Böses Blut

Erschienen: Januar 2003

Bibliographische Angaben

  • Höganäs: Bra böcker, 1999, Titel: 'Ont Blod', Originalsprache
  • München, Zürich: Piper, 2003, Seiten: 368, Übersetzt: Wolfgang Butt
  • Schwäbisch Hall: steinbach sprechende bücher, 2005, Seiten: 6, Übersetzt: Hagen, Till

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Lars Schafft
Überambitioniert, manchmal arg bemüht und dennoch unterhaltsam

Buch-Rezension von Lars Schafft Sep 2003

"Commando Cool" war die interne Bezeichnung einer Spezialeinheit im Vietnam-Krieg. Direkt dem Präsidenten unterstellt war es ihre Aufgabe, den Feind im Feld Geheimnisse zu entlocken - und das mit allen Methoden. Die Perversität einer Folter wurde hochtechnisiert mit einer Zange, mit der das Commando Cool dem Gepeinigten die Stimmbänder abklemmen konnte. Stumme Schmerzen, perfekt für den Einsatz auf feindlichem Terrain.

Der gleichen Technik bedient sich seit Jahren der "Kentuckymörder", ein Serienkiller, der seine Opfer auf bestialischte Weise foltert und umbringt. Im New Yorker Flughafen erwischt er den schwedischen Literatur-Kritiker Lars-Erik Hassel und die Anzeichen verdichten sich, dass der Kentuckymörder mit Hassels Ticket auf dem Weg nach Schweden ist. Ein Fall für Paul Hjelm & Co. von der Spezialeinheit des Reichskriminalamts, genannt die "A-Gruppe".

Der Blick in den Abgrund einer Verschwörung

Doch die stellen sich am Stockholmer Flughafen wenig geschickt an, der potenzielle Serienmörder entwischt ihnen und kann so anonym auf schwedischem Gebiet weiter morden. Erste Spuren erweisen sich als zu offensichtlich, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Und so bleibt der A-Gruppe nichts anderes übrig, als gemeinsam mit dem FBI in New York den komplexen Fall nochmals unter die Lupe zu nehmen. Und tatsächlich stößt Hjelm auf einen Umstand, den FBI-Agent Ray Larner trotz jahrelanger Untersuchung der Fälle übersehen hat. Die schwedische Polizei blickt in den Abgrund einer Verschwörung, die sie zu überfordern droht...

Klingt nicht schlecht? Ist es auch nicht. Aber Vergleiche mit anderen Krimi-Schweden kann man bei Böses Blut nicht nur stellen - sie drängen sich förmlich auf. Und zwar mehr als deutlich und schon auf Seite 22:

 

"Es war ein glasklarer Spätsommertag, durchwirkt von schwer beschreibbaren Einfärbungen der Vorwarnung von Herbst. Der Sommer ist zu Ende, dachte Hjelm schicksalsschwer. Herbst über Schweden, fuhr seine innere Stimme mit pathetischem Beben fort."

 

Diese von Henning Mankell mehr als bekannte Wettermetaphorik zieht sich wie - Verzeihung! - eine drückende Sommerschwüle durch den ganzen Roman. Tja, vielleicht geht es bei den Schweden einfach nicht anders? Dass aber wie auch in der Wallander-Serie (gerade beendet, als Böses Blut in Schweden erschien) ein Mitglied des Polizisten-Teams Nyberg heisst und Paul Hjelm passioniert John Coltrane hört (klingelt´s? genau wie Ake Edwardsons Kommissar Winter), sind weitere Hinweise auf gelegentliche Inspirationslosigkeit des Autors.

Kopiert? Ein Schelm, der böses dabei denkt...

Zu behaupten, er hätte sich Böses Blut zusammenkopiert, wäre allerdings so falsch wie unfair gegenüber dem Schweden. Doch so ganz lässt sich auch nach den 360 Seiten ein Wiedererkennungseffekt nicht leugnen. Ein Ermittler im Alter einer Midlife-Crisis, ein buntes Polizeitrüppchen, wo jeder genau ein Klischee erfüllt, ein Serienmörder, der - wie kann es anders sein? - brutal wie nie seine Opfer meuchelt. Das ist alles nicht neu. Auch wie der Täter in Böses Blut den Polizisten haushoch überlegen ist, mit ihnen spielt, sie zum Narren hält, jahrelang das FBI foppt, ist keine Novität. Hannibal Lecter!, will der Harris-Fan rufen. Honni soit qui mal y pense.

