Totenmesse

  • Autor: Arne Dahl
  • Verlag: steinbach sprechende bücher

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Schwäbisch Hall: steinbach sprechende bücher, 2009, Seiten: 5, Übersetzt: Hagen, Till
  • Stockholm: Bonnier, 2004, Titel: 'Dödsmässa', Originalsprache
  • München; Zürich: Piper, 2010, Seiten: 402

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Wolfgang Franßen
Bush Live

Buch-Rezension von Wolfgang Franßen Jan 2009

Der gute, alte Bankraub ist auch nicht mehr das, was er einmal war. Stürmte man früher in eine Bank, um sich die Taschen voller Geld zu stopfen, und wild um sich schießend von der Anarchie und von einer besseren Zukunft zu träumen, findet man sich heutzutage in der sterilen Welt einer reinen Interbank wieder, die Zwecken eigener Art dient und nicht selten neben einer hohen Geheimstufe, vieles zu verschleiern hat.

Irgendwo auf der Welt wird immer Krieg geführt, inzwischen live im Fernsehen übertragen und kommentiert. Einmal mehr erscheint der Kampf der Kulturen die Menschheit in den Wahnsinn, den kollektiven Untergang zu treiben. Dass dieser Irrsinn nicht auf die große Weltpolitik beschränkt bleibt, zeigt der sechsundvierzigjährige, mit dem deutschen Krimipreis ausgezeichnete Arne Dahl in seinem neuen Kriminalroman Totenmesse. Es geht bei ihm schlicht um den Erhalt unserer westlichen Ansprüche. Wer will schon zu Fuß gehen?

Der Autor versammelt eine illustre Gesellschaft in Östermalm, einem Viertel Stockholms, wo angeblich so viel Sprengstoff gelagert wurde, dass ein ganzes Stadtviertel in Schutt und Asche gelegt werden könnte. Wer denkt da nicht an 9/11 und die Hysterie über mutmaßliche Terroranschläge. Dahl zieht einen Vergleich zur Antike. Griechen flüchten vor Türken in die Stadt Anavatos, wo sie als einzigen Ausweg den kollektiven Selbstmord mit dem Sprung in die Tiefe sehen. Sind wir schon so weit?

Ein Rückspiel

Im dem guten, alten Kriminalroman geht das Verbrechen zumeist schief. Man kann nicht alles planen, selbst wenn man behutsam vorgeht. Die Dinge laufen aus dem Ruder, die Zeit einem weg, selbst jene Fehler unterlaufen, die man zuvor bedacht hat. Im Falle der beiden Bankräuber in der Adelsbank, die mit Mitteln aus dem Ölgeschäft gegründet wurde, stört die Ex-Frau von Paul Hjelm den geplanten Ablauf, weil sie sich zufällig unter den Geiseln befindet und die Geistesgegenwart besitzt, ihr Handy einzusetzen, um sowohl Nachrichten nach draußen zu senden, als auch Fotos von den Geiselnehmern zu schießen.

Mozarts Requiem gibt den Ton der Geschichte vor, auch wenn sie anfänglich einer leichten Fernsehdramaturgie unterworfen wird, die an einen besseren Tatort oder gleich an Dominic Grafs Die Katze erinnert. Ein von außen gesteuerter Raubüberfall. Das wirkt an einigen Stellen blass, äußert sich in Mutmaßungen und gipfelt in möglichen Motiven, wie russische Mafia oder den dunklen Machenschaften der Geheimdienste. Die Spannung zieht erst wieder an, als bei der Festnahme der Bankräuber Überraschendes geschieht. Kerstin Holm und ihr A-Team sehen sich plötzlich vor das Rätsel gestellt, dass zwei eigentlich festgenommene Geiselnehmer verschwunden sind.

Das Stockholm-Syndrom, das Viggo Norlander dazu verleitet ausgerechnet eine Geisel niederzuschlagen, kommt ebenso vor, wie die toten Tschetschenen im Dubrovka-Theater. Hier zeigt sich Arne Dahls Anspruch. Er entwirft seinen Fall nicht auf dem abgeschiedenen Land mit einer weisen Miss Marple, er siedelt ihn zwischen den News an. Es kommt einem vor, als spiegele sich der alltägliche Schrecken immer vor dem noch größeren Schrecken im Hintergrund auf dem Bildschirm.

Wenn die Zigaretten ausgehen

Es geht um eine wissenschaftliche Entdeckung, die versteckt in den Erinnerungen eines Landser während des Russlandfeldzugs schlummert und die die Wirtschaft der modernen Welt mit Rohstoff versorgen soll. Es geht um eine Formel. Wer Andreas Eschenbachs Ausgebrannt gelesen hat, weiß, was es für uns bedeutet, ins Mittelalter zurückgeschleudert zu werden, wenn es kein Öl mehr zu fördern gibt. Dann stehen nicht nur die Taxen still.

Umso anziehender ist die Aussicht, in Besitz einer Formel zu gelangen, die dies verhindert und dem Besitzer ein Höchstmaß an Macht verleiht. Am Ende wird das Tagebuch des Soldaten der Zukunft übergeben. Glaubt der Tagebuchschreiber.

Wären da nicht die Raucher, die im Krieg ihre Sucht bekämpfen müssen. Doch Dahl ist Optimist, er setzt darauf, dass die Zukunft immer noch möglich sein muss.

Totenmesse

Totenmesse

  • Autor: Arne Dahl
  • Verlag: steinbach sprechende bücher

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Letzte Kommentare:
15.03.2017 12:40:05
mg11

Ich bin hin und hergerissen. Zum einen ist die Story rund um den Banküberfall interessant und spannend. Die stückweise Auflösung macht Spaß mitzuverfolgen. Das Ende ist zum Teil ironisch und tragisch; unspektakulär aber dennoch sehr gut. Die Personen haben keine Tiefe erhalten, was nicht schlimm ist, da der Fall und dessen Auflösung im Vordergrund standen.
Die Tagebucheinträge fand ich sehr gut.

Die Sprache fand ich persönlich etwas wirr und ich tat mich manchmal etwas schwer damit.
Unterm Strich war es ein Buch, welches man lesen kann, aber nicht muss. Mit 400 Seiten ist es jedoch auch sehr kurzweilig.
Ich bin nicht sicher, ob ich von Herrn Dahl nochmal etwas lesen werde, da es meiner Meinung nach andere noch bessere Alternativen gibt.

