Der Mann, der lächelte

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Ordfront, 1994, Titel: 'Mannen som log', Seiten: 371, Originalsprache
  • Wien: Zsolnay, 2001, Seiten: 381, Übersetzt: Erik Gloßmann
  • München: Saur, 2003, Seiten: 512, Bemerkung: Großdruck
  • München: dtv, 2005, Seiten: 376
  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2009, Seiten: 6, Übersetzt: Ulrich Pleitgen, Bemerkung: gekürzt
  • München: dtv, 2010, Seiten: 376

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Lars Schafft
Klassenkampf auf schwedisch

Buch-Rezension von Lars Schafft Sep 2003

Das Wetter ist schlecht. Die Menschen sind schlecht. Eigentlich die ganze Welt. Und erst recht die Wirtschaft. Das lehrt uns Henning Mankell in seinem Krimi "Der Mann, der lächelte".

Kurt Wallander ist am Boden. Dass er einen Menschen erschossen hat, verkraftet er nicht. Betäubt von Alkohol und Depression dreht er einsame Runden am Strand vom dänischen Skagen. Sogar den Dienst will er quittieren - für immer. Seine Tochter Linda schafft es immerhin, den todessehnsüchtigen Wallander wieder auf die Beine zu bringen. Doch wieder zurück auf die Wache? Niemals. Das Kapitel ist abgeschlossen.

Bis Sten Torstensson auftaucht. Dessen Vater, Anwalt in Wirtschaftsfragen, ist bei dichtem Nebel in seinem Auto umgekommen. Ein Unfall, wie die Polizei meint. Das war Mord, ist sich Sten Torstensson sicher. Auch Wallander glaubt der Theorie seiner Kollegen nicht mehr, nachdem er aus der Zeitung erfährt, dass Sten Torstensson erschossen worden ist.

Wallander nimmt die Ermittlungen auf, führt sich schneller wieder in den Job ein, als Kollegen und er selbst je geahnt haben. Die Spur der Torstenssons führt Kurt Wallander in die Bel Etage der schwedischen Wirtschaft, die zu allem bereit scheint, um ihren Reichtum sicher zu stellen...

"Der Mann, der lächelte" nutzt das alte David-gegen-Goliath-Motiv: Der unbedeutende Kommissar einer schwedischen Kleinstadt allein gegen ein Wirtschaftsimperium - Klassenkampf auf schwedisch. Dabei kann Mankells Roman nicht so fesseln wie Mörder ohne Gesicht. Wallanders Ermittlungen basieren zu häufig auf Inspiration, auf spontane Eingebungen und Gedankengänge, für die er selbst keine Begründung findet, die ihn der Lösung aber trotzdem näher bringen. Wallander-Superstar. Keine Frage, dass David Goliath schlägt - nur die Siegesfeier bleibt aus: Ist ja eh alles schlecht, jetzt auch noch die Wirtschaft. Alles in allem: einer der schwächeren Wallander-Krimis.

Der Mann, der lächelte

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