Der norwegische Gast

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Oslo: Piratförlaget, 2007, Titel: '1222', Seiten: 291, Originalsprache
  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2008, Seiten: 5, Übersetzt: Ulrike Grote
  • München; Zürich: Piper, 2009, Seiten: 317

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Seit Stunden wütet über dem unzugänglichen norwegischen Bergdorf Finse ein Schneesturm. Der einzige Zug dorthin ist in einer Schneewehe entgleist, die Passagiere, unter denen auch die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen ist, finden Zuflucht im nahen Hotel. Man macht sich bekannt, und bald drehen sich die Gespräche vor allem um eines: Was haben die Wachen vor den Türen zu bedeuten? Wen sollen sie schützen? Die königliche Familie, einen ausländischen Ter­roristen? Während die Vermutungen ins Kraut schießen, geschieht ein brutaler Mord - ein mitgereister Pastor, der durch seine Fernsehauftritte große Bekanntheit genoss, liegt erschossen im ­Schnee vor dem Haus. Panik macht sich unter den Eingeschlossenen breit, und als Hanne ­Wilhelmsen glaubt, einen Zeugen gefunden zu haben, wird auch er ermordet.

Der norwegische Gast

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Letzte Kommentare:
19.11.2017 21:30:10
Emil Allemann

Etwas vom Langweiligsten das ich fast bis zur Hälfte gelesen habe.Ich bin froh, habe ich das Buch von der Stadtbibliothek ausgeliehen und nicht gekauft, es wäre schade für das Geld!Wenn das der beste Krimi des Jahres sein sollte, wie es die Rezension von einem gewissen Bokavisen beschreibt, frage ich mich ob er auch schon Bücher von Henning Mankel gelesen hat?

02.01.2015 18:20:31
Orla2012

Für mich ist dies das schwächste Buch in der gesamten Hanne Wilhelmsen-Reihe. Es ist nicht schlecht, zieht sich aber tatsächlich etwas hin. Andererseits ist die Beschreibung dieses Unwetters schon wert gelesen zu werden.
Was mich wundert ist, wie ich es geschafft habe alle Bücher von Hanne Wilhelmsen zu lesen, obwohl ich diese Kommissarin eigentlich nicht leiden kann. Jemand der derart im Stande ist, alle Freunde systematisch zu vergraulen ist wirklich nicht gerade sympathisch. Das spricht jedoch für die Stories, die eben wirklich gut sind, obwohl die Kommissarin eine - zumindest zeitweise - unausstehliche Tante.

24.06.2012 14:35:14
Uwe

Ich hatte für den Urlaub wie immer mehrere Krimis mitgenommen; 2 davon in gewohntem Tempo durchgelesen. Dann ka dieses Buxh. Ich habe es bis jetzt nicht geschafft, und der Urlaub ist vorbei, es zu Ende zu bringen. Jeden Abend das selbe: 1 Absatz, dann Augen zu. Wie laaagweilig. Ich werde es jetzt wegwerfen. Und von Anne Holt bestimmt nichts mehr lesen

10.06.2011 17:22:03
Kurt Baumann

Ich kann mich den negativen Aüßerungen der bereits veröffentlichten Kommentare nur anschließen. Die wechselnden Stimmungen, meist gereizt, der Ex-Polizistin Wilhelmsen, sind für mich nicht nachvollziehbar, ich bin allerdings weder Lesbe noch querschnittsgelähmt. Der Schluss war enttäuschend. Mit dem Titel bin ich bis heute nicht klar gekommen.
Aus der Situationslage hätte "man" mehr machen konnen, ja müssen. Das entspricht einem Mittelstürmer, der aus 2 m Entfernung über das Tor schießt.

10.06.2011 14:27:56
Jonas Baumgartner

Super Buch, sehr spannend.
Viele Motive der Verdächtigen, gute Gedanken und viele spannende Szenen.
Der Schlussteil hat mich aber etwas enttäuscht. Kapitel 11 war zu Beginn sehr schwierig zu verstehen.
Schade, dass die Geschichte nie ganz zu ihrem Höhepunkt gelang.
Für mich waren es zu lange Kapitel auf die ca. 310 Seiten.
Die Wetterlagen und Temperaturen werden sehr ausführlich geschrieben. Finde gut, dass man neue geografische Orte und auch Landschaften kennen lernt.
Im grossen und Ganzen ist das Buch aber mit sehr viel Erfahrung und spannenden Szenen geschrieben worden.
Übrigens: Habe noch nie erlebt, dass in einem Buch eine an den Rollstuhl gefesselte Person die wichtigste Rolle im Buch spielt.

25.04.2011 15:50:05
günter kemper

Leider muss ich mich den negativen Kritiken anschließen; es war eine Quälerei sich durch diese vom Unwetter bestimmende wie spannungsarme Geschichte durch zu kämpfen. An die Übersetzerin möchte ich die Frage richten:
"Wird auch im Original soviel an Rotz (ekelhaft) und Tränen vergossen? Diese Frage gilt auch für etliche andere Krimis von Anne Holt.