15.06.2015 11:28:20
TochterAlice

Cilla Hjelm entrinnt nur kurz dem Status einer Staffagefigur, da der Banküberfall, bei dem sie als Geisel genommen wird, nur eines von vielen Puzzleteilen im aktuellen Fall - nunmehr dem siebten - der Stockholmer A-Gruppe um Kerstin Holm ist. Das spurlose Verschwinden der Täter nach der Befreiung der Geiseln leitet die streckenweise recht verwirrende Handlung in Arne Dahls neuestem Krimi Totenmesse erst so richtig ein. Auch in diesem neuen Teil der Serie geht der Autor oft extrem detailliert auf das Eigenleben seiner Figuren ein: wie immer sucht er sich nicht nur einige wenige aus, sondern konfrontiert den Leser gleich reihenweise mit Schicksalen. Gelegentlich überdeckt dies die durchaus spannende Handlung des eigentlichen Kriminalfalls.

Der Leser wird mit unterschiedlichen Szenarien konfrontiert, die meines Erachtens nicht immer die Handlung bereichern - so wirkt die Rede des amerikanischen Präsidenten zum Irak-Krieg eher deplaziert, vor allem im Hinblick auf die weitere Entwicklung und die wahrhaft fulminante Schlussphase, für die dieser Part aus meiner Sicht komplett ohne Bedeutung ist.. Insgesamt gesehen jedoch strickt Dahl aus den verschiedenen Patchworkflicken einen Fall, den es sich zu lesen lohnt. Aus meiner Sicht ist es beachtlich, dass bei einem Buch mittlerer Länge keiner der maßgeblichen Erzählstränge, auch im Hinblick auf die Personenbeschreibungen, offen bleibt. So ist das eigentliche Ende des Buchs eher unspektakulär, wirkt dadurch jedoch umso eindringlicher.

02.09.2014 12:50:26
wendelin

Ich bin kein Fan der skandinavischen Krimiautoren, aber bei Arne Dahl mache ich gerne eine Ausnahme. Nie ist ein Fall so eindimensional, wie er auf den ersten Blick erscheint. Immer gilt es für das A-Team die Geschichte hinter der Geschichte aufzudecken und für den Leser sie zu entdecken. Dabei wird weder die Vergangenheit noch die Gegenwart außer Acht gelassen und speziell in Totenmesse spielt sogar die Zukunft eine wichtige Rolle.

Seine Hauptfiguren sind ungekünstelt und könnten aus dem realen Leben kommen. Trotzdem sind sie alle interessant und zuweilen sogar spritzig. Hielm zum Beispiel hat mich mehrmals zum Lächeln gebracht mit den Hinweisen, es handele sich um seine Ex.

Was mir an Dahls Schreibstil am besten gefällt, ist sein hintergründiger Humor. Hier herrscht nicht die skandinavische Schwermut vor. Die gibt es zwar auch, sie ist aber immer mit einem Augenzwinkern garniert. Ich habe an einigen Stellen herzhaft lachen können. Und wie sich der Fall zum Schluss ganz lapidar in Asche verwandelt, das muss man einfach gelesen haben. Bzw. gehört haben.

Für mich ist Arne Dahl einer der besten skandinavischen Autoren und ihm ist mit Totenmesse ein spannendes, vielschichtiges Buch gelungen.

08.09.2013 14:12:49
kazz

Trina schrieb am 22.03.12 genau das, was ich empfinde.
Ich liebe skandinavische Krimis.
Man muß Fan von Arne Dahl sein, um seinen Schreibstil zu mögen. Nee, vielleicht bin ich nicht intelligent genug, um die Philosophie zu verstehen, für mich ist die Schreibweise total wirr und langweilig, auch mit den Protagonisten wurde ich nicht warm.
Da hilft mir auch der Aufdruck "Spiegel Bestseller" nicht weiter.
Nach Seite 100 habe ich aufgegeben.

20.08.2012 11:02:07
Nina.Jan

Spoiler:
Diese Rezension enthält KEINE Spoiler!

Titel:
Das Buch trägt den Titel „Totenmesse“ und erschien 2004. Ohne etwas vom Inhalt vorwegzunehmen, kann ich nach der Lektüre sagen, dass dieser Name mal wieder in keinerlei erkennbarem Zusammenhang zum Buch steht. Das Buch ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Werk von James Patterson.

Autor:
„Totenmesse“ wurde von einem schwedischen Autor unter dem Pseudonym Arne Dahl veröffentlicht. Hinter dem Namen verbirgt sich Jan Lennart Arnald. Der Autor schaffte 1998 mit dem Beginn der Krimi-Reihe rund um das Sonderermittlungs-Team „A-Gruppe“ den Durchbruch. Zur A-Gruppe gehören die schwedischen Ermittler Paul Hjelm und Kerstin Holm, die in zehn Büchern ihren Auftritt haben.

Cover:
Das Cover zeigt einen Kerzenständer vor einem Blutroten Hintergrund. Schön unheimlich, aber nichtssagend!

Zusammenfassung:
Um genau 10.40 überfallen zwei maskierte Männer eine Bank in Stockholm und nehmen Angestellte und Kunden als Geiseln. Unter den unglücklichen Kunden befindet sich auch Cilla Hjelm, die Ex-Frau des Stockholmer Sonderermittlers Paul Hjelm. Es gelingt Cilla ihr Handy vor den Bankräubern zu verstecken und eine Verbindung zum Polizeipräsidium herzustellen.

Das Sonderermittlungs-Team rund um die A-Gruppe und deren Leiter Paul Hjelm und Kerstin Holm, versuchen inzwischen bereits verzweifelt die Lage zu deeskalieren. Man ist bereit auf jede Forderung der Bankräuber einzugehen. Doch die aus Russland stammenden Räuber machen keine Geldforderung!

Wieso überfällt man eine Bank, wenn man sie nicht ausrauben will? Warum nimmt man Geiseln, wenn man die Stadt nicht erpressen möchte? Und wie wollen die Bankräuber das Gebäude unbeschadet verlassen? Ein Einsatz-Team bringt sich vor dem Bankgebäude in Stellung und stürmt die Filiale. Was steckt hinter diesem ungewöhnlichen Bankraub und werden die Geiseln den nächsten Tag überhaupt noch erleben?

Kritik:
„Totenmesse“ ist bereits der siebte Roman rund um die Sonderermittler der A-Gruppe. Der Thriller kann aber trotzdem problemlos auch ohne die vorangegangenen Werke zu kennen, gelesen werden. Für Fans von Arne Dahl ist es schön die alten Charaktere wieder zu erleben. Neue Leser werden diese im Laufe des Buches kennenlernen. Dem Autor gelingt es zwar die Charaktere mit all ihren Macken und Ticks liebevoll zu beschreiben, so ganz sympathisch sind sie mir allerdings trotzdem nicht geworden.

