Rauhnacht

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Osterwold Audio, 2009, Übersetzt: Volker Klüpfel & Michael Kobr
  • Augsburg: Weltbild, 2010, Seiten: 361, Originalsprache

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Peter Kümmel
Hommage an den klassischen englischen Krimi

Buch-Rezension von Peter Kümmel Nov 2009

Kluftinger, liebevoll "Klufti" genannt, der kauzige Kommissar aus dem Allgäu, hat sich mittlerweile in Kreisen deutscher Krimileser zu einer Art Kultfigur entwickelt. Mit "Rauhnacht" legen seine Erfinder, das Autoren-Duo Klüpfel und Kobr, den nunmehr fünften Band der Reihe vor. Und darin erwartet Kluftinger ein ganz besonderer Fall.

Eingeschneit

Ein erholsamer Kurzurlaub sollte es für Kluftinger und seine Ehefrau Erika werden. Den Neujahrsbeginn möchte man in einem Berghotel im Allgäu verbringen. Nun ja, "möchte" ist aus Kluftingers Sicht etwas übertrieben, denn man reist gemeinsam mit dem Ehepaar Langhammer an, und wie der erfahrene Kluftinger-Leser weiß, könnte der Kommissar auf Doktor Langhammer mit seiner forschen altklugen Art gut und gerne verzichten. Doch die Reise ist ein Geschenk der Hotelbesitzerin Julia König, dessen Ursache noch aus dem Vorgängerband Laienspiel datiert. Es sollte ein ganz besonderer Aufenthalt werden, denn geplant ist ein Kriminalspiel, in dem die Hotelgäste selber mitspielen sollen.

Es schneit ununterbrochen und am nächsten Tag ist man von der Außenwelt abgeschnitten. Auch die Telefonverbindungen funktionieren nicht mehr. Kein Grund für die Gäste, auf ihren Spaß zu verzichten. In stilechten Kostümen haben sie sich versammelt und Kluftinger geht in seiner Rolle als Hercule Poirot geradezu auf. Man sitzt bereit zum Themenessen, doch der Platz von Carlo Weiß bleibt leer. Man macht sich Sorgen um ihn und findet sein Zimmer von innen abgeschlossen vor. Kluftinger bricht schließlich die Tür auf. Carlo Weiß liegt tot in seinem Zimmer.

Aus dem Spiel ist nun Ernst geworden, denn Doktor Langhammer untersucht den Toten und findet einen frischen Einstich einer Injektionsnadel. Man muss davon ausgehen, dass Carlo Weiß ermordet wurde. Aufgrund der besonderen Lage übernimmt Kommissar Kluftinger die Ermittlungen, assistiert von seinem Gehilfen Doktor Watson alias Doktor Langhammer...

Kluftinger goes Classic

Ein eingeschneites Berghotel, abschnitten von seiner Umwelt, ein Ermordeter in einem von innen abgeschlossenen Raum - schnell wird klar, was sich das Autoren-Duo aus dem Allgäu dieses Mal ausgedacht hat. Ein richtig "klassischer" Kluftinger sollte es werden, ein "Locked-Room-Mystery" im Stile der britischen Krimis a la Agatha Christie. Ein sehr ungewöhnliches Vorhaben in unserer hochtechnisierten Zeit, doch man kann zweifellos behaupten, dass diese Hommage an den klassischen englischen Kriminalroman absolut gelungen ist.

Klug bauen die Autoren den Kriminalfall auf. Zunächst scheint es, als ob keiner einen Bezug zu dem Ermordeten hatte. Doch nach und nach finden sich Gäste, die ihn gekannt haben und schließlich sieht es so aus, als sollte jeder der Beteiligten in einer gewissen Beziehung zu Carlo Weiß gestanden haben und nicht nur das: alle hatten sogar ein überzeugendes Motiv für den Mord. Auf die Fährte welches klassischen Falles der Leser hier gelockt werden soll, scheint spätestens jetzt klar.

Herrlich, wie die Autoren in die spannende Krimihandlung wieder ihre kleinen Episoden eingebaut haben, die dem Leser wieder einige Lacher bescheren. Schön, dass Kluftinger trotz seiner kleinen menschlichen Pannen einmal richtig zeigen kann, welches Potential eigentlich in ihm steckt. Überlegt führt er seine Ermittlungen durch, befragt die Verdächtigen und zieht die richtigen Schlüsse. Hier ist er so richtig in seinem Element und kann gegenüber dem verhassten Doktor Langhammer Pluspunkt um Pluspunkt sammeln. Und dass letzterer in Abwesenheit des Kollegen Meier die Trottelrolle übernehmen musste, kommt beim Leser sicher gut an. "Rauhnacht" bietet mehr Situationskomik und weniger Klamauk als die vorangegangenen Bände.

In toller winterlicher Atmosphäre sorgt der fünfte Kluftinger-Fall für Spitzen-Unterhaltung, für mich der bislang beste Roman der Serie. Auch aus einer alten Idee, die überholt und ausgelutscht scheint, lässt sich, wie die immer routinierter werdenden Allgäuer beweisen, noch Neues machen und ein gelungener Krimi zaubern. Ein Buch, dass sich als Weihnachtsgeschenk geradezu aufdrängt, denn wann lässt sich dieser Fall besser lesen als an einem kalten Winterabend.

Rauhnacht

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Letzte Kommentare:
04.03.2018 18:58:13
moe60

So gänzlich erschließt sich mir der Hype um Kluftinger nicht. Sicherlich sorgen die Scharmützel mit Dr. Langhammer für ein Schmunzeln. Jedoch gerät dies in "Rauhnacht" völlig aus dem Ruder. Und überhaupt, der Kommissar erscheint nicht nur in dieser Lektüre völlig prüde und verklemmt, da stellt sich mir die Frage, wer mag der tatsächliche Vater von Kluftingers Sohn Markus sein? Da fällt mir nur der virile Langhammer ein...

26.01.2018 21:16:19
Vielleserin

Eigentlich sollte ich ja wohl erst eine Kritik nach Abschluss der Lektüre abgeben - ich kann mich aber einer "Zwischendurchkritik" nach 134 von 362 Seiten und den 3 Vorgängerkrimis, die ich gut und auch witzig fand, nicht enthalten.
Kurzum: Es wird für mich schwierig, "Rauhnacht" zu Ende zu lesen.
Warum? Die von Agatha Christie und anderen Krimischriftstellern abgekupferte Szenerie kann mir als Leserin, die humorvolle, gut geschriebene Krimis schätzt, nur ein müdes Lächeln abgewinnen. Nach der Lektüre von 3 Klüpfl/Kobr- Krimis langweilt die witzig sein wollende Darstellung von Kluftinger (ungebildeter Trottel, der keinen Fettnapf auslässt) und Dr. Langhammer (selbstverliebter Luxusmann).
Die extrem ausführlichen Beschreibungen der Umgebung und der Menschen werden nach einiger Zeit nur noch langweilig; ich habe das Gefühl, dass nur Seiten geschunden werden sollten.Gut - es gibt immer etwas zum Schmunzeln - aber reicht das, um 362 Seiten zu füllen?
Wer erst einen oder zwei "Kluftingers" gelesen hat, wird wohl auch an diesem noch seine Freude haben.Schaun wir mal, ob ich auch nach Ende der Lektüre noch den Eindruck habe, dass die Autoren - einmal von Erfolg gekrönt - nun zwangsläufig (!) weitermachen. Vertrag mit dem Verlag?
Gut, dass die Verfilmungen der Klüpfl/Kobr- Krimis mit Herbert Knaup in der Hauptrolle sehr gelungen sind. Hätte sich der Regisseur die Charakterisierung der Hauptpersonen nach der Romanvorlage zu eigen gemacht, wären nur platte Krimikomödien dabei herausgekommen.

