Das vertauschte Gesicht

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Norstedt, 1999, Titel: 'Sol och skugga', Seiten: 403, Originalsprache
  • München: Claasen, 2001, Seiten: 447, Übersetzt: Angelika Kutsch
  • München: Ullstein, 2002, Seiten: 447
  • Berlin: Ullstein, 2004, Seiten: 447
  • Berlin: Ullstein, 2006, Seiten: 464

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Peter Kümmel
Nicht mehr als knapper Durchschnitt

Buch-Rezension von Peter Kümmel Sep 2003

Der Roman beginnt zunächst sehr privat. Angela, die Freundin des Kommissars Erik Winter ist schwanger und bereitet sich gerade auf ihren Umzug in die Wohnung ihres Lebensgefährten vor. Da bekommt Winter einen Anruf von seiner Mutter aus Spanien, dem Alterswohnsitz seiner Eltern. Winters Vater hat einen Herzinfarkt erlitten und ringt im Krankenhaus mit dem Tod. Winter fliegt sofort nach Spanien, wo er die nächsten paar Tage größtenteils in der Klinik verbringt.

Derweil haben sich seine Kollegen bei der Polizei in Göteborg vorwiegend mit Kleinkram zu beschäftigen, bis sie von einem Hausmeister eines Hauses in unmittelbarer Nachbarschaft von Winters Wohnung benachrichtigt werden. Einem Zeitungsjungen war aufgefallen, dass sich vor einer Wohnung dieses Hauses bereits die Zeitungen stapeln. Doch hört man aus der Wohnung seit Tagen ständig die gleiche laute furchtbare Musik, wie sich später herausstellt Black Metal. Aus dem Briefkastenschlitz dringt ein schrecklicher Gestank.

Nachdem der Hausmeister im Beisein der Polizei die Tür öffnet, findet man ein grauenvolles Szenario vor. Auf dem Sofa sitzt ein nacktes Paar, die Hände fest umschlungen und schauen sich an. Eine dunkle Kruste verläuft rings um ihre Hälse. Das Ganze wirkt irgendwie skurril, bis man feststellt, dass die Köpfe der beiden Toten vertauscht wurden. An der Wand findet sich mit roter Farbe ein eingekreistes W und dahinter die Buchstaben ALL.

Die Ermittlungen der Polizei gestalten sich schwierig. Die Ermordeten, das Ehepaar Valker, lebten sehr zurückgezogen, flirteten jedoch beide gerne mit Personen vom anderen Geschlecht. Freunde oder Bekannte hatten sie jedoch fast nicht. So verfolgen die Ermittler zunächst, welche Bedeutung die Musik haben könnte. Zunächst findet sich niemand, der die Gruppe kennt, dann stellt sich heraus, dass es sich um Black Metal aus Kanada handelt. Doch auch dies bringt die Polizei nicht so recht weiter.

"Das vertauschte Gesicht" ist wieder ein typischer schwedischer Kriminalroman. Doch nicht nur das, er ist einfach "zu" typisch. Wüsste man nicht, dass der Autor des Buches Edwardson heißt, könnte man vermuten, einen frühen Mankell in den Händen zu halten. Sowohl die einfache und direkte Sprache als auch die melancholische Stimmung des Romans erinnern an das Aushängeschild der schwedischen Kriminalliteratur.

Das Buch beginnt mit fünf Handlungssträngen nebeneinander. Da ist zum einen Erik Winter bei seinen Eltern in Spanien, dann seine Freundin in Göteborg, die beiden Streifenpolizisten Morelius und Bartram während ihres Dienstes, dann die Polizeipsychologin Hanne Östergaard, die Probleme mit ihrer Tochter Maria hat sowie der Polizist Bergenhem, ebenfalls mit Problemen mit seiner Familie. Und dann ist da sogar noch ein sechster Handlungsstrang, sehr abstrakt geschildert, so daß man den Eindruck bekommt, es hier mit dem psychisch gestörten Mörder zu tun zu haben. Später kommen weitere Nebenstränge hinzu oder die bereits bestehenden teilen sich noch weiter auf. Im Prinzip verlaufen alle diese Stränge über den gesamten Roman hin parallel, berühren oder kreuzen sich hin und wieder, ohne jedoch, wie in den meisten Fällen, auf einen bestimmten Punkt aufeinander zu zu laufen.