Das liegt vielleicht auch an der ungewöhnlichen Stellung des Polizisten Paul Hjelm und seiner Ex-Frau Cilla. Während er von Außen ermittelt, sitzt sie in den Händen der Bankräuber fest und versucht den Ermittlern via Handy Tipps zu geben. Die Beziehung der beiden ist eher ungewöhnlich und wird in „Totenmesse“ genauer beschrieben. Für meinen Geschmack spielen dabei die diversen Liebesbeziehungen der Charaktere – wie in so vielen Krimis aus dem Norden - eine zu große Rolle. Gleichzeitig haucht dies der Story aber auch Leben und Gefühl ein!

Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen. Er sticht nicht besonders hervor; die Übersetzung ist anscheinend gelungen.
Die Idee hinter der Geschichte ist wirklich gut! Es handelt sich hierbei nämlich nicht um einen normalen Rein-Raus-Banküberfall, sondern um etwas ganz anderes. Die wahren Absichten der Täter werden erst im Laufe des Buches enthüllt und sind nicht nur spektakulär, sondern auch sehr überraschend. „Totenmesse“ bietet Spannung pur bis zu letzten Seite.

Die Auflösung des Plots bringt viele Überraschungen mit sich. Allerdings ist der Auslöser hinter der ganzen Geschichte für mich persönlich zu unrealistisch und weit hergeholt. Die Geschichte spielt nämlich nicht nur in der heutigen Zeit, sondern bietet auch Rückblicke bis hin zum kalten Krieg. Historisch ist das auf jeden Fall interessant. Als Grund für die ganzen Geschehnisse hat mir die Erklärung des Autors allerdings nicht ganz so gut gefallen.

„Totenmesse“ ist ein rundum gelungenes, spannendes, gut geschriebenes Buch. Für Fans schwedischer Bücher ein absolutes Muss! Das Ende ist überraschend, aber etwas weit hergeholt.

22.03.2012 18:48:34
Trina

Ich glaub, ich war im falschen Film! Oder falschem Buch?? Ich LIEBE skandinavische Schriftsteller, aber hier war ich enttäuscht. Die Schreibweise war mir zu wirr und laaangweilig. Da muß man wohl Fan von Dahl sein. Ich wollte es bis zur Mitte schaffen, habe es aber nach dem 1. Drittel nur noch quergelesen. Auch das war mir zu lang und habe das letzte Drittel weggelassen, da es nur noch schlimmer wurde.

13.10.2011 11:43:51
€nigma

"Totenmesse" von Arne Dahl ist bereits der siebte Krimi um das Stockholmer A-Team, für mich war es jedoch mein erstes (und vermutlich nicht letztes) Buch des Autors.

Verschiedene Handlungsebenen wechseln einander ab: zunächst steht ein raffiniert eingefädelter Banküberfall im Mittelpunkt, der anders verläuft, als die Polizei es erwarten würde. In den Text eingeschoben finden sich in Kursivschrift gedruckte Auszüge aus einem Tagebuch, das ein deutscher Soldat während des Einmarsches der Deutschen nach Russland geschrieben hat und dessen letzter Eintrag schließlich in Stalingrad verfasst wurde. Als wäre das noch nicht verwirrend genug, gibt es immer wieder kurze Abschnitte über einen Kollegen des A-Teams, der sich auf längerem Urlaub im Mittelmeerraum befindet, wo er für sich und seine Frau ein Haus sucht.

Der Leser fragt sich, wie diese verschiedenen Handlungsstränge zusammengehören könnten...und im Laufe der Zeit entwirrt sich das Knäuel, wobei der Ausgangspunkt aller Handlungen überraschend simpel ist, die Ausgestaltung des Romans aber sehr intelligent vorgenommen wird und dem Leser einiges an Konzentration abverlangt, vor allem, wenn er im Hinblick auf Spionage und Agententätigkeiten ein Laie ist.

Stellenweise ist dieser Krimi sehr spannend, der Schluss, über den hier natürlich nichts verraten werden soll, ist dagegen geradezu genial einfach - der Autor hat sich hier gut aus der Affäre gezogen.

Das Einzige, das mich etwas irritiert hat, ist die Angewohnheit von Arne Dahl (oder die des Übersetzers?), häufig unvollständige Sätze zu verwenden. Da ich noch keinen seiner anderen Romane gelesen habe, kann ich nicht beurteilen, ob das für seinen Schreibstil typisch ist. Ich werde es sicherlich noch herausfinden, denn ich möchte dem A-Team gern wieder begegnen...

12.06.2010 18:53:55
klein_my

Auch ich habe bisher alle Bücher von Dahl regelrecht verschlungen...


Allerdings muss ich zugeben, dass auch ich ein wenig über das Bild der A-Gruppe in diesem Roman gestutz habe. Nybergs ringen mit der Gewalttätigkeit, Viggo Norlanders Mord...irgendwie war es ein wenig unverhofft... So richtig Spannung wollte ehrlich gesagt bei mir nicht aufkommen, zumindest bis ungefähr zu Hälfte des Buches. Aber mir gefiel sehr gut, wie der Autor das Thema der Kriege, der Staatssicherheitsdienste und den "Internetraub" der Andelsbank eingeflochten hat. Eigentlich bin ich ja nicht so der Geschichtsnarr, aber da diese Zeiten ja nicht so weit zurückliegen, ist es interessant zu lesen wie es denn damals abelaufen ist...wenngleich ich mir natürlich bewusst bin, dass es ja nicht haargenau der Wahrheit entspricht.

Alles in allem eine wirklich interssante Story, wenngleich es ein wenig schleppend anlief.

24.03.2010 21:17:49
Dorian Gray

Dass den persönlichen Befindlichkeiten der Ermittler mehr und mehr Raumn eingeräumt wird, ist seit einiger Zeit ein Phänomen der Dahl-Romane, dieser ist aber, anders als die Vorgänger, deutlich spannender, auch ist die zuletzt häufig auftauchende Rechtzfertiguung zur Selbstjustiz, die v.a. in "Tiefer Schmerz" überdeutlich hervortrat, glücklicherweise wieder verschwunden.

26.08.2009 12:53:22
anyways

Tote Krieger
Welche Verbindung besteht zwischen dem 2. Weltkrieg, dem 2.Irakkrieg, der "Totenmesse" von Mozart und dem brutalen Überfall auf die Östermalmsbank?

