Eiszeit

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • London: Little Brown, 2013, Titel: 'Cross and burn', Originalsprache
  • München: audio media, 2014, Seiten: 6, Übersetzt: Elke Schützhold

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Sabine Bongenberg
Zum Glück bewegt es sich doch

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Dez 2014

Sie haben es tatsächlich getan! Das erfolgreiche Ermittlerteam um Carol Jordan und den Profiler Tony Hill wurde aufgelöst, die Ermittler verstreuten sich in alle Winde und was noch am schlimmsten ist: Die Einheit Jordan/Hill existiert nicht mehr, gibt Jordan doch Hill die Schuld am Tod ihrer Familienmitglieder. Dennoch kann die britische Polizei nun sehen, was sie von der Auflösung des "Major Incident Teams" (MIT) hat, denn wiederum treibt ein Serienmörder sein Unwesen und scheint nicht vorzuhaben, freiwillig und von selbst wieder aufzuhören.

Es gab einmal himmlische Zeiten, da waren die Krimis von Val McDermid eine Bank. Der Leser konnte sich darauf verlassen für sein Geld eine gut konstruierte Geschichte und spannenden Unterhaltung zu bekommen. Wer den Namen Val McDermid las, konnte unbesorgt zugreifen. Leider bewies die Autorin schon in ihrem letzten Krimi, dass diese Einschätzung nicht mehr unbedingt zutreffen muss. Uninspiriertheit kann offensichtlich in den besten Familien aufkommen.

Ein alter Hut wird auch mit einer neuen Schleife nicht neu

Bedauerlicherweise ist dieser Begriff auch die erste Bewertung, die sich bei dem erneuten Fall des hier zerstrittenen Ermittler-Duos Jordan/Hill auftut. Da hat doch tatsächlich jemand Frauen entführt, hält sie an einem geheimen Ort versteckt – ohne größeren Geheimnisverrat kann hier sicherlich die Tiefkühltruhe genannt werden – missbraucht und misshandelt sie bis er sie im letzten Schritt ermordet, wenn er ihrer überdrüssig ist. Tausendmal gelesen, gehört, vermutlich fragt sich jeder, warum über diese Konstellation noch immer Krimis verfasst werden. Möglicherweise war auch Val McDermid dieser alte Hut ein wenig peinlich, daher findet dieser Krimistrang eigentlich nur selten Eingang in die Geschichte. Hauptsächlich erzählt wird vielmehr das Schicksal der bisherigen Hauptakteure nach der Auflösung des MIT. Hill fristet sein Leben mehr oder weniger nach seinen alten Mustern aus PC-Spielen und Büchern vor sich hin und vermisst Jordan, Jordan, hat den Dienst ganz quittiert und versucht sich als Heimwerkerin und die bisherigen Team-Mitglieder wurden in Jobs untergebracht, deren Anforderungen ihr eigentliches Können weit unterfordern. Dieser ganze Bogen wird hauptsächlich über die Figur der Paula McIntyre gespannt, die hier den größten Teil der Handlung bestreitet und es immerhin schafft, mit ihrem frischen und eigenwilligen – lesbischen – Lebensstil etwas frischen Wind in den Ablauf zu hauchen. Natürlich bietetn die neuen Aufgaben und die gelegentlichen Kontakte mit den alten Kollegen ein weites Feld, um bedauernd die "guten alten Zeiten" zu beschwören und so überrascht es bei der gebetsmühlenartigen Nennung des Namens "Carol Jordan" nur, dass nicht eine CD beigelegt wurde, auf dem ein Kinderchor ein permanentes "Santa Carola" säuselt.

Sie bewegt sich doch!