Und diese ganzen unterschiedlichen Handlungen wechseln in oft sehr kurzen Szenen, manchmal nur über ein paar Absätze, miteinander ab, so daß der Roman insgesamt einen sehr hektischen und unaufgeräumten Eindruck macht. Dabei wirken manche Szenenwechsel sehr uninspiriert und chronologisch unlogisch. So wird z.B. die Schilderung des Dienstes der Streifenpolizisten nur kurz unterbrochen, um den Telefonanruf von Winters Mutter in der Nacht sowie Winters Abflug am nächsten Morgen zu schildern.

Durch die verschiedenen Perspektiven, aus denen das Geschehen erzählt wird, ist der Leser den Ermittlern immer ein wenig voraus. Der Schreibstil Edwardsons ist, wie bereits erwähnt, sachlich nüchtern und sehr einfach. Doch wirken manchen Sätze sprachlich etwas verdreht, so daß man den Eindruck bekommt, die Übersetzerin hätte schlechte Arbeit geleistet.

Der Kriminalroman beginnt erst, nachdem bereits ein Viertel des Buches vorüber ist. Der erste Teil bleibt fast vollkommen dem Privatleben von Kommissar Erik Winter vorbehalten, was natürlich bei Romanen mit einem Serienhelden statthaft ist, doch den einen oder anderen Leser bis dahin schon verprellt haben könnte.

Gesellschaftskritik ist ein zentraler Bestandteil in allen schwedischen Krimis. Sehr gut eingefangen sind die Zustände in Schwedens zweitgrößter Stadt Göteborg. Die hektische Betriebsamkeit in der nächtlichen Stadt mit ihren kleinen und großen Verbrechen kommt sehr gut rüber. Auf der Vergnügungsstraße Avenyn treiben sich jeden Abend die Jugendlichen herum. Alkohol und Drogen sind dort allgegenwärtig, die Stimmung ist sehr gereizt und aggressiv. Arbeitslosigkeit sorgt dafür, dass die Verbrechensrate ansteigt, der Alkoholkonsum und die Pornografie anwächst und Gewalt der Eltern gegen ihre Kinder sich verstärkt. Die Polizisten werden mit all diesen Dingen konfrontiert und stehen doch meist hilflos gegenüber, haben sie doch zumeist mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. All dies hat Edwardsson gerade durch seine hektische Schreibweise besser eingefangen als manch anderer seiner schreibenden Landsleute.

Überhaupt sehr realistisch wirkt die Polizeiarbeit, wie sie Edwardsson schildert. Da geht es nicht nur um einen spektakulären Fall, sondern seine "Helden" kämpfen an vielen Fronten, vor allem an ihren eigenen. Sämtliche vorkommenden Personen wirken überaus glaubhaft und sind hervorragend dargestellt, was Edwardson vor allem dadurch erreicht, dass er oft die Gedanken der Charaktere schildert. Hier zeigt sich die journalistische Ausbildung des Schriftstellers. Bis ins Detail genau hervorragend recherchiert erzählt der Autor den typischen Polizeialltag.

Doch mit dem Spannungsaufbau, einem sehr wichtigen Faktor für einen guten Kriminalroman, tut sich der Autor zuweilen schwer. In der Theorie nutzt er alle literarischen Elemente, die ein spannender Krimi braucht, doch drängt er dem Leser geradezu einen Verdächtigen so sehr auf, dass man schon frühzeitig glaubt, Bescheid zu wissen. Kurz vor Schluß erst kommen dem Leser dann doch Zweifel an der Identität des Mörders, da Edwardson plötzlich umschwenkt und den Verdacht auf eine andere Person lenkt. Dies mag manch einer als positive Idee hervorheben, für mich wirkte es jedoch ziemlich plump, auch wenn man nicht weiß, ist die Lösung jetzt wirklich so einfach oder ist es doch ganz anders?

Das Ende enttäuscht absolut. Zu viele Fragen bleiben offen, zu viele Handlungsstränge verlaufen im Sande. Fakten und Motive bleiben ungeklärt. Wieder eines der vielen Bücher, bei denen man den Eindruck hat, am Ende hat der Autor keine Zeit mehr gehabt. Edwardson schildert das Geschehen, ohne Erklärungen zu liefern und lässt den Leser unbefriedigt zurück.

