Der vierzehnte Stein

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Paris: Viviane Hamy, 2004, Titel: 'Sous les vents de Neptune', Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 2005, Seiten: 479, Übersetzt: Julia Schoch

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Lars Schafft
Tote morden nicht

Buch-Rezension von Lars Schafft Mär 2005

Krimi-Couch-Volltreffer Juli 2005

Ein "Wolkenschaufler" ist er, dieser eigenbrötlerische Womanizer, dieser sich vor allem auf sein Bauchgefühl verlassende Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg. Doch jetzt, im kühlen Pariser Herbst, spielt ihm sein Bauch einen Streich: Urplötzlich hat Adamsberg Panik-Attacken, die ihn an den Rand des körperlichen Zusammenbruchs führen. Nur weshalb? Und ausgerechnet jetzt, wo die Heizung im Kommissariat ausgefallen ist, die Kollegen mit dicken Pudelmützen ihren Dienst verrichten und die Weiterbildungsreise zu den kanadischen Kollegen in Quebec ansteht?

Adamsberg kann sich aber auch in eigener Sache auf seinen Bauch verlassen. Drei Einstiche auf einer Linie - freilich in einem menschlichen Körper. Das dreht ihm den Magen um. Und schaufelt ihn in einen ganz persönlichen Fall, den er eigentlich schon als ungelöst geistig zu den Akten gelegt hatte. Denn diese Einstiche erinnern ihn an den ersten Mord, den er miterleben musste.

Der Richter mit dem Dreizack

Damals, in seinem kleinen Heimatdorf fand man mit eben diesen Wunden die Freundin seines Bruders tot in der Pampas. Sein Bruder konnte sich an nichts erinnern, war aber dringend tatverdächtig. Hätte es da nicht diesen Richter Fulgence gegeben, diesen schönen wie zurückgezogen lebenden Mann, der keinen an sich heranlässt. Von der Unschuld seines Bruders und der Schuld des Richters überzeugt, vertuscht der junge Adamsberg die familiäre Beteiligung. Doch weder er noch sein Bruder können den Mord verkraften. Sein Bruder flieht, zieht sich zurück. Und Adamsberg verfolgt über jahrzehnte hinweg den Mörder mit dem Dreizack. Allein, im Stillen und ohne jeglichen Beweis eines Zusammenhangs zwischen den Morden.

Und nun also schon wieder. Wieder ein Mord mit den frappierenden drei Einstichen, wieder ist ein Tatverdächtiger äußerst schnell gefasst, wieder kann sich dieser an nichts erinnern und wieder will Adamsberg keiner Glauben schenken, dass es die Tat eines Serienmörders gewesen sein soll. Wie auch? Adamsberg Hauptverdächtiger, Richter Fulgence, liegt seit Jahren in seinem Sarg. Tote morden nicht. Akte geschlossen.

Auf zu Schumms und Coches

Szenenwechsel: das winterliche Kanada. Die bäuerlich wirkenden Kollegen aus Ottawa geben den wiederum altmodisch-eingebildet scheinenden Franzosen Nachhilfe in Sachen genetischer Fingerabdruck. Unpassend nur, dass Adamsberg Verflossene überraschenderweise nur ein paar Kilometer entfernt (für nordamerikanische Verhältnisse) mitterlerweile lebt und das offenbar nicht allein. Zeit für einen ordentlichen Absturz. Auch wenn sonst in dem verschlafenen Nestchen nichts los ist, gelingt dies Adamsberg vortrefflich. Zu gut sogar. Denn er hat einen richtigen Filmriss. Wie ist er über den Waldweg nach Hause gekommen? Und warum so blutverschmiert?

Kaum zurück in Paris wird Adamsberg direkt wieder nach Kanada beordert. Diesmal ist er allerdings nicht Ermittler, sondern mir nichts dir nichts Tatverdächtiger. Denn gerade in besagter Nacht, wo ihm ein paar Stündchen fehlen, ist eine junge Frau umgebracht worden. Drei Einstiche im Bauch. Und die Kollegen aus Quebec sind sich sicher: der genetische Fingerabdruck legt den Eindruck mehr als nahe, dass Adamsberg der Mörder ist. Wäre er doch bei Pipetten und Strichcodes geblieben, hätte er doch einmal den Reizen der Frauen widerstanden!

Der Jäger wird zum Gejagten

So sieht sich Adamsberg mit einer komplett neuen Situation konfrontiert. Er jagt nicht mehr den Richter mit dem Dreizack, sondern er wird als der Mörder mit dem Dreizack gejagt. Und ab diesem Zeitpunkt trumpft Autorin Fred Vargas richtig auf. Bestach der "Vierzehnte Stein" bis dahin vor allem durch die prächtig gezeichneten Charaktere und Adamsberg "Wolkenschaufeln", beweist die Französin eindrucksvoll, dass sie auch einen temporeichen, gewieften Krimiplot zusammenzimmern kann.

Und in diesem Roman stimmt alles. Die sorgfältige Komposition, die Spannungssteigerung, die Auflösung, die kongeniale Übersetzung des Franko-Kanadischen. Dazu kommt: Fred Vargas schreibt auf eine ungemein lebendige Art und Weise, wo für die man die Französin knuffen möchte.

