Du sollst nicht sterben

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • London: Macmillan, 2010, Titel: 'Dead like you', Seiten: 500, Originalsprache
  • Berlin: Argon, 2011, Seiten: 6, Übersetzt: Hans Jürgen Stockerl

Couch-Wertung:

93°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:86
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":1,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":1,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Andreas Kurth
Ungeahnte Abgründe der Perversion

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2011

Eine ausgelassene Silvesterparty in einem großen Hotel im englischen Seebad Brighton. Unter anderem feiert hier die Elite der örtlichen Polizei das neue Jahr. Kurz nach Mitternacht verlässt eine junge Frau den Saal – und wird brutal vergewaltigt. Als einige Tage später eine weitere Frau angegriffen wird, nimmt der Täter erneut ihre sündhaft teuren Schuhe mit. Detective Superintendent Roy Grace erinnert sich daraufhin an einen ungelösten Fall mit dem gleichen Muster, der viele Jahre zurück liegt. Den unbekannten Vergewaltiger nannte die Polizei damals den "Schuh-Dieb". Nun fragen sich die Ermittler, ob der Mann nach langer Pause wieder aufgetaucht ist und erneut sein schmutziges Spiel treibt. Denn das Vorgehen des Täter ist auffallend ähnlich, er hat es stets auf Frauen abgesehen, die sich gerade Designerschuhe in teuren Läden gekauft haben. Die Details der perversen Vergewaltigungen treiben den Ermittlern den Schweiß auf die Stirn – und der öffentliche Druck nimmt immer mehr zu.

Peter James mutet den Lesern in seinem neuen Thriller einiges zu. Die unappetitlichen Einzelheiten der Vergewaltigungen machen deutlich, dass es offenbar Abgründe der Perversion gibt, die man sich lieber nicht vorstellen möchte. Dennoch ist der Thriller keineswegs blutrünstig, vielmehr läuft der Autor zu Höchstform auf und macht einmal mehr deutlich, dass er ein hervorragender Geschichtenerzähler ist. Die Vergewaltigungen sind ziemlich heftiger Stoff – aber Peter James ist als Schriftsteller wirklich kreativ.

Die neue Serie von Vergewaltigungen hält die Ermittler in Atem, aber auch den Lesern wird einiges abgefordert. Die heftigen Zeitsprünge und abrupten Ortswechsel sind nämlich nicht immer leicht nachzuvollziehen, man muss beim Lesen immens aufmerksam sein, um auch die Vielzahl an Personen richtig zuordnen zu können. Ein großer Vorteil ist, dass man die Vorgänger-Bände der Reihe nicht gelesen haben muss, sondern auch so problemlos in die Handlung hineinkommt – wenn man aufmerksam liest. Das ergibt sich jedoch von selbst, denn von der ersten Seite an baut Peter James einen enormen Spannungsbogen auf, den er bis zum rasanten Ende sogar noch steigert.

Neben dem Ermittlerteam gibt es weitere interessante Figuren. Da ist beispielsweise der skurrile Taxi-Fahrer Jak – der salopp gesagt eine reelle Klatsche hat. Alle Stunde trinkt er eine Tasse Tee, fährt und lebt nach strengen Regeln, und hat ausgefallene Vorlieben. So fragt er seine Fahrgäste, ob sie zu Hause hoch- oder tiefhängende Spülkästen haben. Die Menschen sind peinlich berührt, ahnen jedoch nicht, dass Jak zu Hause eine ganze Kollektion von Spülkasten-Ketten hat – neben einer Sammlung von hochhackigen Schuhen.

In dem äußerst komplexen Fall sind Ermittler und Leser enorm gefordert, und werden immer wieder auf falsche Fährten gelockt. Geradezu brillant führen die Spuren zu scheinbar Verdächtigen, um dann ins Leere zu laufen. Peter James geht dabei als Erzähler wirklich geschickt vor, denn er schildert das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. Die relativ kurzen Erzähl-Abschnitte beschleunigen das enorme Tempo der Geschichte zusätzlich. Aber auch die starken Charaktere wirken ungemein fesselnd. So ist beispielsweise Roy Grace ein gewiefter und überaus gründlicher Ermittler, der vor allem auf die traditionellen Methoden britischer Polizei-Arbeit setzt - und damit letztlich im Zusammenspiel mit seinem engagierten Team erfolgreich ist.

