Der Prediger von Fjällbacka

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Forum, 2004, Titel: 'Predikanten', Originalsprache
  • Berlin: Gustav Kiepenheuer, 2006, Seiten: 406, Übersetzt: Gisela Kosubek
  • Berlin: Aufbau, 2007, Seiten: 406
  • Schwäbisch Hall: Steinbach, 2008, Seiten: 4, Übersetzt: Ulrike Hübschmann

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Peter Kümmel
Ausgeklügelter Plot mit stimmiger Atmosphäre

Buch-Rezension von Peter Kümmel Mai 2006

Krimi-Couch-Volltreffer Juni 2006

Sie schießen immer noch wie Pilze aus dem Boden: die schwedischen Serienpolizisten. Die vom Tanumsheder Polizeirevier zählen dabei für den Leser zu den wohlschmeckenden Speisepilzen, auch wenn es dabei intern ein paar "faule" Exemplare gibt. Denn faul im Sinne von arbeitsscheu sind Gösta und vor allem Ernst, die beiden langgedienten Polizisten auf dem Revier, die sich nicht damit abfinden können, dass die Jungen, nämlich Patrik und Martin, jetzt das Sagen haben. Patrik Hedström wurde die Leitung des spektakulären Mordfalles übertragen. Dort in der Provinz, wo man mit Kapitalverbrechen nur äußerst selten zu tun hat, ist nicht nur eine Leiche aufgetaucht, sondern gleich drei. Auch, wenn zwei davon schon nicht mehr ganz taufrisch sind.

Ein kleiner Junge hat beim Spielen in der Königsschlucht eine tote Frau entdeckt. Die größte Überraschung wartete für die Ermittler jedoch beim Abtransport der Leiche. Unter der Decke, auf der die Frau lag, traten zwei Skelette zutage. Die Ergebnisse aus der Gerichtsmedizin bringen einen weiteren Schock: alle drei Leichen - alles Frauen - weisen die gleichen Verletzungen auf. Insgesamt vierzehn Knochenbrüche an Armen und Beinen, Händen und Füßen. Jeweils über die Dauer von etwa einer Woche wurden die Frauen systematisch gequält, bevor sie starben. Zumindest an der Leiche der erst kürzlich ermordeten Frau ließen sich unterschiedliche Stadien der Verheilung nachweisen. Pannen - insbesondere durch die Nachlässigkeit von Ernst - verzögern die Identifizierung, doch nach und nach können alle drei Leichen mit Namen versehen werden. Bei der frischen Leiche handelt es sich um eine junge deutsche Touristin, die beiden Skelette konnten 24 Jahre alten Vermisstenfällen zugeordnet werden.

Die Lösung führt über die verfeindeten Familienzweige

In einem der damaligen Fälle gab es sogar einen Verdächtigen. Johannes Hult wurde von seinem Bruder Gabriel angeschwärzt. Dieser will ihn mit der vermissten Siv in der Nacht ihres Verschwindens gesehen haben. Obwohl sich keine weiteren Anhaltspunkte ergaben, konnte Johannes von dem Verdacht nie reingewaschen werden. Fünf Jahre später erhängte er sich, was von der Bevölkerung als Schuleingeständnis gewertet wurde.

Seit diesen Geschehnissen sind sind die beiden Zweige der Familie Hult miteinander verfeindet. Der charismatische freikirchliche Prediger Ephraim Hult ist schon lange tot, doch sein Geist schwebt weiter über den Familien seiner beiden Söhne. Gabriel lebt mit seiner Frau Laine, Sohn Jacob und dessen Familie sowie Tochter Linda in noblen Verhältnissen auf dem Gutshof. Johannes' Frau Solveig dagegen haust mit ihren Söhnen Johann und Robert, die des öfteren mit dem Gesetz in Konflikt geraten, in einer verfallenen Hütte zwischen Müllbergen. Jede Spur, auf die die Ermittler stoßen, weist zum Clan der Hults. Und schon bald ist klar, dass der oder die Täter nur über die Hults zu finden sind.

