Das letzte Experiment

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • London: Quercus, 2008, Titel: 'A Quiet Flame', Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2009, Seiten: 448, Übersetzt: Axel Merz
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010, Seiten: 461

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Buenos Aires, 1950. Gerade hat Privatdetektiv Bernie Gunther argentinischen Boden betreten, da erhält er einen neuen Auftrag: Er soll für Peróns Geheimpolizei nach einem 15-jährigen Mädchen fahnden. Fabienne von Bader scheint wie vom Erdboden verschluckt. Während seiner gefährlichen Recherchen trifft er auf die schöne Jüdin Anna Yagubsky. Auf der Suche nach Überlebenden ihrer Familie entdecken die beiden ein geheimes Lager in der Wüste, errichtet von dem KZ-Erbauer Dr. Kammler. Und es gibt Anzeichen dafür, dass es tatsächlich seinen grausigen Zweck erfüllt hat. Gunther und seine Gefährtin geraten immer stärker unter Druck, denn nicht nur die Péronistas wollen das Mädchen in ihre Gewalt bringen. Zu welchem Schatz ist Fabienne der Schlüssel? Gunther bleibt nicht mehr viel Zeit ...

Das letzte Experiment

Das letzte Experiment

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Letzte Kommentare:
16.12.2011 10:27:24
Kristof Nef

Es gibt Salonsozialisten ebenso wie Salonantinazis; mit letzterem haben wir es beim Helden dieses Romans zu tun. Der Autor hätte ihn gerne cool, zynisch, abgebrüht; heraus kommt leider nur geschwätzig, halbherzig und erfolglos, letzteres im Sinne des Unterhaltungswerts. Trotzdem ist abzusehen, daß diese Reihe aus inzwischen 7-8 Bänden irgendwann verfilmt werden wird.

Bernhard Gunther, Kommissar, Privatdetektiv und Antinazi ermittelt unter Nazis und ehemaligen Nazis, 1950 in Argentinien und in Rückblenden 1932 in Berlin. Dabei läuft er, wie in jedem der Vorgängerbände, einem oder mehreren großen Nazis der Zeitgeschichte über den Weg. Der Stoff könnte was hergeben, aber dieser Autor beherrscht eher die Variante des Boulevardtheaters im Hauruckverfahren als das Genre des Kriminalromans mit zeitgeschichtlichem Hintergrund.

Gunther begegnet in diesem Band nach der gemeinsamen Flucht mit Adolf Eichmann (Name Drop 1) dem argentinischen Diktator Peron (Name Drop 2) und dessen Frau Evita (Name Drop 3) und blickt zurück auf das Jahr 1932, wo er in die Toilette von Goebbels (Name Drop 4) eingedrungen ist. Weitere Name Drops folgen in endloser Manier, die Handlung bleibt künstlich und an den Haaren herbeigezogen.

Psychologisch stimmt hier nichts: Die Charakterzüge, Reden und Handlungen des Helden stimmen nicht zusammen: Einerseits Antinazi von Anfang an, andererseits auf der Flucht mit Eichmann in Argentinien angekommen. Den Aufenthalt von Eichmann oder Mengele zu verpfeifen, kommt ihm, ganz nebenbei, nicht in den Sinn.

Die Atmosphäre stimmt genausowenig: Die Hauptfigur denkt und redet wie ein englischer Autor, der nie in einer Diktatur gelebt hat, sich das bei einem Whisky und einer Zigarette vorstellt: abgeklärt, cool, zynisch und schnoddrig (siehe oben) und betont antinazistisch, also ganz und gar unauthentisch und im Zeitkolorit „undeutsch“. Man redet sich öfters, sehr englisch, mit Vornamen an, auch wenn man nicht befreundet ist. Ja, gelegentlich wird im Original sogar die unterwürfige Anrede „Sir“ benutzt, was der Übersetzer dann mit dem distanzierten „mein Herr“ eindeutscht und damit den Sinn entstellt. Daß der Übersetzer kein Gespür hat, sieht man auch daran, daß er den Ausdruck „good heavens“ mit „gütiger Himmel“ übersetzt, den kein Mann, vielleicht noch eine Frau, gebrauchen würde.

