Todeswunsch

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • London: Sphere, 2010, Titel: 'Bleed for me', Seiten: 418, Originalsprache
  • München: Goldmann, 2011, Seiten: 512, Übersetzt: Kristian Lutze

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Jürgen Priester
Mit Herzblut geschrieben

Buch-Rezension von Jürgen Priester Dez 2010

"Ein neuer Stern am Krimi-Himmel", "Michael Robotham schreibt sich in die 1.Liga", "In der Königsklasse der Thriller-Autoren" - so überschrieben die begeisterten Krimi-Couch-Kollegen ihre Rezensionen zu den Vorgänger-Romanen von Todeswunsch. Die Leserschaft reagierte anfänglich noch zurückhaltend, gab doch der deutsche Titel des Debütromans Anlass zu Irritationen. Was auch immer jeder einzelne mit dem Wort Adrenalin assoziierte, mit einem feinfühligen Psycho-Thriller hatte kaum einer gerechnet. Ihren ersten Höhepunkt erreichte die Reihe um den Psychologen Joe O`Loughlin mit Dein Wille Geschehe, das in puncto Spannungsaufbau und Dramatik kaum zu toppen ist. So reicht denn Todeswunsch nicht ganz an seinen direkten Vorgänger heran, ist aber ohne Frage immer noch fest in der Königsklasse verankert. Michael Robotham beweist einmal mehr, wie eng er mit seinen Protagonisten verbunden ist. In einem Interview hat er eingestanden, dass sie ihm schlaflose Nächte bereiten können. Das merkt man Todeswunsch auch an. Es kommt sehr intensiv und persönlich rüber.

Sienna Hegarty ist vierzehn und eine Ritzerin. Aus einem Tagebucheintrag, der der Geschichte als Prolog vorangestellt ist, erfahren wir, dass sie diese Art der Selbstverletzung seit ihrem elften Lebensjahr praktiziert. Ob es ihr als Reinigung oder Bestrafung dient, oder ob sie es aus Liebe tut, wird nur vage angedeutet. Der äußerliche Schmerz scheint sie von den innerlichen Schmerzen abzulenken, denn Sienna hat mit vierzehn schon einiges durchmachen müssen.
Sienna Hegarty ist vierzehn und Nachbarin der O`Loughlins. Sie ist die beste Freundin der älteren O`Loughlin-Tochter Charlie.

Seit drei Jahren leben die O`Loughlins in einem kleinen Dorf unweit Bath im Südwesten Englands. Joe O`Loughlin, einer der Helden der Roman-Reihe, hatte seine Praxis als klinischer Psychologe in London aufgegeben, um mehr Zeit mit seinen beiden Töchtern verbringen zu können. Aus diesem Grund arbeitet er nur noch als Teilzeitprofessor an der Bath University. Doch die O`Loughlins leben nicht mehr in einem gemeinsamen Haushalt. Nach den dramatischen Ereignissen vor zwei Jahren (siehe Dein Wille geschehe) hat Joes Ehefrau Julianne auf Trennung bestanden. Sie hatte es satt, dass Joe seine Familie immer wieder durch seine Einsätze als psychologischer Berater der Polizei in direkte Gefahr brachte. Zusätzlich hatte Joes Umgang mit seiner fortschreitenden Parkinson-Erkrankung das Leben der beiden erschwert. So wohnt Joe jetzt ein wenig abseits, ohne aber seine wachsamen Augen von seinen Liebsten zu lassen.

Sienna Hegarty ist immer noch vierzehn, als sie eines Abends blutüberströmt an der Haustür der weiblichen O`Loughlins auftaucht und sofort wieder in Nacht und Nebel verschwindet. In ihrem Zimmer zu Hause findet die Polizei ihren Vater Ray Hegarty – niedergeschlagen und mit aufgeschlitzter Kehle. Hegarty galt zu seinen Polizeidienstzeiten als harter Brocken. Seinen Kindern war er ein strenger Zuchtmeister und seine Zuneigung zu seinen Töchtern ging wohl über das gebührliche Maß hinaus.
Detective Chief Inspector Veronica Cray, die den Fall übernimmt, glaubt an die Integrität ihres früheren Kollegen und hat Sienna in Verdacht, während Joe O`Loughlin fest von der Unschuld Siennas überzeugt ist, da er sie als Freundin seiner Tochter Charlie gut kennt. Veronica und Joe, die sich kabbeln wie ein altes Ehepaar, haben früher schon einmal zusammengearbeitet. Jetzt gehen sie getrennte Wege, aber ihr gemeinsames Ziel ist es, den "wahren" Mörder zu finden. Joe ermittelt an Siennas Schule und stößt dabei auf den Theater-Lehrer Gordon Ellis, der einiges auf dem Kerbholz hat. Es ist müßig zu erwähnen, dass Joes alter Kumpel, Detective Inspector im Ruhestand, Vincent Ruiz wieder mitmischt. Er kümmert sich um Ellis´ Vergangenheit.

