Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

  • Paris: Hermé, 1991, Titel: 'L'Homme aux cercles bleus', Seiten: 235, Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 2000, Seiten: 212, Übersetzt: Tobias Scheffel
  • Berlin: Aufbau, 2003, Seiten: 212

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Peter Kümmel
Man liebt den Schreibstil von Vargas, oder man hasst ihn

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jun 2003

Entweder man liebt den Schreibstil von Fred Vargas oder man hasst ihn. Denn ihre Dialoge sind schon sehr gewöhnungsbedürftig. Beispiele gefällig?

 

"Eine brave, dicke Frau, die nicht im Verdacht irgeneiner Verworfenheit steht, die zu ihrer Ermordung hätte führen können."

 

Oder:

 

"Eines Tages hat mir ein Hai beim Tauchen ins Bein gebissen."

"Gut, das dürfte nicht schön sein."

"Was vermissen Sie am stärksten, wenn Sie nicht mehr sehen können?"

"Ihre Fragen bringen mich um. Wir werden doch nicht den ganzen Tag von Löwen und Haien und häßlichen Viechern reden."

"Nein, sicherlich nicht."

"Ich vermisse die Mädchen. Das ist ziemlich banal."

"Sind die Mädchen nach der Geschichte mit der Löwin abgehauen?"

"Sieht so aus. Sie haben mir noch nicht gesagt, warum Sie diese Frau verfolgt haben?"

"Ohne Grund. Ich verfolge eine Menge Leute, wissen Sie. Ich kann nichts dagegen machen."

 

Doch nicht nur ihre Dialoge, auch ihre Ideen lassen sich am besten mit dem Begriff skurril bezeichnen.

Eigentlich ist es ja kein Verbrechen, was sich nachts in verschiedenen Arondissements von Paris abspielt. Blaue Kreidekreise finden sich auf den Bürgersteigen, etwa zwei Meter im Durchmesser. Und immer liegt ein Gegenstand inmitten des Kreises. Mittlerweile haben sich schon über sechzig dieser mysteriösen Kreise gefunden. Und das, was sich in den Kreisen findet, reicht von Kronkorken, Ohrringen, Lammknochen und Batterien über Coladosen, Kugelschreiber, Kerzen und Hundehaufen bis hin zu Büchern, Vanillejoghurt oder einem Fleck Erbrochenem. Das Merkwürdigste an den Kreisen jedoch ist der Text, der sich um jeden der Kreise herum geschrieben findet: "Victor, sieh dich vor, was treibst du jetzt noch vor dem Tor?"

Passend dazu hat die Autorin natürlich auch ihre faszinierenden Charaktere geschaffen:

Kommisar Jean-Baptiste Adamsberg, vor kurzen aus einem Pyrenäendorf nach Paris gekommen, ist ein wenig langsam und hat Erfolg mit ungewöhnliche Methoden. Denn er kann die Bosheit in den gesichtern der Menschen erkennen.

Sein Mitarbeiter Danglard, alleinerziehender Vater von fünf Kindern, darunter zwei Zwillingspärchen, ist nachmittags nicht mehr für diffizile Aufgaben zu gebrauchen, denn ab zwei Uhr spricht er vermehrt dem Wein zu.

Mathilde Forestier, eine bekannte Meereskundlerin, teilt die Woche in drei Phasen ein und verfolgt relativ uninspiriert die verschiedensten Leute.

Charles Reyer, Zyniker, seit einem Unfall blind, streitsüchtig, von Mathilde gefunden, verloren und wiedergefunden.

Clémence Valmont, eine ältere Frau, wohnt und arbeitet bei Mathilde, und verbringt ihr Leben damit, auf Kontaktanzeigen zu antworten.

Alle diese Figuren sind natürlich herrlich überzeichnet, doch sind sie überzeugend dargestellt und fügen sich nahtlos in die Handlung ein. Adamsberg ist überzeugt, dass die Gegenstände in den Kreisen wachsen werden. So findet sich dann bald eine tote Katze, und für den Kommissar ist es nur noch eine Frage der zeit, bis man auch einen toten Menschen finden wird. Und er sollte recht behalten: in einem der Kreise liegt eine Frau mit aufgeschlitzter Kehle. Mathilde behauptet, sie hätte den Mann, der die Kreise zeichnet, bereits mehrfach verfolgt und bietet Adamsberg ihre Hilfe an, ihn zu finden.