27.02.2011 12:12:04
RiaKlug

Ein klassisches Setting erwartet die Leserin: Ein Zug der Bergenbahn entgleist während eines Blizzards. Die Fahrgäste werden in ein nahegelegenes Hotel gebracht. Mit dabei ist Hanne Wilhelmsen. Die ehemalige Polizistin ist durch eine im Dienst erlittene Querschnittlähmung an den Rollstuhl gebunden. Eine Mord geschieht. Das Hotel ist von der Außenwelt abgeschnitten. Gegen ihren Willen muss Hanne Wilhelmsen ermitteln. Ein zweiter Mord, drei Todesfälle und geheimnisvolle Mitreisende aus einem Extrawagon runden die Gemengelage ab. Das könnte ein spannender Krimi sein. Jedoch erwächst die Spannung im Grunde einzig daraus, dass der Orkan mit seinen Schneemassen das Haus bedroht und die Leserin gebannt darauf wartet, welche Katastrophe die Eingeschlossenen noch durchstehen müssen. Das wird durch die 12 Kapitelnummern verstärkt, welche die Ordungszahlen mit der Windstärke laut Beaufortskala verbinden. Der Kriminalfall ist vergleichsweise lapidar. Obwohl es ein klassischer Whodunnit mit beschränkter Verdächtigenzahl ist, gibt es kaum Gelegenheit zum Mitraten. Die Autorin hält ihre Leserinnen konsequent von Hinweisen fern. So schleppt sich die Geschichte dahin, bis es zum ebenfalls klassischen Showdown im großen Hotelsaal mit allen Anwesenden kommt. Vorher ist die Spannungskurve allerdings soweit abgefallen, dass mich nur noch die Aussicht auf ein baldiges Ende bei der Stange hielt. Fast schon völlig überflüssig waren die anfüllenden Nebengeschichten: Der bewachte Terrorist (der langweiligerweise noch als Quasidoppelgänger von Osama bin Laden beschrieben wird), der verfolgende amerikanische Geheimdienstler, der ungewollte Selbstmord eines Finanzhais, der aus einem Heim entlaufene Jüngling und selbst die Mördermotivlage verkommen zu Fußnoten in einem Wurmfortsatz der Erläuterungen. Nervend sind auch die auktorial anmutenden Vorausgriffe auf künftige Ereignisse, die mich regelmäßig aus einer Geschichte hinauskatapultieren. Spannung geht anders. Warum überhaupt die Sechzig? Nun, immerhin sind da komplexe Charakterstudien und spannende Interaktionen zwischen den Akteuren. Das macht streckenweise richtig Freude. Fazit: Weniger Zufälle, weniger Ungereimtheiten und rund hundert Seiten weniger hätten dem Krimi gutgetan.

12.02.2011 22:01:13
Moehrchen

Locked Hotel?

Der Kriminalroman Der norwegische Gast kommt im klassischen Gewand eines "Locked Room Mystery" daher: Während eines starken Schneesturms kommt es zu einem Zugunglück, aber bis auf den Zugführer überleben alle Personen. Die Überlebenden werden in einer nahen Stadt untergebracht, 196 von ihnen in einem Hotel. Der Schneesturm wütet weiter und schon bald ist das Hotel zugeschneit und damit nicht mehr erreichbar. Dann wird ein Prediger erschossen im Schnee aufgefunden. Wer war der Täter und was steckt hinter den geheimnisvollen Insassen des letzten Wagons? Die ehemalige, nun querschnittsgelähmte, Polizistin Hanne Wilhelmsen macht sich in alter "Who done it" Manier auf die Suche nach dem Täter.

Über dem ganzen Krimi hängt ein Hauch von Schwermut, der skandinavischen Krimis wohl zu eigen ist. Diese Schwermut wir auch deutlich, wenn die Ich-Erzählerin Hanne Wilhelmsen mal wieder in philosophisch anmutenden Ausschweifungen über ihre derzeitige Lebenssituation nachdenkt und dies in aller Breite dem Leser näher gebracht wird.

Als störend empfand ich die Blicke aus der Zukunft, die erklären, dass alles ganz anders hätte laufen können. Zudem wäre es nett gewesen, wenn der Übersetzer sich entweder für das "Du" oder das "Sie" entschieden hätte - der Wechsel zwischen den beiden Formen verwirrt den Leser manches mal schon etwas.

Gut ist die Tatsache, dass bis zum Schluss nicht klar ist wer der Täter ist. Die Auflösung ist wirklich gut durchdacht und lässt eigentlich keine Fragen offen.

Mäßig spannender Krimi, der einem sicher keine - vor Spannung - abgekauten Fingernägel beschert, ebenso wenig wie schlaflose Nächte.

05.01.2011 18:46:08
Bernhard Kessen

Also, dass dieses Buch besser als "Die Präsidentin" ist steht außer Frage. Aber da war der Plot denn auch zu bescheuert. Hanne Wilhelmsen versteckt die amerikanische Präsidentin im Keller. Hahaha!"
Hier geht es glaubhafter zu. Aus einer überschaubaren, in einem Berghotel eingeschneiten möglichen Täterschar ermittelt Hanne W. im Rollstuhl durch aufmerksames Beobachten die Täterin. Die Nebengeschichte mit einem geheimnisvollen Gefangenen (mutmaßlicher Topterrorist) hätte sich Holt aber sparen können.
Durchaus spannend und auch ganz gut erzählt.

13.06.2010 16:32:56
dottie62

Der erste Krimi den ich von Anne Holt gelesen habe und ich fand ihn super.
Er list sich flüssig und die verschiedenen Charaktere und Persönlichkeiten, die bei diesem Fall auftauchen werden sehr eindringlich beschrieben. Besonders gefiel mir, dass der Roman aus der Ich- Perspektive der Ermittlerin Hanne Wilhelmsen geschrieben ist.
Die Auflösung ist spannend und unerwartet.
Ich muss jetzt unbedingt auch die anderen Fälle von Hanne Wilhelmsen lesen.

19.05.2010 10:49:59
Verena Kanitz

Momentan befinde ich in der ersten Hälfte des Buches, der nORWEGISCHE gAST UND KANN NUR EINES WIRKLICH SAGEN: DIE Hauptfigur der Hanne Wilhelmsen ist mir momentan sehr unsympathisch, sie wird es eigentlich immer mehr. Die gesamte Geschichte erzeugt in mir eine Abwehrhaltung und ein unangenehmes Gefühl. Müssen Lesben solche Gefühlslage besitzen? Ich bin selber keine, kann es deshalb wohl nicht nachempfinden. Ich hatte von der Autorin noch nie etwas gelesen und bin enttäuscht bislang. Der Klappentext versprach mir mehr Spannung. Momentan ist alles irgendwie eklig.
Es entwickelt sich eine negative Stimmungslage. Tja, mal schaun, wie es weiter geht. Ich lese weiter.
Ich glaube, die Skandinaven ahben alle solch eine negative Lebeneinstellung, das macht wohl die Kälte und die wenige Sonne.

06.05.2010 16:36:07
Marianne

Habe viele Krimis von Anne Holt gelesen, deswegen traf es mich unerwartet:

Quälend langweilig, grottenschlecht, an den Haaren herbeigezogen, mit unsympathisch gewordener Protagonistin, teils unglaubwürdigen, teils oberflächlich geschilderten Charakteren, mehr ist zu "Der Norwegische Gast" nicht zu sagen.