Es ist schwierig für mich, hier ein eindeutiges Fazit ziehen zu können. Zu sehr beeinflußt bin ich bereits von Romanen anderer schwedischer Kriminalautoren. Wer in diesem Genre noch nicht so belesen ist, dem wird Åke Edwardson sicherlich neue Eindrücke und einen interessanten Schreibstil vermitteln können. Für mich wirkt hier zu viel kopiert und nachgeahmt. Durch ein wenig mehr persönliche Note bieten sich Autor und Protagonist noch gute Entwicklungsmöglichkeiten. Dem "vertauschten Gesicht" jedoch kann ich nicht mehr als knappen Durchschnitt bescheinigen.

Das vertauschte Gesicht

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Letzte Kommentare:
17.11.2017 20:05:52
Michaela

Wer der Möeder ist, ist das Einzige was ab dem 1. Kapitel nicht verwirrend war an diesem Buch.
Die Beschreibungen des Tathergangs und die Gedanken der Personen, entspringen einem sehr verwirrten Geist.
Selten ein so unübersichtliches enervierendes Buch gelesen.
Es ist den Platz im Regal nicht würdig und es wandert direkt in den Papierkorb.

16.11.2017 11:48:13
Roland Gerstenberger

Insgesamt enttäuschend. Die Charaktere sind gut dargestellt. Die Ermittlungen laufen aber dermaßen schleppend, dass es kaum zu glauben ist. So werden wichtige Zeugen mehrfach vernommen, ohne dass dabei etwas zählbares heraus kommt. Ganz fürchterlich und völlig unsinnig ist jedoch der Schluss. Keinerlei Erklärung für die Morde oder die Entführung der Lebensgefährtin des Ermittlers. Und nichts zur Motivation des Täters. Schade um die Zeit.

16.11.2017 11:47:19
Roland Gerstenberger

Insgesamt enttäuschend. Die Charaktere sind gut dargestellt. Die Ermittlungen laufen aber dermaßen schleppend, dass es kaum zu glauben ist. So werden wichtige Zeugen mehrfach vernommen, ohne dass dabei etwas zählbares heraus kommt. Ganz fürchterlich und völlig unsinnig ist jedoch der Schluss. Keinerlei Erklärung für die Morde oder die Entführung der Lebensgefährtin des Ermittlers. Und nichts zur Motivation des Täters. Schade um die Zeit.

21.08.2016 14:59:35
Patricia

Nach meinen Anfangsschwierigkeiten mit er Serie um Kommissar Erik Winter gewöhne ich mich langsam an den Schreibstil und auch die Protagonisten sind mir vertrauter geworden. Durchhalten macht also Sinn!
Allerdings reichen mir oft am Ende des Falles die Informationen über Tat und Täter nicht aus. So auch hier. Ich habe dieselben Fragen wie im vorherigen Kommentar von Tinaka.

29.04.2015 19:23:20
Tinaka

Ich bin total erleichtert, nachdem ich die Rezension von Peter Kümmel und den Kommentar von Moschi gelesen habe, weil ich nach der Lektüre total verwirrt und verärgert war.Der Roman fängt durchaus interessant und spannend - auch gut geschrieben - an. Die verschiedenen Personen werden lebendig in ihrem sozialen Umfeld dargestellt. Der Mordfall gibt jede Menge Rätsel auf, die eine spannende Geschichte mit raffinierten Hintergründen erwarten lässt. Leider konnte ich aber immer weniger nachvollziehen, wohin die vielen Handlungsstränge führen sollten. Welche Bedeutung hatte die Musik, die Wandbilder, der Gruppensex? Was bedeuten die anonymen Anrufe bei Winter? Warum wurde Angela entführt? Wieso taucht der Mörder erst auf den letzten Seiten auf? Und warum er gemordet hat, habe ich leider auch nicht verstanden.Zudem lässt auch die Schreibqualität mächtig nach, je näher das Ende rückt ... Oh je, selten habe ich so einen schlechten Kriminalroman gelesen.Es war der erste von Ake Edwardson und wird der letzte bleiben.