Der Roman mit dem für die Handlung unpassenden Titel "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord" ist mein zweiter Vargas-Krimi und konnte mich nicht so überzeugen wie "Der untröstliche Witwer von Montparnasse". Denn die Geschichte wirkt doch allzu konstruiert. Zwar wird zum Schluß wieder alles schön logisch aufgebaut, doch vermisse ich diesmal die vielen falschen Fährten, die die Autorin so schön aufbauen kann, und auch die plötzlichen Wendungen sind hier nicht so zahlreich vertreten. Im Bereich Spannung reicht es diemal nur für ein "durchschnittlich".

Vielleicht hätte ich das Buch eben nicht in Phase 2 lesen sollen. Denn:

 

"Wenn man genau hinsieht, dann sieht man in Phase 1 mehr ernsthafte Überraschungen. [...] Man interessiert sich für etwas. [...] Phase 2: Man findet nicht das gerinste, man lernt null, Lächerlichkeit des Lebens und Co. In Phase 2 gibt es ziemlich viel irgendwas mit irgendwem, und man trinkt nicht gerade wenig, während Phase 1 erheblich wichtiger ist, ganz klar."

 

Vargas schreibt auf jeden Fall keine 08/15-Krimis und ihre Bücher entbehren nicht eines gewissen Anspruchs. Der Reiz liegt vor allem in den Dialogen und dem doch oft recht unerwarteten Geschehen.

Der unpassendste Satz des ganzen Buches steht auf dem rückseitigen Umschlag. P.S., Zürich wird zitiert: "Wer Donna Leon liebt, wird Fred Vargas vergöttern." Wie man auf eine solch unsinnige Behauptung kommen kann, ist mir unverständlich, denn Leon und Vargas sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht.

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Letzte Kommentare:
17.09.2018 23:20:32
Manfred Kern

Ich habe mir das Hörbuch mit Hannelore Hoger angetan, die es meisterhaft vorgetragen hat. Dennoch hatte ich große Schwierigkeiten dem verworrenen und abstrusen Geschehen zu folgen, musste Vieles nochmals nachhören. Gegen Schluss wird es dermaßen konstruiert unglaubwürdig, dass mir die Zeit leid getan hat, die ich mit den ersten 3 CD´s vergeudet hatte. Es ist immer wieder ärgerlich, wenn sich ein Autor immer mehr in Unwahrscheinlichkeiten verstrickt und zum Schluss noch schnell eine idiotische Auflösung des Falles präsentiert.

28.01.2018 01:24:06
Remus

Fred Vargas hat ganz offenbar noch geübt, als sie diesen Erstling schrieb. Man kann ihr dabei zusehen, wie sie die Handlungselemente und den unnachahmlichen Vargas-Ton erfindet, die sie in späteren Büchern variiert (und leider auch mitunter übertreibt).
Vergesst die abstruse, Edgar-Wallace-hafte Auflösung — die schrullig-poetischen Figuren und Dialoge sind die Zeit wert, vor allem in der grandiosen Lesung von Hannelore Hoger!

Bei Fred Vargas höre ich im Hintergrund förmlich das Akkordeon von Yann Tiersen. Es ist ein wenig wie „Die Fabelhafte Welt der Fred Vargas“, und wer sowas nicht mag, braucht Vargas gar nicht anzufangen.

09.08.2016 19:37:40
annelis

eigentlich lese ich schon lange keine Krimis mehr; zu einfach gestrickt die fälle, zu brutal auch oft, zu öde und langatmig
( z.b. donna leon, v-a- der letzte, gähn!)
nun aber habe ich diese sommer alle fred vargas Krimis gelesen, in denen adamsberg die fälle löst. bin völlig begeistert von dieser Autorin,
ich kann es nicht so genau beschreiben, aber es geht ein sog von diesen büchern aus, man schlüpft richtig in diese Dialoge rein und staunt über die exakten Recherchen.
immer wieder gibt's was zum lernen, sei es über die frz revolutoion( Fallbeil) oder über geschichte allgemein, der clevere und blitzgescheite danglard nimmt einem mit und ich habe schon oft dinge gegoogelt, die im buch vorkamen,
total anregend!
wenn man früher sagte, Simenon hätte die maigret Figuren mit leben und viel Charakter gefüllt , kann man das auch für fred vargas sagen:
ihre menschen sind einem vertraut mit der zeit, erstaunen einem aber doch immer wieder. es gibt keine clichés, keine faden und langweiligen Passagen, alles hat unheimlich drive und ist klug durchdacht
kann es nur empfehlen: man muss sie nicht der reihe nach lesen, es sind alle gut, aber am besten gefielen mit "der vierzehtnte stein" und "fliehe weit und schnell"

