Der verbotene Ort

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Paris: Viviane Hamy, 2008, Titel: 'Un lieu incertain', Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 2009, Seiten: 423, Übersetzt: Waltraud Schwarze

Couch-Wertung:

85°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

3 x 91°-100°
1 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:94.5
V:3
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":1,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":1,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":2}
Lars Schafft
Von Schrankessern und Vampiren

Buch-Rezension von Lars Schafft Mai 2009

Fred Vargas, die französische Krimiautorin unserer Zeit, verlässt in ihrem neuen Roman Der verbotene Ort gewohntes Terrain und führt ihren Serienkommissar Adamsberg von London über Paris bis tief in den Balkan. Frankophile und Vargas-Fans mag dies enttäuschen, denn trotz eines ihr typisch phantastisch angehauchtem Plots ist Der verbotene Ort einer ihrer konventionellsten Krimis geworden. Wobei der Begriff "konventionell" bei einer Autorin wie Fred Vargas nicht viel heißen will.

Kommissar Adamsberg und seinen Kompagnon Danglard hat es auf einen internationalen Kriminologenkongress in die britische Hauptstadt verschlagen. Danglard als großer Fan der Insel und ihrer Kultur frohlockt, Adamsberg - des Englischen überhaupt nicht mächtig - hadert mit der vertanenen Zeit. Doch kein Trip der beiden ohne Verbrechen: Vor dem Friedhof Highgate wird eine Reihe Schuhe entdeckt. Keine große Sache? Doch, wenn sich darin wie in diesem Fall abgehackte menschliche Füße befinden.

Zurück in Paris, wartet auf die beiden gleich ein Massaker: Pierre Vaudel, pensionierter Jurist, wurde in seinem Haus auf krankhafteste Weise zerstückelt, von einer Leiche kann gar keine Rede sein, so verstreut sind die Körperteile. Was so erst nicht viel miteinander zu tun hat, wird zu einer aberwitzigen Story, als Danglard unter den englischen Schuhen welche seines serbischen Onkels erkennt. Der wohnte in einem Ort auf dem Balkan, wo vor Jahrhunderten Vampire aufgetaucht sein sollen. Die erstaunliche Parallele zu den Vorfällen in Good Old England: Auch in Highgate erzählt man sich von Vampiren. Da der gute Adamsberg eh von höchster Stelle gemobbt wird, besteigt er kurzum den nächsten Zug gen Serbien, wo er schon sehr bald zum Untoten zu mutieren droht...

Nicht schwer zu erkennen: Französisches Flair ergibt sich aufgrund der Schauplätze quer über Europa gar nicht. Der Plot in Serbien nimmt einen Großteil des Romans ein, dazu ist dieser von Anfang an so schnell, dass Adamsberg nur seltenst zum "Schaufeln von Wolken" kommt. Fred Vargas bürdet ihm viel zu viel auf, als dass er Muße zu seinen großartig-verqueren Gedankenspielen haben könnte.

Wer nun aber meint, alles, warum man Fred Vargas lesen müsse (die sprachliche Finesse, ihre orignellen, liebevoll gezeichneten Charaktere, ihre schrägen, dennoch treffsicheren Bilder), in Der verbotene Ort fehle, täuscht sich. Von Schrank- und Flugzeugessern (!) ist durchaus ernst gemeint die Rede, von Ärzten mit nahezu übernatürlichen Fähigkeiten, davon, dass Danglard mit einer Britin anbändelt (die Adamsberg mangels Sprachkenntnis nur "Abstract" nennt, weil sie ein Schildchen mit dieser Aufschrift auf dem Kongress trug) und und und. Running-Gags, die sich durch den ganzen Roman ziehen und immer wieder für einen Lacher gut sind. Lediglich die Tatsache, dass Adamsberg Highgate "Higgegatte" ausspricht, will nicht ganz einleuchten, dürfte er das Wort in geschriebener Weise eigentlich nie gelesen, sondern nur in korrekter Aussprache Danglards oder des britischen Kollegen Rodstock (qua Adamsberg schlicht "Stock") gehört haben.

Last but not least versteht es Fred Vargas auch in ihrem neuesten Werk, den Leser vollends an der Nase herumzuführen. Das Auftauchen mystischer, phantastischer Elemente lockt konsequent auf eine falsche Fährte und lässt Krimi-Veteranen oftmals mit dem Kopf schütteln. Diese bleiben aber nicht im Regen stehen, denn genau diese Verwebung aus scheinbar Übernatürlichem und mehr oder weniger gewöhnlicher Verbrechen hat sie zu ihrem Markenzeichen ausgebaut. Vampire oder nicht - das ist eigentlich zweitrangig.

