Kaltgestellt

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • London: Macmillan, 1999, Titel: 'The united state', Seiten: 533, Originalsprache
  • München: Heyne, 2001, Seiten: 559, Übersetzt: Thomas A. Merk
  • München: Heyne, 2002, Seiten: 559
  • München: Heyne, 2008, Seiten: 559

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Mysteriöse, scheinbar zusammenhanglose Vorgänge halten den britischen Geheimdienst in Atem. Der Premierminister ist bei einem Attentat ermordet worden. Paula Grey, Mitglied der Geheimdiensteinheit um Tweed, kann dem amerikanischen CIA-Agenten Dillon bei einem Terroranschlag kurz nach dessen Ankunft in London nur mit knapper Not das Leben retten. An den Botschaften in London kommt es immer häufiger zu dubiosen Zwischenfällen und bald kursieren Gerüchte, welche die Übernahme britischer Institutionen durch ein amerikanisches Syndikat ankündigen. Als ein Schweizer Kontaktmann, der sich unvermutet ins Spiel bringt, ein paar entscheidende Informatione liefert, steigt in Spezialagent Tweed plötzlich ein furchtbarer Verdacht auf … Die Nachforschungen führen Tweed und sein Team, das inzwischen durch Erpressungen und Mordanschläge bedroht wird, quer durch Europa. Alle Anstrengungen müssen darauf gerichtet werden, den Kopf hinter dieser gigantischen Operation zu entlarven und die Verschwörung in allerletzter Sekunde zu vereiteln. Koste es, was es wolle

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Letzte Kommentare:
21.05.2019 08:42:43
Später-Bronson-Fan

MISTER TWEED VERSUS AMERIKA

BESPRECHUNG DES ROMANS "Kaltgestellt" {'This united state'}.
Geschrieben 1999 von Colin Forbes (1923 - 2006).

Aus dem, was ich vorher von Colin Forbes und seinen Spionagekrimis gehört hatte, schloss ich auf etwas Ur-Britisches, Chauvinistisches, auf Old-School-Krimi-Action. Auf etwas, das sich vom Einerlei der High-Tech-Möchtegernthriller, der okkulten Verschwörungsschwarten und der leidigen Serienkillerdramen abhebt. Und genau das habe ich geboten bekommen.

"Kaltgestellt" handelt von nicht mehr oder weniger als der Übernahme Großbritanniens durch die USA (sic!).

Eine Annektierung, die auf mehreren Ebenen stattfindet. Diplomatisch. Militärisch. Mit Mitteln der Korruption und der Beeinflussung von englischen Pressemedien. Und auf der Ebene der Gewalt, ausgeführt von brutalen Gangstern, die direkt aus Filmen mit James Cagney und Edward G. Robinson entsprungen scheinen. Der US-Außenminister, der neue stellvertretende Direktor der CIA und die amerikanische Botschaft sind -- offensichtlich oder versteckt -- mit von der Partie. Angeführt wird der renitente Versuch, Großbritannien zum einundfünfzigsten Bundesstaat der USA zu machen, von einem geheimnisvollen Individuum namens CHARLIE...

Besagtem Charlie, Rondstadt, einem cholerisch-brutalen Gangsterboss, einem aus einem Horrorfilm stammenden Geldfälscher und diversen anderen schweren Jungs und schrägen Vögeln stehen die Heldinnen und Helden aus "Kaltgestellt" gegenüber. Die aparte Paula Grey, die immer griffbereit eine Pistole in ihrer Umhängetasche trägt. Der smarte Bob Newman, ein angesehener Auslandskorrespondent. Der geheimnisvolle Marler. Und natürlich Tweed, Mr. Tweed; ein Mann, wie Marler, ohne Vornamen, der stellvertretende Direktor einer englischen Geheimdienstbehörde.

Tweed, diese Assoziation liegt nahe, ist Steed, John Steed, der Geheimagent mit dem Schirm, dem Charme und einer Melone. Hier fehlen Schirm und Melone, dafür trägt er eine Hornbrille. Charakter und Gebaren sind aber identisch mit dem in der legendären Fernsehserie "Mit Schirm, Charme und Melone" {'The Avengers' 1961- 1969; 1976/77}. John Steed alias Patrick Mcnee. Paula Grey, Marler und Bob Newman bilden dabei sein allerneustes Team, wobei die taffe Paula der Ersatz für Cathy Gale, Emma Peel, Tara King und Purdey ist.

Das funktioniert dramaturgisch mehr als gut, entbehrt nur des Humors und der Skurrilität der Vorlage. Aber "Kaltgestellt" ist mindestens genauso britisch wie die hundertsiebenundachtzig Folgen lange Kultserie. Und genauso wie bei 'The Avengers' haben wir es hier mit coolen Typen, Profis, menschenverachtenden Bösewichten und englischen und ausländischen Stereotypen zu tun, nicht mit ausgefeilten Charakteren, deren Innenleben breit ausgewalzt wird. Man kennt solche Stories, in denen die Psyche der Handelnden über Gebühr thematisiert wird; neunzig Prozent solcher Ergüsse sind von einem Georges Simenon, dem unbesiegten Champion des psychologischen Kriminalromans, genauso weit entfernt wie die Erde vom Pluto. Mister Colin Forbes macht noch nicht einmal einen Versuch, diese lange Reise anzutreten. Er will ja seine Leser nicht langweilen.

