Durst

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Ullstein, 2017, Seiten: 688, Übersetzt: Günther Frauenlob

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Andreas Kurth
Dritte Zähne der ganz besonderen Art

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2017

Online-Dating ist denkbar einfach - und überaus hip. Und so nutzen auch in Oslo Männer und Frauen aus verschiedenen sozialen Schichten die Dating-App Tinder. Als nach einem Tinder-Rendevous eine junge Frau in ihrer Wohnung brutal getötet wird, steht die Polizei allerdings vor einem Rätsel. Es gibt keine Einbruchsspuren - kannte sie ihren Mörder? Die ersten Ermittlungsergebnisse verwirren die Osloer Polizisten. Offenbar war ein Eisengebiss die Tatwaffe - und dem Opfer fehlt ein halber Liter Blut. Dem neuen Polizeipräsidenten Mikael Bellman wird der Fall schnell zu heiß, er will Harry Hole als Ermittler dabei haben. Der ist nach wie vor Dozent an der Polizeihochschule, wo sich auch sein Stiefsohn Oleg auf seine Laufbahn vorbereitet. Harry will das seiner Frau Rakel gegebene Versprechen, nie mehr als Ermittler zu arbeiten, nicht brechen, aber Bellman erpresst ihn. Er droht, Olegs Drogen-Vergangenheit offen zu legen - der müsste die Hochschule sofort verlassen. Harry gibt nach, und als eine weitere Leiche mit dem gleichen Tatmuster gefunden wird, ist klar, dass es um einen Serientäter geht. Und Harry glaubt auch zu wissen, um wen es sich handelt.

Jo Nesbø macht seine Ermittler zu echten Statistik-Freaks

Jo Nesbø hat seinen Protagonisten drei Jahre Pause gegönnt. Harry Hole ist zufrieden mit seinem Job als Dozent an der Polizeihochschule, wo ihm die Studenten an den Lippen hängen - darunter sein Stiefsohn Oleg. Es bedarf also einer kleinen Erpressung durch Erzfeind Mikael Bellman, um Harry wieder ins Team zu holen. Ich halte diesen dramaturgischen Kniff für glaubwürdig, denn Harry Hole hat schon in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, wie wichtig ihm seine kleine Familie ist. Und als er dann sicher ist, dass die Spur zu einem lange gesuchten Sexualstraftäter führt, nimmt der Roman so richtig Fahrt auf.

Der Autor macht seine Ermittler übrigens zu echten Statistik-Freaks. In früheren Romanen ist mir das entweder nicht so aufgefallen, oder es ist ein neues Element. Jedenfalls zitieren Harry und seine Kollegen unentwegt irgendwelche FBI- und sonstigen Statistiken, womit sie ihre Schlussfolgerungen untermauern oder begründen. Vermutlich gehört das zur modernen Polizeiarbeit, ebenso wie Handy-Ortung und Recherchen im Internet. Da passt es gut, hier auch die Tinder-Dating-App als Element zu verwenden, auch so ein moderner Schnick-Schnack. Aber das ist wohl der Lauf der Zeit.

Polizei holt Vampirismus-Forscher als Experten ins Team

Zusätzliche Spannung entsteht, weil der Killer seinen Modus operandi offenbar verändert hat. So sieht es jedenfalls aus. Nesbø sich ein archaisches Mordinstrument einfallen lassen. Ein Eisengebiss - da läuft es dem Leser schon mal kalt den Rücken runter, jedenfalls ist es mir so ergangen. Und um das Ganze auf die Spitze zu treiben, holt sich die Polizei einen Vampirismus-Forscher als Experten ins Team.

Im Zuge der Ermittlungen, die sich kompliziert und schwierig gestalten, kommt irgendwann die Vermutung auf, dass es zwei Täter gibt, oder der eigentliche Killer zumindest eine Art Unterstützer hat. Nesbø hat hier einen ziemlich verwickelten Plot vorgelegt, der immer wieder neue Überraschungen für Ermittler und Leser mit sich bringt.

Zwischenmenschliche Konflikte bringen mehr Würze in die Handlung

Der Autor gewährt dem Leser in diesem Roman viele Blicke in die Seelen seiner Protagonisten. Harry ist sehr selbst-reflexiv, Rakel philosophiert über das Leben, Katrine Bratt macht sich ebenfalls tiefschürfende Gedanken, und auch andere Protagonisten sind sehr nachdenklich. Neben der enormen Spannung, die aufgebaut wird, hat mir das gut gefallen. Es gibt so einige zwischenmenschliche Konflikte, die zusätzliche Würze in die Handlung bringen. Harry selbst ist und bleibt der knorrige Macho, der aber auch einen weichen Kern hat. Seine Verzweiflung über die Bösen dieser Welt und die Gefahr für seine Familie wirkt für mich nach wie vor authentisch. Und auch, wie er darüber mit seinem engeren Umfeld kommuniziert.

Nesbø thematisiert nebenbei so einige moralische Fragen und Beziehungsprobleme, aber immer im erträglichen Rahmen, ohne den Kriminalfall oder den Spannungsbogen dabei zu vernachlässigen. Harrys Begegnungen mit dem Killer und einige erfolglose Zugriffsversuche heizen das Ganze dann noch so richtig an.

Dominanz von Harry Hole macht die Glaubwürdigkeit der Reihe aus

Harry Holes Gegenspieler sind wie er selbst Typen mit Ecken und Kanten. Im Blickpunkt steht dabei immer wieder der skrupellose Karrierist Mikael Bellman. Er betrügt nach wie vor seine Ehefrau, und lässt - wenn es ihm opportun erscheint - auch gute Freunde und Weggefährten ins Messer laufen. Dazu gehört auch sein Kumpel aus Kindertagen. Truls Berntsen ist seit vielen Jahren in Ulla Bellmann verliebt - und jetzt will er Mikael für zahlreiche Kränkungen büßen lassen. Ulla versucht ihrerseits, sich gegen ihren Mann zu wehren, bringt aber letztlich nicht die Kraft dafür auf. Isabelle Skøyen, Bellmans Geliebte und wie er eine selbstsüchtige Karrieristin, spielt ebenfalls nur ihr eigenes Spiel. Katrine Bratt ist mittlerweile zur Ermittlungsleiterin der Kripo in Oslo aufgestiegen. Aber sie bleibt am Ende eine blasse Figur, von persönlichen Probleme und Befindlichkeiten gehandikapt. Harrys schöne Gemahlin Rakel Fauke wird ernsthaft krank, und es zeigt sich deutlich, dass sie der Fixpunkt in Harrys Leben ist. Insgesamt ein interessantes Personaltableau, zu dem auch noch Oleg Fauke gehört. Die Dominanz von Harry Hole mag manchen Leser stören, aber ich finde, genau das gehört zur Glaubwürdigkeit dieser Reihe dazu.