Der schlechteste Krimi, den ich seit Jahren gelesen habe, und das will bei meinem Krimikonsum was heißen!

17.02.2010 07:23:25
mafe

lauer norwegenkrimi! nicht wirklich spannend, geschichte plätschert vor sich hin.
der plot ist einfach gestrickt, so gut wie keine spannungsmomente.
kommt an agatha christie romane nicht annähernd ran! zahlt sich nicht wirklich aus sich durch dieses buch zu (manchmal) quälen! nur wer wirklich viel zeit zum lesen hat, sollte sich dieses buch zulegen!

09.01.2010 18:39:07
Mockingbird

"Der norwegische Gast" ist sicher ein Titel mit Doppelbedeutung: Gäste sind alle in dem eingeschneiten Hotel, typisch norwegisch in ihren Verhaltensweisen nach Auffassung der ehemaligen Kommissarin. Der andere Gast, der mögliche Terrorist, bleibt anonym - oder doch nicht? Seine Beschreibung auf den letzten Seiten entspricht den Fotos von Bin Laden, und nicht umsonst meint Hanne Wilhelmsen, sie traue ihren Augen nicht und wundere sich, dass nicht mehr Amerikaner unter den Gästen waren. Ein Ende mit Ausblick - was wäre wenn, was hätte geschehen können? So werden die Morde im Mikrokosmos des eingeschneiten Hotels relativiert, Wimpernschläge in den Augen der Welt.Eine Ermittlerin, die aus dem inneren Exil in die Wirklichkeit gezogen wird, zunächst widerstrebend, zuletzt wie unter dem Zwang ihrer Instinkte, die zu ihrer eigenen Verwunderung keiner Lähmung erlegen sind. Gedankenfetzen, innerer Monolog eines Menschen, dem die Außenseiterrolle mit Kugeln in den Leib geschrieben wurde und der sich die Freiheit nimmt, streunende Jugendliche mehr zu mögen als rosafarbene Babies, freundliche Helfer anzuschweigen und sich nach Belieben auf autistische Reaktionsarmut zu beschränken. Scheinbar mitleidlos, da ohne Selbstmitleid, uneitel, uncharmant, egozentrisch, Gefühlswärme ganz tief unter der Eiskruste - Hanne Wilhelmsen ist für mich der klassische Ermittler mit Charakter, mögen muss man sie nicht, aber sie zu beobachten, ist interessant.

19.12.2009 11:51:04
Frape

Das Buch hat den Nagel meiner Krimi-Erwartungen auf den Kopf getroffen: stimmungsvolle Beschreibung der Situation (die auch sehr gut zur Weihnachtszeit passte); interessante Charaktere; sprachlich anspruchsvoll und manchmal ungezwungen witzig; spannend bis zum Schluss geschrieben. Und dass nicht jedes Rätsel gelöst wurde, sorgt noch für einiges Nachgrübeln, nachdem die letzte Seite umgeblättert war. Liebe Anne Holt, vielen Dank für die gelungene Unterhaltung, Sie haben mir eine lange Reise kurzweilig gestaltet!

16.12.2009 19:50:08
krimimaus

also leider gar kein sternchen von mir! das buch ist am anfang noch sehr spannend und macht neugierig. je weiter man aber kommt, desto langatmiger wird die geschichte. eigentlich passiert fast gar nichts, man vermutet die tollste auflösung, aber es bleibt bei einem einfach schema und vor allem bei einer einfachen auflösung. der geheime norwegische gast - bleibt geheim und ist deshalb meiner meinung nach völlig sinnlos. leider nicht überzeugend diesmal..

26.11.2009 10:08:01
Tschaikowsky

Kurz gesagt: das Buch ist zwar spannend, aber eine Mühsal. Vielleicht wäre es eine gute Idee, die ehemalige Kommissarin nicht in der Ichform erzählen zu lassen? Dann wären nämlich die ermüdenden Text-Dehnungen unterblieben, wie zum Beispiel: „Das würde mir wenigstens die Zeit vertreiben.“; „Wenn ich dann noch alle unter fünfzehn abzog, kam ich auf 97. [Neuer Absatz.] 97 Verdächtige. [Neuer Absatz.] Viel zu viele. [Neuer Absatz.]“; „Und ich hatte sogar schon zu Hause angerufen. [Neuer Absatz.] Ich hatte nicht viel gesagt, aber ich hatte angerufen. [Neuer Absatz.] Nefis hatte sich gefreut. [Neuer Absatz.]“
Es hätte dem Buch gut getan, wäre es vor der Drucklegung noch um mindestens 50 Seiten gekürzt worden.
Phasenweise wird die Erzählung dadurch hohl und pseudo-psychologisierend. Die Schilderung der familiären Situation der ehemaligen Kommissarin ist für die Handlung völlig belanglos.
Der Plot ist gut und die „closed shop“-Szenerie des eingeschneiten und sturmumtosten Berghotels klassisch. Dem Hotel „Finse1222“ ist zu wünschen, dass viele LeserInnen einmal auf Besuch kommen.
Der deutsche Titel des Buchs ist willkürlich; einen „norwegischen Gast“ gibt es im ganzen Buch nicht, bestenfalls einen „Gast Norwegens“. Man hätte gleich den Originaltitel „1222“ nehmen können, das wäre einfach zu übersetzen gewesen.

08.11.2009 23:45:55
kernobst

Inhaltsangaben kann man sich ersparen - es gibt derer genügend auf dieser Seite.

Der "Plot" ist kriminalroman-historisch gesehen klassisch - auch dazu ist auf diesen Seiten genug zu lesen.

Wie schon viele skandinavische Krimis ist nun auch dieser endgültig von der Kenntnis der Vorgängerromane abhängig. Nur mit ihrer Kenntnis kann man dieses Buch eigentlich richtig lesen und goutieren: Es handelt sich eigentlich um ein Psychogramm von Hanne Wilhelmsen - aufgehängt an einem (klassischen) Krimisujet.