Adamsberg Kollege Danglard, der sich aufgrund seiner Flugangst nur noch mit einer Weißwein-Flasche gerüstet zum Dienst traut. Lieutnant Violette Retancourt, ein Berg von Frau, deren Cleverness selbst Adamsberg überzeugt. Der kanadische Kommissar Laliberté, der kumpelhafte Bär mit den zwei Gesichtern. Die rüstige Rentnerin, die sich als ausgezeichneter Computer-Hacker entpuppt. Der eigenartige Urfisch, der seit Ewigkeiten sein Dasein in einem rosa schimmernden See fristet. Und natürlich Adamsberg selbst, wie er sich selbst nicht mehr trauen kann, wie er Wortfetzen seiner Gesprächspartner in bildhafte Gedankenspiele einpflechtet - man stelle sich einen sich aufplusternden Drachen im Straßburger Münster vor!

Im Olymp europäischer Krimi-Autoren

Wenn man einen Kriminalroman als "schön" bezeichnen kann, dann diesen. Herrlich skurille Figuren, gewitzt gestreute Anekdötchen, eine intelligente und einleuchtende Handlung - das alles muss kein Gegensatz zum abgedroschenen Serialkiller-Thema sein. Um im Bild des Dreizack-bewaffneten griechischen Gott des Meeres zu bleiben: Fred Vargas hat sich mit diesem Roman einen Platz im Olymp europäischer Krimi-Autoren gesichert!

Der vierzehnte Stein

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Letzte Kommentare:
11.04.2017 11:23:18
Peter Rebig

Toll und spannend geschrieben, aber einige Ungereimtheiten, die mir in Texten von Vargas so noch nicht aufgefallen sind.So lässt die Beschreibung der Mordwaffe (Dreizack) Zweifel an der mathematischen Übersicht der Autorin aufkommen (Zackendistanz zweimal etwa 5-6 cm, Gesamtbreite aber 16 cm?Außerdem ist nicht ganz klar, warum Richter Fulgance so ein gut aussehender Mensch sein soll, sowohl in der Jugend als auch noch im Alter und das nach einer missglückten Ohroperation.Kleinigkeiten. Der Rest ist feinste, wenn auch sehr gewagte Ware und auf die Zusammenhänge mit dem chinesischen Brettspiel muss man erst einmal als Autor kommen

21.11.2014 15:51:39
Gustav

Dies war mein erster und bisher einziger Vargas-Krimi.
Schon auf den ersten Seiten hat mich die grottenschlechte Übersetzung genervt. Viele Sätze wirken wie mit einem Online-Tool ohne Nachbearbeitung übersetzt. Ungeschickter Satzbau, unelegante und oft unpräzise Formulierungen, wenig glückliche Wortwahl. Es mag ja sein, dass die verschachtelten Sätze in der französischen Sprache besser klingen, aber in der Übersetzung wirken sie oft holperig und sperrig und erschweren das flüssige Lesen. Wirklich schade. Umso erstaunter war ich darüber, dass die Übersetzerin für ihre Arbeiten schon Auszeichnungen bekommen hat. Für mich nach diesem Buch nicht nachvollziehbar.

Zur Story: Für mein Empfinden ist die Handlung zu unglaubwürdig und zusammenfantasiert. Auch die Person der Computer-Oma Josette kann ich mir im wirklichen Leben nicht ganz vorstellen.
Gut fand ich die Darstellung der einzelnen Charaktere. Und trotz aller Unglaubwürdigkeit ist das Buch überwiegend spannend, zum Teil auch lustig, zu lesen. Was mich aber gestört hat, waren die philosophischen Spinnereien des Kommissars und vor allen das blöde Ende (Mah-Jongg).

24.07.2014 12:20:19
Benw15

Wie meine Vorrednerin bereits geschrieben hat, ist das Buch sehr skurril und literarisch hochwertig geschrieben. Tolle Charaktrrzeichnungen, nette Atmosphäre. Es ist etwas "anderes", auch vom Aufbau her ist der Krimi anders: Adamsberg gilt als Mörder, es gelingt ihm aber eine mehr als nur spektakuläre Flucht (so viel hab ich noch nie bei einem Buch gelacht ;). Die Auflösung der ganzen Geschichte hat mich dann doch enttäuscht. Wieso? Naja... nach einer Vargas-Lektüre erwartet man doch eher eine sehr überraschende Auflösungen/Schlusswendung, und die war eben nicht da. Was bleibt, ist eine einerseits düstere, andererseits auch humorvolle, mal eben nicht alltägliche Krimi-Odyssee, deren Ende doch sehr klischeehaft und voraussehbar ist. Schade! 65 Grad!

01.11.2012 17:26:55
Krimitante

literarisch hochwertig (bis auf die peinlichen übersetzungsstellen kan.franz. ins deutsche...). ziemlich eigenwillige charaktere. witzige, kluge dialoge. schräge, nette kleinigkeiten. aber eine story bei der vieles nicht zusammenpasst und die doch ziemlich "gewollt" ist. das war mein zweiter vargas-versuch. ich war schon nach dem ersten skeptisch. und lasse es bleiben. was nicht heisst, dass das ein schlechtes buch ist. es ist einfach nicht "meins.