Hingegen ist die Idee, einen serienmordenden Vietnam-Veteranen aus den Staaten zu importieren und ihn in eine immense Verschwörungstheorie einzupflechten, an der islamische Fundamentalisten, der CIA bis hin zu Präsident Nixon beteiligt zu sein scheinen, durchaus intelligent und vor allem frisch. Im Gegensatz zu anderen aktuellen kriminellen Schwedenhappen mal was anderes, die schwedische Gesellschaft produziert hier ihre Kriminalität nicht selbst sondern bekommt sie im Zuge der Globalisierung praktisch aufgedrängt. Glücklicherweise beschönigt Dahl diese Tatsache nicht und fasst die wohl unverzichtbare Kritik an der schwedischen Gesellschaft gebündelt auf zwei Seiten im Mittelteil zusammen. Und die lassen sich wunderbar überspringen...

Logik-Schnitzer und angestrengte Formulierungen

Dummerweise sind Arne Dahl bei seinem zweiten Roman der Paul-Hjelm-Reihe jedoch einige böse Logik-Schnitzer unterlaufen: Der Kentuckymörder geht der A-Gruppe am Flughafen durch die Lappen, sie weiß aber, dass er als achtzehnter den Schalter passiert hat. Keiner kann sich daran erinnern, wie er aussieht. Wäre für den weiteren Verlauf vielleicht auch zu einfach - aber will uns Arne Dahl wirklich weismachen, dass es 1998 am Stockholmer Flughafen keine Videoüberwachung gab? Im weiteren Verlauf gibt der Computer-Experte der A-Gruppe, Jorge Chavez, ein Passwort ein, das er nicht kennen kann - es sei denn, er hätte dem Chefredakteur so genau auf die Finger geguckt, dass er sich die Tastenfolge merken konnte, als jener den Zugangscode zum PC des ermordeten Hassel eingab. Auf keinem System wird bei der Eingabe ein Passwort im Klartext auf dem Bildschirm angezeigt. Naja, und dass in einem benutzten Lagerraum einer gut laufenden Firma ein am Boden festgeschweißter Metall-Stuhl keinen stutzen lässt, sollte den Leser umso mehr stutzen lassen.

Dazu wirkt Böses Blut arg überambitioniert. Manche Formulierungen wirken angestrengt, künstlich ("sie war der dritte Zacken in dem Gehirntrio"); das Vater-Sohn-Motiv, das Böses Blut wie ein roter Faden durchzieht, strapaziert Arne Dahl soweit, dass es fast bei jeder Person, vom Kentuckymörder über Hjelm selbst bis zum Ermordeten Hassel, zur Anwendung kommt. Und die zahlreichen Perspektivwechsel in die Mitglieder der A-Gruppe charakterisieren diese zwar auf eine nicht uninteressante Weise, sind in ihrer Quantität aber einfach zu viel. Da wäre weniger mehr gewesen, eine Konzentration aufs Wesentliche - bzw. auf die wesentlichen Figuren - hätte dem Roman gut getan.

Aber genug der Kritik. Böses Blut gehört zu den Büchern, wo man zwar schon beim Lesen über so manche Dinge stolpert und die man nüchtern betrachtet einfach kritisieren muss, man jedoch trotzdem gebannt weiterliest, sich Seite für Seite gut unterhalten fühlt, von der bitteren Aktualität und Brisanz des Plots gefesselt und nach dem nervenkitzelnden Schluss der Meinung ist, einen guten, psychologisch stimmigen Thriller gelesen zu haben. Lassen wir es dabei.

Böses Blut

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Letzte Kommentare:
06.04.2018 17:39:39
trafik

Ich finde den zweiten Teil dieser Serie von Arne Dahl sehr sehr gut. Ein Serientäter, der in ganz Schweden gejagt wird. Bis in die USA führen die Ermittlungswege. Gute Geschichte, sympatische Hauptfiguren. Ein sehr stimmiger Thriller. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil dieser Krimiserie. Lesenswert!.

