Das Todeswrack

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

  • New York: Simon & Schuster, 1999, Titel: 'Serpent', Originalsprache
  • München: Goldmann, 2000, Seiten: 571, Übersetzt: Thomas Haufschild
  • München: Goldmann, 2002, Seiten: 571

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Michael Drewniok
Geklonte Helden und die Mumie des Columbus

Buch-Rezension von Michael Drewniok Okt 2004

Juli 1956: Unweit der Ostküste der Vereinigten Staaten kollidiert das schwedisch- amerikanische Linienschiff "Stockholm" mit dem Stolz der italienischen Flotte, dem Luxusliner "Andrea Doria". Das riesige Schiff ist rettungslos verloren. Während Passagiere und Besatzung geborgen werden, spielt sich im Rumpf des sinkenden Liners unbemerkt ein Drama ab: Vermummte Gestalten machen sich an einem der Lastwagen im Frachtraum zu schaffen. Als sie bemerkt werden, töten sie alle Zeugen und verschwinden, ohne zu bemerken, dass sie einen Mann übersehen haben.

Vierundvierzig Jahre später studiert die Unterwasser-Archäologin Nina Kirov die Ruinen eines phoenizischen Hafens in den Gewässer vor der marokkanischen Küste. Dabei entdeckt sie auf dem Meeresgrund ein riesiges, sorgfältig aus Stein geformtes Gesicht. Ein eilends benachrichtigter Freund kommt zu dem sensationellen Schluß, dass ähnliche Monumente bisher nur aus der frühgeschichtlichen Kultur der Olmeken bekannt geworden sind - im mittelamerikanischen Yukatan!

Nina Kirov raubt diese Neuigkeit den Schlaf. Sie verläßt das Camp, um über die Konsequenzen ihres Fundes nachzudenken. Als sie zurückkehrt, findet sie sämtliche Angehörige ihres Team brutal ermordet vor. Die Killer entdecken und jagen auch sie. Nur der Zufall in Gestalt des Tauchers Kurt Austin von der amerikanischen Meeresbehörde NUMA rettet sie in letzter Sekunde.

Als Nina den Überfall meldet, finden die marokkanischen Behörden keine Spur von ihrem Camp oder den getöteten Wissenschaftlern. Auch das steinerne Antlitz haben Unbekannte vollständig zerstört. Schlimmer noch: Ihr Freund und Kollege, den sie über das Monument befragt hatte, wurde ebenfalls umgebracht. Später wird auch das NUMA-Schiff überfallen, seine Besatzung ermordet. Nur Kurt Austin, sein bester Freund Joe Zavala und der Kapitän kommen mit dem Leben davon.

Zurückgekehrt in die Vereinigten Staaten, stellen Kurt, Joe und Nina Nachforschungen an. Sie finden heraus, dass in der letzten Zeit eine ganze Reihe unterwasserarchäologischer Teams spurlos verschwunden sind. Eine einzige Gemeinsamkeit können sie feststellen: Die Verschollenen waren für eine Organisation namens "Time-Quest" tätig - und diese gehört zum weltumspannenden Finanz- Imperium der "Halcon Industries", dessen skrupelloser Eigentümer davon träumt, ein indianisch-spanisches Weltreich zu errichten. Austin, Nina und ihre Gefährten bemühen sich, diesen größenwahnsinnigen Plan zu durchkreuzen, doch wesentlich schwieriger ist es für sie, Halcons Schergen zu entkommen, die dieser ihnen schickt, als er sich seiner Feinde bewußt wird ...