Wenn man das Buch unter dieser Prämisse liest, ist es mehr als lesenwert.

28.10.2009 16:27:57
Nati

Abgeschnitten
Seit dem Hanne Wilhelmsen ein Schuss in den Rücken traf, ist sie von der Taille abwärts gelähmt. Die eigenbrötlerische norwegische Ermittlerin ist im Zug unterwegs von Oslo nach Bergen zu einem bekannten Spezialisten für Rückgratfrakturen. Doch plötzlich entgleist der Zug vor dem Finse Tunnel auf 1222 Meter über dem Meer. Die Mitreisenden, teils verletzt, werden in ein Hotel einquartiert. Draußen tobt der heftigste Schneesturm seit 100 Jahren und die Menschen sind abgeschnitten von der Außenwelt. Innerhalb von zwei Tagen werden zwei Hotelgäste ermordet.
Hanne Wilhelmsen verfolgt das Verhalten der Personen in dieser Extremsituation von ihrem Rollstuhl aus und kann durch ihre starke Beobachtungsgabe und unterstützt von einem Arzt, einem Anwalt und der Hoteldirektorin am Ende den Fall lösen.
Umrahmt wird das Geschehen durch den tosenden Sturm, der sich von Kapitel zu Kapitel auf der Beaufort-Skala von 0 bis 12 erhöht.
Anne Holt, die ehemalige norwegische Justizministerin, hat es wieder geschafft einen spannenden Roman über die eigenwillige Ermittlerin Hanne Wilhelmsen zu schreiben, der bis zum Schluss voller Überraschungen ist. Ein passendes Buch für lange Winterabende.

23.09.2009 15:03:36
anyways

Hanne Wilhelmsen, in ihrem ersten Leben Kriminalkommissarin in Oslo nach ihrem letzten Einsatz vor ein paar Jahren durch zwei Schüsse leider querschnittsgelähmt, befindet sich auf dem Weg zu einem Spezialisten der ihr Hilfe und Erleichterung für die ihr so unerträglichen Gebrechen verschaffen soll.Sie befindet sich in der norwegischen Bergbahn von Oslo aus, als nahe des Bergdorfes Finse der Zug entgleist und der Lokführer tödlich verunglückt. Aufgrund eines noch nie dagewesenen Schneesturmes in dieser Region gehen die Bergungsarbeiten nur mühsam voran. Aber alle Passagiere werden geborgen, und nur die wenigsten haben mit schlimmen Verletzungen wie Frakturen und Gehirnerschütterungen zu kämpfen.Hanne findet wie 196 ihrer Leidensgenossen in einem nahe gelegenen Berghotel Zuflucht.Und dort sitzen sie alle eine Zeitlang fest, da ein Ende des Schneesturmes nicht zu erkennen ist.Nachdem der erste Schock, die Trauer und Wut einigermaßen in den Hintergrund gerückt sind, fallen Spekulationen auf fruchtbaren Boden. Warum wurde an den Zug ein zusätzlicher Waggon gehängt, der zudem in Oslo streng bewacht wurde? Und wo befinden sich die Passagiere aus diesem Teil des Zuges?Als dann am nächsten Morgen der mitgereisten und äusserst bekannten "Fußball"-Pastors vor der Tür des Hotels mit einem Einschussloch im Kopf gefunden wird, bittet Geir Rugholmen, Ersthelfer aus dem Ort, Hanne um Hilfe.Doch Hanne ist kein umgänglicher Mensch, sie hat sich seit ihrer Berufsunfähigkeit immer weiter von den Menschen entfernt. Und deshalb beginnt sie eher mißmutig damit, die Ermittlungen aufzunehmen.Fazit: Obwohl eine gewisse Ähnlichkeit mit Agatha Christies Kriminalromanen besteht, versteht es Anne Holt leider nicht den Leser ebenso zu fesseln. Vielleicht liegt es an der bärbeissigen und äußerst unfreundlichen Protagonistin, oder an den vielen Vermutungen deren sich die Autorin ständig bedient . Andauernd läßt sie ihre Hauptfigur grübeln mit den Worten ."..hätte ich gewusst, dass.dann vielleicht".Das ist auf die Dauer leider langweilig. Auch ihre Aufklärung kommt so plötzlich, das man das Gefühl hat wichtige Seiten überlesen zu haben, dabei möchte der Leser doch oft selbst den Fall lösen.Interessant fand ich wiederum die an die Kapitelanfänge gestellten Begriffsdefinitionen von Wind bis Schneesturm, allein deshalb, weil ich selbst mal eine Zeitlang in einer Notunterkunft aufgrund eines Blizzards wohnen musste .

23.09.2009 15:02:19
anyways

Hanne Wilhelmsen, in ihrem ersten Leben Kriminalkommissarin in Oslo nach ihrem letzten Einsatz vor ein paar Jahren durch zwei Schüsse leider querschnittsgelähmt, befindet sich auf dem Weg zu einem Spezialisten der ihr Hilfe und Erleichterung für die ihr so unerträglichen Gebrechen verschaffen soll.

Sie befindet sich in der norwegischen Bergbahn von Oslo aus, als nahe des Bergdorfes Finse der Zug entgleist und der Lokführer tödlich verunglückt. Aufgrund eines noch nie dagewesenen Schneesturmes in dieser Region gehen die Bergungsarbeiten nur mühsam voran. Aber alle Passagiere werden geborgen, und nur die wenigsten haben mit schlimmen Verletzungen wie Frakturen und Gehirnerschütterungen zu kämpfen.

Hanne findet wie 196 ihrer Leidensgenossen in einem nahe gelegenen Berghotel Zuflucht.Und dort sitzen sie alle eine Zeitlang fest, da ein Ende des Schneesturmes nicht zu erkennen ist.

Nachdem der erste Schock, die Trauer und Wut einigermaßen in den Hintergrund gerückt sind, fallen Spekulationen auf fruchtbaren Boden. Warum wurde an den Zug ein zusätzlicher Waggon gehängt, der zudem in Oslo streng bewacht wurde? Und wo befinden sich die Passagiere aus diesem Teil des Zuges?