19.11.2010 20:58:29
detno

Durch Realismus zeichnet sich dieser Krimi nicht aus.

Aber erwartet das jemand von Kommissar Adamsberg und seiner Brigade? Oder gar von den Mitstreitern im Hintergrund, zum Beispiel der genialen Josette, einer alten Dame mit Kostüm und Turnschuhen, die als Hackerin alle "Wohn- und Geschäftsräume" besuchen kann.

Das Werk ist sehr spannend aufgebaut und bleibt auch bis zur letzten Zeile fesselnd.

Letztlich die Sprache. Nach einigen derben, ja zum Teil schon extrem vulgären Krimis endlich wieder ein Buch, dessen Sprache mich begeistert.

Als Hörbuchfan muss ich an dieser Stelle auch klar sagen, dass die Bücher von Fred Vargas allemal besser sind als die jeweiligen Hörbücher.

95° für den selbst gejagten Jäger Adamsberg und dem Dreizack.

27.07.2010 14:02:39
Samoa

Wie bei Vargas üblich, so bevölkert auch diesmal ausnehmend
schrulliges Personal die intelligent konstruierte Krimihandlung.
Einziger Wermutstropfen: die reichlich verhunzte Übersetzung der franko-kanadischen Passagen.

Sieht man darüber hinweg, so durchliest und durchleidet man mit dem realitätsfernen "Wolkenschaufler Adamsberg" ein unlösbar scheinendes Rätsel um einen Serienmörder und wird dabei immer wieder Zeuge völlig abstrus wirkender Dialoge, die an skurrilem Humor kaum zu überbieten sind.

Vargas zeichnet ihre liebenswert-absonderlichen Charaktere mit einer beispiellosen Leichtigkeit, in einer unnachahmlich charmanten, launig-verspielten Sprache, gepaart mit einem ausgesucht eigenwilligen, bizarr anmutenden Humor, eingebettet in eine spannend-gefällige Rahmenhandlung.

Am Ende des verblüffend-genial gelösten Falles blieb nur eine Frage offen: Wie mag es wohl dem verliebten Eichhörnchen ergangen sein?

\'Le Monde\' schrieb einmal sinngemäss: Vargas ist Magie. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer - 98°!

18.02.2010 13:25:23
Jo

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, ich habe es mit 95 Grad bewertet. Die Handlung ist originell, und Adamsberg sowieso ein absolutes Highlight. Einige phantasievolle Abschweifungen machen den Roman nur interessanter, ich will ja keinen Polizeibericht lesen. Solange die Handlung und ihre Auflösung einigermaßen plausibel sind, bin ich zufrieden.

22.05.2009 20:06:26
JaneM.

Ein guter Vargas, aber aus meiner Sicht nicht das Highlight. Wieder charmante, herrlich skurille Charaktere; nette liebeswürdige Kleinigkeiten am Rande (das Eichhörnchen vom Dienst mit Liebeskummer) und eine etwas andere Krimihandlung. Allerdings war diese Krimihandlung für meinen Geschmack diesmal etwas zu verquer. Ich möchte auch gar nicht zu sehr ins Detail gehen, weil ich ansonsten zuviel verraten würde. Aber oft hat Vargas die bizarren Ideen und Handlungswindungen übertrieben. Orginalität muss nicht um jeden Preis sein. Etwas weniger wäre mehr gewesen.

08.05.2009 15:47:04
mylo

Es war mein dritter Vargas-Roman und ich war an sich wieder gut unterhalten. Eine etwas ungewöhnlich konstruierte Geschichte, aber mit interessanten Wendungen. Die Übersetzungen von Scheffel haben sich besser gelesen, das Kanadisch-französische war gewöhnungsbedürftig übersetzt.
Tat aber insgesamt dem Buch keinen so großen Abbruch.
Gebe dem Lesevergnügen 75 Punkte.

04.05.2009 22:24:39
killbill

Das war mein erster Roman von Fred Vargas, es hat Spaß gemacht ihn zu lesen!
Kurzweilig, interessant, humorvoll, menschlich und mal was anderes! Die Übersetzung kann ich nicht beurteilen, aber einige kleine Holprigkeiten in der Sprache sind schon vorhanden. Skurile, muffelige Kommisare gibt es ja zu Hauf, aber wo findet man einen alleinerziehenden Ermittler von 5 Kindern?! (Danglard).
Herrlich!