Nachdem sich das Buch auf den ersten dreihundert Seiten also dem Mörder und seinen dunklen Taten nur als Nebenschauplatz widmet und diese Kritikerin schon davon ausging, dass McDermid besonders perfide Morde plante – nämlich die, ihre Leserschaft zu Tode zu langweilen, kommt die Geschichte doch noch in Fahrt. Dazu bedarf es aber zunächst Entwicklungen, die Jordans aus ihrer Lethargie reißen und sie tatsächlich wieder auf die Pfade ihrer alten Ideale zurückführen. Mit diesem Motor greift dann auch wieder das alte eingespielte Team und die Geschichte beginnt spät – aber nicht ganz zu spät - ineinanderzugreifen und wie ein gut funktionierender Motor schlüssig abzulaufen. Besonders schön ist hier auch die Idee McDermids Personen, die sich bisher als Gegner gegenüberstanden an einen Tisch zu setzen, als es hart auf hart kommt. Hier kann mit Spannung die weitere Entwicklung erwartet werden, wie aus den Verbündeten wieder Kontrahenten werden, die aber nun tiefere Einblicke in ihre jeweiligen Trickkisten erhalten haben.

 

Theoretisch hielt Carol an dem Gedanken fest, dass jeder einen Verteidiger verdiente, egal was er verbrochen hatte. Aber die Ausprägung in der Praxis trieb sie zur Verzweiflung. Sie hasste Scott wegen des Spruchs, den die Anwältin ständig mit einer Miene beleidigter Unschuld im Munde führte: "Tut eure Arbeit, ihr Kripobeamten. Dann gäbe es keine Formfehler und technischen Details, die ich ausschlachten kann."

 

Als Fazit ist festzuhalten, dass sich die McDermids Eiszeit weniger auf die Aufbewahrung der Entführungsopfer in der Tiefkühltruhe beziehen dürfte – die in der realen Welt wohl auch sang und klanglos erstickt wären – sondern vielmehr auf die Beziehung zwischen den bisherigen Helden Carol Jordan und Tony Hill. Nach der unglücklichen Entwicklung des letzten Bandes Vergeltung und den Brüchen in den beruflichen und privaten Beziehungen und Entwicklungen bedurfte es sicherlich eines Buches, das diese Fehlentwicklungen wieder auf das richtige Gleis setzte. Natürlich war hier auch klar, dass diese Gegenbewegung nicht mit ein paar Absätzen ins Leben gerufen werden konnte. Dennoch – mit den ganzen privaten Dramen muss es jetzt einmal gut sein und die Redaktion der Krimi-Couch freut sich auf das nächste Werk McDermids mit einer frischen und spannenden Handlung und einem gut ausgeruhten Ermittler-Team, das endlich einmal wieder die Handlung zu einem "Treffer-Niveau" treibt. Die Voraussetzungen wurden mit diesem Buch geschaffen – "Frau McDermid, dann machen ´Se mal!"

Eiszeit

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Letzte Kommentare:
20.05.2018 20:47:22
Chriki

Es war mein erstes Buch von Val.
Ich musste mich echt durchbeißen, aber aufgeben gibt es nicht.
Wurde aber auch belohnt. Am Ende kam es zur Thriller Action die ich persönlich liebe.
Werde noch einmal ein früheres Werk versuchen anhand der oberen Beschreibung.
Mein Fazit: für einen Thriller war mir hier Zuviel Nebenschauplätze und zu spät die Action dran.

04.04.2016 10:11:25
Sabine Bongenberg

Liebe Winterkartoffelknödel,
ich habe Ihren Eintrag mit Interesse gelesen.

Frau Bongenberg "ist" also eine schwache Rezensentin. Aha - sicher haben Sie dann auch alle meine Rezensionen gelesen? Das muss ja schon so sein, denn wenn meine Besprechung daran gemessen wird, dass ich alle Bücher einer Reihe lese, dann haben Sie ja bestimmt alle meine Texte zumindest überflogen.

Ob Sie jetzt diese spezielle Besprechung als "sehr schwach bewerten" steht Ihnen natürlich sicherlich frei. Wenn ein Plot darauf basiert, dass Menschen in einer ausrangierten Tiefkühltruhe aufbewahrt werden und dieser wieder lebendig entsteigen halte ich das auch für schwach. sehr schwach.