20.11.2016 13:33:03
Schnippi

Wie immer - nette, leichte, humorvolle Unterhaltung mit bedingter Spannung. Trotzdem lesenswert (wenn man nicht auf totale Spannung aus ist). Die Handlung ist zwar nicht neu...interessant aber, was "Kluftinger", der eigentümliche Ermittler, mit seiner Art daraus macht. Lokaler Witz und schrullige Eigenheiten entlocken dem Leser(an so mancher Stelle) ein Lächeln. Diesen Krimi also nicht zu "Bierernst" nehmen.

14.04.2015 11:28:01
stanjone

Ob die Kluftinger Reihe zu den Krimis gehört oder einfach ein netter erzählter Roman mit kriminalistischen Fragmenten ist… ich lass das mal offen. Auf alle Fälle fühlte ich mich gut und vor allem witzig unterhalten. Das bei berühmten Autoren geklaut wurde... ok, nennt mir einen Krimi mit einer komplett neuen Story die wir nicht schon mal irgendwo gelesen haben. Fazit: Es ist der bisher beste "Kluftinger".

11.10.2014 22:45:39
margana

Mit jedem Buch steigern sich die zwei. Die Verbindung mit dem Hotel Rauhnacht und Hercule Poirot übrigens auch einer meiner lieblingsbucher, ist klasse gemacht. Das Buch ist sehr zu empfehlen viel will ich nicht verraten, nur das man es an besonders kalten winternachten lesen sollte und es sich gemütlich macht.

18.07.2013 14:19:18
Darix

Kluftingers 5. Fall fällt gegenüber den Vörgänger Fällen ab. Es geht in die Richtung allgäuer Folklore, verpackt mit humoristischen Slapstick Einlagen.
Das Fall Muster von Rauhnacht ist nicht unbedingt neu. Die Protagonisten befinden sich eingeschneit in einem Berghotel. Wie der Titel (versehen mit einem originellen Einband) verspricht, haben insbesonders Raunächte etwas mystisches und Klufti ermittelt in seiner schrulligen, beinahe tollpatschigen Art. Rauhnacht ist eher eine Krimikomödie und ordnet sich in der Rubrik leichte Unterhaltungslektüre ein.

20.06.2013 19:46:56
Noire 113

Das war der erste Klufti-Krimi, den ich gelesen habe und gleichzeitig der letzte. Habe mich selten so gelangweilt; da haben die wirklich witzigen Szenen zwischen Langhammer und Klufti auch nicht weitergeholfen. Das Buch hat die Einreihung in die Krimi-Sparte nicht verdient; es scheint mir eher so eine Art Heimatroman mit Kriminalmotiven - frei nach den Hercule-Poirot-Romanen - zu sein.

04.04.2012 09:20:44
WeWoGeBuch

Da habe ich mich aber schon etwas gewundert.und dann trotzdem gefreut. Hat man denn für einen Regio-Krimi keinen Regio-Berg gefunden? Ich freue mich über den Pelmetto/Pelmo aus den Dolomiten bei Cortina auf dem Einband - was aber den gelungenen Krimi deswegen nicht um 1° schlechter macht- denn es ist ein gelungenes Foto!

05.11.2011 13:26:17
Jannik

Zunächst eine Warnung für die, die das Buch noch nicht gelesen haben: Bitte nicht die Rezensionen von Bernd Kogel und Rolandreis lesen. Hier wird leider wiedermal viel zuviel über die Auflösung verraten.
Zum Buch:
Natürlich sollte man die Geschichten um Klufti nicht allzu ernst nehmen. Wer einen rasanten Krimi mit viel Action und vielen Wendungen erwartet wird hier eher enttäuscht werden. Für alle die , die auch gerne mal über peinliche Situationen schmunzeln können ist dieses Buch aber allemal zu empfehlen.
Davon, dass hier von A. Christie geklaut wird kann man meiner Meinung nach auch nicht sprechen. Im Gegenteil: Wie schon Herr Kümmel mitteilt, ist das Buch eher als Hommage an Christie (insbesondere an "Der Mord im Orientexpress") anzusehn. Fans von Sjöwall/Wahlöö werden auch Parallelen zu "Verschlossen und verriegelt" entdecken.
Nun gut; das Schlusskapitel fand auch ich überflüssig, insgesamt wird das Buch dadurch aber auch nicht schlechter.
Fazit: Lesenswert für alle Krimifreunde mit Humor.

08.07.2011 10:47:49
Bernd Kogel

Grauenvoll geschrieben, spätestens nach der Hälfte vorhersehbar, wer die Täterin ist. Die Christie, von der hier so schlecht geklaut wurde, täte sich im Grabe umdrehen.

Und dann noch die James-Bond-Schlitteneinlage am Ende. Würde sie verfilmt, käme nur ein Väter-der-Klamotte-Format in Frage.

Finger weg von diesem Roman.

29.06.2011 19:37:57
strittmatter

Mein erster Klufti!Hat alles was ein Krimi braucht,intelligent aufgebaute Geschichte,Spannung,Humor und-im Gegensatz zu den
superperfekten aber problembeladen amerikanischen Profilern,welche knietief durch Blut und Eingeweide waten und ohne ihre Waffe nicht mal aufs Klo gehen-Figuren die menschlich agieren.Mit vielen Macken,aber das macht Sie für mich nur noch liebenswerter.So und ich gehe jetzt mal los und besorge mir die übrigen Kluftis.

19.05.2011 20:36:15
enzian

Kommissar Kluftinger möchte mit Frau Erika und dem befreundeten Ehepaar Langhammer ein erholsames Wochenende in einem Allgäuer Berghotel verbringen. Die Besitzerin und ehemalige Olympiasiegerin Julia König hat sich zur Neueröffnung des Hotels einiges einfallen lassen. Den Höhepunkt soll eine Unterhaltung der ganz besonderen Art bilden, ein Live-Kriminalspiel. Die Gäste sind Akteure und jedem Gast kommt eine bestimmte Rolle zu. Unerwartet wird aus dem Spiel Ernst, der Bankangestellte Carlo Weiß wird tot in seinem von innen verschlossenen Hotelzimmer aufgefunden. Über Nacht setzt ein Schneesturm ein und es besteht Lawinengefahr. Somit gelangt niemand aus dem Hotel und es ist keine Hilfe von außen zu erwarten. Telefone, Handys und auch der Computer funktionieren nicht mehr. Kluftinger ist ganz auf sich allein gestellt und er weiß eines mit Gewissheit, der Mörder befindet sich im Hotel. Der Kommissar beginnt zu ermitteln und erhält Hilfe von dem Arzt Dr. Langhammer. Schnell wird klar, dass die meisten Gäste nicht nur in einer Verbindung zu dem Toten stehen, sie haben auch ein Mordmotiv. Erst allmählich kommt Kluftinger einem wahrhaft mörderischen Plan auf den Grund.