Geschickte Wendungen und Überraschungen des Meister-Erzählers

Das Warten auf den neuen Harry-Hole-Roman hat sich in meinen Augen wirklich gelohnt. Nach Koma folgten zunächst Der Sohn und die beiden Blood-on-snow-Romane. Speziell die beiden kürzeren Geschichten fanden beim Publikum ein eher geteiltes Echo, zu sehr wurden die neuen Werke mit dem guten alten Harry Hole verglichen. Vier Jahre nach Koma - im Roman sind drei Jahre seither vergangen - holt der Autor seinen Star von der Polizeiakademie zurück ins Ermittler-Leben. Und der gibt wieder Vollgas, und das unter erschwerten Bedingungen. Seine Frau wird schwer krank, Stiefsohn Oleg wendet sich zeitweise von ihm ab, und Traumata der Vergangenheit holen ihn ein - kein Wunder bei Holes Vorgeschichte.

Es ist schon bemerkenswert, wie Jo Nesbø dieser Figur immer noch neue Facetten geben kann. Aber auch das Umfeld wird weiter entwickelt. Und als Mordwaffe ein Eisengebiss - war für mich neu, gruselig und für die Geschichte gab das richtig Drive. Was mir bei Jo Nesbø immer wieder gefällt: er baut nicht lange am Setting rum, sondern es geht direkt zur Sache. Der Leser kann von Beginn an miträtseln, und nicht wenige dürften sich mit ihren Vermutungen heftig verspekulieren. Zu geschickt sind die Wendungen und Überraschungen des norwegischen Meisters. Und nach der Lektüre bleibt uns allen nur noch die mittlerweile ewig junge Frage: Wird es einen weiteren Band mit Harry Hole geben? Ich bin mir sicher, dass Jo Nesbø zu diesem exzentrischen Ermittler noch einiges einfallen wird.

Durst

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Letzte Kommentare:
03.10.2018 17:09:23
Ronny 47

Ich kann Elke 17 komplett zustimmen. Das vom Kritiker Denis Scheck bemängelte "geistige Ödland" und die Tristesse gehören zwingend zum skandinavischen Krimi, und auch andere Krimis spielen selten im philosophischen Oberseminar. Das Buch ist sehr spannend und macht - jedenfalls mir - Appetit auf Neues mit Harry Hole. 90°.

15.01.2018 14:37:23
elke17

In Oslo treibt ein besonders brutaler Serienkiller sein Unwesen. Er datet Frauen über Tinder, stalkt sie und bringt sie schließlich um. Die Polizei hat zwar Spuren, kann sie aber nicht erkenntnisgewinnend einsetzen, zudem mangelt es seit Harry Holes Ausscheiden aus dem Dienst an einem Spezialisten für Serientäter. Hole, obwohl mittlerweile als freischaffender Dozent an der Polizeihochschule tätig, wird mit einer astreinen Erpressung zurückgeholt. Man droht ihm, die Drogenvergangenheit seines Stiefsohns an Licht zu zerren, und damit dessen berufliche Zukunft zu gefährden. Harry schützt diejenigen, die er liebt, und so lässt er sich zähneknirschend auf diesen Handel ein. Die Jagd kann beginnen!

Seit „Koma“, dem zehnten Band der Harry Hole-Reihe des Autors Jo Nesbø, sind vier Jahre vergangen, und nun gibt es endlich wieder Nachschub. „Durst“, so der Titel des aktuellen Thrillers mit dem norwegischen Kultkommissar, muss allerdings von Seiten der Kritik einige harsche Schläge einstecken. Der von mir sehr geschätzte Denis Scheck nannte das Buch „geistiges Ödland von bemerkenswerter Tristesse“, wobei ich mich dieser Einschätzung allerdings nicht anschließen mag. Natürlich kann man argumentieren, dass die Beschreibungen der Mordszenarien durch einen Killer, der seine Opfer durch Aufreißen der Halsschlagader mit einem Eisengebiss tötet und sich deren Blut einverleibt, übermäßig brutal sind. Aber Nesbø schreibt keine Häkelkrimis, genau so wenig wie Splatter-/Horrorthriller, auch wenn manche Szenen in „Durst“ diese Assoziation durchaus zulassen. Für ihn, ebenso für mich als Leser, steht nicht der „Geil-auf-Gewalt-Stuss“ (lt. Scheck) im Fokus, sondern die Zerissenheit des Protagonisten, der von der Mörderjagd die Nase voll und seiner Frau auch das Versprechen gegeben hat, der Polizeiarbeit fernzubleiben. Weil die Ermittlungen ihn in seinem tiefsten Innern berühren, ihn verletzen. Nicht umsonst ist er Alkoholiker, meistens trocken. Hole giert nicht nach Anerkennung, er macht das, was er am besten kann, was seine Bestimmung ist, nämlich Mörder dingfest machen.

Der Plot ist stimmig, gut aufgebaut, die Dialoge kurz und lakonisch, wobei immer wieder der trockene Humor des Autors aufblitzt. Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, sind die Klischees, die Nesbø bei der Charakterisierung seiner Nebenfiguren verbrät. Eine penetrant schnüffelnde Reporterin und ein Vorgesetzter, der sein Mäntelchen nach jedem Windstoss neu ausrichtet, der seinem persönlichen Fortkommen dient, sind so neu ja nun auch wieder nicht.

Der Fortgang der Handlung ist durchgehend spannend, dafür sorgen schon jede Menge Finten und Cliffhanger. Und natürlich werden auch die persönlichen Beziehungen der Personen weiterentwickelt, was wahrscheinlich aber nur Leser entsprechend würdigen können, die Harry Hole über die Jahre begleitet haben.

07.01.2018 14:34:53
oberchaot

"Durst" ist Harrys elfter Fall. Das Buch beginnt wie gewohnt schon fulminant. Frauen werden auf bestialische Art ermordet, der Mörder hinterlässt seine Handschrift an seinen Opfern. Harry ist zwar nicht mehr im Polizeidienst tätig, doch er wird von seinem alten Chef Mikael Bellmann gezwungen, sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Dies natürlich nur, um selbst gut dazustehen. Und so sterben weitere Menschen, bis Harry erkennen muss, dass der Mörder kein Unbekannter ist.
Auch der elfte Fall ist durchs Band mitreissend. Ich finde es zum Teil ziemlich brutal, aber es wundert mich nicht, denn so sind die Bücher Nesbös nun mal. Zwischendurch entsteht mal eine kurze Atempause, in dieser es entspannt zu und her geht, aber man weiss, dass es noch einmal richtig zur Sache geht.
Von Vorteil ist es, wenn man Band 1 bis 10 auch gelesen hat, dann ist man richtig im Bilde und erkennt die Figuren aus früheren Büchern und dessen Geschichte. Zwingend ist das aber nicht, denn es wird immer recht gut erklärt.
Ich finde auch diesen Fall äusserst spannend und ich wurde nicht enttäuscht.