Mit Der Prediger von Fjällbacka legt die junge schwedische Autorin Camilla Läckberg, die ihren Heimatort Fjällbacka zum Schauplatz des Geschehens auserkoren hat, ihren zweiten Roman aus ihrer Reihe um das Paar Erica Falck und Patrik Hedström vor. Während der junge Polizist Patrik hier seinen ersten großen Fall, der ihm ziemlich an die Substanz geht, lösen darf, bleibt für Erica nur die Rolle als hochschwangere Partnerin, die sich schonen muß, aber gerne auch mithelfen möchte. Patrik hatte sich für die Zeit kurz vor der Geburt des ersten Kindes extra Urlaub genommen, doch er wird auf dem Polizeirevier gebraucht und eine solche Chance möchte er sich natürlich nicht entgehen lassen. Als Füllsel im tristen Alltag von Erica werden klischeebeladene Verwandtschaftsbesuche geschildet, die nicht gerade originell, aber dennoch humorvoll und unterhaltsam sind.

Krimischreiben kann man auch lernen

Camilla Läckberg hat das Krimischreiben in einem Kursus gelernt. Da ist absolut nichts dagegen einzuwenden. Dass sie ihr Handwerk versteht, zeigt sie immer wieder mit überraschenden Wendungen und dem oftmaligen brutalen Einsatz der Cliffhanger-Technik. Wechsel von Ort und Perspektive tun ein übriges, um die Spannung auf einem hohen Level zu halten. Ich hatte zwar Täter und Motiv schon etwa zur Mitte des Buches erraten, doch brachten mich immer wieder Überraschungen dazu, an meiner These zu zweifeln. Und obwohl die Polizei nicht alles aufklären konnte, bleiben für den Leser keine offenen Fragen zurück.

Starke Charaktere mit viel Tiefgang und hochsommerliches Wetter im ansonsten oftmals verregneten Krimi-Schweden sorgen für eine stimmige Atmosphäre. Zu dem ausgeklügelten Plot passen auch die eingestreuten Nebenhandlungen wie die bereits erwähnten Verwandtenbesuche, die ungewöhnlich gute Stimmung des Chefs des Polizeireviers sowie die offensichtlich buchübergreifende Story um Ericas Schwester Anna.

Da bleibt mir nicht viel mehr übrig zu kritisieren außer das unsägliche rote Holzhaus mit den weißen Fensterrahmen, das schon so viele Buchumschläge zieren durfte. Wie soll man auch sonst merken, dass die Handlung in Skandinavien spielt?

Der Prediger von Fjällbacka

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Letzte Kommentare:
22.08.2018 13:26:15
Wanderer

Untere Mittelklasse. Viele Klischees und abgedroschene Phrasen, Plot sehr mittelmäßig und zuweilen unglaubwürdig, Stil nichtssagend und geschwätzig, Meinungen wie in billigen Frauenzeitschriften. Früher hätte man so ein Buch als Groschenheft verkauft; heute läßt man ihn aus kommerziellen Gründen auf über 300 S. anschwellen.

03.12.2016 19:55:20
kritikaster

cathatina hat recht -
schlechter plot, schlechter schreibstil. absolut rätselhaft, wie diese dilletantin den titel krimiqueen bekam.
krimischreiben kann man lernen, schreibt der reszensent. mag sein, mag sogar sein, dass man das in einem volkshochschulkurs lernen kann, aber camilla läckberg hats nicht gelernt.irgendwie sind die leute heute in sachen krimi total anspruchslos geworden.
nicht einen punkt gebe ich der dame!

12.02.2016 22:11:37
trafik

Ich fand das zweite Buch dieser Serie von Camilla Läckberg mittelmässig.
Die Handlung ist schuld, daß ich nur ein mittelmässig gebe. Wie die schwedin einen Krimi schreibt, gefällt mir sehr gut. Ebenso die Beschreibung der Hauptpersonen.
Ein netter Krimi. Ich werde den nächsten Teil sicher lesen.
Freue mich schon darauf!

18.11.2014 03:25:50
kianan

Der zweite Fall ist aus meiner Sicht zwar nicht so klasse wie der erste "Die Eisprinzessin schläft", aber dennoch ein spannender Krimi, den ich gerne gelesen habe.

Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin die ermittelnden Polizisten (die einen fleißig beim Ermitteln, andere fleißig dabei, sich Pausen zu verschaffen) und hier vor allem Patrik Hedström und seine hochschwangere Freundin Erica Falck beschrieben hat. Ich musste öfter schmunzeln, besonders, wenn sich wieder einmal unangemeldet "Sommer"-Besuch bei den Beiden eingenistet hat. Dies hat sehr zum Unterhaltungswert des Buches beigetragen. Darüber hinaus ist Patrik nicht einer der "Überkommissare", sondern menschlich und glaubwürdig beschrieben.

Bzgl. der Mordermittlung: Meine Verdachtsmomente, wer hinter den Taten steckt, wurde gekonnt wieder zerstreut und die Autorin schaffte es, ein gelungenes Verwirrspiel und gelungenen Spannungsbogen aufzubauen.

Die kleinen Schwächen des Buches liegen aus meiner Sicht daran, dass bei mir am Ende doch leichter Zweifel an der Realitätswahrscheinlichkeit der Krimigeschichte und der Verzwickungen innerhalb der Predigerfamilie blieb.

Ein spannender und unterhaltsamer Krimi und ich werde auch sicher den nächsten Krimi der Serie lesen.

29.10.2014 18:34:15
Catha-Tina

Auch wenn ich hier vielen widerspreche - wie schon in der "Eisprinzessin" fand ich den dilletantischen Schreibstil von C. L. auch hier nur fürchterlich! Es war mein 2. Versuch und wird der letzte gewesen sein.
Hölzerne Dialoge, Phrasen und Formulierungen hart an der Kitschgrenze, keine Charaktere, nur eindimensionale Protagonisten, dazu kommt eine sehr schwache Übersetzungsleistung. Lediglich ein "Krimi-Schreibkurs" ist eben nicht genug, es braucht auch Talent und ein gewisses Sprach- und Schreibniveau.
Es ist mir darum ein Rätsel, wie man hier zu der Bezeichnung "Krimi-Queen" kommen konnte.

23.01.2014 19:56:00
Bernd Schareina

Bereits die Eisprinzessin war schon sehr gut.
Mit dem 2. Roman setzt Camilla Läckberg noch einen oben drauf.

Es stimmt schon, dass man die Zusammenhänge früh erahnt (so etwa ab 2/3 des Buches). Aber dann kommen doch wieder einige geschickt eingebaute Wendung, so dass man wieder ins Zweifeln kommt und das Buch bis zum Ende spannend bleibt.

Sehr schön beschrieben ist die Psyche des Täters, so dass man sich hineinversetzen kann.

Und das Privatleben der beiden Hauptdarstellen war schon im 1. Roman Spitze.

In diesem Buch gab es dann auch noch eine wohltuende Spritze Humor (unerwartete Gäste).

Ich werde mir noch weitere Romane der Autorin zulegen und bewerte dieses Buch mit 97 Grad.

13.01.2014 16:02:26
heikki

Hatte vorher Asa Larsons "Sonnensturm" gelesen - danach musste ich erst mal eine Pause einlegen und alles "setzen" lassen - ein Buch, das nicht nur ruhig und spannend ist, auch sehr berührt und sprachlich gesehen einfach große Klasse ist.
Der Anfang vom "Prediger" erschien mir dann eher holprig (auch bezüglich der von den anderen Lesern angesprochenen seltsamen Übersetzungen) - nach dem ersten Drittel aber konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen: einfach spannend, obwohl man ahnt, wer der Mörder ist.
Außerdem sind die Geschichten "drumherum" einfach gut. Angefangen bei den Lebensumständen der Protagonisten, wie familiäre Probleme etc. oder der Lebensart überhaupt (habe mich köstlich über den Umgang mit diversen schrecklichen Gästen amüsiert).
Ich kann das Buch wirklich weiter empfehlen.

12.08.2012 22:57:50
Kasia

Auch noch nach dem zweiten Lesen bin ich der Meinung, dass "Der Prediger von Fjällbacka" ein toller Kriminalroman ist. Er hat alles, was ein guter Roman braucht: Tolle Protagonisten, eine tolle Geschichte, einen sehr guten Spannungsaufbau und einen logischen und gut durchdachten Schluß. Camilla Läckberg hat es bereits durch ihren ersten und auch diesen Roman geschafft, mich zu ihren großen und begeisterten Fans und Lesern zählen zu können. Inzwischen steht jedes ihrer Bücher in meinem Regal und wird auch mehrmals gelesen, weil alle perfekt und super sind.
Ich bin wirklich begeistert!