Die A-Gruppe- Spezialeinheit für Gewaltverbrechen von internationalem Charakter- wird durch ein Telefonanruf aus der Liveübertragung zur Berichterstattung über die Kampfhandlungen im Irak gerissen.In der Östermalmsbank wurde ein Überfall verübt. Erschwerend kommt hinzu, das eine der Geiseln die Ex-Ehefrau von Paul Hjelms- Ermittler in der Internen Sektion- ist.Von nun an arbeiten beide Teams zusammen, um die Geiselnahme in der Bank unblutig zu beenden.Mit Hilfe von Paul\'s Ex-Ehefrau gelingt es ihnen sogar. Aber warum konnten die Täter entkommen und liessen das Geld zurück. Fragen die beide Teams tief in alte Spionage- Seilschaften aus dem Kalten Krieg verstricken.

Dieses Buch hält durch seine vielen Wendungen den Leser in Atem.Eine gut recherchierte Geschichte und wieder einmal ein hervorragender "Schweden-Krimi".

13.07.2009 08:57:00
Krilla

Alle bisherigen Bücher von Arne Dahl habe ich mit Begeisterung gelesen und mich voller Vorfreude auf die "Totenmesse" gestürzt.

Das A-Team, in den Buch-Vorgängern sehr gut und humorvoll charakterisiert, und den Lesern mit ihren Marotten ans Herz gewachsen, entwickelt sich bei jetztiger Beschreibung zu einem etwas sonderbaren Haufen.
Wäre es mein erster Dahl gewesen, hätte ich das Buch mit Sicherheit spätestens nach einem Drittel aus der Hand gelegt. So habe ich ihm eine weitere Chance gegeben und nach der Hälfte entwickelte sich etwas Spannung. Leider zu wenig und die Lösung des Falles wirkte sehr konstruiert.

Schade, schade. Ich hoffe, das nächste knüpft an die ersten vier A-Team-Bücher an.

12.07.2009 11:35:34
froggy

Bisher habe ich jedes Buch von Dahl verschlungen. Mit "Totenmesse" wurde ich nie richtig war um schlussendlich habe ich das Buch einfach nur noch zu ende gelesen. Die Story war zwar nicht schlecht, für meinen Geschmack wohl zu polit- und krieglastig.

Ich bin nun auf den nächsten Band gespannt - für mich wieder hoffentlich ein besserer Dahl.

10.07.2009 13:43:20
Ticva

Ein Banküberfall ist der Ausschlag für Ereignisse, deren Ursprung bis in die Zeit des zweiten Weltkriegs zurückreicht.

Nach dem Banküberfall, als die Spannung wieder versickert wie das Regenwasser in der Erde, hatte ich das Gefühl, dass es jetzt nur noch langweilig weiter geht. Es wollte sich zunächst überhaupt keine Spannung aufbauen. Aber dann, einige Zeit später, als die Ermittlungen endlich Formen annahmen, konnte man langsam gewisse Fäden zwischen einzelnen Beweisen ziehen. Sowie sich mit der Zeit auch die Verbindung zwischen den Tagebucheinträgen von 1941/42 und dem Banküberfall, mit allem was danach kam, herauskristallisierte, baute sich die Spannung wieder immer weiter auf und ich begann richtig mitzufiebern.

Im Text eingeflochten finden sich Tagebucheinträge von 1941-42. Ein Mann, dessen Name nicht genannt wird, schildert die Schlacht gegen Russland, wie er sie als Deutscher an vorderster Front erlebt. Diese Einträge sind kapitelweise und in Kursivschrift verfasst.
Immer wieder schreibt er auch so, als würde er einen Monolog mit Gott halten: [i]den Gott, an den ich nicht glaube[/i] heißt es dann immer.

Und genau so erfuhr ich auch zwischendurch private Einblicke der einzelnen A-Team-Mitglieder. Anfangs noch etwas zusammenhangslos, aber mit der Zeit haben auch diese Kapitel ihre ganz gewisse Daseinsberechtigung.

Dadurch, dass es immer wieder abwechselt zwischen den Handlungen des A-Teams, den Tagebucheinträge und was sonst noch um das Geschehene passiert, bekommt man einen besonders interessanten Einblick in alles.

Wie damals, bei der Schlacht um Russland, handelt es sich bei dem Einsatz der USA im Irak scheinbar um einen reinen Ölkrieg.
Weshalb der Autor aber die Rede des amerikanischen Präsidenten seitenweise niederschrieb, war mir noch am Ende ein Rätsel.

Vereinzelte Sätze verstand ich nicht so richtig. Genauso ging es mir mit einzelnen Wörtern, die ich persönlich noch nie im Gebrauch hatte. Somit wurde die Schreibweise manchmal ziemlich unverständlich und ich wusste teilweise nicht, was mir der Autor dadurch sagen will.

Einige Handlungen, die anfangs nur nebenher liefen, werden zum Schluss den Kreis schließen und damit das Ende einläuten.
So kommt am Ende auch heraus, dass gewisse wichtige Dokumente über Generationen hinweg erhalten blieben und zu diesem großen, anfangs undurchschaubaren Plan führten.

Der Schutzumschlag wird als rote Mauer dargestellt, die von einem dreiarmigen Leuchter beleuchtet wird. Oben, über dem Leuchter, steht in großen, schwarzen Buchstaben der Name des Autors.
Am Boden, über dem Ständer des Leuchters geschrieben, steht in kleineren weißen Buchstaben "Totenmesse", sowie darunter, ebenfalls in weiß und noch etwas kleiner die Bezeichnung "Kriminalroman".

Fazit:
Dieses Buch war mein erstes von Arne Dahl und ich wurde positiv überrascht!
Durch und durch ein spannend guter Krimi mit einer interessanten Ansicht des zweiten Weltkriegs.
Auch wenn der Roman immer wieder ziemlich undurchschaubar und die teilweise seltsame Schreibweise gewöhnungsbedürftig war, erhält die Totenmesse von mir 4 von 5 Sternchen.

03.05.2009 06:41:16
ulli

Wäre doch Arne Dahl nur seiner
erfrischenden Schreibweise der Vorgänger
wie "Misterioso" oder"Böses Blut" treu
geblieben, dann hätte man jeden "NEUEN"
von ihm bedenkenlos lesen können.
Aber seit "Rosenrot" versucht er sich an einem neuen Schreibstil, der schon fast an Wortdrechslerei erinnert. Eine Schleife und noch eine.!
Sein Namensvetter Kjell Ola Dahl macht es ihm vor, wie man sich von Buch zu Buch
steigern kann. Spannend ohne Umwege mit einem Schreibfluß der Freude am Lesen macht.

