Zeit der Raben

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • München: Heyne, 2007, Seiten: 430, Übersetzt: Ursula Gnade

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Sabine Reiß
Das Phantom auf dem Rücksitz fährt immer mit

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mai 2008

Der einsame Held der Krimis von Charles Todd ist Inspector Rutledge, ein Veteran des Ersten Weltkriegs, der mit einer Schützengrabenneurose von der Front zurückgekehrt ist und nun seit einiger Zeit wieder seinen Dienst bei Scotland Yard verrichtet. Seinem in sich gekehrten Wesen und seiner Menschenscheu kommt es zugute, dass er von seinem Chef, der ihn nicht leiden kann, gerne in die Provinz geschickt wird, um dort begangene Verbrechen aufzuklären. Zu erwähnen ist, dass Rutledge für uns als Leser nicht wirklich alleine unterwegs ist. Seine psychische Instabilität, die er natürlich zu verbergen versucht, äußert sich nämlich dahingehend, dass eine Stimme in seinem Kopf alle Erlebnisse kommentiert. Es handelt sich dabei um einen schottischen Soldaten namens Hamish, den Rutledge wegen Befehlsverweigerung erschießen ließ.

Rutledge hat ihm vorliegenden achten Teil der Serie jedoch nicht nur mit den bereits altbekannten Bedrohungen seines Gemütszustands zu tun, sondern er wird tatsächlich verfolgt. Zumindest findet er gravierte Patronenhülsen an Orten, an denen er sich aufhält - ein Rätsel, dass ihn auf seiner Fahrt nach Dudlington, einem Dorf in Northamptonshire begleitet. Der dortige diensthabende Polizist, Constable Hensley, wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er mit einem Pfeil im Rücken in einem Wäldchen gefunden wurde. Dieses Wäldchen wird von der abergläubischen Dorfbevölkerung gemieden wie der Teufel das Weihwasser meidet.

Was suchte der Constable an diesem unheimlichen Ort? Glaubte er an die Gerüchte, dass dort die Leiche von einem jungen Mädchen namens Emma Mason versteckt sei, das vor ein paar Jahren spurlos aus Dudlington verschwunden ist? Rutledge quartiert sich bei Hensley ein, da er im Pub nicht willkommen ist. Er vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag auf seinen Kollegen und dem Verschwinden der damals 17-jährigen Emma, auch wenn die Ereignisse zeitlich ein paar Jahre auseinander liegen. Die Dorfbewohner treten ihm mit Misstrauen gegenüber.

Mutter und Sohn schreiben gemeinsam an dieser Serie unter dem Namen Charles Todd. Inzwischen haben sie sich sozusagen "eingeschrieben", logische Brüche sind keine vorhanden und die gesamte Handlung besteht aus einem Guss. Die beiden Amerikaner zeigen ein nachvollziehbares Bild des Nachkriegsenglands, dabei ist ihr Erzählstil zeitlos und nicht zu stark historisch ausgerichtet.

Das Motiv, dass Inspector Rutledge als Außenseiter auf eingeschworene Gemeinschaften (vorzugsweise dörflicher Natur) trifft, zieht sich wie ein roter Faden durch all ihre Bücher. Zudem ist die Beschreibung sowohl der Stimmung als auch der Charaktere immer mit recht großer Intensität ausgestattet, die normalerweise den Leser leicht in ihren Bann zieht. Auch hier verspürt man mehr als einen Hauch davon, jedoch gelingt es den Autoren nicht, den Leser so stark fesseln wie in den ersten Bänden, was jedoch weniger an fehlender Atmosphäre als an den Längen im Mittelteil liegt, wo die Ermittlungen des Inspectors nicht recht vorankommen. Dies geht auf Kosten der Spannung.

Der Plot wird wie immer langsam aufgebaut, der Leser ebenso langsam mit den Figuren vertraut gemacht. Der vom Schicksal gebeutelte Inspector wird zwar nicht mehr ganz so ausführlich vorgestellt, wie in den Anfängen, doch auch für den Neuleser erschließt sich der Hintergrund des Protagonisten leicht. Alle Krimis um Rutledge sind ohne Probleme unabhängig voneinander zu lesen, auch wenn der erste sicherlich als Schlüsselroman zu sehen ist.

Zeit der Raben ist wie alle Bände der Reihe ohne Zweifel kein Thriller, bei der eine atemlose Jagd auf einen Mörder stattfindet. Stattdessen wird hier ganz langsam ein Puzzle zusammengesetzt, das im vorliegenden Fall weniger auf der Kombinationsgabe des Protagonisten als auf seiner Intuition basiert. Den beiden Autoren geht es darum, die Hintergründe und Motive des Verbrechens aufzuzeigen, nicht, den Schuldigen zu verurteilen.

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