04.01.2018 11:34:10
liva

Mit diesem Krimi schickt uns der Autor in die nächste Runde mit dem Kommissar Harry Hole. Dieser ist schon eine Weile nicht mehr als Ermittler im Dezernat für Gewaltverbrechen tätig. Um etwas Abstand von der selbstzerstörerischen Routine eines Kriminalkommissars zu bekommen und sich mehr seiner Familie zuzuwenden, unterrichtet er zukünftige Polizisten an der Osloer Polizei Hochschule. Unter denen ist auch sein Stiefsohn Oleg, für den Harry stets ein Vorbild war. Und plötzlich fällt seine Frau Rachel aus unerklärlichen Gründen in ein Koma und katapultiert ihn selbst in einen Zustand der Verzweiflung.

Da kommt ihm der aktuelle Mordfall gerade recht. Der lässt den eingefleischten Ermittler die Füße nicht stillhalten. Denn selten in seiner Laufbahn hat es sich um ein so scheußliches Verbrechen gehandelt wie in diesem Fall. Eine junge Frau, die über das Dating Portal “Tinder“ einen Partner zu finden sucht, wird auf bestialische Weise ermordet. Nach ersten Untersuchungen findet man heraus, dass die Spuren am Hals der Toten auf eine Bissverletzung hindeuten. Diese wurde ihr mit einem Eisengebiss zugefügt und das Blut danach aufgefangen. Allem Anschein nach hat der Täter anschließend die Flüssigkeit mit Zitronensaft vermischt zu sich genommen.

Innerhalb kürzester Zeit kommt es zu weiteren Morden an Frauen. Die „Vampiristenmorde“, wie sie fortan genannt werden, halten die Osloer Kriminalpolizei in Atem. Ein inoffizielles Ermittlerteam wird gebildet. Zusammen mit dem neuen Polizeipsychologen, einem Mitglied der Spurensicherung und einem jungen Polizisten, dem Neuen im Dezernat, macht sich Harry Hole auf die Suche. Die Identität des Mörders scheint schnell geklärt, nur das Auffinden des bei allen bekannten Täters erfordert Zeit und Fingerspitzengefühl.

Jo Nesbø ist in seinen Beschreibungen des Schrecklichen keinesfalls zimperlich, lässt kein blutiges Detail aus. Dennoch konzentriert er sich in seiner Erzählung auf die umfangreiche Polizeiarbeit. Diese ist immer schlüssig und logisch und für den Leser absolut nachvollziehbar. Mit einer Spannung, die zu keiner Zeit nachlässt, führt er uns an der Hand durch jeden Ermittlungsschritt, ab und an gerne aber auch auf eine falsche Fährte. Mit kleinen Andeutungen und augenscheinlichen Zufällen schubst er uns in Richtungen, nur um uns bald wieder auf einen neuen Weg zu schleudern. Mit seinem Ermittler Harry Hole hat Jo Nesbø einen unangepassten, nicht immer sympathischen Protagonisten geschaffen, dessen Fehler und Unaufrichtigkeiten man ihm am Ende doch verzeihen kann; einen „Helden“ mit Schwächen aber gutem Herz.

Ein Krimi, nicht für zart besaitete Seelen, eine absolute Leseempfehlung aber für alle anderen!

https://buchlesetipp.blogger.de/

25.12.2017 12:27:55
Oldman

Nesbo hat seine unwiderstehliche Hauptfigur zum Glück literarisch wieder hervorgeholt. Seine letzten Bücher ohne Harry Hole habe ich gelesen, sie waren okay, nicht mehr nicht weniger. Aber dieser Hole Plot bringt nun wieder alles zutage, was diesen Autor auszeichnet. Auf ca. 600 Seiten erzählt er eine Krimistory, die alles für die Fans dieses Genres zu bieten hat. Es wird niemals langweilig, die Geschichte wird stringent zu Ende erzählt und man ist ständig mittendrin, um die falsche Fährten, die geschickt gelegt werden, aufzuspüren. Die Figuren sind stimmig, vor allem sicher die des Protagonisten, das Timing kann man wirklich nicht besser gestalten, und das Ende ist nicht nur spannend, sondern auch logisch. Das kriegen längst nicht alle so überzeugend hin. Kurz und gut, für mich einer der besten Krimis dieses Jahres, und das Gute ist, anhand der Schlußsequenz kann man mit Fug und Recht davon ausgehen, dass es nicht der letzte Band dieser Reihe sein wird. Harry Hole wird wohl noch einiges zu ermitteln und zu erleiden haben.

15.12.2017 22:40:36
alain

Was mich an der Harry Hole Serie gleichermassen fasziniert, wie regelmässig leicht schockiert ist, dass sich praktisch alle Bände sehr stark gleichen. Ich habe ständig Deja-vues. Es geht fast immer um einen Serienmörder, das Thema der Inszenierung ist sehr dominant sowie Eifersucht, Kindheitstraumata, Rache. Dasselbe Buch immer wieder neu geschrieben mit einer neuen Story drumherum. Durst gliedert sich sehr schön in diese Reihe ein, ich habe das Buch in wenigen Tagen verschlungen! Die unvorhersehbaren Wendungen sind eigentlich das, was ich am liebsten mag an Jo Nesbo. Sehr empfehlenswert!

12.12.2017 23:31:00
TochterAlice

Eine leichtsinnige Anwältin, dazu noch tot - das ist Elise, der wer trifft sich schon mit Online-Bekanntschaften zwecks Beziehungsaufbau, wenn er genau im dem Bereich bereits berufliche Erfahrungen gesammelt hat. Was sie, die im Bereich von Sexualstraftaten gearbeitet hat, ja wohl hinreichend getan hat! Doch das ist erst der Beginn, denn es folgt eine ganze Reihe von Serienmorden - die Leser dürfen gespannt sein!

Und Harry Hole wird mal zum Lösen des Falles rekrutiert- obwohl es ihm immer noch nicht richtig gut zu gehen scheint! Zumindest körperlich - seelisch strebt er ein stabiles, ruhiges Leben an der Seite von Rakel und Oleg an.