12.01.2015 16:58:51
Bibo

Der 2. Teil einer Serie ist einzeln lesbar. Also ich finde jetzt den Vergleich mit Wallander nicht richtig. Nordische Krimis sind mir oft zu trist. Wallander depressiv. Dieser aber nicht. Die zusammengewürfelte Polizeitruppe in der jeder seine Macken hat, finde ich witzig.Anfangs hatte ich ein paar Probleme die einzelnen Mitglieder der Gruppe-A voneinander zu unterscheiden. Vermutlich aufgrund der Namen Hjelm, Holm, Hultin, klingt alles ähnlich.
Ein schwedischer Literaturkritiker wird auf einem amerikanischen Flughafen von einem Serienmörder umgebracht. Und der Killer macht sich auf den Weg nach Stockholm. Der versuch, ihn am Flughafen abzufangen scheitert kläglich und so bleibt den Mitgliedern der Soko nichts anderes übrig als zu warten, bis er zuschlägt.
Obwohl mir der Plot sehr viel früher klar war als dem A-Team, war es doch gut zu lesen. Es ist witzig geschrieben und auch gut übersetzt.

07.05.2014 17:55:44
vjeverica

ich habe das Buch als Hörbuch konsumiert. Inhaltlich fand ich es ja gut und auch spannend, aber die Ausdrucksweise - schnoddrig wie in einem dieser Groschenromane (diese 60 Seiten-Hefteln, die so praktisch für den Strand sind *g*). Nein, im Ernst - ist das die Übersetzung oder sein Stil "fuhr wie eine gesengte Sau" etc. Am Schreibstil ließe sich noch ordentlich was verbessern *g*
War übrigens mein erster Dahl - habe da wohl versehentlich den 2. Roman statt dem 1. erwischt - aber das kann man ja noch nachholen und "nachhören".
Ansonsten - die nordischen Krimis mag ich ganz einfach.

27.03.2013 21:06:06
Anfangsverdacht

Aus meinr Sicht ein grandioser Roman, der leider mit seiner Auflösung ein wenig scheitert. Für mich ist Arne Dahl einer der wenigen Kriminalromanschreiber, der das schriftstellerische beherrscht. Seine Sprache schafft Atmosphäre. Ich kenne auch keinen, der seine Figuren so viele Fragen bei einer Ermittlung stellen läßt. Die einzelnen Ermittler fand ich in diesem Roman gut unterschieden. Allerdings hatte ich zwei Mühen mit dem Roman. Da wäre der Anfang. Ich brach dieses Buch öfter ab. Er berührte mich überhaupt nicht. Lies es jahrelang liegen. Bereue ich ein wenig, weil ich sonst mit der Serie weiter wär. Jetzt zur Auflösung: wieder einmal die böse USA. Schade. Ist das der Olaf-Palme-Fluch?

04.02.2013 11:41:47
Spinnenflicker

Gestern habe ich mir nochmal die Verfilmung von Böses Blut angesehen und mir wieder die Frage gestellt, wie kann man von jemandem Informationen erfoltern, dem man die Stimmbänder durchtrennt hat, damit man ihn lautlos foltern kann???

Mir ist das sehr unerklärlich. Soll der Gefolterte die Informationen schriftlich liefern? Wie soll er einen Stift halten oder eine Tastatur bedienen?

Der Plot ist wohl nicht so gut durchdacht.

