Engel aus Eis

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Forum, 2007, Titel: 'Tyskungen', Seiten: 409, Originalsprache
  • Berlin: List, 2010, Seiten: 512, Übersetzt: Katrin Frey
  • Berlin: List, 2011, Seiten: 503

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Andreas Kurth
Spätfolgen einer spontanen Tat

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2010

Irreführender Titel

Es ist doch oft ein Kreuz mit den Klappentexten und auch mit übersetzten Buchtiteln. Der Klappentext ist ja noch in Ordnung, aber Engel aus Eis hat mit der Handlung des Buches irgendwie gar nichts zu tun. "Deutschenbalg" wäre die korrekte Übersetzung gewesen, und wenn man sich als Verlag nicht traut, so einen provokanten Titel zu übernehmen, sollte man wenigstens einen adäquaten Begriff wählen, und nicht so einen irreführenden Titel. Zweiter Hauptkritikpunkt: Die an sich hervorragenden Orts- und Perspektivwechsel sind optisch nicht gekennzeichnet – Ausnahme die Rückblenden in die Kriegszeit. Das führt anfangs zu reichlich Verwirrung, bis man sich daran gewöhnt hat. Das Buch ist aber ein echter Treffer, denn die Handlung ist von Beginn an ziemlich komplex und fesselt den Leser bis zum Schluss.

Geheimnisvolle Tagebücher

Die Schriftstellerin Erica Falck ist eigentlich zufrieden. Nach einem Jahr Erziehungsurlaub will sie endlich wieder arbeiten, denn nun wird sich ihr Mann Patrick um die einjährige Tochter kümmern. Um die Kosten für ein Büro zu sparen, will sie allerdings zu Hause arbeiten – und das führt schnell zu Unmut und Verwicklungen. Zusätzlich abgelenkt von der Arbeit wird sie durch einen Fund auf dem Dachboden ihres Elternhauses. Dort hat Erica eine Truhe mit Sachen ihrer Mutter Elsy geöffnet, darunter auch Tagebücher. Der Fund beunruhigt sie zunächst, denn sie hatte zu ihrer Mutter ein schwieriges und eher distanziertes Verhältnis. Andererseits treibt Erica der Wunsch an, ihre Mutter nach so vielen Jahren endlich zu verstehen.

Ermittlungen in Neonazikreisen

Statt fleißig für ihr neues Buch zu recherchieren, was sie eigentlich vorhatte, widmet sich Erica mit gemischten Gefühlen dem Inhalt der Truhe. Neben Tagebüchern ihrer Mutter aus den Kriegsjahren findet sie einen deutschen Orden. Sie bringt ihn zu Erik Frankel, einen pensionierten Geschichtslehrer und renommierten Experten für den Nationalsozialismus – gleichzeitig ein Freund ihrer Mutter in deren Jugend. Sie hört lange nichts von Frankel, hat den Orden im Grunde vergessen, doch dann wird Frankel ermordet in seiner Bibliothek aufgefunden. Die Polizei von Fjällbacka ermittelt zunächst vor allem in Neonazikreisen. Erica hat jedoch einen anderen Verdacht. Sie vermutet den Schlüssel zu dem Verbrechen in Frankels Vergangenheit.

Überraschendes Finale

Aus den Tagebüchern ihrer Mutter weiß sie, dass Frankel und Elsy zum selben Freundeskreis gehörten. Wie ihre Mutter hat er offenbar einen Flüchtling gedeckt, der zur norwegischen Widerstandsbewegung gehörte. Erica sucht die alten Freunde ihrer Mutter auf. Eriks Bruder Axel scheint desinteressiert und unwissend, Britta leidet an Alzheimer – und Frans gehört zu den "Freunden Schwedens", einer Neonazi-Organisation. Und dann wird auch Britta getötet, und die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen. Bei ihren Recherchen wird Erica von ihrem Mann, Kommissar Patrick Hedström unterstützt, der angesichts des dramatischen Mordfalls Schwierigkeiten hat, sich ausschließlich auf die gemeinsame Tochter zu konzentrieren, denn eigentlich ist er in der Elternzeit. Gemeinsam folgen sie den Spuren in die Vergangenheit und geraten dabei selbst in Gefahr – bis es zum überraschende Finale kommt.

Interessante Charaktere

Engel aus Eis war mein erstes Buch von Camilla Läckberg, und ich bin wahrlich nicht enttäuscht worden. Der behäbig wirkende Anfang ist schnell überwunden, denn die Autorin präsentiert interessante Charaktere, die sie offenbar im Laufe der Serie weiter entwickelt hat. Das Buch ist aber auch für Neueinsteiger geeignet, die Lektüre der Vorgängerbände keine Voraussetzung, um in die Handlung einzusteigen. Es geht viel um die Familie von Erica und deren Geschichte, die in der Kriegszeit eng mit den jetzt ermordeten Personen verbunden war. Der Schlüssel zu den Morden in den Gegenwart liegt nicht nur in den Tagebüchern, sondern auch in aktuellen Handlungen. Mehr darf hier nicht verraten werden, aber bis kurz vor Schluss war mir nicht klar, wer hinter den Morden steckt.