Die Tiefen der menschlichen Psyche und Abgründe der Perversion, die vom Autor aufgezeigt und ausgeleuchtet werden, lassen zuweilen den Atem des Lesers stocken. Neben dem ausgezeichneten Spannungsbogen ist der Plot an sich hervorragend gelungen. Und dass der Autor im Finale nochmals richtig Gas gibt, rundet das Lese-Vergnügen ab. Die Figur Roy Grace – einschließlich seines Teams – hat nach meiner Auffassung noch reichlich Potenzial, man kann sich also auf weitere Fälle aus dem schönen Brighton freuen.

Du sollst nicht sterben

Du sollst nicht sterben

Deine Meinung zu »Du sollst nicht sterben«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
17.02.2016 09:58:07
Lafleur

Anfangs war ich aufgrund der komplizierten Erzählweise - es wird auf zwei Zeitebenen erzählt/ ver. Erzählperspektiven - nicht sehr begeistert. Doch der Autor schafft es, von Seite zu Seite mehr Spannung aufzubauen und regt zum Mitdenken an. Erst auf den letzten paar Seiten bringt er immer mehr Licht in die Sache und löst den Fall letztendlich auf.
Ein sehr spannender Thriller der jedoch auch ein bisschen Konzentration und Logik fordert, um die Story richtig mitzuverfolgen.
Roy Grace ist ein symphatischer Ermittler, der auf jeden Fall mein Herz gewonnen hat - ich bin nicht abgeneigt, weitere Thriller dieser Reihe zu Lesen.

21.02.2014 13:36:55
rolandreis

Leider hat dieser Thriller meine Erwartungen nicht ganz erfüllt und kommt auch nicht an seine Vorgänger dieser Reihe heran. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Ein Erzählstrang schildert die Vergewaltigungsfälle in den Jahren 1997/1998. Der andere Erzählstrang schildert die Polizeiarbeit und die Vergewaltigungen in der Gegenwart. Hierbei wird zwar ein alter Fall gelöst, aber ein neuer bleibt quasi als Cliffhanger offen, was mich aber eher nervt. Daher mein Fazit - Diesen Thriller kann man zwar lesen, für mich wäre er jedoch aber kein unbedingtes Muss.

04.04.2013 21:49:27
Schnagg

Folge 6 der Roy-Grace-Serie
Man trifft hier auf eine sehr ungewöhnliche Art des Missbrauchs. Man vermag sich kaum vorzustellen, was für krankhafte Neigungen wohl noch an Frauen irgendwann irgendwo auf dieser Welt gegen deren Willen nachgegangen wird.
Die Zeitsprünge von dem einstigen Verbrechen Ende 1997 u. dem "hier & jetzt" sind sehr gut gelungen. Was die Geschichte weiterhin reizvoll macht ist, dass in eben diesen Zeitsprüngen auch aufgezeigt wird wie DSI R. Grace dereinst ermittelte u. wie seine Ehefrau Sandy dem gegenüber steht. Es bleibt dem jeweiligen Leser überlassen zu entscheiden ob die Verhaltensweisen von Sandy sie sympathisch oder unsympathisch darstellen - interessant ist es allemal.
Die dienstlichen Ermittlungen einerseits u. die private Entwicklung im Lebens Roy´s andererseits stehen im "hier & jetzt" den einstigen Entwicklungen 1997/1998 gegenüber was ich als gelungen betrachte. P.J. versucht den Leser auf diverse Fährten zu locken, weshalb teilweise etwas Verwirrung auftreten kann. Ein gutes Gedächtnis sollte hier vorhanden sein.
Auch wenn die Story an sich ungewöhnlich ist, so las sich das Buch doch nicht so spannend wie erwartet. Ich persönlich habe das letzte Drittel als spannend empfunden. Die Seiten davor waren interessant zu lesen aber nicht so interessant, dass man unbedingt am Ball hätte bleiben wollen/müssen/sollen. Im großen und ganzen leicht überdurchschnittliche Lesekost. Wir wissen aber der Autor kann das besser !

15.03.2013 20:12:29
wendelin

Roy Grace is back. Und hat es mit einem brutalen Vergewaltiger zu tun, der außerdem die Designer-Highheels der Opfer stiehlt. Gibt es einen Zusammenhang mit dem seit 12 Jahren ungeklärten Fall des Schuh-Diebs und einer seit damals spurlos verschwundenen jungen Frau?

