Tod im Pfarrhaus

Erschienen: Januar 2003

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Alfabeta / Anamma, 2002, Titel: 'Glasdjävulen', Seiten: 277, Originalsprache
  • München: btb, 2003, Seiten: 352, Übersetzt: Holger Wolandt
  • München: btb, 2004, Seiten: 349, Übersetzt: Holger Wolandt
  • München: btb, 2005, Seiten: 349

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Thomas Kürten
Wolf im Schafspelz

Buch-Rezension von Thomas Kürten Mai 2003

Drei Tote in einer Nacht. Kommissar Andersen wird von seinem Schwager, einem Schuldirektor, informiert, dass ein Lehrer an seiner Schule nicht zum Unterricht erschienen ist. Irgendwas stört den Kommissar an dieser Nachricht, dass er sofort seine Kollegin Irene Huss in den Wagen packt und mit ihr zum Haus des Lehrers fährt. Der junge Mann liegt hier tatsächlich tot im Flur. Aber es kommt noch dicker: Als Irene Huss die Eltern des Lehrers, ein Pfarrerpaar, informieren will, findet sie sie erschossen in ihrem Bett im Pfarrhaus. Alle drei mit dem selben Gewehr getötet. Darüber hinaus sind die Festplatten der Computer in beiden Häusern irreparabel gelöscht und auf den Monitoren ist mit dem Blut der Toten ein umgedrehtes Pentagramm in einem Kreis gezeichnet. Die Morde hängen eindeutig zusammen, aber haben sie mit der Satanisten-Szene zu tun?

Bei Gesprächen mit dem Kirchenpersonal findet Irene Huss heraus, dass der Pfarrer in der Tat Satanisten über das Internet auf der Spur war, die einst eine Waldkapelle abgefackelt haben. Da die Tatorte jedoch nicht die Spuren von Ritualmorden erkennen lassen, scheint Irene Huss von Anfang an skeptisch zu sein, dass die Täter im Umkreis von Teufelsverehrung und schwarzen Messen zu finden sind. Auch als Irene Huss bei der Organistin der Gemeinde an einer spiritistischen Sitzung teilnimmt und eine übersinnliche Erfahrung macht, bringt sie das bei den Ermittlungen nicht weiter.

Unterstützung von Scotland Yard

Die Tochter der Pfarrersleute lebt in London und ist dort als Informatikerin tätig. Ist sie eventuell auch in Gefahr und hat es jemand darauf angelegt, die Familie auszulöschen? Von Glen Thomsen von Scotland Yard bekommt Irene Unterstützung, er macht Rebecka ausfindig und berichtet der Göteborger Kommissarin, dass sie psychisch krank und momentan nicht vernehmbar sei. Aber die schwedische Polizei kommt bei ihren Ermittlungen noch immer nicht weiter und die einzige, die vielleicht neue Erkenntnisse bringen könnte, ist Rebecka. Irene Huss muss nach London und erfährt dort den massiven Widerstand gegen ihre Vernehmung seitens Rebeckas Psychiater und seitens ihres Arbeitgebers. Versuchen die beiden Männer, eine ernsthaft kranke Frau zu schützen oder wollen beide etwas vor der Polizei verbergen?

Helene Tursten schreibt mit viel Hingabe, Leidenschaft und Detailverliebtheit. Das spürt man daran, dass sie mit sehr viel Energie das Geschehen an Nebenschauplätzen schildert: Das Privatleben der Kommissarin, die Fälle einiger Arbeitskollegen bei der Polizei, die Beschreibung sämtlicher Häuser und Grundstücke, die Irene Huss im Laufe der Ermittlungen besucht. Hier ist sie sehr intensiv, geht auf jedes noch so kleine Detail ein. So wird das gesamte Umfeld lebensecht, facettenreich und ist dem Leser greifbar nahe.

Dringlichster Wunsch: ein klein bisschen Spannung

Als Leser wünscht man sich allerdings spätestens nach der Hälfte, dass Tursten ihre schriftstellerische Energie lieber auf einen interessanten Kriminalfall und vielleicht ein klein wenig Spannung verwendet hätte. Eigentlich nur ein origineller Einfall - die oben schon angesprochene spiritistische Sitzung - ist einfach zu wenig für einen guten Krimi. So erfährt man, wie Irene sich bei den ungeliebten Nachbarn mit einem jungen Kätzchen dafür entschuldigt, weil ihr Hund die alte Katze tot gebissen hat.