Zu viele Abschweifungen

So lange den Leser im Ungewissen lassen zu können, ist schon eine hohe Kunst. Deshalb ist es auch verzeihlich, dass es zwischendurch immer wieder ausführlich um familiäre Dinge geht, denn das ist für die Lösung des Falles durchaus wichtig. Allerdings übertreibt es Camilla Läckberg ein wenig. Die Episoden um die Patchwork-Familie von Ericas Schwester Anna bringen die Handlung nicht wirklich voran, und auch die durchaus liebenswürdigen Erfahrungen eines Kommissars mit der Familie einer Kollegin sind eher Füllmaterial. Deshalb gibt es für diese spannende Geschichte auch nur 85 Grad. Bei mehr Konzentration auf die Kerngeschichte wären auch über 90 drin gewesen, aber so sind mir das zu viele Abschweifungen.

Absolut lesenswertes Buch

Immerhin ist Läckberg eine gute Geschichtenerzählerin. Trotz der Abschweifungen in diverse Familiengeschichten wird es nie langweilig. Und der Leser ist stets mit den Ermittlern auf einer Höhe, kennt also keine Fakten, die bei der Polizei noch unbekannt sind. Das ist für die Spannung außerordentlich förderlich. Die Geschichte ist gut recherchiert und absolut glaubhaft, denn solche Entwicklungen – mehr kann ich aus dramaturgischen Gründen wieder einmal nicht andeuten – hat es in vielen militärisch besetzten Ländern und daran angrenzenden Staaten gegeben. Der erzählerische Kniff mit den Rückblicken durch die Tagebuchlektüre, und vor allem mit den später auftauchenden weiteren Bänden ist gelungen. Das trägt dazu bei, das sich die Puzzleteile zur Lösung des Rätsels schön langsam zusammen fügen. Gut und Böse ist scheinbar klar verteilt, aber in dieser Hinsicht erlebt der Leser auch einige Überraschungen. Und er bekommt Einblicke in familiäre Abgründe, die geschickt eingestreut werden. Insgesamt ein spannendes Buch, mit den geschilderten Schwächen, aber dennoch absolut lesenswert.

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Letzte Kommentare:
29.09.2016 15:59:00
altamura veronica

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29.08.2016 15:28:40
Henriette H.

Ein solider und spannender Krimi, wie von Frau Läckberg nicht anders zu erwarten. Man fühlt mit den Protagonisten mit, besonders mit Elsy, deren trauriges Schicksal berührt.
Wenn man die korrekte Übersetzung des Originaltitels "Deutschenbalg" kennt, ahnt man allerdings früh die Lösung dieser verworrenen Geschichte.
Die verheerenden Auswirkungen von Gewalt, nicht nur der des Krieges -auch der elterlichen -auf die seelische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen werden hier sehr eindringlich beschrieben. Dieses Buch vergisst man nicht so leicht wie die meisten 08/15- Krimis.

25.09.2015 10:05:06
Darts

Dank vorablesen durfe ich dieses Buch lesen und bin begeistert von dem Schreibstil der Autorin und der flüssigen und spannenden Handlung. Leider waren es am Anfang für mich zu viele Personen, mit denen ich nicht viel anfangen konnte. Ich werde jetzt aber nach und nach die vorherigen Bücher lesen, um diese überwiegend sympathischen Hauptpersonen 'kennenzulernen'. Vielleicht erklärt sich dort auch das Alter der Personen, welches sich mir einfach nicht logisch erschließen mag.

Zurück zu diesem Buch:

Am Anfang wird gleich von zwei Jungen, die unbefugt in ein Haus eindringen, eine schon ziemlich verweste Leiche eines Historikers entdeckt.

Gleichzeitig wird das Leben des Ehepaars Erica und Patrick geschildert. Sie ist Autorin und möchte nach einem Jahr Erziehungsurlaub (die Tochter Maja wird gerade 1 Jahr alt)endlich wieder ein Erwachsenenleben führen und ein Buch schreiben. Ihr Mann Patrick hat sich für ein halbes Jahr von der Polizei beurlauben lassen um jetzt den Erziehungsurlaub weiter zu führen. Das muß sich aber natürlich erst einspielen. Beide haben auf dem Speicher Sachen der verstorbenen Mutter(Elsy) von Erica und Anna(die Schwester) gefunden. Darunter auch ein paar Tagebücher von 1943/44, die allerdings abrupt enden. Von den Tagebüchern ist Erica so angetan, dass sie sich dadurch leider allzu oft von ihrem geplanten Buch ablenken läßt. Auch Patrick läßt sich gerne von seinen ehemaligen Kollegen einspannen und läßt das Töchterchen auch schon mal in der Polizeistation zurück um einen Tatort zu besichtigen.