07.05.2013 16:29:05
Moschi

Nicht Fisch, nicht Fleisch, halb Krimi, halb Familienroman. Ich weiss nicht, was mir der Autor sagen wollte. Fast 150 Seiten werden mit der Beschreibung des Privatlebens des Kommissars verschwendet, inclusive seiner in Spanien lebenden Eltern. Da braucht man als Leser mehrere Kannen starken Kaffees um durchzuhalten! Selten habe ich ein langweiligeres Buch gelesen. Ein kleiner Trost bleibt mir: Ich habe ich das Buch preiswert auf dem Flohmarkt erstanden, wo es jetzt auch wieder landen wird.

27.04.2009 23:08:27
BZKKAI

Meine Eindrücke des dritten Buches mit Kommissar Eric Winter:
Die Geschichte geht weiter. Eric Winter wird älter und reifer. Wer die Figur mag so wie ich, der wird auch an diesem Buch seinen Spaß haben, denn sie orientiert sich an der Realität. Denn auch Polizisten haben ein Privatleben.
Lediglich fehlt mir ein wenig die Erklärung dessen, was in diesem Buch an Grausamkeiten beschrieben wird. Warum der Täter das tut was er tut und was ihn antreibt, blieb mir verborgen.
Trotzdem werde ich die Romane um Kommissar Winter weiterlesen, denn sie sind besser als vieles, was hier als gut betitelt wird.

16.12.2008 09:57:12
BeGo

Den ersten Edwardson fand ich wegen seiner Sprache ganz gut, vielleicht weil ich mir vorher einen Lisa Jackson zugemutet hatte. (Aber Sein Stil hat sich ab dem zweiten Buch total verändert.)
Das zweite fand ich sterbenslangweilig, aber ich habe durchgehalten bis zum bitteren Ende. Das Ende war dann auch bitter. Im ersten kein Motiv, im zweiten mal so dürftig wie es nur geht.
Nun der dritte Roman. Die ersten Seiten habe ich wirklich "richtig" gelesen. Dann bin ich zum Querlesen übergegangen bis zur Seite 132. Ich wollte da wieder einsteigen, wo es "richtig losgeht". Pustekuchen: jetzt gings mit Angela los und Hannas Problemen mit Ihrer Tochter. Jetzt habe ich die Abschnitte verfolgt und immer versucht den "Fall" zu erwischen. Ergab auch nichts besonderes. Das bisschen Gemetzel und die Andeutungen, dass da jemand im Hintergrund Spuren auswertet, war alles. Auf den letzten drei Seiten dann die sogenannte Überraschung. Einer deutet an, dass der kleine Bulle gar zu gerne Fahnder geworden wäre. Was für ein grandioses Motiv. Und Winter wird immer blasser. Er wirkt nur noch wie ein Nebel, durch den man sieht, was passiert oder eher nicht passiert.
Interessant sind Edwardsons Bücher wohl nur für jemanden, der im Lesen von Familienromanen geübt ist.Jetzt lese ich "In alle Ewigkeit".
Schon allein die Erwartung, was er nun verzapft ist spannend. Spannender als seine sogenannten Kriminalromane.

15.12.2008 10:45:19
BeGo

Den ersten Edwardson fand ich wegen seiner Sprache ganz gut, vielleicht weil ich mir vorher einen Lisa Jackson zugemutet hatte. (Aber Sein Stil hat sich ab dem zweiten Buch total verändert.)
Das zweite fand ich sterbenslangweilig, aber ich habe durchgehalten bis zum bitteren Ende. Das Ende war dann auch bitter. Im ersten kein Motiv, im zweiten mal so dürftig wie es nur geht.
Nun der dritte Roman. Die ersten Seiten habe ich wirklich "richtig" gelesen. Dann bin ich zum Querlesen übergegangen bis zur Seite 132. Ich wollte da wieder einsteigen, wo es "richtig losgeht". Pustekuchen: jetzt gings mit Angela los und Hannas Problemen mit Ihrer Tochter. Jetzt habe ich die Abschnitte verfolgt und immer versucht den "Fall" zu erwischen. Ergab auch nichts besonderes. Das bisschen Gemetzele und die Andeutungen, dass da jemand im Hintergrund Spuren auswertet, war alles. Auf den letzten drei Seiten dann die sogenannte Überraschung. Einer deutet an, dass der kleine Bulle gar zu gerne Fahnder geworden wäre. Was für ein grandioses Motiv. Und Winter wird immer blasser. Er wirkt nur noch wie ein Nebel, durch den man sieht, was passiert oder eher nicht passiert.
Interessant sind Edwardsons Bücher wohl nur für jemanden, der im Lesen von Familienromanen geübt ist.