18.11.2012 18:56:20
Eglfinger

Die A-Gruppe um Paul Hjelm bekommt vom FBI den Hinweis, dass ein Serienmörder von New York auf den Weg nach Schweden ist, welcher ihnen bei einer humorvoll beschriebenen Panne auf dem Flughafen in Stockholm entkommt. Der Mörder geht grausam vor, in dem er den Opfern die Stimmbänder zerfetzt, so dass sie lautlos bis zum Tod auf grausamste Art und Weise gefoltert werden können. Es stellt sich heraus, dass dies eine Methode eines amerikanischen Geheimkommandos im Vietnamkrieg war, welches direkt Nixon unterstellt war. Doch was macht der Mörder nun in Schweden und weshalb hat er nach einer fast fünfzehnjährigen Pause das Morden wieder aufgenommen?
Für weitere Ermittlungen müssen Hjelm und Holm, die im vorherigen Teil eine sexuelle Liaison hatten, in die USA, um die Fälle, mit dem FBI-Agenten Larner, nochmal neu aufzurollen. Parallel dazu ermitteln die Daheimgebliebenen weiter und beide Teams kommen gleichzeitig dahinter, dass es sich nun um eine familiäre Angelegenheit handelt und decken gleichzeitig eine internationale Verschwörung auf. Und da offenbart das Buch dann seine Schwächen. Am Ende, als der Fall beendet und aufgeklärt zu sein scheint, schiebt der Autor noch schnell eine international anhaltende Verschwörung ein und lässt das Ende offen. Man hat den Eindruck, dass der Autor dies getan hat, um eine vom Verlag erwartete Seitenanzahl zu erreichen. Man kann nur hoffen, dass der Serienmörder in einem späteren Buch nochmal in Erscheinung tritt.
Was mir gut gefallen hat an diesem Buch, ist die beschriebene Polizeiarbeit, die sehr realistisch rüber kommt. Auch die privaten Probleme der Ermittler sind um einiges besser dargestellt als im ersten Buch der Reihe, und man kann sich besser mit den Protagonisten der Reihe identifizieren und anfreunden.
Es liest sich flüssig, ist spannend und an einigen Stellen auch sehr unterhaltsam. Nur das Ende ist ein wenig zu überambitioniert, aber alles in allem hat man nach der Lektüre das Gefühl, einen guten Krimi gelesen zu haben und man möchte auch irgendwie wissen, wie geht es mit der A-Gruppe weiter und wie entwickeln sich die Personen in den Folgebändern. 70 von 100 Punkten.

14.11.2012 15:26:39
Leollo

Ich habe immer geahnt, dass ich die Finger von Dahl lassen muss. Nun gibt es die Fernsehserie: Meine Ahnungen sind bestätigt. Wenn der Fall nichts hergibt außer den Metzeleien, dann werden sämtliche Familiengeschichten mit heran gezogen. Der Spruch des Amis - Ihr Team ist großartig! - ist wohl als Witz zu verstehen, denn ermittelt wird so gut wie gar nicht. Ab und zu gerät einer der Herumlungernden in "Gefahr", ansonsten dümmliche Sprüche. Spannung? Höchsten auf den Konnten der vereinten Schreiber.
Finster in der Fernsehfassung außerdem die schlechte Synchronisation, die aber auch nicht weiter schadet. Gebrabbel, Gesabbel! Fast wie in "rein deutschen" Produktionen.
Schreibwerkstätten bringen meistens nur angetrengtes "Dichten" zu Stande.
Einige der einst Großen der Branche, die nun auch schreiben lassen, verzapfen gleiche Qualitäten. Herr Schafft hat Recht: Unlogisch, angestrengt, Unterschleifungen (peinlich amerikanisch).
Die folgenden Dahls schenke ich mir.

11.11.2012 19:38:39
lesenchris

Ist jetzt sogar verfilmt und kann ich nachvollziehen. Gute Charactere mit Tiefgang. Nachdenklicher Kommissar, der auch vor der Kollegin, mit der er ein Verhältnis hatte (Vorgängerroman)nicht halt macht und zwangsläufig mit ihr in die USA reisen muß, um einen wahnsinnigen Massenmörder kennenzulernen. Kleine Einschränkung: Es ist sehr zufällig, wie das Ganze ins Laufen kommt und wie die Protagonisten auf den Mörder kommen und dann ist das Ende auch noch offen. Gut: warten wie auf den nächsten Krimi, der uns die Erhellung bringt.

01.08.2012 16:45:45
Berlin-Krimi

Aua, selten so viel schlechten Stil am Stück gelesen.

Ich bin einer derjenigen, die das Buch als kostenloses Kindle-Exemplar bekommen haben. Jetzt lege ich ihn nach S. 33 beiseite mit dem Gedanken, dass der Plot womöglich spannend werden könnte. Aber leider habe ich mich bei den Kurzbeschreibungen der einzelnen Figuren des Ermittlerteams schon einen Knoten im Gehirn geholt und - wie erwähnt - die Formulierungen als für zu entsetzlich daneben empfunden.

Nein Danke.

Von mir nur 51°, also: Ich nehme an, der Autor _hat_ Potential. Aber ich finde ihn in diesem Buch eben leider nicht gut.

