Die Eishexe

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Forum, 2017, Titel: 'Häxan', Seiten: 605, Originalsprache
  • Berlin: List, 2018, Seiten: 768, Übersetzt: Katrin Frey

Couch-Wertung:

60°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

5 x 91°-100°
3 x 81°-90°
2 x 71°-80°
4 x 61°-70°
3 x 51°-60°
5 x 41°-50°
1 x 31°-40°
1 x 21°-30°
0 x 11°-20°
1 x 1°-10°
B:64.88
V:24
W:{"1":1,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":1,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":1,"41":0,"42":1,"43":0,"44":0,"45":1,"46":0,"47":0,"48":1,"49":1,"50":1,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":3,"61":1,"62":0,"63":0,"64":1,"65":0,"66":0,"67":1,"68":0,"69":1,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":1,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":1,"82":0,"83":1,"84":0,"85":0,"86":1,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":1,"92":1,"93":1,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":1,"99":0,"100":1}
Sabine Bongenberg
Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Mai 2017

Im beschaulichen schwedischen Fjällbacka scheint auf den ersten Blick die Welt noch in Ordnung zu sein. Die Touristen genießen bei Kaffee und Kuchen die Sonne am Strand, die Kinder hüpfen arglos durch den Wald, Familien treffen sich zu Festen und überhaupt ist alles in allerbester Ordnung. Wie ein Faustschlag wird diese Idylle dann vom Verschwinden der kleinen Linnea erschüttert. Und es kommt noch schlimmer: Schauplatz der Tragödie ist ein Hof, an dem sich vor Jahren schon einmal eine Tragödie um ein vermisstes Mädchen zugetragen hat.

Dieses Kind wurde erschlagen in einem See gefunden, ermordet wurde es offensichtlich von seinen beiden - ebenfalls minderjährigen - Babysittern. Die beiden Täterinnen widerriefen zwar später ihr Geständnis, dennoch wurden sie verurteilt. Haben sie nun wieder zugeschlagen oder wie kann es sein, dass sich an einem Ort fast zwei identische Dramen ereignen? Oder - diese Frage wirft der Klappentext auf - besteht doch ein Zusammenhang mit einem "düsteren Schatten aus der Hexenverfolgung"?

Der Leser wird von einer Flut von Personen überrollt

Camilla Läckberg macht es insbesondere Neulesern nicht leicht. Offenbar wird vorausgesetzt, dass jeder mindestens ein bis zwei Vorgänger-Werke aus der Reihe um die Roman-Autorin Erica Falck und ihren Freundes- und Familienkreis in Fjällbacka gelesen hat, denn der ahnungslose Leser wird in den ersten Kapiteln von einer Flut von Personen überrollt. Sie tauchen ohne Einführung in der Geschichte auf und verhindern so konsequent, dass sich ein klarer, nachvollziehbarer Handlungsstrang entwickeln kann.

Zur Übersichtlichkeit trägt auch nicht bei, dass die so personell überfrachtete Handlung auch noch in insgesamt drei Zeitebenen - der Gegenwart, der Vergangenheit zum Zeitpunkt des ersten Mordes und dann auch noch im Jahr 1671 zur Zeit der Namen-gebenden Hexe - spielt.

Gut und Böse werden hier ziemlich eindeutig unterschieden

Sind Menschen nur gut oder nur böse? Was in der Handlung an klarer Richtung fehlt, wird bei der Charakterisierung der handelnden Personen in mehr als deutlichen Schwarz-Weiß-Abgrenzungen deutlich gemacht. Da sind die Helden der Geschichte Erika Falck und Patric Hedström - beide gut, fleißig und liebevoll - und um sie herum scharen sich die weiteren Guten, auf die diese Attribute ebenfalls zutreffen. Die Guten sind immer gut. 

Dann gibt es die Übeltäter, die insbesondere eine Gruppe von Jugendlichen - versammelt um die Rädelsführer Vendela, Nils und Basse - umfasst, deren Tagewerk aus Mobbing, Chillen und kleineren und größeren Straftaten besteht. Diese Gruppe ist immer böse - auch wenn einige gelegentlich ein Anflug von schlechtem Gewissen überfällt.

Und dann gibt es noch die Gruppe der in Schweden aufgenommenen Asylanten, die nicht nur gut, sondern regelrecht edel und trotz ihres harten Schicksals bereit sind, alles für die Gemeinschaft zu opfern. Im Hinblick auf die Arbeitswelt gibt es ebenfalls die redlich bemühten - und dann diejenigen, die um des Ruhmes willen dermaßen hanebüchene Fehler begehen, dass selbst der Vergleich mit dem Elefanten im Porzellanladen eine mehr als sanfte Untertreibung darstellt.

Camilla Läckberg wollte zu viel und hat sich verzettelt

Läckberg hat offensichtlich in ihrem Buch viel gewollt. Einerseits sollten ein Kriminalfall und die besondere Tragik zweier Jugendlicher spannend erzählt werden. Beschränkt sich die Betrachtung des Lesers allein auf diesen Fall, lässt sich ein Krimi erkennen, der sicherlich Schwächen aufweist, aber dennoch interessant und nachvollziehbar aufgebaut ist.

Unglücklicherweise kamen dann aber noch die Nebenhandlungen dazu. Es sollte eine Lanze für die besondere Situation der Asylsuchenden in Schweden gebrochen, das Problem von Mobbing - sei es im tatsächlichen Leben, sei es im Internet - aufgezeigt, ein historischer Hexenprozess geschildert und die Umstände, die zu einem Amoklauf führen können, beschrieben werden. Als ob das nicht allein die Handlung vollkommen überfrachtet folgen Schilderungen des harmonischen Familienlebens der Guten - und im Kontrast dazu die aggressiven Handlungen narzisstischer Eltern, die ihre Kinder sowohl seelisch als auch körperlich misshandeln.

Gibt es gute Gründe für einen Amoklauf?

Als bedenklich muss auch die Darstellung des in die Handlung eingebauten Amoklaufs erscheinen, der sich stark auf die Beweggründe des Täters fokussiert und damit schon fast entschuldigt. Die eigentlichen Opfer der Tat haben doch selbst die Grundlagen gelegt - könnte hier nicht der alte Spruch greifen: Wer Wind säht, wird Sturm ernten?