Jetzt lese ich "In alle Ewigkeit".
Schon allein die Erwartung, was er nun verzapft ist spannend. Spannender als seine sogenannten Kriminalromane.

02.10.2008 17:27:02
pescheg

«Das vertauschte Gesicht», der dritte Krimi der Reihe um Kommissar Erik Winter, ist um einiges besser als seine beiden Vorgänger. Die Charaktere sind glaubwürdig, die Geschichte spannend und der Schreibstil packend. Nur das Ende ist in der Tat etwas gar abrupt. Ich kann nun langsam aber sicher verstehen, warum Edwardson oft zusammen mit den «großen» der skandinavischen Krimi-Autoren aufgezählt wird. Vielleicht brauchte ich einfach etwas Zeit, um mich an den speziellen, in kurze Sequenzen geschnittenen Aufbau seiner Romane zu gewöhnen.

Die grausigen Morde und die lange anhaltende Ungewissheit über den Täter sind die klassischen Krimi-Elemente. Mit der einfühlsam beschriebenen Beziehung Erik Winters zu seinen Eltern im fernen Spanien und zu seiner schwangeren Freundin erhält das Buch eine zusätzliche Handlungsebene, die einen näher an den Kommissar und seine Gefühlswelt heranbringt. Ich werde Ake Edwardson und seinem Erik Winter noch etwas weiter treu bleiben, auch wenn mir die Krimis von Henning Mankell und Arne Dahl nach wie vor besser gefallen.

30.03.2008 15:44:56
mylo

War mein zweiter Edwardson, nach der Schattenfrau. Da liegen schon Welten dazwischen. Er ein Familienroman. Der Spanienteil mit über 100 Seiten zu lang, bevor man endlich langsam zu Krimi kommt. Spannung erst am Schluss akzeptabel also für mich keine 60 Punkte, 55 sind das höchste was ich gebe.
Versuche noch einen, dann muß ich Edwardson wohl für mich abhaken. Schade, die Schattenfrau fand ich echt gut.

07.01.2008 21:20:33
Martin

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört (und hoffe, dass ich hier nicht falsch bin mit meiner Beurteilung).

Wenn man liest (oder hört) macht man sich ja im allgemeinen seine Bilder dazu.

Bei diesem Buch ist das schlichtweg kaum möglich. Ein ätzendes Hin- und Hergehüpfe zwischen Scenen, die erst mal gar nichts miteineander zu tun zu haben scheinen.

Vor allem am Anfang sind diese Sprünge extrem nervig weil einem eine Möglichkeit zur Orientierung erst gar nicht gegeben wird.

Eine Aneinanderreihung von Grausigem und Unwichtigem.

Am Ende ist die Partnerin verschwunden und Winter scheint einige Tage lang überhaupt nichts zu tun ?? Wie bitte ? Vorher wird alles bis zum Überdruss durchgekaut und dann plötzlich nichts?

Für mich strahlt dieses Buch eine fast unerträgliche Unruhe aus - verstärkt noch durch den teilweise recht aggressiven Vorlesestil.

Ich werde erst mal Abstand nehmen von weiteren "Edwardsons".

28.10.2007 14:02:17
Lellit

Ich fand dieses Buch einfach toll. Es war spannend und sehr menschlich. Das Familienleben von Winter ist auch sehr gut beschrieben. Mich hat das Ene nicht enttäuscht. Ich hatte auf einen anderen Täter getippt. Das hätte ich nicht gedacht. Das Buch mit Mankell zu vergleichen, finde ich unsínnig . Ake Edwardson gefällt mir, und ich werde mehr von ihm lesen.