Routiniert geschrieben, da merkt man den Profi. Kurze Kapitel, gut abgegrenzte Zeitebenen, nur bei den vielen Protagonisten verliert man schnell den Überblick.
Obwohl es bereits das sechste Buch einer Serie ist, findet man schnell Zugang zur Geschichte, ohne die Vorgänger gelesen zu haben.

Trotzdem … Der Spannungsbogen stimmt nicht. Er beginnt auf hohem Level, flacht dann schnell ab um sich gegen Ende noch mal etwas zu steigen. Das kann Peter James doch besser, wie er schon bewiesen hat. Auch der Täter ist aus drei Verdächtigen zu schnell zu identifizieren. Hier wünscht man sich mehr Finten und falsche Fährten und nicht ganz so fadenscheinige Motive. Die Ermittlungsarbeit wirkt oberflächlich, was auch nicht gerade spannungsfördernd ist. Nur der autistische Jak konnte mich voll und ganz überzeugen.

Dass Roy Grace nun endlich sein privates Glück gefunden hat ist ja schön für ihn, aber leider für den Leser nicht wirklich interessant. Geheimnisvoller sind hingegen immer noch die Passagen, die sich um seine spurlos verschwundene Ex-Frau drehen.

Außerdem kann ich das Frauenbild nicht ganz nachvollziehen. Einerseits sind die Frauen stark, emanzipiert und erfolgreich, andererseits fixiert auf teure Designerschuhe, ohne die sie sich nicht sexy fühlen. Stört das nur mich? Ich finde es jedenfalls nicht stimmig und glaube, da ist eher der männliche Wunsch Vater des Gedankens oder die amerikanischen Crime-Serien haben zu stark auf den Autor abgefärbt.

Last but not least haben weder der Titel noch das Cover etwas mit dem Inhalt des Buches zu tun.

*Fazit:* Ein mittelmäßig spannender Krimi – gut zu lesen aber nicht wirklich spannend oder interessant. Das können Sie doch besser Herr James!

27.12.2012 21:44:42
Krimitante

nicht gerade der höhepunkt der reihe um den ermittler roy grace. eher durchschnitt. der fall wirkt ziemlich konstruiert. das buch hat seine längen. geschickt ist allerdings, wie james den leser auf verschiedene lösungswege leitet. wobei man doch recht bald auf den wirklichen täter stösst. positiv auch die schilderung des privatlebens von grace. nicht zu viel um überhand zu nehmen, aber genug um wissen zu wollen, wie es weitergeht. bleibe aber trotz diesmaliger enttäuschung fan der serie und werde auch den nächsten fall lesen. und so schlimm, dass das buch zu oxfam muss, war es ja nun auch nicht...

05.06.2012 13:41:16
chris_ma

Der Thriller ist ein neuer Fall für den Kommesar Roy Grace und führt in aufgrund eines neuen "Vergewaltigungsopers" zurück in seine Ermittler-Vergangenheit. Der "Schuh-Dieb" aus dem Jahr 1977 scheint wieder da zu sein. Er hatte damals mehrer Opfer vergwaltigt und anschließend die Schuhe mitgenommen. Ein Fall liegt Hr. Grace sehr am Herzen, denn einen Entführungsfall mit gleichem Muster konnte er damals nicht aufklären. Er vermutet immer noch den gleichen Täter dahinter. Den Schuh-Dieb, beweisen konnte er dies aber nie. Der Schuh - Dieb hinterlässt keinerlei Spuren und konnte bis heute nicht gefasst werden. Auch waren in der Zwischenzeit keine Fälle von diesem täter verübt worden - bis auf jetzt. Als Roy Grace zum neuen Tatort gerufen wird - holt ihn die Vergangenheit ein. Ist der Schuh - Dieb wieder da. Wo war er die ganze Zeit ?
Im Buch wird vom Autor immer wieder die Zeit und auch aus Sicht aller beteiligten Personen berichtet. Er schreibt sehr nachvollziehbar. Ob nun die Ermittlertätigkeit, die Zweifel die Roy Grace hat oder auch wie sehr er nicht nur den aktuellen Mörder fassen will. Wie schnell bei der Polizei die Ermittlungsarbeit gehen muss. Gerade in Vergewaltigungsfällen. Auch die einzelnen Opfer und die Taten die mit Ihnen verübt werden sind sehr gut geschrieben. Letztlich wird oder werden auch die Täter und Ihre Vorgehensweise in Szene gesetzt. Es handelst sich hier um einen Mörder bzw. Vergewaltiger der seine Opfer mit den Schuhen geneuer gesagt mit dem Absatz vergewaltigt. Schaurig aber sehr lesenswert. Die Frage lasse ich offen ob nun Roy Grace sowohl den aktuellen Fall und vielleicht sogar eine Serie aufdecken kann. Dieser Thirller schreit gerade nach einer Verlängerung des Fall´s.