Befremdlich und unprofessionell auch die Entscheidung der ermittelnden Polizei, aus Gründen der Pietät die Untersuchungen in einem weiteren Verbrechen - wider einen begründeten Verdacht - im Sande verlaufen zu lassen. Armes Schweden, wenn seine Polizei tatsächlich subjektiv darüber entscheidet, ob die Angehörigen von Verbrechensopfern irgendwann erfahren, welcher Täter für das zugefügte Leid verantwortlich ist.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Camilla Läckberg einen Roman präsentiert, in dem sie zu viel des Guten wollte und sich dadurch verzettelt hat. Wäre hier mutig gestrichen und gekürzt worden, wäre eine deutliche Linie gezeichnet worden. Bei allen Strängen, Nebensträngen und -schauplätzen vergisst der Leser fast, dass tatsächlich ein Mord aufgeklärt wurde. Aber der gerät bedauerlicherweise zur Nebensache, und das sollte in einem Kriminalroman nun wirklich nicht passieren.

Die Eishexe

Die Eishexe

Deine Meinung zu »Die Eishexe«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
14.02.2019 18:03:21
Inxi

Die gesonderte Geschichte um Elin war gut erzählt, nur fand sie keinen Bezug zur Hauptgeschichte. Der angebrachte Verwandtschaftsbezug spannt da keinen Bogen. Wenn die Autorin damit einen mystischen oder erklärenden Bogen am Ende auf die Hauptgeschichte zurückwerfen wollte, ist das ihr nicht gelungen; dazu war das Lasso zum Einfangen und als Gesamtabschluß zu schmächtig. Läckberg hat (ich meine) im Prediger von Fjällbacka gezeigt, daß sie Hauptgeschichte und alte Nebengeschichte sehr gut miteinander verbinden kann durch direkte Einflechtung im Laufe des Buches.

Das Buch war um 200 Seiten zu kurz für den Inhalt und die Türen, die Läckberg darinnen aufgemacht hat. Sie verliert am Ende an Sorgfalt die Türen wieder zu schließen und zu erzählen, was in den einzelnen Zimmern geworden ist. Vielleicht ging es auch nicht, viele der Türen auf einen Schlag wieder zuzumachen.

27.01.2019 08:16:42
Ellen

Ich möchte den vorherigen Kommentaren, die ich zum großen Teil unterschreiben kann, nur noch etwas hinzufügen. Ein 1 Tag alter Welpe schaut seine neue Besitzerin nicht schwanzwedelnd an, da er dazu nicht in der Lage ist, Er ist blind , recht hilflos und öffnet seine Augen erst mit rund 10-14 Tagen, das hätte doch vielleicht auch ein Lektor korrigieren lassen können. Schlecht recherchiert !

13.01.2019 23:18:50
Robert60

Die Rezension von Sabine Bongenberg ist sehr durchdacht, kritisch und fair. Mir persönlich ist nicht nur die unüberschaubare Armada an handelnden Personen und überflüssigen Zeitebenen unangenehm aufgefallen: Gegen Schluss nach eher handlungsarmen 300 Seiten werden zum Ende des brutalen Infernos hin wichtige Aspekte gar nicht oder bloss banal gestreift: Welche tiefere Bedeutung hat die in einem Absatz kurz gestreifte schwule Beziehung zwischen dem militaristischen James und dem mächtigen KG für diese Story? Wie waren jetzt doch wieder die genauen Umstände und Motive des ersten Totschlags durch Nils? Da neigt der verunsicherte Leser zur Sicht, dass sich die Serie nun totgelaufen hat: Auch in einem schwedischen Touristendorf ist die Anzahl an potenziellen Psychopathen extremster Ausprägung irgendwann mal erschöpft. Vermutlich nicht erst jetzt, so wie die sichtbaren professionellen Grauzonen zunehmend dichter werden. Vielleicht wäre es besser, mit einem uniquen Krimi weit entfernt von Fjällbacka neu zu starten und keine Serien anzustreben. Ich denke, es würde einem Talent wie Läckberg leichter fallen, ohne Rücksicht auf vergangene Handlungsstränge ein weiteres bedeutsames Werk mit mehr Bezug auf Alltagsrealität zu schaffen. Und damit bliebe ihr auch die Leserschaft treu. Sie hat es eigentlich nicht nötig, auf die kommerziell gesteuerte Fortsetzungskonzeption zur Auflagensteigerung Rücksicht zu nehmen. Dafür ist sie zu gut.

11.09.2018 16:32:55
simo

Die Freude über den neuen Krimi von Camilla Läckberg hält sich in Grenzen. Es sind viel zu viele Personen involviert und die einzelnen Geschichten mögen ja nett sein, jedoch nehmen sie nie direkt Spannung auf. Die Hexenverfolgung fand ich in diesem Krimi völlig überflüssig, hatte nichts mit der Handlung zu tun. Zudem war das letzte Kapitel über Elin überaus grausam und nicht nötig. Fazit: das war nicht der Beste Band aus der Reihe. Ich hoffe, dass Camilla sich im nächsten Buch wieder steigern wird.

16.08.2018 15:20:44
pit

Auch dieser Roman aus der Reihe Falck/Hedström hat mir sehr gut gefallen.

Einerseits sind die Themen (Asyldebatten, Mobbing, Amokllauf) aktuell. Zudem zeigt das Geschehen aus dem Jahr 1671 nur zu gut, dass Minderheiten nicht erst im letzten und diesem Jahrhundert zu Sündenböcken gemacht und für alle
Übel dieser Welt den Kopf hinhalten müssen.

Andererseits interessiert mich die Entwicklungen der Hauptpersonen nach wie vor.

Da ich (dank Krimi-Couch) gewusst habe, dass im Roman viele Personen vorkommen, habe ich mir beim Lesen ein Personenregister angelegt. Auf diese Weise konnte ich mich relativ problemlos in den drei Zeitebenen bewegen.