Michael Robotham ist ein Freund der Ich-Perspektive und des Tempus Präsens. Beides ist dazu angetan, die Distanz zum Leser aufzuheben. Eine Position, in dem sich nicht jeder Leser wohlfühlt. Die Sicht des Ich-Erzählers ist subjektiv und eingeschränkt, aber dafür kommt der Leser in einen intensiven Kontakt mit dieser Figur. Ein Mann wie Joe O`Loughlin, ein Grübler und Zweifler, der sich zudem auch noch mit einer unheilbarer Krankheit herumschlagen muss, ist geradezu prädestiniert, andere an seinem inneren Monolog teilhaben zu lassen. Das eingesetzte Präsens unterstreicht nicht nur Joes Unsicherheit und seine akuten Sorgen, sondern verwehrt auch dem Leser ein geruhsames Sich-Zurücklehnen, um auf Vergangenes zu schauen.

Robothams Romane sind gezielt auf den jeweiligen Hauptakteur zugeschnitten. Dass Prof. O`Loughlin sein Favorit ist, ist nicht übersehbar. Aber die anderen Figuren fallen nicht ab. So ist der mittlerweile pensionierte Detective Inspector Vincent Ruiz ebenso fester Bestandteil des Tableaus – mit einer Hauptrolle in Amnesie – wie auch die oben erwähnte Veronica Cray. In ihrer Unterschiedlichkeit haben sie eins gemeinsam: die Glaubwürdigkeit. Das trifft eigentlich auf alle auftretenden Personen zu. Es gibt keine Supermänner oder Superfrauen auf der einen Seite und auch keine bestialischen Monster auf der anderen. Es sind Menschen wie Du und Ich mit Stärken und Schwächen. Robotham fordert sein Personal bis an die Grenze der physischen und psychischen Belastbarkeit, begeht aber nicht den Fehler, die Realität über Gebühr zu strapazieren. Selbst das Böse hat begründbare Ursachen, was seine Taten aber nicht entschuldbar macht.

Wenn wir den mal wieder irritierenden deutschen Titel Todeswunsch (hier wünscht sich keiner sterben zu wollen) beiseite lassen, entwickelt Bleed for me – Blute für mich das Drama einer juvenilen Liebe zu einer falschen Person, die diese Zuneigung ausnützt und schändlich missbraucht. Dass dieser Missbrauch auch ein Teil einer komplexeren Struktur ist, die Robotham parallel ausbreitet, scheint ihn aus dem familiären Kontext zu erheben. Ein vermeintlicher Nebenhandlungsstrang, eine rassistisch motivierte Brandstiftung, entwickelt aber seine eigene Dynamik. Alles zusammen gipfelt in einem furiosen Finale, das den Professor an den Rand … und noch so einige Überraschungen parat hat.

In seiner Danksagung am Ende des Buches schreibt Michael Robotham:

 

"Für ihre Geduld und ihre Liebe stehe ich auf immer in der Schuld meiner drei Töchter Alex, Charlotte und Bella, die meine Hochs und Tiefs ertragen und über meine Schrullen gelacht haben."

 

Diese Worte könnten ohne weiteres aus dem Munde des Helden Joe O`Loughlin an seine Töchter Charlotte und Emma gerichtet sein. Zwei Töchter hier, drei Töchter dort. Die Identifikation des Autors mit seiner Hauptfigur könnte nicht größer sein, um seine Ängste um das Wohlergehen seiner Liebsten zu offenbaren. "Mit viel Herzblut geschrieben" - so empfindet der Rezensent Robothams Bleed for me, ein Titel, der am Ende der Geschichte viel Interpretationsspielraum zulässt, was zeigt, wieviele Gedanken sich der Autor auch um einen aussagekräftigen Titel gemacht hat. Es hätte dem Goldmann - Verlag gutgestanden, dies bei der deutschen Titelgebung zu berücksichtigen.