Durch das Tagebuch wird man öfter in das Geschehen von Elsy, ihren drei Freunden: Frans, Erik(der Ermordete am Anfang des Buches) und Britta, Eriks Bruder Axel und anderen Personen in den Kriegsjahren 1943/44 versetzt.

so entwickelt sich langsam ein Plot, indem Erica und Patrick plötzlich gleiche Recherchen anstellen.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen und die Handlung erklärt sich zum Schluß komplett.

18.10.2014 17:37:34
annetine62

Mein erstes Buch von Läckberg. Ich hatte es wegen des geschichtlichen Hintergrunds ausgesucht. Eigentlich eine interessante Geschichte, aber durch die ständigen Perspektivenwechsel kam einfach kein Lesefluss zu Stande. Eine Beschränkung auf weniger Sichtweisen hätte mir besser gefallen, aber diese Art zu schreiben hat sich inzwischen ja eingebürgert. Die vielen Schwangerschaften fand ich sehr konstruiert, aber sie sollten vermutlich den Bezug zur Geschichte von Ericas Mutter herstellen. Die Auflösung war auch schon nach der Hälfte des Buches zu ahnen. Trotz dieser Mängel (in meinen Augen) werde ich es vielleicht noch mit einem weiteren Buch versuchen.

05.11.2013 21:08:36
Kwan Yin

Ja. Der Rezensent hat recht. Der deutsche Titel macht eigentlich keinen Sinn. Schade.
Ein irgendwie typischer Schwedenkrimi. Düster, komplex, wie oft, auch hier Themen von Menschenrechten. Eckige Charaktere. Psychologie.
Aber die Geschichte ist gut erzählt. Sie fesselt bis zum Schluss. Ich musste sie in einem Rutsch lesen. Eine Pause war nicht denkbar.

05.12.2012 14:21:02
K.K.

Wer eines der Bücher dieser Reihe liest wird süchtig. Mich hat es in besonderer Form getroffen, ich habe die Orte besucht in Schweden und liebe nun dieses Land. Nicht nur die Charaktere der Protagonisten sondern auch die Ortsbeschreibungen sind von hoher Schreiblust erdacht. Jedes der Bücher legte ich schweren Herzens nach der letzten Seite aus der Hand, mit der traurigen Gewissheit, erst eine Weile warten zu müssen bis das nächste erscheint. Bleibt zu hoffen, dass die schwedischen Winter viel Zeit zum Schreiben neuer Teile geben ;-)

27.11.2012 12:14:34
Kasia

"Engel aus Eis" ist mein Lieblingsbuch von Camilla Läckberg. Ein Buch, welches ich kaum aus der Hand legen konnte.
Und zwar wahrscheinlich aus den Gründen, die hier vielerseits kritisiert werden. Genauso wie P. H. vor mir geschrieben hatte, verfolge ich die Entwicklung der einzelnen Charaktere. Die Geschichte um Erica und Patrik, Anna, Paula u. a. interessiert mich aufrichtig. Dies und die Geschichte um den Mord, sowie die Geschichte von Ericas Mutter haben mich gefesselt, so dass ich nicht genug von dem Buch bekommen konnte.
Während des Lesens der letzten Seiten fiel mir auf, wie schlüssig und logisch Camilla Läckberg ihre Geschichten aufbaut. Es wurden zum Schluss Dinge aufgelöst, damit die Geschichte "rund" ist und einen guten Abschluss hat. So muss es sein, damit dem Leser keine offenen Fragen verbleiben.
Die Reihe um Erica Falck und Patrik Hedström gehört für mich zu einer sehr bedeutenden unter den skandinavischen Buchreihen.
Ich empfehle das gelesene Buch zu 100% und freue mich nun auf "Meerjungfrau".

11.11.2012 08:53:21
A.K.

Wenn einen beim Lesen die Geschichte so fesselt, dass man das Buch nicht mehr zur Seite legen will, dann ist es mit Sicherheit gut geschrieben. So ging es mir bei diesem Krimi. Die Charaktere der verschiedenen Figuren werden so eindrücklich beschrieben, dass ich das Gefühl bekam sie persönlich zu kennen. Das Buch regt auch zum Nachdenken an, weil es einen Teil der deutschen Geschichte beschreibt.