15.09.2008 17:45:10
7blu

sehr konstuierter Plot, der die Geschichte zwar spannend aber am Ende nicht sonderlich plausibel macht. Die Mahjong-Auflösung ist ein Witz! Das Motiv des Dreizacks unglaubwürdig. Irritierender Stil, der das Lesen nicht einfacher macht. Zwischendrin unnötige Längen, dann am Ende vieles auf zu wenigen Seiten. M. E. insgesamt überbewertet

28.08.2008 14:13:22
deva

ich bin sehr froh, dass mein gefühl hier bestätigt wird. von mehreren seiten wurde mir fred vargas empfohlen, und ich habe mit dem "der vierzehnte stein" begonnen.
ich war irritiert und entsetzt über den stil, der mich dermaßen störte, dass ich der geschichte nicht mit genuss folgen konnte. eigentlich dachte ich, das wäre damit auch mein letzter vargas-roman geworden, aber ich werde mir dann wohl doch noch einen von tobias scheffel übersetzten zu gemüte führen.

04.08.2008 16:21:51
Ray

Nachdem ich im Urlaub "Fliehe weit und schnell " entdeckt und genossen hatte, habe ich nun auch die anderen Adamsberg-Krimis durch und bin speziell bei diesem sehr enttäuscht von der Übersetzung. Auch wenn ich das "französische" und das kanadische Franzosisch nur eingeschränkt verstehe (meine Eltern lebten 15 Jahre in der Provinz Quebec, sowohl in Montreal als auch auf dem "Lande")...warum muß man das SO übersetzen? Während einige Worte (carosse = Kutsche/Karre = Auto) prima passen, hat man meist das Gefühl, die Übersetzerin denkt sich für die Kanadier ein Phantasiedeutsch aus. Dabei wäre es sicherlich leicht gewesen, dem Kultur"gefälle" durch "ungehobelteres" Deutsch eine Entsprechung zu geben.

Schade, so wurden die kanadischen Teile doch ziemlich "unlesbar" für mich. Inwiefern auch die anderen Teile des Originals von Frau Vargas unter der Übersetzung gelitten haben, vermag ich nicht recht zu beurteilen. Die Story fand ich ähnlich spannend wie in den anderen Büchern, Highlights wie den Dialog zwischen Camille und Danglard über Gottes Leistungen, als er sie schuf (aus Fliehe weit und schnell) habe ich leider vermisst...

27.07.2008 16:10:36
Federfrau

Adamsberg muss sich nicht nur mit Mordfällen auseinandersetzen, die für alle anderen längst aufgeklärt sind, schlimmer noch ist die Auferstehung eines alten Schreckens und die Unsicherheit, ob nicht auch im eigenen Innern ein Monster verborgen ist.
Fred Vargas schafft es in diesem Roman nicht nur, einen Serienmörder zu entlarven, sondern auch die innere Veränderung, die im Verlaufe der Handlung bei Adamsberg stattfindet, in wunderbaren Bildern dazustellen.
Dazu kommen liebevoll beschriebene Charaktere und witzige Dialoge - was wünscht man sich mehr?

Ob die Übersetzung des kanadischen französich gelungen ist, kann wohl nur jemand beurteilen, der alle drei Sprachen beherrscht ( also deutsch, französisch und kanadisches französich ) - auf alle Fälle löst die für "Mutterlands" Franzosen oft unverständliche Sprache auch dort häufig Heiterkeitsanfälle aus.

11.06.2008 08:49:04
CG

Nach meiner Meinung noch einen Tick besser als "Fliehe weit und schnell". Der Grund: Die Erfahrung über den persönlichen Hintergrund Adamsberg und seine "Obsession" zu diesem Fall. Ein typischer Vargas und ein typischer "tiefergehender" Adamsberg. Zu guter Letzt: Ein Hoch auf das Eichhörnchen.

13.04.2008 11:57:00
Taoyuan

Kurz gesagt: Ein hervorragendes Buch in einer grausamen Übersetzung.

Dem "kongeniale Übersetzung des Franko-Kanadischen" kann ich nun gar nicht zustimmen. Ich habe versucht, mich durch dieses wirre Gebilde einer Fantasiesprache durchzukämpfen, habe aber schließlich alle Kapitel, in denen Kanadier ihren "typischen kandisch-deutschen Dialekt" sprechen übersprungen.

Auch der Rest war inhaltlich faszinierend, sprachlich eher mangelhaft. Wortschöpfungen wie "gorckeln" oder "verschlinzt", die anscheinend zum normalen Wortschatz in Paris gehören, die misslungenen Dialektpassagen der Pariser, die eher an Berlinerisch erinnern, falsche Übersetzungen (Department Bas-Rhin als Niederrhein übersetzt, Lietenant Mordent wurde innerhalb von zwei Tagen zum Commandante Mordent...) und nicht zuletzt schlichtweg schlechter Schreibstil (oft bin ich an Sätzen hängen geblieben und musste mich fragen, was damit jetzt gemeint ist) haben den Lesespass gründlich verdorben.

Schade, dass der Aufbau-Verlag aus rein finanziellen Gründen den ursprünglichen Übersetzer der Vargas-Romane vor die Tür gesetzt und durch eine unerfahrene Übersetzerin ersetzt hat, die wohl als höchste Qualifikation den Vorteil mitbringt, sich nicht über das angebotene Übersetzungshonorar zu beschweren...

Ich überlege ernsthaft, mein Französisch wieder aufzufrischen, denn Frau Schoch wird anscheinend weiterhin Vargas übersetzen, und das muss ich mir nicht noch mal antun.