Ein neuer Nesbo der Hole-Reihe: mal wieder ausgesprochen spannend! Zumindest so etwa ab der Hälfte, denn zugegebenermaßen gestaltet sich der Start ein wenig schleppend. Aber als wahrer Harry-Hole-Fan verzeihe ich das seinem Autor Nesbo gern, zumal es diesmal ausführliche Einblicke ins - wie immer nicht undramatische - Privatleben des Protagonisten gibt. Nicht einer der besten, aber dennoch ein wahrer Harry Hole und die können nur gut sein!

07.12.2017 16:42:39
Darts

Ich hatte mich auf den neuen und elften Band gefreut. Harry is back. Leider bin ich nach Beendigung des Buches etwas enttäuscht.
Es begann schon mit der Schriftart, die ich nicht so angenehm zu lesen empfand.
Die Handlung begann gemütlich. Harry ist glücklich verheiratet, hat sein Polizistenleben an den Nagel gehängt und unterrichtet nun Polizeianwärter.
Als ein Mord mit vampiristischem Anzeichen passiert und ein Verdächtiger schnell ausgemacht wird, wird Harry Hole wieder rekrutiert. Denn Harry hat diesen Verbrecher bereits einmal verhaftet und kann sich am besten in ihn hineinversetzen. Harry bildet sein neues Team und arbeitet parallel zu dem Team um Katrin Bratt
Leider zieht sich die Handlung sehr hin. Es geschehen zwar noch einige Morde, alle mit vampiristischem Hintergrund. Und auch das Privatleben von Harry Hole läuft wieder aus der Bahn, denn Rakel wird ernsthaft krank.
Aber richtige Spannung findet erst im letzten Drittel statt.
Wie bereits oben geschrieben, war ich enttäuscht von der Handlung. Mir persönlich gefiel das Thema Vampirismus nicht, aber auch die Handlung war nicht sehr flüssig.
Vielleicht ist die Aera Harry Hole langsam beendet.

02.12.2017 23:10:54
wampy

Buchmeinung zu Jo Nesbo – Durst

„Durst“ ist ein Kriminalroman von Jo Nesbo, der 2017 in der Übersetzung von Günther Frauenlob bei Ullstein als Hardcover erschienen ist. Die norwegische Originalausgabe erschien 2017 unter dem Titel „Torst“. Dies ist der elfte Fall für Harry Hole.

Meine Meinung:
Dies ist mein zweiter Harry Hole und es hat mir Schwierigkeiten bereitet, das Buch zu Ende zu lesen. Der Einstieg fiel mir noch leicht und das Setting um den Täter, der seine weiblichen Opfer auf der Dating-Plattform Tinder findet, klang vielversprechend. Jo Nesbo ist ein erfahrener Autor, der sein Handwerk versteht und technisch saubere Romane schreibt. Dazu gehören viele Perspektivwechsel und fast zu jedem Kapitelende ein Cliffhanger. Und doch fand ich keinen richtigen Zugang zu den Figuren. Sie sind durch die Bank überzogen dargestellt und Harry Hole ist lange Zeit der normalste Mensch in diesem Buch. Weder zu ihm noch zu einer anderen Figur fand ich Zugang. Alle Figuren wirken klinisch steril und gekünstelt. Spannung kommt nur in kleinen Dosen auf und wird durch mehrere Nebenhandlungen immer wieder unterbrochen. Auch der Figurenzeichnung fehlt die Tiefe. Vieles wirkt stereotyp und nicht ausgegoren. Als ich glaubte, dass der Fall gelöst wäre und das Ende erreicht sei, gab es einen Twist und das Buch zog sich weiter hin. Beim nächsten Showdown war es dann besser und das Buch zu Ende. Dort zeigte sich, dass der Autor weitaus mehr kann, als er sonst gezeigt hat. Was mir vom Buch in Erinnerung bleiben wird, ist die Affenfalle. Das sagt schon viel.

Fazit:
Ich hatte viel erwartet und wurde sehr enttäuscht. Sowohl Handlung als auch Figurenzeichnung wurden dem großen Ruf des Autors nicht gerecht. Nur an wenigen Stellen schimmerte das Talent des Autors durch. So kann ich nur zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) vergeben.

02.12.2017 23:09:23
wampy

Buchmeinung zu Jo Nesbo – Durst

„Durst“ ist ein Kriminalroman von Jo Nesbo, der 2017 in der Übersetzung von Günther Frauenlob bei Ullstein als Hardcover erschienen ist. Die norwegische Originalausgabe erschien 2017 unter dem Titel „Torst“. Dies ist der elfte Fall für Harry Hole.

Meine Meinung:
Dies ist mein zweiter Harry Hole und es hat mir Schwierigkeiten bereitet, das Buch zu Ende zu lesen. Der Einstieg fiel mir noch leicht und das Setting um den Täter, der seine weiblichen Opfer auf der Dating-Plattform Tinder findet, klang vielversprechend. Jo Nesbo ist ein erfahrener Autor, der sein Handwerk versteht und technisch saubere Romane schreibt. Dazu gehören viele Perspektivwechsel und fast zu jedem Kapitelende ein Cliffhanger. Und doch fand ich keinen richtigen Zugang zu den Figuren. Sie sind durch die Bank überzogen dargestellt und Harry Hole ist lange Zeit der normalste Mensch in diesem Buch. Weder zu ihm noch zu einer anderen Figur fand ich Zugang. Alle Figuren wirken klinisch steril und gekünstelt. Spannung kommt nur in kleinen Dosen auf und wird durch mehrere Nebenhandlungen immer wieder unterbrochen. Auch der Figurenzeichnung fehlt die Tiefe. Vieles wirkt stereotyp und nicht ausgegoren. Als ich glaubte, dass der Fall gelöst wäre und das Ende erreicht sei, gab es einen Twist und das Buch zog sich weiter hin. Beim nächsten Showdown war es dann besser und das Buch zu Ende. Dort zeigte sich, dass der Autor weitaus mehr kann, als er sonst gezeigt hat. Was mir vom Buch in Erinnerung bleiben wird, ist die Affenfalle. Das sagt schon viel.

Fazit:
Ich hatte viel erwartet und wurde sehr enttäuscht. Sowohl Handlung als auch Figurenzeichnung wurden dem großen Ruf des Autors nicht gerecht. Nur an wenigen Stellen schimmerte das Talent des Autors durch. So kann ich nur zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) vergeben.

