TauchStation

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Rotbuch, 2017, Seiten: 272, Originalsprache

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»Eins vorweg«, sagte ich und sah von einem zum anderen. »Keiner von euch wird jemanden umbringen müssen. Überlasst das mir.« Offiziell für tot erklärt, lebt Kristof Kryszinski auf TauchStation . Er hat eine neue Identität, eine neue Bleibe im lauschigen Bottrop und einen neuen Job als Operativer Mitarbeiter bei Europol. Er kann sich also einigermaßen sicher fühlen vor seinen Todfeinden von den Marseiller Chiens du Nord . Doch gleich bei seinem ersten Auslandseinsatz geht etwas schief, er wird erkannt und das bringt nicht nur ihn, sondern alle um ihn herum in akute Gefahr. Kryszinski muss sich diesem Problem stellen, endgültig. Doch: er allein gegen einen ganzen Mafia-Clan? Unmöglich. Notgedrungen wendet er sich an seine alte Gang, die Stormfuckers . Gemeinsam geht es auf eine Reise, deren Ausgang ungewisser nicht sein könnte ...

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Letzte Kommentare:
04.10.2019 11:23:22
LACK OF LIES

JURETZKA, JÖRG - TauchStation
(Rotbuch Verlag)

- La loi c'est moi! -

Die „T“-Trilogie, die mit „TaxiBar“ begonnen hatte, über „TrailerPark“ ging, endet nun mit „TauchStation“. Es ist der insgesamt 13. Roman mit dem oberlässigen, ehemaligen Privatdetektiv, Ex-Junkie und Ex-Knacki aus dem Ruhrgebiet, mit dem hierzulande eher ungewöhnlichen Namen Kristof Kryszinski. Selbiger ist mal wieder in einer schier aussichtslosen Situation gefangen, hat aber seinen (Galgen-)Humor bei weitem nicht verloren. Kryszinski, Kristof Kryszinski, „die deutsche Antwort auf James Bond“ (kleiner Scherz am Rande), ist mehr oder weniger auf TauchStation. Für tot erklärt, mit neuer Identität, neuem Wohnort und neuem beruflichen Betätigungsfeld ausgestattet, soll er als Operativer Mitarbeiter bei Europol Aufträge der speziellen Art übernehmen. Als Hauptkommissar Menden ihm daraufhin ein Angebot unterbreitet, von dem er Kristof im selben Moment jedoch eindringlich abrät, ist selbiger natürlich unmittelbar Feuer und Flamme und schon durchkreuzt der ehemalige Privatdetektiv den Vorderen Orient in einem weißen Landcruiser. Vorbei an Mohnfeldern und Burka-tragenden Erntehelferinnen. Der schlagfertige Kristof Kryszinski befindet sich alsbald mitten im Bürgerkrieg in Syrien. Sein Auftrag lautet: Geiselbefreiung!

Ein weiterer Erzählstrang dreht sich um den Mischkonzern Asturias, der skrupellos die Umwelt verschmutzt und auch vor Mord nicht zurückschreckt. Alles aus profaner Profitgier. Gemeinsam mit Europol Mitarbeiter Hufschmidt soll Krüschel, wie er von seinen Freunden liebevoll genannt wird, die junge Tropenmedizinerin Nadine an einen geheimen Ort und dort in Sicherheit bringen. Natürlich meint Kristof seine Arbeitsplatzbeschreibung auf die junge Frau und einen Beischlaf mit ihr ausweiten zu müssen. Dieser Teil endet jedoch recht abrupt und wird vielleicht im nächsten Kristof Kryszinski Teil weiterverfolgt. Ansonsten setzt „TauchStation“, gegenüber dem an sich schon heftigen Vorgänger „TrailerPark“, in Sachen Brutalität sogar nochmals eins obendrauf. Die Chien du Nord, ein Mafia-Familienclan, der im Norden Marseilles ansässig ist und den Kristof vor einiger Zeit um einen ordentlichen Batzen Drogengeld geprellt hatte, will ihm an den Kragen. Kryszinski hat eben überall so seine Baustellen und so heckt er gemeinsam mit seinen Kumpels von den Stormfuckers einen perfiden Plan aus, um sich und seinem Umfeld die Chien du Nord ein für alle Mal vom Hals zu halten. "TauchStation" lässt somit ein etwas ernsteres, zackigeres Storyboard, in einer harten und expliziten Sprache erkennen. Klischeehaft und herrlich übertrieben, aber leider geil!

