Fliehe weit und schnell

Erschienen: Januar 2003

Bibliographische Angaben

  • Paris: Viviane Hamy, 2001, Titel: 'Pars vite et reviens tard', Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 2003, Seiten: 399, Übersetzt: Tobias Scheffel

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Peter Kümmel
Vargas braucht keinen Vergleich mit großen Namen zu scheuen

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jul 2003

Es dauert eine ganze Weile, bis Fred Vargas zur Sache kommt. Zunächst einmal erzählt sie über den ehemaligen Fischer Joss Le Guern. Nachdem er mit einem maroden Kahn Schiffbruch erlitt, bei dem mehrere Seeleute ums Leben kamen, musste er wegen Körperverletzung für neun Monate ins Gefängnis, weil er seine berechtigte Wut am Reeder ausgelassen hatte. Danach schlug er sich mit verschiedenen Jobs durchs Leben, bis ihm bei einer seiner Sauftouren sein Ururgroßvater erschien, der Nachrichtenausrufer gewesen war. Nach einem längeren fiktiven Dialog mit diesem wurde Joss klar, dass sich auch in der heutigen Zeit mit diesem Beruf durchaus noch Geld verdienen lässt. So stellt er auf einem Platz in Paris einen Kasten auf, in den Nachrichten aller Art zusammen mit fünf Franc eingeworfen werden können. Dreimal täglich verliest Joss dann die Nachrichten. Da werden Katzen zum Verkauf angeboten, Liebesbotschaften übermittelt, Tischlerarbeiten angepriesen, über den Fleischer geschimpft oder was auch immer den Leuten am Herzen liegt. Das Publikum wird gut unterhalten und für Joss springt ein ordentlicher Verdienst dabei heraus.

Seit einiger Zeit hat Joss jedoch einige "spezielle" Nachrichten zu verlesen. Merkwürdige Botschaften, teilweise in altertümlicher Sprache oder mit Latein durchsetzt, die keiner so recht versteht. Nur Joss' Nachbar Decambrais, den Joss schon in Verdacht hatte, diese Nachrichten selbst zu verbreiten, zeigt sich interessiert daran. Dessen Meinung nach versucht jemand, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass die Pest wieder in Frankreich Einzug halten wird.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Danach lässt die Autorin zwei alte Bekannte miteinander philosophieren. Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg und dessen Mitarbeiter Danglard, die wir bereits aus "Es geht noch eine Zug von der Gare du Nord" kennen. Adamsberg wird von einer Frau aufgesucht, die eine ungewöhnliche Beobachtung gemacht hat: fast alle Türen ihres Hauses sind mit einer seitenverkehrten "4" gekennzeichnet worden. Sie macht sich Sorgen, dass dies ein Verrückter getan haben könnte, der vielleicht zurückkommen wird. Adamsberg misst dem keine große Bedeutung bei und versucht die Frau zu beruhigen. Erst, als nach ein paar Tagen in einem anderen Stadtteil in weiteren Häusern die Türen derart gekennzeichnet werden, wird er hellhörig. Und nun kommen weitere alte Bekannte ins Spiel: die drei Evangelisten, die unter anderem bereits in "Der untröstliche Witwer von Montparnasse" ihren Auftritt hatten, ihres Zeichens Historiker. Von Marc erfährt Adamsberg, dass es sich bei dem Zeichen um ein Abwehrzeichen gegen die Pest handelt. Im Mittelalter malten die Leute dieses Zeichen auf ihre Türen, um von der Krankheit verschont zu bleiben.

Ein Drittel des Buches ist bereits vorüber, als der Krimi endlich an Fahrt gewinnt. Ein Toter wird gefunden in einem Haus, dessen Türen die beschriebene Kennzeichnung aufwiesen. Alle Türen außer der des Opfers. Und der Tote weist schwarze Flecke auf. Die Untersuchung ergibt zwar, dass der Mann erwürgt wurde und die Flecken mit Holzkohle angebracht wurden, doch glaubt die Bevölkerung, was sie glauben will und fürchtet sich vor einer bevorstehenden Pestepidemie.

Von allzu viel Realismus sind die Krimis von Fred Vargas ja gemeinhin nicht geprägt, dafür besitzt die Autorin sehr viel Fantasie und versucht, den gesponnenen Gedanken logisch fortzuführen, was ihr meist auch gut gelingt. Der Plot ist wie immer bis ins kleinste genau konstruiert. Und Adamsberg kennen wir bereits als einen Polizeibeamten, der seine Fälle nicht gerade mit allzu viel Logik löst, sondern völlig unkonventionell und eher durch Intuition. In eine neue Abteilung versetzt hat er jedoch dieses Mal vor allem damit zu tun, sich die Namen seiner Mitarbeiter einzuprägen, was sich so langsam zum "Running Gag" der Story entwickelt. Obwohl er selber private Probleme hat, versucht er die Ruhe und die Übersicht zu behalten, was ihm nicht immer gelingt.