Als dann am nächsten Morgen der mitgereisten und äusserst bekannten "Fußball"-Pastors vor der Tür des Hotels mit einem Einschussloch im Kopf gefunden wird, bittet Geir Rugholmen, Ersthelfer aus dem Ort, Hanne um Hilfe.

Doch Hanne ist kein umgänglicher Mensch, sie hat sich seit ihrer Berufsunfähigkeit immer weiter von den Menschen entfernt. Und deshalb beginnt sie eher mißmutig damit, die Ermittlungen aufzunehmen.



Fazit: Obwohl eine gewisse Ähnlichkeit mit Agatha Christies Kriminalromanen besteht, versteht es Anne Holt leider nicht den Leser ebenso zu fesseln. Vielleicht liegt es an der bärbeissigen und äußerst unfreundlichen Protagonistin, oder an den vielen Vermutungen deren sich die Autorin ständig bedient . Andauernd läßt sie ihre Hauptfigur grübeln mit den Worten ."..hätte ich gewusst, dass.dann vielleicht".

Das ist auf die Dauer leider langweilig. Auch ihre Aufklärung kommt so plötzlich, das man das Gefühl hat wichtige Seiten überlesen zu haben, dabei möchte der Leser doch oft selbst den Fall lösen.



Interessant fand ich wiederum die an die Kapitelanfänge gestellten Begriffsdefinitionen von Wind bis Schneesturm, allein deshalb, weil ich selbst mal eine Zeitlang in einer Notunterkunft aufgrund eines Blizzards wohnen musste .

05.04.2009 17:37:47
stjerneskud

Mit der Beaufort-Skala auf Mörderjagd

Auf der Fahrt von Oslo nach Bergen entgleist ein Zug, bei dem der Lokführer getötet wird. Alle anderen Passagiere kommen entweder unbeschadet oder mit leichten Verletzungen und mit einem gehörigen Schrecken davon. Sie werden in einem nahe gelegenen Berghotel untergebracht. Der Schneesturm schließt sie dort ein und eine Evakuierung ist vorerst nicht möglich. Unter ihnen befindet sich die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen, die seit einer Schussverletzung im Rollstuhl sitzt. Glücklicherweise sind die Speisekammern des Hotels gut gefüllt – keiner muss Hunger oder Durst leiden – und auch für ein wenig Ablenkung ist gesorgt. Alles geht einem einigermaßen geregelten Gang nach, bis ein Mord geschieht.

Es ist das erste Buch, dass ich von Anne Holt gelesen habe und es hatte ein klein wenig eine abschreckende Wirkung auf mich. Vorerst reizt es mich nicht weitere Romane von ihr zu lesen. An sich liest sich der Krimi sehr gut, aber es kommt keine rechte Spannung auf und es bleibt aus, von ihm mitgerissen zu werden. Ich habe schon Fesselndere gelesen und die auftauchenden Figuren wecken bei mir auch keine Sympathien für sie. Durch die Ich-Form erfährt man viel über die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen – ihre Sicht auf die Dinge und erhält einen Einblick in ihre Gedankenwelt –aber sie hat eine Art an sich, mit der ich mich nicht anfreunden konnte. Agatha Christie hat es vorgemacht Morde in einem begrenzten Umfeld stattfinden zu lassen, wie z.B. in „Tod auf dem Nil“ und „Mord im Orientexpress“, und eine der anwesenden Personen muss der/die Mörder/in sein, aber ihre Figuren versprühten dabei noch einen gewissen Charme, was hier gänzlich fehlte. Ich hatte mir mehr erhofft und wurde ein wenig enttäuscht, weil das Buch anfangs einen guten Eindruck auf mich machte, dem es leider nicht gerecht werden konnte.

Man kann es lesen, muss es aber nicht unbedingt.

04.03.2009 17:42:58
villawiebke

Winter 2007 in Norwegen. Ein heftiger Schneesturm tobt, als ein Zug mit 269 Passagieren, unterwegs von Oslo nach Bergen, entgleist. Bis auf den Lokführer werden alle Passagiere lebend gerettet und in einem nahe gelegenen Berghotel in Finse untergebracht. Ein Kontakt zur Außenwelt ist nicht möglich und notgedrungen arrangieren sich die Eingeschlossenen mit der unausweichlichen Situation. Für Essen, Trinken und ein wenig Unterhaltung ist gesorgt, so dass genügend Zeit bleibt, sich mit Spekulationen um einen zusätzlich angehangenen Zugwaggon zu befassen, dessen Insassen mysteriös anmuten, die aber niemand zu Gesicht bekommen hat.

Unter den unfreiwilligen Hotelgästen, immer ein wenig abseits im Rollstuhl sitzend, befindet sich die ehemalige Polizistin Hanne Wilhelmsen, die vor fünf Jahren im Rahmen eines Polizeieinsatzes schwer verletzt wurde. Seit ihrem Unfall hat sie sich vom Leben zurückgezogen und tritt den Menschen in ihrer Umgebung unhöflich, verschlossen und unfreundlich gegenüber. Jede noch so gut gemeinte Hilfe lehnt sie schroff ab und verkriecht sich lieber in ihrem Schneckenhaus, ein Verhalten, das sich im Laufe des Geschehens und aufgrund der gegebenen Situation zunehmend schwerer bewerkstelligen lässt.

In der Nacht fallen die Temperaturen weiter, der Wind nimmt zu. Ein Ende des Sturms ist nicht in Sicht, als vor der Tür, im Schnee liegend, eine Leiche entdeckt wird. Der Tote, ein extrovertierten Pastor, der durch vielfältige Fernsehauftritte seine Bekanntheit und Volksnähe akribisch gepflegt und gezielt ins rechte Licht gesetzt hat, ist erschossen worden. Nun ist es schlagartig vorbei mit der Ruhe im idyllischen Berghotel. Angst macht sich unter den Anwesenden breit, der Sturm zerrt an den Nerven der Gäste und genau an diesem Punkt geschieht der nächste Mord.