28.08.2007 23:47:49
phaseeins

Ich finde das Buch nicht so schlecht, wie hier die überwiegenden Leser es beschrieben haben. Sicher, es ist antrengend zu lesen und die Lösung kommt sehr schnell daher...dennoch habe ich es genossen, einen menschelnden Winter zu erleben, der viel weicher ist als in den Teilen davor und weitaus realistischer erscheint als noch in Teil 1. Ich werde die Serie weiterlesen.

22.08.2007 19:51:09
ramona

ich fand das buch spannend. allerdings nicht von anfang an. winters aufenthalt in spanien war für mich sehr mühsam zu lesen. ganz einfach, weil es mich nicht interessiert hat. habe dann einfach den rest des spanienaufenthaltes überlesen/ausgelassen. und dann war´s nur noch spannend, wie ich finde. und der überlesene handlungsstrang war auch nicht wichtig für den rest der handlung. von daher... der schluss war auch für mich recht enttäuschend. allerdings denke ich nicht, dass edwardson "sich keine zeit genommen hat" für das ende. eigentlich wurden ja im verlauf des buches die "gründe" für die morde dargestellt. klar, einiges bleibt offen, aber ich denke, der autor wollte dem leser ein wenig phantasie überlassen.

ich find´s nicht so toll, mankell und edwardson miteinander zu vergleichen!

18.03.2006 13:00:11
Sybille

Das soll ein Krimi sein??? Nie wieder. Man liest erstmal 100 Seiten bis erst mal was passiert. Man könnte meinen man liest einen Reisebericht. So einen schlechten Krimi habe ich selten gelesen! Schade um das Geld. Wird wohl das erste und letzte Buch von diesem Autor für mich gewesen sein, was nicht heißem soll, dass alle skandinavischen Krimis schlecht sind.

03.03.2006 17:30:33
Frieda

Definitiv der schlechteste Krimi, den ich je gelesen habe (bei ca. 2-3 Krimis pro Woche). Brrrr... Nie wieder.
Schade um die 8-10 Euro. Dabei gibt es so viele gute Autoren aus Skandinavien, die man ja dank der Krimicouch auch so nach und nach entdecken kann!

25.02.2006 11:03:30
Jens

Ein schlechtes Buch!
Die Fixierung auf bestimmte Musikstile zieht die Handlung unnötig in die Länge.
Am anstrengensten ist jedoch, dass Edwardson in diesem Buch seine Eigenart, wichtige Details und Zusammenhänge nur anzudeuten, bis zum Exzess treibt. Der Leser tappt ständig im Dunkeln und muss raten, was denn jetzt nun Sache ist.
Wer die Edwardsonreihe lesen möchte, kann gut und gerne dieses Buch überspringen. - 15° von mir.

20.02.2006 17:41:16
Nuclöcaust

bestenfalls interessant für Black und Death Metal Fans (wie ich es bin), alle anderen dürften sich ziemlich langweilen da der Roman sehr langatmig ist und am Ende wirklich ALLE Fragen offen bleiben. Das Thema Black Metal ist recht gut recherchiert, man merkt das der Autor sich informiert hat, aber ich denke mal das normale Krimileser ohne Bezug zu dieser Musik das ganze wohl kaum interessiert. Wertung: 50%

13.03.2005 20:57:14
Markus

Die eigentliche Krimi-handlung beginnt relativ spät. Dennoch ist die Schilderung der privaten Erlebnisse des Serienhelden keineswegs langweilig. Zum Schluß war ich etwas enttäuscht über das geradezu abrupte Ende. Was vorher angedeutet wurde, findet keine richtige Auflösung. Man könnte fast meinen, derAutor sei vom Verlag gedrängelt worden. Andere Winter -Krimis sind besser.

03.01.2005 23:47:47
julia

Dies war das erste Buch von Edwardson das ich gelesen habe und mit Sicherheit das letzte. Fand das Buch von Anfang an nicht sonderlich spannend und das Ende war nur noch enttäuschend. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen. Außerdem kamen mir die Verbrechen selber und die Tätersuche viel zu kurz.