12.11.2017 16:47:44
c-bird

Es beginnt mit einem Tinder-Date. Ein Serienmörder findet so seine Opfer, tötet sie und trinkt ihr Blut. Die Osloer Polizei steht vor einem Rätsel und Polizeipräsident Mikael Bellman unter Druck Kommissar Harry Hole ist mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgestiegen und unterrichtet an der Polizeihochschule, wo er ein viel ruhigeres Leben führt. Doch der Vampiristen-Fall zwingt ihn wieder mit in die Ermittlungen einzusteigen. Denn eine junge Frau aus Harry Bekanntenkreis verschwindet und auch der Täter ist kein Unbekannter…

Es ist schon der elfte Fall mit Harry Hole. Und obwohl ich die Vorgänger einfach nur total spannend und super fand, hat Jo Nesbø es doch geschafft auch noch diese zu toppen. Meiner Meinung nach ist es schon empfehlenswert die Reihe in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, damit man gerade das Privatleben Harrys besser verfolgen kann. Der Fall selbst ist jedoch in sich geschlossen, es ist also nicht zwingend notwendig, die Vorgängerbände zu kennen.

Harry ist ein anderer geworden und mir noch sympathischer als bisher. Er ist ruhiger und hat auch dem Alkohol abgeschworen. Mit seiner Frau Rakel und dem Unterricht an der Polizeihochschule führt er ein zufriedenes Leben. Selbst mit dem Stiefsohn Oleg kommt er gut aus.
Das Thema mit dem Tinder-Dating fand ich sehr aktuell und klug ausgewählt. Eine Dating-App ist doch das Praktischste was es geben kann, besonders wenn man eh den ganzen Tag auf sein Smartphone starrt. Oder etwa nicht?

Spannung wird wie immer in den Büchern von Jo Nesbø groß geschrieben. Schnell ist man in der Geschichte drin und wie gefesselt. Der Erzählstil ist einfach brillant und das Buch bleibt von der ersten bis zur letzten Seite hochgradig spannend. Auch die Auswahl des Titels war sehr gelungen.

Für mich war es das Lesehighlight 2017, mehr Spannung geht nicht. Ich kann das Buch einfach nur jedem weiterempfehlen.

03.11.2017 16:24:38
BELSL

Über den Inhalt ist ja genug geschrieben worden, deshalb fasse ich mich kurz.
Weil ich Jo Nesbo und seinen Harry Hole sehr mag habe ich mir ganz ausnahmsweise die gebundene Ausgabe gekauft. Aber das Buch überzeugt mich nicht wirklich.
Harry ist gewissermaßen geläutert, er trinkt nicht mehr und bis auf seinen letzten Taschenspielertrick hält er sich im großen und ganzen an die Ordnung.
Aber vielleicht wirkt er gerade dadurch etwas blaß?
Nebenfiguren sind interessanter und facettenreicher beschrieben, finde ich.
Ichgebe einem der Vorschreiber hier recht: der Teil fällt gegenüber dem Teil 1 ab, ich wunderte mich über mich selber, dass ich das Buch stellenweise langweilig fand, es gibt viele Wiederholungen.

Ich bereue es nicht das Buch gekauft und gelesen zu haben, aber ich finde es auch nicht sehr originell und brillant.

30.10.2017 09:40:51
anyways

In der heutigen Zeit ist immer weniger Zeit für Liebe und Partnerschaft, da kommen solche Online- Dating-Portale wie „Tinder“ dem modernen Single doch ganz recht. Kann man sich doch da, scheinbar problemlos verabreden, um so die ein oder andere Nacht nicht allein verbringen zu müssen. Diese Einstellung wird der jungen Elise, Anwältin für Vergewaltigungsopfer, zum Verhängnis, denn nach so einem Treffen wird ihr in ihrer eigenen Wohnung aufgelauert. Dabei hat sie sämtliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Ein äußerst grausamer Tod, den die Ermittlergruppe um Katrine Bratt dort zu lösen hat. Denn das Tatwerkzeug ist ein Eisengebiss.
Kurz nach dem ersten Mordfall sucht der arrogante Polizeipräsident , Mikael Bellman, Harry Hole an der Hochschule auf. Dort ist Harry seit drei Jahren Dozent. Da dieser Fall, der intern schon als Vampiristenfall betitelt wird, Mikaels politischen Ambitionen in die Quere kommen könnte, braucht er den erfahrenen Ermittler. Harry denkt jedoch gar nicht daran zurückzukehren, denn seit drei Jahren ist er glücklich und zufrieden. Er lebt wieder mit Rakel zusammen, sie sind sogar verheiratet, dem Alkohol hat er auch abgeschworen, naja und die humaneren Dienstzeiten sind auch nicht zu verachten. Doch Mikael erpresst ihn mit Olegs Vergangenheit. Zähneknirschend gibt Harry nach, da er die Zukunft seines Stiefsohns auf keinen Fall gefährden will.

Nach dem Vorgängerband „Koma“ hatte ich die traurige Befürchtung, dass Nesbo seinen Protagonisten im selbigen lässt. Doch Harry steht wieder auf und bringt sogar sein Leben in den Griff. Wie genau da lässt mich der Autor finde ich ganz schön im Unklaren. Nur häppchenweise wird die Vergangenheit aufgearbeitet. Dafür wird der Figur des Harry Hole neues Leben eingehaucht. Er ist erwachsener und wesentlich stabiler in seinem jetzigen Leben, seiner Genialität in der Verbrechensbekämpfung hat er zum Glück nicht verloren. Diese exzessive Arbeitsweise hat ihn jedoch schon früher an den Abgrund und darüber hinaus getragen. Ist deshalb ein Absturz aus seiner „heilen“ Welt schon vorprogrammiert?
Ich bin ein riesen Fan des Autors und seiner Reihe um Harry Hole. Jedes Mal schafft es Nesbo, das ich förmlich an den Seiten klebe und das, obwohl sich die Figur des Hole doch seit dem letzten Buch stark gewandelt hat. Diesmal punktet der Autor mit außergewöhnlichen Morden, Tötungswerkzeugen und einem Täter, nach dem man als Leser lange suchen muss. Dazu die gekonnt eingesetzten Spannungsbögen, alte Bekannte, neue Widersacher und der gezielt eingesetzten Gesellschaftskritik machen auch aus dem elften Teil einen grandiosen Thriller, der etwas ruhiger als seine Vorgänger daher kommt.

