Die Töchter der Kälte

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Forum, 2005, Titel: 'Stenhuggaren', Originalsprache
  • Schwäbisch Hall: steinbach sprechende bücher, 2007, Seiten: 6, Übersetzt: Hübschmann, Ulrike
  • Berlin: Aufbau, 2009, Seiten: 474

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Bernd Neumann
Familiensaga von grenzenlosem Egoismus und verlogener Heuchelei

Buch-Rezension von Bernd Neumann Dez 2007

Camilla Läckbergs unaufhaltsamer Weg zur erfolgreichsten Kriminalschriftstellerin Schwedens ist atemberaubend. Ihre Bilderbuchkarriere erinnert an die Story vom amerikanischen Tellerwäscher, das bringt anerkennende Bonuspunkte bei Leserschaft und Rezensenten: Als diplomierte Betriebswirtschaftlerin hat sie erfolgreich, aber als kleine graue Maus wohl eher unspektakulär Schreibtischjobs in schwedischen Wirtschaftsunternehmen abgerissen. Dann besucht sie während ihrer Schwangerschaft einen Abendschulkurs, der die Vermittlung von handwerklichen Grundkenntnissen zum Schreiben von Kriminalromanen verspricht.
Mutig sagt sie ihrem alten Job adé und stürzt sich in das von Wettbewerbern wimmelnde kalte schwedische Wasser. Kurze Zeit später vollendet sie den Entwurf Die Eisprinzessin schläft, welcher auch prompt veröffentlicht wird. Bereits ein Jahr später (2004) erscheint auf Schwedens dicht besetzten Krimi-Markt Der Prediger von Fjällbacka", Krimi-Couch-Volltreffer im Juni 2006.

Nicht nur in ihrem Heimatland wird sie als neue "Königin des Kriminalromans" gefeiert. Die Verkaufszahlen ihrer bisherigen Bücher mit dem Ermittler Patrick Hedström und der Journalistin Erica Falck (mittlerweile ist die berufliche Zusammenarbeit zu einer partnerschaftlichen Liaison gereift) sind untrügliche Zeichen ihrer zahlreichen und mittlerweile internationalen Fangemeinde. Dieser beeindruckende Weg der Camilla Läckberg verdient allerhöchsten Respekt, und den Dozenten des damaligen Abendkurses sei für ihre solide Wissensvermittlung an dieser Stelle nochmals ausdrücklich gedankt!

Die trügerische Ruhe im idyllischen Fjällbacka

Ebenso erwähnenswert ist die Tatsache, dass Camilla Läckberg auch den dritten Roman in ihrem Geburtsort Fjällbacka ansiedelt. Dieser landschaftlich schön gelegene Ort, dessen Steinbruch und Fischfang ihn in früheren Zeiten erst wohlhabend und dann attraktiv gemacht haben, lebt heute in erster Linie erfolgreich vom Tourismus. Vermutlich wird die Autorin in ihrem knapp tausend Seelen beherbergenden Örtchen jedes Mauseloch aus Kinderzeiten bestens kennen. Hier kann sich das Verbrechen nicht wie in der Anonymität der Großstadtmasse klammheimlich verstecken, in Fjällbacka kennt Jeder Jeden. Diese fast dörfliche Atmosphäre und die typische Du-Anrede schaffen somit eine sehr warme, persönliche Vertrautheit.

Die Töchter der Kälte präsentiert uns Erica Falck als frisch gebackene Mama eines kleinen Mädchens. Der kleine Quälgeist überfordert Peter und Erica und macht ihnen gehörig zu schaffen. Schlaflose Nächte und ein angekratztes Nervenkostüm tun der familiären Dreisamkeit alles andere als gut. Patrik vergräbt sich genervt und verzweifelt unter seiner Arbeit, Erica versucht mit Hilfe ihrer neunmalklugen Mutter, einschlägigen Fachbüchern und den Tipps ihrer neuen Freundin Carlotta dem schreienden und unablässig zu stillenden Nimmersatt Herr zu werden.