In Der verbotene Ort bleibt Fred Vargas so ihrem Stil einerseits treu, andererseits weicht sie ihn durch mehr Action und neue Schauplätze ein wenig auf. Was absolut kein Nachteil sein muss - glühende Vargas-Anhänger müssen sich mit dieser neuen Konstellation vielleicht erst anfreunden. Für alle anderen ist Der verbotene Ort ein wunderbarer Einstieg in die Welt von Fred Vargas, in der es aber eben mehr gibt als Wolkenschaufler, Schrankesser und Vampire.

Der verbotene Ort

Der verbotene Ort

Deine Meinung zu »Der verbotene Ort«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
14.09.2017 17:01:07
Inspired Rose

Welcher Bulle kommt heutzutage mit den hanebüchenen Englischkenntnissen eines Adamsbergs noch durch?

Kein einziger.

Dass Adamsberg kognitiv nicht grad ein Durchstarter ist, mag noch hinkommen. Seine Intuition (eine andere Form von Intelligenz) macht's wohl wieder wett.

Aber das mit dem lausigen Englisch - ganz arg und bestimmt kein Zugewinn an Glaubwürdigkeit und Kohärenz. Pitoyable ...

17.06.2014 15:36:29
Claudia Ranft

Ich habe (auch) dieses Buch von Fred Vargas mit größtem Vergnügen selbst und dann meinem Mann vor-gelesen. Vermisst habe ich gar nichts - es war wieder wie eine Reise in ein faszinierend-lustig-schräges Paralleluniversum, bei aller Skurrilität stimmig und gut zu lesen. Leider war es irgendwann, wie alle Bücher, zu Ende... und nun habe ich alles von Fred Vargas "durch", einschließlich der drei wunderbaren Verfilmungen mit Jean-Hugues Anglade als Adamsberg (sehr gelungen!) und hoffe inständig auf ein weiteres Buch, ach was! viele viele weitere Bücher von ihr, ich liebe ihre Geschichten!

19.06.2012 22:24:55
JaneM.

Beachtlich wie Fred Vargas es wieder schafft, eine absolut skurille und krude Handlung gekonnt zu flechten. Immer komme ich bei den Vargas Krimis an den Punkt, der bei mir ein Stirnrunzeln auslöst, weil ich ein Abdriften in zu abstrude Ebenen befürchte- und doch schafft sie rechtzeitig die Wendung. Trotz der Beschreibung des brutalen Mordes bleibt kein Funken plakativen Schockers übrig. Vargas schafft es, selbst das mit Witz und Augenzwinkern darzustellen.
Besonders schön bei Vargas : die schrulligen Randfiguren- diesmal insbesondere Lucio, der Katzenvater, nach dessen Pinkelrythmus Adamsberg seine Uhren stellt.
Einziger Minuspunkt für mich: der beste Vargas- Charakter Danglard kommt leider nur am Rande vor.
Normalerweise interessieren mich die Autoren selbst wenig. Aber Frau Vargas würde ich wirklich gerne kennenlernen- wer kommt (so oft) auf solche Ideen?

13.09.2011 19:29:39
christel spanier

der verbotene ort war nach "fliehe weit und schnell" mein zweiter krimi von vargas.finde adamsberg und kolegen herrlich skurill.gerade das verschrobene an den akteuren ist sehr liebenswert.wen stören da wolkenschaufler und schrankesser?als eifriger viel und schnelleser bin ich jetzt bei der dritten jungfrau gelandet. brauch nun eine "vargas pause"freu mich schon auf den nächsten band!