Kluftingers fünfter Fall ist das erste Buch, das ich von dem Autorenduo Klüpfel/Kobr gelesen habe und es wird bestimmt nicht das letzte sein.
Der Schreibstil ist flüssig, locker, mit einer Prise trockenem Humor gewürzt. Das Buch ist in viele Kapitel mit kurzen, treffenden Kapiteln untergliedert. Das hat mir gut gefallen.
Es gibt viele komische Szenen, in denen der Hauptprotagonist Kluftinger zugleich Hauptakteur ist. Ich denke da an das Frühstücksbüfett. Da lädt sich Klufti mehrere Teller zum Bersten voll. Weil er nicht alles transportieren kann, höhlt er einfach Brötchen aus und füllt Marmelade hinein.
Amüsant sind auch seine Duelle mit Dr. Langhammer. Einerseits würde er gern auf den Arzt, der sich mit Hilfe eines Detektiv-Spielzeugkastens als Detektiv aufspielt, verzichten. Andererseite braucht er in aber, eine Art ständig wechselnde Konkurrenz.
Lange tappt der Kommissar im Dunkeln, bis er schließlich mit Hilfe seines Kollegen Maier den Fall lösen kann.
Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt, die Spannung kam nicht zu kurz. Auch wenn einige Episoden doch ein wenig langatmig waren.

03.05.2011 14:15:04
allegra

Rauhnacht - Audiobook

„Rauhnacht“ ist der erste Krimi aus den Federn des Autorenduos Klüpfel/Kobr, den ich mir zu Gemüte geführt habe. Da mir die Sticheleien zwischen Kluftinger und seinem „Freund“ Dr. Langhammer auf der Hinreise ins gemeinsame Wochenende als Gäste eines neu eröffneten Wellnesshotels bereits etwas zuviel des Guten waren, habe ich zum Hörbuch gegriffen, das in der Bücherei im Regal lag. Es handelt sich um eine gekürzte Version, bei der natürlich einige Szenen fehlen, die dem Buch die beliebte „Klufti“-Atmosphäre verleihen. Dem Verständnis des Plots tat das aber keinen Abbruch. Das Hörbuch ist von den Autoren selber gelesen, die Stimmen sind abwechslungsreich auf die verschiedenen Personen verteilt, was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist.

Ein Mord geschieht im eingeschneiten, von der Umwelt abgeschnittenen Hotel und Kluftinger bleibt nichts Anderes übrig, als gemeinsam mit Dr. Langhammer als Assistenten, die Ermittlungen in die Hand zu nehmen. Der Täter muss sich unter den Gästen oder den Angestellten des Hotels befinden. Obwohl für mich relativ schnell klar war, wer für die Tat in Frage kommt, hat mich die Detektivarbeit durch unerwartete Wendungen und Kluftis liebenswerte „Granteligkeit“ gut unterhalten. Der Krimi bei mir auch die Lust geweckt, wieder mal nach einem Klassiker von Agatha Christie oder von Conan Doyle zu greifen.

Ein passendes Hörbuch für winterliche Auto- oder Zugfahrten, aber nicht unbedingt ein Spitzenkrimi. Ich vergebe für diesen Krimi 2,5 Sterne und für die gute Hörbucheinspielung noch einen halben extra, ergibt 3 von 5 Sternen.

01.05.2011 15:16:03
CSIler

Wieder ein sehr gelungener Krimi, der sogar den Vorgänger noch übertrifft u. den Leser wieder mal sehr oft zum Lachen bringt.
Der Handlungsort, die Abgeschiedenheit u. ein wahrscheinlicher Mord in einen verschlossenen Raum erinnert an alte Klassiker. Vergangenheit u. Gegenwart werden in diesen Roman vereint.
Wunderbar sind auch die Auseinandersetzungen zwischen Kluftinger u. Dr. Langhammer u. auch wieder die teilweisen Missverständnissen zwischen ihnen.
Jedoch hätte das letzte Kapitel auch weggelassen werden können, denn das hat mehr mit Fantasie u. Wunschvorstellung zu tun u. im wirklichen Leben würde man so eine Aktion bestimmt nicht riskieren, auch wenn das Kapitel zum Lachen ist.

20.03.2011 17:52:34
Seppo

Leider kann der fünfte Kluftinger-Krimi nicht an seine Vorgänger anschließen und ist deutlich langweiliger.
Vor allem liegt das am viel zu einfach gestricktem Fall. Dadurch gerät der Krimi einfach zusehr in den Hintergrund und das Buch verkommt zu einer bloßen aneinanderreihung von Gags. Diese sind allerdings zum Teil wirklich witzig und machen Spaß, wie auch schon in den anderen Büchern.
Warum die Autoren das letze Kapitel nicht einfach weggelassen haben ist mir ein Rätsel. Sehr Sinnfrei.

20.02.2011 23:10:33
Ursula

Der grantelnde Klufti und der besserwisserische Langhammer sind ein kongeniales Team, und Klufti als Poirot passt wunderbar zu diesem Agatha Christie ähnlichen Krimi. Die Ideen und die detaillierten Beschreibungen der Umgebung, der agierenden Personen, des Wetters u.v.m. lässt den Leser fast \'mitspielen\' bei der Mördersuche. Sehr kurzweilige Unterhaltung.

16.02.2011 20:19:14
Thommy191968

Die "Rauhnacht" ist vorbei. Schade eigentlich! Der fünfte Roman mit "Klufti" setzt aus meiner Sicht die tolle Reihe nahtlos fort und erreicht das Niveau von "Laienspiel". Die Zusammenarbeit zwischen Klufti und Langhammer in einem eingeschneiten Hotel entwickelt sich schnell vom Spaß zum Ernst. Immer wieder finden die beiden Autoren M.Kobr und V.Klüpfel Wege und Mittel, den Spaß nicht zu kurz kommen zu lassen und trotzdem nicht vom Kriminalfall abzulenken. Am Ende haben fast alle ein Motiv, aber nur eine Person verliert ihre "weiße" Weste.
Der Roman bekommt von mir 88 Grad.

23.01.2011 12:45:55
schnegg72

Dinner für eine Leiche

Kommisar Kluftinger wird mit seiner Frau und dem Ehepaar Langhammer zu einem Kriminalspielwochenende in ein allgäuer Berghotel eingeladen. Als der Hotelgast Carlo, der auch an diesem Spiel teilnehmen sollte, tot in seinem von innen verschlossenen Zimmer aufgefunden wird, gibt es nur noch für Kluftinger und Doktor Langhammer einen Mord aufzuklären. Hilfe von außen ist nicht zu erwarten, da das Hotel eingeschneit ist und höchste Lawinenwarnstufe gilt.
Auf die Bitte der Hoteldirektorin, einer ehemaligen Super-G-Olympiasiegerin, hin nimmt Kluftinger mit Hilfe von Hobbyermittler Langhammer und dessen Kinderspurensicherungskoffer die Ermittlungen auf. Er stößt dabei auf seltsame Zufälle und scheinbar unmögliche Kombinationen.
Wie kann es sein, dass jeder der zum Spiel geladenen Gäste das Mordopfer kannte? Und auch jeder ein mögliches Motiv hatte?
Oder sind es wirklich die Rauhnächt, von denen die Legenden um böse Mächte umgehen?

Mein Fazit:
Dieser Krimi hat alles, was ein Krimi braucht – und ein bißchen mehr.
Spannung von Anfang bis Ende, und – dank Kluftinger – eine ordentliche Portion bayerischen Humor und Charme.
„Rauhnacht“ war mein erster Fall aus der Klüftinger-Reihe – leider. Die vier alten und zwei neuen Fälle müssen aber schnellstmöglich nachgeholt werden.

10.01.2011 08:45:21
rolandreis

Auch diesmal musste ich wieder etliche Male sehr über den Kommissar Kluftinger schmunzeln. Auf der einen Seite die Anlehnung an Agatha Christie, auf der anderen Seite der Konflikt zwischen Dr. Langhammer und Kluftinger. Der kriminalfall gerät dabei in den Hintergrund, auch die Täterin war für mich sehr schnell klar. Das Buch lebt aber von der Komik des Kluftingers.

09.01.2011 16:34:53
Daniela

Nach vier bereits erschienenen Kluftinger Bänden ist mir dieser grantlige, Kässspatzn vernarrte Kommissar schon richtig ans Herz gewachsen.