07.11.2012 21:37:27
P.H.

"Engel aus Eis" ist für mich - bis jetzt - der eindrücklichste Roman von Camilla Läckberg.Am meisten liebe ich bei Krimis, wie sich die Personen entwickeln. Hier besonders Mellberg, Gösta, Anna und all die anderen, denen ich als Leser bei jedem Roman wieder begegne. Aus unsympathischen Menschen werden manchnal erträgliche oder gar halbwegs sympatische Menschen. (Das habe ich live auch schon mitbekommen... .)Zudem hat mich in "Engel aus Eis" die Geschichte, die Frau Läckberg erzählt, nachdenklich gemacht: Wer ist in diesem Roman eigentlich unschuldig? Und im sogenannt wirklichen Leben?Ich freue mich auf den nächsten Roman!

11.10.2012 18:18:19
Manuela Bombis

Engel aus Eis finde ich mit Abstand nicht so gut wie "Die Meerjungfrau". Diese ganze Familiengeschichte um den eigentlichen "Krimi" tötet einiges, wenn auch nicht alles ab. Erika Falck nervt irgendwie mit ihren Emanzipationsvorstellungen, da kann einem ihr Ehemann schon leidtun. Da sich das in Wiederholungen so bis zur Hälfte des Buches hinzieht, musste ich mich dazu zwingen, weiterzulesen. Aber dann wurde es spannend, nur finde ich, dass einfach zu viele Personen (Annas Schwester, deren Mann und dessen Tochter usw.) da mitspielen. Ich habe fast den Eindruck, als seien einige Personen direkt aus dem Leben von Frau Läckberg. Soll der Leser das bewundern? Ich weiß es nicht. Als ausgereift würde ich daher die Romane von Frau Läckberg noch nicht bezeichnen. Ich schließe mich meiner Vorschreiberin auch an. Etwas an der Dramaturgie stimmt nicht.
Positiv finde ich hingegen, wie sie das Thema rund um den Holocaust behandelt.

09.08.2012 12:37:14
Otto Quaing

Ich habe das Buch in wenigen Tagen gelesen, da es spannend war. Aber die Abschweifungen zu den Familienproblemen haben etwas mich genervt, denn sie brachten für die Handlung nichts. Und nur weil es beim Motiv um Jugendliche und ihre Familien in der Kriegszeit geht, muss man ja nicht aktuelle Erziehungs- und Beziehungsprobleme auswalzen. Die Rückblenden fand ich am besten gelungen und führten dazu, dass ich auf das Ende neugierig war, das mich dann auch nicht enttäuscht hat. Also insgesamt wirklich lesenswert.

13.02.2012 12:16:35
Silvia Sattek

Wie bereits erwähnt wird das Privatleben
der Familie in Länge und Breite abgearbeitet-
für einen Krimi absolut unmöglich, behäbige
Beschreibungen des Alltags, die den Spannungsbogen ständig unterbrechen.
Dieses Getue um Erziehungsurlaub bzw.
Vergehen gegen selbigen, der arme Patrick.
Da wird die Emazipation doch übertrieben!
Die Geschichte nimmt dann etwas Fahrt
auf, aber auf dieses Buch kann man trotz
dann doch spannender Fortsetzung auch
verzichten.

30.12.2011 00:44:15
Synapse11

Hass - der schlimmste Feind des Menschen

Inhalt:
Jugendliche brechen in ein dunkles Haus ein, eine Bibliothek die außerdem noch Sammlerstücke aus Kriegsjahren enthalten soll. Unter den Füßen knistert es seltsam. Als sie die Rolläden hochziehen entdecken sie, worauf ihre Füße gerade stehen. Auch die Ursache des Gestanks ist klar - im Drehstuhl sitzt ein Toter. Die Schriftstellerin Erica Falck folgt den Spuren in die Vergangenheit des Toten. Geheimnisvolle Tagebücher und ein rätselhafter Orden bringen alle Beteiligten auf eine “eisige” Spur, die bis in die letzten Kriegsjahre (1944/45) zurückreicht.