07.03.2011 13:20:11
vifu

Hatte mir diesen Vargas für den Urlaub aufgehoben, wie ein besonders leckeres Desert...tja, so richtig überzeugt hat er mich nicht. Sicherlich sind die beiden Hauptakteure Adamsberg und Danglar wieder wunderbar skizziert, aber der Knoten platzte bei der Story nicht wirklich! Zuviel pseudoesoterisches und dann auch noch Familienkram von Adamsberg! To much! Was aber nicht heißt, dass das Buch mich erst loslies als es ausgelesen war!
Also Empfehlung, aber mit Punktabzügen in der B-Note :-)

26.09.2010 01:05:07
Marv

„Der verbotene Ort“ ist grundsätzlich wieder ein typischer Vargas und dennoch auch wieder nicht. Im Gegensatz zu den letzten beiden, hervorragenden, Vorgängern wirkt das Ganze prosaischer. Es beginnt mit Katzengeburten, Spinnenbissen, Schrank- und Flugzeugessern bis hin zur Entdeckung von 17 abgeschnittenen Füssen vor dem Friedhof von Highgate und man fühlt sich in seiner Vorfreude auf eine skurrile Geschichte, herrliche Dialoge, Sprachwitz und Wolkenschaufelei bestätigt.
Mit dem ersten Mord in Frankreich kippt jedoch die ‚Sprachmelodie‘ des Buches. Vielleicht hat Adamsberg mehr als nur einen Tinnitus aus Quebec mitgenommen, vielleicht stürzt in dieser Geschichte einfach zuviel auf ihn ein, vielleicht macht sich doch der Übersetzerwechsel spürbar. In jedem Fall ist diesmal das gewisse Flair, die sprachliche Leichtigkeit verloren gegangen. Dennoch kommt der Humor nicht zu kurz, sind abwegige Gedankensprünge vorhanden - niemand ausser Adamsberg hätten Seezungen a la Plogoff, einen ersten entscheidenden Hinweis auf die wahren Hintergründe der Verbrechen geliefert - und in Summe ist es auch wieder ein etwas \'anderer\' Kriminalroman geworden. Dennoch hoffe ich für den nächsten Band auf weniger Action, mehr Träumerei und einen spielerischeren Umgang mit der Sprache, d.h. etwas mehr von dem, warum man zu einem Vargas greift.

20.09.2010 19:01:54
mylo

Nun, so richtig einig bin ich mir nach diesem Vargas nicht. Die Figuren sind wieder - zumindest die alt bekannten - gut getroffen und erzeugen das ach so gewohnte Schmunzeln beim lesen. Aber irgend wie springt der Funke bei mir bei diesem Roman nicht so über wie ich es bei all den anderen von Vargas gewohnt war. Sollte es wirklich die Übersetzung sein oder liegt es an der Geschichte?
Nun jedenfalls hatte ich unterm Strich wieder Freude mit Adamsberg und seinen Kollegen so dass ich auch diesem Buch 75 Punkte mit auf den Weg gebe. Der nächste Vargas wird vielleicht wieder packender

13.09.2010 18:00:19
Bastian

Vargas habe ich mit diesem Buch zum ersten Mal gelesen. Krimis sonst generell als Bettlektüre.

Mit diesem Buch hatte ich meine grösste Mühe. Natürlich, Romane und vor allem Krimis sind immer konstruiert. Hier aber scheint mir das Mass überschritten.

Danglard hat einen Verwandten, welcher im weitesten Sinne von der Affäre betroffen ist.

Adamsberg wird das Leben auf die unwahrscheinlichste Art gerettet. Veyrenc wiederum ist mit Armel verwandt.

Das Buch hat mich eher genervt, als gefallen und ich las es sehr widerwillig zu ende. Interessant: Ich lese erst jetzt, dass der Übersetzer neu ist. Ich dachte aber auch die ganze Zeit, dass es hier Probleme mit der Übersetzung gab.

Leider habe ich bis jetzt noch keinen Kommentar gefunde, was denn so interessant an diesem Buch ist. Gerne würde ich mehr darüber erfahren.

22.08.2010 01:07:59
Annette Hidber

Ich bin erstaunt über die Schlampigkeit der Autorin:
1. Charles Dickens ist nicht in Highgate begraben- nur seine Eltern.
2. Karl Marx Grab ist im East Part nicht West-habe es selbst 3Mal besucht und nochmals im Net nachgeschaut.

Literarische Freiheit ok-aber das ist für mich Faulheit.

Na ja, vielleicht werde ich noch eines besseren belehrt, da ich den Roman noch nicht zu Ende gelesen habe und viellleicht der Geist beider Männer noch erscheint, in Highgate West.

17.11.2009 20:28:11
Mall3

Ich fand das Buch echt genial!
Es hat Spaß gemacht es zu lesen :)
Ich warte schon sehnsüchtig auf das nächste? (kommt es? :) )

Wenn das der FAll sein wird, bin ich die erste, die es in ihren Händen hält!

Diese verzickte Geschichte ist meiner Meinung nach echt spannend und lustig zugleich verfasst.