Dann macht ein alter, ortsansässigen Fischer einen makabren Fang: er zerrt ein offensichtlich ertrunkenes Kind zutage. Patrik Hedström wird von seinem trägen und mit sich selbst beschäftigten Chef mit den Ermittlungen beauftragt. Dieser erkennt sofort die zusätzliche Tragik des Falles, denn bei der Toten handelt es sich um die kleine, einst so quirlige Sara, welche das Kind von Charlotte Klinga, der neuen Freundin seiner Lebenspartnerin Erica ist.

Im Laufe der Spurensicherung spitzt sich die Situation dramatisch zu

Die Obduktion des minderjährigen Mädchens ergibt Seifenwasser in der Lunge, die Analyse des Mageninhalts aber bringt noch etwas viel verwunderlicheres zu Tage: Asche, deren Hauptbestandteile Granitstaub und Spuren menschlicher Knochen sind. Was anfänglich wie ein tragischer Unfall aussah fordert jetzt schnellste Aufklärung eines Kindsmordes. Mit der Idylle in der beschaulichen Fjällbacka-Gemeinde ist es erst einmal vorbei.

Die zähen und lange Zeit erfolglosen Ermittlungen entwickeln sich dann immer mehr zu einem Stich ins Wespennest. Die scheinbar heile und makellose Fassade des malerisch gelegenen Küstenstädtchens beginnt zu bröckeln. Patrik und sein Kollege Martin stoßen auf erbitterte Nachbarschaftsfeindlichkeiten, sexuelle Perversionen und zerrüttete Familienverhältnisse. Im Laufe dieser Arbeit entpuppt sich dieses scheinbar so idyllische Fjällbacka als ein Hort gestörter zwischenmenschlicher Beziehungen.

Zusätzlich erschwert wird die Ermittlungsarbeit durch alteingesessene, unfähige und profilsüchtige Kollegen des Reviers, die keine Freude am Job haben, sich lieber mit anderen Dingen beschäftigen und die Verbrechensaufklärung zur Rettung existierender Busenfreundschaften auch schon mal im Sande verlaufen lassen. Es entwickelt sich ein Grabenkrieg an mehreren Fronten, der Patrik allerhand abverlangt.

Die Töchter der Kälte bezieht seinen über knapp 500 Seiten ständig und auf hohem Niveau gehaltenen Spannungsbogen nicht aus Blut triefenden und detailliert beschriebenen Perversitäten eines Psychopathen. Er ist kein Psychothriller sondern mehr ein "Frauenkrimi", und das meine ich im absolut aufwertenden Sinne:
Die Töchter der Kälte lebt von der sehr genauen Beobachtungsgabe und plastischen Schilderung zwischenmenschlicher Beziehungen und Empfindsamkeiten, deren psychologische Tiefen der Leser sehr gut nachvollziehen kann. Camilla Läckberg zieht die schwedischen Gardinen zur Seite und gestattet uns einen Blick in die Wohnzimmer vieler Familien, die alle mehr oder weniger unglücklich sind.

Wie hier mit wenigen, einfachen aber treffenden Worten Charakteren Leben eingehaucht wird, schafft beim Leser eine visuelles Abbild und damit klaren Standpunkte zu den Protagonisten des Buches. Besonders intensiv trifft das zu für eine der Schlüsselfiguren des Romans zu: "Agnes, Agnes Stjernqvist. Und Fräulein, nicht Frau (S. 333)".

Die ermittelnden Polizisten zweier Generationen können unterschiedlicher nicht sein. Läckberg beschreibt diese mit all' ihren Marotten so plastisch, das man sich wie der Pförtner der Polizeistation vorkommt, der seine Ermittler schon seit Jahren in- und auswendig und am bewussten Gang kennt.

Die ständige Spannung wird gehalten durch zwei Handlungsebenen, wobei jedes Kapitel sehr knapp und präzise mit der um ca. 80 Jahre versetzten beginnt. Die aktuelle Zeitebene läuft wiederum in ständig wechselnden Perspektiven ab. Diese Methode macht das Lesen ungeheuer spannend; man erahnt einen inneren Zusammenhang, kommt diesem aber erst recht spät auf die Schliche. Das macht den vorliegenden Roman zum so genannten Pageturner.