Es grüßt
Sabine Bongenberg

02.04.2016 23:31:43
Winterkartoffelknödel

Eiszeit ist kein schwaches Buch - Sabine Bongenberg ist eine schwache Rezensorin. Sie weist zu keiner Zeit darauf hin, dass es sich hier um eine ganze Buchreihe handelt, die sich logisch und schrittweise entwickelt. Zwar ist jeder Fall in sich abgeschlossen, aber im Fall "Jacko" erkennt man, dass es sich lohnt die Vorgeschichte zu kennen. Frau Bongenbergs peinlicher Satz, dass doch bitte ein Kinderchor "Santa Carola" säuseln sollte, zeigt nur ihre Abneigung gegen diese Buchreihe. So sollen es ihre Leser verstehen. Für mich ist es Unfähigkeit pur, eine Reihe zu bewerten. Sie kann es nicht, weil sie die Reihe gar nicht kennt. Frau Bongenbergs Aufgabe sollte es sein, ALLE Bücher zu lesen und dann neu zu bewerten. Dazu nehme ich dann gern ihren eigenen letzten Satz auf: "Frau Bongenberg, dann machen Se mal."
Bei "Harry Potter" weiß jedes Kind, dass man nicht mit Band 5 anfängt. Bei Tony Hill weiß man das nicht unbedingt - und eine gute Bewerterin erklärt das den Lesern. Sie kritisiert zwar alles und jeden, liest sich aber dennoch nicht in die Geschichte ein. Schwach...sehr schwach, Frau Bongenberg.

08.01.2016 10:24:07
Sabine Bongenberg

Hallo liebe MarieDieSchmökermaus,
schön, dass Sie gut aufgepasst haben, wie viele Bücher ich aus der Jordan/Hill-Reihe gelesen habe.

Ich denke aber es liegt hier ein Missverständnis vor:
Das sind natürlich nicht die einzigen Bücher, die ich in meinem Leben gelesen habe und auch nicht die einzigen Thriller.

Wenn ich also vom "alten Hut mit neuer Schleife" spreche, dann meine ich, dass die Idee des verschleppten und irgendwo gefangengehaltenen Opfers jetzt nicht so wirklich neu ist.

Das nur zur Richtigstellung und dann wünsche ich natürlich auch ein schönes, neues Jahr!
Mit vielen Grüßen
Sabine Bongenberg

02.01.2016 21:56:10
MarieDieSchmökermaus

Ein alter Hut wird auch mit einer neuen Schleife nicht neu - so Sabine Bongenberg. Dabei kennt sie nach eigener Aussage grade mal 2 Bücher dieser Reihe - wobei es nur die letzten beiden sind.grins.Da sollte Krimi-Couch wirklich mal die Mitarbeiter "zensieren": Sabine Bongenberg: Note 6 - setzen!
Scherz beiseite: Für Kenner ist es eine logische Fortsetzung mit für Tony und Carol offenem Ende, dass auf Fortsetzung hoffen lässt.
Tolles Buch, grandiose Entwicklung. Allerdings sollte man, wie schon Vorredner sagten - bei Band 1 beginnen.
Ein frohes neues Jahr allen Schmökern.

25.11.2015 22:07:39
Leseratte

Von 378 Krimi-Buchreihen sind Tony und Carol auf Rang 31. Nicht schlecht, oder?

http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Die-besten-Krimireihen-die-besten-Thriller-in-Serie-716285367/

Das Lied der Sirenen ist das 1. Buch der Reihe.

Allerdings sollte man wirklich bei Band 1 anfangen. Die Story ist zwar in jedem Buch eigenständig und verständlich, aber die Entwicklung der Hauptcharaktere wachsen eben chronologisch. Jacko Vance schwor bereits im 2. Band blutige Rache, Carols Vergewaltigung in Band 3 mit Tonys Fast-Tod, Paulas Vergewaltigung in Band 4, Don Merricks Tod sind Schlüsselerlebnisse, die die Crew unglaublich zusammenschweissen.

So erklärt sich mir ein Satz von Sabine Bongenberg:
"so überrascht es bei der gebetsmühlenartigen Nennung des Namens »Carol Jordan« nur, dass nicht eine CD beigelegt wurde, auf dem ein Kinderchor ein permanentes »Santa Carola« säuselt."