Es wird von den beiden Töchtern der Kommissarin erzählt, die eine will an einer Schönheitskonkurrenz teilnehmen, die andere bringt zu Ostern ihren Rockerfreund mit nach Hause. Es wird ein kalorienreiches Ostermahl beschrieben und bei den Besuchen der Kommissarin in London nimmt das Sightseeing einen höheren Anteil ein als die Ermittlungen. Dann wird sie offenbar gezielt Opfer eines Überfalls, dem sie dank ihrer Nahkampfkenntnisse entkommt. Es wird aber nicht geklärt, ob sich ein Auftraggeber hinter dem Angriff verbirgt. In der Heimat bricht ein Bandenkrieg zwischen Rockern aus. Irene führt auch hier Verhöre durch. Alles Sachen, die zwar gut erzählt werden, für die Fortentwicklung des Haupthandlungsstrangs aber überflüssig sind wie ein Kropf.

Man will nicht mehr hören, wie Tapetenmuster aussehen

Und der Kriminalfall? Eigentlich enttäuschend. Schon sehr früh hat man auch als Leser den Eindruck, dass die Spuren, die auf Satanisten hindeuten, gewollt platziert auf eine falsche Fährte führen sollen. Man vermutet auch sehr früh, dass die Pfarrersfamilie ein dunkles Geheimnis bergen muss. Diese Vermutung stellt sich sogar schon vor der spiritistischen Sitzung ein. Auch die Auflösung des Falles ist am Ende keine Überraschung mehr. Eigentlich nur verwunderlich, wie man es schaffen kann diesen Fall auf 350 Seiten in die Länge zu ziehen.

Irgendwann reicht es, da ärgert man sich, da will man nicht mehr hören, wie Tapetenmuster aussehen. Und selbst ohne das ganze Füllmaterial, ohne diesen immer wieder aufkeimenden Ärger - der Roman wäre dann vielleicht gerade mal 150 Seiten lang - hielte sich die Begeisterung eines Krimiliebhabers in Grenzen.

Tod im Pfarrhaus

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Letzte Kommentare:
11.06.2016 15:14:15
trafik

Ich habe das vierte Buch von Helene Tursten auch sehr gut gefunden. Die Handlung ist ausgezeichnet. Die Spannung, ja die könnte ein wenig mehr sein.
Im Gegensatz zu vielen anderen gefällt mir, wenn die Autorin auch sehr viel über ihre Familie schreibt.
Freue mich schon auf das nächste Buch in dieser Reihe.

03.01.2014 22:06:19
Jossele

Dieser vierte Band ist das beste Buch, dass ich bisher von Helene Tursten gelesen habe (die bisherigen habe ich chronologisch gelesen). Endlich einmal schafft es Tursten, die Story auch plausibel zu einem logischen Ende zu führen. Wie gewohnt stark ist die realitätsnah beschriebene Arbeit der Polizei, die viele Spuren verfolgt und gelegentlich auch irrt. Spannend ist es auch noch. 80° diesmal.

03.05.2008 09:44:43
Achim Thiel

Guter Krimi
H.Tursten ist der weibliche H.Mankell.
Inspektorin Huss ist wie Wallander
immer spannend zu lesen.
Auch der Krimi Der Novembermörder liest sich sehr gut.

10.04.2008 15:13:49
bg

Das ist wohl das letzte der Bücher von H. Tursten, das ich gelesen habe. Gepflegte Langeweile ist zwar hinundwider ganz nett, aber mit aberwitzigen magischen Sitzungen gewürzt, eine doch zu starke Zumutung.
Wahrscheinlich zuviel Steven King gelesen oder mal eben in Goa gewesen.

01.03.2007 09:22:10
Regenfreund

Helllila Top oder besser ein weisses ? Schwarze oder dunkelblaue Schuhe ? Der Hund frisst die Katze. Spargel in Butter gedünstet. Satan und Mutter Erde, dazwischen Rocker und Schottland. Recht Zäh. 50 Grad

03.01.2007 18:19:01
Fee

Das war das erste Buch, das ich von Helene Tursten gelesen haben und da ich nun auch die anderen Bücher fast durchhabe muss ich sagen, dass mir dieses Buch überaus gut gefallen hat!

Die Meinung, dass die Autorin zu viele Details verwendet, kann ich ganz und gar nicht teilen! Gerade diese Eigenschaft machte mir das Buch so schmackhaft, so dass ich gar nicht mehr aufhören wollte und konnte zu lesen! Man konnte sich so gut in die Szenen und Charaktere hineinversetzen, dass man glauben konnte mitten im Geschehen zu stehen!
Jedoch mangelt es auch nicht an schlimmen Details, wie in diesem Band, werden einem auch nicht die Schattenseiten der Familie vorenthalten und genau da liegt noch eine Sache, die ich an dieser Autorin so mag! Sie erzählt Sachen, die tagtäglich in der Welt stattfinden und odch nur, in einzelnen Fällen an die Öffentlichkeit gelangen und erst dann Schrecken erregen!
Und auch, dass die Familiensituation von Irene geschildert passt unheimlich gut in das Buch und macht es unheimlich symphatisch!