27.10.2017 16:03:05
Ilmo

Diesen neuen Roman um den nun als Dozenten tätigen ehemaligen Ermittler Harry Hole mochte man kaum aus der Hand legen. Voller Spannung entwickelt sich der Fall um den "Vampiristen", dessen Name bald ermittelt wird. Da es sich um einen ehemaligen "Kunden" Harry Holes handelt, wird dieser zu den Ermittlungen hinzugezogen und erhält ein kleines eigenes Team.
Dass es nicht nur darum gehen wird, den schon bekannten vermeintlichen Täter zu fassen, kann man schon bald vermuten. Doch Nesbö legt so viele Fährten aus, dass ich einige Male auf der falschen landete, aber genau so soll es ja sein, das bringt für mich die eigentliche Spannung.
So hatte ich den Täter schon einmal sehr früh im Verdacht, beteiligt zu sein, kam aber dann, durch den Fortgang des Geschehens wieder von ihm ab.
Ich bin begeistert. Der Schluss lässt auf eine Fortsetzung der Reihe hoffen.

17.10.2017 16:59:03
Georg Altvater

Ich habe mich gefreut, dass Harry Hole zurück ist. Den ersten Teil des Buches fand ich dann auch sehr gut, gegen Ende wurde es etwas schwächer und die ganzen Verquickungen wirkten für mich ein bisserl konstruiert - vielleicht muss das aber in einem Krimi so sein.
Jetzt können wir auf den nächsten Band hoffen, in dem Harry Vater wird (wird es geheim gehalten?) und ein neues Polizisten-Duo scheint mit Wyller und Oleg im Aufbau. Ob dann der steinalte Verlobte tatsächlich alles durchmischt?

15.10.2017 18:43:00
Nijura

Die Jagd nach dem Vampiristen

Zum Inhalt:
In Band 11 trifft Harry Hole auf einen alten, ihm bekannten Serienmörder: Valentin. Er ist der einzige Täter in Harrys Karriere, den er nicht fassen konnte. Obwohl Harry inzwischen als Dozent an der Polizeihochschule in Oslo unterrichtet, lässt er sich von Mikael Bellmann dazu überreden, den Fall zu übernehmen: Valentin findet seine Opfer über die Dating-App Tinder und wenn er ihrer habhaft wird, trinkt er deren Blut und tötet sie. Harry und seine Kollegin Katrine Bratt setzen alles daran Valentin, der nun von allen der Vampirist genannt wird, zu fassen. Außerdem scheint Valentin einen Komplizen zu haben, der im Hintergrund agiert.
Und natürlich hören Serienkiller nicht mit dem Morden auf und so bleibt Harry und seinem Team nicht viel Zeit um den Vampiristen zu fassen.

Gleichzeitig sorgt sich Harry um seine Frau Rakel, sie wird plötzlich sehr krank und wird deshalb in ein künstliches Koma versetzt. Harry verspricht seinem Stiefsohn Oleg, bei ihr zu bleiben, bis es ihr wieder besser geht.
Als der Serienmörder wieder zuschlägt, muss Harry sich entscheiden ob er sein Versprechen hält oder dem Morden ein Ende setzen will.

Meine Meinung:
Jo Nesbø hat zu seiner alten Form zurückgefunden. Koma habe ich allerdings noch nicht gelesen (werde ich aber demnächst nachholen), aber „Die Larve“ konnte mich nicht so ganz überzeugen.

Die Jagd nach dem „Vampiristen“ ist sehr abwechslungsreich und extrem spannend, der Titel „Durst“ passt perfekt zu dem Thriller.

Als Leserin machte ich mir natürlich darüber Sorgen, was mit Rakel wird. Harry ist wie immer ein sympathisches Raubein und Oleg hat die Kurve gekriegt und ist anständig geworden. Katrine Bratt ist schwanger und gerät in den Fokus des Killers. Mikael Bellmann und Isabelle Skøyen verfolgen wie immer ihre eigenen Interessen, was sie nicht gerade sympathisch macht, Truls Berntsen fand ich bisher recht undurchsichtig, das wird in diesem Teil anders werden, mehr verrate ich nicht. Durch die vielen verschiedenen Personen, die alle sehr vielschichtig sind, bekommt der Thriller noch mehr Komplexität.

Ich war lange am Rätseln wer der zweite Killer ist, Jo Nesbø versteht es gut, falsche Fährten zu legen, so dass ich diverse Personen im Verdacht hatte.
Der Schluss war dann noch mal richtig nervenaufreibend bis zum fulminalen Ende.

Fazit: Wieder ein echter Nesbø, sehr unterhaltsam und extrem spannend! Absolute Leseempfehlung!

10.10.2017 15:03:27
Alfred Ott

So einen widerlichen Mist habe ich noch nie gelesen. Triviallektüre wie bei Schwedenschnulzen, gewürzt mit ekelhaften Blut- und Sexorgien und dann wieder Herzschmerz. Das konnte Jo Nesbo schon besser. Er hat es leider verpasst, Harry Hole sterben zu lassen. Ich werde den nächsten Harry Hole jedenfalls nicht mehr kaufen.