Und nachdem ich nun in einer Woche gleich Band 3, 4 und 5 gelesen habe, bin ich richtig traurig, dass ich mich bis zum 6. Band noch etwas gedulden muss. Nachdem ich den 4. Kluftinger Fall etwas zu ernst fand, zeigt sich der Kommissar im 5. Band wieder so richtig von seiner spaßigen Seite.

Nachdem Kluftinger und Dr Langhammer im letzten Band ein Attentat bei den Altusrieder Festspielen abwenden konnten, werden sie und ihre Frauen aus Dankbarkeit von der Hotelbesitzerin Julia König auf ein Berghotel in den Allgäuer Bergen eingeladen, um dort Silvester als Teilnehmer in einem Live-Krimi zu feiern. Doch statt einem gespielten Mord kommt es tatsächlich zu einem Mord und Kommissar Kluftinger muss die Ermittlungen mit Hilfe von Dr Langhammer alleine durchführen, da das Hotel durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschlossen ist. Der Mörder befindet sich also unter den Gästen und wie sich schnell herausstellt gibt es nicht nur einen Verdächtigen mit einem Motiv.

Nicht nur die Geschichte verspricht also Spannung, sondern auch der Kommissar läuft mal wieder zur Hochform auf, wenn es darum geht, mit Dr Langhammer zusammen etwas machen zu müssen. Mehrmals musste ich mich beim Lesen dabei ertappen, laut vor mich hin zu lachen. Klüpfl und Kobr verstehen es einfach, neben Spannung für viel Witz und Humor zu sorgen. Meiner Meinung nach ist Kluftinger, der beste Kommissar in der deutschen Krimiwelt und ich freue mich schon sehr auf die Fortführung.

20.12.2010 13:23:07
hille

Kann mich dem Kommentar von kjz nur anschließen und wiederhole diesen deshalb noch mal: "Als Hommage an Agatha Christie zwar recht nett gemacht, aber was mich irritierte: war es nun eine Kriminal-Satire oder doch ernst gemeint? Im \'Kriminal-Teil\' a la Agatha Christie gibt sich der Roman todernst, bei den \'Kabbeleien\' mit Langhammer wird aber dann Slapstick bzw. Klamauk auf unterstem Niveau geboten. Irgendwie wollen beide Teile des Romans absolut nicht miteinander harmonieren.

Wenn man eine Satire/Parodie will, sollte man diesen Unterton auch den ganzen Roman lang durchhalten. Oder halt eben eine ernstgemeinte Hommage an eine große Kriminalautorin. So jedenfalls ist der Roman weder \'Fisch noch Fleisch\'. "

22.11.2010 16:51:14
horrorbiene

„Rauhnacht“ ist der fünfte Fall des Allgäuer Kommissars Kluftinger.

Bei diesem Fall ist Kluftinger von seinen Kollegen abgeschnitten und ermittelt beinahe allein. Er wurde zu einem Wochenende in ein frisch renoviertes Luxushotel eingeladen, um dort die Eröffnung mit einem Detektiv-Live-Rollenspiel zu eröffnen. Er ist selbstverständlich der Ehrengast und somit der Ermittler. Auch seine Frau und der Arzt Langhammer nebst Gattin sind mit von der Partie. Allerdings läuft es natürlich nicht so wie geplant: Das Hotel hoch oben über Oberstdorf wird eingeschneit und aufgrund von Sturm und Lawinengefahr kommt keiner hinaus oder hinein. Selbstverständlich entwickelt sich das Detektivspiel zu einer richtigen Mordermittlung. Einer der Gäste wird unter mysteriösen Umständen – das Buch spielt in den Rauhnächten – tot in seinem Zimmer aufgefunden und schnell stellt sich heraus: Niemand trauert um den Toten und jeder scheint ihn zu kennen. Kluftiger wird unfreiwillig bei seinen Ermittlungen vom Landarzt Langhammer unterstützt.

Ich habe dieses Buch ohne Kenntnisse der anderen Fälle gelesen. Da Kluftinger hier auf sich allein gestellt ist, war das für mich nicht weiter tragisch. Schnell wurde mir beim Lesen jedoch eines klar: Die anderen Bücher um diesen tollpatschigen, kauzigen und nichtsdestotrotz sympathischen Kommissar muss ich unbedingt auch lesen. Ich habe lange nicht mehr bei der Lektüre eines Buches so herzhaft gelacht wie bei diesem. Das dies bei einem Krimi der Fall ist, ist vermutlich etwas eigenartig, aber Klufti gerät einfach in urkomische Situation, sei es auch nur beim Gang zum Frühstücksbüfett oder beim Nutzen des Internets. Dennoch gelingt es dem Autorenduo ein schönes Mittelmaß zwischen Kluftis Kauzigkeit und seinem Ermittlungsvorhaben zu wahren. Dass Langhammer ständig dazwischenfunkt tut sein Übriges zur Unterhaltung der Leserschaft bei. Und: Wer hat schon einmal gehört, dass ein Kriminalbeamter Angst vor Leichen hat?

Die Sprache des Buches ist gespickt mit einigen Begriffen/Flüchen aus dem allgäuer Dialekt. Ab und zu rutscht Klufti auch bei den Dialogen in den Dialekt, doch das macht einen Allgäu-Krimi ja auch aus. Leider kommen Beschreibungen der Land- und Ortschaft hier etwaszu kurz, aber Klufti ist ja auch eingeschneit.

Bei der Lösung des Falls bedient sich Klufti einiger eigenartiger Methoden und gelangt an den seltsamsten Stellen zu Ideen und Schlussfolgerungen, die der Leser nicht gleich nachvollziehen kann. Doch dies macht diesen Fall spannend. Auch wenn Klufti die Lösung recht spät bekannt gibt, so ist sie auch für den Leser vorher schon erkennbar. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, da die Auflösung dramaturgisch geschickt gestaltet ist.

Fazit: Ein unheimlich sympathischer Kommissar tapert von einer komischen Situation in die nächste und schafft es nebenbei den Fall ohne Hilfe seiner Kollegen zu lösen. Ich habe selten so gelacht. Wer auf Allgäu-Krimis steht und sich über tollpatschig-naive Kommissare amüsieren kann, ist bei diesem Werk genau richtig!

Priml!

14.10.2010 21:36:22
Andrea

Anfang 2008 habe ich im Urlaub den ersten Klufti gelesen und bin seitdem begeistert. Nun habe ich Rauhnacht gelesen und werde das nächste Buch mit der gleichen Freude lesen. Weiter so! Ich werde keine Vergleiche zu den Agatha\'tes dieser Welt machen, da jeder Mensch eh seine eigene Interpretation zu dem gelesenen hat. Mich hat es wie immer spannend unterhalten. Ok ein kleines habe ich doch... :-) ich werde im Mörder suchen besser... ich hatte den Mörder diesmal auch gefunden, nicht nur Klufti :-) Tschüßi Volker und Michael - bis zum nächsten Krimi

13.09.2010 14:40:52
Vince-Garron

So nun habe ich auch den fünften Fall von Klufti gelesen.Auch er hat sich gut gelesen und hat auch viel Spass gemacht.Aber ich muß auch sagen,das er doch gegen über den dritten und den vierten Fall etwas abfällt.Man hätte daraus etwas mehr machen können.Aber er hat gut Unterhalten und hatte auch seinen Scham.Auch die "Zusammenarbeit" von Langhammer und Klufti hat Spass gemacht,wahr aber auch manchmal etwas anstrengend zu lesen.Aber es ist trotzdem ein gutes Buch

18.07.2010 21:19:18
kjz

Als Hommage an Agatha Christie zwar recht nett gemacht, aber was mich irritierte: war es nun eine Kriminal-Satire oder doch ernst gemeint? Im \'Kriminal-Teil\' a la Agatha Christie gibt sich der Roman todernst, bei den \'Kabbeleien\' mit Langhammer wird aber dann Slapstick bzw. Klamauk auf unterstem Niveau geboten. Irgendwie wollen beide Teile des Romans absolut nicht miteinander harmonieren.