28.10.2011 17:52:14
Henriette

Erica Falk und Patrick Hedström sind jetzt ein Paar und erwarten ihren ersten Nachwuchs. Es ist Sommer, und es ist Urlaubssaison in Fjällbacka. Eigentlich hat Patrick Urlaub, doch er muss zum Dienst, da die Leiche einer deutschen Touristin gefunden wurde. Und nicht nur das. Unter der Leiche wurden auch alte Knochen gefunden. Knochen von Mädchen, die schon sehr lange tot sind. Es stellt sich heraus, dass die Knochen von vermissten Mädchen stammen. Was haben die lang vermissten Mädchen mit der deutschen Touristin zu tun? Bei den Ermittlungen beschäftigt sich Patrick immer intensiver mit der zerrütteten Familie des freikirchlichen Predigers Ephraim Hult.
Erica kann sich wegen der Schwangerschaft und der Hitze kaum mit den Ermittlungen beschäftigen. Dafür hat sie andere Sorgen.

Gleich im Anschluss von „Die Eisprinzessin schläft“ habe ich dieses Buch zur Hand genommen. Mir hat „Die Eisprinzessin“ schon sehr gut gefallen. Dieses Buch steht dem anderem in nichts nach.
Es ist spannend und unterhaltend. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Ich hatte das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Die Figuren sind sehr sympathisch und menschlich beschrieben.
Mir gefällt besonders gut, dass der Leser nicht gleich zu Beginn weiß: „Der Gärtner ist der Mörder.“ Es wird Spannung aufgebaut, die eigene Phantasie wird gefordert.

[B]Fazit:[/B] Wie für den ersten Band vergebe ich hier gern fünf von fünf Sternen für die spannende und kurzweilige Unterhaltung.

04.07.2010 17:13:00
Antje

Also ich fand das Buch sehr gut geschrieben, allerdings hab ich das auf daenisch gelesen und ich hab auch einige woerte nicht ganz verstanden. Einiges ist da anders z.b mitden Wohnungen und den ganzen melderigiste usw... wir wuerden schon sagen uebrwachung aber ... das sollte woanders diskutiert werden :-)

22.03.2009 22:52:24
CRI

Spannendes Buch. Eine eher fremde Welt religiöser Ausrichtung mit strengen Regeln auch zwischen Familienmitgliedern wird geschildert.
Bloß nicht die Filmfassung des schwedischen Fernsehens (svt) antun! Der Knackpunkt bei der "Erklärung" des Motivs fehlt völlig, wird einfach ausgelassen. Dadurch total unbefriedigend. Da muss man dann erst das Buch lesen, um die Geschichte wirklich zu verstehen.

18.02.2009 17:47:46
Kasia

Der zweite Roman von Camilla Läckberg und ein weiterer Volltreffer.
Ich finde die Sprache des Buches sehr gut. Die Geschichte der religiösen Fanatiker und Gruppen ist nicht neu. Und es ging in erster Linie auch gar nicht darum, irgendjemanden anzuklagen oder was auch immer...
Und trotzdem schafft es die Schriftstellerin eine sehr spannende Geschichte zu dem Thema aufzubauen.
Was das anbetrifft, dann gelingt es ihr mit dem zweiten Band besser, als beim ersten (der aber auch Spitze war!).
Ohne dass es irgendwie künstlich wirkt, spannt sie einen ganz großen Bogen, bis der Leser Weiteres erfährt. Und so, wie sie ihre Sache macht, ist der Leser begierig, Neues zu erfahren. Unbedingt!
Erica spielte in diesem Band eher eine wichtige Nebenrolle, da sie in ihrem Zustand und bei den vielen Gästen:)nicht viel Zeit hatte, sich mehr einzubringen.
Patrik ist aber auch eine sehr nette Hauptfigur mit Ecken und Kanten, was ihn umso symphatischer macht.
Ein sehr gutes, nettes..., darf man lustiges Buch sagen?
Werde mir mit der Zeit auch den dritten Roman kaufen.
Empfehlenswert!