01.05.2009 22:18:25
Nati

Mozarts Requiem
Ein neuer Fall, der aufgeklärt werden muss, von der A-Gruppe, dem Spezial-Ermittlerteam aus Stockholm. Der Einstieg in das siebte Buch von Arne Dahl „Totenmesse“ um die A-Gruppe gestaltete sich schwierig. Viele Handlungsstränge wirkten verwirrend.
Man fragte sich, was verbindet einen Banküberfall, bei dem Paul Hjelms Ex-Frau als Geisel genommen wird, die Versteigerung eines antiken Schreibtisches, ein Mitglied der A-Gruppe auf Urlaub in Griechenland und immer wieder zwischen drin Tagebucheintragungen eines deutschen Soldaten im zweiten Weltkrieg, der in Stalingrad kämpfte, miteinander. Parallel dazu erfährt man, dass die USA den zweiten Irakkrieg beginnt. Gleichzeitig hört Paul Hjelm während des gesamten Buches die Totenmesse „Requiem“ von Mozart im Ohr, so wie die Musik lauter wird, gibt es neue Erkenntnisse.

Dem Leser werden viele kleine Puzzleteile vorgelegt. Diese setzen sich nach und nach in kleinen Abschnitten zusammen und enden doch überraschend.

Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten die Handlungsstränge und Gedankengänge richtig nachvollziehen zu können, was auch den Lesefluss bremste. Doch dann möchte man als Leser wissen, wie sich alles zu einem logischen Ganzen zusammenfügt.

Außergewöhnlich fand ich, dass Arne Dahl nicht einen einsamen Ermittler in den Mittelpunkt stellte wie seine skandinavischen Kollegen, sondern ein ganzes Team. Obwohl ich erst die vielen Ermittler und deren Angehörige richtig zu ordnen musste, zeigte sich, dass jede Person ihre Stärken und Schwächen hatte. Mir gefiel der intelligente Stil von Arne Dahl gut. Es wirkte nicht klischeehaft und das Einbringen der Weltgeschichte machte es noch spannender und interessanter.
Nicht einfach zu konsumierende Krimikost bzw. Spionagekost, sondern spannende Unterhaltung, die mich veranlassen, auch die ersten Bücher dieser Serie zu lesen.

09.04.2009 13:12:16
Elke

"Totenmesse" ist wieder einmal ein Krimi um die Mitglieder des A-Teams aus der Feder von Arne Dahl, in dem er alle Register seiner außergewöhnlichen schriftstellerischen Fähigkeiten zieht.

Eine Geiselnahme in einer Bank, die mit dem Beginn des Irak-Kriegs zusammenfällt, die Ersteigerung eines Barock-Schreibtisches, die Suche nach einem Ferienhaus im Mittelmeerraum und die Tagebucheinträge eines deutschen Soldaten, der die Belagerung von Stalingrad erlebt, der Kalte Krieg nach dem Mauerbau und die Sitation in Europa nach dem Mauerfall. Viele verschiedene Puzzleteile und der Leser fragt sich, wie das wohl alles zusammenhängt.

Nach und nach kommt Licht in das Dunkel und zeigt die Verbindungen zwischen den scheinbar unzusammenhängenden Ereignissen auf: Agenten sind auf der Jagd nach einer geheimnisvollen Formel, die die Welt ein für alle Mal von ihrer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen befreien kann.

Arne Dahl ist mit diesem Kriminalroman einmal mehr ein absolutes Meisterwerk gelungen, das allerdings einige Konzentration von seinem Leser erfordert, um sämtliche Nuancen aufzunehmen. Intelligent konstruiert, spannend geschrieben und schlüssig aufgelöst - von mir erhält das Buch die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

24.03.2009 12:28:40
Marius

Inhaltlich beginnt der Roman zunächst einmal mit sehr vielen Perspektiven, die den Leser zunächst noch etwas irritieren werden, vor allem wenn man die Vorgängerbände um die A-Gruppe nicht kennt. Auch ich fühlte mich zunächst etwas hilflos, da ich die einzelnen Charaktere der A-Gruppe rund um Kerstin Holm noch nicht kannte, doch dieses Gefühl legte sich allmählich und ich fand immer besser in die Geschichte hinein.
Der erste Teil des Romans erinnerte mich sehr an den Film Inside Man mit Clive Owen und Jodie Forster. Ähnlich wie in diesem Film ist der Banküberfall auf eine Internetbank in Stockholm nur der Auftakt zu einem ausgeklügelten Plan. So beginnt nach dem Banküberfall die Jagd auf die Hintermänner des Verbrechens und es stellt sich heraus, dass der Überfall nur zur Kaschierung eines anderen Verbrechens diente, welches weit in die Vergangenheit des 2. Weltkriegs und des Kalten Kriegs zurückreicht. So wird von der A-Gruppe alles gefordert, die bei diesem Verbrechen sogar persönlich involviert ist, da Paul Hjelms Exfrau Cilla zu den Geiseln in der Bank zählt.
Arne Dahl gelingt es geschickt, die einzelnen Erzählstränge Schritt für Schritt langsam miteinander zu vereinigen und so die auch zunächst nur als Randfiguren agierenden Protagonisten in den Verlauf des Krimis einzubinden und ihnen entscheidende Szenen zukommen zu lassen. Auch beschränkt sich Dahl nicht nur auf die Lokalität Stockholm sondern jagt seine Ermittler auf der Suche nach den Hintermännern des Verbrechen auch bis nach Venedig oder Wolgograd.
Für mich war diese Globalität des Verbrechens eine wohltuende Abwechslung zu den sonstigen Schwedenkrimis, die ich kannte. Wo Mankell seinen einsamen Wallander meist nur in Ystad ermitteln lässt ist hier eine ganze Expertengruppe auf der weltweiten Jagd nach einem Geheimnis, das all unsere heutigen Probleme wohl für immer lösen könnte. Auch die depressive Grundstimmung aus anderen skandinavischen Krimis konnte ich bei der Lektüre glücklicherweise nicht wahrnehmen, die ich bei Krimikollegen wie Henning Mankell immer für ein wenig "too much" empfand, um mich gut mit der Geschichte zu identifizieren.
Auch das Sujet Energieprobleme ist gut gewählt, da es sich um ein brandaktuelles Thema handelt, was insofern bemerkenswert ist, da das Buch in Schweden bereits 2004 erschien und man Dahls Prophetie rühmen muss, da er schon vor über 5 Jahren eines der drängensten Probleme unserer Tage erkannte und einen Thriller schrieb, der sich um dieses Thema rankt.
Insgesamt kann ich den Stimmen auf dem Buchrücken zustimmen, die das Buch als eine Perle der skandinavischen Thrillerkunst beschreiben. Dieses Buch wird bestimmt nicht das letzte von Arne Dahl sein, welches ich gelesen haben werde.
Unverständlich ist für mich nur, warum dieser in Schweden bereits 2004 erschienene Roman noch nicht viel früher ins Deutsche übersetzt wurde, da man eine vergleichbare Qualität an guter Kriminalliteratur in Deutschland oftmals vergeblich sucht.