Meine Meinung:
Anfangs erscheint die Handlung noch etwas konfus. Obwohl die Schilderung zwischenmenschlicher Beziehungen und “Nebenhandlungen” nicht nur schmückendes Beiwerk ist, erscheinen manche Passagen dadurch etwas langatmig. Dies ändert sich nach ca. einem Drittel des Buches schlagartig. Der Zusammenhang einzelner Handlungsstränge wird deutlich. Damit steigt der Spannungsbogen immer weiter an. Die Einschübe der Rückblenden in die Kriegsjahre werden allmählich durchschaubarer und nachvollziehbar. Dadurch wird der Zusammenhang zum Geschehen im Buch erkennbar. Der Spannungsbogen setzt sich fort. Im letzten Drittel nehmen die Cliffhanger zu, die Handlung gewinnt an Tempo und man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Gut gefallen hat mir der Bezug zur Geschichte, obwohl sich mein persönliches Interesse an geschichtlichen Ereignissen in Grenzen hält. So ist das Buch nicht nur ein spannender Krimi, sondern auch ein Mahnmal an die Ereignisse der Kriegsjahre, die auch der jetzt aufwachsenden Generation erzählt werden sollten.
Auch wenn in den Charakteren des Buches einiges an emotionaler Kälte zum Vorschein kommt, bleibt der Bezug zum Titel nur eine vage Vermutung.
Bereits in diesem Buch ist ein Hinweis auf den folgenden Roman “Die Meerjungfrau” versteckt. “Meerjungfrau” habe ich bereits gelesen. Obwohl es eventuell besser gewesen wäre, die Bücher in chronologischer Reihenfolge zu lesen, bin ich nun auch neugierig auf “Die Totgesagten”

Meine Lieblingstextstelle:
“In Kürze würden nur noch die Geschichtsbücher Zeugnis von dem ablegen, was geschehen war.” (S.390)

Fazit:
“Engel aus Eis” ist ein ereignisreicher Kriminalroman, dessen Spannung immer mehr zunimmt. Er nimmt den Leser mit in die Vergangenheit bis in die letzten Kriegsjahre (1944/45) deren Spur bis in die Gegenwart reicht. Empfehlenswert für lange Winterabende.

22.10.2011 22:25:29
bookorpc

Der fünfte Band: Engel aus Eis von Camilla Läckberg, spielt erneut in Fjällbacka. Da die Bänder aufeinander aufbauen, sollte man für mehr Lesevergnügen besser von vorne anfangen.

Inhalt: Obwohl Patrik im Erziehungsurlaub ist und sich um Maja kümmert, kommt Erica mit ihrer neuen Buch nur langsam voran. Der Inhalt der Kiste aus dem Nachlass ihrer Mutter lässt ihr keine Ruhe. Auch Patrik kann sich nur schwer aufs Nichtermitteln konzentrieren, da zwei Morde seine Kollegen auf Trab halten.
Aber auch Erica stellt Nachforschungen an, da sie einen der Opfer den Orden aus der Kiste überlassen hatte und beide in den Tagebüchern ihrer Mutter eine Rolle spielen.

Meine Meinung: Spannend bis zum Schluss ist auch dieser Fall. Im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart erfährt man mehr über die Hintergründe zu dem Morden und dem Geheimnis von Ericas Mutter. Ich finde es immer wieder faszinierend wie es der Autorin gelingt, das Leben aller einzelnen Personen, die im Laufe der Bücher auftauchen immer wieder aufzunehmen, auszubauen und mit noch mehr Details anzureichern. Zwar stehen Patrik und Erica in allen Büchern im Vordergrund, aber auch Mellberg, Dan usw. kommen nicht zu kurz.
Camilla Läckberg schafft es perfekt, das Privatleben und die Ermittlungen miteinander zu verbinden bzw. zu verknüpfen. Dieses Ende fand ich sehr emotional und ich bin gespannt wie es weitergeht.

Fazit: Für alle Fans von Camilla Läckberg ein Muss, das natürlich am Schluss aufs nächste Band neugierig macht.

12.10.2011 19:55:24
€nigma

Zum Inhalt:

Im schwedischen Fjällbacka wird ein allseits beliebter pensionierter Geschichtslehrer ermordet. Erik Frankels spezielles Interessensgebiet waren der Nationalsozialismus und dessen Erscheinungsformen in Schweden während des Zweiten Weltkriegs. Erika Falck ist besonders betroffen über Frankels Tod, denn sie hatte vor kurzem einen Nazi-Orden, den sie unter den Hinterlassenschaften ihrer verstorbenen Mutter Elsy gefunden hatte, bei Erik Frankel vorgelegt, weil sie sich davon Aufschluss über die Jugend ihrer Mutter erhoffte. Erika und ihre Schwester Anna haben ihr Leben lang unter der Kälte und Unnahbarkeit ihrer Mutter gelitten. Doch die Tagebücher ihrer Mutter zeichnen ein völlig anderes Bild ihres Charakters. Warum hat Elsy sich so verändert und was hatte sie mit den Nazis zu tun?
Erikas Mann Patrick Hedström ist bei der Polizei. Zwar hat er gerade seinen Erziehungsurlaub angetreten, um seine einjährige Tochter Maja zu betreuen, aber es fällt ihm schwer, sich von seiner Dienststelle fernzuhalten. Als er feststellt, dass Erikas Mutter indirekt in den Mordfall verwickelt ist, den seine Kollegen untersuchen, gibt es kein Halten mehr. Sowohl er als auch seine Frau lassen keine Gelegenheit aus, sich in die Ermittlungen einzumischen, bzw. auf eigene Faust zu recherchieren. Dabei stoßen sie auf rätselhafte Vorgänge, die sich 60 Jahre zuvor zwischen der damals 14-jährigen Elsy, ihrer Freundin Britta, Erik Frankel und Frans Ringholm abgespielt haben. Die vier Teenager waren zunächst ein harmonisches Kleeblatt, aber nachdem ein fünfter Jugendlicher, der junge norwegische Widerstandskämpfer Hans, auf der Flucht vor den Nazis in Norwegen zu ihrer Gruppe gestoßen war, taten sich immer größere Risse in ihrer Freundschaft auf.Welche Rolle spielte Axel, Eriks älterer Bruder, der für die Widerstandskämpfer Waren und Informationen nach Norwegen schmuggelte, von den Deutschen verhaftet und schließlich im KZ Sachsenhausen interniert war, wo er beinahe ums Leben gekommen wäre?
Der Mord an Erik Frankel bleibt nicht der einzige, die Ermittlungen scheinen nicht voranzukommen. Axel Frankel hat sein Leben dem Kampf um Gerechtigkeit verschrieben, seit Jahrzehnten bemüht er sich unermüdlich darum, NS-Verbrecher vor Gericht zu bringen. Frans Ringholm dagegen lebt nur für die "Säuberung" des modernen Schweden von fremden Elementen, er steht einer Neonazi-Organisation vor. Diese beiden Männer sind die einzigen, die den Schlüssel zur Lösung der rätselhaften Morde in den Händen halten, aber sie schweigen verbissen.

Meine Meinung

Dieser äußerst komplexe Roman erzählt abwechselnd auf zwei Zeitebenen. Die in der Gegenwart spielende Handlung führt weit über die polizeilichen Ermittlungen hinaus und vermittelt ein detailliertes Bild der modernen schwedischen Gesellschaft, die offenbar eine enorm hohe Rate an Scheidungen verzeichnet und entsprechend problematische Verhältnisse in den resultierenden Patchworkfamilien nach sich zieht. Die Familienverhälnisse der Hauptfiguren sind ziemlich verworren und nehmen im Roman einen breiten Raum ein. Auch die Arbeitsteilung in der modernen Ehe wird ausführlich thematisiert und der Rollenverteilung in der traditionellen Familie zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, wie sie in den Kapiteln über die Vierzigerjahre ersichtlich ist, gegenübergestellt.
Diese Einblicke in den gesellschaftlichen Wandel der letzten Jahrzehnte geben dem Roman neben der spannenden Krimihandlung zusätzlich Würze und die Autorin versteht es, alle Handlungsfäden in der Hand zu behalten und zum Ende hin souverän zu verknüpfen.
Der Erzählstil ist locker, oft humorvoll und spannend, ohne jedoch in thrillergemäße Brutalitäten auszuarten. Deshalb kann man dieses Buch auch empfindlicheren Lesern ans Herz legen. Besonders eignet es sich für Leser, die geschichtliches Interesse mitbringen.
"Engel aus Eis" ist bereits der fünfte Band einer Serie um Patrik Hedström und seine Kollegen. Für mich war es das erste Buch von Camilla Läckberg, ich konnte der Handlung jedoch auch ohne Kenntnis der anderen Bände folgen. Von dieser Autorin werde ich mit Sicherheit noch weitere Bücher lesen.

05.08.2011 13:41:52
Ilse S

Zuerst war ich etwas irritiert, denn der Anfang des Romans erinnerte mich stark an ein Jugendbuch.Zweifellos eine extrem spannende und auch wichtige Geschichte, die es verdient hätte, sorgfältiger erzählt zu werden. Über den Schreibstil will ich mich gar nicht weiter auslassen - da rauscht das Blut in den Adern und in den Augen blitzt es - es ist halt Unterhaltungsliteratur. Aber diese banalen, überflüssigen Geschichten über die Randfiguren empfand ich als extrem störend. Ganz offensichtlich konnte sich Frau Läckberg nicht zwischen einem Krimi und einem Familienroman entscheiden. Kann das Buch nur ganz uneingeschränkt empfehlen, wenn man sehr viel Zeit hat. Schade, denn der Stoff hätte viel mehr hergegeben.