29.07.2018 11:34:51
Carl Wilhelm

Dieser Krimi ist leider in jeder Hinsicht überfrachtet - zu viele Personen, lose Nebenhandlungen, drei Zeitebenen, zu lang u.v.m. Er ist nach dem üblichen Schema von Camilla Läckberg geschrieben, das sich aber langsam totläuft. Offenbar braucht sie immer mehrere Zeitebenen und schafft es nicht, einmal auch eine Geschichte nur im hier und jetzt spielen zu lassen. Die Hexengeschichte aus dem 17. Jahrhundert wirkt aufgesetzt und ohne richtigen Bezug zur Haupthandlung, der Titel bleibt unklar. Zudem wird in die heutige Handlung alles reinverwurstet, was häufig in den Medien ist bzw. der Autorin in den Sinn kommt - Mobbing, Amoklauf, Flüchtlinge, unterdrückte Homosexualität etc. Weniger wäre hier mehr gewesen!

13.07.2018 03:42:26
Luca

Ein etwas mühsames Buch welches mir nicht lange in Erinnerung bleiben wird. Wer den Anfang schaft, (und vor lauter Namen nicht erschlagen wird), der hält möglicherweise bis zum Schluss durch (welcher auch sehr dürftig ist). Nett und unspektakulär geschrieben, ab und an Spannungsanstieg- und Abfall. Im sommerlichen Garten leicht zu lesen und das wärs.. Übrigens.. was der Titel des Buches mit der Geschichte gemein hat ist mir immer noch ein Rätsel.

13.03.2018 10:01:55
BR

Zu viel von allem
Schwierig fand ich schon die große Anzahl an Namen: es gibt Ermittler, Opferfamilien, Einwohner, Flüchtlinge und Schüler. Und von allen lernen wir die Kinder, die Partner und die Eltern kennen. Sogar einige Haustiere werden uns mit Namen vorgestellt. Auch gab es nach meinem Geschmack in dieser Geschichte viel zu viele Themen: Rassismus, brennende Flüchtlingsheime, Schülermobbing, Hexenverfolgung, inkompetente Vorgesetzte, Gleichgeschlechtliche Liebe und vieles mehr.

SPOILER
Die Herleitung zur Eishexe im allerletzten Kapitel fand ich echt abstruß: Eine Neuntklässlerin soll Elins über 300 Jahre alte Geschichte recherchiert und veröffentlicht haben. Und sogar die Nachkommen von damals erforscht haben bis in die Jetztzeit. Wow! Eine Hexenverbrennung in einer Zeit, in der der Großteil der Bevölkerung nicht lesen und schreiben konnte. Wie soll das Geschehene dokumentiert und überliefert worden sein?
Real betrachtet, haben die beiden Kriminalfälle in Fjällbacka nichts mit einer Eishexe zu tun und die vielen Kapitel über Elins Geschichte mit all den Grausamkeiten hätte ich in einem Krimi wirklich nicht gebraucht.
SPOILER-ENDE

Man merkt wohl, dass ich mit diesem Krimi nicht zufrieden war! Überfrachtet und in Überlänge – dabei wollte ich doch einen echten, spannenden Skandinavienkrimi lesen.

22.02.2018 20:41:57
Kerstin

Die Eishexe von Camilla Läckberg, für mich wieder ein richtig gutes Buch für Winterabende auf der Couch. Erika recherchiert für ihr neues Buch, diesmal geht es um ein Mädchen das Tod im Wald gefunden wurde. Für den Mord verurteilt wurden die zwei Mädchen Helen und Marie.
Die Geschichte wird in drei Zeitebenen erzählt und greift aktuelle Themen auf. Einerseits bekommen wir den „Fall Stella“ geschildert. Dann 30 Jahre später, nach dem Marie als große Schauspielerin wieder in Fjällabcka auftaucht wird wieder ein Mädchen an der gleichen Stelle aufgefunden. Die kleine Nea die nun mit ihren Eltern auf dem Hof wohnt, von dem auch Stella verschwunden ist. Die 3. Zeitebene bringt uns zur „Eishexe“ ins 17. Jahrhundert. Wie diese Geschichte mit all den jetzigen geschnissen zusammenhängt erfährt der Leser ganz zum Schluss.
In die Geschichte um Hexenverbrennungen im 17. Jahrhundert, Ausländerfeindlichkeit gegenüber Flüchtlingen und Jugendliche die ein Massaka veranstalten hat die Autorin viele aktuelle Themen in einem Roman sehr gut miteinander verbunden. So aktuell hatte ich noch keine ihrer Bücher erlebt. Diesmal spielt die Geschichte um Erika, Patrick und die Familie um Anna weniger eine Rolle. Aber auch die Charaktere entwickeln sich von Band zu Band weiter. Aber auch für jeden Neueinsteiger ist das Buch meines Erachtens geeignet.
Ein sehr guter Kriminalroman, der wenig Anlass zum gruseln gibt, sondern einem viele spannende Lesestunden beschert.

06.02.2018 20:30:15
c-bird

Ungewöhnlich lang

Von einem Hof verschwindet die 4jährige Linnea Berg. Bereits vor 30 Jahren verschwand von genau demselben Hof ein ebenfalls 4jähriges Mädchen. Damals wurde die kleine Stella ermordet aufgefunden. Die Tat gestanden hatten zwei 13jährige Mädchen, die jedoch kurz danach ihr Geständnis widerriefen. Der Fall blieb ungeklärt, der damals ermittelnde Kommissar beging Selbstmord.
Die Schriftstellerin Erica Falck recherchiert schon seit geraumer Zeit an dem Fall der ermordeten Stella. Nun will sie gemeinsam mit Hauptkommissar Patrik Hedström, ihrem Ehemann, endlich den Fall zur Aufklärung bringen.

Es ist bereits der zehnte Fall rund um das Duo Falck/Hedström. Dadurch sind einige der zahlreichen Figuren glücklicherweise gleich vertraut, während man sich mit den anderen erst einmal auseinander setzen muss, um einen Überblick zu bekommen. Die Perspektiven wechseln ständig und enden oft mit einem Cliffhanger, sodass man begierig ist weiterzulesen.
Erzählt wird abwechselnd in drei Zeitebenen, dem heutigen Fall, dem vor 30 Jahren und aus dem Jahr 1671. Mich persönlich hat die Geschichte von Elin im 17. Jahrhundert, zur Zeit der Hexenverfolgung, am meisten berührt.