Spannung, Sensibilität und Glaubwürdigkeit sind Michael Robothams Markenzeichen, mit denen er ein Million-Publikum überzeugen konnte. Es fällt den Lesern leicht, sich mit den jeweiligen Akteuren zu identifizieren. Ob nun Joe O`Loughlin oder Vincent Ruiz, Veronica Cray oder Alisha Barba aus Todeskampf - Michael Robotham sorgt für Abwechslung in seiner außergewöhnlichen Reihe. Eine Fortsetzung ist in englischsprachigen Ländern schon erschienen: The Weckrage, diesmal mit Vincent Ruiz in der Hauptrolle.

Todeswunsch

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Letzte Kommentare:
22.10.2017 14:31:50
trafik

Auch mir hat das vierte Buch dieser Serie sehr gut gefallen. Immer wieder besticht Michael Robotham mit seinem grandiosen Schreibstil
Flüssig, spannendund nie langweilig. So macht Krimilesen Spaß.
Auch die eher persönlichen Geschichten rund um den Hauptdarsteller gefallen mir immer wieder. Genau richtig, nicht Zuviel und auch nicht zu wenig.
Freue mich schon aufs fünfte Buch dieser Krimiserie.

24.08.2017 13:00:51
mg11

Auch Band 4 war wieder sehr spannend. Die Story ist vielschichtig aufgebaut und intelligent geschrieben. Die Sprache sehr schön eingesetzt und mit Humor an den richtigen Stellen verfeinert. M.R. schafft es wieder und wieder zu begeistern. Freue mich schon auf Band 5, 6.

Volle Punktzahl und absolute Weiterempfehlung!!

04.11.2016 16:28:47
TB

Ich habe inzwischen vier seiner Bücher gelesen, alle im englischen Original. Denn so tritt sein Talent stärker hervor: Mir gefällt an Robotham die scharfe Beobachtungsgabe, das Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, ganze Lebensentwürfe, Gruppen der Bevölkerung oder Landstriche in einem Halbsatz treffend zu charakterisieren. Hinzu kommen die oft originellen Dialoge. Man kann ihm schon eine gewisse Sprachgewalt zuschreiben.

Dem gegenüber sind die Handlungsstränge seiner Romane nicht übermäßig originell oder mitreißend, wohl aber moderat spannend. Das gilt auch für Bleed for Me, das neben Say you´re sorry für mich zu den beider seiner Bücher gehört, die ich weniger geschätzt habe. Vielleicht liegt das nicht so sehr an der Qualität des Buches an sich, sondern auch daran, dass die Schilderung der Misshandlung von Kindern in mir ein Unbehagen gemischt mit Zorn auslöst. Immerhin ist beim Lesen zu spüren, dass Robotham als Vater dreier Kinder solche Schrecknisse ähnlich verstört wahrnimmt wie ich als vierfacher Vater.

In der Summe aus literarischer Qualität und Unterhaltungswert empfinde ich die Werke von Robotham als ausgesprochen vergnüglich.

15.06.2016 16:45:11
tassieteufel

Psychologe Joe O’Loughlin muß nicht nur mit dem Fortschreiten seiner Parkinson Erkrankung zurecht kommen, auch die für ihn unfreiwillige Trennung von seiner Frau und den Töchtern macht ihm zu schaffen. Als Sienna Hegarty, die beste Freundin seiner Tochter Charlie blutüberströmt vor dem Haus der O’Loughlins auftaucht und später in den Verdacht gerät, ihren Vater ermordet zu haben, nimmt sich Joe ihrer an und ist entschlossen, den wahren Täter zu finden, denn er kann nicht glauben, dass Sienna eine Mörderin ist. Hilfe bekommt er dabei von seinem alten Freund, dem pensionierten Polizisten Vincent Ruiz. Bei ihren Nachforschungen stoßen die beiden in ein wahres Wespennest mit weit größeren Ausmaßen als zunächst vermutet.