Wenn man eine Satire/Parodie will, sollte man diesen Unterton auch den ganzen Roman lang durchhalten. Oder halt eben eine ernstgemeinte Hommage an eine große Kriminalautorin. So jedenfalls ist der Roman weder \'Fisch noch Fleisch\'.

04.07.2010 18:48:03
Rose Gruber

Es war mein letzter Kluftinger, den ich lesen werde, Laienspiel wurde schon nicht mehr den ersten Büchern gerecht, Rauhnacht - ein völlig abgenutztes Thema, das andere Autoren besser vermarktet haben - ist schlichtweg für die Erwartung, die ich in den Kauf der gebundenen Ausgabe investiert habe, eine Zumutung.

19.05.2010 12:42:08
Bellexr

„… Die toten Seelen haben in den Rauhnächten Ausgang …“

Eigentlich hat ja Kommissar Kluftinger überhaupt keine Lust, ein Krimievent-Wochenende in den verschneiten Allgäuer Bergen zu verbringen. Doch was tut man nicht alles für seine Frau, zumal man hierzu ja auch noch eingeladen wurde und es somit nichts kostet. Ein weiteres übel ist, dass auch noch Familie Langhammer mitreist. Doch Kluftingers Laune hebt sich schnell wieder, als er von der Hotelchefin Julia König als Ehrengast empfangen wird. Abends findet das große Kimidinner statt, bei dem die Gäste – alle verkleidet im Stil der 1920er Jahre – einen Mordfall klären sollen. Doch schon schnell wird aus Spiel Realität, denn im Laufe des Abends wird ein Gast tot in seinem Hotelzimmer gefunden. Liegt hier Mord, Selbstmord oder ein natürlicher Tod zugrunde? Kommissar Kluftinger ermittelt, zusammen mit Doktor Langhammer.

Ganz im Stil eines klassischen Kriminalromans kommt Rauhnacht daher. Da durch massive Schneefälle das Hotel von der Außenwelt abgeschnitten ist, hat Kluftinger keine Chance, seine Kollegen einzuschalten, ist somit anfangs von jeglichem technischen Schnickschnack abgeschnitten und muss alleine die Ermittlungen leiten. Allerdings erhält er hier mehr oder weniger tatkräftige Unterstützung von Doktor Langhammer.

Flapsig, witzig und zu jederzeit unterhaltsam erzählt das Autorenduo seinen neuesten Kluftinger-Fall. Und dies ist stellenweise so herzerfrischend, dass die Auflösung des Falls des Öfteren in den Hintergrund dringt und man nur wieder gespannt weiterliest, um zu erfahren, welchen Fauxpas sich Kluftinger nun jetzt wieder erlaubt. Zur Mitte hin funktioniert das Internet wieder und der Chat mit seinem Kollegen Richard Maier ist dermaßen lustig beschrieben, dass mir die Szene regelrecht Tränen vor Lachen in die Augen getrieben hat.

Ab etwa der Mitte hin ist zwar ziemlich offensichtlich, um wen es sich bei dem Täter handelt und auch das Motiv ist klar, doch der Weg dahin und Kluftingers Kombinationstalent sorgen dafür, dass es trotzdem zu keiner Zeit langweilig wird und man sich immer hervorragend unterhalten fühlt.

Kluftinger selbst wird herrlich kauzig dargestellt. Seine Unbedarftheit gegenüber dem Luxus eines 4 Sterne Hotels wirkt zwar stellenweise etwas überzogen und weltfremd, ist aber gerade deswegen sehr humoristisch dargestellt. Seine Zusammenarbeit mit dem übereifrigen Doktor Langhammer hat ebenfalls einige amüsante Szenen und auch die anderen Charaktere sind sehr menschlich gezeichnet. Natürlich bleiben die weiteren Hotelbewohner etwas undurchsichtig, da ja ganz offensichtlich nur einer von ihnen der Täter sein kann und an möglichen Mordmotiven mangelt es mit der Zeit nun wirklich nicht.

Fazit: Ein Krimi der etwas anderen Art, der ganz im klassischen Stil von Hercule Poirot oder Georges Simenons Maigret daherkommt und herrlich unterhält.

16.05.2010 15:25:02
Renate Emrich

Nachdem ich alle Bücher gelesen habe, hat mich Rauhnacht am wenigsten überzeugt.Sehr überspannt und wenig Wortwitz ,stark an den Haaren herbeigezogen.Ganz abgesehen davon ,Helene Tursten hat mit Ihrem letzten Roman die fast gleiche Handlung beschrieben. Schade, hatte mir mehr davon versprochen,die Reihe um Kluftinger fing vielversprechend an, aber mit jedem Band wurde ich mehr enttäuscht.

20.04.2010 08:46:56
Marplekrimi

Das war das erste Buch, dass ich von Michael Klüpfer und Volker Kobr gelesen habe. Der Aufbau der Geschichte ist den Autoren sehr gut gelungen. Die Szenerie mit dem eingeschneiten Hotel, dass abgeschlossen sein von der Außenwelt, kein Empfáng mit dem Handy, erinnerte mich erst an den Roman \\"Der norwegische Gast \\" von Anne Holt, die auch einen Mord in einem zugeschneiten Hotel aufklären mußte. Kluftinger und Langhammer sind mir auf anhieb sympathisch, ich mag die Art wie die beiden sich gegenseitig bekriegen und einer den anderen ausboten will. Der trockenen Humor der beiden Autoren ist genau das richtige für mich. Kluftinger und Langhammer erinnern mich im laufe des Romans immer mehr an Walther Matthau und Jack Lemmon, die beiden hatten auch so einen wunderbaren Humor. Das Buch ist sehr gut geschrieben, leicht verständlich und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt. Wenn man dieses Buch anfängt zu lesen ist man direkt in der winterlichen Szenerie gefangen und es fiel mir schwer das Buch wieder aus der Hand zu legen, weil mich Kluftinger und Langhammer immer mehr in die Geschichte hineingezogen haben. Die Aufklärung des Mordes nach Agatha Christie´s \\"Poirot\\" finde ich klasse, denn ich mag Agatha Christie Romane sehr gern. Der Täter war für mich allerdings nicht ganz so überrschend. Ein absolut gelungenes Buch, und die anderen Folgen von Kluftinger werde ich mir auch noch zulegen.

30.03.2010 23:46:19
Brengel

Vorab: Das Buch hat mich gut unterhalten. Es hat mich nicht begeistert, aber ich habe einige Male herzhaft gelacht. Doch ich habe nach diesem Buch auch keinen Anreiz verspürt, einen weiteren Kluftinger-Roman zu lesen.Meiner Meinung nach haben die Autoren spätestens mit diesem Roman die Grenze vom Kriminalroman zur Krimi-Persiflage überschritten. Der Handlungsrahmen wirkt sehr bemüht, Spannung entsteht kaum, dafür wartet die nächste Pointe spätestens auf der übernächsten Seite. Daher bleibt auch kein Raum für Charakterentwicklung. Die auftretenden Personen sind kaum mehr als Schießbudenfiguren, das gilt selbst für die Protagonisten. Bei Lauchhhammer ist dies auch in den vorigen Bänden angeklungen, aber auch Kluftinger ist keine ernsthafte Figur mehr (akustische Auswirkungen seiner Peristaltik!). Wie eingangs gesagt ist dies alles ganz unterhaltsam, aber nach meinem Eindruck war diese Krimi-Reihe ursprünglich vielversprechender und hat bei aller augenzwinkerder Komik den Hauptfiguren ihre Ernsthaftigkeit und auch Glaubwürdigkeit belassen.Es würde mich freuen, wenn das Autoren-Duo die Kurve kriegt - weg vom schlichten Klamauk, hin zu überzeugenden Handlungen und Figuren.

