster Erlendur-Krimi den ich gelesen habe und ich bin total begeistert... und irgendwie richtig traurig, dass ich jetzt keinen Lesestoff mehr habe
(lese fast ausschließlich Skandinavien-Krimis, weil ich die einfach liebe). Also muss der nächste Erlendur-Fall her!

Zurück nochmals zur "Frostnacht": Atmosphärisch ist das ein Glanzstück, nicht zu toppen! (bin im Besonden Wallander-Fan, aber selbst dem steht Erlendur in nichts nach). Begeistert hat mich die raue nordische Landschaft mit ihrer eisigen Kälte unter Einfluss beißender Nordwinde sowie ein unglaublich sympathischer und melancholischer Kommissar Erlendur mit seinem traumatischen Kindheitserlebnis. Auch der Fall an sich ist an Tragik kaum zu überbieten, obwohl er sich phasenweise etwas in die Länge gezogen hat, so dass ich manchmal nicht wusste, wie lange der Mord nun zurückliegt. Alles in allem aber super spannend, entsetzlich tragisch und ganz oben drein die verzweifelte Suche Erlendurs nach dem Sinn des Seins
-> ein Krimi ganz nach meinem Geschmack! 90/100°

12.11.2010 21:35:30
TinT79

Grandios, anders kann ich es nicht beschreiben. Frostnacht ist für mich bis jetzt der beste Erlendur. In seinem siebenten Fall für den Kommissar der Kripo Reykjavik zeigt Arnaldur Indridason das er den „CWA Gold Dagger“, den „Nordic Crime Novel´s Award“ und den „Prix Mytere de la Critique“ nicht durch Zufall erhalten hat. Bei diesem Krimi überkommt einem das Gefühl selbst zu ermitteln.
Als ein kleiner asiatischer Junge erstochen und an seinem eigenen Blut festgefroren vor einem Wohnblock aufgefunden wird lenken nicht wenige ihre Gedanken hin zu einem fremdenfeindlichen Hintergrund. Als der große Bruder des Opfers am selben Tag spurlos verschwindet keimt ein unfassbarer Gedanke in den Ermittlern auf.
Packend, spannend und undurchschaubar bis zum Schluss.

18.10.2010 15:12:45
detno

Das Hörbuch "Frostnacht", hervorragend von Frank Glaubrecht vorgetragen, reicht von der Klasse her nicht an die Vorgänger wie "Todesrosen", "Engelsstimme" oder "Nordermoor" heran.

Zähflüssig und zum Teil langatmig ziehen sich die polizeilichen Ermittlungen durch die nordische Kälte hin. Auch die Auflösung des Falls ist ziemlich holterdipolter, zumal man mit so einem Ende rechnen musste.

Andererseits ist die sozialkritische Auseinandersetzung mit dem Alltagsleben in Island großartig gelungen. Die Angst der Isländer vor der Überfremdung zeigt deutliche Parallelen zu der augenblicklichen Multikulti-Diskussion in Deutschland.

Schwächen im Krimiteil werden von den gesellschaftlichen Problemen und deren Beschreibung aufgefangen.

83° spendiere ich da schon.

31.08.2010 14:39:24
manni

Ich habe die ganze Erlendur Serie mit Wonne gelesen. Einfach toll! Der Autor
nimmt den Leser mit nach Island und man taucht ganz schnell in die traurige Welt des Protagonisten ein und ist mittendrin und leidet förmlich mit. Was mir besonders gefällt , Indridason schreibt unaufdringlich,
entspannt, er biedert sich dem Leser nicht an, keine Effekthascherei. Ich bleibe weiter am Ball und freue mich schon auf "Kälteschlaf" .

22.01.2010 23:53:00
Lesemaus

Ich bin wie immer gefangen von der Schreibweise von Indriðason. "Frostnacht" gefällt mir sehr gut. Konnte es schlecht aus der Hand legen.

Und trotzdem verstehe ich die Einwände einiger meiner Vorredner!

Besonders gefallen hat mir, auch mal von den anderen beiden mehr zu erfahren!

Ich freu mich aufjeden Fall schon auf den nächsten Indriðason.

30.11.2008 13:10:46
Kasia

Arnaldur Indridadson zählt zu meinen Lieblingsschriftstellern. Nachdem ich aber schon einiges von ihm gelesen habe, kann ich guten Gewissens sagen, dass "Frostnacht", trotz einer guten Geschichte nicht zu seinen "Wunderwerken" zählt. Habe micht schon mehr von einem Buch in den Bann gezogen gefühlt, als bei der "Frostnacht". Die Geschichte ist interessant, die Hauptpersonen ebenfalls. Der Erzählstil ist ausführlich und melancholisch - typisch für Indridatson.
Bis zum Ende blieb es spannend, wer der Mörder des Kindes sein könnte. Es gab einige Verdächtige, aber am Ende kam es doch anders...
70% von mir.