Camilla Läckberg kombiniert hier geschickt einen bzw. zwei ungelöste Kriminalfälle mit der Weiterentwicklung der Stammfiguren aus Fjällbacka. Die Handlung selbst ist zwar in sich geschlossen. Will man jedoch der Entwicklung der Figuren folgen, so empfiehlt sich dringend die chronologische Reihenfolge der Reihe beizubehalten. So wird abwechselnd Privates und die Ermittlung in den Fällen erzählt, das lockert die ganze Handlung auf und trägt zur Spannung bei.
Auch das Thema Asylsuchende und der Umgang der Bevölkerung mit ihnen werden in die Handlung miteingebunden. Ein aktuelles Thema, das auch mit in den Fall einfließt.

Mit über 750 Seiten ein ungewöhnlich langer Läckberg. Und tatsächlich hatte ich an manchen Stellen den Eindruck, dass die Autorin etwas abschweift. Dennoch bleibe ich ein großer Fan der Reihe rund um Erica Falck und Patrik Hedström.

01.02.2018 07:40:57
anyways

Hollywoodglanz in Fjällback. Die gefeierte Schauspielerin Marie Wall weilt für ihr neuestes Filmprojekt über die Einzigartige Ingrid Bergmann in ihrem Heimatort, wohl wissend das ihre Rückkehr auch ihre dunkle Vergangenheit wieder ans Licht bringen wird. Vor über dreißig Jahren stand die damals Dreizehnjährige, zusammen mit ihrer Freundin Helen im Verdacht, die vierjährige Stella ermordet zu haben. Auch Erica Falck widmet sich in ihrem neuen Buch dieser Tragödie. Noch während ihrer ausgiebigen Recherche, verschwindet die kleine Linnea und wird wenig später von einem Suchtrupp tot aufgefunden. Wiederholen sich jetzt die Ereignisse von damals? Für Ericas Mann, Patrick Hellström und sein Team beginnt eine intensive Ermittlungsarbeit. Seine ersten Verdächtigen sind demzufolge auch Marie und Helen, gerade da Letztere in Sichtweite zum Elternhaus der kleinen Nea wohnt.

Vorneweg muss ich mit einer kleinen Kritik beginnen, ein Fehler für den ich der Autorin keineswegs die Schuld gebe und es deshalb auch keinen Einfluss auf die Bewertung hat, es ärgert mich bloß sehr.
Im Klappentext steht u.a. folgendes: „Und plötzlich reden alle von der Eishexe. Dem bodenständigen Hauptkommissar Patrik Hedström widerstrebt es, dass eine Legende um ein misshandeltes Mädchen aus dem 17. Jahrhundert die Ermittlungen beeinflusst.“ Also ganz ehrlich ich habe auf keiner Seite gelesen, dass das Team um Patrick Hedström dieser Legende nachjagt. Das empfinde ich immer als enorme Irreführung und ganz nebenbei wird einfach auch zu viel verraten. Einfach ärgerlich.
Nun aber zu meiner Meinung über den Inhalt des Buches:
In drei große Erzählsträngen verwebt die Autorin das Verbrechen an der kleinen Nea in der Gegenwart, mit gut eingebauten Rückblenden auf die Tragödie von vor dreißig Jahren und zwischendurch wird ein Verbrechen von vor über 300 Jahren, das auch in Fjällbacka geschah beleuchtet.
Camilla Läckberg versteht es hervorragend eine gut recherchierten Kriminalfall zu präsentieren, dessen ganze Tragödie nicht nur den weiteren Lebensweg der Hinterbliebenen der Opfer und der Täter, sondern das kollektive Bewusstsein einer ganzen Region prägt. Außerordentlich spannend erzählt sie von sichtbaren und unsichtbaren Verbrechen, von menschlichem Versagen, Intoleranz und Vernachlässigung. Gleichzeitig bettet sie das Leben aller Protagonisten so gut in die Story mit ein, das ich auch an deren Leben gerne teilhabe. Mir gefällt ihre Darstellung der Hauptprotagonisten, denn sie sind keinesfalls überzeichnet, im Gegenteil sind ihre Handlungen gut nachvollziehbar und streckenweise kann ich mich selbst wieder erkennen. Vielleicht freue ich mich deshalb immer wieder darauf, ein Buch dieser Autorin in den Händen zu halten, ich muss mir wohl bloß abgewöhnen zu viel Wert auf den Klappentext zu legen.

28.01.2018 10:08:25
Nijura

Der lange Schatten der Vergangenheit

30 Jahre nach dem Tod eines Kleinkindes scheint sich die Tat zu wiederholen. Damals hatten zwei Mädchen den Mord gestanden, später aber widerrufen. Doch bis heute hat sich der Verdacht gehalten, dass Helen und Marie die Täterinnen waren. Gerade jetzt, als die inzwischen berühmte Schauspielerin Marie zu Dreharbeiten an den Ort des Verbrechens zurückkehrt, kommt wieder ein Kleinkind zu Tode.



Der Kriminalroman ist der 10. Teil der Serie um die Schriftstellerin Erica Falck und ihrem Mann, den Hauptkommissar Patrik Hedström. Wie auch schon in den vorherigen Romanen arbeiten die beiden Hand in Hand, um den Verbrechen auf die Spur zu kommen.

Die Handlung ist wirklich sehr spannend und vielseitig. Die Autorin thematisiert nicht nur die Morde an den beiden Mädchen, sondern lässt das Mittelalter mit den Hexenverbrennungen aufleben, ebenso wie die Flüchtlingskrise bis hin zu einem tragischen Amoklauf. Gekonnt verbindet Camilla Läckberg die verschiedenen Handlungsstränge, die von amüsant bis tragisch reichen, zu einem komplexen Ganzen.

Besonders gut an dem Kriminalroman gefällt mir, dass die Autorin es schafft, mich als Leser emotional komplett einzubinden, sodass ich mit der großen Anzahl der vielschichtigen Protagonisten mitfühlen und mitleiden kann.
Allerdings hatte ich am Anfang Schwierigkeiten, die vielen Personen nach einem Kapitelwechsel wieder zuzuordnen. Ein Personenregister wäre wirklich hilfreich gewesen.


Fazit: Vielschichtige Charaktere, spannend bis zum dramatischen Schluss. Absolute Leseempfehlung!