Übrigens ist die Buchtitelwahl des Krimis ein kleiner Geniestreich seitens des altehrwürdigen Aufbau-Verlages: Die Töchter der Kälte bezieht sich weniger auf frostige schwedische Außentemperaturen, sondern vielmehr auf eine emotionale Unterkühlung, auf egoistische Verlogenheit, grenzenlosen Eigennutz, welche dem Leser Seite für Seite das Blut in den Adern gefrieren lassen. Und man beachte den Plural. Zum Ende des Buches stellte sich mir die provokante Überlegung, ob vorgelebte Bösartigkeit und kriminelle Neigungen vererbbar sind bzw. anerzogen werden können...

Mit Die Töchter der Kälte ist Camilla Läckberg (wieder einmal) ein spannender, atmosphärisch dichter und deshalb sehr empfehlenswerter Schwedenkrimi gelungen, der erfreulicherweise ohne den häufig anzutreffenden erhobenen und uns sozialkritisch anmahnenden skandinavischen Zeigefinger auskommt. Läckberg macht Lust darauf, diesen kleinen Ort an der schwedischen Westküste zu erschließen, den Spuren des Verbrechens zu folgen, selbst bei Gefahr um Leib und Leben...

Und die ein wenig angekitschten zwei Schlussseiten lassen erahnen, das wir auch literarische noch mehr über Fjällbacka lesen werden dürfen. Deshalb von mir für die Trägerin des "Literaturpreis des schwedischen Volkes 2006" (was für ein imposanter Titel!) gefühlte 86°, ohne Wenn und Aber.

Die Töchter der Kälte

Die Töchter der Kälte

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Letzte Kommentare:
16.09.2018 09:10:29
Shiva

Ich bin gerade mit dem Buch fertig und eine Sache hängt noch etwas nach. Vielleicht habe ich es im Buch verpasst? Eventuell kann mir ja jemand helfen, ohne gleich diejenigen zu spoilen, die noch nicht durch sind. Diejenigen bitte nun nicht weiterlesen...

Was war denn Monicas Geheimnis? Als das Haus durchsucht wird und des Vaters Geheimnnis entdeckt wird, ist sie sehr erleichtert, dass die anderen Sachen nicht gefunden wurden. (Seite 298 "Sie hatten nichts von dem gefunden, was sie befürchtet hatte") Später taucht es noch einmal auf, dass Monica etwas zu verbergen hat. Was war das denn?

08.05.2018 22:58:29
Sarah

Ich bin noch am Amfang des Buches, aber was mich wirklich fuchsig macht, ist die alte Rechtschreibung: daß, mußt usw. Ich stolpere darüber und musste in meinem Zweifel erst einmal nachschauen, wie alt das Buch ist...
Ansonsten bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht. Ich wollte es eigentlich verschenken, aber nun lese ich es selbst.

29.09.2016 21:40:28
Iris Budweth

Spannend, gute Spannungsbögen, zwei Erzählstränge, die aufeinander zu laufen - gut gemacht. Natürlich ist es nicht wahrscheinlich, dass alles 6 Monate ein Mord in Bohuslän passiert, aber andererseits, wie viele komplexe Mordfälle gibt es in Midsummer (Barnaby) oder Oxford (Lewis)? Jedenfalls sind die Krimis sehr spannend und heben sich angenehm ab von anderen düsteren Skandinavien-Krimis, die von Schicksalen und Problemen suizidgefährdeter Ermittler triefen(Wallander, GSI Göteborg).
Ich finde, dass das Buch Töchter der Kälte etwas schwächer, weil langatmiger ist als die anderen Bücher der Reihe, das hätte man kürzer gestalten können.
Aber das Getue um das Baby KANN man verstehen, schließlich hat Erica eine postnatale Depression und es ist echt anstrengend, ein Schreibaby zu haben, dass man ständig herumtragen muss, damit es mal ein bisschen Ruhe gibt.
Schön finde ich, dass Fjällbacka und Umgebung so schön beschrieben sind.