18.04.2008 20:59:13
heinrich

Innenansichten eines verschneiten Kleinstaates.

Der Tod eines Schülers tangiert auch die Vergangenheit der Ermittler Erlendur und Sigurður Óli. Während Erlendur sich -wie üblich- vergeblich mit dem Verlust seines Bruders auseinandersetzt, wird Sigurður Óli bei den Nachforschungen mit seiner unrühmlichen Schulzeit konfrontiert…

Wenn er im Vorgängerroman „Kältezone“ über den DDR-Sozialiosmus schreibt, wird Arnaldur jetzt realpolitisch. Das gespannte Verhältnis der Isländer zu den Zuwanderern wird während der ganzen Geschichte von den Ermittlern thematisiert, obwohl sich die Befragten meist tolerant oder zumindest gewaltfrei geben. Aber die Gletscherspalte zwischen Ausländern und Isländern ist manifestiert – im Alltag bleibt jede Gruppe für sich. Um die Hintergründe zu erfassen, muss man wissen, dass die Isländer mehr als andere Völker über die Reinhaltung ihrer Sprache und Kultur wachen. Wie schwer es für Ausländer ist, Zugang zum gesellschaftlichen Leben des fremden Landes zu finden, wird sehr deutlich gemacht. Das der Autor nicht jeden Problemansatz bis zum Ende "verwurstet", empfinde ich als besonders positiv.
Alles im Allen ist Frostnacht ein analytisches Drama, dass die Ansprüche der Leser an die Erlendur-Reihe voll erfüllt.

27.03.2008 00:48:33
Rolf.P

Seine geschickt erzählten und gut recherchierten Bücher bescheren dem Leser stets Abwechslung und gute Unterhaltung. Arnaldur Indridason bleibt seinem unverwechselbaren Stil auch in "Frostnacht" treu. Ohne große Umwege erzählt er sich durch die von Beginn an spannende Geschichte, die bis kurz vor Ende des Buches undurchsichtig bleibt.
Es ist sicher nicht das spannendste Buch von Indridason, aber langweilig ist es keinesfalls. Auch in diesem Buch erfährt man wieder viel über das Privatleben von Kommissar Erlendur. Gerade diese Schilderungen der Hintergründe und der Privatleben der Hauptfiguren von der Polizei Reykjaviks sind es doch, die die Krimis von Indridason aus der grauen Masse hervorheben.
"Frostnacht" ist ein gutes Buch, aber Indridason kann es doch viel besser.

09.03.2008 11:12:01
Kayleigh

Ich war ein wenig enttäuscht , vielleicht geht dem Autor langsam die Luft aus oder er sollte mal eine kreative Pause einlegen :) .. Die Geschichte um Erlendurs Bruder, seine Tochter /Sohn kennt man nun nach 6 Büchern zur Genüge und sie hilft leider auch nicht über einen schleichenden, lahmen Plot hinweg der in extremer Form Befragung an Befragung reiht, zudem noch so unspannende Befragungen, das man ungern weiterliest.
Die Kühle und Einsamkeit Islands kommt wieder gut rüber . sonst aber für mich diesmal nicht viel ..

29.02.2008 03:57:06
k'aran

Ich finde "Frostnacht" gut gelungen. Sicher, die sog. Krimihandlung ist nicht so spannend, wie die meisten der anderen Erlendur-Folgen. Doch nach meinem Empfinden findet die Spannung auf einer anderen Ebene statt - auch, wenn er sich tws. wiederholt (auch & grade bezügl. Erlendurs eigener Geschichte, die nach meinem Verständnis das "Wesenskernthema" dieser Figur/Reihe bildet) schafft Indridason es, auf eine ganz und gar ruhige Art und Weise, lakonisch und intensiv Spannung zu erzeugen. Ich empfinde seine Personenzeichnung sowie deren Umgang miteinander sehr berührend und überhaupt nicht "uninspiriert" oder "unambitioniert".

15.02.2008 00:25:40
Christian

Ich habe bisher alle in Deutschland erschienenen Romane von Arnaldur Indridason gelesen. Frostnacht ist mit Abstand der schlechteste! Es kommt mir so vor, als wollte der Autor unbedingt ein Buch schreiben, hatte aber keine Storry. Also nahm er sich eines Themas an, das in der Öffentlichkeit stark diskutiert wird - Ausländer in Island. Doch leider reicht die Überschrift nicht. Man muss schon was zu sagen haben. Und daran mangelt es in diesem Buch!