24.01.2018 10:04:59
Ilmo

Camilla Läckbergs "Eishexe" ist ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte, fesselt es einem doch durch seine verschiedenen Thematiken, die die Schriftstellerin geschickt miteinander verwoben hat.
Ich hatte mir, bevor das Buch bei mir eintraf, noch schnell von einer Freundin Band 8 und 9 ausgeliehen und war so auf die verschiedenen Ermittlercharaktere und deren familiäre Verstrickungen auch schon etwas vorbereitet. Doch auch ein Einstieg bei Band 10 ist durchaus möglich, sind doch die Handlungsstränge die Grundlage der Spannung: zu den aktuellen, sich auf schreckliche Weise zuspitzenden Ereignissen (die leider an reale Vorkommnisse angelehnt sind) kommt der Mordfall von vor 30 Jahren und letztendlich die Geschehnisse aus dem 17. Jahrhundert hinzu.
Alles in allem einen gelungene runde Sache, die mir Lust auf mehr macht!
(Vielleicht leihe ich nun Band 1 - 7 aus!)

16.01.2018 13:58:35
elke17

2003 erschien im Zuge der Skandinavien-Krimi-Welle mit „Die Eisprinzessin schläft“ das erste Buch der Schwedin Camilla Läckberg mit dem Ermittlerduo Erika Falck und Patrik Hedström, sie Schriftstellerin, er Polizeibeamter. Die Autorin war und ist sehr produktiv, so ist die Reihe mit der vorliegenden Neuerscheinung „Eishexe“ auf mittlerweile zehn Bände angewachsen. Erstaunlicherweise konnte sie auch bisher fast ausnahmslos das Niveau ihres Erstlings bei den Nachfolgebänden halten, was bei Krimireihen eher eine Seltenheit ist.Nun also „Eishexe“. Wie üblich splittet Läckberg die Geschichte, die sie erzählen möchte, in Vergangenes und Gegenwärtiges: Vor 300 Jahren wird eine junge Frau Opfer der Hexenverfolgung. Vor dreißig Jahren verschwindet in Fjällbacka ein kleines Mädchen, das wenig später ertrunken aufgefunden wird. Und heute wird die kleine Linnea vermisst. Es sind diese drei Handlungsstränge, die die Autorin Stück für Stück aufbaut, parallel verlaufen lässt, um sie dann am Ende zusammenzuführen. Patrik Hedström ermittelt in dem aktuellen Fall, während seine Frau Erika im Zuge ihrer Recherchen zu einem neuen Buch damit beschäftigt ist, den Fall des vor dreißig Jahren verschwundenen Kindes im Detail aufzuarbeiten. Doch offenbar reicht das der Autorin nicht, denn sie nimmt auch Bezug zur Flüchtlingskrise und dem aufkommenden Rechtsradikalismus in Schweden bzw. in diesem Fall in Fjällbacka sowie bösartigem Mobbing unter Jugendlichen und seinen Folgen.Und hier setzt auch meine Kritik an. Ich schätze die Romane dieser Reihe, die sich mit ihren „normalen“ Protagonisten wohltuend von anderen Skandinavien-Krimis mit depressiven, alkoholkranken Ermittlern abhebt. Bei Läckberg menschelt es, da sie sich nicht nur auf das Privatleben ihrer beiden Protagonisten beschränkt sondern quasi das ganze Dorf mit ins sprichwörtliche Boot holt. Aber in ihrem aktuellen Buch hat sie es eindeutig übertrieben. Viel zu viele Nebenhandlungen verwässern die eigentliche Story und blähen den Umfang unnötig auf. Außerdem hat mir während der gesamten Lektüre der Bezug zu den historischen Einschüben gefehlt, in deren Zentrum aber, obwohl nie namentlich bezeichnet, die titelgebende „Eishexe“ steht, so dass mich auch die Hopplahopp-Verknüpfung ganz am Ende nicht wirklich überzeugen konnte.

15.01.2018 10:19:31
heile schneider

trotz der hinweise
weiß ich zu wenig darüber .
Es ist möglich dass die 2
13 jährigen zu dem Geständnis überredet
worden sind genauso ist alles andere
auch noch möglich .
Die überschrift heißt die Eishexe
in dem Text , den ich nur überflogen habe
kam diese bislang sehr wahrscheinlich noch
nicht drin vor . (1 min lesen )
ich könnte mir vorstellen dass .
ich kann mich zur zeit nicht
hineinversetzen .
es dürfte was mit der überschrift zu tun haben .

10.01.2018 19:24:07
Malin19

Ein wenig zu viel des Guten
Die vierjährige Linnea verschwindet aus ihrem Elternhaus, durch einen dummen Zufall beginnt die Suche erst Stunden später.Das Mädchen wird ermordet aufgefunden und bald erinnert sich fast jeder an einen anderen schrecklichen Kindermord, der vor fast 30 Jahren geschah, und eigentlich nie ganz geklärt wurde, obwohl zuerst 2 13jährige Teenager geständig waren.
Das ist das erste Buch aus der Fjällbacka Reihe, das mich nicht zu 100% überzeugen konnte. Es kommen einige Handlungsstränge neben der Hauptstory vor, z.B. wird das Flüchtlingsthema angeschnitten, das Privatleben der Protagonisten genaustens ausgeleuchtet und wie immer in der Reihe spielt ein Strang in der Vergangenheit.Diese Geschichte spielt zur Zeit der Hexenverfolgung und soll wahrscheinlich einen Bogen zu der heutigen Flüchlingsthematik schlagen.Die einzelnen Personen wirken schon lebendig, aber auch hier empfinde ich sie manchal als etwas überspitzt dargestellt.Ein Beispiel: Mellberg ist unfähig, aber seit Jahren der Chef der Polizeidienststelle.Das Ende fand ich auch nicht überzeugend, soviele Zufälle und ähnliche Taten in einer Familie finde ich doch an den Haaren herbei gezogen.Trotzdem fand ich mich mit der Eishexe gut unterhalten, der Schreibstil ist flüssig ,spannend und bildhaft.Auch wenn die Eishexe nicht mein Lieblingsroman aus der Reihe ist, werde ich auch die nächsten noch sehr gerne lesen.

05.01.2018 12:26:08
walli007

Das gute Schweden

Erica Falck recherchiert für ihr neues Buch. Vor dreißig Jahren verschwand ein kleines Mädchen und wurde kurz darauf tot aufgefunden. Nie wurde richtig geklärt, wie die Kleine zu Tode kam. Nun ist wieder ein kleines Mädchen verschwunden. Ganz Fjällbacka macht sich auf die Suche nach dem Kind. Sogar einige Bewohner des örtlichen Flüchtlingsheimes beteiligen sich an der Suche. Die Eltern sind verzweifelt. Dankbar nehmen sie jede Hilfe an. Die Polizisten um Patrik Hedström tun ihr Möglichstes, um das vermisste Kind zu finden.