29.09.2016 15:28:08
altamura veronica

Sie sind Diener, Bauern, Kleinunternehmen , Handwerker und Menschen aller Art und Sie eine Finanzierung benötigen, um Ihre Schulden zu konsolidieren oder Ihr Unternehmen zu helfen, auf dem richtigen Weg oder beleben Sie Ihre Sorgen mehr Aktivitäten zu erhalten.
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sich bitte per E-Mail an: veronicaaltamura01@gmail.com

30.08.2016 11:54:19
Henriette H.

Wenn der Titel "Töchter der Kälte" sich auf zwei der Hauptfiguren bezieht, müsste man eher "Töchter der Hölle" sagen. Derart teuflische Psychopathinnen wie hier findet man selbst in modernen Serienmörder/innen-Krimis nicht oft. Ist diese extreme Bösartigkeit angeboren oder durch Misshandlungen und Lieblosigkeit in der Kindheit erworben? Dieses Thema scheint die Autorin sehr zu beschäftigen, weil es auch in anderen ihrer Bücher vorkommt. Auf jeden Fall ist es spannend zu lesen, wenn auch nicht immer sehr realistisch.

15.02.2016 15:02:15
trafik

Es war mein zweites Buch von der schwedin Camilla Läckberg.
Ich hab ihn sehr gut gefunden diesen Krimi.Unrealistisch! Naja, welcher Krimi ist das nicht!
Für mich muß er flüssig und spannend sein. Der Unterhaltungswert ist wichtig und dies hatte dieses Buch.
Werde die nächsten sicherlich lesen.
Bin schon sehr gespannt!

07.02.2015 11:47:56
Hermann

Endlich geschafft! Mann war das eine zaehe Angelegenheit! Selten einen Krimi gelesen, der so strotzt von Klischees, eingleisigen Charakteren und unnötigen Nebenschauplaetzen. Nur die Neugier, ob die Autorin wirklich noch eine Plattitüde hinzufügt, war Motivation, weiter zu lesen. Und sie tats bis zum Schluss. Das war wohl der erste und auch der letzte Roman, den ich von Frau Laeckberg gelesen habe.

17.02.2014 23:11:29
lou.

Innerhalb eines Tages durchgelesen - fantastisches Buch, auch wenn man sich das eine oder andere schnell zusammenreimen kann - trotzdem richtig klasse.

kann kaum erwarten die nächsten Bände zu lesen - ist ja mittlerweile Familienlektüre bei mir geworden (Tante, Cousine, Mutter, Schwester, ich) :D

Einfach nur empfehlenswert - und das, obwohl ich Krimis eigentlich nicht mag ; )

17.02.2014 00:26:00
Astrid Schwarz

Meiner Meinung nach sind die Stories so unrealistisch, dass es schon lächerlich ist. Andere skandinavische Krimis, von denen ich bereits diverse von verschiedenen Autoren gelesen habe, zeigen eine wesentlich realistischere Handlung und sind wirklich spannend zu lesen. Welche Zielgruppe diese Geschichten ansprechen könnten, kann ich nicht nachvollziehen.

09.11.2013 23:03:58
Jürgen Schlimme

Zu Ihrem Kommentar erst einmal, Die Mutter von Erika Falck ist bereits verstorben, ihre Schwiegermutter Kristina nervt sie, genau so wie es nervt, immer wieder über ihre familiären Probleme zu lesen.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie ein Polizist wie Patrick, diese Fälle lösen kann.
Auch die Vorgehensweise von Erica bei ihren Nachforschungen grenzt an einer absoluten Unverschämtheit.