Sie weiß es einfach nicht besser.

Auf in den Lese-Marathon - es lohnt sich!

11.11.2015 23:28:24
Biggi

Ach du meine Güte - was geht denn hier ab?Ich bin Leserin der Reihe seit dem 1. Buch und finde die Entwicklung grandios. Vielleicht auch deshalb, weil ich die Bücher immer erst in der englischen Ausgabe lese (lebe als Deutsche in London). Hier bei uns ist die Reihe immer in den Charts ganz oben. Ja, man spricht tatsächlich über jedes weitere Buch. Es gibt kaum jemanden, der die Reihe nicht kennt und nicht den jeweiligen neuen Büchern entgegenfiebert.Ich finde es sehr schade, dass in Deutschland die Reihe so schlecht geredet wird, weil Menschen, die bei Buch 7 beginnen und "nur" die Story" herauslesen ohne die Hintergründe zu kennen, ein Werk schlecht bewerten.Die Carol/Tony-Fans bitte ich um eins: Lasst euch von bissigen Kommentaren nicht irreführen und auch nicht mehr dazu verleiten, auf diese Kommis einzugenen. Wenn ihr bei Band 1 beginnt, findet ihr auch dieses Buch toll und gelungen.Viel Spass beim Lesen von "Eiszeit" - ich habe übrigens jedes einzelne Buch kommentiert.:-)))

10.11.2015 21:40:40
hermann woelke

Nicht zu fassen. Da schau ich nach über 1 Monat nach, ob sich bei den Kommentaren zu diesem Buch etwas getan hat, und lese hier Beiträge aus klaftertiefen Schützengräben, die an den Nahost-Konflikt erinnern. Woher kommt eigentlich dieser völlig unentspannte Umgang mit Kritik hier? Seid ihr so identifiziert mit der Autorin, dass ihr es echt nicht aushaltet, wenn das jemand nicht so toll findet wie ihr? Da gibt es Leute, die sind von dem Buch/der Serie begeistert, und es gibt tatsächlich welche, die diese Begeisterung nicht teilen. Ja und? So what? So ist das auf der Welt. Ich finde weiterhin, dass konkrete Kritik erlaubt sein muss; wenn ihr euch eures eigenen Urteils(vermögens) so unsicher seid, dass ihr kritische Anmerkungen nicht als das stehen lassen könnt, was sie ebenso wie eure Kommentare sind, nämlich völlig subjektive Meinungsäußerungen und nicht mehr,
sondern wenn damit an irgendwelchen Denkmälern gekratzt wird, dann wird der Austausch von Meinungen zum Glaubenskrieg. Ich finde es interessant und auch erhellend, wenn Diskussion kontrovers verläuft und gegensätzliche Argumente ausgetauscht werden. Es ist doch immer wieder irre oder von mir aus auch spannend, wie unterschiedlich die Weltwahrnehmung der Menschen ist. Einer Rezensentin zu diktieren, wie sie eine positive Kritik zu formulieren habe... na ja. Meine Vorstellung von einer offenen Diskussion ist das nicht.
Hinweis für die Polizei: wenn ich einem besonders grausamen Verbrechen zum Opfer falle, das so schon in einem McDermid-Roman dargestellt wurde, könnte der Täter aus den Reihen von Carol & Tony-Fans kommen ;)
Übrigens wäre diese ganze Diskussion besser in einem Forum aufgehoben gewesen als hier.

