Das Haus mit der grünen Tür

Erschienen: Januar 1990

Bibliographische Angaben

  • Oslo: Gyldendal, 1977, Titel: 'Bukken til havresekken', Seiten: 172, Originalsprache
  • Kiel: Butt, 1990, Seiten: 180, Übersetzt: Kerstin Hartmann
  • München: Goldmann, 1993, Seiten: 250
  • München: Goldmann, 2001, Seiten: 254
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2015, Seiten: 180

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Jörg Kijanski
Das meint Krimi-Couch.de:

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mai 2003

Privatdetektiv Varg Veum wird von dem Anwalt William Moberg gebeten, seine Frau Margrete zu beschatten, da er vermutet, dass diese ihn betrügt. Trotz desolater Kassenlage lehnt Veum den Auftrag aus grundsätzlichen Erwägungen ab, um ihn kurz darauf dann doch anzunehmen. Überraschend steht nämlich kurz nach dem Gespräch mit Moberg der vermeintliche Bruder von Margrete in Veums Büro und erzählt diesem, dass beide aus einer der führenden Fischerfamilien Alesunds stammen. Vor Jahren hat Margrete die Familie verlassen und da ihr Vater im Sterben liegt, gilt es nun unter anderem den bevorstehenden Nachlass zu regeln. Daher möchte er über den Lebenswandel seiner Schwester informiert werden.

Veum beschattet Margrete einige Tage und stellt dabei lediglich fest, dass sie womöglich einen Geliebten namens Stein Wang besucht. Als Veum eines morgens zu Margretes Wohnung fährt, um deren Beobachtung wieder aufzunehmen, stößt er stattdessen auf ein umfangreiches Polizeiaufgebot, angeführt von seinem "Freund" Dankert Muus. Margrete Moberg wurde umgebracht, in ihrem Arm finden sich mehrere Injektionsmerkmale. Und damit fängt der Ärger für Veum richtig an: Margrete ist tot, ihr Bruder entpuppt sich als "Fälschung", der vermeintliche Geliebte Wang ist ein unauffindbares Phantom und Moberg streitet gegenüber der Polizei ab, Veum mit Nachforschungen beauftragt zu haben, womit dessen Aussage nicht gerade glaubwürdiger wird.

Eine der wenigen Spuren, denen Veum nachgehen kann, führen ihn zu dem titelgebenden "Haus mit der grünen Tür". Nach außen eine Vermittlungsagentur für Babysitter und ähnliches, in Wirklichkeit aber ein professionell geführtes Bordell. Der Chef ist ein ehemaliger Drogendealer, den Anwalt Moberg einst vor Gericht vertreten hat...

Es sind unter anderem die Dialoge zwischen Dankert Muus und Varg Veum, die dieses Buch so kurzweilig gestalten. Veum, auf die Frage, warum er den Auftrag von Anwalt Moberg, seine Frau zu beschatten, nicht annahm:

"Es war eine Scheidungssache. So was nehm ich nicht an."
"Dazu bist du zu fein?"
"Ich versuche, die Grenzen der Privatsphäre zu achten."
Muus sah zu Andersen hinüber: "Hast du das gehört, Andersen? Wie niedlich! Sag mal, du trägst nicht zufällig rosa Unterwäsche, Süßer?"
"Nein. Wir haben also nichts gemeinsam, Muus. Nicht mal das."

Veum arbeitete jahrelang im Jugendamt, wo er unter anderem versuchte drogenabhängigen Jugendlichen wieder auf die Beine zu helfen. So entstanden Kontakte zur Kriminalpolizei, doch als wenig später ihm ein Dealer in den Weg kommt, quittiert er kurzerhand den Dienst und arbeitet seitdem als Privatdetektiv in der norwegischen Stadt Bergen. Die Auftragslage ist ebenso wie seine finanzielle Situation katastrophal, die Rechnungen stapeln sich und dennoch hat Veum seine Grundsätze, so zum Beispiel keine Scheidungsfälle zu übernehmen. Das er kurz darauf dann den Fall, gleichwohl unter anderen Vorzeichen, doch übernimmt, lässt erahnen, dass er auf bestem Wege ist, blindlings in eine Falle zu laufen. Diese ist zunächst weit sorgfältiger gestellt als es den Anschein hat, aber Veum wäre nicht Veum, wenn er nicht hartnäckig an der Aufklärung des Falles arbeiten würde und so wird letztendlich der Bock zum Gärtner gemacht, wie der Leser am Ende des Buches erfahren darf.

Der Plot und seine Auflösung sind nicht zwingend als originell zu bezeichnen, dafür kommt einem das Ganze zu bekannt vor. Vieles dreht sich letztendlich um die Frage, wer mit wem welches Verhältnis hatte bzw. noch hat, und hier wirkt dann das ein oder andere vielleicht ein Stück weit übertrieben. Dennoch entwickelt man recht bald eine große Sympathie mit Veum, der eben nicht nur "seinen Fall" zu lösen hat, sondern sich ferner gegenüber der Polizei erklären muss. Dies macht er in klassischer Tradition des "Privat-Eye", dessen Bruder Philip Marlowe sein könnte. Die mitunter zum Schmunzeln veranlassenden Dialoge helfen über die durchschnittliche Story hinweg und so kann man den Roman unterm Strich durchaus für einen verregneten Nachmittag empfehlen. Der aktuelle Varg-Veum-Roman "Von Angesicht zu Angesicht" zeigt erfreulicherweise, dass sich der Autor in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt hat, ohne dabei seinen Hauptprotagonisten neu zu erfinden.

Das Haus mit der grünen Tür

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Letzte Kommentare:
06.08.2009 20:16:59
Koivu

Gunnar Staalesen hat es geschafft eine einzigartige Figur im Krimi-Genre zu schaffen - und das direkt mit dem ersten Buch. Varg Veum ist wahrscheinlich genau so, wie man sich einen typischen Norweger vorstellt: groß, kräftig und rau. Die Art, mit der er seinen ersten Fall angeht, imponiert. Er lässt sich von nichts und niemandem beirren, vorallem nicht vom Spott mancher Polizisten, die ihn für den schlechtesten Privatdetektiv aller Zeiten halten. Und so kann es auch schon mal zu einer handfesten Auseinandersetzung kommen.
Die Story in Staalesens erstem Veum-Roman ist dagegen nichts besonderes. Dennoch ist man nach dem Lesen sicherlich gespannt, wie es mit dem Typen Varg Veum und seinem Erfolg bei Verbrechen (und bei den Frauen) weitergeht.

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