04.03.2016 20:11:18
A81

Wer ein Buch von F. Vargas in die Hand nimmt, sollte sich klar sein, dass sie Französin ist, und als solche mit großer Sorgfalt zum Detail schreibt. Ohne Hast leuchtet sie Charaktere aus, gibt so Erläuterungen zu Gedankengängen und Handlungsweisen der Akteure. Hierfür bedient sie sich einer raffinierten Wortwahl. Der Spannungsbogen nimmt langsam Gestalt an. Dafür bleibt der Leser von falschen Fährten, vorhersehbaren Desastern und unschlüssigen Ermittlungsfortschritten verschont. Die Figur des Kommissars Adamsberg stößt in diesem Buch auf eine ebenso fassettenreiche Persönlichkeit wie er selbst es ist, die Meeresbiologin Mathilde. Wer Adamsberg mag, aber nicht die Geduld aufbringt, sollte zum Hörbuch greifen. Hannelore Hoger als Sprecherin trifft jede Nuance von Vargas Intentionen.

27.11.2015 20:35:37
Tina Korte

Ich hätte jetzt mal eine Frage an alle, die dieses Buch gelesen haben.
Was ist eigentlich mit dem Geruch nach faulen Äpfeln?
Entweder habe ich es nicht gepeilt, oder es wurde tatsächlich nicht aufgeklärt. Ansonsten hat mich das Buch -wie auch die Nach des Zorns und Fliehe weit und schnell- sehr eingenommen.
Adamsberg - ich liebe ihn!!
Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.

24.07.2014 11:49:20
Benw15

Dieses war mein "2. Vargas" und er hat mir gut gefallen. Ich habe dieses Buch nach der "3. Jungfrau" gelesen, welches mir ehrlich gesagt besser gefallen hat als "Es geht noch ein Zug...".
Dennoch, das Buch lebt von seiner "Leichtigkeit im Erzählstil" bzw. seinen skurrilen Charakteren. Vielleicht ist die Entlarvung des Täters ein wenig vorhersehbar gestaltet, vielmehr geht es jedoch eher darum, WIE der Täter die Polizei "hinters Licht geführt hat". Und diese Auflösung ist zwar bezogen auf die Täterperson nicht allzu überraschend, aber doch eher bezogen auf die Frage, warum und wie der Täter das Morden initiiert hat, sehr erstaunlich, und nicht mal konstruiert wirkend. Danke mal wieder, Frau Vargas! ;)

12.01.2014 23:57:09
kianan

Von diesem Buch von Vargas bin ich ein wenig enttäuscht. Auch wenn ich zwischendurch gerne auch einmal einen leisen oder einen blumig geschriebenen Krimi lese, dieses war einfach zuviel für mich. Hinzukommend war die Geschichte zu durchschaubar. Ich hatte ein anderes Buch der Serie um Kommisar Adamsberg vorher gelesen und war daher neugierig auf den Anfang der Serie - wurde aber leider enttäuscht.

16.11.2013 16:44:28
gerald

die handelnden Personen, sind durch die Bank etwas schräg. Der Ablauf der Morde verspricht viel Spannung, welche jedoch nicht gehalten werden kann. Viele unnötige Szenen, welche rein gar nichts mit der Geschichte zu tun haben bzw. auch sonst nichts philosophisches oder interessantes in sich haben. Als ich endlich bis zum Schluss durchhielt, war ich sehr enttäuscht über die Erklärung wer der Mörder ist. Ein unterdurchschnittlicher Roman.

24.06.2013 20:09:07
Christine

Ich habe das Buch auf Französisch gelesen, also "L'homme aux cercles bleus" obwohl meine Muttersprache Deutsch ist.
Und ich muss sagen, ich war echt fasziniert!
Ich musste das Buch für die Schule lesen, deshalb durfte ich es nicht auf die Seite legen, obwohl ich es zu Beginn echt gerne getan hätte.
Aber ab Seite 50 wurde es richtig gut, Vergas versteht es, einen immer auf eine andere Person zu lenken, und dabei den Mörder völlig aus den Augen zu verlieren, obwohl er direkt vor uns steht...
Das beste Französischbuch, das ich in meiner Schulzeit bis jetzt gelesen habe!!!
=D