08.03.2010 14:10:02
anyways

Die Rauhnächte, also die Nächte zwischen den Jahren, haben im Allgäu schon immer für allerlei Aberglauben herhalten müssen, und da im Wort Aberglauben ja auch immer "Glauben" steckt, hat Kluftinger schon ein mulmiges Gefühl , als er zusammen mit seiner Erika und den Langhammers ins Luxusberghotel fährt.

Oder liegt das einfach nur an Langhammers grottenschlechten Fahrstil?

Endlich angekommen werden die vier von der Hotelinhaberin Silvia König begrüßt und mit dem Tagesprogramm vertraut gemacht.Denn sie und alle anderen Gäste sind auf Einladung der Frau König hier um das renovierte Hotel einzuweihen, und die ersten Mitspieler der neuen Attraktion des Hotels zu sein. Um diesem etwas mehr Besucherzahlen zu bescheren, werden Live-Kriminalspiele á la Agatha Christie abgehalten. Dumm nur das einer der Gäste wirklich als "Eine Leiche zum Dinner" endet. Von der Außenwelt durch starke Schneefälle und Lawinengefahr abgeschnitten, nehmen Kluftinger und sein übermotivierter Assistent Langhammer eher unfreiwillig die Ermittlungen auf.



Meine Meinung:

Jetzt weiß ich auch, warum Klufti so zum Kult avanciert.

Die Autoren haben in ihm die völlig glaubwürdige Person eines grummelnden, schrulligen und kleinbürgerlichen Beamten geschaffen. Viele Textpassagen sind einfach urkomisch, wie etwa die Kommunikationsversuche via Internet, die morgendlich Schlacht am Büffett und Langhammers Übereifer.

Auch die Hommage an Agatha Christie gelingt perfekt ohne aufgestzt zu wirken.

Zum Buch:

Der Einband und die Gestaltung des Umschlages gefallen mir sehr gut, auch das Lesebändchen ist für mich , als chronische "Lesezeichenverlegerin", sehr praktisch. Den einzigen kleinen Minuspunkt den ich gebe , ist die doch sehr kleine Schrift, da könnte man ruhig grosszügiger sein.

Fazit:

Lesegenuß vom Allerfeinsten.

23.02.2010 12:36:39
Michael

Ein wunderbar konstruierter Fall, mit vielen Anlehnungen an Agatha Christie und Co. Die Handlung spielt nur in einem Hotel, konzentriet sich den dortigen Schauplatz und basiert auf gut rausgeputzten Charakteren. Ebenso wunderbare Scenen, wie ein unerfahrener Kommissar am reichhaltigen Frühstücksbuffet, oder bei seiner ersten Massage. Eine der besten Allgäu Bücher der Autoren Kobr/Klüpfl.

14.02.2010 18:12:36
stjerneskud

Altes lesenswert neu verpackt

Von Volker Klüpfel und Michael Kobr selber hatte ich bis dato noch nichts gelesen, aber von der Krimi-Reihe um Kommissar Kluftinger hatte ich immerhin schon gehört und war jetzt sehr gespannt durch diesen Band zu erfahren, was anderen an der Serie so gut gefällt. In keinster Weise tat es mir leid, das Buch gelesen zu haben. Der Schreibstil liest sich erfrischend und bereitet einem größtest Vergnügen beim Lesen. Vorallem wenn man zuvor einen sehr viel ernsteren Krimi gelesen hatte, tat es jetzt gut, auch mal lachen zu dürfen. Die ersten vier Bände muß man nicht gelesen haben, um mit diesem zurecht zu kommen, obwohl es nicht immer ganz klar zu verstehen ist, warum Kluftinger vom Typ her so ist wie er ist und wieso er dieses zwiespältige Verhältnis zu Doktor Langhammer hat.

Herzerfrischend ist auch das Thema des Krimis, das schon einige Male verwendet wurde und immer mal wieder gerne kopiert wird, aber hier kommt der Witz und der Charme nicht zu kurz, so dass einem vergnügliche Lesestunden bereitet werden. Anne Holts Krimi „Der norwegische Gast“ behandelte das gleiche Thema und er las sich längst nicht so gelungen. Nun werde ich nicht darum herumkommen, auch die anderen Kluftinger-Bände zu lesen.

„Rauhnacht“ kann ich jedem empfehlen – die Kluftinger-Fans stürzen sich auf jeden Fall darauf, aber auch diejenigen, die ansonsten mit dem Genre nichts anfangen können, bietet es einen guten Einstieg, in die Welt der Kriminalromane.

18.01.2010 12:48:42
Antje Schmalzbauer

Kommissar Kluftinger und das Ehepaar Langhammer (sehr zu Kluftis Freude) sind eingeladen zu einem erholsamen Wochenende, incl. Live-Kriminalspiel, in einem Berghotel in den Allgäuer Alpen. Doch die idyllische Stimmung wird getrübt. als ein Hotelgast tatsächlich ermordet wird. Das Besondere an diesem Mord ist, dass das Hotelzimmer des Ermordeten von innen verschlossen ist. Dazu sind sie von der Außenwelt abgeschnitten, da ein Schneesturm tobt und höchste Lawinenwarnstufe gilt. Kluftinger ist auf sich alleine gestellt, denn auch das Telefonnetz ist zusammen gebrochen. Doch nein, Doktor Langhammer bietet seine Hilfe an und ein Stern geht auf am Kriminalerhimmel. Der Fall scheint verzwickt, denn wie sich herausstellt, stehen alle geladenen Gäste in einem Bezug zum Toten und eigentlich haben auch alle ein Motiv. Und das alles in den berühmt-berüchtigten Rauhnächten. Meine Meinung ist, dass dies nicht der beste Klufti der Serie ist, aber er ist unterhaltsam und amüsant. Er besticht durch so manche Situationskomik, wobei manches ein wenig überzogen wirkt. Kluftinger als der typische Antiheld, der zwar beruflich ein Ass ist, im Privatleben aber ein wenig trottelig, was vor allem seine Frau Erika zu spüren bekommt. Das sollte in den weiteren Fällen nicht noch mehr ausgereizt werden. Bei aufmerksamem Lesen, kommt man auch schnell auf den Mörder, also hält sich die Spannung in Grenzen. Die Anlehnung an Agatha Christie mit ihrem Meisterdetektiv Hercule Poirot ist gut gelungen. Auch in "Rauhnacht" wird die ganze Gruppe zusammengeholt und über Ermittlungsfortschritte und schließlich die Aufklärung informiert. Der Schluss wirkt etwas dick aufgetragen, aber darüber kann man hinwegsehen. Die Autoren haben wieder einen unterhaltsamen Krimi auf den Weg gebracht. Brummbär Kluftinger hat seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht.