18.03.2009 17:17:47
sapkowski

„Totenmesse“ von Arne Dahl ist bereits der siebte Band mit den Ermittlern des A-Teams Kerstin Holm und Paul Hjelm.
Man muss die vorherigen sechs Bände nicht zwingend gelesen haben, um dieses Buch zu verstehen. Es ist aber sinnvoll, da man in „Totenmesse“ auch viel über das Privatleben der Ermittler erfährt.
Dieses Buch von Arne Dahl ist wieder sehr spannend, nüchtern und fesseln geschrieben.
Durch die verschiedenen Handlungsstränge wird der Leser neugierig gemacht und in der Handlung gefangen genommen. Auch wie Dahl mit der Zeit die Handlungsstränge miteinander verwebt finde ich sehr gelungen. Auch war für mich die Aufklärung wieder sehr überraschend, aber einfach erstklassig gemacht!
Arne Dahl hat für sein neuestes Werk ein brisantes und interessantes Thema gewählt und dieses dem Leser erfolgreich vermittelt. Einfach grandios!

Ich freue mich schon auf seine weiteren Werke!

4 von 5

16.03.2009 18:35:49
stjerneskud

Erstklassiges Leseerlebnis

Im vornehmen Stockholmer Stadtteil Östermalm wird eine Bank überfallen und die anwesenden Personen als Geiseln genommen. Unter ihnen befindet sich Cilla Hjelm, die Ex-Frau des im A-Team ermittelnden Kommissars Paul Hjelm. Dieser Überfall scheint von vorneherein kein „normaler“ zu sein, denn die Bankräuber verschanzen sich mit Sprengstoff in der Bank und rauben kein Geld mit dem sie auf der Stelle fliehen wollen. Außerdem soll die Polizei einen Befreiungsplan für die Bankräuber samt Geiseln erarbeiten. Um was es aber wirklich geht und wie tief dabei in der Vergangenheit gegraben werden muss, offenbart sich erst nach und nach.

Es ist der erste Band aus der Krimi-Reihe um das A-Team, überhaupt der erste Roman, den ich von Arne Dahl gelesen habe, und ich bin tief beeindruckt. Mit den ersten drei bis vier Kapiteln tat ich mich schwer, weil sie für mich zunächst keinen Sinn ergaben und ich keinen Zusammenhang erkennen konnte. Die Kapitel sind unterschiedlichster Art und es ist nicht einfach mit den verschiedenen Personen klar zukommen. Nach dieser Anfangshürde geriet ich dann aber in den Sog des Krimis und mochte ihn gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte ist fesselnd und spannend geschrieben. Gebannt folgte ich den Ereignissen und tauchte in sie ein. Die Charaktere sind so lebendig und natürlich geschildert, dass man meinen könnte, ihnen bei einem Besuch in Stockholm zu begegnen. Man schüttelt weder den Kopf über sie, noch kommen einem ihre Handlungen übertrieben vor, auch fällt niemand aus dem Rahmen und weil sie sehr intensiv geschildert werden, empfindet man etwas für sie und fühlt mit ihnen. Es ist ein erstklassiges Lesevergnügen und wenn sich ein Puzzleteil zum anderen fügt und man manchmal schon selber weiß, was man gleich lesen wird, freut man sich darauf. Zum Schluss bleiben auch keine Fragen mehr offen, angetan kann man das Buch zur Seite legen und sich auf das nächste von Arne Dahl freuen.

Absolut empfehlenswert! Und am besten hält man sich viel Zeit frei, damit man den Krimi in einem Rutsch lesen kann.

14.03.2009 15:56:09
duffyhh

als eingefleischter Arne-Dahl-Fan fällt es mir schwer so zu urteilen, aber das jüngste Werk des Schweden ist einfach hoffnungslos überkonstruiert. Hätte ich die Akteure der A-Gruppe nicht in den bisherigen Büchern kennen lernen können, es wären blasse Figuren geblieben. Das auch noch ein Bösewicht aus einem der früheren Bücher (Böses Blut) auftaucht und sein gerechtes Ende findet - es macht alles keinen rechten Sinn, es bleibt am Ende ein fader Geschmack, der durch die Kritik am fossilen Zeitalter der Ölverschwendung auch nicht besser wird. Schade.

13.03.2009 22:17:33
Stephi

Was haben eine Geiselnahme, der Kalte Krieg, ein Ferienhaus im Mittelmeerraum und fossile Brennstoffe miteinander zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Arne Dahl belehrt seine Leser jedoch eines Besseren. Er konstruiert eine Handlung, deren einzelne Handlungsstränge anfangs keinen Bezug zueinander zu haben scheinen, die sich aber mit dem Fortschreiten des Buches immer weiter annähern, bis am Ende schließlich ein kompliziertes Geflecht aus Überschneidungen und Zusammenhängen entsteht, was dem Leser aktuelle Probleme der Welt vor Augen führt.Obwohl ich zugegebenermaßen anfangs Probleme hatte, in die Handlung hineinzufinden, konnte Dahl mich absolut überzeugen. Er schreibt ein sehr anspruchsvolles Buch, was überraschend komplex ist und in meinen Augen nicht zu der Kategorie „für zwischendurch“ gehört. Besonders gut gefallen hat mir die recht große Ermittlergruppe. Es gibt in Form von Kerstin Holm zwar eine Leiterin, dennoch sind die einzelnen Mitglieder der Gruppe gleichermaßen an der Lösung des Falls beteiligt. Es wird nicht, wie so oft üblich, ein Ermittler in den Mittelpunkt gestellt, was der Handlung in meinen Augen viel Authentizität verleiht.Als besonders positiv ist mir außerdem der Stil Dahls aufgefallen. Er versteht es, die Gefühle und Gedanken der einzelnen Personen immer in die entsprechende Situation einfließen zu lassen. Dabei macht er keinen Unterschied zwischen ihren Positionen und verleiht ihnen eine Tiefe, die in dieser Form selten in Thrillern zu finden ist. Ermittler und Verdächtige werden gleichermaßen greifbar für den Leser und ermöglichen es ihm, sich ein eigenes Bild zu machen. Gekoppelt mit einer sehr angenehmen und den einzelnen Handlungsabschnitten angepassten Sprache entsteht ein rundes Gesamtbild, wodurch das Buch flüssig zu lesen ist.Alles in allem bietet „Totenmesse“ großartige Unterhaltung auf hohem Niveau mit einem spannenden Ende, das ebenso überzeugend ist, wie das ganze Buch. Dabei kommen weder zwischenmenschliche Beziehungen noch Witz zu kurz. Ich möchte dieses Buch sehr empfehlen.