Die kleine Stella vor dreißig Jahren und nun die gleichaltrige Nea. Können Fälle, die sich in so großem Zeitabstand ereignen, zusammenhängen? Es ergeben sich offensichtliche Ähnlichkeiten, die die Polizei und auch Erica dazu bringen, sich den älteren Fall noch einmal genauer anzuschauen. Doch zunächst drängt sich kein Hinweis auf. Auch die Suche nach dem kleinen Mädchen verläuft erstmal erfolglos. Allerdings kommt ein vermehrtes Murren aus der Bevölkerung, mit dem Gerüchte genährt werden, die Flüchtlinge könnten etwas mit dem Verschwinden der kleinen Nea zu tun haben.

Neben den beiden Fällen um die verschwundenen Kinder berichtet die Autorin noch vom Schicksal der verwitweten jungen Elin, die im siebzehnten Jahrhundert mit ihrer Tochter auf dem Hof ihrer Halbschwester aufgenommen wird. Ob und wie die drei Handlungsstränge zusammenhängen, hält Camilla Läckberg lange im Ungewissen und damit bleiben Spannung und Neugier aufrecht erhalten bis zum Schluss. Langsam entfaltet sich das grausame Geschehen. Je tiefer Patrik und Erica graben, desto mehr bittere Wahrheiten fördern sie zutage. Und wenn Mellberg in seiner bräsigen Dummheit die Ermittlung gefährdet, ist Patrik nicht der Einzige, der seinen Chef mal ordentlich durchschütteln möchte. Ein grober Fehler Mellbergs führt zu einer Katastrophe.

Es ist kein schöner Fall, der sich aus den Nachforschungen herauskristallisiert. Vieles, das vergangene Generationen im Verborgenen halten wollten, führt in der Gegenwart zu großem Unheil. Deutlich führt die Autorin vor Augen, dass Fremdenfeindlichkeit wahrlich keine Errungenschaft ist, dass Schweigen und Verbergen in die Katastrophe führen kann. Eine Katastrophe, die niemand vorhersehen oder verhindern kann, die sich aus der Entwicklung zwar erklärt, die dadurch aber nicht erträglicher wird.

Auch wenn die Ermittlung etwas mühsam in Gang kommt, entfaltet dieser Fall ein schonungsloses Bild unserer Gesellschaft und sollte mit Glück zu der Erkenntnis führen, dass Toleranz, Offenheit und Freundlichkeit die besseren Umgangsformen sind, sowohl innerhalb von Familien und Freundeskreisen als auch zwischen den Gesellschaften.

02.01.2018 17:02:22
Darts

Ich habe gerade das Buch: Die Eishexe von Camilla Läckberg beendet. Es handelt sich um einen 744 Seiten starken Thriller. Erschienen ist er als HC im List Verlag und es handelt sich um den zehnten Teil der Fjällbacka Reihe.
Obwohl ich schon ein paar Vorgängerbände gelesen habe, hatte ich am Anfang Schwierigkeiten alle Personen und Handlungsstränge richtig zuzuordnen. Neben den altbekannten Protagonisten erschienen auch viele neue Personen. Zusätzlich spielt das Buch in drei Zeitebenen, wobei manche Personen in zwei Ebenen auftauchen.
Aber nach ca. 150 Seiten konnte ich den Handlungen in den kurzen Episoden ohne Probleme verfolgen und die Handlung nahm immer mehr an Spannung auf.
Die vierjährige Nea verschwindet vom Hof ihrer Eltern und wird kurze Zeit später tot aufgefunden. Das prekäre daran: vor 30 Jahren wurde bereits schon einmal ein vierjähriges Mädchen tot aufgefunden. Damals war es Mord. Heute auch? Bei dem damaligen Fall wurden zwei 13- jährige Mädchen für schuldig befunden. Und beide sind zur Zeit des erneuten Vorfalls ebenfalls vor Ort und geraten somit ebenfalls in den Kreis der Verdächtigen. Beide sind mittlerweilen selbst Mütter von Teenager.
Frau Läckberg hat zusätzlich die Zuwanderproblematik wunderbar in die Handlung eingebaut. Die Unterkunft der Flüchtlinge, die Integrationsprobleme, einen Brandbombenanschlag auf das Flüchtlingsheim, aber auch die Hilfsbereitschaft beiderseits. Und natürlich die Voreingenommenheit der Bevölkerung. Zusätzlich erzählt sie noch eine Hexenverfolgung aus den Jahren 1691/92, die sich in der Nähe von Fjällbacka abgespielt hat und leider viel Ähnlichkeit mit der Flüchtlinsthematik in der heutigen Zeit aufweist.
Die Autorin hat einen sehr flüssigen Schreibstil und die teils sehr ernste Handlung lockert sie immer wieder durch die Erzählungen aus dem Privatleben der Protagonisten Erica und Patrik, deren Familie und Freunde auf. Auch von Patriks Kollegen erfährt man einiges Neues.
Ein dicker, aber durchwegs guter Thriller, für den man nicht unbedingt die Vorgängerbände gelesen haben muß, da die Haupthandlungen komplett geschlossen sind.
Allerdings gibt es im Privatleben von Erica einen Cliffhanger. Jetzt warte ich gespannt auf den nächsten Band.
Ich habe die Lesestunden mit diesem Buch genossen und bedanke mich bei Vorablesen und dem List Verlag, welche mir ein kostenloses Exemplar zeitnah zur Verfügung gestellt haben.

02.01.2018 16:30:05
buchleserin

In Fjällbacka wird die vierjährige Linnea vermisst. Vor 30 Jahren verschwand dort schon einmal ein kleines Mädchen und wurde tot im Wald aufgefunden. Dieser Mord wurde nie aufgeklärt. Damals hatten zwei dreizehnjährige Mädchen behauptet, die kleine Stella getötet zu haben. Ihr Geständnis wurde dann aber widerrufen. Vom Gericht wurden sie verurteilt, eine Haftstrafe mussten sie aber nicht antreten. Waren es wirklich die beiden Mädchen oder läuft der Täter noch immer ungestraft umher? Eine der damals Dreizehnjährigen lebt noch in der Stadt und die andere, inzwischen eine berühmte Schauspielerin, ist gerade für Dreharbeiten wieder zurückgekehrt, als plötzlich die kleine Linnea verschwindet. Zufall?