17.01.2010 16:46:37
Isa

Kommissar Kluftinger und seine Frau werden zusammen mit dem Ärzteehepaar Langhammer in ein Hotel im Allgäu eingeladen. Die Besitzerin des Hotels verdankt Kluftinger ihr Leben und möchte sich so revanchieren. Das Besondere an dem Aufenthalt: das Wochenende soll durch eine Krimi-Vorführung untermalt werden, bei der die Gäste mitspielen und auch selber den Täter ausfindig machen müssen. Doch schon am ersten Abend wird aus diesem harmlosen Spiel bitterer Ernst. Denn einer der Gäste wird tot in seinem Zimmer aufgefunden. Das Hotel ist aber durch heftigsten Schneefall samt Lawinengefahr komplett von der Außenwelt abgeschnitten, was auch heißt, dass sich der Täter immer noch im Hotel aufhalten muss. In Ermangelung polizeilicher Verstärkung engagiert Kluftinger den überaus eifrigen Dr. Langhammer als Assistent, der sich auch gleich mit seinem Kinder-Detektiv-Koffer auf Spurensuche begibt. Ziemlich schnell entdeckt das Ermittler-Duo, dass eigentlich so ziemlich alle Gäste des Hotels ein Motiv für den Mord gehabt hätten. Doch wer ist denn nun der Täter?

Der Titel des Buches „Rauhnacht“ bezeichnet einen Aberglauben, nach dem in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr das Geisterreich offensteht und die Geister Zutritt zu unserer Welt haben. Dieses Ammenmärchen sorgt dafür, die Stimmung im Hotel noch mehr anzuspannen.

Dies war mein erster Kluftinger-Fall aber der etwas tapsige und unbeholfen wirkende Kommissar hat mich sofort für sich eingenommen. Die Szene am Frühstücksbuffet steht außer Konkurrenz. Auch die ständigen Streitereien und das Kompetenzgerangel zwischen Klufti und Langhammer sind Gold wert.

Die Auflösung des Falls war meiner Meinung nach relativ vorhersehbar, was aber der Geschichte und seiner Umsetzung keinen Abbruch tut. Das Buch ist eine Hommage an alte Agatha Christie Krimis und so ist es auch nur passend, dass Klufti im Rahmen des Krimi-Wochenendes den Hercule Poirot geben soll.

Wer Lust auf einen unblutigen, nicht ganz konventionellen aber dennoch spannenden Krimi hat, der sollte dieses Buch lesen.

10.12.2009 14:54:05
Enya

Ich bin von dem neuen Kluftinger total enttäuscht. Ich habe alle Vorgänger gelesen und fand alle echt genial. Bis auf diesen. Ich habe mich durchgequält und mir immer wieder die Frage gestellt, was soll das? Kein bißchen witzig, geschweige denn spannend. Ich fand es von der ersten Seite an langweilig.
In dem eingeschränkten Kreis fehlten die liebgewonnenen Akteure, dafür war Langhammer viel zu präsent. Auch Kluftis Gedanken, die ihn ausmachen, waren diesmal leider nicht dabei. Und die Spannung hielt sich in Grenzen.

27.11.2009 16:20:54
baer

Es ist schon ein paar Tage her, dass ich dieses Buch verschlungen habe. Ich kann den Kritikern nicht folgen; ich finde das Buch gelungen. Gut ... das Thema ist nicht neu, doch die Umsetzung fand ich prima. Und ... die Silvesterszene könnte ein neues "Dinner for one" werden. Überhaupt nicht verstehen kann ich, wie man den Film "Erntedank" gut finden kann - für mich eine ganz schlechte Verfilmung des Buches. Die Charaktere habe ich nicht wiedererkannt.

21.11.2009 19:31:37
Juliette

obwohl ich den kluftinger bisher immer sehr gerne gelesen habe, muss ich mich leider der bisher hier überwiegenden meinung anschließen: das buch ist lieblos verfasst, die figuren werden unsymphatisch und der klassiker "mord im eingeschneiten hotel" ist fantasielos umgesetzt. unglücklicherweise hatte ich kurz zuvor auch noch "der norwegische gast" von anne holt gelesen, in dem das hotel-thema wesentlich besser umgesetzt wird. klufti wird in "rauhnacht" mit charakterzügen ausgestattet, die mehr als unsymphatisch sind, langhammer nervt und ich habe mich merhmals gefragt, warum klufti sich gegen langhammer nicht durchsetzen kann. teilweise habe ich mich fremdgeschämt.ich stimme edelbert frey zu, dass auch ich in den nächsten kluftinger intensiv reinlesen werden.

14.11.2009 19:34:15
Edelbert Frey

Stimme Martin absolut zu:
Dieser Kluftinger war das Geld nicht wert.
Was als lesenswerte Krimireihe begann, scheint nun zur "Gelddruckmaschine" zu verkommen.
Qualität wird verramscht und landet auf dem Altar des Mainstream-Kult.
Beim nächsten Kluftinger werde ich mich erstmal zehn Seiten lang in die Buchhandlung setzen und dann abwägen ob ich dafür Geld ausgebe.
Der Kluftinger der ersten Bände würde für solch ein armseliges Bauerntheater wie Rauhnacht sein Geld zurückfordern.

13.11.2009 15:58:15
charlotte_30

Rauhnacht, der fünfte Kluftinger Fall. Der Titel steht für eine Metapher, in den Nächten zwischen Weihnachten und Silvester ist die Zeit der Rauhnächte. Nach alten Aberglauben steht das Geisterreich offen, die Toten haben ungehinderten Zugang zu unserer Welt. Kommissar Kluftinger reist in dieser Zeit in ein abgelegenes Allgäuer Berghotel. Die Szenerie des Hotels spricht Kluftinger an und als er erfährt, dass er beim Krimi-Time-Wochenende den berühmten Hercules Poirot spielen soll, kann er seinen ungeliebten Dr. Langhammer sogar ertragen. Doch nun passiert das Unvermeidliche aus Spiel wird Ernst. Mit dem Fund der Leiche muss Kluftinger ermitteln, da er und die anderen von der Außenwelt abgeschnitten sind, engagiert er Langhammer, der ihn unterstützen soll. Dieser ist mit einem Kinderdetektivkoffer für den Notfall ausgestattet. Der raubeinige Umgangston der Beiden, lassen vermuten, dass diese beiden Figuren in den anderen Fällen häufig aneinandergeraten sind. Die Ermittlungen laufen und Kluftinger zeigt, dass alle im Hotel verdächtigt sind. Die Lösung des Falles gleicht der Lösung von Hercules Poirot in „Der Tod auf den Nil“ und das ist nur ein Hinweis an die Hommage für Agatha Christie. Die Zusammenstellung der Hotelgäste erinnert an die Geschichte „Und dann gab es keinen Mehr“ ebenfalls von Agatha Christie. In Rauhnacht haben im Gegensatz zur Christie nicht alle Gäste eine böse Tat begangenen, sondern sind vom Opfer geschädigt wurden.
Die Sprecher des Hörbuchs waren die Autoren, sie gaben allen Figuren eine unverwechselbare Stimme und dadurch entstand ein Polylog, der dem Hörer glaubhaft machte unterschiedliche Sprecher wahrzunehmen. Der dialektische Einsatz der Sprache war passend und dennoch gut verständlich. Kluftinger und Langhammer können durch dieses Hörbuch viele neue Anhänger finden. Es war für die Verständnis des Romans nicht die Kenntnis der anderen Teile erforderlich. Ein großartiges Hörbuch, dass nur zu Empfehlen ist.

12.11.2009 20:24:33
Martin

Für mich mit Abstand der schwächste Kluftinger-Fall, total nervend die ersten 100 Seiten, offenbar will man die TATORT-Clowns Boerne/Thiel kopieren. Dabei wäre es wirklich eine prima Ausgangslange gewesen. Zugeschneites Berghotel - da hätte man was draus machen können. Stattdessen bloss warme Luft und "Klamauk". Dieses Buch war das Geld nicht Wert. Mir wäre es lieber, wenn bloss alle drei Jahre ein Kluftinger käme, der aber wirklich Klasse hätte. Fazit: Chance verpasst.

