Fuchs du hast die Gans gestohlen

Erschienen: Januar 1997

Bibliographische Angaben

  • London: Headline, 1991, Titel: 'A Season for Murder', Seiten: 243, Originalsprache
  • Berg: Lübbe, 1997, Seiten: 383, Übersetzt: Edith Walther
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2000, Seiten: 414
  • Augsburg: Weltbild, 2003, Seiten: 383
  • Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008, Seiten: 4, Übersetzt: Eva Michaelis

Couch-Wertung:

58°
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Peter Kümmel
Leichte Verbesserungen zum Vorgänger

Buch-Rezension von Peter Kümmel Mai 2003

Nachdem Meredith Mitchell, Diplomatin im Auswärtigen Dienst, in ihrem ersten Fall nur kurz auf Heimaturlaub in England war, hat Ann Granger ihre Heldin nun, 18 Monate später, endgültig aus Ungarn zurückbeordert, so daß einer dauerhaften Serie um die hübsche, aber etwas unnahbare Konsulin und Alan Markby, den alleinstehenden Inspector, sowie einer gemeinsamen Zukunft des potentiellen Liebespaares nichts mehr im Wege steht. Sollte man meinen. Die Krimireihe hat, wie wir mittlerweile wissen, bereits eine langjährige Tradition, doch die Annäherung zwischen dem schüchternen Alan und der an Beziehungsängsten leidenden Meredith verläuft auch in ihrem zweiten gemeinsamen Fall noch immer zäh und schleppend.

Es kommt nicht von ungefähr, dass ich meine Besprechung mit diesem Thema beginne, denn man hat den Eindruck, dass die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten und nicht der eigentliche Kriminalfall im Mittelpunkt des Romans stehen. Einem Debüt einer Reihe gestehe ich gerne einen gemächlichen Start zu, der notwendig sein kann, um die einzelnen Charaktere einzuführen. Doch auch der zweite Band der Reihe kommt nur äußerst langsam in die Gänge und auch hier muß erst wieder ein Drittel des gesamten Buches gelesen werden bis zu einem Ereignis, das Auslöser für einen Kriminalfall sein könnte. Doch sieht es im ersten Moment, ja noch nicht mal im zweiten so aus, als ob es sich bei dem Todesfall auch wirklich um ein Verbrechen handelt.

Zwischenfall bei der Fuchsjagd

Von im Ausland weilenden Bekannten hat Meredith Mitchell ein kleines abgelegenes Cottage gemietet, in dem sie zunächst einige freie Tage über Weihnachten genießen möchte, bis nach Neujahr die Pendelei nach London beginnen soll. Die meisten der kleinen Häuschen dienen den Besitzern als Wochenend- oder Urlaubsdomizil, so daß man sich dort recht einsam fühlen kann. Meredith freundet sich schnell mit ihrer Nachbarin Harriet Needham an. Die hübsche junge alleinlebende Frau ist eine begeisterte Reiterin und freut sich schon auf die bevorstehende Fuchsjagd, die jedoch auch vehemente Gegner in der Bevölkerung hat.

Dies erfährt Meredith, als sie beim Weihnachtseinkauf von Simon Pardy, einem jungen Mann belästigt wird, der Unterschriften für eine Petition gegen die Fuchsjagd sammelt. Dieser junge Mann ist es auch, der zum Mittelpunkt wird, als sich die Reiter zu Beginn der Jagd versammeln. Harriets Zustand ist an diesem Morgen recht eigenartig. Sie macht den Eindruck, als ob sie ziemlich angetrunken ist. Sie scheint gar nicht bei sich zu sein, als sie auf die Gruppe von Demonstranten zureitet, in der Simon hefitg mit einem großen Plakat vor Harriets Pferd herum springt. Das Pferd scheut, Harriet fällt wie ein nasser Sack zu Boden und ist auf der Stelle tot.

Obwohl gegen Simon ermittelt wird, kann man ihm kein schlimmeres Vergehen als grobe Fahrlässigkeit nachweisen. Stutzig wird Alan Markby erst, als die Obduktion ergibt, dass Harriet zum Zeitpunkt ihres Todes vollgepumpt mit Tranqulizern war und ihre Putzfrau behauptet, Harriet hätte niemals Tabletten genommen.

Die Figuren wirken lebendiger

Das Schema des zweiten Serienbandes weicht nicht großartig von dem des ersten ab. Fehlende Spannung ist auch hier wieder Kritikpunkt Nummer 1. Die Autorin wirkt bemüht, doch fehlt noch immer die Routine anderer British Crime Ladies.

Eine leichte Verbesserung ist in der Darstellung der Charaktere zu erkennen. Die Anzahl der Personen bleibt überschaubar, so daß weder Leser noch Autorin überfordert werden. Die Figuren wirken besser herausgearbeitet und wirken etwas lebendiger, jedoch bleibt immer noch Steigerungspotential. Auch die Atmosphäre der ländlichen Umgebung kommt besser heraus. Die deutlichste Steigerung aber ist am Schluß zu erkennen. Die Lösung erfolgt zwar wieder nicht aufgrund von logischen Schlüssen und bietet dem Leser leider auch keine Möglichkeit zum Mitraten, ist jedoch nachvollziehbar und nicht übereilt.

Fuchs du hast die Gans gestohlen

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