 

"Die ganze Stadt weiß Bescheid, Kommissar, die Leute haben Schiß, immer mehr Türen tragen eine Vier. Wir wissen nicht mehr, wo uns der Kopf steht."

"Versuchen Sie nicht mehr, herauszufindet, wo Ihnen der Kopf steht. Lassen Sie sich treiben."

"Ach so, gut, Kommissar."

 

Wie immer leben die Romane von Fred Vargas von den Milieuschilderungen, einem außergewöhnlichen Plot und vor allem von ihren skurrilen Figuren, die sie ausgezeichnet darstellt, und deren verquere Dialoge man gebannt verfolgt. Schräger Humor wechselt mit ernsten Szenen und philosophischen Betrachtungen ab. Auch die historischen Informationen über die Pest waren für mich größtenteils unbekannt. Mit relativ einfachen Mitteln baut die Autorin in der zweiten Hälfte ihres Romans eine kontinuierliche Spannung auf. Dafür sorgt auch schon die Idee, die Menschen mit einer ihrer Urängste zu konfrontieren, nämlich dem Ausbruch einer tödlichen Seuche. Die Auflösung aber ist schließlich viel banaler, als es uns die Autorin zuvor glauben machen wollte.

Vargas schreibt ungewöhnlich, besonders und lässt sich nicht in eine Schublade einordnen

Die Romane der französischen Archäologinin sind sicher nicht leicht zu übersetzen. Daß dies jedoch hervorragend gelungen ist, lässt sich an den deutlichen Formulierungen gut erkennen. Fred Vargas beweist hier wie gewohnt, dass ihre schriftstellerischen Qualitäten keine Vergleiche mit großen Namen zu scheuen brauchen.

Die Werke von Fred Vargas zählen eher zu den besonderen, zu den ungewöhnlichen Krimis und lassen sich nicht in irgendeine Sparte einordnen. Mit "Fliehe weit und schnell" hat sie wieder einen erstklassigen Roman vorgelegt, der gewisse Ähnlichkeiten mit ihrem Buch "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord" aufweist, diesen aber wegen des komplexeren Aufbaus noch übertrifft.

Fliehe weit und schnell

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Letzte Kommentare:
12.03.2016 23:17:38
Ilse Haberleitner

Mein erster Vargas-Krimi. Anfangs empfand ich den Roman als mühsam, langweilig, schwerfällig. Die Pest-Idee erschien mir gar so an den Haaren herbeigezogen. Nach etwa 150 Seiten wurde es zunehmend spannender, es kam Action auf und auch der Kommissar und sein Adlatus gewannen meine Sympathie. Es hatte sich gelohnt, das Buch fertig gelesen zu haben, aber weiterempfehlen würde ich es nur mit Einschränkungen. Sicher nicht jedermanns Sache. Trotzdem mindestens noch einen Roman dieser Autorin werde ich versuchen.

20.05.2014 09:42:55
jenvo82

Die Geschichte an sich ist spannend, weil sie die Schrecken einer mittelalterlichen Krankheit als moderne Tötungsmethode thematisiert. Die Umsetzung lässt allerdings zu wünschen übrig: der Schreibstil ist sonderbar fast gewöhnungsbedürftig und der ermittelnde Hauptkommissar eine verschrobene Persönlichkeit mit zahlreichen Macken aber andererseits mit einer schier untrüglichen Intuition. Die ersten zwei Drittel des Buches lesen sich schleppend, man könnte es ebenso gut bei Seite legen. Erst nachdem der mutmaßliche Täter in U-Haft sitzt, kommt Bewegung in die Handlung. Auf wundersame Weise wird es nun doch noch ein guter Kriminalroman, wenn auch kein Meisterwerk. Dies war mein erstes Buch der Autorin, ein zweites werde ich noch lesen, um mir ein genaueres Bild zu machen.

25.04.2014 15:14:15
Claudia

Dies war mein erster Fred Vargas-Roman.
Er wird immer und überall nur gelobt. Die Roman-Idee ist toll, das Ende unerwartet. Von daher verdient der Roman eine positive Kritik.
Die Sprache/Übersetzung ist eine Kastastrophe. Schwer zu lesen, vieles wird nicht verdeutlich.
Ob ich noch weitere Roman von Fred Varags lese, ist im Augenblick eher negativ zu beurteilen.

27.11.2012 10:42:11
helene

Das erste Mal, dass ich für einen (Kriminal-)roman 100% vergeben habe. Mittlerweile habe ich alle Fred Vargas Romane gelesen aber keiner hat mich so in den Bann gezogen wie dieser und keines ihrer Bücher habe ich so oft empfohlen oder verschenkt.
Fred Vargas ist für mich in diesem Roman auf dem Höhepunkt ihrer Erzählkunst, sie erzeugt magische und zugleich zeitlose Bilder - der Ausrufer ist nur eines davon.
Leider - und diese Bemerkung kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen - verflacht ihre Ikonographie in den letzen beiden Romanen zusehends. Vielleicht sollte sie mal wieder die drei Evangelisten zu Wort kommen lassen, Adamsberg und sind langsam zu klischeehaft.