Auch mit seinem 5. Fall für das ungewöhnliche Ermittler Duo Ruiz/ O’Loughlin ist Autor Michael Robotham wieder ein spannender, gut durchdachter und vielschichtiger Thriller gelungen, der den Spannungsbogen von Anfang an hoch hält. Wie gewohnt wird in Ich-Perspektive aus der Sicht von Joe O’Loughlin erzählt, damit bleibt die Perspektive auf den Fall zwar einseitig, aber als Leser ist man sehr intensiv in das Gefühlsleben des Ich-Erzählers eingebunden. Obwohl er ja mit einer unheilbaren Krankheit geschlagen ist, nimmt O’Loughlin seine diversen körperlichen Ausfälle mit recht viel Humor und natürlich nehmen auch seine privaten Probleme einigen Raum ein.
Der Krimifall ist vielschichtig und kompliziert. Zunächst soll Joe eigentlich nur ein Gutachten über Siennas psychischen Zustand verfassen, doch schon bald ist klar, dass die ganze Sache viel komplexer und problematischer ist, als die Polizei vermutet und Joe verfolgt daher auch einige andere Spuren als die polizeilichen Ermittler.
Nach und nach finden O’Loughlin und Ruiz heraus, was Sienna in ihrem recht kurzen Leben schon alles erdulden mußte und auf welch perfide und manipulative Weise sie in die Abhängigkeit eines Mannes gebracht wurde, von dem Sienna auch noch glaubt das er sie liebt und ihre eigenen Gefühle erwidert. Hier ist es dem Autor wieder meisterhaft gelungen, menschliche Abgründe und Abhängigkeiten glaubwürdig und realistisch zu schildern ohne dabei klischeehaft oder platt zu wirken. Meisterhaft versteht es der Autor, den Leser quasi in die Handlung hineinzuziehen und ihn an allem teilhaben zu lassen, geschickt werden Privatleben und zwei nebeneinander her laufende Handlungsstränge miteinander verknüpft, so dass sich am Ende ein schlüssiges Ganzes ergibt.

Fazit: intelligent und glaubwürdig hat der Autor auch diesen Fall für das ungewöhnliche Ermittlerduo Ruiz/ O’Loughlin konstruiert und dabei den Spannungsbogen konstant hoch gehalten. Seine Charaktere sind durchweg hervorragend und vielschichtig gezeichnet und gewähren wieder einen Einblick in menschliche Abgründe und Tragödien. Michael Robotham gehört zu Recht in die Oberliga der Thrillerautoren!

09.11.2015 14:04:39
Manuela

Ich kann mich Jürgen Priester aber auch Schneeglöckchen nur anschließen! Den Titel finde ich auch unpassend gewählt, da im Buch eig. niemand diesen "Wunsch" hat... das Thema ist ein grundlegend anderes.

ich hab es gestern zu Ende gelesen (allgemein hab ich bis "Sag, es tut dir leid" alle Bücher in den letzten drei Wochen gelesen). Das schöne an allen Robotham Büchern bisher finde ich die Wendungen und Wirrungen,... es sind nicht zu viele, aber genug, um nicht, wie bei vielen anderen Büchern, schon nach 3 Kapiteln zu wissen, wie es enden wird!
Joe's Charakter hat mich in diesem Buch auch an manchen stellen genervt. aber das war ok. Ich verstehe seine "One Man Shows" nicht... Er hat durch sein Parkinson ja eig. oft Probleme, allein von langem Stehen wieder ins Gehen zu kommen. Klettert aber anscheinend furchtbar gern über Gartenmauern und Zäune ??

Ich mag ihn und Ruiz als Buddys unglaublich gern leiden. Ich komm nur irgendwie mit Cray's Charakter noch nicht zurecht. Sie passt mir noch nicht ganz ins Bild... kann nicht genau sagen warum.

Ich finde den Subplot mit Brennan hätte es nicht gebraucht... die Story um Sienna wäre gut genug gewesen.
Dennoch muss ich sagen, dass es auch wieder ein Buch war, dass ich nicht aus der Hand legen konnte und ich muss immer schmunzeln über die Danksagungen von Robotham an seine Frau und Kinder :)

09.11.2014 18:57:05
Schneeglöckchen

"Todeswunsch" ist spannend, aber teilweise auch sehr brutal. Joe O'Laughlin ist mir in dieser Geschichte fast unsympathisch in manchen Begebenheiten, im Gegensatz zu den anderen Büchern.
Dafür hat Ruiz nun ganz meine Sympathie errungen.Warum das Buch allerdings Todeswunsch" heißt, erschließt sich mir nicht so ganz.
Sehr schön finde ich immer, wie der Autor durch die Figur Joe die Gefühle beschreibt, die Eltern für ihre Kinder hegen.
Solider Krimi/Thriller.