12.03.2009 09:54:33
subechto

Geniale Projektion!
Das Buch beginnt mit einem Paukenschlag: zeitgleich mit dem Beginn des Irakkriegs am 20. März 2003 findet in einem Stadtteil von Stockholm ein
Banküberfall statt. Und genauso wie die USA den Irak in Grund und Boden gebombt haben, soll halb Stockholm in die Luft gejagt werden!

Es geht um die Kriege des vergangenen Jahrhunderts: der 2. Weltkrieg, der
Afghanistankrieg, der Irakkrieg, nicht zuletzt der kalte Krieg zwischen Ost und
West, Also immer wieder der Kampf ums Öl. Und es geht um eine chemische Formel, die diese fossilen Brennstoffe ersetzen soll. So überrascht es nicht, dass die russischen Bankräuber gar keine Terroristen sind, sondern (ehemalige) Spione, denen es weniger ums Geld geht, als vielmehr um diese Formel...

Und es geht um Sicherheit, einem Grundbedürfnis der heutigen Zeit:
Datensicherheit, Sicherheitsfirmen, die Stasi (Staatssicherheitsdienst der ehem.
DDR), ebenso wie Firewalls und richtige, gemauerte Wände. Überhaupt ist dieses
Buch gespickt mit Projektionen, Parallelwelten und Metaphern. Auch das
Schlüsselwort "fossil" taucht immer wieder auf, in seinen verschiedensten
Bedeutungen.

Arne Dahls Krimis sind anders. Seine anspielungsreichen, intelligenten und
facettenreichen Fälle sind keine ganz einfach zu konsumierende Krimikost,
sondern spannende Unterhaltung der Extraklasse. So auch dieses Mal. Dahls
„A-Team“ besteht aus einer ganzen Reihe von Ermittlern, und in jedem seiner
Krimis rückt der Autor ein anderes Teammitglied in den Mittelpunkt. In
Totenmesse ist es Paul Hjelms Ex-Frau Cilla. Denn sie befindet sich zur falschen
Zeit am falschen Ort, gerät in den Banküberfall, wird als Geisel genommen und verliert die Sprache, genau wie Bush. (Metapher!)

Der Titel von Arne Dahls neuem Buch Totenmesse bezieht sich auf Mozarts Requiem, einer Musik, bei der sich Sonderermittler Paul Hjelm gerne entspannt. Sie zieht
sich durch das gesamte Werk und ehrt die zahlreichen Toten, die in diesen
vielen, unsinnigen Kriegen des verlorenen 20. Jahrhunderts gestorben sind.

Ich liebe intelligente Krimis mit Niveau, gerne auch mit aktuellem, politischen
Hintergrund. Mit seinen sympathischen Charakteren und seinen kurzen, knackigen Sätzen trifft Dahl genau meinen Geschmack. Mein bisheriger Favorit aus dieser Reihe war Rosenrot, aber Totenmesse ist mindestens genauso gut: unbedingt empfehlenswert!

10.03.2009 20:04:46
nosebears

Cilla Hjelm tritt nur kurz ins Rampenlicht, bevor sie wieder zur Staffagefigur wird...
Die Ex-Frau des Internermittlers Paul Hjelm wird in einen Banküberfall mit Geiselnahme verwickelt. Da sie von den Geiselnehmern nicht gefesselt wird, kann sie dem Ermittlungsteam um Kerstin Holm und Paul Hjelm mit Hilfe von Handybildern Unterstützung leisten. Als die Bank gestürmt wird und die beiden Geiselnehmer dabei "verloren" gehen, fängt das Buch eigentlich erst so richtig an. Neben diesem Haupthandlungsstrang, der sich um die Suche nach den beiden Bankräubern dreht, existieren noch weitere Handlungstränge, deren Sinn sich dem Leser lange Zeit nicht erschliessen. So wird von einem Mitglied des A-Teams erzählt, der sich in seinem Urlaub in Südeuropa befindet, ein Soldat im zweiten Weltkrieg, eigentlich ein Naturwissenschaftler- schreibt ein Tagebuch, ein Mitglied des Ermittlungs-teams, Arto Söderstedt, ersteigert einem Barockschreibtisch. Im ersten Kapitel erschießt sich ein Mann auf der Flucht vor mehreren Verfolgern. Diese Kapitel konnte ich lange nicht mit der eigentlichen Handlung in Zusammenhang bringen. Arne Dahl führt all diese Stränge absolut genial zusammen - in einen Krieg ehemaliger und heutiger Geheimdienstler, für die es um die Zukunft der Energiegewinnung weltweit geht.
Der Beginn des Irakkrieges, zeitgleich mit dem Banküberfall, steht für die Angst vor der drohenden Abhängigkeit vom "Schwarzen Gold". Das einzige was Dahl hätte weglassen oder zumindest kürzen können, war die komplette Rede George W. Bushs zum Irakkrieg.
Fazit: Ein richtig gut geschriebenes Buch mit vielen Aha-Effekten, wenn der Autor Stück für Stück Licht ins Dunkel bringt.

10.03.2009 08:55:26
Marina

Das Buch „Totenmesse“ ist spannend und flüssig geschrieben, all die Charaktere sind äußerst genau gezeichnet und auch das politisch angehauchte Thema ist eine Abwechslung neben all den Serienmördern und Frauenschändern die allzu oft in spannenden Büchern vorkommen. Arne Dahl ist es gelungen, den Leser an der Nase herumzuführen und verwebt geschickt die verschiedenen Handlungsstränge. Im Großen und Ganzen war ich sehr gefesselt und konnte das Buch oft nicht mehr weglegen, besonders das Geschehen in der internen Ermittlergruppe lässt einen nicht mehr los.
Doch gibt es auch ein paar kleine Mankos. Zum einem ist die Übersetzung nicht 100%ig gelungen, Begriffe wie Länspolizeipräsidentin oder auch eine SMS Nachricht die mit schwedischen Adjektiven erklärt wird – da hätte die Übersetzung sich doch ein wenig mehr anstrengen können. Auch ein paar Rechtschreibfehler habe ich noch entdeckt. Außerdem kenne ich die Vorgänger des Buches nicht und so manches was das Verhalten der Ermittler rechtfertigen soll blieb für mich unersichtlich – na gut dafür kann der Autor nichts, treibt mich nun jedenfalls dazu an, die anderen seiner Bücher zu lesen. Was für mich auch noch ein großer Nachteil ist und mir leider auch immer wieder auffällt, sind Klappentexte die meiner Meinung nach zu viel verraten. Man hätte es bei dem Banküberfall belassen sollen und vielleicht noch erwähnen können, dass am Ende alles anders ist, als gedacht, aber so finde ich wird eindeutig zu viel verraten. Man muss doch die ganzen Ergebnisse der Ermittlungsarbeit, die im Buch 250 Seiten ausfüllen, nicht in 20 Zeilen stecken. Das finde ich wirklich schlecht gelöst.