26.09.2012 21:13:25
Volker Busch

In meinen 1. Vargas habe ich mich intensiv einlesen müssen, um die Stimmung und das Flair zu verstehen, die diesen Roman umgeben.
Dann habe ich genossen, Seite um Seite.
Die Dialoge sind herrlich verschroben und pointiert, die Handlung aussergewöhnlich, die handelnden Personen liebenwürdig und wunderlich in ihren Taten zugleich.
Wer sich geduldig in diese Szenerie begibt, wird nicht enttäuscht werden und ein besonderes, ein schönes Buch erleben.

21.09.2012 14:21:54
wolf

Zugegeben, Adamsberg und Danglard: Archetypen. Aber auch wieder nicht, jedenfalls nicht als Kriminalkommissare.Die Pest: Satre lässt grüssen. Aber Eben! Zeitlos. Der Ausrufer, Herrrlich!, und alle restlichen Charaktere sind sehr gut durchgezeichnet.Ja, zum Ende wirkt es etwas zusammengeschustert, aber die Verwirrung im Vordergrund schmälert nicht den Genuss des Lesens (und nicht das Motiv des Täters).
Wunderbar finde ich auch die Durchmischung oder Widerkehr anderer Figuren aus vorangegangenen Geschichten.Mein zweiter Roman von Madame, aber ich bin Ihr verfallen.
PS.: ich hoffe, Christiane34 wohnt weit weg von mir.

11.06.2012 13:31:45
Amica65

‚Fliehe weit und schnell‘ war der erste Roman, den ich von Fred Vargas gelesen habe.
Ich war von Anfang an fasziniert von der wunderbar poetischen Sprache, der unerschöpflichen Phantasie der Autorin, dem Fundus an Skurrilitäten, den verschrobenen aber immer liebenswert gezeichneten Charakteren und nicht zuletzt dem Humor, der oft in den schrägen Dialogen aufblitzt.
Allen Voran Kommissar Adamsberg, ein egozentrischer Kauz, der anstatt logisch und nüchtern eher intuitiv, leidenschaftlich und aus dem Bauch ermittelt.
Originell fand ich die Idee, die Infektion mit einer tödlichen Seuche aus dem Mittelalter, also die Pest, ins Paris des 21. Jahrhundert zu transportieren und damit auch die einhergehende Panik und die menschlichen Urängste zu thematisieren. Daraus ergibt sich eine ungeheure spannende Story mit einem fantastisch konstruiertem Plot. Wenn man sich auf das ‚Vargas-Universum‘ einlässt, entwickelt das Buch bis zum überraschenden, doch einigermaßen überzeugendem Schluss einen Sog.
Fern ab vom Mainstream hat Vargas hier einen herrlich unkonventionellen Krimi geschaffen. Man liebt sie oder kann damit nichts angefangen.

02.08.2010 09:04:20
John67

Ich habe mir das Buch nicht wie Martina aus reiner Verzweifelung sondern aufgrund nicht vorhandener Literatur für eine Reise in der Bahnhofsbuchhandlung gekauft.
Bis die Story richtig in Gang kommt, vergehen leider sehr viele Seiten. Wer den französichen Krimi mag ist hier sicherlich gut bedient mit einem "landestypischen" Polizeiteam und einem passenden Hintergrund. Ein logischer Ablauf und sprachlich auch mal anders, was auch interessant ist.
Da wir über Frankreich sprechen, möchte ich meine Berurteilung auch mit einem Rotwein vergleichen: guter Geschmack, aber es bleibt nichts kleben.
Vielleicht mal wieder F. Vergas, aber kein muss.

07.03.2010 23:45:46
Martina Fraatz

Ich habe aus lauter Verzweiflung dieses Buch gekauft, da ich schon lange nichts keinen guten Krimi mehr gelesen habe. Fliehe weit und schnell habe ich gestern nacht in einem Rutsch durchgelesen, dieses Buch kann man wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Die schrägen Charaktere der dargestellten Personen sind absolut mein Fall. Der nächste Vargas- vorhin noch erstanden, liegt schon auf meinem Nachttisch, und ich hoffe, ich komme heute Nacht trotzdem zum Schlafen :-)

19.02.2010 22:53:40
Tempe

Dies war mein erstes Buch von Fred Vragas und es wird nicht mein letztes sein.
Der Stil ist aussergewöhnlich und geschmacksache, wer es mag der hat glück der andere findet es zeitverschwendung.
Ich für meinen teil habe das Buch als sehr gelungen empfunden, vor allem der Komissar und seine Art haben mich sofort in den Bann gezogen.
Mein Fazit: Fred Vragas muss man probieren, entweder es schmeckt einem oder eben nicht! :))