09.09.2014 16:02:39
SwiZly18

Ein super Buch. Nur der Schluss finde ich nicht sehr speziell aufregend. Joe geht ab wie Sau. Voller Energie und mit genug Parkinson im Schlepptau, fitzt er Ellis um und findet sich wieder im Bau. Einfach super! Jetzt mein ihr er ist fertig?? Oh, nein...wie ein Beklopfter geht er dann auch noch auf den tätowierten Mann los, dies als würdiger Abschluss. So ein Book macht Freude auf mehr...

08.02.2014 16:34:54
Manfred Rathunde

MICHAEL ROBOTHAM „Todeswunsch“ ,Goldmann‘

Da denkt man, nach dem Lesen des letzten Thrillers, es kann nicht mehr schlimmer werden und schon packt der nächste Schriftsteller noch einen rauf. Momentan ist Robotham so ziemlich drauf, noch einen Zacken schärfer zu werden als andere. Nicht das er im Wühlen menschlichen Unrats besser ist als andere, aber irgendwie kriegt er es hin, seinen Thriller, versetzt mit einem Spritzer Humor, so spannend werden zu lassen, das man die Finger nicht mehr davon lassen kann, seine veröffentlichten Seiten werden sozusagen zu einer Tagesaufgabe. Er packt den Leser an einer Seite an, Wahnsinn. Er sucht den kürzesten Weg zum Gehirn. Und das sehr schnell. Sienna ist eine Schülerin, vierzehn Jahre, frühreif und verknallt in einen Lehrer ihrer Schule. Und sie ist eine gute Freundin von Charlie, der älteren Tochter von Joe O´Laughlin, einem Psychologen mit viel Zivilcourage. Nur ist der nicht begeistert von dieser Verbindung. Ihm fallen so manche Abnormitäten an dem halbgeouteten Teen auf und als diese plötzlich blutüberströmt vor seinem ehemaligen Heim aufkreuzt, nur um danach sofort die Flucht an zutreten, lässt es ihm keine Ruhe mehr. Auf der Suche nach ihr, findet er sie irgendwo und immer noch voll Blut, nur weit entfernt von dem was man Bewusstsein nennt. Das Kind, mit vierzehn Sommern auf dem Buckel wohl die bessere Bezeichnung, war schwanger gewesen, nur der Fötus ist nicht aufzufinden. Für den Vater von Sienna war das der letzte Tag in seinem Leben, mit durchschnittener Kehle wird er im Schlafzimmer seiner Tochter gefunden. Obwohl seine Zentralfigur Joe an Parkinson leidet, eine Trennung von seiner Familie hinter und eine Scheidung vor sich hat, lässt Michael ihm keine Ruhe, im Gegenteil. Joe muss in den Müllkippen menschlicher Natur herumwühlen, die Drecksarbeit für seinen Schöpfer leisten, nur gut das er Vincent Ruiz als Freund bezeichnen darf, der ihm dabei hilft. Michael Robotham wirft zwei Charaktere in den Kampf. Gegen die „Scheiße“, die ihn genauso ankotzt, wie uns. Nur sind seine Bilder Realität. Er gibt keine Ruhe. Robotham hält die Geschwindigkeit hoch, die Spannung knistert, alle Sicherungen brennen durch und den Stromdurchlass regelt er durch Brücken, vermutlich hat er ein eigenes Kraftwerk, wo sein Personal in Panik durcheinander strömt. Nach der Lektüre wird man nachdenklich, wer sind die Opfer, was wird aus ihnen, vor allem weil man den Mist, vielleicht teilweise selber durchgemacht hat. Man kann einen Menschen auf viele Arten brechen, man muss nur skrupellos genug sein, nur haben solche Individuen eine Daseinsberechtigung? In unserer, so hoch gelobten, Demokratie JA, stehen ja Geld und Macht dahinter. In unserem Bewusstsein eindeutig NEIN. (MRD)
ISBN 978-3-442-47871-2 510 Seiten 9,99 € (D) 10,30 € (A)

07.05.2013 16:10:48
Moschi

Man muss ihn einfach mögen, den Psychologen Joe O`Loughlin, mit all seinen menschlichen und körperlichen Schwächen. Eine tolle Krimifigur, von der ich noch viel lesen will. Robotham versteht es den Leser in seinen Bann zu ziehen, er benutzt eine wunderbar, leichte und dennoch fesselnde Sprache, um Geschichten zu erzählen und sie dem Leser auch am Ende plausibel und nachvollziehbar zu machen. Auch wenn nicht immer Hochspannung herrscht und es auch ein paar "Hänger" in der Story gibt: Absolut empfehlens- und lesenswert.