Das mußte ja so kommen: Clive Cussler, der sich mit seinem Romanen um den "Unterwasser-James Bond" Dirk Pitt ein Millionen-Publikum erschrieben hat, verdient sich ein paar Dollars nebenbei, indem er die von ihm geschaffene fiktive "National Underwater and Marine Agency" (kurz NUMA genannt) und einige seiner Mitarbeiter an einen Schriftsteller-Kollegen "ausleiht". Seinen Helden selbst schickt Cussler nicht auf diese neue Mission; Dirk Pitts "Beteiligung" beschränkt sich auf ein launiges Vorwort, in dem er den Lesern seine Forschungskollegen Kurt Austin und Joe Zavala wärmstens ans Herz legt. (Auf diese wenigen Seiten dürfte sich die tatsächliche Mit- Autorenschaft seines geistigen Vaters beschränken; sie reicht aus, den erfolgsträchtigen Namenszug "Clive Cussler" über den Titel zu hieven, während sich Neuling Paul Kemprecos bescheiden im Hintergrund halten muß.)

Über den Sinn dieser neuen Reihe ließe sich ausgiebig streiten. Auch Lamentos über die Unverfrorenheit, mit der sich manche Schriftsteller ihre Arbeit möglichst einfach machen, indem sie einmal geschaffene Welten recyceln, wären durchaus angebracht. Andererseits hieße dies mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, oder anders ausgedrückt: Wegen eines Romans wie "Das Todeswrack" lohnt es nicht, sich aufzuregen. Er ist Lesefutter, produziert für den raschen Verzehr; ein in Buchform gebrachtes Schaumgebäck, das in sich zusammenfällt, wenn es allzu rauh angefaßt wird.

Ansatzpunkte für negative Kritik lassen sich leicht finden: "Das Todeswrack" spielt nicht nur in derselben Welt wie die "richtigen" Dirk-Pitt-Geschichten. Auch das Handlungsgerüst ist bis in die Details dasselbe: Kurt Austin ist ein Dirk-Pitt-Klone; sein lustig-treuer Kumpel heißt nicht Al Giordino, sondern Joe Zavala; Pitt sammelt alte Autos, Austin antike Feuerwaffen; Pitt wohnt in einem restaurierten Flugzeug-Hangar; Austin in einem restaurierten Bootshaus - und beide arbeiten sie für die NUMA, was längst eingeführten Figuren wie Admiral James Sandecker, Commander Rudi Gunn, dem wandelnden Lexikon St. Julien Perlmutter und dem Computer-Hexer Hiram Yaeger Gelegenheit für Gastauftritte verschafft.

Auch die Geschichte selbst wartet mit keinen Überraschungen auf. Dem für Cussler typischen Prolog, der in der Vergangenheit spielt und ein mehr oder weniger mysteriöses Ereignis aus der Seefahrts-Geschichte aufgreift, folgt der Sprung in eine nahe Zukunft - weit genug, um mit einigen Science Fiction-Gimmicks die Handlung zu beleben, aber nicht zu weit, damit die Gestaltung der Bühne, auf der die Geschichte abläuft, nicht in echte Arbeit ausartet.

Es folgen die Machenschaften eines skrupellos-größenwahnsinnigen-superreichen Bösewichts, dem eine schöne-energische-kluge (in dieser Reihenfolge) Frau zufällig auf die Schliche kommt. Bei der sich entspinnenden Verfolgungsjagd erscheint Dirk Pitt - halt: dieses Mal nur Kurt Austin - als Retter in der Not, und fürderhin jagen Held und Heldin, Tod und Teufel wider alle Gesetze der Logik und der Wahrscheinlichkeit trotzend, dem Schurken zum Wohle der Menschheit hinterher; Ruhepausen werden genutzt, um einander näher zu kommen. Irgendwie wird das Prolog-Rätsel in die Handlung gebracht, und dann ist es auch schon Zeit für das große Finale (über der Mumie des Christopher Columbus! - man muß es lesen, um es zu glauben; oder auch nicht ...) mit viel Feuerwerk und dem malerischen Tod des Bösewichts samt seiner fiesen Spießgesellen.