31.03.2008 18:10:11
Taennsche

vielleicht nicht Vargas` bester Roman und dennoch, gerade auf Grund der philosofischen Ansätze wieder ein empfehlenswertes Buch dieser Autorin. Der Schluß ist zwar tatsächlich ein wenig zu harmonisch gehalten, lässt aber dennoch das Interesse an weiteren Adamsbergs nicht abflauen.

05.03.2008 18:39:08
Rolf.P

Fred Vargas schafft es auch in diesem Roman, den Leser in eine Welt zu entführen, die von überzeugend unkonventionellen Figuren bevölkert ist.
Wie die Autorin mit der Sprache spielt und welch schräge Figuren sie dafür als Transporteure hernimmt - einfach nur faszinierend. Vargas lässt mystische und realistische Komponenten zusammenfließen, um sie am Ende wieder fein säuberlich voneinander zu trennen.
Alles in allem also ein spannender und unwiderstehlicher Roman.

22.02.2008 16:46:05
Herr Lazaro

Lange habe ich mich gewundert, was mich an "Der vierzehnte Stein" stört. Irgendwas ist nicht so wie ich es nach der Lektüre aller vorher erschienenen Vargas Krimis erwartet hätte, irgendwie kommt trotz des guten Plots und der schrägen Typen nicht die Magie Vargas auf. Irgendwas fehlt oder ist anders, aber ich kann es nicht benennen.

Ich bin erst darauf gekommen als ich die Sammlung "Die schwarzen Wasser der Seine" las, drei kurze Pariser Kriminalfälle mit Kommissar Adamsberg und Danglard. Als ich dort die dritte Geschichte las, fragte ich ich mich, ob diese überhaupt von der gleichen Autorin stammt, so sehr weichen sprachlicher Ausdruck, Wortwahl und Stil von den vorigen beiden Geschichten ab. Ein Blick auf die Angaben zu den Übersetzern macht auch deutlich woran das liegt: Die beiden ersten Geschichten wurden von Tobias Scheffel übersetzt, die dritte von Julia Schoch.

Und genau darin besteht auch der Unterschied beim vierzehnten Stein gegenüber seinen Vorgängern: Während letztgenannte allesamt vom Tobias Scheffel ins Deutsche übertragen wurde, hat der Verlag hier erstmals Frau Schoch mit der Übersetzung beauftragt. Leider gelingt es Julia Schoch nicht, den spezifischen Wahnsinn der Vargasschen Geschichten mit der gleichen fast schon irrlichtenen Leichtigkeit Ausdruck zu geben. Die Sprache ist allzu einfach, die Dialoge viel zu umgangssprachlich, als dass es gelingt, den kompletten Sprung in der Schüssel, der ja alle Figuren von Fred Vargas auszeichnet, als völlig normal und selbstverständlich erscheinen zu lassen. Die Dialoge kommen unerwartet platt und banal herüber. Damit leidet die ganze Geschichte und kann zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd den selbstverständlichen und alltäglichen Irrsinn der vorigen Titel Vargas erreichen. Schade eigentlich.

18.02.2008 09:16:49
Andreas nestler

grundsätzlich super plot.der schluss ist ein wenig zu sehr flach. gut haben mir die philosophischen betrachtungen gefallen und vor allem der "wolkenschaufler" - as always trotzdem nicht das beste buch von vargas

21.10.2007 12:10:03
Jochem

dies ist mein erster Vargas-Krimi, der Stil hat mir sehr gut gefallen. Ich kann bei den bisherigen Kommentaren die Standpunkte der Wertung verstehen, scheinbar polarisiert diese Art der Erzählung. Letztendlich beeindruckte mich die Logik und Verwobenheit der Erzählung, auch die leichte Art des Erzählens. Im Resume fand ich das Buch empfehlenswert

19.10.2007 12:26:00
guido

ich bin ebenfalls von den socken über die hohe bewertung für diesen bestenfalls durchschnittlichen schmöker.

adamsberg wird lange zeit durch die handlung geschleppt wie ein sack nasser kartoffeln und die episoden haben nur teilweise den schwung, den ich schon in "fliehe weit und schnell" geniessen durfte.

zwischendurch hatte ich den eindruck, dass selbst die meisterin vom egogesummse des adamberg genervt ist. das ist schade, denn gerade mit adamsberg hat sie einen originellen charakter geschaffen. im "14. stein" ist er jedenfalls nur eine nebenfigur und die handlung ist sehr bemüht aufgebaut und auch die logik lässt neben den typischen vargas "einstellungen" arg zu wünschen übrig.

die "kanadischen" episoden und dialoge fand ich wenig heiter, eher erschreckend wie die deutsche sprache verhunzt wurde !
erinnerte sehr an asterix comics.