15.04.2013 17:15:37
InuzukaNeko

Sehr schöne Erzählform, es gefällt mir wie die Geschichte mit einer Seite von Sienna's Tagebuch anfängt. Echt tolle Story, gut erzählt. Spannend von Anfang bis Ende, obwohl ich finde das man das Ende hätte ein wenig besser ausarbeiten können.
Man sollte sich die vorhergehenden Bände von Michael Robotham auch durchlesen, jedoch findet man auch sehr gut in die Geschichte herein wenn es das erste Buch von ihm ist das man in die Hände bekommt. (So war es auch bei mir ).
Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen!

01.11.2012 23:08:02
Raphaela

Ich liebe die Ich-Erzhlform und für mich ist joe schon wie ein freund :)
Ich kann allen nur raten robotham zu lesen, denn sonst verpasst man etwas, den wenn man seine bücher liest kann man lachen und weinen. Doch auch die Spannung kommt nicht zu kurz und am besten gefällt mir dass es nicht nur um seine arbeit geht sondern auch um sein Privatleben. Hoffentlich wird das nächste buch wieder eines mit Joe o'Loughlin in der Hauptrolle

12.10.2011 19:23:41
€nigma

Auf den ersten Blick scheint es ein klarer Fall zu sein: Die vierzehnjährige Sienna hat ihren Vater, der äußerst streng und dominant war und der diversen Indizien nach seine beiden Töchter sexuell belästigt/missbraucht hat, umgebracht. Das Mädchen ist eine Ritzerin, die sich selbst immer wieder zum Bluten bringt, da verwundert es (fast) niemanden, wenn sie nun auch jemanden anderen zum Bluten gebracht hat... Nur der aus den ersten drei Büchern von Michael Robotham schon bekannte Psychologe Joe O´Loughlin zweifelt an Siennas Schuld - und das nicht nur deshalb, weil sie die beste Freundin seiner eigenen Tochter Charlie ist. Er versucht, Siennas Panzer zu durchbrechen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Was er von ihr erfährt, bestärkt ihn in der Vermutung, dass es in Siennas Leben noch ganz andere als die häuslichen Probleme gibt und dass für den Mord an ihrem Vater weitere Leute in Frage kommen. Er beginnt in Siennas Umfeld unbequeme Fragen zu stellen und gerät dadurch immer wieder in gefährliche Situationen, da manche Leute keine Hemmungen haben, ihn durch rabiate Methoden mundtot machen zu wollen. Joes alter Freund Ruiz unterstützt ihn, indem er als ehemaliger Polizist die kriminalistische Seite der Ermittlungen übernimmt.
Joes getrennt lebende Frau Julianne ist ebenfalls mit einem Kriminalfall befasst, sie tritt vor Gericht als Dolmetscherin für einen jugendlichen russischen Kronzeugen auf, dessen Familie bei einem rassistisch motivierten Brandanschlag ums Leben gekommen ist. Der Zeuge ist in Lebensgefahr und die Hinweise darauf mehren sich, dass die am Prozess beteiligten Geschworenen manipuliert werden. Es geraten dabei Personen unter Verdacht, die bereits im Fall des ermordeten Vaters von Sienna unter Beobachtung stehen, die zwei Fälle scheinen also zusammenzuhängen...