30.09.2013 04:04:58
la_güera

ganz typisch läckberg: wirklich sehr spannend, man kann das buch nicht weglegen, bzw freut sich den ganzen tag darauf weiter zu lesen, ist gespannt auf die lösung des falles und die zusammenführung der verschiedenen handlungsstränge (geht mir zumindest so).andererseits zu viele klischees, zu platt-einseitige charaktere (zumindest zum aller größten teil, gösta zb ist da eine tolle ausnahme von den restlichen schwarz-oder-weiß-charakteren!) und besonders stört mich an allen (bisher gelesenen) läckberg-krimis, dass patrick und erica (meistens sie) ständig privat in die fälle involviert sind, bzw in privatem kontakt mit opfern oder deren familien stehen. das ist verdammt unrealistisch!!und überhaupt: wieso sollte es in so einem kleinen kaff wie fjällbacka so häufig zu so komplexen mordfällen, bzw meistens sogar -serien kommen??!! und das in ordentlichem 6-monate-rhythmus...auch die mellberg- oder anna-geschichten langweilen und sind mir zu langartmig und irgendwie überflüssig. die überfliege ich meistens nur :-(im gegensatz zu andere läckberg-krimis, in denen die wahrheit stück für stück ans licht kommt, fand ich auch, dass in "die töchte der kälte" zu lange einfach nur rumgestochert wird und der leser lange zeit nichts neues erfährt, was der aufklärung des falles dient.trotzdem absolut lesenswert, wenn man über die erwähnten dinge hinwegsieht - meine meinung!

11.02.2013 11:49:28
Givenchy

Gerade nehme ich mir das fünfte Buch aus dieser Reihe vor.
Nachdem endlich in Buch drei dieser unerträglich, inkompetente Ernst aussortiert wurde, sind die Bücher angenehm zu lesen. Durch die privaten fortlaufenden Ereignisse möchte man natürlich auch da wissen wie es weiter geht und es wird einem das Gefühl suggeriert, man gehört dazu.
Wie allerdings eine so kleine Dienststelle (bei der sich so ziemlich die Häfte der Angestellten als absolute Nichtskönner herausstellen) solch komplexe Morde lösen können, bleibt ein Rätsel, aber naja.Auch hat mich beim Lesen, das Getue um die ersten paar Monate mit Baby, als dreifache Mutter (Zwillinge und 16 Monate später meine Tochter) echt genervt, aber das ist meine subjektive Meinung. Ansonsten klasse zu lesen und auch ziemblich spannend.

02.10.2012 21:24:37
Kasia

Ich habe dieses Buch nun zum zweiten Mal gelesen, um mich chronologisch bis zum letzten Werk vorzuarbeiten. Erneut bin ich vollkommen und völlig von der Arbeit der Autorin überzeugt. Was mir diesmal aufgefallen ist und was ich auch sehr schätze, sind die kurzen Kapitel, denn in den vorangegangenen Büchern musste man stellenweise unzählige Seiten lesen, bevor ein Kapitel ausgelesen war. Das ist bei "Die Töchter der Kälte" anders (Irgendwann MUSS man schließlich auch mal schlafen :) ).
Erica und Patrick wachsen einem mit jedem Buch mehr und mehr ans Herz.
Man merkt, dass die Autorin selbst Kinder hat und aus einem kleinen Ort stammt. Die Geschichte wirkt nicht aufgesetzt oder übermäßig konstruiert, sondern überzeugt durch realistische Charaktere, ihre Eigenarten und eine spannende Geschichte.
Ich vermute, dass ich das Buch in 5 Jahren vielleicht noch mal lesen werde. Und auch wieder empfehlen.

31.03.2012 16:31:39
Sunniva1

Wieder hat mich Camilla Läckbergs Krimi vollkommen überzeugt. Man sollte schon die Bücher nacheinande lesen, dann wachsen einem die Protagonisten ans Herz, egal ob Patrick, der wieder mal die Leitung bei der Untersuchung des Mordes, übernehmen muss oder seine, von ihrer Mutterschaft total überforderte Frau, Erika. Was als furchtbares Unglück beginnt, entpuppt sich als mysteriöser Mord an einem kleinen Mädchen. Viele Verdächtige kommen ins Spiel. Sehr gut gefallen hat mir der Handlungsstrang um den Nachbarsjungen, der am Asperger Syndrom leidet. Immer wieder habe ich mich gefragt, wie wäre das bei uns im Ort? Sind da nicht auch die Menschen, die anders sind, die "schwarzen Schafe", und ständigen Vorurteilen ausgesetzt?
Irritiert hat mich zu Beginn die 2. Handlungsebene, die in der Vergangenheit beginnt. Später war ich gespannt, wie die 2 Ebenen miteinander in Verbindung gebracht werden.
Ich empfehle diesen Roman allen, die ohne viel Blut ... auskommen können und trotzdem einen Pageturner lesen möchten.
Die letzten Seiten machen Lust auf das nächste Buch von Camilla Läckberg!
Von mir 88°!