16.04.2012 18:34:30
anyways

Schuhgeschäfte ziehen nicht nur Frauen magisch an, sondern sie sind auch für diesen Täter äußerst reizvoll, denn hier kann er seine Leidenschaften befriedigen und neue Opfer finden. Die Wahl des Geschäftes (stets gehobene Ausstattung) ist dabei ebenso wichtig wie der Schuh an sich.

Ein wichtiger Hinweis für Superintendent Roy Grace ,den er im Rahmen einer brutalen Vergewaltigungsserie in Brighton, herausfindet. Ihm fallen auch sehr viele Parallelen mit einer früheren Serie von Vergewaltigungen auf. Der Fall des Schuh-Diebes . Ist dieser zurück, wenn ja wo war er die letzten 12 Jahre?

Mit seinen Kollegen ermittelt er in der Sonderkommission „Schwertfisch“ die aktuellen Fälle. Mit einer zweiten, der SoKo „Sundown“, die vorwiegend aus Polizeiveteranen besteht, rollt er den Fall des einzigen Todesopfers des Schuh-Diebes wieder auf.





Spektakuläre Fälle sind ein Markenzeichen von Peter James Thriller. Sie sind facettenreich und nicht ganz unkompliziert. Auch in seinem neuesten Fall versucht er den Leser mittels vieler Wendungen in seinen Bann zu ziehen, nur hab ich mich diesmal nicht so mitgezogen gefühlt. Ich fand die Figur des Roy sehr zerstreut und unaufmerksam dargestellt. So unaufmerksam das einige Details nicht ganz stimmig waren. Gefallen hat mir wiederum, das Roys verschwundene Frau mehr zu Wort kommt, und ihr Bild von der „Über-Frau“ sich doch sehr abwandelt. Die Anzahl der infrage kommenden Täter übersteigt das übliche Maß eines Krimis, so dass der Leser doch sehr verunsichert wird und streckenweise die Frage auftaucht ob das gerade Geschilderte für die Geschichte wirklich von Bedeutung ist. Zum Ende hin versucht James alles einigermaßen aufzuklären. Für mich war es nicht überzeugend.

Fazit. Ein durchaus spannender Thriller mit in sich schlüssigem Plot, er zählt meiner Meinung nach dennoch nicht zu den Besten dieser Serie um Roy Grace.

05.03.2012 13:37:32
tedesca

Teil 6 der Roy-Grace-Reihe hat als Hauptthema einmal nicht Mord. Ein Serienvergewaltiger geht in Brighton um, der es auf Frauen mit teuren Designerschuhen abgesehen hat. Roy Grace ermittelt und stößt dabei auf Parallelen zu Fällen aus der Vergangenheit, die ihn letztendlich auch auf die Spur eines Mörders führen.

Interessant an diesem spannenden und vielseitigen Krimi ist die Art und Weise, wie mit dem Thema Vergewaltigung immer noch umgegangen wird. Roy Grace braucht einiges an Überzeugungskraft, um seine Mitarbeiter von der Ernsathaftigkeit der Vergehen zu überzeugen, die gerne ihre Machosprüche über die Opfer loslassen. In diesem Sinne ist dies ein wichtiges Buch, ein Krimi, der sicher auch Aufklärungsarbeit darüber leistet, wie schwer traumatisiert diese Frauen den Rest ihres Lebens meistern müssen.

Für Schuhfreundinnen ist dieses Buch ein Zuckerl, wenn sich in den Geschäften Manolos an Jimmy Choos schmiegen und man sie vor dem geistigen Auge aufmarschieren sieht. Natürlich am eigenen Fuß, eh klar.