Die ehemalige Polizistin Hanne Wilhemsen, deren Vorleben einigen der Anwesenden hinlänglich bekannt ist, gerät durch die Ereignisse immer mehr unter Druck. Man bittet sie, sich der Sache anzunehmen und die Verbrechen aufzuklären, bevor die Situation eskaliert. In die Enge getrieben, stimmt sie mürrisch zu und versucht mit Hilfe der Hoteldirektorin und zwei weiterer Gäste Licht in die Geschehnisse zu bringen. Hierbei bemerkt sie zum ersten Mal, dass ihre passive sitzende Position auch Vorteile mit sich bringen kann. Bedingt durch die ungewöhnliche Perspektive und die dadurch genommene Möglichkeit in Handlungen aktiv eingreifen zu können, erschließen sich ihr Dinge, die andere übersehen. Ihre jahrelange, gut geschulte Beobachtungsgabe kombiniert sie geschickt mit systematischem Denken und so gelingt es ihr, die Morde aufzuklären und den Täter ganz in Agatha-Chriestie-Manier letztendlich zu stellen.

Aber nicht nur die ungewöhnlich Aufklärung des Verbrechens unter Einbeziehung eines breiten Publikums und der passiven Haltung der anwesenden Polizei, erinnert an die Romane der Autorin Agatha Christie. Auch die vielseitige Ausstattung der anwesenden Personen mit kuriosen Angewohnheiten, eigenwilligen Charaktere und dunklen Vergangenheiten, wie auch die Einbeziehung einer ungewöhnlichen Todesart, lassen den Leser unweigerlich an die psychologisch raffinierten Methoden von Miss Marple oder Hercule Poirot denken.

Anne Holt hat mit „Der norwegische Gast“ einen Kriminalroman geschrieben, der durch seinen leichten, flüssigen Schreibstil lesenswert daherkommt, trotz alledem aber zu sehr an seine Vorgänger erinnert. Die Idee, Personen von der Außenwelt abzuschneiden und sie gemeinsam mit einem Mörder einzuschließen, ist durch vielfältige Romanvorlagen und Filme bereits überstrapaziert und weist auch in diesem Buch keine neuen Nuancen auf. Hier kann man sich als Leser der Autorin nur wünschen, dass sie bei zukünftigen Romanen mit neuen Ansätzen brilliert. Ein weiteres Manko stellt der nicht durchgängig vorhandene Spannungsbogen dar, der allerdings durch die gewählte Erzählform kompensiert wird. Bedingt durch die Nutzung der Ich-Perspektive erlaubt die Autorin einen tiefen Einblick in die Seelen- und Gefühlswelt der Hauptprotagonistin und schafft es dadurch, dass die Geschichte einiges an Tiefgang erfährt. Und genau dieser Tiefgang ist es, was den Leser dazu bringt, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Insgesamt ist „Der Norwegische Gast“ ein Buch, das man entspannt lesen kann, von dem der versierte Krimileser aber nicht zuviel erwarten sollte.

09.02.2009 15:01:09
subechto

Ich habe fast alles von Anne Holt gelesen und ich muss sagen, "Der norwegische Gast" hat mir wieder sehr gut gefallen:
ein puristischer, klassischer Krimi.

Hat mich ein wenig an Agatha Christie's "Mord im Orient Express" erinnert: begrenzte Anzahl von möglichen Tätern an einem abgegrenzten Tatort (in diesem Fall ein Hotel).

Ein Highlight! Unbedint zu empfehlen:-)

05.01.2009 20:30:31
Karin reinhardt

Eingeschneith mit einem Mörder
3Es geht um eine Ermittlerin der Polizei, die ihn ein Zugunglück verwickelt wird. Alle Fahrgäste suchen Schutz ihn einem nahe gelegen Hotel.Wo sich immer mehr Fragen aufdrängen . Wer war ihn diesem letzten mysteriösen Waagon des Zuges?? Warum waren dort bewaffnete am Banhof gewessen??? Warum ist das Zugunglück passiert???. Die Hauptfigur langweilt sich eingespeert mit all den anderen Leuten in einem zugeschneiten Hotel vor dem ein Sturm tobt, bis ein Mord passiert es wir Cato Hammer ermordet der Priester aber wer war es???. Eingeschneith mit einem Mörder im Hotel und niemand kann entkommen

05.01.2009 15:47:34
Keksigirl

Frostiger Hotelaufenthalt mit Todesfolge

Inhalt:

In dem kleinen norwegischen Bergdorf Finse entgleist ein Zug mit über 200 Menschen an Bord. Fast alle überleben und ein Großteil von ihnen wird in einem nahegelegenen Hotel untergebracht. Das Dorf ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten, denn ein Schneeturm tobt und macht alle Wege unpassierbar. Unter den Passagieren ist auch die ehemalige Polizistin Hanne Wilhelmsen, die seit einer Schießerei gelähmt ist und im Rollstuhl sitzt. Auch die bekannten Prediger Cato und Roar zählen zu den Hotelgästen. Schnell machen Gerüchte um geheimnisvolle Zugpassagiere die Runde, die im obersten Teil des Hotels schwer bewaffnet bewacht werden. Panik kommt auf und als dann Cato ermordet im Schnee gefunden wird, macht sich Hanne gemeinsam mit einem Anwalt, einem Arzt und der Hoteldirektorin auf die Suche nach den Hintergründen der Tat...

Meine Meinung:

Das Cover des neuen Kriminalromans von Anne Holt ist unscheinbar & ruhig, übermittelt aber die äußeren, kalten Umstände.
Die 318 Seiten sind in 12 Kapitel unterteilt, die wiederum aus einigen Unterkapiteln bestehen.
Leider bleibt die Handlung weitgehend flach und ist aufgrund der gewählten Erzählweise meist sehr eintönig. Das Geschehen wird nämlich aus Sicht von Hanne in der Ich-Form geschildert. Sie greift der Handlung oft vorweg und ihre Rückblenden und Gedanken sind teils kompliziert und tragen wenig zum eigentlichen Geschehen bei.
Das Geheimnis um die Passagiere im Obergeschoss wirkt auf mich wie ein Lückenfüller, der zwar Einfluss auf die Entwicklung nimmt, aber doch wenig beiträgt.
Die Sprache ist umständlich und oberflächlich, aber auch modern und den Charakteren angepasst.
Die Protagonisten sind leider auch sehr eben und haben wenig Tiefgang. Sie bleiben einem fremd und handeln teils wenig nachvollziehbar. Es wurde eindeutig mehr Gewicht auf die Handlung, als auf die Charakterzeichnung gelegt.