Eine atmosphärisch dichte, schwarzhumorige Geschichte mit ernstem Hintergrund und von internationalen Ausmaßen entbrennt, in der Hauptkommissar Menden, sein Kollege Hufschmidt, Heckenpennes, Kristof's Busenfreund Scuzzi, die Stormfuckers, Bian-Tao, Mombassa und auch der ein oder andere weitere Bekannte aus der TaxiBar, dem TrailerPark und den übrigen zehn vorherigen Krimi/Thrillern natürlich nicht fehlen dürfen. Der unbedarfte Leser wird daher mit den Hauptprotagonisten und dem übrigen Personal der Story leider nur wenig anzufangen wissen. Vorkenntnisse sind beim dritten Teil einer Trilogie aber ohnehin unabdingbar. Es sind zwar generell abgeschlossene Erzählungen, die Herr Juretzka zu Papier bringt, dennoch kann es nur von Vorteil sein, sich mit den Personen und den Begebenheiten ein wenig auszukennen. Es nutzt ja selten was, eine Trilogie von hinten aufzurollen. Und obschon es sich bei „TauchStation“ mit seinen gerade einmal 272 Seiten um eine kurze Erzählung handelt, entlässt der 1955 in Mülheim an der Ruhr geborene und dort auch heute lebende Schriftsteller Jörg Juretzka, seinen Protagonisten einmal mehr in einen komplexen, literarischen Hexenkessel aus Krieg, Völkermord, Gewinnoptimierung, Skrupellosigkeit, Geiselnahme, Folter und Bandenkriminalität. Selbiger bis unter den Deckel vollgepackt mit Action, Spaß und Spannung.

Die Storys, die der gelernte Zimmermann entwirft, sind immer voller Leben, niemals langatmig, geschweige denn langweilig und generell am Nabel der Zeit gelegen. Jörg Juretzka hat über die Jahre sein eigenes Sprach- und Erzähl-Muster ausgeprägt. So ist auch "TauchStation" eine rasante, wie im Laufschritt erzählte Geschichte, mit nicht abreißen wollendem Spannungsbogen. Kurz, bündig, prägnant, immer auf den Punkt und stets mit einer Prise Humor garniert. Inklusive super cooler Verfolgungsjagd, die aber mal sowas von für die Leinwand mit bewegten Bildern geschaffen ist! Das Storyboard ist nicht ohne und sicherlich nichts für schwache Nerven. Vielleicht ein wenig übertrieben, aber immer noch glaubwürdiger, als die Geschichten so manch etablierter Kinohelden. Kristof rasselt also mal wieder von einem Himmelfahrtskommando ins Nächste und verbraucht dabei die Leben einer ganzen Katzenpopulation. Und so ein klein bisschen assig ist er dann ja auch manchmal, der scharfzüngige Ruhrpottler mit seinem Autoritätsproblem, aber eben auch äußerst knuffig und brutal liebenswert. Die Kristof Kryszinski-Reihe muss man einfach gelesen haben, denn sie ist absoluter Kult!!!

P.S.: Und bitte, bitte lieber Filmgott, mach endlich, dass sich jemand den audiovisuellen Produktionen von Jörg Juretzka’s Roman-Reihe annimmt. Ich werde mir auch jeden Teil brav im Kino anschauen. Live, in Farbe und in 3D!