03.01.2005 15:59:25
Ingrid

Das ist der dritte Fall des Kommissars Erik Winter den ich gelesen habe. Ich finde die Handlung ist gut konstruiert, die Einsicht in sein Familien- und Liebesleben baut sich logisch auf die ersten beiden Romane auf. Die Beschreibung seiner Reise nach Malaga und den Tod seines Vaters fand ich zu ausführlich aber sehr gut recherchiert, für jemand der Andalusien kennt so wie ich. Die Intrige ist gut ausgedacht, aber ich war völlig frustriert vom Ende, der Fall ist plätzlich gelöst ohne plausible Erklärung und es fehlen einfach Details. Doch der Stil von Ake Edwardson gefällt mir und ich werde weiterhin die Fälle des Erik Winter in chronologischer Reihenfolge lesen, ich finde ihn als Person angenehmer und zeitgenössischer als den ungesund lebenden Wallander.

13.08.2004 21:33:18
Hulka

Bin gerade auf dem "Schwedenkrimitrip" und dies war mein zweiter Krimi nach "In aller Ewigkeit". Beide haben mich am Anfang sehr gefesseld, aber dann war ich wie andere auch, sehr über das Ende enttäuscht. Es wird
nie "richtig" aufgeklärt, was sehr schade ist.
Werde aber trotzdem alle anderen Bücher auch lesen, weil mir Kommissar Winter sympathischer ist als Kurt (die ich übrigens auch alles gelesen und gehört habe). Habe auch 2 CD von Ake, aber noch nicht gehört.

23.02.2004 10:59:53
Jan

Im Gegensatz zu meinen Vorgängern fand ich das Buch relativ stark erzählt!
Es gibt wieder viel raum für Phantasie des Lesers, Edwardson läßt vieles im Dunkeln. Einzig vom Schluß war ich enttäuscht...

10.08.2003 15:34:41
Dr. Gunthard Niederbäumer

Ein zwiespältiger Krimi. Zum einen sind die Personen sehr persönlich beschreiben. Auch ihr Umfeld und Alltagssorgen können einem durchaus gefangen nehmen.

Die Geschichte selber läuft dann doch auf zu vielen Ebenen gleichzeitig, welche zum Teil kaum eine Bedeutung für die gesamte Geschichte haben. Dieses Buch muss man auf jeden Fall in einem Zug durchlesen, sonst verliert man die Übersicht.

Der Schluss ist schlichtweg schwach.

08.07.2003 21:10:09
Andrea

Es beruhigt mich sehr, dass auch andere Leser nach der Lektüre dieses Buches mit einigen Fragezeichen dastanden. Ich hätte mir die Erklärung vieler angerissener Fragen gewünscht.; bei Edwardson habe ich immer das Gefühl, irgendetwas überlesen zu haben. Spannend fand ich es schon, aber das unbefriedigende Gefühl am Ende bleibt. Am liebsten wäre mir eine Kurzzusammenfassung mit rotem Faden am Schluß des Buches....

17.05.2003 15:22:21
Mr. X

Ich fand den Krimi schlecht. Ich muss da den anderen auch zustimmen, dass erst nach der Hälfte des Buches die eigentliche Suche nach dem Täter beginnt. Davor erzählt er die ganze Zeit von seinem öden Fermielienleben.

19.04.2003 10:49:16
Otto Quaing

Ich habe "Das vertauschte Gesicht" als drittes Buch von Edwardson gelesen und war ziemlich enttäuscht. Die Handlung ist so verwirrend erzählt wie die Psyche des Mörders. Ich habe fast den Eindruck, dass Edwardson bewusst so viele Handlungsstränge eingebaut hat, um den Leser zu verwirren. Das finde ich dann nicht mehr interessant, sondern nur noch anstrengend.

30.01.2003 14:31:04
Alexandra

Da ist nichts Triviales, Effektheischendes – da ist ein verdammt gut durchkonstruierter Krimi der einfach Hunger nach mehr macht.
Was ich sehr schätzte, war, dass „Das vertauschte Gesicht“ zwar recht viel von der schwedischen Gesellschaft zeigt, allerdings nicht dieses schwarze, düstere Bild der Romane Mankells durchschimmert. Und dennoch ist es kein fröhliches Buch.
„Das vertauschte Gesicht“ ist ein Kriminalroman für Leser, die bereit sind, sich in die Gedankenwelt der Handlungsträger einzulassen, die nicht nach offensichtlichen Lösungen suchen, die kombinieren wollen, sich selbst Gedanken machen wollen, die nicht einfach nach Gut und Böse suchen – und das alles in einer total spannenden Handlung