Fazit:

Ein Buch mit einigen Schwächen, das vielleicht durch mehr Spannung für mehr Lesespaß gesorgt hätte. Denn die Idee ist nicht schlecht, die Ausführung konnte mich aber nicht überzeugen. Die Schreibweise ist gewöhnungsbedürftig.
Schade, denn Potenzial hat dieser Kriminalroman auf jeden Fall.

31.12.2008 08:27:49
ML

"Der norwegische Gast" ist ein Top-Krimi!
Mir gelang es nicht, das Buch aus der Hand zu legen. Top-Stimmung durch das "Eingeschneit-werden"!!! Die hervorgerufene Lust, iselbst n dieses Hotel zu ziehen, wird durch die liebevolle Beschreibung rießengroß! Die Verhörmethoden sind äußerst spannend aufgebaut - und ich freue mich weitere Krimis in - hoffentlich - ähnlicher Form (wie Schneegestöber bzw. -umwetter) lesen zu können! Top - top - top! Nur weiter so!

15.11.2008 14:07:10
sapkowski

Ich finde die Idee des Romans ziemlich gut. Die Umsetzung finde ich allerdings nicht wirklich gelungen. Die Geschichte ist sehr zäh und stellenweise langweilig. Es kommt in der ganzen Handlung nicht wirklich Spannung auf. Die Geschichte plätschert seicht dahin ohne den Leser richtig zu fesseln.
Auch soll Spannung erzeugt werden,indem Gespräche,die Hinweise liefern könnten,durch plötzliche Ereignisse unterbrochen werden. Dies nervt einem aber mit der Zeit und man verliert sehr schnell das Interesse.
Die Kommissarin Hanne Wilhelmsen war mir zu Beginn der Geschichte auch sehr unsympathisch. Dies hat sich mittlerweile ein bisschen geändert,aber so richtig warm werde ich trotzdem nicht mit ihr.
Die Erzählung in der ich-Perspektive finde ich nicht schlecht,da so besser auf das Denken und die Gefühle des Hauptprotagonisten eingegangen werden kann.
Die Amtosphäre in Holts Roman „Der norwegische Gast“ finde ich auch sehr gut und das Buch lässt sich doch leicht und flüssig lesen,obwohl keinerlei Spannung vorhanden ist,wie ich finde.Leider!
Ich werde deswegen auch keine weiteren Romane von Anne Holt lesen.

Letztendlich gebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen,da mir die Idee doch sehr gefallen hat.
Trotzdem ist dieses Buch kein Muss.

11.11.2008 11:55:29
villawiebke

Das hatten wir alles schon!

Eingeschneit, von der Umwelt abgeschlossen und ein Mord. Die Ermittlerin, selbstverständlich Polizistin und mit persönlichen Problemen behaftet, zufällig unter den Anwesenden. Alle weiteren Personen ausreichend ausgestattet mit kuriosen Angewohnheiten, eigenwilligen Charaktere und dunklen Vergangenheiten. Keiner kennt den Mörder, keiner kann entkommen. Angst und Unsicherheit machen sich breit und genau an diesem Punkt geschieht der nächste Mord.

Wie oft denn noch, frage ich mich?

Hat Frau Holt keine neuen Ideen auf Lager, dass sie sich bei den Klassikern bedienen muss?
Dann bitteschön lieber ein Buch weniger!

Da lobe ich mir die Autoren, die nicht über einen so bekannten Namen verfügen, deren Schreibstil nicht so vollkommen ist, dafür aber mit erfrischend neuen Ideen für eine spannende Story brillieren.

04.11.2008 16:51:53
villawiebke

Das hatten wir alles schon!

Eingeschneit, von der Umwelt abgeschlossen und ein Mord. Die Ermittlerin, selbstverständlich Polizistin und mit persönlichen Problemen behaftet, zufällig unter den Anwesenden. Alle weiteren Personen ausreichend ausgestattet mit kuriosen Angewohnheiten, eigenwilligen Charaktere und dunklen Vergangenheiten. Keiner kennt den Mörder, keiner kann entkommen. Angst und Unsicherheit machen sich breit und genau an diesem Punkt geschieht der nächste Mord.

Wie oft denn noch, frage ich mich?

Hat Frau Holt keine neuen Ideen auf Lager, dass sie sich bei den Klassikern bedienen muss? D
Dann bitteschön lieber ein Buch weniger!

Da lobe ich mir die Autoren, die nicht über einen so bekannten Namen verfügen, deren Schreibstil nicht so vollkommen ist, dafür aber mit erfrischend neuen Ideen für eine spannende Story brillieren.

04.11.2008 16:48:45
katharina1981

Ich weiß bei Krimis der Skandinavier sehr zu schätzen, egal ob Jo Nesboe, Anne Holt, Helene Tursten, Oke Edwardson oder Henning Mankell, ich mag den Nordischen Schreibstil sehr.
Anne Holt hat einen sehr Sachlichen Schreibstil mit Stellenweise etwas trochenem Humor und reiht sich damit in die Reihe der anderen Skandinavier ein, sie schreibt weniger rasant und weniger Blutig als die meissten Amerikanischen Kollegen, hält aber das ganze Buch über eine düstere Spannung.
Der norwegische Gast spielt sich nach einem Zugunglück, praktisch die ganze Zeit, während einem Schneesturm eingeschlossen, in einem Hotel ab. Das Buch beginnt spannend, der Mörder und sein Motiv werden erst am Ende des Buches enttarnt, somit bleibt das Buch auch spannend bis zu schluss.
Anne Holt hatte mit "der norwegische Gast" eine tolle Idee und hat sie auch klasse in ihrem Krimi umgesetzt.
Dieses Buch ist für Fans Skandinavischer Krimis ein muss und für alle anderen auch sehr empfehlenswert!