Läßt man außerdem die Frage, wieso Clive Cussler nicht seinen Dirk Pitt das eigentliche Geheimnis der "Andrea Doria" lüften läßt, einmal beiseite (wie viele bekannte und interessante Wracks gibt es übrigens in den Tiefen der Meere dieser Welt, auf denen die Helden der NUMA und allerlei Finsterlinge noch nicht Katz und Maus miteinander gespielt haben?), läßt sich "Das Todeswrack" als solider Thriller lesen, der den Verstand nicht allzu sehr beleidigt. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit kehren sowohl Dirk Pitt als auch Kurt Austin (sogar die Silbenzahl der Namen stimmt überein!) in neuen Abenteuern zurück; den Unterhaltungswert des vorliegenden Romans mag man auch daran ermessen, dass dieser Gedanke keine Gefühle wie Ärger oder Schrecken erregt: Die Ozeane sind auch für zwei Supermänner groß genug, selbst wenn ihre Abenteuer aus immer demselben Bausatz zusammengebastelt werden und ihr Tiefgang sich nur an der Anzahl der Meter messen läßt, die unter dem Meeresspiegel um die Weltherrschaft gerungen wird.

Das Todeswrack

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Letzte Kommentare:
26.07.2015 21:26:58
steve006

Spannend und flüssig geschrieben, zum Schluss sehr fantastisch wenn es um die Mumie des Christopher Columbus geht, irgendwie allerdings bleibt der Geschmack eines Jerry Cotten Verschnitts, den man ohne Verdauungsschwierigkeiten verschlingen kann, der allerdings auch keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Empfehlenswert für alle, die nicht allzu viel erwarten.

13.08.2008 01:38:55
Rolf.P

Die Numa ohne Dirk Pitt und Al Giordino, das bedeutet weniger Spannung weniger Witz und viel weniger Action.
Die beiden Helden Kurt Austin und Joe Zavala bemühen sich redlich, kommen aber an die Originale Pitt und Giordino lange nicht heran.
Die Story in ähnlicher Weise schon mal in "Das Alexandria Komplott" da gewesen. Es ist zwar erstmal gewöhnungsbedürftig einen Roman von Clive Cussler ohne Pitt und Giordino zu lesen, aber der Stil hat sich nicht verändert.
Der Roman ist wie immer spannend, manchmal auch wie immer ein bisschen übertrieben, aber das lieben wir ja so.

Kurz und bündig! Wie alle Clive Cussler Romane spannend und eine gute Mischung aus vorhersehbaren und überraschende Elementen. Der Ablauf und die Verflechtung von Realität und Fiktion gleicht dem Aufbau der Dirk Pitt Romane.
Gut und leicht zu lesen. Viel Spaß!

24.03.2007 16:42:09
katharina

Das Buch ist einfach nur super, ich sehe das genau so wie Tobias (ein Statement drüber) Ich finde der neue Held kurt Aústin ist nicht sooo gut wie Dirk Pitt, aber er macht genauso abgedrehte Dinge um Menschen zu retten. Mein kleiner Bruder Robin (14 jahre) wäre gerne genau so wie Pitt und Austin zusammen, Ich finde das Werk einfach nur genial!!!!!!!!!!!
Eure, Ihre Katharina Boch
aus Kell am See im Hochwald!

11.07.2005 10:00:51
heinz

Besser Gehts nicht

einfach drauflos lesen

Klappentext ist fad

buch spitze 100 Punkte !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

30.04.2005 20:10:00
Tobi

Als Clive Cussler Fan, bin ich absolut begeistert von dem Todeswrak.
Zwar ist Dirk Pitt, ansonsten immer der Titelheld, aber in diesen Buch spielen Kurt Austin und sein bester Freund Joe Zavala die Hauptrolle. Der Wechsel der Helden ist dem Author bestens gelungen. Dirk Pits Abenteuer waren mir zuletzt zu unrealistisch. Kurt Austin macht ebenfalls eine gute Figur, und bleibt daber aber auf dem Tepich. Für mich ist Das Todeswrak eines, wenn nicht sogar das beste Clive Cussler Buch.
Meine Wertung: 90 %