01.03.2012 18:48:50
engelmicha

Am Ende dieses sterbenslangweiligen, klischeebehafteten Buches bleiben dennoch einige Fragen offen:

1. Wie hab ich das bis zum Ende durchgehalten?

2. Wo ist hier bitteschön die in der KC-Kritik beschriebene "atmosphärisch Dichte", und wo lässt das Buch "das Blut in den Adern gefrieren" usw. ?

3. Verwechselt diplomierte Betriebswirtschaftlerin Läckberg Schreiben mit einem in Marketingprojekt? Anders kann ich mir die Story des Schwesterchen, der Krimiheldin, die am Enden ihren Alten um die Ecke bringt, kaum erklären. Das hat mit dem eigentlichen Fall garnix zu tun, und dient anscheinend nur der Verkaufsförderung des Folgekrimis, weil jeder natürlich wissen will: "Ja wie gehts denn nun weiter?"

Fazit: Für mich bislang der Tiefpunkt Camilla Läckbergs. Es kann eigentlich nur besser werden.

PS Für die treffendste Kritik von "Die Töchter der Kälte" verweise ich auf Eve Paradies (22.05.2010) weiter unten. Hätt ich sie nur eher gelesen...

10.07.2010 12:17:02
Marion

Das war mein erstes Buch von Camilla Läckberg, und sicher nicht das letzte.

Habe das Bucht innerhalb von 4 Tagen gelesen.

Die Zeitsprünge haben mich zu beginn des Buches sehr irritiert. Allerdings ist im Laufe der Geschichte immer mehr die Neugier gewachsen, was die Geschichten miteinander zu tun haben.

Tolles Buch als Urlaubslektüre oder für dunkle Winterabende.

30.05.2010 09:25:11
Christiane34

Ein Mord an einem Kind in der Idylle eines schwedischen Küstenortes. Ein nettes Dorf in dem jeder jeden kennt. Nach und nach aber tun sich dem Leser Welten des Grauens auf.
Da denkt man doch gleich an die schwere Krimikost wie wir sie schon lange aus Skandinavien kenne, düster, grau, deprimierte oder alkoholkranke Helden.
Die Bücher von Camilla Läckberg heben sich hier aber eindeutig aus dem Allerlei ab.

Ein guter Krimi von Anfang bis zum Ende.
Camilla Läckberg hält zwei Handlungsstränge für den Leser bereit die sich zum Ende immer weiter miteinander verknüpfen.
Zum Ende des Buches zeichnet sich immer deutlicher die Lösung des Falles ab, was der Spannung aber keinen Abbruch tut.

Ein Buch welches Entspannung garantiert und das Lesen hat mir großen Spaß gemacht.
Camilla Läckberg spielt mit Klischees und so kommt auch der Humor trotz des ernsten Themas nicht zu kurz.

Von mir ein Lese Empfehlung.

22.05.2010 01:11:51
Eve Paradies

Eine Frauenkrimi der selbst Frauen graust –
oder:
Trivialliteratur für alle, die mehr als nur einen Arztroman wollen


Bereits nach wenigen Seiten kam mir die einzig treffende Beschreibung für diese Art von Roman in den Kopf, die mich bis zur letzten Seite nicht verließ und die für mich für immer mit der angeblichen "Schwedischen Krimi Königin" verbunden bleiben wird - ein wahrer BRIGITTE-Krimi!!!

Viel Babygeschrei, absolut einseitige, entwicklungsunfähige und daher todlangweilige Charaktere, kein ausgelassenes Klischee und als einzige Überraschung für den mehr oder weniger geneigten Leser die Feststellung, dass es immer noch schlimmer geht, wenn auf der vorletzten Seite auch noch kräftig in die Kitschschublade gegriffen wird und der erfolgreiche Ermittler die Mutter seines Kindes darum bittet, „ihn zu einem ehrbaren Mann zu machen“.