03.06.2007 13:23:03
Volker

Mein sechster Vargas und wie immer
grossartig! Mit welchem Einfallsreichtum und sprachlicher Raffinesse die Autorin
sowohl Figuren als auch Story zu einem
letztendlich schlüssigen Ganzen fügt ist
schon einamlig.Sicherlich bietet das Buch
für jemanden der etwas finden will auch
Kritikpunkte(man erkennt Adamsberg ge-
genüber den vorherigen Werken nicht so
recht wieder;viele Punkte der Handlung
erscheinen zwar möglich und logisch aber
nicht wirklich wahrscheinlich -aber das ist
nun einmal ein Wesenszug fast aller Kri-
mis),jedoch schmälert das keineswegs
das ungeheure Lesevergnügen!
Wieder einmal ein Vargas der sich
kurz durch die Worte SPANNEND-
AMÜSANT-PHANASIEVOLL-INTELLIGENTl
kennzeichen lässt !

23.05.2007 22:19:42
ANDREA

... Ich kann die gute Bewertung dieses Buches überhaupt nicht nachvollziehen. Die Idee hinter der Story war ganz nett, das Buch aber total langweilig geschrieben. Ohne jegliche Spannung, das Ende war auch nicht sonderlich berauschend. Das war das erste Buch, bei dem ich mich richtig durchgequält habe. Schade!! Weitere Bücher von Fred Vargas kommen für mich überhaupt nicht in Frage!!!

06.05.2007 15:47:07
nike

fred vargas hat meiner meinung nach mit dem vierzehnten stein den höhepunkt ihrer schöpfung erreicht, was komplexität, einfallsreichtum, humor angeht.
ich empfehle, die werke in der reihe zu lesen (auch nachträglich), in der madame vargas sie geschrieben hat.
ich habe auf 100 punkte bewertet, für einen absolut gelungenen krimi.

17.04.2007 22:17:59
Torsten H.

Vargs und Adamsberg haben es wieder einmal geschafft mich völlig in ihren Bann zu ziehen. Die fast schon poetische Beschreibung der Personen und Situationen macht das Lesen zum Genuss. Der Plot ist gut in die Biographie Adamsbergs eingewoben und bei aller Unwahrscheinlichkeit immer spannend. Man sollte aber " Fliehe weit und schnell" vorher gelesen haben. Das erleichtert die Gewöhnung an die Personen. Auf jeden Fall ist dies Buch ein Muß für Liebhaber von Kriminal-Literatur mit Betonung auf dem zweiten Teil des Wortes.

16.04.2007 16:22:27
Corinna

Ich bin ein wenig enttäuscht von dem Buch - es hat einfach nicht diese besondere Athmosphäre der anderen. Aber ich denke, es ist o.k. wenn ein Buch dann auch mal nicht superklasse ist - hat trotzdem Spass gemacht es zu lesen.
Aber man sollte mit diesem Buch NICHT anfangen Vargas zu lesen- ich bin aber eh immer dafür die Bücher mit wiederholenden Protagonisten in der zeitlichen Reihenfolge zu lesen. Vor allem eben auch die, die neben der Krimihandlung noch eine "private " haben.Ich habe jetzt leider auch schon alle von ihr gelesen und vor dem Neuen habe ich wegen der neuen Übersetzerin, von der ich noch nichts gutes gelesen habe, jetzt ein wenig Bammel...
Aber die anderen sind einfach GRANDIOS!!!

07.04.2007 09:10:14
Anneliese Bannass

Ich habe mit dem "Vierzehnten Stein" angefangen und seither bin ich süchtig nach Fred Vargas. Es ist unmöglich, den Gang der Geschichte vorherzusehen. Es bleibt unglaublich spannend, bis zum Schluß. Ich habe für den "Vierzehnten Stein" einen Sonntag und die darauffolgende Nacht gebraucht. Der darauf folgende Arbeitstag war nicht so besonders.

27.02.2007 01:14:00
Anja S.

Das hier ist ein sehr guter und sehr typischer Krimi von Fred Vargas, witzig, spannend, intelligent. Mein absoluter Liebling ist jedoch der Vorgaenger "Fliehe weit und schnell".

26.02.2007 22:12:12
Gerd Fuselbach

Ich kann die positiven Anmerkungen für dieses Buch überhaupt nicht teilen. Teilweise habe ich mich zwingen müssen, diesen Schwachsinn weiterzulesen. Die lächerlichen Mundart-Zitate und die total überzeichneten Akteure - schauderhaft. Wenn ich bisher geglaubt hatte, "Police Academy" sei an Blödheit nicht zu überbieten, dann bin ich durch dieses Buch eines besseren belehrt worden.
Schade, um das gute Papier...