30.01.2010 21:06:34
Christiane34

Da wird dies Buch nun so hoch gelobt und ich weiß einfach nicht warum.
Vor kurzem habe ich gelesen, den Stil von Vargas liebt man oder man haßt ihn. Ich gehöre dann wohl zu der zweiten Gruppe.
Zwar hat Vargas mit Komisar Adamsberg eine ganz interessante Figur erschaffen, aber so ganz wirklich ist sie mir nicht vorgekommen.
Der ganze Roman erschien mir eher wie eine Ansammlung merkwürdiger Charaktere als wie ein Krimi. Zumal auch noch ein Geist ein Rolle zu spielen schien.
Gut, von Zeit zu Zeit finde ich Gespenstergeschichten ganz gut, aber wenn ich eine lesen will dann kaufe ich mir keinen Krimi.
Es kann sein das meine Abneigung gegen dieses Buch auch daran liegt das ich kein großer Fan von Paris bin, wo die Story sich abspielt. Aber im allgemeinen ist das zweitrangig.
Aber wie gut das Geschmäcker sich unterscheiden.
Ob ich es noch mal mit einem Buch von Frau Vargas versuche weiß ich noch nicht.
Denn dieses hat so gar nicht meinen Geschmack getroffen.

23.09.2009 17:14:51
ChateauRobert

So hoch gelobt + Deutscher Krimipreis 2004 (Platz 1!)

Was für Vorschlußlorbeeren - und welche Entäuschung - wie lange nicht.

Aus dem Reich der Fantasy. Nie und nimmer jemals ralistisch das auch nur annähernd ein solch hahnebüchender Unsinn (zudem noch mäßig unterhaltsam) Realität werden könnte. Eher steht Dracula aus seiner Kiste auf und beißt die gute Archäologin Fred (Frederique) in die rechte Hand.

01.08.2009 22:51:05
Alexandra

Zugegeben, die Idee mit der "Pest" ist originell, die ersten beiden Drittel des Romans sind spannend zu lesen.
Doch als dann immer mehr Familie des Verdächtigen Damas ins Spiel kommt, wurde mein Lesegenuß arg getrübt.
Ich hatte den Eindruck, daß das Konzept im letzten Teil des Buches nicht ganz durchdacht war. Das Motiv zu den Morden konnte nicht überzeugend dargestellt werden.

17.05.2009 22:11:35
mylo

Also ich war wieder mal begeistert von diesem Vargas, nicht mein erster und auch nicht mein letzter. Da ich fast alle Bücher gebraucht erstehe, schaffe ich leider nicht immer die chronologische Reihenfolge, aber das tut bei Vargas nicht unbedingt am Lesegenuss stören.
Diese Idee mit der Seuche unserer Vorfahren und die sich daraus ergebende ungeheure spannende Story - einfach genial.
Und die besondere Charaktere, wie der Berater, der Ausrufer - (wusste gar nicht das es so etwas gab bzw. gibt?)

Einfach gut und durchaus mal 90 Punkte wert.

17.02.2009 21:58:33
Dickie_Greenleaf

Wieso schreibt Rezensent Peter Kümmel, dass Fred Vargas keinen Vergleich mit großen Namen zu scheuen braucht? Das ist deutlich untertrieben. Für mich gibt es kaum jemanden, der an den großen Namen der Vargas heran reicht.
Endlich mal eine richtige Schriftstellerin zwischen all den Krimiautoren, die beweist, dass ein Krimi nicht ohne Poesie auskommen muss.

27.06.2008 02:01:27
Rolf.P

Fred Vargas thematisiert in ihrem Roman eine der stets aktuellen menschlichen Urängste, nämlich der Infektion mit einer tödlichen Seuche. Dabei bedient sie sich nicht einer der neuzeitlichen Seuchen, sondern verfrachtet die mittelalterliche „Geißel der Menschheit", die Pest, ins Paris des 21. Jahrhunderts. Die damit einhergehende Panik wird vom sogenannten Pestbereiter mit voller Absicht geschürt.
Gibt es sie wirklich, die Pest im ausgehenden 20. Jahrhundert? Rund um diese Frage hat Fred Vargas (wieder einmal) einen unheimlich spannenden Krimi mit viel Paris-Atmosphäre und wunderbaren, manchmal aber auch kaputten Typen konstruiert, in dessen Zentrum total Kommissar Jean-Baptiste Adelsberg steht.
Seine Erfolge ergeben sich nicht aus der Anwendung strenger Logik und nüchterner Schlussfolgerungen - sondern er geht intuitiv, leidenschaftlich und unkonventionell vor. Dabei zieht ihn dieser Fall so sehr in die tiefen menschlicher Abgründe, dass er zeitweise die Orientierung verliert.
Es sind die kauzigen Charaktere, die knappe, treffende Sprache, das lustige Augenzwinkern, das zwischen jeder Zeile blitzt, und die Liebe und Wärme, mit der Vargas ihre Figuren beschreibt.
Die vielen für die Handlung wichtigen Personen werden sehr farbig und auch plastisch-menschlich beschrieben, keiner ist ein Superheld oder Erzbösewicht, alle agieren glaubwürdig. Die Handlung braucht deshalb keine Schiessereien oder Gemetzel, um große Spannung zu erzeugen.
Man hat Mitgefühl für die Akteure, von denen die Autorin keinen in eine Schublade steckt, in jedem Kopf kann Schreckliches verborgen sein.