19.06.2008 23:41:21
Peter Thürk

Nach "die Eisprinzessin schläft" ein etwas anderer Krimi aber trotzdem gut und spannend geschrieben.
Am besten hat mir gefallen, dass immer wenn die Lösung greifbar nahe war eine neue Erkenntnis die alten über den Haufen geworfen hat
Trotzdem hat mir die Eisprinzessin besser gefallen.
Habe jetzt mit " Die Töchter der Kälte " begonnen die wieder an die eisprinzessin ran kommt.
Frau Läckberg hat mit Ihren Debütkrimis
die Messlatte für weitere Bücher recht hoch gelegt.
Sie ist auf dem besten Weg sich zu meiner lieblingsautorin zu entwickeln.

10.06.2008 02:18:19
Rolf.P

Auch das zweite Buch von Camilla Läckberg sticht wohltuend aus dem skandinavischen Krimi-Einheitsbrei hervor.
Camilla Läckberg ist für mich eine sympathische Neuentdeckung der schwedischen Krimi-Literatur! Amüsant und listig umkreist die Autorin ihre Figuren in dem kleinen Ferienort Fjällbacka.
Wie bereits in Ihrem ersten Buch stellt Camilla Läckberg auch diesmal die Menschen in den Vordergrund. Die gemeinsame Geschichte von Erika und Patrick, die im ersten Buch (Die Eisprinzessin schläft) begann, wird weitererzählt. Neben den Mordermittlungen spielt das Privatleben des ermittelnden Polizisten mit seiner Frau - der schwangeren Schriftstellerin - eine Hauptrolle.
Sehr geschickt werden immer wieder die Perspektiven vertauscht und man wird bis zum Schluss in Atem gehalten.
Der Krimi liest sich gut und ist amüsant, trotz eines nachdenklichen Kerns, bleiben unterm Strich eigentlich keine Wünsche offen.
Camilla Läckberg weiß mit "Der Prediger von Fjällbacka" auf ganzer Linie zu überzeugen. Eine klare, flüssige Sprache, ein vielschichtiger Plot, ausgefeilte Figurenzeichnung, sympathische Protagonisten, eine stimmige und glaubwürdige Auflösung, gewürzt mit einer Prise Realitätsnähe.
Romantisch, spritzig, elegant und mörderisch spannend, ein wirklich wundervolles Buch.

30.03.2008 10:53:14
rujo

Also, ich fand's auch schlimm. Vor allem über die Dialoge bin ich gestolpert; so spricht kein Mensch. Ein Teil liegt sicher auch am Übersetzer (z.B. das Wort 'Ordentlichkeit' statt Ordnung), das trägt zum holprigen Stil sicher auch einen teil bei. Und auch ich habe mir -zum ersten mal überhaupt- einen Zettel mit den Verwandschaftsverhältnissen gemacht; dachte schon, nun werd' iuch alt, aber nun lese ich, dass es anderen auch so ging - da bin ich ja dann beruhigt (oder werden die viellleicht auch alt???).

23.03.2008 20:23:23
Alter Schwede

Mir hat der "Prediger" nicht gefallen. Das lag wohl zunächst an Äußerlichkeiten: Immer noch alte Rechtschreibung und einige grammatikalische Gewagtheiten, die mir die Haare zu Berge stehen ließen. Inhaltlich hatte ich große Schwierigkeiten, die Verwandtschaftsverhältnisse auf die Reihe zu bekommen. Im Vergleich zu Åsa Larssons Buch "Sonnensturm", das ich direkt davor gelesen habe, empfand ich den "Prediger" als holprig und langweilig.

16.03.2008 15:21:50
A-bella

Mir hat das Buch, genau wie "Die Eisprinzessin" sehr gut gefallen. Der Fall war in sich stimmig und zu jeder Zeit logisch und nachvollziehbar. Ich habe das Buch richtig spannend gefunden, allerdings hatte ich anfangs auch Probleme die einzelnen Menschen den Familien zuzuordnen.
Ich freue mich auf das nächste Buch von Camilla Läckberg, ich finde bei diesen Krimis stimmt alles.

14.03.2008 15:39:57
Herr Lazaro

Ich kann ich Baiba nur anschliessen wenn die langweiligen und mit der eigentlichen Handlungslinie nur mittelbar in Beziehung stehenden Nebenlinien kritisiert werden.
Diese sind m.E so überflüssig wie nur was und auch nicht damit zu rechtfertigen, dass damit eine über die ganze Reihe reichende Rahmenhandlung erreicht wird. Ich halte das eher für schlechten Stil.