Eine Enttäuschung und schlechte Werbung für die schwedische Literatur, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei Frau Läckberg um die schwedische Autorin des Jahres 2005 handeln soll.

26.12.2009 21:22:47
missmarple1510

Das war mein erster Roman von Camilla Läckberg und ich war begeistert von diesem tiefgründigen und gut beschriebenen Roman. Ich war sehr gefangen von dieser spannenden Geschichte. Mir gefielen die Zeitsprünge sehr gut. Sehr flüssig geschrieben. Dieses Buch konnte ich nicht aus der Hand legen. Sehr gut und nur zu empfehlen.

23.09.2009 18:27:42
Kasia

... und wieder überrollte mich die Läckberg-Welle und ich war hin und weg und im Buch verloren...
Camilla Läckberg entführt den Leser diesmal in 2 verschiedene Zeiten und Geschichten, die paralell erzählt werden. Der Zusammenhang zwischen den Personen und Erzählten wird dem Leser erst gegen Ende des Buches präsentiert.
Das Buch ist absolut lesenswert, so wie die anderen Bücher der Autorin auch.
Im ersten Roman übernahm Erika noch den größten Teil der Ermittlungen und den meisten Platz in der Geschichte ein, heute ist es eher Patrik, der die Hauptperson verkörpert.
Ich habe versucht meiner Tante zu erklären, was Camilla Läckberg lesenswert macht: Es ist die Mischung aus unblutigen Mordfällen, spannenden, strukturierten Ermittlungen, liebenswerten Personen und ihrem ganz normalen Alltag.
Man kann die beschriebenen Situationen zu jeder Zeit nachvollziehen, sowie die Gefühle (z. B. Erschöpfung, Ratlosigkeit), an denen uns die Figuren teilhaben lassen.
Ich freue mich auf mehr von Camilla Läckberg!!!
100°

24.06.2009 21:44:22
Gitti

Ich fand das Buch einfach nur genial. Spannend...nicht zum weglegen. Zwei sympatische Hauptdarsteller, zwei parallele Geschichten bei denen man bei jeder Seite hofft dass sie bald zusammenfinden.Ich werde mir sicher die zwei anderen Bücher dieser Schriftstellerin noch zulegen und freue mich schon aufs lesen.

29.04.2009 15:31:40
Rinquinquin

Auch mir hat das Buch sehr gut gefallen, gerade die doch unblutige Geschichte bringt mich jetzt dazu, noch mehr von der Autorin lesen zu wollen.
Auf vielen Wegen wird man zum Täter geführt. Man ahnt ja schon, dass die beiden Erzählstränge irgendwie zusammenhängen müssen und die Spannung steigt. Und doch, wieder wird ein neuer Weg eingeschlagen von den erschöpften Müttern zu den Problemen der "unauffälligen" Leute im Ort. Und dazwischen immer die Erzählung über diese boshafte Frau, da wurde einem ganz kalt.
Man sieht mal wieder, so viele Leute haben ein Gespenst im Keller, von dem die anderen nichts wissen.