Ein Buch, welches mit Hochgenuss gelesen werden kann. Vargas ist ein Genie! Ich kann dieses Buch jedem Krimi Fan empfehlen ebenso wie allen die eigentlich Krimis nicht mögen, ein Vargas zu lesen ist mehr als nur ein Krimi.

15.06.2008 19:05:57
koepper

Ein guter Roman. Vargas erzählt eine ungewöhnliche Geschichte. Die ersten 120 Seiten sind nicht als Krimi zu erkennen. Aber das macht nicht. Die Geschiche vom Ausrufer ist einfach orginell, wie das ganze Buch. Für mich hat nicht unbedingt die Spannung überzeugt, sondern der wirklich gute Schreibstil von Vargas.
Ich werde mehr von ihr lesen.

11.06.2008 08:42:16
CG

Vargas Stärke ist Ihr unkonventioneller Schreibstill mit liebevoll gezeicheichneten Charakteren. Der Plot zu "Fliehe weit und schnell" ist darüber hinaus originell und erzeugt eine Spannung des "Wissen wollens". Keine Schockeffekte oder aufgeregt platzierten Reize stören den Lesefluss hin zur Auflösung. Soviel Hintersinn, Eigenwille und Originalität findet sich selten und machten den Leser zum Vargas Fan.

25.03.2008 14:42:43
Taennsche

wunderbarer Krimi, der zu den spannenden von Fred Vargas zählt. Herrliche Charaktere und dieses unvergleiche Flair, das die Autorin einzufangen weiß machen diesen Roman zu etwas ganz Besonderem!

09.12.2007 19:35:18
Swen Piper

Fred Vargas hoch gelobter Roman – sie erhielt u.a. für „Fliehe weit und schell“ den deutschen Krimipreis – lässt mich etwas ratlos zurück. Die Grundidee des Romans ist außergewöhnlich bis genial, der Plot ist gut durchdacht und Vargas zeichnet mit ihrem großen literarischen Potential wunderbare Charaktere, aber leider gelingt es ihr kaum Spannung zu erzeugen.

16.10.2007 08:46:49
guido

mein 1. vargas und für mich eine unglaubliche erfahrung - erzählmagie pur und das in einem krimi !


ihre sprache, die ungewöhnlichen charaktere, ihre phantasievollen, stimmungsgeladenen studien, eingebundenen in einen gut kalkulierten plot, verleihen diesem krimi einen fluidum, befreit vom gewöhnlichen whodunit.

btw: vargas steht für sich selbst und von daher ist sie unvergleichlich und passt in keine schublade..

20.09.2007 20:46:48
marcot

Ein berauschendes Buch. Herrlich geschrieben, schön in der Erzählweise und in den Spannungsbögen. Wirklich empfehlenswert. Sehr,sehr gut. 100 %...Unbedingt lesen.

19.08.2007 13:43:24
Krimi-Tante

Ein erstaunliches Buch. Das erste Drittel eher ein Roman mit interessant gezeichneten Charakteren, das zweite Drittel eine Kriminalgeschichte und ab dem dritten Drittel nimmt die Geschichte eine rasante Fahrt auf mit einem spannenden Schluss. Ich kann mich nicht anschließen, dass das Ende nicht gefällt. Ich fand insbesondere die Auflösung besonders spannend - wie alles miteinander verwoben ist, was zuvor aufgebaut wurde.
Fazit: ein gutes Buch.
Auch wenn ich Adamsberg mittendrin bei dem, was er Camille angetan hat, eine ordentliche Tracht Prügel hätte geben können. Männer halt.

08.08.2007 22:26:37
volker braun

Bin wieder einmal begeistert n einem
Vargas-Roman!
Viele höchst originelle Ideen (Der Aus-
rufer, die Pest, oder die Dialoge mit
dem verstorbenen Urahn) machen
auch dieses Werk wieder zu einem
wahren Vergnügen.
Über die für Vargas typische Art
Charaktere zu entwerfen und
Dialoge zwischen aberwitzig,philo-
sophisch und einfach amüsant zu
stricken muss man ohnenhin nicht mehr
viel sagen.
Dass diese Buch trotzdem nicht zu
meinen Lieblings-Vargas gehört liegt
an der etwas banalen Auflösung durch
die die vielen guten Ideen und das
geheimnisvoll angelegte Rätsel um
die 'Speziellen' Nachrichten und die
mysteriösen Türaufschriften ziemlich
verpuffen und den Leser ein wenig
unzufrieden zurücklassen.