Ich fand das Buch unheimlich gut! Und kann es nur weiterempfehlen!

21.12.2006 11:20:45
Juliane

Dies war mein erstes Buch von Helene Trusten und ich glaube auch nicht das ich noch mal ein Buch von ihr lesen werde. Bei diesem Buch muss ich auch sagen das ich es nicht ganz zu Ende gelesen habe da es mir einfach zu langwierig wurde und ich kaum und wenn überhaupt nur einen ansatz von Spannung finden konnte. Zwar waren die Hintergrund Informationen die man bekommen hat teilweise recht interessant und habe ein genaueres Bild von der Kommisarien vermittelt
andere waren meiner Meinung nach allerdings vollkommen überflüssig und habe das ganze nur in die länge gezogen. Viellicht werde ich die ungefähr letzten 50 Seiten an einem besonders langweiligen Tag, wenn ich sonst nichts zulesen habe beenden, aber so neugirig wer der Mörder ist bin ich bei diesem Buch nun wahrlich nicht. Anderen mag dieser langwierige und Spannungslose aufbau gefallen ich gehöre aber definitiv nicht dazu.

07.02.2006 18:26:13
Jens

So mieß wie in einigen Meinungen dargestellt ist dieses Buch wirklich nicht. Die "überflüssigen" Details wegzulassen wäre ja auch ziemlich öde, da man in schlechten Krimis immer sofort weiß: "Oha, das ist für den Fall wichtig", sobald irgendetwas detailierter beschrieben wird.
Eigentlich ließt sich der Roman sogar ganz flüssig...

Insgesamt: Sicherlich kein Reißer aber auch nicht viel schlechter als die anderen Tursten-Krimis (wie man ja an der Krimi-Couch-Wertung abzulesen meint...)

09.06.2005 01:17:04
Hans

Überladen mit unwichtigen Details bleiben die Chraktere und der Plot unüberzeugend, die Handlung wirkt sprunghaft und nur schwer nachvollziehbar.
Ein nicht fesselndes, spannungsloses Buch.
Nicht kaufen, nicht mal leihen.

06.06.2005 03:34:04
Anja S.

Dieser Krimi wird leider erst in den letzten 50 Seiten ein bisschen spannend. Vorher sehr zaehfluessig und vor sich hin plaetschernd mit unendlicher Detailverliebheit und belanglosen Nebensaechlichkeiten.
Werde dieses Buch der Krankenhausbuecherei stiften und es nicht weiterempfehlen.

08.03.2005 10:06:37
Achim

Eine sympathische Inspektorin, eine nette Familie, interessante Kollegen, auch der Fall ist nicht "ohne", aber vor lauter (wirklich gut beschriebenen) Details kommt die Geschichte nicht richtig in die Gänge. Mein viertes Buch von Helene Tursten, ich komm mir wie in einer Familienserie vor, aber für einen Krimi hat es einfach zu wenig Spannung, es verdichtet sich nichts, dafür immer wieder ausführliche, aber lästige Nebensächlichkeiten, und ein ziemlich abrupter Schluss….
Ist als Fallstudie schwedischen Lebens gut zu lesen, aber für einen Krimi fehlt mir der Biss.

17.02.2005 18:02:53
Patrick

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Gerade die Details finde ich sehr wichtig, da diese die ganze Geschichte sehr lebendig und real machen.
Toll fand ich auch, dass Irene durch halb Europa tourt. Das lässt nicht nur mein Fernweh nach Skandinavien, sondern auch nach England und Schottland wachsen.

11.12.2004 11:05:02
Nicole Ebling

Ich kann mich dieser Kritik überhaupt nicht anschließen. Mir bedeutet das ganze Drumherum genauso viel wie die eigentliche Story. Auch z.B. bei Donna Leon geht es in weiten Teilen nur ums Essen. Aber gerade das macht mir die Personen so liebenswert. Und die Personen und das Umfeld sind nicht so düster wie bei Mankell.
Ich fand das Buch sehr gut und hätte am liebsten direkt die Fortsetzung gelesen

16.03.2003 22:02:37
Sabine

Diese Detailvernarrtheit habe ich bei den ersten beiden Bänden der Serie auch bemängelt. Irgendwann möchte man nicht mehr lesen, wer am liebsten welche Pizza verspeist. Irgendwann lese ich diesen Band vielleicht auch, später :-)