Alles in allem hat Arne Dahl jedoch einen spannenden, soliden und interessanten Krimi geschrieben, der mich begeistert hat. Doch hat der deutsche Verlag vielleicht ein paar Dinge verschlafen.

09.03.2009 20:33:35
Nicole W.

Arne Dahl hat mit "Totenmesse" einen ziemlich verwobenen Polit-Krimi geschrieben.
Es ist der bereits 7. Krimi rund um das Stockholmer A-Team, was auch erklärt, dass viele Charaktere vorkommen, die gar keine eigene Einleitung mehr erhalten. Beudetet, dass viele Charaktere für Leser, die noch keinen der Vorgängerbände gelesen haben, farblos und undurchsichtig bleiben. So ging es mir jedenfalls. Dies war mein erstes Buch von Arne Dahl und die ganze Zeit über bekamen die meisten Charaktere - mit Ausnahme von Paul Hjelm vielleicht - kein eigenes Gesicht, sondern gingen einfach in diesem gut eingespielten Team unter.

Das A-Team wird mit der Auflösung eines schwierigen Falles betraut. Was zunächst aussieht wie ein normaler Banküberfall mit Geiselnahme, entpuppt sich schnell als etwas größeres. Nicht nur das A-Team, auch der Leser wird lange Zeit im Unklaren darüber gelassen, was es wirklich mit der Geschichte auf sich hat. Im Gegensatz zu den Protagonisten erfährt der Leser aber immer wieder einige Einschübe aus dem Tagebuch eines deutschen Kriegsveteranen, der im 2. Weltkrieg in Russland kämpft und der allen Anschein nach vor dem Krieg auch ein brillanter Wissenschaftler war. Trotz diesen Einschüben sah ich aber lange Zeit keinen Zusammenhang zwischen den Geschehnissen. Das kam wirklich erst auf den letzten 80 Buchseiten.
Die ganze Zeit über versteht man, dass es etwas mit den Rohölvorkommen der Weltgeschichte zu tun hat, um das sich die Menschheit ja seit jeher kloppt. Sowohl damals im zweiten Weltkrieg, wie auch aktuell beim Irakkrieg. Die Frage war die ganze Zeit über: Wie stehen diese Ereignisse und der Banküberfall in Schweden im Zusammenhang?

Generell ist es Arne Dahl ziemlich gut gelungen diese Ereignisse in einem harmonischen Zusammenhang zu bringen. Wie, das zeigt das Ende des Buches, das ich an dieser Stelle nicht verraten will.

Im Buch gibt es übrigens an vielen passenden Stellen immer wieder Andeutungen zum Buchtitel. Denn zu passenden Gelegenheiten hören die Personen im Buch die Totenmesse von Mozart, ein Requiem, eine Messe für Verstorbene, denn Tote gab es viele im Laufe der Menschheitsgeschichte.

09.03.2009 10:35:30
schnegg72

Schwedenspannung pur

Arne Dahl schafft es unnachahmlich den 2. Weltkrieg mit dem Hier und Jetzt zu verknüpfen.
Bis fast zum Schluß fragt sich der Leser, in welchem Zusammenhang manche Handlungsstränge eigentlich miteinander stehen.
Was hat der Beginn des Irakkrieges mit einem Banküberfall am gleichen Tag in Stockholm zu tun?
Was mit einem Polizeikollegen, der im Mittelmeer Urlaub macht?
Was mit dem 2. Weltkrieg?

Wenn das A-Team um Kerstin Holm den Banküberfall und seinen Grund klären kann, können dann auch die anderen Fragen geklärt werden?`

Dieses Werk ist für jeden, der Spannung liebt, ein absolutes Muss.

04.03.2009 22:01:37
TochterAlice

Cilla Hjelm entrinnt nur kurz dem Status einer Staffagefigur.

...da der Banküberfall, bei dem sie als Geisel genommen wird, nur eines von vielen Puzzleteilen im aktuellen Fall – nunmehr dem siebten – der Stockholmer A-Gruppe um Kerstin Holm ist. Das spurlose Verschwinden der Täter nach der Befreiung der Geiseln – leitet die streckenweise recht verwirrende Handlung in Arne Dahls neuestem Krimi „Totenmesse“ erst so richtig ein. Auch in diesem neuen Teil der Serie geht der Autor oft extrem detailliert auf das Eigenleben seiner Figuren ein – wie immer sucht er sich nicht nur einige wenige aus, sondern konfrontiert den Leser gleich reihenweise mit Schicksalen. Gelegentlich überdeckt dies die durchaus spannende Handlung des eigentlichen Kriminalfalls.Der Leser wird mit unterschiedlichen Szenarien konfrontiert, die meines Erachtens nicht immer die Handlung bereichern – so wirkt die Rede des amerikanischen Präsidenten zum Irak-Krieg eher deplaziert, vor allem im Hinblick auf die weitere Entwicklung und die wahrhaft fulminante Schlussphase, für die dieser Part aus meiner Sicht komplett ohne Bedeutung ist.. Insgesamt gesehen jedoch strickt Dahl aus den verschiedenen Patchworkflicken einen Fall, den es sich zu lesen lohnt. Aus meiner Sicht ist es beachtlich, dass bei einem Buch mittlerer Länge keiner der maßgeblichen Erzählstränge – auch im Hinblick auf die Personenbeschreibungen – offen bleibt. So ist das eigentliche Ende des Buchs eher unspektakulär, wirkt dadurch jedoch umso eindringlicher.

16.02.2009 13:33:23
Flocke23

Mittlerweile gibt es eine Menge an Auswahl bei den Skandinavienkrimis. Aber Arnde Dahl gehört für mich in die Topliga der nordischen Krimis.

In dieser Leseprobe überzeugt wieder der intelligente Erzählstil. Eine spannender Plot, in dem auch noch Zeit bleibt, einzelne Charaktere zu formen ohne langweilig zu wirken.

Der Leser darf Einblick nehmen in die einzelnen Schicksale der Ermittler, Opfer und Täter. Der Krimi wirkt dadurch lebendig.

Sehr fesselnd fand ich die Beschreibung der Geiselnahme. Arne Dahl entführt seine Leser in einen sehr spannenden Krimi, den ich unbedingt lesen werde !