06.03.2011 19:01:29
CRI

Endlich erfährt der treue Leser, warum Erica und ihre Schwester kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter hatten, warum sich dieser ihnen gegenüber scheinbar abwesend verhielt.
Die aktuellen Ereignisse führen mehrere Jahrzehnte zurück in die Zeit des 2. Weltkrieges, während dessen Schweden zwar "unabhängig" und nicht besetzt war, aber auch die Auswirkungen des Krieges zu spüren bekam. Während man teilweise gar mit den Nazis sympathisierte (auch und gerade auch offizieller Ebene, vgl. bspw. Asa Larssons "Bis dass dein Zorn sich legt"), fürchteten die Seeleute die Seeminen. In Westschweden nahe der norwegischen Grenze, wo die Romane von Camilla Läckberg angesiedelt sind, gab es natürlich auch Kontakt nach Norwegen und Schweden, die den norwegischen Widerstand unterstützten.

Als deutsche Leserin hat mich das Thema an sich eigentlich eher abgeschreckt, aber ich wollte natürlich auch wissen, wie es mit Erica und Familie und den anderen weitergeht - und habe es nicht bereut!

04.02.2011 14:21:31
anyways

Der neueste Kriminalroman von Camilla Läckberg beginnt nahtlos dort, wo „ die Totgesagten“ aufhörten, mit dem Fund auf dem Dachboden von Schriftstellerin Erica und ihrem Mann Patrick Hedström.



In einer Kiste findet Erica einen Orden aus dem 2. Weltkrieg, ein Babyjäckchen mit eingetrockneten Blutflecken sowie 3 kleine Tagebücher ihrer Mutter. In den Tagebüchern findet sie nicht viele Erkenntnisse über das kühle Verhalten ihrer Mutter. Um Licht ins Dunkel zu bringen, übergibt Erica im Frühsommer den Orden an den ihr einzig bekannten Spezialisten Erik Frankel.Wochen später wird ebendieser Experte mit zertrümmertem Schädel in seinem Haus von zwei Jungen aufgefunden. Lange nachdem er schon so gewaltsam zu Tode kam.



Patricks Kollegen machen sich auf die Suche nach Täter und Motiv, ihm selbst sind die Hände gebunden, da er gerade seinen viermonatigen Erziehungsurlaub angetreten hat.



Auf Camilla Läckbergs Bücher freue ich mich immer ganz besonders. Sie hat so sympathische und authentische Personen skizziert, dass ich immer das Gefühl habe, alte Bekannten und Freunde wieder zu sehen. All dies verpackt sie noch geschickt in knifflige und intelligente Kriminalfälle.

Dieses Mal werden die beiden Schwestern Erica und Anna mit der Vergangenheit ihrer Mutter konfrontiert. Elsy Moström war keine sehr liebevolle und fürsorgliche Mutter, die Mädchen haben sie eher als kalte, fast herzlose Frau kennen gelernt. Am meisten litt Erica unter dieser Distanziertheit. Umso verblüffter ist sie, als sie in den alten Tagebüchern ein lieber, netter und lebenslustiger Backfisch gleichen Namens aus ihrem Leben im 2.Weltkrieg berichtet. Erika liest von Freunden, die Elsy während ihrer Kindheit und Jugend begleitet haben, eine Freundschaft die abrupt endete, denn der Tochter sind die Namen völlig unbekannt, bis auf einen…

Ein Geheimnis dem die junge Mutter auf den Grund gehen will, sie sucht nach den alten Verbindungen und Freunden, und stößt auf eine Mauer von Hass, Zorn und Fremdenfeindlichkeit. Auch sie muss zum Ende erkennen: „Im Krieg gibt es keine Sieger“!

18.01.2011 13:46:08
allegra

Camilla Läckberg führt ihre Hauptfigur, die Schriftstellerin Erica Falck durch ein neues Kapitel ihres Lebens. Sie nimmt nach einer einjährigen Babypause ihre berufliche Tätigkeit wieder auf und setzt sich gleichzeitig mit dem Leben ihrer Mutter Elsy auseinander. Dabei wird die Zeit des 2.Weltkriegs beleuchtet und dessen Auswirkungen auf das ländliche Leben im schwedischen Fiällbacka.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, wobei der Übergang anfangs nicht immer ganz klar ist. Man findet sich aber sehr schnell in die beiden Handlungsstränge ein, wobei die jeweils an spannenden Stellen stattfindenden Wechsel für Spannung sorgen. Während im ersten Teil des Romans die familiären Nebenschauplätze der „Jetztzeit“ im Umfeld von Erica Falck einen großen Raum einnehmen, legt der Roman im zweiten an Tempo zu und die losen Enden der erst zusammenhangslosen Protagonisten finden rund und einfühlsam zu einem Ganzen zusammen., ohne dass eine Hektik aufkommt, wie es leider recht häufig bei Kriminalromanen gegen Ende zu der Fall ist.