21.12.2002 09:55:22
E. Reichstetter

Ich kann mich der negativen Kritik des Rezensenten und der anderen Leser nur anschließen. Da dies mein erster Roman mit Erik Winter war, kann ich nur raten nicht mit diesem Buch in die Welt des sicherlich interessanten schwedischen Kommisars einzusteigen. Zunächst ist mir die Lust vergangen.Die Motive und der psychologische Background des Täters bleiben vage und kaum erhellt. Das ist schlampig und auch unfair gegenüber dem Leser, sowie auch gegenüber der Romanperson.Mankell ließ zu viel grüßen! Und er bleibt der bessere Autor.

26.11.2002 18:14:28
René

Eindeutig der kurzweiligste der Winter-Krimis, da er ohne Schnick-Schnack und Ebenentricks auskommt. Winter macht immer mehr Spaß, nach Punk-Rock interessiert er sich nunmehr für Black-Metal...was kann da noch folgen? Der Prolog ist zugegebener Maßen recht langatmig, charakterisiert die Protagonisten um so mehr. Das Ende ist zwar recht plötzlich und vielleicht auch vorhersehbar, aber leider auch etwas unbefriedigend.

28.09.2002 22:08:22
Christian Dohmen

Der endlos lange Prolog, was hat er für einen Sinn? Nicht, dass er den Protagonisten wachsen lässt - zumindest schwer vorstellbar, wenn dem Leser hier eine fantasielose Affäre mit einer hübschen Übersetzerin geliefert wird, die dann doch keine Affäre gewesen sein soll.

Wie bereits voranstehend von Mitlesern festgestellt, lenkt zuviel von der eigentlichen Story ab. Diese mutet herrlich spannend an, ihr Thema fängt auch voll die melancholische Stimmung auf, die den Roman über seine knapp 450 Seiten begleitet. Die szenarische Darstellung der Landschaft kommt einfach super rüber!

Zuviele Fragen bleiben offen: Das Ende ist platt. Und dass nimmt der Story dann endgültig ihren Glanz - voller Pathos und Dynamik steuert der Roman auf den Showdown zu. Als dieser plötzlich abbricht, weiß man genauso viel wie zu Anfang. Edwardson lässt den Leser am Ende allein. Schade.

25.09.2002 12:25:08
SilkeS.

Nach dem dritten Erik-Winter-Krimi ist man etwas sicherer was die Verhältnisse angeht. Auch war er sehr einfach zu lesen, da kein Perspektiven-Wechsel war, wie bei "Tanz mit dem Engel" und bei "Die Schattenfrau" war das Ende doch recht unübersichtlich und die Lösung etwas prompt. Doch "Das vertauschte Gesicht" war eine gute Mischung.

24.09.2002 11:11:25
Melanie

Also ich fand den Roman gar nicht schlecht. War gefesselt von Erik Winter und den anderen. Habe jede Minute genutzt, um zu erfahren wir es weitergeht. Allerdings war auch ich etwas enttäscht von dem Ende. Habe nur gedacht "Toll, und was jetzt?". Aber trotzdem, mir gefällt der Schreibstil von Ake Edwardson ungemein und habe mir auch gleich `die Schattenfrau` gekauft. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich nie sonderlich doll für das Lesen interessiert habe und das erst das 2. Buch war, was ich "wirklich gelesen" habe.

10.09.2002 12:57:04
Michael Woltjen

Der Kritik stimme ich voll zu. Ein Kriminalroman dessen eigentliche Handlung erst nach ca. 130 Seiten beginnt, langweilt den Leser ungemein. Der Kriminalfall und die sich anschließende Ermittlungsarbeit der Polizei ist zwar spannend geschildert. Warum der Autor auf den letzten Seiten des Romans das glückliche Familienleben des Protagonisten schildert, dem Leser aber die Hintergründe für die überraschende und nicht nachvollziehbare Lösung vorenthält, ist mir allerdings rätselhaft. Dies war der erste und wahrscheinlich auch letzte Roman, den ich von Edwardson gelesen habe.