26.10.2015 23:08:15
MariaMagdalena

Ui...Sabine Bongenberg - jetzt haben Sie mich aber wirklich enttäuscht.Als Buchrezensorin müssten Sie doch wissen, dass man eine Buch-REIHE chronologisch liest, oder? Auf dem Klappentext wird hingewiesen, der wievielte Fall es ist. Ich habe Teil 5 geschenkt bekommen, aber schnell gemerkt, dass ich bei Teil 1 anfangen sollte, was ich auch getan habe. Ihre bissige Bemerkung von wegen "Finger weg, behaltet euer Geld für Euch" zeigt nur, dass Sie die Reihe wirklich nicht kennen und auch nicht mögen.Eine gute Rezension würde lauten "Bitte fangt bei Teil 1 an - so wächst ihr mit den Protagonisten mit". Aber da Sie das selbst nicht gemacht haben, können Sie auch den Tipp nicht geben.Lasst euch nicht verunsichern, Leute - die Reihe ist toll. Man muss es nur von Beginn an mitverfolgen. Dann ist jedes Buch in sich klasse. Man fängt ja auch "Harry Potter" nicht mit dem 5. Buch an und wundert sich dann, dass man es doof findet, weil man die Hintergründe nicht kennt.Ein Verbesserungsvorschlag für Krimi-Couch von mir wäre, dass bei einer Buch-REIHE immer der gleiche Kritiker rezensiert - von Anfang bis Ende. Und nicht jemand, der sich nur mal so zwischendurch ein Buch vornimmt (oder wie hier, auch zwei).

23.10.2015 09:48:53
Sabine Bongenberg

Warum sollte ich auch etwas gegen Tony Hill oder Carol Jordan haben? Ich kenne die Leute ja schließlich nicht persönlich. Das bisher keines der von mir besprochenen Bände aus dieser Reihe "gut wegkam" könnte vielleicht auch daran liegen, dass es ja bisher erst zwei Bände waren, die ich besprochen habe. Und die rissen halt leider wirklich nicht vom Hocker. Wenn übrigens nur Leute mit Vorkenntnissen diese Reihe lesen sollten, dann wäre es natürlich fair, wenn der Verlag einen entsprechenden Aufdruck auf den Buchtitel auftragen lassen würde: Liebe Leser, dieses Buch ist nur für die interessant, die bisher die Entwicklungen um Tony Hill und Carol Jordan interessiert (!!!) mit verfolgt haben. Alle anderen: Finger weg, behaltet Euer Geld bitte für Euch, wir wollen davon nichts! Viele Grüße Euer Verlag und Eure Autorin"
Mit Gruß
Sabine Bongenberg

18.10.2015 00:03:45
MariaMagdalena

"so überrascht es bei der gebetsmühlenartigen Nennung des Namens »Carol Jordan« nur, dass nicht eine CD beigelegt wurde, auf dem ein Kinderchor ein permanentes »Santa Carola« säuselt".

DAS ist eine Buch-Rezension? Sorry, aber da hat die gute Dame wohl die vorhergangenen Werke nicht gelesen, denn DANN würde sie die Trauer verstehen, unter der die ehemaligen Team-Mitglieder leiden.

Macht's wie die Briten - nehmt das Buch an und verfolgt die Entwicklung der Charaktere, indem ihr die Buchreihe chronologisch lest. So erlebt ihr den aktuellen Fall aus einer "Insider-Athmosphäre". Die Sprünge zwischen Privatleben und Polizeiarbeit sind wie immer genial gut.

"Eiszeit" ist spannend, kurzweilig und gut zu lesen. Es gibt einen Cliffhanger am Schluss, der auf Fortsetzung hoffen lässt.

Für Fans ein "must have" - für "Nur-Krimi-Fans" eher "Sabine Bongenberg".

Dass es weitergeht - wie ich hier nachlesen durfte - freut mich riesig.

16.10.2015 22:18:40
Olivia

Würde man den Papst ein Buch von Oswalt Kolle rezensieren lassen, wäre das Urteil vernichtend.Genauso ist es, wenn Sabine Bongenberg ein Buch der Tony/Carol-Reihe zu bewerten versucht. Sie mag diese Reihe einfach nicht und nicht ein Buch kommt gut weg.Die Tony/Carol-Fans tun es den Engländern gleich - sie lieben diese Buchreihe.Ich finde die Verbindung "private Entwicklung der Protagonisten" und "spannender neuer Fall" genial und GENAU das macht diese Reihe so erfolgreich.Genau wie die Vorbände ist Eiszeit ein kurzweiliger, spannender Krimi, der am Schluß auf weitere Entwicklungen hoffen lässt. Vor allem Paula McIntyre wächst über sich hinaus.Durch den Cliffhanger am Schluss hoffe ich auf eine baldige Fortsetzung und den letzten Satz von Frau Bongenberg greife ich gern - aber in anderem Sinne - auf:»Frau McDermid, dann machen ´Se mal!«
JA! Schnell bitte - ich bin gespannt, wie es weitergeht.