11.11.2009 16:26:16
Christina Rummel

Ich war großer Kluftinger-Fan und habe sogar die Verfilmung von "Erntedank" in Kluftis Heimatstadt Altusried angeschaut, aber hier wird eindeutig die Kuh gemolken solange der Hype um Klufti anhält. Absolut enttäuschend, langweilig und bemüht komisch. Bis zum Ende des Buches habe ich gedacht, na ja vielleicht kommt noch was, aber es bleibt auf einem Level und das ist niedrig. Ich habe wirklich mehr erwartet, dagegen war der Film wirklich sensationell.

11.11.2009 16:21:45
Andrea

Man nehme eine total ausgelutschte Story Marke Agatha Christie, ein paar stereotype, klischeehafte Personen, einen Haufen Slapstick aus der untersten Schublade, fülle dies zwischen zwei Buchdeckel, schüttle einmal kräftig und vergesse nicht, zwei zugkräftige Autorennamen dazu zu schreiben. Und fertig ist.: die Enttäuschung des Jahres.

P.S. Ich bin bekennender Fan der vier Vorgängerbücher von "Rauhnacht".

07.11.2009 21:34:45
Thilo

So etwas armselig erbärmliches hab ich ewig nicht mehr gelesen ... für so einen einfallslosen Plott wäre Agatha Christie vor 30 Jahren gesteinigt worden. Warum wird um diesen Blödsinn ein solcher Hype veranstaltet? Am liebsten hätte ich das Buch schon nach 20 Seiten zur Seite gelegt, hab mich aber hindurchgequält. Fazit: Verschenkte Zeit

07.11.2009 18:58:08
Maria-Luise

Wieder ein Kluftinger wie ich ihn mag. Diesmal ist der Kreis der Mörder eingegrenzt, Familie Kluftinger und das Ehepaar Langhammer verbringen ein sogenanntes Krimiwochenende in einem Berghotel , das einschneit und von der außenwelt abgeschlossen ist. So ist Kluftinger auf sich und leider auch auf Dr. Langhammer gestellt, als er diesen Mord aufklären will.

06.11.2009 14:56:55
Jo

Grundsätzlich hat mir das Buch gefallen: die überschaubare Geschichte, die Ermittlungen und die Entwicklung der Figuren, die Auflösung des Falles und auch die Winteratmosphäre.
Was genervt hat. war zuviel Langhammer (warum fährt Kluftinger denn überhaupt mit ihm in Urlaub) und das teilweise dämliche Verhalten von Kluftinger. Egal, ob er sich am Frühstückbuffet wie ein Volltrottel benimmt oder alles einsteckt, was nicht niet- und nagelfest ist. Da wurde der Bogen überspannt, das war nicht mehr komisch sondern blöd.

04.11.2009 21:05:21
Edelbert Frey

Für mich war Rauhnacht eine einzige Enttäuschung. Zu viel Langhammer, zu wenig wirkliche Spannung, zu viel Komödie auf Laientheater-Niveau, zu wenig Krimi.
In den Kluftinger-Romanen zuvor war die Balance zwischen Arbeit am Fall und den privaten Kabbeleien mit Langhammer gut gelungen, aber nun, in Rauhnacht, diese Dauerpräsenz von Langhammer: Eindeutig zu viel des Schlechten!
Und nachdem sich bei mir nun auch noch die Schauspieler aus dem Kluftingerfilm ins Hirn gebrannt haben, fiebere ich dem nächsten Roman überhaupt nicht mehr entgegen.

04.11.2009 12:13:42
Bettina

Ein Fall für Kommissar Kluftinger, ein Kult-Kommissar, wie ich gehört habe. Dementsprechent gespannt war ich, was es mit diesem Allgäuer Original auf sich hat. Tatsächlich wurden die Erwartungen nicht enttäuscht. Dabei beginnt das Buch eher mit einem missmutigen Unterton. Kluftinger wurde zu einem Krimi-Wochenende in das Hotel der ehemailgen Ski-Olympiasiegerin Julia König eingeladen, wo die Gäste einen fiktiven Mordfall klären sollen. Alleine schon die Anfahrt gerät zur Tortour, denn der begleitende Doktor Langhammer und dessen Frau haben ein Faible für kindischen Zeitvertreib. Einzig die Aussicht auf die herrliche Bergkulisse kann Kluftinger versöhnen.

Doch wie sollte es anders sein: Aus dem Spiel wird Ernst. Während der Präsentation des Krimispiels fällt das Licht aus und einer der Teilnehmer erscheint nicht auf Stichwort zu seinem Auftritt. Von der Hotelchefin um Hilfe gebeten, finden Kluftinger und Langhammer den Banker Carlo Weiß leblos auf seinem Zimmer. Widerwillig übernimmt Kluftinger die Ermittlungen, denn alles scheint sich gegen ihn verschworden zu haben: Das Hotel ist von der Umwelt abgeschnitten und noch dazu stürzt sich Langhammer mit ungestümem Feuereifer auf die "Assistenzstelle" beim Kommissar. Kluftinger stößt auf einige Gäste, die mit Carlo Weiß eine Rechnung offen hatten.

Ich hatte ein Buch in der Hand, für das sich die Vernachlässigung sämtlicher Pflichten gelohnt hat und das für eine ganze Menge Lacher gesorgt hat. Doktor Langhammer hält sich für ein verkanntes Krimialer-Genie und präsentiert Kluftinger unverzichtbare Utensilien zur Verbrecherhatz: Pulver und Pinsel für die Begutachtung von Fingerabdrücken und gar eine Pfeife mit Sherlock Holmes-Mütze - aus einem Detektivkoffer für Kinder, den ihm die Mutter zugesteckt hat. Darüber hinaus nimmt er seine Aufgabe derart Ernst, dass er seinen selbstgewählten Chef richtig in Schwerigkeiten bringt. Bei Kluftinger reicht es fast für eine Ohnmacht, bei mir gab\'s überstrapazierte Lachmuskeln. Der Fall selbst allerdings ist zwar gewitzt, aber Eingies konnte man doch immer wieder vorausahnen. In diesem Fall störte das mein Lesevergnügen aber nicht, denn man darf Kluftinger ganz offensichtlich nicht als Kommissar mit potenziell echten Vorbildern nehmen - so hoffe ich jedenfalls ;-).

Dem Autorenduo Klüpfel / Kobr ist eine kleine Hommage an den klassischen Krimi gelungen, der schon früh immer wieder auf Locked Room Mysteries baute. Daher gab es hin und wieder Szenen, die mich an andere Krimis erinnerten. Mir hat dieses Schema enorm gut gefallen, weil es so gar nicht wie eine Kopie wirkte, sondern dank des einmaligen Ermittler-Gespanns sehr eigenständig daher kam. Kluftinger als Grantler und Sparfuchs, der sich im Hotel erst einmal großzügig die Shampoo-Fläschchen für Zuhause einsteckt und Doktor Langhammer, der mit einem mächtigen Jeep (ohne Allradantrieb!), einem Haufen Gepäck, etwas Mangel an Einfühlungsvermögen und einem Zuviel an Fantasie aufkreuzt.
Ganz besonders gefallen hat mir die Weltfremdheit des Kommissars, der nur mit großer Hilfe ins Internet kommt und nicht einmal über Hotel-Buffets zum Frühstück Bescheid weiß. Wer mit Humor gewürzt über solche ulkigen Typen lesen mag, scheint mit Kluftinger sein Los gezogen zu haben.