23.03.2012 11:33:56
Heffalump

Habe gerade 50 Seiten oder so und musste schmunzeln ueber die Szene am Flughafen. Einige Ausdruecke finde ich arg schwer zu verstehen, obwohl ich mich nicht als dumm bezeichnen wuerde. Das ist mein erster Roman von Arne Dahl. Obwohl ich manchmal nachdenken muss, was meint er denn jetzt genau mit diesem oder jenem Ausdruck, will ich doch wissen wie es weitergeht. Gut das jetzt Wochenende ist, da ist das Buch ein Klacks!
Spannung ist wohl garantiert.

16.11.2010 18:18:42
Jürgen

Mein erstes Buch von Arne Dahl. Eine monströse Mordserie. Habe sie verschlungen. Ein paar Ungereimtheiten und einen offenes Ende, aber gute Beschreibungen. Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass schwedische Autoren re/präsentieren ein "Mords-Schweden".
Als Hörbuch habe diesen Autor noch nicht gekannt.

02.01.2010 14:31:58
Beata

Habe die Dahl Bücher bisher immer als Hörvergnügen genossen (unserer Stadtbücherei sei Dank). Der Inhalt ist wie immer spannnend, ironisch bis humorvoll. Zu loben bleibt auch die grandiose Leistung von Till Hagen als Sprecher, der den Hörer immer bei der Stange hält und dabei stets den Ton des Autors trifft.

08.10.2009 15:09:05
lesefux

Sehr gutes Buch!

Ich habe schon ein paar Bücher von A. Dahl gelesen und dieses gehört definitiv zu den spannensten. Vor allem ist das Buch von der ersten seite an spannend- konnte das Buch kaum aus den Fingern legen. Immer wieder nett ist auch der versteckte Humor von A. Dahl.
Das Buch kann ich nur weiter empfehlen!

11.02.2009 17:00:24
Orthogräfin

Zur Rezension: Es heißt korrekt "Honi soit qui mal y pense" (und nicht honni oder vielleicht honey). Und richtig wäre auch einflechten.

Wollte ich nur mal "einPflechten".

Ansonsten habe ich gerade angefangen, das Buch zu lesen. Mir gefällt es gut, was aber auch daran liegen mag, dass ich nix von Mankell & Co. kenne (habe mich diesem Hype immer verweigert).

Sind nun die 300 Zeichen drin, die ich hier reinschreiben muss?

11.01.2009 11:35:49
Fabouleus

Ich finde die Bewertung von 52° finde ich einfach zu wenig, gerade wenn alle anderen Bücher von Arne Dahl hier mit ca 80° bewertet werden.
Sicherlich sind bei Mankell Anleihen genommen worden, doch krampfhaft danach zu suchen, finde ich nicht gut. Denn auch bei Mankell gab es in einigen Büchern Ungereimtheiten und Längen.
Mir gefällt, wie meinem Vorschreiber auch, die Ermittlungsarbeit. So stelle ich mir realistische Polizeiarbeit vor. Bei Mankell war halt alles von Wallanders Geistesblitzen und Alleingängen abhängig.
Das Thema in diesem Krimi finde ich auch heute, nach 9 Jahren nach erscheine, aktuell und gut umgesetzt.

Ich gebe hier locker 85 °

So long
Fabouleus

14.11.2008 11:59:49
mase

Ich muss der Rezi von Lars Schafft inhaltlich zu 100 % zustimmen. Nur die Couch-Bewertung ist vielleicht zu tief ausgefallen.

Ein Serienmörder mit einer wirklich abgefahrenen Foltermethode und eine charmante Ermittlungsgruppe sind hier das Salz in der Suppe. Besonders gut hat mir hier die Ermittlung selbst gefallen. Die Suche der A-Gruppe nach Motiv und Ursache fand ich sehr realistisch. So stelle ich mir das vor, wenn "normale" Polizisten im Dunkeln tappen. Das ist grossartig umgesetzt.

Die Frage der Logik stellt sich mir beim Lesen nur selten. Ich muss zugeben, dass mir diese Fehler meist entgehen. Zum Glück.

Negativ aufgestossen sind mir, wie üblich bei den "Schweden", die privaten Probleme. Ich kann es aushalten, wenn der Protagonist menschelt, aber wenn die Sorgen des kompletten Teams aufgearbeitet werden, wird es mir zuviel.

Der Kriminalfall an sich ist klasse, der Rest zu problemüberladen.