Nun ist die Geschichte zwar nicht langweilig, aber für meine Geschmack einfach zu skandinavisch, zu sozialpädagogisch gutmenschlerisch, aber da hat bei mir Mankell mit seinem weinerlichen Wallander wohl für eine bleibende Aversion gesorgt.

01.11.2007 15:53:55
Eiserner Wilska

Hallo,

bin grad fertig mit dem Prediger... und muss sagen - nicht schlecht. Die Spannung blieb die ganze Zeit über erhalten und die Familiengeschichte erinnerte mich ein wenig an Stig Larsson's Verblendung.

18.04.2007 12:28:18
Elin

Ich nehme an, dass Baiba den ersten Teil nicht gelesen hat? Das empfiehlt sich bei den Läckberg-Büchern schon, weil ja einige Ereignisse auf einander aufbauen.

Ich fand das Buch sehr gut. Spannend geschrieben, witzige Nebengeschichten (unmöglich dreiste Sommergäste!).
Einziger Schwachpunkt des Buches ist wirklich nur die etwas verworrene Darstellung der Hultschen Verwandschaftsverhältnisse. Johannes - Johann - Jacob... Da hatte Frau Läckberg kein glückliches Händchen. Ich habe mir den Stammbaum auf einen Zettel gemalt - so ging's!

Außerdem sind mir - wie so oft bei skandinavischen Krimis - wieder ein paar Übersetzungsmerkwürdigkeiten aufgefallen. Was bitte ist ein "Fatz"? Und dann kam auch an einer Stelle ein mir unbekanntes Verb vor. "posseln" oder so ähnlich...

Nun kann man also gespannt sein auf das nächste Buch, denn es wurden ja nicht alle Erzählstränge aus dem Leben von Patrik & Erica zu Ende erzählt... ;-)

Ich kann das Buch und auch "die Eisprinzessin" wirklich sehr empfehlen.

17.01.2007 17:37:05
wintertraum

Ich bin noch am Lesen...50 Seite fehlen noch, aber bis jetzt fand ich es wirklich gut. Im Gegensatz zu Baiba mag ich es, wenn man auch von den Privatangelgenheiten der Charaktere etwas mitbekommt.
Habe mir auf jeden Fall auch schon das zweite Buch von der Autorin (Eisprinzessin) gekauft und es wird wohl als nächstes gelesen...

04.07.2006 10:54:30
Jürgen Uphoff

Ich fand dieses Buch sehr spannend erzählt. Schnell kommt man dem Täter auf die Spur und fühlt sich wie ein Fernsehzuschauer bei "Columbo". Wird die gestellte Aufgabe gelöst oder tappen die Leser vielleicht in eine Falle. Ich fand dieses jedenfalls spannend und möchte es deshalb auf diesem Wege weiter empfehlen.

27.06.2006 14:17:11
Baiba

Dieser Krimi war für mich derart langweilig, dass ich mich regelrecht durchquälen mußte.
Die viel zu ausführlichen Beschreibungen etlicher Randfiguren, sowie die allzu häufigen und detailreich beschriebenen Privatangelegenheiten sämtlicher Ermittler,haben den Krimi unnötig in die Länge gezogen. Es kam einfach keine Spannung auf. Die Ermittlungen schleppten sich dröge dahin. Kein einziger Dialog hatte Pep.Sämtliche Figuren wirkten schablonenhaft.
Die Parallelhandlung mit der Schwester der Frau des Haupt-Ermittlers (jaja, sooo kompliziert) wirkte sehr bemüht und hatte mit dem eigentlichen Thema rein gar nichts zu tun.
Die ganzen ellenlangen familiären Verstrickungen und die kursiv gedruckten Einschübe, in denen die Lage der Opfer beschrieben wurde...das alles zieht sich hin, wie Kaugummi.
Und am schlimmsten: ab der Mitte (spätestens) erahnt man den Täter und kann sich einige Zusammenhänge denken.
Wenn dann auch noch der Titel allzu viel verrät...*gähn*...
Für mich war das leider kein Krimi der Extra-Klasse, sondern einer, den ich ganz schnell vergessen werde! ;-)