07.10.2017 19:27:42
Klaraelisa

Harry Hole jagt seine Nemesis
Mit "Durst" liegt nun der lang erwartete 11. Band der Harry Hole-Serie von Jo Nesbø vor. In der Schlusssequenz des 10. Bandes "Koma" nimmt Ståle Aunes Tochter Aurora nicht an Harry Holes Hochzeit teil. Sie ist bei einem zweitägigen Sportturnier in der Nadderud-Halle. Auf der Mädchentoilette sieht sie einen Schatten. "Und ein paar lange, schmale Schuhspitzen. Wie von Cowboystiefeln." (S. 615) In "Durst" ist der Mann mit den Cowboystiefeln zurück. Er sitzt in der Jealousy Bar, die Mehmet Kalak gehört. An diesem Abend treffen sich Geir und Elise in der Bar. Sie haben sich über die Dating-App Tinder kennengelernt. Das Treffen dauert nicht lange, Elise ist nicht interessiert. Als sie nach Hause kommt, liegt auf ihrem Bett ein Mann mit Cowboystiefeln. Elise Hermansen arbeitet als Anwältin für Vergewaltigungsopfer und kennt ihn von früher. Der Eindringling behauptet, es sei purer Zufall, dass er sie gefunden hat, was nicht stimmt. Er beobachtet sie mit Geir schon in der Bar und verschafft sich vor ihrer Rückkehr Zutritt zu ihrer Wohnung. Auch er ist auf der Dating-App Tinder unterwegs. Er sucht jedoch keine Frau fürs Leben, er sucht sich über die App seine Opfer aus, die er auf grausamste Weise ermordet. Das Dezernat für Gewaltverbrechen unter der Leitung der Chefermittlerin Katrine Bratt nimmt die Ermittlungen auf. Hinter Harry Hole liegen drei glückliche Jahre mit seiner Ehefrau Rakel und seinem Stiefsohn Oleg, der die Polizeihochschule besucht, an der Harry Hole unterrichtet. Hole ist seit drei Jahren nicht mehr als Spezialfahnder aktiv. Der unsympathische Polizeipräsident Mikael Bellmann braucht schnelle Erfolge bei der Aufklärung des Verbrechens an Elise Hermanson. Deshalb beauftragt er Hole, sich mit einem eigenen kleinen Team an den Ermittlungen zu beteiligen. Harry stimmt zu, auch weil er den gesuchten Mörder und Vergewaltiger Valentin Gjertsen in "Koma" nicht fangen konnte. Neu im Team ist Hallstein Smith, Psychologe und Vampirismus-Experte und Anders Wyller, Kommissar-Anwärter aus Tromsø sowie der langjährige Kriminaltechniker Bjørn Holm.
Jo Nesbøs 11. Band schließt nahtlos an die Vorgängerbände an. Es gibt wenige Autoren in der Kriminalliteratur, die ihrem Ermittler das Leben so schwer machen, ihn so viel leiden lassen. Und wieder überzeugt der Autor mit einem schlüssigen Plot. Es ist eine sehr spannende Geschichte um Verrat und Intrigen. Nichts ist einfach, alles ist komplizierter, als es scheint - bis zum überraschenden Ende, das man nicht errät. Das Personal des Romans ist übersichtlich und gut gezeichnet. Sein unkonventioneller Ermittler geht wie gewohnt seinen Weg, um einen vermeintlichen Vampir zu fangen. So lange Nesbø Harry Hole nicht für immer in die Hölle schickt, hoffe ich auf weitere Bände, und der Schluss des Romans lässt darauf hoffen, dass die Reihe fortgesetzt wird. Ein ganz hervorragendes Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

07.10.2017 13:52:58
walli007

Tender

Harry Hole ist inzwischen Dozent an der Polizeihochschule, mit Rakel ist er so glücklich wie ein Harry Hole nur sein kein. Sein Stiefsohn Oleg ist als Student an eben jener Polizeihochschule. Alles könnte schön sein, würde nicht ein Serienmörder beginnen, sein Unwesen zu treiben. Zwar ist Katrine Bratt eine gute Nachfolgerin für Harrys Position im aktiven Dienst, doch dieser perfide Täter, der seine weiblichen Opfer auf brutale und blutrünstige Weise umbringt, scheint ihre Kräfte zu überfordern. Polizeichef Bellman, der seine eigenen Ziele immer genau im Blick behält, überzeugt Harry mit seinem Wissen über Oleg, doch in die Ermittlungen einzusteigen.

Harry Hole ermittelt wieder. Bereits zum elften Mal macht er sich auf die Suche nach einem äußerst perfiden Killer. Das Umfeld ist schwierig, da Harry mit einem kleinen Team außerhalb der eigentlichen Ermittlungen weitere Nachforschungen anstellt. Er grübelt und kann doch, obwohl er lieber bei Rakel wäre, nicht von dem Fall lassen, der ihm ein ausgesprochen schlechtes Gefühl bereitet. Eine Erinnerung scheint geweckt, die jedoch nicht so richtig greifbar ist.

Verabredungen per Tinder App, ein modernes Mittel des Datens. Ein schnelles Treffen, ein schnelles gegenseitiges Abschätzen, schneller Sex und wie einige Opfer feststellen müssen auch große Gefahr. Etwas fremd mutet diese Art des Kennenlernens an. Warum verabreden Menschen sich so? Wie schnell schließlich kann Vertrauen auf gleiche Absichten missbraucht werden. In diesem neuen Fall begegnet Harry einer fremden Welt und doch einem bekannten Muster. Ausgesprochen hinterlistig und planvoll geht der Mörder vor und hinterlässt seine Opfer in einem Zustand, der an die Nieren geht. Sogar beim Lesen schleichen sich Bilder in den Kopf, die man schnellstens wieder dort entfernen möchte. Ein solcher Täter muss einfach gefasst werden. Und so bringt man schon Verständnis dafür auf, dass Harry in die Ermittlungen einsteigt, obwohl man denkt, das kann ihm gar nicht gut tun. Die progressive Art seiner Nachforschungen begeistert zum einen, bringt allerdings auch Beteiligte in Gefahr, was man nicht immer gutheißen möchte. Man hofft, der Erfolg möge im Recht geben und überlegt doch, ob das so statthaft sein kann. Und gerade wenn man meint, alles löse sich in Wohlgefallen auf, spürt man den Eiseshauch einer weiteren Wahrheit, die es unter großer Gefahr zu entdecken gilt. Nur weniges bleibt ungeklärt oder unbeachtet und schließlich deutet sich an, dass Harry auch künftig die Arbeit nicht ausgehen wird.

Ein Psycho-Thriller, der einem einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagt, den man einmal begonnen nicht mehr aus der Hand legen kann.

01.10.2017 15:25:14
subechto

20 Jahre und kein bisschen müde

Harry Hole ist zurück! „Durst“ ist bereits der 11. Fall für den kultigen norwegischen Ermittler. Die Vorgänger hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so stand der neue Krimi schon lange auf meiner Wunschliste.
Jo Nesbø geht gleich in medias res. Wer ist dieser geheimnisvolle Mann mit dem Tattoo? Danach lernen wir Anwältin Elise kennen. Sie trifft sich mit Männern über die Dating-App Tinder und bezahlt dies mit dem Leben. Der Mörder beißt sie und trinkt ihr Blut - wie ein Vampir.
Harry ist inzwischen mit Rakel verheiratet, der Liebe seines Lebens, und arbeitet als Dozent an der Osloer Polizeihochschule. Einer seiner Studenten ist Rakels Sohn Oleg. Polizeipräsident Bellman, der Justizminister werden will, erpresst Harry mit Olegs krimineller Vergangenheit, um ihn zu einer Mitarbeit am Vampiristen-Fall zu überreden.
Über das Wiedersehen mit Harry, Katrine & Co habe ich mich sehr gefreut. Doch Harry kann sein Glück nicht genießen. Denn er kämpft noch immer mit den Dämonen der Vergangenheit, einem Killer, den er nicht fassen konnte, und dem Alkohol. Zudem erkrankt Rakel schwer.
„Durst“ hat alles was einen richtig guten Thriller ausmacht, dass einem beim Lesen der Atem stockt, dass man Gänsehaut und blutige Fingernägel hat und das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Falsche Fährten und überraschende Wendungen halten den Spannungsbogen hoch.
Nach einem fulminanten Showdown gelingt Jo Nesbø ein Cliffhanger der neugierig macht, wie der Autor diese geniale Reihe fortsetzen wird.