16.04.2013 00:25:24
Harry.357

Es ist mein erstes und sicherlich letztes Buch von Fred Vargas. Ich habe selten so manieriertes, gespreiztes Zeug gelesen, das in bislang ungekannter Geballtheit völlig nichtssagende, weder Erkenntnis noch Erbauung bringende Belanglosigkeiten aneinderreiht. Fast hat man den Eindruck, da habe jemand mit aller Gewalt ein Werk von philosophischer Tiefe schaffen wollen -- und sich dabei eine Hose angezogen, die für seinen/ihren Hintern drei Nummern zu groß ist. Mein Tipp: Lieber Victor Gunn oder Edgar Wallace -- beides fordert den Intellekt mehr! Von der Unterhaltung ganz zu schweigen...

18.04.2012 20:07:24
Torsten

So gegen Ende seufzt Mathilde, sie habe "einen kleinen metaphysischen Anfall" - und damit ist dieser Roman sehr treffend beschrieben - ein einziger metaphysischer Anfall.
Handlung und Handelnde schweben auf ihrer eigenen entrückten Ebene; letztere ergehen sich teilweise in seitenlangen philosophischen Betrachtungen ihres Innenlebens, teilweise in absurden und bizarren Dialogen. Möglicherweise kann das ja jemand poetisch finden - mir hat diese mitunter sehr anstrengend zu lesende Traumwelt absolut nichts gegeben.
Ein Kommissar der mehr Schamane als Ermittler ist, der mehr ahnt und rät als alles andere, keinerlei erkennbare Ermittlungsarbeit leistet und dann selbst seine Mitarbeiter ziemlich selbstherrlich vor vollendet erahnte Lösungen stellt - das ist ganz enttäuschend.

17.11.2011 13:56:15
Toby

Was Vargas so besonders macht, ist eine gewisse Märchenhaftigkeit. Wer sich mit tradierten Märchen befasst, entdeckt in ihnen logische Muster emotionaler Intelligenz und mystische Gesetzmäßigkeiten. Manche Autoren von Kunstmärchen konnten in helleren Momenten dies aufgreifen und imitieren. Wilhelm Hauff zum Beispiel.
Vargas hat ein wenig davon und das macht ihre Sogkraft aus, bei jenen, die dafür empfänglich sind.
Dabei sind die Romane nicht esoterisch. Adamsberg etwa ist eher ein Schamane, als Uri Geller.
Ich hätte mir nach der Lektüre einiger Vargas gewünscht, sie hätte sich mehr und bewußter auf diese Seite ihrer Kreativität eingelassen. Da hätte etwas ganz Neues entstehen können. Vielleicht macht ein Anderer an diesem Punkt weiter.

13.03.2011 21:08:53
US-1113

Das Buch ist einfach nur langweilig. Es wird ellenlang beschrieben wie irgendwelche Personen sich unterhalten, die Dialoge sind extrem konfus und sinnfrei. Eine Frau behauptet dass sie dem Mörder oft folgt, aber dass er Menschen umbringt scheint ihr egal zu sein. Des Weiteren verwirrt es dass der Komissar einen \'\'Instinkt\'\' oder \'\'Riecher\'\' hat um Täter zu finden. Ich rate sehr davon ab das Buch zu lesen, man sollte es nur in die Hand nehmen, wenn man schnell einschlafen will.

18.01.2010 13:53:44
filly

Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord war mein erster Kriminalroman von Fred Vargas und ich muss sagen, ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Buch. Anfangs war ich hin- und hergerissen, was ich von den überaus skurrilen Protagonisten, ihren Dialogen und Gedankengängen halten sollte, aber schon nach kurzer Zeit hat Vargas mich mit ihrer Art zu schreiben völlig in den Bann gezogen. Noch nie habe ich einen vergleichbaren Kriminalroman gelesen. Auch die Geschichte selbst war spannend und gut durchdacht. Auf keiner Seite kam Langeweile auf.

Und den Vergleich von Fred Vargas mit Donna Leon kann ich auch keinesfalls nachvollziehen. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass beide Bücher schreiben.

Ich werde auf jeden Fall noch mehr von Vargas und Kommissar Adamsberg lesen!