07.10.2015 13:04:49
Chloe Flock

Die Carol Jordan/Tony Hill-Reihe ist für mich eine der besten überhaupt. Für mich ist jedes neue Buch wie ein "nach Hause kommen".

Auch Eiszeit finde ich wieder sehr gut gelungen. Spannend, flüssig geschrieben und stark emotionsgeladen.

Habe mir "Splinter the Silence" (Buch 9) nun in englischer Sprache bestellt. Ich konnte die deutsche Version nicht abwarten.

Englische Bücher sind ein Spiegel der britischen Kultur - der eine liebt sie - der andere nicht.

03.10.2015 11:48:17
Hermann Woelke

Jede/r hat eigene Prioritäten. Der eine lliest Krimis wegen eines ausgeklügelten Who-dunit-Szenarios, die andere wegen spannender Action, der nächste wegen des zwischenmenschlichen Geschehens der Akteure. So weit, so ok. Wenn hier also Leser/innen schreiben, ihnen ist der Kriminalfall nicht so wichtig wie die persönliche Entwicklung der Figuren und der Liebesgeschichte, ist das natürlich vollkommen legitim. Dann müssen sie aber auch mit Kritik an diesem Kriminalfall leben können, so lange sie nicht pauschal daherkommt. Meine Kritik war konkret, und ich bleibe auch dabei, dass der Fall sehr nachlässig konstruiert ist (z. B. gibt es natürlich tödliche Herzinfarkte, aber der Zeitpunkt reiht sich in mehrere merkwürdige Zufälle ein). Was gar nicht geht: Leuten das Kritisieren zu verbieten, für die der Fall nicht nur schmückendes Beiwerk ist, wie im letzten Post. Schließlich sind wir hier auf KRIMI-couch und nicht liebesgeschichten-diwan.
Vorteil dieser kontroversen Diskussion: Leser, die das Buch noch nicht kennen, können sich ein gutes Bild machen, und vielleicht steigert das auch die Neugier.

30.09.2015 15:18:53
Dinah Vinidopoulous

Sabine Bongenberg sollte die Tony Hill/Carol Jordan-Reihe nicht mehr rezensieren. Sie scheint die Buchreihe nicht zu mögen und so lesen sich auch die Bewertungen.Man muss die Bücher in chronologischer Reihenfolge lesen, dann wächst man quasi in die Charaktere hinein und mit. Der jeweilige Fall wird stets abgeschlossen, aber die Geschichte um die Protagonisten entwickeln sich von Buch zu Buch weiter. Und DAS ist es, was den Fans an dieser Reihe gefällt. Man fiebert nicht dem neuen Fall entgegen, sondern der Entwicklung von Tony und Carol, von Paula und letztlich auch Chris, die es schlimm erwischt hat.Für mich ist Eiszeit ein gelungen spannendes und emotionales Werk, dass durch den Cliffhanger am Schluss auf ein weiteres Werk schließen läßt. Ich freue mich schon darauf.

23.09.2015 21:06:37
Leseratte

Zu dem niederstreckendem Post von Hemann muss ich das Buch doch verteidigen:

Es ist eine Buchreihe! Natürlich geht da ein Großteil der Story für die privaten Entwicklungen der Protagonisten drauf - und ich behaupte, dass viele Leser genau diese Entwicklungen so lesen will.

Nicht zum ersten Mal wird jemand wegen eines "Doppelgängers" verdächtigt.

Natürlich gibt es sofort tödliche Herzinfarkte.

Wäre es meine Buchreihe, die verfilmt wird und eine meiner Hauptcharaktere würde gegen einen anderen (buchfremden) Charakter ausgetauscht, dann würde ich mit Wonne diesen in einem nächsten Werk übernehmen und ihn sehr unsympathisch darstellen...:-)))

Ich finde die Fortsetzung und die Entwicklung der Charaktere grandios. Toll geschrieben. Sehr lesenswert!