12.02.2007 19:05:44
Diana

Kann die gute Berwertung überhaupt nicht nachvollziehen. Die Idee hinter der Story war ganz gut, das Buch aber sowas von langweilig geschrieben. Ohne jegliche Spannung, das Ende war auch nicht sonderlich berauschend. Das war das erste Buch, bei dem ich mich richtig durchgequält habe und ich habe schon sehr viele Bücher gelesen. Schade, werde wohl kein Buch mehr von Fred Vargas lesen

02.01.2007 16:35:41
Daniel

Dies ist ein gut geschriebens, spannendes,
doch leider kein sehr spannendes Buch
geworden. Die Protagonisten haben mir
wesentlich besser gefallen als die immernoch gute Story.Von mir gibts 80%
Grüsse Daniel

01.01.2007 15:44:03
Jensemann

ich bin verzweifelt! Fred Vargas schreibt langsamer, als ich lesen kann!. In den letzten 7 Monaten habe ich fast alle Vargas- Bücher gelesen (es fehlt noch das "Erstlingswerk" mit schwachen Rezensionen und das Neueste) und kann einfach nicht genug bekommen. Auch wenn die Story des Werkes manchmal etwas dünn erscheint, vorhersehbar ist und sicherlich nicht immer logisch: es ist wieder eine gemeinsame Reise mit den bekannten Protagonisten der Schriftstellerin. Für "Vargas- Anfänger" sicherlich nicht als Einstieg zu empfehlen, da ist "die schöne Diva..." oder "es geht noch ein Zug..." besser geeignet. Für Kenner aber ist das Buch sicherlich eine spannende und kurzweilige Unterhaltung. Einziger echter Wermutstropfen: ein wirklich schwacher Versuch, das Franko- Kanadische ins Deutsche zu transferieren. Hätte man besser einfach weggelassen.

27.09.2006 15:48:26
Maureen Simone Lutz

Das ist einer der besten Fred Vargas Krimis. Das Dilemma Adambergs und die Aufarbeitung einiger Dinge seiner Kindheit einfach genial.Wie gesagt bei einbruch der Nacht ist mein Lieblingsbuch wegen der sagenhaften Charaktere des Schäfers und Solimans aber das kommt gleich danach.

24.09.2006 21:19:36
Volker

Aus meiner Sicht ein gutes, aber kein überragendes Buch - und mit Sicherheit nicht das beste Werk von Vargas. Was ich gelungen finde, sind die charmant-schrulligen Charaktere, die gewitzten Dialoge und orginelle Grundidee der Geschichte. Nicht gefallen hat mir zum einen die Übersetzung des franko-kanadischen Dialekts. Das ist natürlich schwer zu lösen, doch die hier angebotene Lösung wirkt auf mich schwerfällig und unbeholfen. Zum anderen muss ich der Krimi-Couch-Rezension widersprechen. Zugunsten der Originalität hinsichtlich Story und Figuren wurde die Schlüssigkeit der Geschichte vernachlässigt - schade. Insgesamt trotzdem ein gutes und spannendes Buch.

31.07.2006 14:54:49
Ramona

Es ist immer wieder traurig, bei der letzten Seite eines Krimis von Fred Vargas anzugelangen, zu vertraut sind einem die feinsinnig beobachteten Figuren mit ihren menschlichen Höhen & Tiefen im Laufe der Geschichte geworden, man war mittendrin in oft skurrilen Situationen des spannenden Geschehens und erneut heißt es, geduldig auf das nächste Werk von ihr zu warten...
Das für mich persönlich Reizvolle beim "Vierzehnten Stein" war, daß ich auf topografischen Spuren der eigenen Biografie wandeln konnte. Danke Fred!
P.S.: Schiltigheim ist ein Vorort von Straßburg, Departement Bas-Rhin (Niederrhein).

06.06.2006 18:32:33
krimimimi

Mein Rekord!!! Noch schneller als "Sakrileg" habe ich das Neueste von Frau Vargas gelesen, 1 1/2 Tage. Was war ich traurig, als es zuende war. Der Schreibstil der Französin ist so erfrischend, vor allem die goldigen Ausdrücke der Kanadier! Zur Spannung, zum Humor, bekommt man sogar noch einen Touch Philosophie...und das auf so unterhaltsame Weise. Ich bin echt begeistert. Von mir diesmal todsichere 100° !!!

20.05.2006 13:07:26
Bernhard Rücker

Dieses Buch ist für mich, dem es schwer fällt, Bücher zu lesen, derartig gut geschrieben, dass ich es eigentlich überall hin mitgenommen habe um die Spannung die es bietet aufrecht zu erhalten.
Ich habe bisher alle Bücher von Fred Vargas gelesen und bin begeistert, sodass ich gierig
auf Ihr nächstes Werk bin.

11.09.2005 14:38:42
Dagmar

Also, gleich vorweg: Ich habe "Der vierzehnte Stein" als einziges Werk von Vargas noch nicht gelesen, da ich auf die Taschenbuchausgabe warte oder eine Möglichkeit, es bei Buchticket de. im Tausch zu erhalten, aber ich habe kürzlich beim Deutschlandfunk etwa Interessantes gehört:
Der bisherige Übersetzer der Vargas Krimis soll vom Verlag entlassen worden sein, weil sein Übersetzungsstil ihrem Werk angeblich nicht gerecht werde. Dabei soll er für diese Leistung gleichzeitig einen Preis erhalten haben. (Es geht wohl um seine Geldforderungen, die dem Aufbauverlag zu hoch waren.) Inzwischen sollen sich schon Leser beklagt haben, die bei dem neuen Übersetzer den gewohnten Stil vermisst haben. Ist das einem Leser hier schon aufgefallen, dass der Stil sich geändert hat? Das würde mich sehr interessieren. Übrigens hat mir "Die Diva..." bisher am besten gefallen.