28.06.2009 21:58:27
mylo

Nun ich hab schon einiges gelesen von Fred Vargas und habe mir der vollständigkeitshalber die fehlenden Bücher, so auch dieses, besorgt.
Adamsberg bei seinen Anfängen in Paris ein sehr interessanter Plot mit immer neuen interessanten Figuren, die gut beschrieben und ausgearbeitet sind. Dann ein überraschendes Ende, bei teilweise poetisch und humorvoller Sprache und das auf nur auf etwas mehr als 200 Seiten.
Die sollte man möglichst ohne große Unterbrechungen lesen, sonst geht zu viel verloren.
Wie immer gut, 80 Punkte.

28.06.2009 21:56:58
mylo

Nun ich hab schon einiges gelesen von Fred Vargas und habe mir der vollständigkeitshalber die fehlenden Bücher, so auch dieses, besorgt.
Adamsberg bei seinen Anfängen in Paris ein sehr interessanter Plot mit immer neuen interessanten Figuren, die gut beschrieben und ausgearbeitet sind. Dann ein überraschendes Ende, bei teilweise poetisch und humorvoller Sprache und das auf nur auf etwas mehr als 200 Seiten.
Die sollte man möglichst ohne große Unterbrechungen lesen, sonst geht zu viel verloren.
Wie immer gut, 80 Punkte.

23.06.2009 13:20:30
Stefan83

Über gute drei Jahre lang hab ich dieses Buch mehrmals aus dem Regal gezogen, um es dann doch ein wenig unsicher wieder in selbiges zurückzustellen. Fred Vargas, eine französische Bestsellerautorin an der sich doch angeblich die Geister scheiden sollen. Soll ich mir das wirklich antun, zumal ich mit französischen Autoren bisher nicht so recht warm geworden bin?

Nun hab ich es endlich doch gewagt und kann schon mal abschließend sagen: Gut, dass ich das getan habe. Keine Frage, Fred Vargas schreibt unvergleichlich und einzigartig, Parallelen zu anderen Autoren bzw. Autorinnen können meines Wissens nicht gezogen werden. Ihr Stil wird und kann nicht jedermanns Sache sein, so skurril ist ihre Schreibe, so poetisch-philosophisch ihre Wortwahl. Und trotz dieser offensichtlichen Andersartigkeit ist bereits ihr zweites Buch aus der Reihe um den Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg (das erste ist meines Wissens nach bislang unübersetzt), "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord", ein Krimi reinsten Wassers.

Die Geschichte beginnt in Paris. Adamsberg ist aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen aus seiner Heimat, den zerklüfteten, einsamen Bergen der Pyrenäen, in das 5. Arrondissement der Hauptstadt versetzt worden. Ein besonderer Ruf eilt ihm voraus, ist er doch dafür bekannt, sehr komplizierte Fälle auf äußerst unkonventionelle Art und Weise zu lösen. Oftmals reichen ihm mehrere Gespräche mit dem Verdächtigen, um dessen Grausamkeit zu "riechen" und ihn allein aufgrund reiner Intuition in die Mangel zu nehmen. Verständlich das diese Vorgehensweise nicht überall auf Begeisterung stößt. Besonders Capitaine Adrien Danglard, ein zielgerichteter und messerscharf logisch denkender Mensch und allein erziehender Vater von fünf Kindern, kann sich mit der sprunghaften Art seines Vorgesetzten anfangs so gar nicht anfreunden. Doch ein mysteriöser Fall schweißt die beiden so unterschiedlichen Ermittler zusammen.

Über Nacht erscheinen immer wieder blaue, mit Kreide gemalte Kreise auf den Bürgersteigen von Paris, in deren Mitte sich jedes Mal ein alltäglicher, banaler Gegenstand befindet. Während die Öffentlichkeit dies eher amüsiert zur Kenntnis nimmt, beschleicht Adamsberg ein ungutes Gefühl. Und allzu bald scheinen sich seine Befürchtungen zu bestätigen: Eine Leiche mit durchgeschnittener Kehle liegt in einem der Kreise...