19.06.2007 08:52:46
Krimifan

Das war mein 1. Krimi von Fred Vargas, und es wird sicher nicht der letzte sein. Mir gefällt ihr eigenwilliger Stil, ihre glaubhaften Charakterzeichnungen und die Tatsache, daß die Krimihandlung zwar im Mittelpunkt steht, man aber so nebenbei noch einiges an geschichtlichen Details und französischem Lokalcolorit mitbekommt. Auch, daß man nicht nach den ersten Seiten weiß, wohin die Reise geht, sondern sich ein bißchen einlesen muß, ist im Gegensatz zu anderen 08/15-Krimis erfrischend. Klare Leseempfehlung meinerseits!

03.02.2007 10:32:19
Corinna

Ich bin absolut begeistert!
Dieses Buch habe ich gerade zu verschlungen und konnte nicht erwarten, wie es weitergeht.
Ich finde die Personen so realistisch dargestellt, dass ich mich beim Ausrufen wirklich auf dem Platz wiedergefunden habe.

Ein tolles Thema, dass einen tollen Werdegang hat und mit einer guten Auflösung endet!!!

16.01.2007 11:09:17
Jakob Benedikt

Nicht alle Vargas Krimis halten das zu erwartende Niveau. Fliehe weit und schnell bietet aber von allem was man als anspruchsvoller Leser erwartet etwas. Die einzelnen Charaktere werden sehr pointiert dargestellt und bald steht der Leser selbst auf dem kleinen französischem Platz und lauscht dem "Ausrufer" bei seinen täglichen Neuigkeiten aus dem Viertel.

Auch die Idee, die Pestepedemien zum Thema zu machen, steigert die Spannung in diesem Buch - hier werden längst vergessene Ängste aus vergangenen Jahrhunderten neu geschürt und geschickt in die heutige Zeit adaptiert.

Leider, wie so oft und nicht nur bei Vargas, ist die Auflösung unschlüssig, unglaubwürdig - hunderte Seiten von bedrucktem Papier auf denen erstklassig ein Spannungsbogen aufgebaut wird, klappen in sich zusammen. Dies ist aber im Großen und Ganzen verzeihlich

06.01.2007 18:15:28
Natalie1202

Bei diesem Buch macht lesen doch wirklich spaß... Einfach nur klasse. Habe bereits "der vierzehnte Stein" gelesen, aber dieses Buch hat meine Begeisterung noch gesteigert.

02.01.2007 19:16:17
kristine

Ach, ich fand es einfach wieder wunderbar, Fred Vargas zu lesen!!
Und - als Kommentar zu Hans Jakob Schaetzke: ich liebe diese überschäumende Phantasie und bin ihr sehr dankbar, dass sie ihr nur selten Zügel anlegt! Genau das macht für mich ihren Charme aus - sie fliegt, sie schwimmt, sie tanzt, sie brennt und dazwischen schweigt sie, und all das mit einer Liebe, die über das so genannte Skurrile schmunzeln lässt, mit den so normalen Schatten, die ja wohl jeder & jedem mal leuchten...das würde vielleicht bei einer Konzentration auf die "eigentliche" Handlung verloren gehen. Gradlinige Klarheit ist etwas sehr Wichtiges und Angenehmes - aber eben auch nur eine Seite einer Geschichte. Und davon gibt es ja schon genug.
Mir jedenfalls hat Fred Vargas mit ihren Krimis, in den mir auch nicht die Spannung fehlt, schon viele Impulse geschenkt, die mit Leichtigkeit, Wärme und Gelassenheit zu tun haben. Merci beaucoup!

27.09.2006 15:45:36
Maureen Simone Lutz

Adamsberg ist ein ganz eigener Charakter auch dieses Buch gehört zu meinen absoluten Lieblingen. IIch habe nun schon von verschiedenen Seiten gehört das sie erst in der mitte des Buches in Fahrt kommt.Ich liebe es von der ersten Seite an.Wie sie zuerst die verschiedenen Menschen beschreibt dieser Ausrufer der mit seinem toten Grossvater spricht und die Diskussionen von Adamsberg und Danglard einfach gut.

09.06.2006 20:39:25
Conny Carmichael

An diesem Roman haben mich die Figuren um den Plot herum am meisten begeistert.
Das eigentliche Verbrechen war für mich zweitrangig, das tat aber meiner Lust am Lesen keinen Abbruch . Adamsberg ist einfach liebenswert, dabei schreibt Vargas mit einer zurückhaltenden Eleganz über ihn , die ihn niemals penetrant werden lässt.
Desweiteren sind die eingepflegten historischen Infos interessant und die urigen Gestalten um Adamsberg herum halten das ganze am Laufen .
Wer Spannung , Thrill und Nervenkitzel sucht ist hier falsch , wer Humor, Lokalcolorit und intelligente witzige Dialoge mag darf gerne zugreifen .

20.05.2006 17:31:16
Anja S.

Das hier ist ein hoechst origineller, witziger, spannend geschriebener Krimi mit wunderbar schraegen Typen. Einer der besten Krimis des letzten Jahres!!!