Hans Jürgen Stockerl liest wie immer sehr animiert und macht auch das Zuhören zum Vergnügen.

15.01.2012 10:39:53
c-bird

Spannung bis zum Schluss


Der sechste Fall für Roy Grace – spannender denn je!

Vor 12 Jahren versetzte ein Serienvergewaltiger die Stadt Brighton in Angst und Schrecken. Allen Opfern gemein: sie trugen edle Designerschuhe, von denen der Täter immer einen als Trophäe mitnahm. Das letzte Opfer wurde vermutlich sogar ermordet, aber nie gefunden. Danach riss die Serie der Vergewaltigungen plötzlich ab und Detective Superintendent Roy Grace konnte den Fall „Schuh-Dieb“ nie klären.
Doch nun scheint der Täter plötzlich wieder aufgetaucht zu sein. In der Silvesternacht wird eine junge Frau brutal vergewaltigt, auch sie trug Designerschuhe, die entwendet wurden. Kurze Zeit später gibt es ein zweites Opfer. Ist der Schuh-Dieb wieder aufgetaucht oder handelt es sich um einen neuen Täter? Roy Grace und sein Team nehmen die Ermittlungen auf, die sie tief in die Vergangenheit führen.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, anfänglich etwas verwirrend, da beide Erzählstränge zwischen Januar 97 und dem jetzigen Januar hin und herspringen. Dem ungeübten Leser der Roy Grace-Bücher wird einiges abverlangt, da es gilt eine Vielzahl von Personen kennenzulernen und zuzuordnen. Aber auch an potentiellen Tätern mangelt es nicht. Peter James hat hier viele falsche Fährten ausgelegt und der Leser erfährt wirklich erst ganz am Schluss die wahre Identität des Vergewaltigers.
Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben, die vielen Kapitel (immerhin 124 auf knapp 400 Seiten) tun ein Übriges dazu. Nach leichten Einleseschwierigkeiten entwickelt sich das Buch zu einem richtigen Pageturner, nur das Ende fand ich etwas abrupt.

Im Gegenteil zu den vorherigen Bänden der Roy Grace-Serie ist hier die Suche nach Sandy, Roys verschwundener Frau, eher nebensächlich. Der Versuch, Sandy endlich für tot zu erklären, findet nicht statt, das Rätsel um das plötzliche Verschwinden bleibt uns also weiter erhalten.
Insgesamt ein sehr gutes Buch, zwar nicht das Beste aus der Serie, doch immer noch weit über dem Durchschnitt der englischen Thriller.

16.12.2011 22:21:51
subechto

Der Schuh-Fetischist

Der sechste Fall für Detective Superintendent Roy Grace aus Brighton beginnt in der Vergangenheit, im Dezember 1997:

Nach einer Weihnachtsfeier wird Rachel auf ihrem Heimweg angegriffen und vergewaltigt, weil sie sexy Schuhe trägt! Der Täter, den sie den Schuh-Dieb nannten, wurde nie gefasst...

Anschließend, in der Gegenwart, lernen wir den Taxifahrer Jak kennen. Er ist ein Kontrollfreak und auch er hat eine Vorliebe für schöne Schuhe!

Kurz darauf wiederholt sich die Geschichte. Es ist Silvester und diesmal heißt das Opfer Nicola. Sie wird auf dem Weg in ihr Hotelzimmer überrumpelt und sexuell missbraucht.

Ist Jak der Schuh-Dieb von damals? Oder ist ein Trittbrettfahrer am Werk?

Peter James‘ „Du sollst nicht sterben“ ist eher eine Freak-Show, als ein Thriller. Im Verlauf der Handlung werden gleich mehrere Verdächtige mit einem Schuh-Tick präsentiert. Die Idee ist gut, aber die Umsetzung fand ich platt: Entschuldigt eine schlechte Kindheit alles?

Auch der Erzählstil ist mir stellenweise zu voyeuristisch, wenn es um die Beschreibung der Tathergänge geht. Muss man wirklich jedes perverse Detail genau beschreiben? Das hat der Autor doch eigentlich gar nicht nötig!

Gut gefallen hat mir, dass der Leser auch einiges über Sandy erfährt. Mit ihr war Grace damals verheiratet, bevor sie eines Tages spurlos verschwand. Ich bin gespannt, ob dieses Rätsel eines Tages gelöst wird.