Eine spannende Ausgangsposition, die Fred Vargas im weiteren Verlauf mit mehreren Winkelzügen geschickt weiterzuspinnen vermag und mit gleich einer ganzen Gruppe schrulliger Figuren belebt. Diese detailliert gezeichneten Charaktere, die ihre Krimiwelt beleben, sind es, welche den Reiz ihrer Bücher ausmachen. Ob man sie mag oder nicht: Durch ihre Andersartigkeit hebt sich dieses Werk wie wohl auch die Serie aus dem Mainstream heraus, schlägt es die Brücke zwischen der Spannungs- und der anspruchsvollen Unterhaltungsliteratur. Ganze Passagen muten poetisch an. Und auch wenn man sich bewusst ist, dass kein echter Mensch je so reden oder denken wird, lässt man sich von Vargas' Magie gefangen und an der Hand nehmen. Stets bleibt sie amüsant und spritzig, überrascht sie mit ungewöhnlichem Einfallsreichtum. Auch was die Lösung des kuriosen Falls angeht, die mich persönlich sehr begeistert hat. Einzige Kritikpunkt sind streckenweise ihre Ausschweifungen, die sich manchmal doch zu sehr von der eigentlichen Handlung entfernen und die Geduld des Lesers etwas auf die Probe stellen.

Insgesamt ist "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord" aber ein extravagantes Leseerlebnis und eine lohnende Erfahrung der besonderen Art, die bei mir Lust nach mehr geweckt hat.

15.05.2009 12:45:13
jessy

also phil=)
du bist in meiner klasse und ich bin mit dir in einer deutschgruppe
aber ich bin ganz deiner meinung=)
ich war auch manchmal echt verwirrt weil ich nich wusste worums geht und wo ich grad bin...
aber das ende ist wirklich überraschend.also es lohnt sich es fertig zu lesen =)
ok also man hat mir gesagt ich muss nich ein paar zeichen dazu schriebn weil man minderstens 300 zeichen schreiben muss=) so das müsste reichen=)

14.05.2009 16:24:55
Phil

Ich habe das Buch ganz durchgelesen, auch wenn es zu vielen zeitpunkten relativ langweilig war. die personen und die dialoge sind manchmal viel zu kompliziert und man blickt kaum mehr durch.
und vor allem am ende, kommt dann doch alles ganz anders als man dachte wobei ich sagen muss, mir hatten mathilde forestier und charles reyer zu wenig mit den kreisen und den morden zu tun. die waren ja irgendwie nur so aus spaß dabei :)

16.03.2009 22:07:10
Patrick

jedem das, was ihm gefällt...mir hat das buch nicht gefallen...und ich muss sogar gestehen...ich hab es nicht mal zu ende gelesen...anfangs fand ich den schreibstil noch witzig, aber nach der hälfte hat mich nur noch genervt, dass nichts passiert...vielleicht hab ich das auch nicht gemerkt, oder schlicht überlesen...was das ganze mit donna leon zu tun hat, frage ich mich dazu...aber wie gesagt, jedem das seine...fred vargas hat mich nicht als fan gewinnen können...

17.02.2009 21:28:28
Dickie_Greenleaf

Ich finde übrigens auch, dass man Donna Leon und die Vargas auf keinen Fall vergleichen kann. Habe mich durch etliche Brunetti-Fälle gequält, immer auf der Suche nach dem Haken, an den ich endlich anbeißen kann, aber da war nichts. Nur unendlich lähmende Venedigbeschreibungen und ein immer geradeaus denkender Brunetti, der in seiner aufrechten Art geradezu naiv ist.

21.06.2008 19:51:53
Gerwine

Fred Vargas habe ich durch diesen Krimi kennengelernt. Empfehlenswert ist, ihn möglichst ohne längere Pausen zu lesen, um alles im Gedächtnis zu behalten. Adamsberg ist ein "lonely wolf" Kommissar, in seiner Außergewöhnlichkeit faszinierend. Ich werde mehr von ihr lesen, ich finde ihren Stil erfrischend anders. Sie schreibt nicht in den Gleisen der herkömmlichen Krimigeschichten.
Total daneben finde ich wieder die deutsche Übersetzung des Titels, die sich gar nicht auf die Handlung bezieht, sondern nur auf die letzten drei Seiten des Romans. Dies gilt nicht nur für Fred Vargas, deutsche Titel sind leider sehr oft blöd übersetzt.

13.06.2008 22:59:00
Sonny

Ich gehöre, im Gegensatz zu den vielen Vorschreibern, dann doch zur zweiten Kategorie. Ich hasse den Stil von Vargas.Die Figuren sind mir zu skuril (dementsprechend die Dialoge) und es gibt derer zuviele.Der "Fall" an sich scheint der Autorin nicht so wichtig. Der wurde auf den letzten Seiten im Akkord abgeabeitet.Definitiv nicht mein Fall.