13.09.2008 23:15:38
theili

Einmal mehr ein sehr gelungener Roman von Arne Dahl. Auch wenn die Story mit dem Serienmörder ein bisschen nach Hollywood riecht, war es sehr spannend zu lesen. Das Ende ist jedoch schlicht Klasse, für mich völlig unerwartet.
Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und fesselnd. Da kann ich nichts anderes mehr hinzufügen als: "Böses Blut kehrt wieder".

10.07.2008 07:52:46
Professor Washoard

Tolles Buch! Ich kann mich nicht entscheiden, finde ich Misterioso oder Böses Blut besser?

Arne Dahls genaue, teils akribische Beschreibungen, sind für mich absolut fesselnd und reißen mich in den Strudel der Erzählung hinein, das ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Selten ist es vorgekommen, das ich beim vorletzten Kapitel heulen musste. Mein flennen liegt nicht am Kitschgehalt des Buches, sondern an dem Super-Blues des A.D. der absolut tiefgründige Töne hat.

04.12.2006 13:31:32
Euro (Bedburg/Erft)

Ein Super-Roman. Die in der Krimi-Couch-Bewertung dargestellten logischen Fehler irritieren tatsächlich. Alles in allem aber ein brisantes Lesevergnügen. Und bitte merken, liebe Redaktion: Gut kopiert, ist halb gewonnen!!! Ich lese lieber einen gute gemachten etwas entlehnten Roman, als einen schlecht selbst produzierten.

07.06.2006 22:33:25
Philipp (Berlin)

Abstoßend ist die Schilderung der Brutalität und perversen Foltermethode des Kentucky-Mörders. Sie kann streckenweise den Spaß an Spannung und Plot verderben - geht ein guter Krimi nicht auch ohne die immer weiter getriebene Bemühung nie dagewesener Gewalt? Nichts für empfindliche Gemüter! Sehr schön allerdings die wechselnden Perspektiven, der Leser ist auf dem Ermittlungsstand des Teams, und nicht einzelner Personen.

06.02.2006 12:08:57
JonteCalvin

Die logischen Fehler von denen Herr Schafft schrieb, kann ich nach Lektüre des Originals nicht nachvollziehen.
Selbst wenn es Überwachungskameras gab - sind solche Bilder nicht gerade in anderen Krimis eher unwahrscheinlich häufig gestochen scharf?
Ferner wird Jorge Chavez nicht selten als IT-Nerd dargestellt, sollte ein solcher - zu dem in Diensten der Polizei - nicht tatsächlich von den Fingern lesen können?
Zum Schluss möchte ich noch die Sache mit dem am Boden festgeschweißten Stuhl ansprechen: Irgendwelche Ösen, Riegel oder Träger lassen sich doch wohl am Boden eines Lagerraumes finden und ein Profimörder wird doch wohl ein (z.B. Punkt-)Schweißgerät bedienen können, oder?

31.07.2005 13:26:06
E. Delfs

Dem Autoren Jan Arnald bzw. Arne Dahl ist ohne Frage ein spannender Roman gelungen. In der Buchhandlung hat mich im wesentlichen die Kurzkritik des Spiegel mit dem Verweis auf das literarische Niveau gereizt. Nach der Lektüre muss ich allerdings vermuten, dass die Spiegel Rezensenten wohl angesichts der mitunter witzigen Sprachakrobatik des Werkes doch etwas leichtfertig ihre Schlussfolgerung gezogen haben. Die Inflation pathologischer Serienkiller in der Kriminallitertur macht auch vor diesem Buch nicht halt. Das ganze gepaart mit einer kurzweiligen Rahmenhandlung, vertrautem Schwedenambiente, sentimentaler Globalisierungskritik und einer recht obskuren Verschwörungstheorie erinnert irgendwie an die letzten Wallander-Episoden, wobei dem Leser jedoch dankenswerterweise die bei Mankell übliche Beschreibung von menschlichen Grundverrichtungen erspart bleibt.
Um es kurz zu machen: Literatur ist das nicht, denn Literatur erfordert das mehrfache Lesen gewisser Abschnitte, sei es zum besseren Verständnis oder einfach des Genusses wegen.
Als Urlaubslektüre kann man es dennoch empfehlen, vorausgesetzt, man erträgt die Vorstellung derartig massakrierter Opfer unbeschadet.