Ich freue mich schon riesig auf "Splinter the Silence", den 9. Teil der Reihe. Wie ich gelesen habe, geht es darin auch hauptsächlich um Tony + Carol, die sich wieder anzunähern versuchen. Als bekennender Fan bin ich mehr an den Charakteren interessiert als an dem Fall selbst.

Mein persönliches Fazit: Für Tony/Carol-Fans ist dieses Buch ein Muss, da die Entwicklung neben den Beiden besonders für Paula und Chris wohl am folgenschwersten ist! Leser, die eher an der Fall-Story interessiert sind, finden es wahrscheinlich nicht so prickelnd.

10.09.2015 23:34:30
Hermann Woelke

Haarsträubend konstruiert, fast schon eine Beleidigung für Krimi-Couch-Leser:
Die Verdachtsmomente gegen Tony Hill sind so offensichtlich konstruiert, dass es fast weh tut:
ein monatealter Blutstropfen, zufällig auf dem Ärmel einer Jacke, die nicht regelmäßig gewaschen wird;
ein Fingerabdruck, dessen Herkunft gar nicht aufgeklärt wird;
zuletzt hinkt der Täter zufällig genau wie Tony !!!
Dann erleidet der Ehemann eines der Opfer zufällig gerade zu dem für Tony ungünstigsten Zeitpunkt einen Herzinfarkt, der ihn sofort endgültig niederstreckt.
Das alles ist so glaubhaft, als wenn zeitgleich ein Tsunami, ein Komet, ein Vulkanausbruch und ein Erdbeben auf Hückeswagen niedergingen.
Über die mangelhafte und unoriginelle psychologische Grundierung des Täters wurde hier schon alles geschrieben.
Das Buch hat offenbar 2 Motive:
an 1. Stelle, Carol und Tony wieder einander näher zu bringen. Ob McDermid selbst, ihr Verleger oder die Leser sie dazu bewogen haben, bleibt dahingestellt, aber so hanebüchen konstruiert und unrealistisch zusammengefrickelt hat es die Serie nicht verdient.
Außerdem erledigt McDermid mit DCI Fielding genüßlich ("große Zukunft..bei der Verkehrspolizei") eine Figur, die nicht von ihr stammt, sondern in der TV-Verfilmung in die Serie eingebaut wurde.

17.05.2015 22:28:37
Biggi

Die Rezension von Sabine Bongenberg entspricht so gar nicht meiner eigenen Meinung und Einschätzung.

Für mich sind Carol Jordan und Tony Hill schon fast sowas wie Freunde geworden, die ich sehr schätze. Enorm finde ich die Weiterentwicklung von Paula McIntyre. Man sollte die Buchreihe der Reihe nach gelesen haben, dann kann man dieses Buch gar nicht schlecht finden. Im Gegenteil - es ist eine gnadenlose Weiterentwicklung aller Charaktere.

Serienmörder sind nun mal die Signatur dieser Buchreihe. Für mich keine Kritikpunkt, sondern eine logische Fortsetzung.

Ein spannender und fesselnder Roman mit großem psychologischem Hintergrund, den man aber nicht alleinig gut finden kann, sondern die Vorgänger gelesen haben sollte.

29.12.2014 18:07:00
Edith Sprunck

Für mich war das ein kurzweiliger, spannender Krimi, angereichert mit starken Emotionen. Die Charaktere und menschlichen Beziehungen werden so lebendig dargestellt, dass man sich problemlos in sie hineinversetzen bzw. sie sich bildlich vorstellen kann.
Es ist von Vorteil, wenn man die vorherigen Bücher der Serie kennt, steht doch das beliebte Thema "Serienmörder" (hier etwas abgelutscht),gleichberechtigt neben der Entwicklung bekannter Figuren wie Carol Jordan, Tony Hill, vor allen aber Paula McIntyre. So kann man darauf hinfiebern, wie es mit ihnen weiter geht.