22.04.2008 09:55:51
Dickie_Greenleaf

Fred Vargas ist brilliant. Sie versteht es sowohl den Fall spannend zu erzählen, als auch die handelnden Personen glaubwürdig und menschlich darzustellen. Warum ihr Schreibstil immer wieder als skurril bezeichnet wird, verstehe ich nicht. Ich finde ihn im Gegensatz zu den meisten Krimis als besonders ausgefeilt, authentisch und von starker Aussagekraft. Dialoge, die sonst auf reine Funktion und Informationsweitergabe ausgelegt sind, werden bei Vargas lebendig. Sie ist einfach brilliant.

17.03.2008 01:54:55
Rolf.P

Die sehr gut ausgedachte Kriminalstory gibt den Figuren Gelegenheit sich dem Leser vorzustellen, drängt sich aber an keiner Stelle in den Vordergrund. Gerade dies macht den Reiz des Buches aus und hebt die Serie wohltuend aus dem konventionellen Einheitsbrei der meisten in den Buchläden stehenden Kriminalromane heraus.
Den Leser erwartet eine Geschichte, die meiner Meinung nach durchaus anspruchsvoll genannt werden kann und die verschrobenen Charaktere und witzigen Dialoge machen den besonderen Reiz des Krimis aus. Fred Vargas kann aus einer eigentlich einfachen Sache eine unglaubliche Raffinesse machen. Man kommt nicht auf die Lösung, man muss das Buch zu Ende lesen.

14.06.2007 14:24:58
nine

einmal mit fred vargas angefangen, kann man nicht mehr aufhören.
alle krimis von ihr gelesen und immer fasziniert und gefesselt gewesén. und wer von der evangelisten-wg nicht begeistert ist dem ist auch nicht mehr zu helfen ;)

03.06.2007 19:34:54
Volker

Wenn auch mein Lieblings-Vargas,ist
dieses Buch dennoch amüsant und
spannend zu lesen.
Adamsberg mag ich nicht ganz so
wie Kehlweiler oder die 3 Evangelisten,
seine Methoden sind zunächst etwas
schwer nachzuvollziehen.
Die Vargas-schen Besonderheiten
(Eine skurril-mysteriöse Begebenheit,
die alles ins Rollen bringt ;herrlich schräge Charaktere und die vielzitier-
ten originellen Dialoge) zeichnen auch
dieses Werk aus und machen es- einge-
woben in einen feinsinnig-ausgeklügelten
Fall - bis zum raffiniert präsentierten
Schluss wieder zu einem Vergnügen.

27.09.2006 15:51:08
Maureen Simone Lutz

Auch dieses Buch ist einfach toll die Idee mit den Kreisen fand ich toll.Ich liebe an Ihren Büchern gerade diese Skurilität und diese ungewöhnlichen Dialoge.Muss man gelesen haben

03.09.2006 22:51:41
Volker

Eigentlich bietet der Roman alles: eine verstörende Straftat, originelle Charaktere, faszinierende Dialoge und das Pariser Lokalkolorit. Doch ein Manko bleibt: Adamsberg ist in seiner Selbstgefälligkeit in diesem Roman ein Unsympath - ohne Selbstzweifel auf seine Intuition vertrauend: das ist nicht nur wenig glaubwürdig, sondern auch abstoßend. Das ist bei späteren Romanen deutlich besser gelungen. Insgesamt trotzdem sehr lesenswert.

12.08.2006 19:03:41
k.d.

Der Anfang ist in der Tat absurd und die Figur des Blinden etwas bizarr. Trotzdem bleibt das Buch sehr spannend, allerdings nicht das beste von Vargas, und lebt von seiner Pariser Kulisse.

25.04.2006 19:57:03
Swen Piper

Das ist die gleiche Autorin, die auch „Die schöne Diva von Saint-Jacques“ oder „Der untröstliche Witwer von Montparnasse“ schrieb? Kaum zu glauben. Dieses Werk ist um Längen schwächer! Die Skurrilität wird hier bis zur völligen Unglaubwürdigkeit auf die Spitze getrieben. Ein Kommissar der fühlt, riecht, ja sieht, ob ein Mensch „böse“ ist, ein schöner (!) Blinder, der sein Augenlicht bei der Sektion eines Löwen verlor, was soll der Quatsch?

23.04.2006 16:46:25
Marie-claire

Das ist mein erstes Buch von Vargas und ich bin begeistert.

Es ist mal Was anders.