15.03.2006 12:58:33
Hans Jakob Schaetzke

Ich teile die Begeisterung anderer Leser nicht. Die Autorin hat sich nicht
e i n e n, sondern mindestens fünf verschiedne Romane ausgedacht und miteinander verflochten, z.B. "Der bretonische Fischer" , "Die magischen Vieren", "Der seltsame Herr Adamsberg", "Die Flöhe" usw. Irgendwann scheint sie das Interesse an einem Plot zu verlieren und fängt einen neuen an. Plötzlich hört man auch nichts mehr von dem, zugegeben : liebevoll und skurril geschilderten Personal der anderen Plots. Das führt zu vielen Brüchen und senkt die Spannung auf ein für Krimis nicht hinnehmbares Maß. Fred Vargas sollte ihrer überschäumendenn Phantasie Zügel anlegen - zugunsten einer größeren Konzentration auf die eigentliche Handlung.

20.11.2005 16:27:16
A-bella

Wunderbar!
Ich bi zufällig auf Vargas gestoßen und dieses Buch finde ich phantastisch! Die Personen sind so liebenswert dargestellt, der Komissar ist sowas wie ein Bruder von Brunetti, den finde ich total sympathisch und der Fall ist der beste, den ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Ich werde Vargas weiterlesen, freu mich, dass ich ihre Bücher für mich entdeckt habe

15.11.2005 17:56:28
Julia

Ich musste dieses Buch als Referatsthema lesen und dachte mir zuerst: Naja, dann kann es ja nicht besonders gut sein! Anfangs sah ich mich in diesem Verdacht auch bestätigt und legte das Buch nach ca. 50 Seiten gelangweilt weg. Als es dann mit der Zeit knapp wurde, musst e ich ja dann gezwungenermaßen weiterlesen und war wirklich sehr erstaunt darüber, was dieses Buch am Ende noch zu bieten hatte. Ab Seite 150 fängt es an richtig spannend zu werden, da man auch die beiden getrennten Handlungen zueinander finden. Also ein richtig gutes und spannendes Buch, das zwar auf den ersten Seiten langweilig wirkt, aber der Schluss entschädigt alles.

22.09.2005 18:05:50
Andreas

Als kleiner Junge habe ich noch miterlebt, wie der Gemeindediener am Tag nach der Gemeinderatssitzung mit einer Schelle durchs Dorf lief. Erst klingelte er mit seiner Schelle, dann rief er: "Bekannt...machung!" Dann verlas er die Gemeinderatsbeschlüsse etc. Das ist erst ca. 40 Jahre her ... !
Ich habe das Buch auf Französisch gelesen. Die ersten 20 Seiten waren schwer, aber dann ging es wie geschmiert. Ich habe mich köstlich dabei amüsiert. Es hat mich überhaupt nicht gestört, dass das Buch erst nach vielen Seiten zum Krimi wurde. Die Typen, die Szenerie, die Dialoge - zu witzig, sehr menschlich und sehr liebenswert. Und ganz nebenbei lernt man Einiges über die Geschichte der Pest. Der Plot lässt sicherlich zu wünschen übrig, aber ich finde das Buch trotzdem klasse. Zugegeben, so ganz fürchterlich spannend ist es nicht unbedingt. Ich werde mir die deutsche Übersetzung für meinen Sohn besorgen und bin gespannt, wie die Geschichte auf deutsch rüber kommt.

21.07.2005 15:42:56
Wesemann,R.

Besonders zu betonen ist das allmähliche " Einkreisen" des Falles durch die ausführliche Vorgeschichte um den Seemann Joss Le Guern und die Charakterbeschreibung der Figuren, die sich tagtäglich um den Ausrufer scharen. So werden "blind traces" gelegt, die die Spannung des Romans ausmachen, aber ihn auch aus dem Rahmen des Krimis zum sozialkritischen Roman hervorheben.

08.07.2005 20:49:05
Torsten Heymann

Der beste Krimi, den ich in den letzten Monaten gelesen habe. Die skurilen Typen sind hervorragend gezeichnet und teilweise so sympathisch, dass sich man sich auf ein Glas Wein zu ihnen setzen möchte. Leichter Punktabzug bei der vielleicht zu abstrusen Auflösung. Ich wünsche mir auch für meine Stadt einen Ausrufer!!

03.06.2005 17:04:24
Lilly

Das Buch ist echt klasse! Zuerst wollte ich es auf Französisch lesen, als mir das aber nach einigen Seiten zu kompliziert wurde und ich zu lange gebraucht habe, habe ich es mir auf deustch gekauft und bin total begeistert. Vielleicht schaffe ich das auf französisch ja noch! :-)

21.03.2005 22:18:25
Christian Elixmann

In meiner Meinung bin ich ein wenig geteilt, obwohl die positiven Eindrücke deutlich überwiegen. Geschickt inszenierte Geschichte, sehr interessante Charaktere und Dialoge und die Pest als Mordwaffe – das ist klasse Idee, unkoventionell und wirklich schon vieles, was einen guten Krimi ausmacht.