26.07.2005 16:57:04
Jens

Das Buch hat einen schwierigen Start. Wer nach Seite 24 aufgibt ist selber schuld, wer aber durchhält wird auch belohnt werden.
Hat man ca. ein Drittel des Buchs geschafft, lichten sich einige Nebel und es kommt echte Spannung auf.
Die Story ist arg konstruiert, Dahl bemüht den Zufall für meinen Geschmack etwas zu oft, das kann den positiven Gesamteindruck aber nicht schmälern!
Prädikat: Lesenswert!

21.04.2005 18:59:58
domi178

Notgedrungen bin ich bis Seite 24 gekommen, dabei mehrmals eingeschlafen, das, was ich gelesen habe, war schwachsinnig , verwirrend und hat kein Sinn. Dafür vergeude ich nicht meine Zeit, hoffentlich werde ich das bei Ebay wieder los.

25.10.2004 16:31:31
Susanne Tanner Ruppe

Mir ist dieses Buch zu brutal - oder eher die Brutalität zu detailliert geradezu lustvoll geschildert. Das erinnert mich an die moderne Art von TV-Filmen die sich auch oft richtiggehend in der Brutalität suhlen.
Für die Spannung - und das Buch ist zugegebenermassen spannend! - wäre das ja auch gar nicht nötig: Hitchcock hat das wohl am besten vorgemacht!
Ich habe noch ein Buch von Dahl im "Vorrat" und bin jetzt gespannt, wie das so ist.

17.03.2004 17:57:03
Waltraud Weyers

Einer der schlechtesten Krimis, die ich je gelsesen habe! Verworren und sprachlich zu konstruiert, bemüht. Außerdem ist ein ganz grober Schnitzer dabei: Der aus Chile stammende Ermittler soll 1968 geboren sein, nachdem seine Eltern vor dem Pinochet-Regime geflohen waren!
Fällt das eigentlich keinem Lektor auf?

25.02.2004 15:35:50
Tobias

Nach ein paar Startschwierigkeiten konnte ich das Buchnicht mehr aus der Hand legen. Es ist nicht so wie all die anderen Mankells oder S&Ws gestalltet sondern bietet etwas Neues!
Es ist nicht der "normale" Serienmörder, sondern nur ein Werkzeug. Die Story ist einfach gut, von den Logikfehlern mal abgesehen.
Ich kann verstehen wieso sich an dem Buch die Geister scheiden! Allerdings habe ich dem Buch 95 % gegeben was ich, aus meiner Sicht, für vollkommen gerechtfertigt halte!

11.01.2004 10:32:52
Bernhard Kessen

Absolut überzeugend, spannend, wenn auch die Chose mit den ewigen Serientätern so langsam aber sicher ihren "Charme" verlieren wird. Dahl schreibt gut, man muss einfach weiterlesen. Verglichen mit "Mysterioso" ist der Roman in sich stimmiger, wenn erauch - manchmal- etwas sehr auf schokierende Effekte setzt. Anscheinend hat Dahl eine Verfilmung und den "cashflow" im Auge.
Trotzdem: absolut lohnende Lektüre, wenn man nicht unbedingt hochwertige literarische Kost verlangt.

28.12.2003 21:13:54
Todo

Über dieses Buch lässt sich streiten!
Dahl versucht hier eine Mischung aus "typischen Schwedenkrimi" und amerikanischer Thrillerkultur. Teilweise gelingt das ganz gut, jedoch sind die zahlreichen Widersprüche nicht zu übersehen!
Ich fand das Buch dennoch sehr interessant und lesenswert!

05.11.2003 12:25:14
jackknife

ich halte arne dahls kriminalromane für das beste, was in den letzten jahren aus schweden zu uns gekommen ist. forget mankell und all die anderen
(kjell eriksson mal davon ausgenommen)

14.07.2003 20:36:37
Ingrida

Dieses Buch ist mit Sicherheit lesenswert für jeden Schweden-Krimi-Fan. Vieles ist nicht ganz stimmig, polizeiliche Ermittlungsarbeit trifft häufig zufällig ein. Manchmal muß allerdings eine Hintertür in einer hochüberwachten PC-Firma herhalten. Und außerdem erinnert dieser Kinderreim Böses Blut - der Titel wird fortgeführt: kehrt zurück, an: Dreht euch nicht um, der Plumpsack geht herum, wer sich umdreht oder lacht ..... Ein Song von "Falko "klingt ähnlich: Der Kommissar