Was ich mir am Anfang nicht vorstellen konnte ist realität geworden: Alles passt irgendwie zusammen!

Auch die Sprachliche Gestaltung ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen!

RESPEKT!

29.08.2009 23:35:59
Bridged

Plog!!!
Die allgegenwärtigen Wortschöpfungen würde ich sehr gerne im Original lesen und verstehen können, doch dazu reicht mein Schulfranzösisch leider nicht aus.
Alles in allem hat mir dieser "Vargas" sehr gut gefallen, aber nicht durchgängig. Die Geschichte mit den Vampiren fand ich dann doch zu abstrus! Aber geliebt habe ich wieder mal die liebevolle Darstellung des Danglard, der "verfressenen" Kollegin und des trotteligen Anfängers...die Liste könnte endlos fortgesetzt werden.Ich freue mich schon auf das nächste Kunstwerk!
Für mich 90°

04.08.2009 21:50:18
Brengel

Offenbar bin ich weniger feinsinnig als viele meiner Vorredner: Ich konnte keinen Qualitätsverlust durch den neuen Übersetzer feststellen, mir scheint diese Diskussion daher überbewertet. Ich kann auch nicht mit einstimmen, wenn beklagt wird, das "Wolken schaufeln" käme zu kurz, meiner Ansicht nach, hat Vargas vielmehr in diesem Roman ein gutes Maß gefunden. Für mich ist der Tiefpunkt der Adamsberg-Reihe auch nicht dieses Buch, sondern "Der vierzehnte Stein".

Mir hat "Der verbotene Ort" gut gefallen, ich wünsche mir allerdings, dass Mme. Vargas anstelle von Adamsberg mal wieder ein Werk mit Kehlweiler oder den drei Historikern vorlegt!

02.08.2009 14:09:17
Maureen

Ich habe dieses Buch wie alle ihre anderen in einem zug gelesen!
Ich fand es trotz der neuen Übersetzerin gut! Der Vorgänger war eine Spur besser aber ich liebe es trotzdem ! Ich möchte zu gerne mal die Leute dieser Brigade kennenlernen! Für einen Vargas Fan ein muss. Einem Neueinsteiger würde ich raten mit den Ersten anzufangen!
Plog!

31.07.2009 12:35:29
Herta

Auch ich - absoluter Vargas Fan - hatte zu Beginn die grössten Schwierigkeiten mit dem Stil der neuen Übersetzung. Ich fand, würde ich nicht die anderen Bücher kennen, könnte ich mit diesem Stil der Übersetzung nichts anfangen. Aber: man gewöhnt sich an alles. Und so las ich mich immer weiter ein. .. In dieser Geschicht kommen die Charaktere der verschieden Mitarbeiter sehr viel besser heraus und es entstehen wirkliche Personen hinter den diversen Namen und Eigenschaften der Brigardemenschen.
Letztendlich dann doch sehr gelungen!

30.07.2009 23:51:50
Emir K.

Die Rezension, wie gewohnt in bewährtem Schafft-Deutsch verfasst, erfüllt schon den Tatbestand des Inhaltsverrats. Da sie ansonsten aber am Roman völlig vorbeiredet, lohnt sich das Lesen trotzdem noch!
Wer glaubt, es gäbe nicht genug \'französisches Flair\', sei beruhigt. Es gibt ersatzweise genug ländlich-serbisches, das ist genauso gut wie Cevennen-Flair.

09.07.2009 23:31:50
Johannes Hachmann

Wer sonst als der Wolkenschaufler Adamsberg könnte sich ohne Albernheiten und/oder permanente Reproduktion von Klischees mit einem solchen Kriminalfall angemessen beschäftigen?Fällt den Lesern nicht auf, dass Adamsberg nachgerade dazu prädestiniert ist, die Ursprungsgeschichte des Falles in einem kleinen Dorf zu erfahren, dessen Bevölkerung und ihre Verhaltensweisen
Ähnlichkeiten zu seiner eigenen Heimat in Frankreichs Provinz aufweisen?Wem sonst hätte der Dörfler A. nicht nur die delikaten Einzelheiten des Verhängnisses erzählt, sondern darüber hinaus eine ebenso delikate Mahlzeit gekocht?
Übrigens:
Ein ständig lachender Begleiter mit extremer Behaarung ist die ideale Kommentierung der Geschichte mit demBären, den man ja angeblich manchmal aufgebunden bekommt.
PS.:
Ich fühlte mich an Zafons Das Spiel des Engels erinnert.

