Volker Klüpfel und Michael Kobr

09.2018 Pünktlich zum erscheinen des neuesten Kluftiger Bandes stellen sich die Autoren den Fragen von Andreas Kurth im Krimi-Couch Interview.

Krimi-Couch.de:
Zehn gemeinsame Kriminalromane in 15 Jahren – wird man da nicht irgendwann müde? Oder haben Sie beide immer noch Spaß am gemeinsamen Schreiben wie am Anfang?

Klüpfel:
Nein, denn Ideen sind wie eine Frischzellenkur: Hat man welche ist man voller Leben und will sie zu Papier bringen. Dabei hilft uns auch, dass wir neue Sachen ausprobieren, die nichts mit Kluftinger und manchmal nicht mal mit Büchern zu tun haben.

Krimi-Couch.de: 
Wie hat man sich den gemeinsamen Kreativ-Prozess vorzustellen? Jeder schreibt ein Kapitel, und dann wird das zusammengebastelt?

Kobr:
Eigentlich ja, nur haben wir vor dem Schreiben ganz genau den Plot gebaut, jede einzelne Szene besprochen, erst dann wird die Schreibarbeit aufgeteilt und am Ende werden die Teile zusammengesetzt – jeweils korrigiert vom anderen natürlich.

Krimi-Couch.de: 
Kluftinger ist ja offenbar genauso wichtig wie seine Kriminalfälle. Jetzt rücken Sie ihn voll in den Fokus. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Klüpfel:
Es war klar, dass wir zum zehnten Buch etwas Besonders machen wollten, deswegen dachten wir, es ist Zeit, unsere Hauptfigur ein bisschen zu erklären. Wir gehen deswegen in seine Vergangenheit zurück – und haben einen Fall konstruiert, der das nötig macht.

Krimi-Couch.de: 
Die Sache mit dem provisorischen Sterbekreuz für Kluftinger hat einen realen Hintergrund. Was steckt dahinter?

Kobr:
Ja, da gab es soger einen kleinen Skandal-Bericht in unserer Lokalzeitung darüber: Ein Altusrieder Friedhofsmitarbeiter hatte eines Tages das Kreuz eines Mordopfers in Milchgeld, das von der Verfilmung noch herumlag, kurzerhand auf ein leeres Grab gesteckt und dieses angelegt – weil immer wieder Touristen nach dem Grab fragten. Zugegeben nicht ganz stilsicher und etwas pietätlos das Ganze – aber für uns tatsächlich inspirierend …Mittlerweile ist das »falsche Grab« wieder verschwunden. Besser so.

Krimi-Couch.de: 
Ihre Figur hat sich über die 15 Jahre entwickelt. Inwieweit spiegelt sich darin ihre eigene Entwicklung – als Menschen und als Schriftsteller?

Klüpfel:
Vieles passiert ja unterbewusst, aber wir sind in der Zeit Ehemänner und Väter geworden, das hat sich sicher aufs Schreiben ausgewirkt. Genau wie das Älterwerden überhaupt.

Krimi-Couch.de: 
Eine Frage zu den Verfilmungen. Sind Sie mit Herbert Knaup als Hauptdarsteller und der filmischen Umsetzung insgesamt zufrieden? Gab es beim Casting ein Mitspracherecht?

Kobr:
Nein, wir hatten weder beim Casting noch bei den Drehbüchern oder der Umsetzung wirklich Mitspracherecht. Es liegt aber nicht an einzelnen Darstellern, sondern eher am Gesamtkonzept. Leider wird der Ton, den wir versuchen, durch die Serie zu ziehen, in den Verfilmungen nicht so recht getroffen – was auch dazu führt, dass die Allgäuer oft als etwas vertrottelte, wenigstens aber ziemlich skurrile Provinzbewohner rüberkommen. Und das ist nicht in unserem Sinne. Momentan wird es in der Form keine weiteren Fernsehfilme geben.

Krimi-Couch.de: 
Kluftinger ist in die Jahre gekommen. Wann wird er pensioniert? Und wie geht es bis dahin mit ihm weiter?

Klüpfel:
Wann Kluftinger pensioniert wird, ist leicht zu sagen: mit 65. Wann das sein wird, was und ob bis dahin noch mit ihm passiert, steht dagegen in den Sternen.

Das Interview führte Andreas Kurth im September 2018.
Foto: © Hans Scherhaufer

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