Die Dialogue sind einmalig, die Figuren gut beschrieben.
Adamsberg der anti-held sehr eingenartig macht das Buch richtig lesenswert.
Sein Assistent ist meiner Meinung nach auch super gelungen!

26.12.2005 15:06:08
william

Ein krimi mag es wohl sein. aber kriminalistisch geht es sicher nicht zu und her. Wer Ermittlungen, Verhöre liebt ist fehl am Platz. Auch Adamsberg, liebeswürdig, für mich sympatisch, aber als Vielwisser ist er mir zu flach.

Simenon mit seinem Maigret hat einen solchen Kriminalisten markant besser "geschaffen". Nichts destotrotz, wenn man das Buch als "Nichtkrimi" liest höchst unterhaltsam.

12.06.2005 19:05:15
Adrian

Der Autor wurde mir von jemanden empfohlen, mit einer "Warnung" über den unkonventionellen Stil!
Ich kaufte daraufhin diesen älteren Roman und einen neueren (Fliehe weit und schnell). Mit "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord" konnte ich nichts anfangen, da speziell die Hauptfigur ebenso unausgegoren war wie der lächerliche "Alleskönner" bei Izzo.
Umso mehr überraschte mich dann aber "Fliehe weit und schnell": endlich glaubhafte, wenn auch immernoch ungewöhnliche Figuren, vertrackte Storie - und spannend bis zum Schluss!

28.05.2005 09:45:33
Pascal

Wunderbar erzählt wie jede Vargas-Geschichte, mit skurilen Dialogen und verschrobenen Charakteren. Trotzdem merkt man, dass es ihr erstes Buch ist, denn die Story ist nicht so flüssig wie die folgenden Krimis und hat in der Mitte einen kleinen Durchhänger.

Adamsberg hat sich meiner Meinung nach bis zum vierzehnten Stein sehr gewandelt.

02.02.2005 14:04:15
Bogo

Ein tolles Buch! Spannung von Anfang bis Ende, mit dem Gefühl es ohne Pause durch zu lesen. Ich habe schon drei Bücher von Vargas gelesen und kann einfach nicht widerstehen weitere zu lesen. Freu mich schon auf ein Neues!!!

24.08.2004 13:27:14
Metin Alparslan

Ein Buch der Alten Schule. Eine Art moderner Sherlok Holmes-Roman. Nett sind die Dialoge zwischen dem Blinden und der Mathilde. Insgesammt lustig, gut geschrieben (ich habe den Romanin Türkisch gelesen!) und man weiss bis zum Ende nicht mir Sicherheit wer der Taeter ist. Aber um fesselnd zu sein fehlt ihm eine Priese Nervenkitzel.

24.06.2004 22:42:00
Anja S.

Ein sehr eigenwilliger Plot und ein ebensolcher Schreibstil (ob das nun an der Uebersetzung liegt, kann ich leider nicht beurteilen, dafuer reicht mein Schulfranzoesisch nun doch nicht), aber die Story ist sehr originelle und auch recht spannend.

31.05.2004 19:13:21
melanie

ich habe das buch erst auf franz und nun noch auf deutsch gelesen, da ich es im gymnasium meiner klasse vorstellen muss. die deutsche übersetzung befriedigt mich nicht ganz, idas geheimnisvolle geht ein bisschen erklären, ich kannn das nicht genau erklären... ich habe vorher l`homme à l`envers gelesen, sehr interessant. also mir gefällt fred vargas, ihr schreibstil ist etwas besonderes und genau das mag ich. man weiss nicht sofort wem was zuzuschreiben ist!!

05.05.2003 17:46:30
Claude

Wenn in der obigen Rezension der eigenartige Schreibstil moniert wird, so scheinen mir einige der Zitate unter der Übersetzung zu leiden ... Was nichts daran ändert, dass der Stil sehr individuell ist.

Ich lese gerade Pars vite et reviens tard - auf Französisch.
Nachdem die ersten 30 Seiten arg mühsam waren, kann ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Schwierigkeit für einen Übersetzer liegt vor allem darin Worte und Wendungen aus der Umgangssprache adäquat wiederzugeben. Deswegen kann ich auch nicht behaupten, alles 100% zu verstehen, wenn ich im Original lese. Aber besser so, als übersetzt.

12.04.2003 19:38:48
ste

ich lese das buch jetzt gerade auf französisch und finde es etwas sehr sehr spezielles... auf jeden fall nicht schlecht... etwas faszinierendes auf jeden falll!!!!