Beide Handlungsstränge, Vergangenheit und Gegenwart, ziehen sich parallel durch die Geschichte, bis sie letztendlich zusammenlaufen. Hierbei wird zwar ein alter Fall gelöst, aber ein neuer bleibt quasi als Cliffhanger offen.

Für mich nicht das Beste und schon gar nicht das Spannendste aus dieser Reihe. Aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Letztlich habe ich mich doch ganz gut unterhalten gefühlt.

Deshalb gerade so eben noch 4* bzw. 80°. Besonderes Interesse verdient m.E. das Nachwort des Autors.

12.12.2011 20:47:25
Desideria80

Das Buch verspricht Spannung von der ersten bis zur letzten Seite! Ein wirklich interessantes und auch auf eine „Art“ intelligentes, raffiniertes Buch. Peter James baut gekonnt den Spannungsbogen auf und kann ihn auch tatsächlich halten. Und auch die Erzählstränge werden perfekt miteinander verknüpft. Ein fesselndes, rasantes, düsteres, unvorhersehbares, brillant geschriebenes Buch mit vielen Überraschungen. Ein Buch was man nicht so schnell aus der Hand kann.

Man kann dieses Buch problemlos lesen, ohne die Vorgänger Bücher in die Hand genommen zu haben. Für mich war es auch das erste Buch von Peter James!

08.12.2011 11:16:26
Moehrchen

Der Schuh-Dieb

Der Jahreswechsel steht kurz bevor. Detective Superintendent Roy Grace sortiert die Unterlagen alter Fälle, um sie im neuen Jahr dem neu gegründeten Team, dass für ungelöste Fälle zuständig ist, zu übergeben. Beim Sortieren fällt ihm die Akte des so genannten Schuh-Diebs in die Hände, der im Jahr 1997 fünf Frauen vergewaltigt hat und als Souvenir jeweils einen Schuh und deren Slip mitgenommen hat. Eine sechste Frau wurde vermutlich von ihm umgebracht, dies konnte jedoch nie bewiesen werden. Dann bricht die Serie von Vergewaltigungen, ohne erkennbaren Grund, plötzlich ab. Doch nun scheint der Schuh-Dieb – oder ein Nachahmungstäter - wieder aktiv zu sein. Hängen die Fälle aus der Vergangenheit und die heutigen zusammen? Grace und sein Team werden mit dem Fall betraut.

Peter James arbeitet mit zwei Zeitebenen. Zum einen spielt der Roman im hier und jetzt, zum anderen in den Jahren 1997/1998, den Jahren in denen der so genannte Schuh-Dieb aktiv war. Es werden auf beiden Ebenen viele Handlungsstränge geöffnet - zum einen sind da die Ermittlungen, dann werden die Opfer teilweise begleitet, der Täter kommt auch zu Wort und dann werden noch ein paar Personen vorgestellt, bei denen erst am Schluss so richtig klar ist, was sie mit der ganzen Sache zu tun haben. Dank der eher kurzen Kapitel wechselt man ständig zwischen den verschiedenen Strängen hin und her. Dies verlangt dem Leser viel Konzentration ab, damit der Überblick nicht völlig verloren geht. Für meinen Geschmack waren das zu viele Handlungsstränge die hier abgearbeitet werden mussten und das ging auf Kosten des Hauptstranges, der eigentlichen Ermittlungsarbeit, die leider eher lieblos vom Autor behandelt wird.

Mir hat das Buch im Ganzen nicht besonders gefallen. Die Story wirkt auf mich zu konstruiert und unglaubwürdig. Zudem hatte die letztendliche Auflösung, für meinen Geschmack, zu viele Längen. So manches Mal hätte ich den Ermittlern gerne zugerufen "macht mal schneller". Auch der Anfang des Buches kann mich mit dem Schluss nicht versöhnen.

Ich kann das Buch leider nicht weiter empfehlen. Ich hatte mir erhofft bei der Ermittlungsarbeit dabei zu sein und zu erleben, wie das Team den Schuh-Dieb fasst, aber die Beschreibung der Ermittlungsarbeit wird ständig durch andere Handlungsstränge unterbrochen, so dass man als Leser den Faden immer wieder neu aufnehmen muss und irgendwann einfach die Lust verliert weiter zu lesen.