Und das tut er auch nicht! Die Handlung schreitet im Marschtempo von einem Höhepunkt zum nächsten. Immer wieder passiert etwas, was einen davon abhält, das Buch zur Seite zu legen. Ein Meisterbeispiel für einen sogenannten Pageturner -- aber einen altmodischen, behäbigen, menschelnden Pageturner. Colin Forbes ist sechsundsiebzig Jahre alt gewesen, als er "Kaltgestellt" schrieb. Da dürfen die agierenden Gentlemen der Powerfrau Paula Grey auch schon mal den Anblick einer zerfetzten Leiche ersparen, ohne dass das gleich zum Anlass einer me-too-Debatte gerät.

Der Plot von "Kaltgestellt", der auch noch einen Serienkiller, namens DAS PHANTOM und eine amerikanische Flottille, die Kurs auf die britische Küste nimmt, enthält, hat mich durch seine verblüffenden Wendungen begeistert. Dass dann doch in jedem Absatz offensichtlich wird, hier frönt ein alter Brite der Legende von den Engländern mit der steifen Oberlippe, passt vortrefflich in das Gefüge der Geschichte.

Offensichtlich ist auch: Diese meine Wahrnehmung wird von der Hälfte der Rezensenten und anderer Schmierfinken im Netz nicht geteilt. Ich habe das erst registriert, als ich nach zwei Dritteln der Lektüre des Romans die entsprechenden Portale besuchte und aus Neugier die Textbeiträge las. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Ein Literaturkritiker, der sich wohl mehrmals zu Wort meldete und andauernd über das Niveau eines Jerry-Cotton-Heftchens schrieb, welches er in Colin Forbes Prosa wiederzuerkennen glaubte, ist mir dabei ganz besonders übel aufgestoßen. Andere machten sich unverhohlen lustig über den alten Engländer, der THE AVENGERS in neuer Form wieder auferstehen ließ.

Diese Leute haben die Grundstruktur von Forbes Romanen nicht erkannt und verstanden. Da wurden Namen wie Koontz, Ludlum und auch Daniel Silva, den ich sehr schätze, genannt. Aber mit diesen Herren hat unser 2006 verstorbener Autor nichts zu schaffen. Seine Quellen speisen sich literarisch aus Schreibern wie Ian Fleming oder Peter Cheyney, dem Erfinder von Lemmy Caution. Und vor allem basieren sie auf den Fernsehserien "Geheimauftrag für John Drake", mit Patrick McGoohan und "Nummer 6", ebenfalls mit McGoohan, und "Simon Templar, mit Roger Moore, und dem amerikanischen Fernsehklassiker "Solo für Onkel". Doch hauptsächlich Brian Clemens "Mit Schirm, Charme und Melone" stand Pate für die vierundzwanzigteilige Romanreihe um Mister Tweed.

Ich kann demnach dem spöttischen Hohn und den oberflächlichen Negativ-Kritiken nicht beipflichten. "Kaltgestellt" ist ein gelungener Unterhaltungsroman und gutes Lesefutter!

Warum dann nur vier Sterne, statt fünf? Na ja... Humor gehört nicht zu den Stärken des Altmeisters Forbes. Das ist mir schon aufgefallen. Dass er Spannungsdramaturgie über Logik setzt, will ich ihm nicht vorwerfen, aber fünfzig Prozent seiner Ironie läuft ins Leere. Und dann gibt es da ständig sich wiederholende Dialoge, die einfach überflüssig sind. Genau über die machen sich die Ludlum- und Clancy-Fans so lustig. Das hat manchmal faktisch den Charakter eines Panels des Comic-Klassikers "Blake und Mortimer". Ein Bild zeigt wie jemand ins Wasser fällt. Ein Kastentext in dem Bild erzählt, jemand falle ins Wasser... Dafür ziehe ich einen Stern ab.

Trotzdem ist der urbritische Gentleman Colin Forbes eine echte Entdeckung. "Kaltgestellt" macht Appetit nach mehr von ihm.

27.08.2013 15:15:49
Darix

Ein "Gut und Böse" Thriller, indem Großbritannien als "51. Staat" der USA vereinnahmt werden soll. Aktion vor Handlung und sinnvollem Aufbau/Entwicklung des Geschehens. Verfolgungen quer durch Europa, mit dem positiv handelnden Superspezialagenten Tweed. Etwas wirre Verschwörungstheorien, hier geht dem Autor das Seitenschreiben vor Qualität. Aktion um jeden Preis, die Handlung wirkt überzogen. Bessere politische Thriller, ebenfalls mit Aktion findet man bei Tom Clancy.