31.08.2005 13:10:07
NICI

Also ich fand das Buch nicht so atemberaubend gut!die ersten 200 Seiten waren interessant zu lesen aber, es war nicht einaml ein wenig spannung dabei!und im mittelteil wurde es sogar vorhersehbar!für mich zumindest!aber auch ab da wird es besser!die spannung steigt und man kann auch mit Adamsberg mitfiebern!Der Schluss war auch nicht schlecht!Im Großen und Ganzen kein schlechtes Buch, aber ich würde es nicht weiterempfehlen.

06.08.2005 16:08:12
ingrida

Nicht erschrecken: Nachdem ich meine bittersüße Lesermeinung zur schönen Diva von Saint-Jacques auch jetzt noch auf der Krimi-Couch, und nicht irgendwo im Archiv abgelegt, nachlesen kann, gebe ich hier ausdrücklich ein dickes Lob für "Der vierzehnte Stein" ab. Rundum gelungen, Spannung und Rätsellösungen, die nicht immer auf der Hand liegen, präzise Beschreibung der Charaktere, Wortspiele und besonders die Namensbedeutungen, wie z. B. Adamsberg oder Fulgence. Für eine Sache brauchte ich noch eine Erklärung: Der Ort Schiltigheim liegt im Departement Niederrhein?

24.06.2005 10:48:34
b_kerber

vargas geht immer mehr weg von ihrem lockeren schreistil, der ihre bücher so einzigartig gemacht hat. als ob sie inzwischen einen kurs in kreativen schreiben absolviert hätte. was früher einfache, nachvollziehbare und witzige dialoge waren sind nun nie enden wollende gedankengänge. es ist nicht mehr ersichtlich wer was sagt oder denkt da alle die selbe sprache sprechen. die feinen unterschieder in ihrer herkunft und ihrer lebensart sind nicht mehr erkennbar. nach "bei einbruch der nacht", das meiner meinung nach ihr bestes buch ist, gibt es einen bruch in ihrem schreibstil. adamsberg der sich in gedanken und worten immer minimalistisch gehalten hat wird zum philosphen, was ihm nicht allzugut steht. er verliert sich in einer gedankenwelt der er nicht gewachsen ist. all ihre figuren verlieren an liebenswürdigkeit da sie eine sprache sprechen die sie nicht beherrschen und die aufgezwungen wirkt.
waren es früher ihre kleinen feinen figuren der unterschicht die mit wenigen einfachen worten die welt erklärt haben so philosophiert sie nun ohne wirklich was zu sagen. man hat das gefühl, sie verstehen ihre eigenen worte die man sie zu benutzen zwingt, nicht mehr.


vargas hat sich in ihren anfängen einfach auf ihr gefühl verlassen und das war gut so. ich vermisse ihre figure und deren gespräche die ich in "der vierzehnte stein" und "fliehe weit und schnell" nicht mehr zu finden sind.

07.05.2005 19:23:31
Monika

Vargas lässt mich nicht los. Auch in diesem neuen Krimi lässt ihr ungewöhnlicher, fesselnder Schreibstil manch an den Haaren herbei gezogene Wege und Wendungen in der Geschichte verzeihen. (Nicht nur) Kommissar Adamsberg wird förmlich zum Leben erweckt und gibt mir als Leserin das Gefühl, mitten drin zu stecken. Es ist ein purer Genuss, Vargas zu lesen; die Auflösung des Falles wird schon fast zur (schönen) Nebensache .

25.04.2005 12:52:30
Pascal

Und wieder ist es Fred Vargas gelungen ein wunderbares Buch zu schreiben.

Ich möchte meine Meinung zu diesem Buch nicht wirklich äussern. Beate Schmid hat es treffend beschrieben. Der Leser sollte sich bei Vargas Büchern frei von anderen Meinungen ein Bild machen.

94°

12.04.2005 12:50:07
Beate Schmid

Komissar Adamsberg - menschlich wie nie, gefühlvoll wie nie, verzweifelt wie nie!
In diesem Werk stellt sich Adamsberg den Wurzeln seiner Verzweiflung und taucht ein in seine düstersten Tiefen. Teilweise melancholisch wie Wallander, teilweise desillusioniert wie Canardo, behält er dabei aber doch seine bezwingende, verführerische Art. Trotz der bedrückenden Story sprüht auch dieser Roman von französischem Esprit und Leichtigkeit. Mit einem Augenzwinkern karikiert Vargas den Dialekt der Frankokanadier, porträtiert sie die Nebenfiguren, die wie immer bei Vargas ihre ganz eigenen, skurrilen Persönlichkeiten haben. Allerdings hätte sie ein bisschen sorgfältiger in ihrem eigenen Werk lesen sollen: einige Fakten aus den früheren Adamsberg - Geschichten werden hier ins Gegenteil verkehrt. Ein Roman, der sich ansonsten volendet in die Adamsberg - Serie einfügt, den man aber auch gut als Einzelwerk lesen kann. Insgesamt ein Vargas wie man ihn sich wünscht. Mehr davon!