Meine Wertung: 90/100

Link zur Buchseite des Verlags: https://www.rotbuch.de/buch/sku/1361900/tauchstation.html

JÖRG JURETZKA
TauchStation
Kriminalroman
Gebundene Ausgabe, 272 Seiten
ISBN 9783867892070
18,95 €
Verlag: Rotbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 30.03.2017

06.04.2019 19:07:32
K.-G. Beck-Ewerhardy

Kris brutzelt so in Bottrop vor sich hin und versucht möglichst nirgendwo gesehen zu werden, denn die Marseillesische Mafia hat ihre Augen wohl überall. Und für die ist er offiziell tot. Europol hat ihm, für das Versprechen einer späteren Zusammenarbeit dort untergebracht, aber das Rumsitzen tut ihm nicht gut und auch die ständige Sorge um das eigene Leben – und das der beiden Frauen, mit denen er sich gerade ein Leben vorzustellen versucht – lassen ihn nicht wirklich zur Ruhe kommen. Da bekommt er dann endlich einen Auftrag: Er soll eine Zeugin eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit nach Friesland in ein sicheres Haus überführen. Mit einem nach einem gemeinsamen aggressiven Fahrertraining sehr lädierten Hufschmidt auf dem Beifahrersitz.
Auf der Fahrt erfährt Kris, dass hinter dem Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Afrika wohl im Endeffekt der gleiche Mafia-Klan steckt, der auch hinter ihm her ist. Und dass die Zeugin sexuell ziemlich ausgehungert ist, was für den Polizisten Hufschmidt eher irritierend ist. Nicht aber für Kris.
Für die Vorgänge in Afrika gibt es wohl noch einen weiteren Zeugen, der gerade in Somalia als Geisel genommen worden ist. Hoch inoffiziell muss Kris nun mit seinem alten Bekannten Mombasa mit einer Reisetasche voller Geld dorthin, um die Geisel auszulösen - was in gewis-ser Weise klappt, andererseits auch wieder nicht. Bei dem fraglichen Zeugen handelt es sich ausgerechnet um jenen Nepomuk, dessen Identität sich Kris in seiner Zeit als Bootsbauer an-geeignet hatte. Für diesen Auslandseinsatz ist Hufschmidt als deutscher Beamter natürlich absolut ungeeignet.
Die Geiselnehmer sind der Meinung, dass die gebrachte Summe nicht ausreicht, was zu eini-gen Unerfreulichkeiten führt und zu einer eher panischen Flucht aus Afrika – oder zumindest dem Versuch dazu, denn das Flugzeug, das diese Flucht ermöglichen soll, erleidet ein ganz unerwartetes und feuriges Schicksal. Und so sind Kris, Mombasa und Nepomuk gezwungen, über den Wasserweg nach Europa zu kommen – und der einzige früh erreichbare Zielhafen ist ausgerechnet Marseille. Sowohl für Mombasa, wie auch für Kris nicht unbedingt das sicherste Ziel, aber jede Sekunde, die sie in Afrika verbleiben, bringt ihre gerettete Geisel mehr in Ge-fahr.
Natürlich gelingt es Kris nicht, das von der Mafia überwachte Marseille unentdeckt mit dem Auto zu durchfahren und dann gehen die Probleme erst so richtig los. Und wachsen sich so extrem aus, dass Kris auf alte Freunde seiner wilden Vergangenheit zurückgreifen muss: Die Stormfuckers – und natürlich Willy.
Verfolgungsjagden, grausige Kämpfe: Die Reihe entwickelt sich so langsam in Richtung eines deutschen Bonds – und sollte vielleicht in ähnlicher Art und Weise verfilmt werden
Einer der härtesten Kris-Kryszinski-Krimis überhaupt - liest sich weg, wie nichts.

Echte Täter,
wahre Ereignisse

Wir berichten über spannende Kriminalfälle und spektakuläre Verbrechen, skrupellose Täter und faszinierende Ermittlungsmethoden – historisch, zeitgeschichtlich, informativ. Aktueller Beitrag: Der große Wall-Street-Anschlag von 1920, ein Krimi-Couch Spezial von Dr. Michael Drewniok. Titel-Motiv: © istock.com/EXTREME-PHOTOGRAPHER

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