08.02.2008 22:16:15
jaki

Die Geschichte, da muss ich den Schreibenden zuvor recht geben, ist nicht gerade besonders spannend. Doch meines Erachtens sehr realitätsnahe. Die Story hat mich berührt (auch weil ich selber aus beruflicher Erfahrung betroffen bin). Es ist eine Geschichte, welche genauso passieren könnte, oder leider auch bereits geschehen ist.
Gut geschrieben allemal - freue mich auf das nächste Buch!

13.12.2007 13:59:07
KrimiTante

Super! Alle Chraktere prima ausfeilt und sehr realistisch dargestellt- bei solchen Krimis ist es immer schwer zu glauben, dass es diese Romanmenschen in Island gar nicht gibt. Die Story ist typisch skandinavisch zwischen vielen Polizei- Besprechungen und Ermittlungen (gerne auch mal in eine falsche Richtung um Spannung zu schaffen) immer wieder sehr spannend.
Das Thema regt zum Nachdenken an und beschreibt die Problematik realistisch.
Auch die Story rund um Erlendur ist immer wieder sehr interessant und nimmt nie ein Ende, was natürlich die Neugier auf den nächsten Roman erheblich erhöht!

01.09.2007 22:58:20
Arndt Bach

Streckenweise sehr langatmig und ein wenig enttäuschend - die anderen Werke mit Erlendur sind deutlich besser! Das Ende kommt viel zu abrupt und ist viel zu kurz geraten!

07.08.2007 20:15:04
Mario

Habe bisher nahezu alle Bücher von Indridason gelesen, und denke das dieses Buch zu seinen besten gehört!!Ich kann die Geschichte um die thailändische Einwanderin gut nachempfinden und finde ihr Schicksal alles andere als an den Haaren herbeigezogen. Das bei diesem Autor nicht irgendwelche künstlichen aufgesetzten Krimihandlungen im Vordergrund stehen (außer bei Menschensöhne) sondern die Menschen, müsste man eigentlich wissen. Korrigiere Hr. Kürten :-) 90%

05.08.2007 10:35:05
Falcon

Als begeisterter Fan von Kommissar Erlendur erwartet man jeweils mit Spannung die neusten Ermittlungen von Erlendur und seinem Team.
In „Frostnacht“ erschüttert der Tod des Migrantenkindes Elias ganz Reykjavik. Zudem ist Elias Bruder verschwunden. Parallelen öffnen sich zu Erlendurs Vergangenheit. Tief im Innern verborgene Gefühle zum Tod seines Bruders kommen hoch. So kämpft er mit sich selbst und den sich schleppend dahin ziehenden Ermittlungen. War der Mord rassistisch motiviert, wer steckt dann dahinter? Erst ein Zufall führt das Team zum wahren Täter.

Kaum je hat man Erlendur so emotional erlebt. Nicht nur der Fall, sondern auch seine Tochter, lässt für einmal seine harte Schale aufspringen.
Das Trauma um seinen Bruder rückt nochmals ins Zentrum des Geschehens. Schade nur, dass man darüber kaum mehr erfährt, als das was bisher bekannt war.
Dies und die vielen Passagen mit Wiederholungen und Einführungen für Neuleser sind sicherlich die Schwachpunkte des Buches.
Stark ist jedoch das viele Figuren mehr Tiefe erhalten. Nicht nur Erlendur, sondern auch z.B. von Sigurdur Oli erfährt man neues aus ihrer Vergangenheit. So wachsen einem die Figuren noch mehr ans Herz und man ist schon wieder gespannt, was der nächste Fall bringt.

Alles andere als eine „frostige“ Angelegenheit.

18.07.2007 12:54:04
Martin

Zum Glück gibt es ja unterschiedliche Meinungen.
Ich fand den Roman Klasse!
Richtig Klasse!
Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen.
Die Meinung eines Rezensenten hat mich noch nie interessiert.

13.07.2007 14:31:51
Haraldur

Leider habe der Rezensent und alle Vorredner Recht. Es ist der schlechteste bisher auf deutsch erschinene Erlendur-Krimi. Langweilig, uninspiriert und einfach überflüssig. Ich hatte mich seit Kältezone 18 Monate lang auf dieses Buch gefreut und bin nun enttäuscht.

12.07.2007 17:59:10
edru

Schade, aber leider der langweiligste aller bisher erschienene Erlendur-Romane. Selten fesselnd, irgendwie unambitioniert heruntererzählt. Auch nicht wirklich gesellschaftskritisch.

07.07.2007 18:39:14
Erik

Ich stimme dem Rezenszent voll und ganz zu. Dieses Buch hat mich nie wirklich gefesselt. Und teilweise wurde mir langweilig. Ich vermisse zunehmend bei Indriðason, dass er manchmal zu vergessen scheint, dass er einen Krimi schreibt. Zu sehr stehen die Gesellschaft und derer Probleme im Mittelpunkt. 60%