Leider ist, wie schon so oft erwähnt, die Auflösung ein wenig weit hergeholt und unglaubwürdig. Auch die absolut knisternde Spannung will sich nicht richtig einstellen. Aber ansonsten würde ich gerne mehr von Adamsberg, Danglard und insbesondere den Bretonen lesen – weiter so.

21.03.2005 14:15:39
Lummele

Auf Fred Vargas bin ich erst durch Krimicouch aufmerksam geworden. In kürzester Zeit habe ich jetzt 2 ihrer Bücher gelesen und bin bereits Feuer und Flamme. Die irrwitzigen Stories und die liebevoll skurilen Charaktere habe ich sofort ins Herz geschlossen. Und trotz den vielen "Schmunzelmomenten" kommt die Spannung auch nicht zu kurz.
Vargas? - find ich gut!

02.12.2004 18:34:51
Martin Scheib

Sabine hat recht, aber weißgott nur in einem Punkt: die Auflösung ist ein wenig aufgesetzt. Das Phänomenale an diesem Buch jedoch hat sie glatt übersehen: es ist egal, es macht nichts aus, wie es am Ende ausgeht. Bei "Fliehe weit und schnell" ist es ebenso wie beim ebenbürtigen "Bei Einbruch der Nacht": Man ist Fred Vargas eher böse, daß das Buch schon zuende ist. Hier gilt eindeutig: der Weg ist das Ziel.
Fazit: Ich lese gerne Kriminalromane. Ich lese viele Kriminalromane. Ich habe selten einen derart originellen Kriminalroman gelesen.

26.11.2004 18:46:50
Ulrich

Als ich den Eingangstext dieser Krimi-Couch - Seite las, nahm ich an, ich müsste mindestens die erste Hälfte des Buches diagonal lesen bis es interessant oder spannend wird. Aber nichts da. Keine Langeweile, kein überflüssiger Firlefanz.-
Ich mag sonst von Frauen geschriebene Bücher überhaupt nicht. habe es öfter versucht mit den Büchern meiner eigenen Frau, bei der es umgekehrt ist. Aber hier ist das für mich ein Phänomen, kein einziges Buch von F.Vargas nicht nach 20 Seiten weggelegt zu haben. Entweder man (frau) hat\'s oder nicht.- Auch wenn der Roman in der Neuzeit spielen soll, wirkt er atmosphärisch wie zu Zeiten der echten Pest-Epidemien. Keine Handys, kein Computer, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, und keine Schägereien, wo ich nicht nachvollziehen kann, wie der \'Held\' danach überhaupt noch kriechen kann. Meine persönliche Meinung:echt lesenswert!

11.11.2004 16:09:55
Christian

Ich fand das Buch klasse. Hatte bis zu dem Buche lange nicht mehr gelesen. Zufällig dieses Buch im Handel erwischt und es verschlungen.
Die Charaktere, im Leben Looser aber auf individuelle Art genial, die Dialoge, witzig, irrsinnig , einfach unglaublich. Ich denke die Bücher von Fred Vargas werden nicht jedem gefallen. Ich konnte nicht davon ablassen und habe nach diesem alle anderen gelesen. Einfach genial diese Fred Vargas.

16.10.2004 10:52:17
Pascal

Weiss gar nicht wirklich wie ich mich ausdrücken soll.

Die Charaktere und vorallem die Dialoge sind göttlich. Witzig, zum Teil völlig irrsinnig - menschlich.

Die Story zieht sich und wird erst bei ca. Seite 250 spannend (von 400 Seiten). Die Auflösung mit der verwandtschaftlichen Verschachtelung fand ich aber doch zu weit hergeholt.

"Diesbezüglich" aber dennoch mal ein anderer Krimi, der Spass macht.

06.10.2004 14:19:43
Georg

Nach vielen skandinavischen Krimis (Mankell, Nesser, Edwardson u.a.), die fast garantiert ein gewisses Niveau halten, fiel mir "Fliehe weit und schnell" in die Hände und ich muß sagen: Ein ganz hervorragendes Buch. Besonders die Koketterie mit der Mittelalter- und Mystikmode und die sanfte Ironie derselben, bringt hier Überraschung und gefiel mir sehr gut.

30.08.2004 09:42:20
Sabine

Schade, eine interessante Idee wird völlig idiotisch aufgelöst. Habe selten einen derart an den Haaren herbeigezogenen Plot gelesen. Auch die angeblich "liebevolle Milieuschilderung" etc. fand ich in erster Linie prätentiös und naiv. Mein zweiter und letzter Versuch mit Fred Vargas!

16.08.2004 16:56:27
Apfelpflücker

Ein Buch mit so interessanten Charakteren habe ich schon lange nicht mehr gelesen! Trotz des langgezogenen Anfangs bleibt es spannend bis zum Schluss!
Sehr beeindruckt hat mich auch die Wahl des Bösewichts, den man im Laufe der Geschichte eigentlich immer mehr gernhat.
Fred Vargas - mit nichts zu vergleichen!