„Die Eishexe“ ist inzwischen der 10. Band der Erica-Falck-und-Patrik-Hedström-Reihe. Ein Teil der Krimis habe ich gelesen, aber bisher nicht alle. Dieser Kriminalroman hat mir wieder richtig gut gefallen. Ein paar Kapitel empfand ich jedoch als etwas langatmig und die Geschichte von Elin Jonsdotter, die sich im 17. Jahrhundert abspielt, hätte man etwas kürzen können, die fand ich nicht ganz so spannend, bis auf den Schluss. Die Handlung dieses Kriminalromans wechselt ständig von der Gegenwart in die Vergangenheit und da sind es auch noch verschiedene Zeiten. Manchmal fand ich den Wechsel zu oft und hat mich im Lesefluss etwas gestört. Das Buch hat über 700 Seiten, da fiel mir dieser ständige Wechsel nicht immer leicht.
Die Handlung fand ich jedoch sehr spannend und ich wollte natürlich wissen, was damals geschehen ist, als die kleine Stella getötet wurde. Waren es die beiden Mädchen oder etwa doch nicht? Aber warum haben sie die Tat zunächst gestanden? Und 30 Jahre später verschwindet wieder ein kleines Mädchen? Kann das Zufall sein oder doch nicht? Und warum hat der Chef der Polizeistation Tanum Selbstmord begangen? Viele Fragen, die auf Antworten warten.
Ausländerfeindlichkeit und Flüchtlinge sind auch noch ein Thema in diesem Kriminalroman. Das Ermittlerteam hat mir wieder sehr gefallen, besonders das sympathische Duo Hauptkommissar Patrik Hedström und seine Frau, die Schriftstellerin Erica Falck, die ein Buch über den Mordfall Stella schreiben will und die Polizei mit ihren Recherchen unterstützt. Aber auch die Nebencharaktere haben mir wieder gut gefallen. Jeder hat so seine Eigenarten.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung für diesen Kriminalroman.

Hier noch die Reihenfolge der Krimis der Erica-Falck-und-Patrik-Hedström-Reihe:

1. Die Eisprinzessin schläft
2. Der Prediger von Fjällbacka
3. Die Töchter der Kälte
4. Die Totgesagten
5. Engel aus Eis
6. Meerjungfrau
7. Der Leuchtturmwärter
8. Die Engelmacherin
9. Die Schneelöwin
10. Die Eishexe

02.01.2018 15:27:50
Miss Marple

Die Schatten der Vergangenheit

Mit der „Eishexe“ schickt die Autorin ihre Fangemeinde in die 10. Runde. Diesmal recherchiert Erika Falk für ihr neues Buch in einem 30 Jahre zurückliegenden Fall, als sie je durch das Verschwinden der vierjährigen Linnea Berg in die Gegenwart zurückgezogen wird und sich alsbald die Frage stellt, ob beide Verbrechen in einem Zusammenhang stehen- denn wie vor dreißig Jahren wohnte das kleine Mädchen auf demselben Hof und wurde im Wald an derselben Stelle gefunden. Damals gestanden zwei 13-jährige Mädchen den Mord. Obgleich sie ihr Geständnis wieder zurückzogen und sie nicht ins Gefängnis mussten, veränderte das ihr Leben. Wie alles zusammenhängt und welche Bedeutung der dritte Erzählstrang hat, der den Leser weit ins 17. Jahrhundert zurückführt und die Zeit der Hexenverfolgung betrachtet, soll hier nicht weiter verraten werden. Bis zur letzten Seite hält uns die Spannung gefangen. Es ist beim Lesen vorteilhaft, die vorhergehenden Teile zu kennen, denn wir erleben eine Fortentwicklung der Charaktere, sehen Erikas und Patriks Hedströms Kinder größer werden und erfahren, wie es in ihren Familien weitergeht. Wer jedoch Camilla Läckberg jetzt erst entdeckt, wird auch gut unterhalten, greift die Autorin doch neben historischen Bezügen auch wieder aktuell gesellschaftliche Probleme auf- wie hier zum Beispiel die Flüchtlingspolitik Schwedens, die ja bereits in Klassikern wie bei Wallander von H. Mankell vor Jahren Einzug in die Krimiliteratur fand.

01.01.2018 09:52:16
leseratte1310

Fjällbacka ist in heller Aufregung als die 4-jährige Linnea Berg verschwindet. Vor vielen Jahren ist schon einmal ein kleines Mädchen verschwunden und dann tot aufgefunden worden. Zwei Jugendliche hatten die Tat gestanden, aber dann widerrufen und so ist der Fall immer noch ungeklärt. Hauptkommissar Patrik Hedström ermittelt in diesem Fall und natürlich recherchiert auch seine Frau, die Schriftstellerin Erica Falck, wieder. Sie stößt auf eine alte Geschichte über eine Hexe, welche im siebzehnten Jahrhundert hingerichtet wurde. Was hat eine alte Legende mit den Fällen der der verschwundenen Mädchen zu tun?
Obwohl dies bereits der zehnte Band der Erica Falck und Patrik Hedström-Reihe ist, war es für mich das erste Buch der Autorin. Das Buch ist problemlos zu lesen, auch wenn man die Vorgängerbände nicht kennt.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, allerdings hat mich die Geschichte nicht so ganz überzeugen können. Die verschiedenen Handlungsstränge werden erst ganz am Ende zusammengebracht und die Auflösung war für mich etwas enttäuschend.
Es gibt eine ganze Reihe von beteiligten Personen und daher brauchte es ein Weilchen, bis ich alle auseinander halten konnte. Die Charaktere sind aber gut und authentisch beschrieben.
In dem kleinen Ort kocht die Gerüchteküche. Man schiebt lieber die Schuld auf die Hexe, damit muss man den Täter nicht in den eigenen Reihe suchen. Ist es Zufall, dass eine der Jugendlichen, welche vor dreißig Jahren verdächtigt wurden, nun wieder in den Ort zurückgekehrt ist?
Eigentlich könnte jeder in Fjällbacka Täter sein, auch wenn sie auf den ersten Blick recht harmlos wirken. Die Spannung hält sich zwischendurch in Grenzen und erst am Schluss überschlagen sich die Ereignisse.
In diesem Buch wird auch die Flüchtlingsproblematik angesprochen und damit ein sehr aktuelles Thema.
Mir hat das Buch gefallen, auch wenn es Schwächen hat.