Im Überblick gesehen, ist der Roman sehr sorgfältig konzipiert und obwohl die Autorin noch recht jung ist, schafft sie es, die sehr unterschiedlichen Personentypen recht glaubwürdig darzustellen. Was mich etwas gestört hat, war die gebetsmühlenartige Wiederholung, dass Ericas Ehemann, der Polizist Patrik Hedstrom im Erziehungsurlaub ist und dass Erica nach einem Jahr Babypause infolge mangelnder geistiger Stimulation schon kurz vor dem intellektuellen Zerfall steht.

Die Entwicklung der einzelnen Figuren, von den Polizisten Mellberg und Gösta bis hin zu Ericas Schwester, Anna, lässt viel Spielraum offen für neue Folgen der Serie. Ich freue mich darauf, hoffe aber, dass die Babies recht schnell gedeihen, so dass mir mehrseitige Krabbelgruppenszenen in Zukunft erspart bleiben.

10.01.2011 23:25:53
Daniela

Ein spannendes, süffiges Buch.

Nur für mich stimmt die Dramaturgie nicht. Der Halbbruder ist 1945 geboren, also fast 70 Jahre alt und Erika ist doch um die 30. Die Mutter ist 1930 geboren, Erika ist also ca. 1975 geboren. Da war die Mutter 45 und dann hat Sie ja noch die jüngere Schwester Anna.

Das geht für mich irgendwie nicht auf. Oder hab ich jetzt was falsch verstanden.

20.09.2010 11:24:17
subechto

"Deutschkind"

...so lautet in etwa der Originaltitel (Tyskungen) von Camilla Läckbergs neustem Krimi um das sympathische Ermittlerteam Erica Falck und Patrik Hedström sowie deren Chef Bertil Mellberg. Leider wurde der Titel mal wieder völlig sinnfrei und unpassend mit "Engel aus Eis" ins Deutsche übersetzt.

Wie schon in den vorherigen vier Teilen dieser Serie sind auch in "Engel aus Eis" Kindheit und Familie - in all ihren Facetten und Ausprägungen - Schlüsselbegriffe im kriminalliterarischen Werk der Autorin. Und wieder bedeuten sie Verrat, Ausbeutung und Mord, um sich einer alten Schuld zu entledigen.

Sollte man die Toten nicht besser ruhen lassen? Gemeint ist nicht nur Erik Frankel, der zu Beginn des Kriminalromans tot aufgefunden wird, ein angesehener Spezialist für die NS-Zeit. Sondern auch Ericas längst verstorbene Mutter Elsy, die immer ein großes Geheimnis aus ihrer Vergangenheit gemacht hat und zwei weitere Tote.

Antworten scheint eine verstaubte Truhe auf dem Dachboden zu geben. In ihr entdecken Patrick und Erica am Ende des Vorgängerromans einen Naziorden, der in ein blutbeflecktes Kinderhemd eingewickelt war. Die Handlung von "Engel aus Eis" knüpft hier nahtlos an "Die Totgesagten" an.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, eine in der Gegenwart und eine 1944/45. Patrick und Erica ermitteln quasi parallel, bis sie schließlich doch gemeinsam alle Morde aufklären sowie das Rätsel um dieses Eiserne Kreuz - übrigens kein Naziorden, es existiert nämlich bereits seit knapp 200 Jahren - und um das blutige Hemdchen lösen können. Erica und ihre Schwester Anna finden am Ende noch etwas sehr Persönliches. Uns sogar Bertil scheint endlich das große Glück gefunden zu haben...

Ich mag es ja, wenn Ermittler auch ein Privatleben haben. Viele Erzählstränge, teilweise in Rückblenden, finde ich ebenfalls klasse und so habe ich mich wieder bestens unterhalten gefühlt. Ich bin sicher, dass der 5. Fall aus der Erica Falck und Patrik Hedström-Reihe nicht der letzte bleiben wird und so freue ich mich schon auf den nächsten!

Punktabzug gibt es von mir lediglich für ein bisschen zu viel Familie: Friede, Freude, Eierkuchen...

11.06.2010 13:33:59
Inger Detlefsen

Der Originlatitel des Buches lautet:
Das Deutschenbalg
Er trifft die Sache damit viel genauer und weckt viel eher die Neugier in die richtige Richtung als der blumige deutsche Titel
Jeder in Skandinavien weiß, was damit gemeint ist, dieses Wort löst eine ganze Reihe von Assoziationen aus und enthält wie in einer Nussschalend das Trauma der Besatzung und welche Schicksale sich auf diesem Hintergrund ergeben haben.
Und es wäre m.E. gut gewesen, diesen provokanten Titel zu übernehmen.
In Nazideutschland gab es das Schimpfwort: Judenbalg, und woanders eben - Deutschenbalg!