Fazit: Horror der ganz harten, vordergründigen Art, der buchstäblich die (Fleisch-) Fetzen fliegen und das Blut spritzen lässt. Hochspannung pur!

25.09.2017 15:19:45
Miss Marple

Blut geleckt
… hat der wahre Harry-Hole-Fan schon beim ersten Teil der Serie. Nun legt Jo Nesbö seinen 11. Band vor und lässt seine Leser über 620 Seiten wieder einmal nicht vom Haken. Es fällt sichtlich schwer, sich der Anziehungskraft diese Ermittlers zu entziehen, der mittlerweile Dozent an der Polizeihochschule ist und im aktuellen Fall eine kleine eigene Ermittlungsgruppe bilden darf, um sich jenseits der Polizeiwege und auf unkonventionelle Art und Weise einem Serienmörder zu nähern, der seine weiblichen Opfer aussaugt wie ein Vampir. Immer noch nagt an Harry, dass der Mörder aus seinem letzten Fall entkommen konnte und schnell stellt er einen Zusammenhang her. Nicht ganz freiwillig übernimmt er die Aufgabe, mit seinem kleinen Team im Vampiristen- Fall zu ermitteln.
Wir erleben Harry „geerdet“, weniger provokativ als in den ersten Bänden. Nach einigen Abstürzen, vor allem in seine Alkoholsucht, lässt Nesbö seinen Serienhelden sich zwar immer noch in einen Fall bis in alle Konsequenzen verbeißen-hier schlussendlich im wahrsten Sinne-aber das Ganze läuft in ruhigeren Bahnen, was jedoch der Spannung des Buches keinen Abbruch tut, da man von der ersten bis zur letzten Seite einen schieren Lese-„Durst“ verspürt.
Die Ankündigung, dass Band 7 „Schneemann“ im Herbst in die Kinos kommt, lässt das Herz eines jeden Harry-Hole- Fans höher schlagen.

22.09.2017 09:16:24
buchleserin

Harry Hole ist zurück. „Durst“ ist der 11. Band der Harry-Hole-Reihe. Man muss aber nicht unbedingt die Vorgänger-Bände gelesen haben, ich kenne auch noch nicht alle. Schöner ist es natürlich mit Band 1 zu starten.

Harry Hole hat es diesmal mit einem Serienmörder zu tun, der seine Opfer über die Dating-App Tinder findet und bestialisch umbringt. Harry, der Inzwischen an der Polizeihochschule unterrichtet und eigentlich mehr Zeit mit Frau und Sohn verbringen wollte, wird von seinem ehemaligen Chef Mikael Bellmann erpresst und zurück ins Team geholt, da die Polizei bisher keine brauchbare Spur hat und Bellmann den Fall so schnell wie möglich aufklären möchte, denn die Presse sitzt ihm im Nacken und der Killer wird wieder zuschlagen. Harry bekommt sein eigenes Team und ermittelt parallel zu Katrine Bratt. Der Mörder scheint ein alter Bekannter zu sein, der nie gefasst wurde.

Wieder einmal ein sehr spannender Thriller von Jo Nesbo. Ich mag den von ihm geschaffenen Protagonist Harry Hole sehr, der Spezialist für Serientäter, einfach ein Top-Ermittler. Privat läuft beim ihm nicht alles so glatt, er als trockener Alkoholiker, Rakel ist plötzlich krank und dann noch Olegs Vergangenheit, der inzwischen aber die Polizeihochschule besucht. Irgendwie muss er das alles hinbekommen, die Ermittlungen und sein Privatleben.
Jo Nesbos Schreibstil gefällt mir sehr, lässt sich leicht lesen und man spürt direkt die Atmosphäre die dort herrscht, als wäre man dabei. Die Handlung ist auch dieses Mal wieder spannend und von Anfang bis Ende fesselnd.
Ich bin sonst kein so großer Fan von skandinavischen Thrillern, aber die Harry-Hole-Reihe finde ich wirklich klasse. Jo Nesbo wird „der herrschende König der skandinavischen Kriminalliteratur“ genannt und das zu Recht.
Von mir eine ganz klare Leseempfehlung. Das Warten auf diesen Band hat sich gelohnt.

Wer die anderen Bände noch nicht gelesen hat, für den hier noch die Reihenfolge der Harry-Hole-Bände:

1. Der Fledermausmann
2. Kakerlaken
3. Rotkehlchen
4. Die Fährte
5. Das fünfte Zeichen
6. Der Erlöser
7. Schneemann
8. Der Leopard
9. Die Larve
10. Koma
11. Durst

20.09.2017 13:12:53
HexeLilli

20.09.2017 – 13:09
Von hexelilli
Nicht umsonst gehört Joe Nesboe zu einem meiner Lieblingsautoren. Ich habe mich riesig über den Gewinn gefreut. Endlich etwas Neues von Harry Hole. Die lange Pause hat dem Autoren gutgetan.
Harry ist jetzt seit drei Jahren verheiratet und hat einen Stiefsohn. Seinen Job hat er an den Nagel gehängt, nie wieder Morde. Als Dozent unterrichtet er an der Polizeischule. Vom Alkohol lässt er die Finger. Hole wird vom Polizeipräsidenten erpresst und soll an dem neusten Fall mitarbeiten. Es geht um Vampirismus. Die Handschrift des Täters kommt Harry bekannt vor und er willigt ein. Der Serienmörder treibt ein teuflisches Spiel, kann Harry Hole ihn endlich stoppen?
Das Buch beginnt etwas langatmig, gewinnt dann aber rasch an Fahrt. Es besteht aus einzelnen Erzählsträngen, Polizei, Täter, Opfer, Journalisten. Die Ermittlungsarbeit steht im Vordergrund, aber auch das Privatleben kommt nicht zu kurz. Alles passt wunderbar zusammen. Superspannend zu lesen und man fiebert der Aufklärung entgegen, aber bei 600 Seiten dauert dass natürlich etwas. Ein tolles Buch mit vielen Irrungen und Wendungen, nicht unbedingt für Zartbesaitete, da es teilweise hart zur Sache geht. Dem Autor gelingt es den Leser immer wieder in die Irre zu führen. Und wenn man der Lösung näher kommt, geschieht die nächste Überraschung.
Ich bin von diesem mittlerweile 11. Band total überzeugt und kann es jedem Krimi bzw. Thriller Leser nur wärmstens empfehlen.