28.06.2009 14:58:42
Schildhorn Gabi

Liebe VARGAS-FANS, mit Ihrem letzen Roman Der verbotene Ort-hat Fred Vargas in meinen Augen einen Flop gelandet. Als grösster Fan von ihr-ich habe alle Bücher von ihr verschlungen, bin ich total enttäuscht! Nun hoffe ich auf einen Adamsberg, der wieder in seiner alten Marnier ermittelt. Also freuen wir uns auf ein NEUES.

16.06.2009 15:27:58
Benediktpaul

Ja, wie auch meine "Vorschreiber", so muss auch ich diese Übersetzung bemängeln. Recht gestelzt und gewollt kommt die sonst lockere, melancholische und französische Schreibe daher. Aber auch Vargas selbst ist schuld. Der Plot mag anderen Kommissaren gut zu Gesicht stehen - einem Adamsberg aber nicht. Das Wechseln der Orte und Länder nimmt der Geschichte den gerade sonst so angenehmen französischen Flair, den ich bisher am meisten bei Vargas geliebt habe. Überhaupt wirkt es, als wollte Vargas möglichst Vieles in diese Geschichte hineinpacken, das wäre nicht nötig gewesen. Hoffentlich findet Sie zu ihrer alt bewährten Machart und der deutsche Verlag zum bisherigen Übersetzer zurück

08.06.2009 15:00:19
violetta

Trotz der neuen Übersetzerin, die niemals an Tobias Scheffel herankommen wird, hat mir das Lesen wieder großes Vergnügen bereitet.
Aber eigentlich sollte man die eigenen Französischkenntnisse auffrischen und Vargas` Romane nur noch im Original lesen.
Davon mal abgesehen, sorgt der Roman wieder mal für Verwirrung und bringt ungewöhnliche und skurrile Wendungen.
Wunderbar zu lesen

28.05.2009 13:45:10
amal

Ach, diese Plage mit den Übersetzer(innen) - der Stil wird von mal zu mal germanistisch-jungfäulicher. Wo bleiben die kessen Übersetzungsbilder von Tobias Scheffel, die wir geliebt haben: dieser leicht melancholisch, anarchisch, schräge Ton mit dem er alle Verrücktheiten der Welt kongenial rüber brachte. Warum muss ein Buch nur so anfangen:
" KommissarAdamsberg wusste einen Hemdkragen zu bügeln..."

20.05.2009 10:12:43
mase

Jean-Baptiste Adamsberg, der gemächliche Ermittler, der seine Fälle löst, in dem der die Wolken beobachtet oder ausgiebige Spaziergänge durch Paris macht, wird in „Der verbotene Ort“ quer durch Europa gejagt.Jeder Leser, der den Kommissar kennt, wird sagen, das passt nicht. Stimmt. In diesem Buch gibt es wenig, das den „Zauber“ Vargas ausmacht und wenig typisches, das Adamsberg versinnbildlicht. Vielleicht lag das auch an der neuen Übersetzerin, aber Vargas lässt auch wenig Raum, damit Adamsberg „Wolken schaufeln kann“. Vor lauter Plot, hat er keine Zeit dazu und es gibt zu wenig Dialoge, bei denen Vargas in der Vergangenheit immer glänzen konnte.Ich finde, Vargas stellt sich hier selbst ein Bein. „Der verbotene Ort“ birgt einen immensen Plot, der aufwendige Ermittlungsarbeiten eines Teams verlangt, aber das ist mit Adamsberg und seiner Truppe nicht gegeben.Es ist kein schlechtes Buch, aber für mich war es eines der schwächeren, weil es meine Erwartungen bei weitem nicht erfüllt hat. Es ist aber auch kein „normales“ Buch und diejenigen, die bislang nichts mit der Autorin anfangen konnten, werden es noch immer nicht können, denn der Plot ist schon sehr abgefahren und es bleibt nur zu hoffen, dass die Hintergründe der Ermittlung nicht durch eine ausführliche Rezension offenbart werden, denn diese überraschende Wendung ist schon etwas besonderes.Da das Ende des Buches wieder in typisch schöner Manier geschrieben ist und mir die zauberhaften Passagen am Ende mehr in Erinnerung bleiben werden, als die Schwächen zu Beginn, bin ich trotzdem einigermassen zufrieden, aber Sie kann das besser.