03.04.2009 15:55:29
Rolf.P

“Die Töchter der Kälte“ ist ein guter Krimi, vom Anfang bis zum Schluss.
Flüssig und intelligent geschrieben werden zwei parallele Erzählstränge aufgebaut, die sich zum Ende hin verknüpfen. Beide Geschichten sind überaus eindrucksvoll erzählt, und obwohl man weiß, dass sie miteinander zusammenhängen, kann man es kaum erwarten des, Rätsels Lösung zu finden.
Camilla Läckberg erzählt in einem guten Tempo mit stetig steigender Spannungskurve. Die Autorin versteht es, den Leser zu fesseln, ohne dabei eine atemberaubende Spannung in die Handlung ihrer Erzählungen einzubauen. Während man viel über Umgebung, Hauptperson und Nebendarsteller erfährt, ohne aber zu irgendeinem Zeitpunkt in Langeweile abzudriften, lässt einen das Buch nicht mehr los. Ein Schuss Lokalkolorit macht die Geschichte authentisch.
Durch die einfühlsame Darstellung der Charaktere hat man fast das Gefühl, ständig mit vor Ort zu sein. Die Spannung wird in dem Krimi langsam aufgebaut und der Leser wird bis zum Schluss nicht enttäuscht.
Dieses Buch empfehle ich jedem, der gerne einmal etwas abseits des Mainstream liest, der eine ruhigere Erzählweise mag und nicht erwartet, dass aus jeder Seite Blut spritzt. “Die Töchter der Kälte“ hat das gewisse Etwas, welches einem eine Geschichte noch längere Zeit im Kopf herumschwirren lässt. Ein starker Krimi, subtil aber spannend, melancholisch und dramatisch, dabei gefühlvoll und sanft auf sprachlich niveauvollster Ebene, ein Krimi, der Aufmerksamkeit, Ruhe und Muse erfordert.

Mit kleinen Abstrichen wieder einmal ein prima Krimi aus dem hohen Norden.

01.04.2009 07:20:35
lilo

Mir gefällt der Stil von Camilla Läckberg und sie vermag es gut Spannung aufzubauen. Die Geschichte ist beklemmend, die Gefühllosigkeit macht Angst. Dennoch muss ich die Kritik anbringen, dass mir die handelnden Personen in dieser Geschichte zu überzeichnet sind. Vieles ist dadurch vorhersehbar und nahm mir beim Lesen wieder einiges an Spannung. Weniger wäre in diesem Fall wohl mehr gewesen!

22.03.2009 22:46:40
CRI

Es trifft absolut zu, dass einem bei diesem Buch das Blut in den Adern gefriert. Und die Haare zu Berge stehen. Boshaftigkeit und absolutes Fehlen von Mitgefühl als Motiv für das Handeln... Das kann ja eigentlich nur zu Toten führen! Sehr gutes Buch, bei dem gerade der Kontrast zwischen dem Alltag eines idyllischen Städtchens und der vorübergehend etwas gestressten Familie der beiden "Ermittler" einerseits und der unfassbaren Boshaftigkeit andererseits die Spannung steigert.

18.02.2008 10:10:51
Jürgen Uphoff

Kann ein Autor mit jedem Krimi besser werden? Ja, wenn man C. Läckberg heißt. Jedes Buch bedeutet eine Steiger- ung. ohne brutale Beschreibung des Opfers, wie es starb oder was der Täter alles getan hat tritt hier in den Hinter- grund. Der Mensch und seine Psyche ist wichtig. Hier ein Rat an alle: Lesen Sie die drei Krimis von Frau Läckberg. Sie werden nicht enttäuscht.

12.02.2008 14:44:32
joerg66

Seit ich 2006 das Vergnügen hatte, Camilla Läckberg bei einer Vorlesung zu hören und zu sehen, bin ich riesen Fan von ihr, und so wartete ich schon voller Ungeduld auf ihr neues Werk. Und:Sie hat mich wieder einmal nicht enttäuscht.
Tolle Story mit zwei erstklassigen Hauptpersonen mit all ihren Stärken und Schwächen. Obwohl die Auflösung ein klein wenig vorhersehbar ist, ist die Story spannend und zu keinem Zeitpunkt langweilig.
Ich freue mich jetzt schon auf ein neues Werk von ihr

06.02.2008 22:01:29
annika

Ein super Buch,habe auch alle drei gelsen in einem Rutsch!Dieses hier hat mir auch am besten gefallen...
Nun habe ich meine neue Lieblingsautorin und hoffe das bald noch mehr kommt!!!

04.02.2008 20:09:03
JaneDoe

Kann die Rezi von B. Naumann nur in vollem Umfang unterschreiben.
Ich habe alle drei Bände der Serie hintereinander gelesen und fand diesen hier am besten. Ohne Effekthascherei kommt die Autorin aus, die Grausamkeiten hier sind subtiler Art. Das Buch bleibt spannend bis zum Schluß und ich bin schon sehr gespannt, wie es mit den Protagonisten im nächsten Band weitergeht.