Dieses Buch ist das erste der Serie, das ich in der deutschen Übersetzung gelesen habe, weil ich zu spät gemerkt habe, dass die Bücherei es doch auf Englisch angeschafft hat. Obwohl ich sonst ungern die deutschen Ausgaben englischsprachiger Originale lese, muss ich hier feststellen, dass mir dieser vierte Teil am besten von allen gefällt. Bisher hatten die Krimis von Robotham meiner Meinung nach im ersten Teil zu viele Längen und wurden zu spät spannend. Dieses Buch fand ich dagegen von Anfang an faszinierend, zumal die Richtung der Ermittlungen immer wieder wechselt und die zwei Kriminalfälle sich zunehmend aufeinander zu bewegen. Auch in diesem Buch spielen Joes Privatleben und seine Parkinson-Erkrankung eine wichtige Rolle, letzteres jedoch nicht so penetrant wie in den vorherigen Bänden.
Die Darstellung der Charaktere fand ich sehr gelungen, besonders der Protagonist und Ich-Erzähler Joe ist mir hier erstmals richtig ans Herz gewachsen, so darf es mit der Serie gern weitergehen!
Ich habe mir heute noch die englische Ausgabe aus der Bücherei geholt und einige Abschnitte vergleichend deutsch-englisch gelesen: der Übersetzer hat hier gute Arbeit geleistet.
Wer die bisherigen Bände gern gelesen hat, dem kann man "Todeswunsch" erst recht empfehlen. Wer noch kein Buch von Robotham gelesen hat, sollte lieber in der richtigen Reihenfolge lesen, da immer wieder auf vorherige Geschehnisse, besonders im Hinblick auf Joes Familienkonstellation, verwiesen wird.

12.06.2011 21:04:28
Jasmine

Wieder ein total gelungenes Buch vom Meister Robotham. Habe bisher alle seine Bücher gelesen und bin noch von keinem enttäuscht worden. Ohne die Hauptfigur Joe O\'Loughlin wäre das Buch wohl nur halb so gut. Joe wird sehr sympathisch und menschlich dargestell; mit Ecken und Kanten, viel Feingefühl, Charme, Witz aber auch einer Spur Tragik und Traurigkeit. Genau die richtige Mischung um einem Thriller neben dem Haupttema noch eine gewisse Würze hinzuzufügen, so dass man sich dem Hauptdarsteller verbunden fühlt. Superspannend bis zur letzten Seite - ich freue mich jetzt schon auf eine weitere Folge mit dem Psyhchologen Joe O\'Loughlin.

13.04.2011 06:56:49
steffi88

Der Psychologe Joe O’Loughlin ist sich nicht sicher, ob er sich ausgerechnet Sienna Hegarty als beste Freundin für seine Tochter Charlie wünscht. Denn die frühreife Sienna ist nicht immer ein guter Umgang. Doch als sie eines Abends blutüberströmt bei den O’Loughlins auftaucht, nimmt Joe sich ihrer an. Denn im Haus der Hegartys ist etwas Schreckliches passiert: Siennas Vater liegt tot in ihrem Zimmer – jemand hat ihm die Halsschlagader durchtrennt. Sienna kann sich an nichts erinnern. Auf ihrer Kleidung klebt das Blut des Toten, und das Mädchen hat außerdem ein starkes Motiv für die Tat, wie Joe mit Hilfe seines Freundes, dem Ex-Polizisten Vincent Ruiz, herausfindet. Sienna wird des Mordes an ihrem Vater angeklagt, aber Joe ist von ihrer Unschuld überzeugt. Und er soll eine Wahrheit zu Tage fördern, die schwerer wiegt als alles, was er für möglich gehalten hätte …

Klasse Buch! Klasse Handlung und spannend von Anfang bis Ende.
Aus der Joe O’Loughlin-Reihe hat mir das Buch bisher am besten gefallen.
Freu mich schon aufs nächste :-)

01.04.2011 21:18:42
Banon

Nach "Dein Wille geschehe" mein zweiter Roman von Michael Robotham. Die Fortsetzung der Reihe um den Psychologen Joe O´Loughlin hat mir sehr gut gefallen. Der Klappentext verrät ja nur den Einstiegsmord, es folgt wesentlich mehr... . Aufgrund der zahlreichen Spuren und dem umfangreichen Personal bleibt der Fall undurchsichtig. Doch der Leser behält dabei den Überblick.
Robotham beschreibt seine Charaktere angenehm kurz, bleibt aber nicht oberflächlich. Besonders positiv:
Die persönliche Geschichte von Joe O´Loughlin wird weitergeführt und ist nicht nur Beiwerk. Gerade die verzwickte Lebenssituation der Hauptfigur geben dem Buch einen zusätzlichen Reiz. Eine gute Sprache, in der es nicht an Witz fehlt, rundet diesen gelungenen Thriller ab.