Die Masche des Autors: Sich ein bißchen in die Geschichte des Dritten Reiches einzulesen und das dann zu einem ziemlich unausgegorenen Roman über einen Detektivpolizisten aus jener Zeit zu verwursten. Daß der sich dann auch noch als extrem cool geschwätzig herausstellt und mit öden Weisheiten glänzt, bereichert das Buch keineswegs.

Dieser Detektiv muß überall, wo er geht und steht, seinen Antinazismus kundgeben, ist also im Grunde ein edles Gemüt, da politisich korrekt. Und natürlich erkennt er schon 1932, wohin der Weg mit den Nazis führen wird; von den Kommunisten kein Wort. Diesen völlig unhistorischen, billigen Antinazismus hätte sich im Dritten Reich niemand leisten können. So sieht nachträglicher Widerstand à la Senta Berger aus.

Hoffentlich läßt dieser talentlose Autor seinen Detektiv endlich sterben, damit die Welt von langweiligen, total abwegigen und schlecht historisierenden Krimis befreit wird.

11.05.2011 00:17:18
Marv

Der 5. Band der Bernhard-Gunther-Serie von Philip Kerr, „Das letzte Experiment“ schließt sich nahtlos an den den 4 Band „Das Janusprojekt“ an. Nachdem Gunther aus Europa flüchten musste, landet er nun, wie viele Nazis auch, 1950 in Argentinien. Um ärztliche Hilfe für seinen Krebs zu erhalten, macht er sich im Auftrag des argentinischen Geheimdienstes auf die Suche nach einem verschwundenen Kind und einem grausamen Serienmörder, der in Gunthers aktiver Zeit als Polizist in Berlin bereits sein Unwesen getrieben hat, und wahrscheinlich nun in Argentinien aktiv ist. Dessen Suche und Ergreifung wurde damals nach dem Machtwechsel 1933 aufgrund politischer Einflussnahme eingestellt. Während die Suche nach dem Kind in Argentinien und die Aufdeckung vieler dunkler Geheimnisse voranschreitet wird parallel mittels Rückblenden die damalige Ermittlungsarbeiten erzählt.
Nach etwas, auch sprachlich, holprigen Beginn entsteht nach und nach ein zunehmend spannender Kriminalfall, der geschickt in eine historische Rahmenhandlung einbettet ist. Gerade diese Kombination und Vermischung von historischen Fakten, Spekulationen, Fiktion und den Fällen des sympathischen, an seiner persönlichen Geschichte leidenden Hauptfigur, ist eine Stärke der Bernhard-Gunther-Serie. Diesmal wird jedoch das Name - Dropping bekannter Nazi- und historischer ‚Größen‘ etwas übertrieben. Die Flucht erfolgt zusammen mit Eichmann, Mengele wird in die Mangel genommen, Eva Peron spielt eine wesentliche Rolle etc. pp. Etwas kleiner hätte es auch getan. Dennoch ist ‚Das letzte Experiment‘,geschrieben in einer einfachen und klaren Sprache, ein intelligenter und spannender Polit-Thriller voll guter Millieubeschreibungen

05.02.2009 08:55:31
Silke Schröder, hallo-buch.de

Eigentlich war das Abenteuer des aufrechten Polizisten Bernhard Gunther nur als Trilogie angelegt. Die Bücher spielten im Berlin der 30er Jahre und zeigten, wie sich die Weimarer Republik allmählich in das faschistische Deutschland verwandelte. Jetzt gab es schon zweimal „Nachschlag“, denn nach „Januskopf“ erscheint nun „Das letzte Experiment“.

Das Buch spielt im peronistischen Argentinien des Jahres 1950, und auch hier ist Kerr wieder ein politischer Thriller gelungen, der eine spannende Geschichte zwanglos in historische Tatsachen einbettet. Mit Bernhard Gunther hat Kerr dabei eine lakonische Figur entwickelt, die an die Detektiv-Helden der 30iger Jahre erinnert: immer cool, aber mit dem Herz am richtigen Fleck. So jagt er geflohene Nazis, deckt Top-Secret-Geheimnisse auf und verliebt sich – natürlich völlig unglücklich. Ein weiterer mitreißender Polit-Krimi von Philipp Kerr.