Dunkle Spuren

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • New York: Thomas Dunne Books, 1999, Titel: 'Search the dark', Seiten: 279, Originalsprache
  • München: Heyne, 2005, Seiten: 416, Übersetzt: Uschi Gnade

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Sabine Reiß
Ermittlerduo von Autorenduo

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mai 2005

England, einige Tassen Tee, Nebel, Mord, ein Inspektor... Die Krimis von Charles Todd, einem Autorengespann aus Mutter und Sohn, verfügen ganz sicher über eine ganze Menge Atmosphäre und passen in diese Schublade. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass sie nicht in der heutigen Zeit spielen, sondern kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Inspector Rutledge, der Serienheld, leidet zudem noch an einer Schützengrabenneurose, weil er im Krieg einen ihm unterstellten Soldaten wegen Befehlsverweigerung erschoss. Der Geist dieses Mannes, Hamish, begleitet ihn immer als Stimme in seinem Kopf, ist Partner seiner zahlreichen Zwiegespräche mit sich selbst und gibt ihm Ratschläge für seine Ermittlungen.

Die Gespenster der Vergangenheit

Wenn man sich an Hamish erst einmal gewöhnt hat, kommt es einem fast normal vor, dass der obligatorische Assistent nicht wirklich existiert, so real ist er von den Autoren gezeichnet. Auch die Befindlichkeit von Rutledge ist allgegenwärtig, was er denkt und fühlt wird von Hamish ausgesprochen. Der Inspektor lebt für die Ermittlungen und versucht damit, dem Gespenst seiner eigenen Vergangenheit zu entfliehen. Seine Verlobte hat sich nach seiner Rückkehr aus dem Krieg von ihm entfremdet und die Verlobung gelöst. Seitdem lebt Ian Rutledge ohne größere Bindungen (außer zu seiner Schwester und der Witwe eines Freundes, die in einem späteren Roman erscheint) und ist nur zu gern weit weg von London in den Grafschaften eingesetzt.

Bei "Dunkle Spuren" handelt es sich um den dritten Band der Serie, der jedoch erst jetzt in deutscher Übersetzung verfügbar ist, nach den drei nachfolgenden Bänden. Das ist schade, stellt aber kein Problem dar. Die Entwicklung von Rutledge scheint nicht wirklich vorangeschritten zu sein und die Autoren geben in jedem Buch die nötigen Hinweise, um seinen Hintergrund zu verstehen.

Der einsame Inspektor wird nach Singleton Magna gerufen, um die dortige Polizei zu unterstützen, der der Fund einer nicht identifizierten Frauenleiche Rätsel aufgibt. Der vermeintliche Mörder ist bereits gefunden. Es soll sich dabei um Bert Mowbray handeln, der in der Frau seine Ehefrau wiedererkannt haben will, die mit den beiden Kindern 1916 in London bei einem Bombenangriff ums Leben kam, als er in Frankreich im Krieg war. Er hat sie auf dem Bahnsteig aus dem fahrenden Zug heraus gesehen und sich auf die Suche nach ihr gemacht. Wenn es sich jedoch bei der Ermordeten um die Ehefrau handelt, wo sind dann die Kinder? Diese zu finden ist die Aufgabe von Inspektor Rutledge.

Die Suche nach den Kindern

Er zweifelt an der Schuld Mowbrays und meint, dass der arme verwirrte Mann nur einer Fata Morgana erlegen ist. Wie es seine Art ist, befasst er sich akribisch mit dem dörflichen Leben und sucht dort nach vermissten Frauen. Er wird bald fündig: Margaret Tarlton ist von ihrem Besuch bei den Wyatts nicht zurückgekommen, wo sich für die Stelle im Museum vorgestellt hat. Doch wer hatte einen Grund, diese Frau ermorden? Oder hat man in Bert Mowbray doch schon den Schuldigen gefunden? Dieser Ansicht ist zumindest die örtliche Polizei und die Untersuchungen des Inspektors werden zusätzlich noch dadurch kompliziert, dass Miss Tarlton Bekannte in den höheren Kreisen der Gesellschaft hat.

Die Atmosphäre in den Büchern von Charles Todd ist immer sehr stimmig. Doch nicht nur wer historische Krimis mag, wird von den Schilderungen begeistert sein. Die Autoren hinterlassen ein sehr eindrückliches Gesamtbild des dörflichen Lebens und der verschworenen Gemeinschaft beim Leser, in der Ian Rutledge als Eindringling gesehen wird.

Attribute wie hochspannend und rasant kann man diesem Buch mit Sicherheit nicht nachsagen, aber auch die ruhigen Ermittlungen des Inspektors sorgen für genügend Spannung, so dass man das Buch nicht allzu gerne weglegen möchte. Bei "Dunkle Spuren" ist die Handlung nicht so zäh wie beim vorher erschienenen Band "Stumme Geister", das Ende jedoch, so überraschend es ist, hätte ich noch einen Tick besser erwartet.

Dunkle Spuren

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Letzte Kommentare:
14.12.2007 17:15:46
Helmut Krimileser

Offenbar sind mir sowohl die Atmosphäre des Romans als auch die Spannung der ruhigen Ermittlungen des Inspektor Rutledge und seines "Assistenten" Hamish entgangen. Ich fand den Roman eher langweilig. Immerhin wollte ich aber doch wissen, wer es war.
Apropos Hamish: seine Stimme im Kopf Rutledges als Verkörperung der Schützengrabenneurose, bzw. ganz schlicht als schlechtes Gewissen, ist für mich ziemlich unrealistisch und eigentlich auch überflüssig, denn zum Zweifeln an den eigenen Überlegungen zum Fall muss man nur selbst denken.

25.02.2007 13:52:31
Richard.H

Dieses Buch war nicht ganz so dramatisch und spannend wie z.b. "Kalte Hölle" oder "Auf dünnem Eis".Trotzdem hat die Inspektor Rutledge Serie ihren ganz eigenen Charakter und der ist sehr gut! Die Story war vieleicht etwas verwirrend weil es ganz einfach viele verdächtige Personen gab,aber der Schluß war doch sicher verblüffend.Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen,es lohnt sich wirklich!

19.09.2005 12:40:47
heinz

Die beste Krimiserie, die ich je gelesen habe, weil sie ganz und gar auf Effekthascherei verzichtet und zudem ein gesellschaftliches Bild der Zeit zeichnet. Hamish ist für mich weniger ein Fremder, den Rutledge auf seinem Gewissen hat, als vielmehr der 2. Rutledge, der hier seine Empfindungen zum Ausdruck bringt in der jeweiligen Spannungs- und Gemütslage in der sich gerade befindet. Ich bedaure nach jedem Buch, dass ich nicht sofort im nächsten weiterlesen kann.

14.06.2005 15:39:49
Ulrich

Gerade habe ich gelesen, dass der Autor die Bücher zusammen mit seiner Mutter verfasst. Sie ist auch zu spüren, die weibliche Feder; und gerade diese Art mag ich persönlich überhaupt nicht, sonst könnte ich mich ja für all die Bücher, die meine Frau liest, evtl. begeistern. Trotzdem habe ich diese "Dunkle Spuren" bis zum Ende gelesen, denn schlecht geschrieben ist es nicht: Bei all dem Kuddelmuddel hatte ich stets darauf gehofft, wenigstens am Ende durch die Personen durchzublicken. Und was dann am Ende herauskommt ist deshalb auch nicht überraschend, denn ich blickte bei den Personen, deren Motive oder auch nicht, überhaupt nicht durch.