30.12.2017 12:29:14
subechto

Die Vergangenheit holt einen immer ein

„Die Eishexe“ ist bereits der zehnte Band aus der Erica Falck und Patrik Hedström-Reihe, die in Fjällbacka, an der schwedischen Westküste verortet ist. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Vor dreißig Jahren verschwand die kleine Stella. Damals wurden zwei 13-jährige Teenager verdächtigt, das Mädchen entführt und getötet zu haben. Sie wurden zwar verurteilt, mussten die Haftstrafe aber nicht antreten. Später gab es Zweifel an ihrer Schuld. Helen lebt heute zurückgezogen im Ort. Marie ist inzwischen eine gefeierte Schauspielerin und gerade zu Dreharbeiten in ihre alte Heimat zurückgekehrt.
Eines Tages verschwindet wieder ein kleines Mädchen, die vierjährige Linnea. Fjällbacka ist in Aufruhr: Hat der Täter von damals wieder zugeschlagen? Oder wirkt der gut dreihundert Jahre alte Fluch einer Hexe bis heute? Patrik ermittelt. Währenddessen recherchiert seine Frau Erica für ihr neues Buch in dem alten, nie geklärten Fall.
Camilla Läckberg hat ihren neuen Kriminalroman gekonnt und mit viel Atmosphäre in Szene gesetzt. Auch das Privatleben nimmt wieder einen recht ordentlichen Teil des Romans ein. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Mehrere Handlungsstränge gilt es zu verfolgen. Geschickt und wohl dosiert werden in einem weiteren Erzählstrang Passagen aus dem Leben von Elin aus dem 17. Jahrhundert eingestreut.
Gut geschrieben, ohne Frage. Zweihundert Seiten weniger, und der Roman hätte vermutlich gewonnen. Insbesondere den historischen Teil, der mit dem Krimiplot nichts zu tun hat, fand ich langweilig und langatmig. Zudem thematisiert die Autorin Flüchtlinge und Fremdenfeindlichkeit - und Mobbing. Damit ist „Die Eishexe“ meines Erachtens überfrachtet.

Fazit: Gut, für mich aber nicht das beste Buch der Reihe.

28.12.2017 10:45:56
TochterAlice

Und auch Opfer, denn hier fließen zwei Fälle - ein Kindesmord von vor 30 Jahren und ein vermisstes Mädchen in der Gegenwart - schnell ineinander über. Schon bald kollidieren mal wieder die Aktivitäten der Poliziestelle Tanum und damit von Patrik Hedström mit denen seiner Frau Erica Falk, der Autorin aus Fjällbacka, die dabei ist, über den alten Fall zu recherchieren. Es kommt, wie es - in Läckbergs Serie fast immer - kommen muss: Es ergeben sich so einige überraschende Parallelen und immer wieder ist es Erica, die die Zusammenhänge erkennt.

Auch Patriks Kollegen und sein Chef, Bertil Mellberg und das restliche Team kommen wieder ins Spiel. Das sind außer der bereits erwähnten Frau Patriks, der Autorin Erica Falk die Kinder des Paares, Patriks Mutter Kristina, Ericas Schwester Anna, um nur einige zu nennen. Also vor allem etwas für Kenner und Liebhaber dieser Serie, denn nicht immer werden Zusammenhänge aus früheren Büchern ausführlich aufgeklärt. Ich jedenfalls war heilfroh, bislang jeden einzelnen der Läckberg-Krimis gelesen zu haben, ansonsten wäre ich ziemlich ins Schleudern geraten. Leider ist diesem Buch nicht wie einigen früheren Bänden bspw. "Die Engelmacherin" ein Verzeichnis der regelmäßig auftauchenden Akteure vorangestellt, das wäre für Neueinsteiger zumindest etwas hilfreich. Ich würde allerdings komplett davon abraten, bei dieser Serie in der Mitte einzusteigen: man verpasst einfach zu viel!

Wie immer gibt es auch diesmal wieder neue Charaktere und diesmal erhalten die syrischen Flüchtlinge, die auch in Schweden zahlreich aufgenommen wurden, einen besonderen Raum.

Mir hat das Buch wieder gut gefallen - es fügt sich schlüssig und nahtlos in die Serie ein und ich liebe Fälle, deren Anfänge in die Vergangenheit zurückreichen, auch wenn Läckberg dieses Instrument ein bisschen sehr häufig verwendet. Diesmal fand ich den Fall ausgesprochen spannend, auch der Erzählstil der Autorin - intensiv, atmosphärisch und mit eindringlichen Personenbeschreibungen - hat wieder zum Lesegenuss beigetragen, doch leider gab es doch ein paar Enttäuschungen, die vor allem die Auflösung des Falls betrafen. Aber auch im Verlauf blieben einige wichtige Aspekte auf der Strecke ... sie wurden einfach nicht weiterverfolgt bzw. aufgelöst. Aber insgesamt ist dies aus meiner Sicht einer der besten und auch originellsten Fälle dieser Reihe und auf jeden Fall sehr empfehlenswert - allerdings vor allem Freunden dieser Serie oder aber solchen, die es werden wollen und sich nicht scheuen, die insgesamt neun vorherigen Bände - oder zumindest einen Teil davon - vorher zu lesen, denn ansonsten kommt an angesichts der ausgesprochen dichten Handlung sicher gelegentlich ins Schleudern. Doch wer Patriks gewohnten Alltagsstress und das Leben mit seiner Frau Erica - beide scheinen gesetzter geworden zu sein, denn auch in diesem Band geht es - wie bereits im Vorgänger "Schneelöwin" für ihre Verhältnisse ausgesprochen harmonisch zu - und andere immer wieder auftauchende, den aktuellen Fall ergänzende inhaltliche Elemente schätzt und wie ich eher die nicht so harten Krimis bevorzugt, der wird hier auf seine Kosten kommen!