27.10.2008 22:16:02
LilStar

"Der norwegische Gast" ist ein klassischer Krimi mit typischen Elementen. Nach einem Zugunglück sitzen dessen Passagiere in einem Hotel fest und können aufgrund des Wetters weder weg noch raus. Ein Hotelgast wird ermordet und kurze Zeit später ein zweiter. Die Ex-Polizistin Hanne Wilhelmsen gerät ungewollt in die Ermittungen.

Alleine die Charaktere sind so interessant, dass es richtig Spaß macht das Buch zu lesen. Sowohl die gelähmte Ermittlerin Hanne, als auch der kleinwüchsige Arzt Magnus Streng oder der Außreißer Adrian werden von der Autorin sehr authentisch beschrieben.
Es wird auch an keiner Stelle langweilig, sondern bleibt bis zur letzten Seite noch spannend.
Zusätzlich zu den Ermittlungen in den beiden Morden gilt es noch das große Geheimnis um den zusätzlichen Zug-Waggon zu lüften, dessen Passagiere unbekannt sind und auch als erstes evakuiert werden.

Befürchtete ich zunächst noch, dass es insgesamt zu viele Andeutungen seien um eine wirklich zufriedenstellende Lösung zu bieten, belehrte mich das Buch jedoch, dass dies nicht der Fall war. Die Lösung war sehr schön schlüssig und in sich stimmig ausgearbeitet.

An der Übersetzung gedoch gibt es zu bemängeln, dass öfter die Anrede von "Du" auf "Sie" gewechselt wurde. Dies störte den Lesefluss leider ein wenig.
Ansonsten ein rundum gelungenes Werk, welches sich den Titel "Kriminalroman" auf jeden Fall verdient hat.

03.10.2008 21:02:06
Karin

Who done it?
Anne Holt hat mit ihrem neuesten Krimi um die zwischenzeitlich gelähmte Kommissarin Hanne Wilhelmsen einen klassischen "Who done it" - Krimi geschaffen.

Eine Gruppe von Menschen sitzt nach einem Zugunglück während eines Schneesturmes von ungeahntem Ausmass in einem Hotel fest.

Schon in der ersten Nacht passiert ein Mord und Hanne Wilhelmsen beginnt, wenn auch ungewollt, mit ihren Recherchen. Diese aus der Sicht von Wilhelmsen beschriebenen Ermittlungen mit allen Irrungen und Wirrungen, sowie weiteren Todes- und Mordfällen werden sehr kurzweilig und spannend beschrieben. Anne Holt hat einen Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Vor allem auch die lakonische und eigenwillge Art von Hanne Wilhelmsen.

Das Ganze erinnert wirklich an die Bücher von Agatha Christie und vermittelt grösstes Lesevergnügen.

Zudem ist die Aufmachung des Buches klasse, das Lesebändchen ist bedruckt ( wenn auch mit PIPER-Werbung ), vor jedem Kapitel werden die einzelnen Wind-und Sturmstärken laut Beaufort-Skala in aufsteigender Form beschrieben und das Buch beginnt mir Kapitel 0 ( angelehnt an diese Skala ). Fand ich irgendwie gut.

Mir ist der Wechsel zwischen "du" und "Sie" fast durch das ganze Buch hindurch auch aufgefallen. Manchmal sogar innerhalb eines Gesprächs. Sehr schade.
Und auf Seite 136 wurde Magnus Streng mit Magnus Berg bezeichnet.

Alles in allem ein tolles, kurzweiliges und spannendes Buch, welches ich nur weiter empfehlen kann. Es hat mich neugierig auf alle weiteren Bücher von Anne Holt um die Ermittlerin Hanne Wilhelmsen gemacht. Diese werde ich sicher bei Gelegenheit auch noch lesen.

18.09.2008 17:36:45
Christa Peters

Froh war ich, dass Hanne Wilhelmsen den Anschlag von vor langer Zeit überlebt hat und es nun wieder einen Krimi mit ihr gibt:
"Der norwegische Gast" ist ein nordischer Krimi nach meinem Geschmack! Anne Holt versteht es, den Leser von Anfang an in den Bann zu ziehen und zeichnet eine Atmosphäre, in der man sich beim Lesen verlieren kann!
Hanne Wilhelmsen verunglückt in einem Zug, in dem Menschen aller Alterklassen, Religionen und verschiedener Herkunft verunglücken - dazu die geheimen Insassen des letzten Waggons. Allte Reisenden werden gerettet und in einem Hotel untergebracht und es geschieht gleich ein Mord!
Hanne Wilhelmsen - die schon lange nicht mehr als Kriminalkommissarin arbeitet und sich sehr von den Menschen zurückgezogen hat, steckt nun mitten im Trubel und wird als Polizisten dazu gedrängt, den Mord aufzuklären!
Sie ist schon immer eine eigenwillige Person gewesen und möchte auch hier nicht aus ihrem Schneckenhaus heraus. Sie beobachtet alles genau aus ihrem Rollstuhl heraus, bekommt von allen Seiten immer etwas zugetragen und analysiert so das Geschehen. Da ist Adrian, der Fünfzehnjährige mit der großen Klappe, dem Hanne sehr zugetan ist. Da ist der fernsehbekannte Pastor, der am nächsten Tag tot im Schnee liegt. Viele Menschen in Extremsituationen, von Hanne beobachtet und von Anne Holt ins rechte Licht gerückt. Ein ruhiger Krimi, viele intensive Dialoge in typisch nordischem Stil und die gleiche Hanne Wilhelmsen, wie schon in den Krimis davor, in denen sie mir ans Herz gewachsen ist! Sie hat noch ihr privates Umfeld, Nefis ihre Frau und die kleine Tocher und das gibt ihr Sicherheit und eine Lebensperspektive trotz ihres Lebens im Rollstuhl.
Anne Holt schreibt in einer so bildlichen und eindringlichen Sprache, dass man meint, man sitze mit in diesem Hotel und sieht die Schneeflocken tanzen, hört die Scheiben bersten und fühlt die Stimmungsschwankungen unter den Menschen und ist mitten im Geschehen. Nicht nur für alle Anne Holt Fans ein Muss - für jeden Krimileser, der nordische Autoren mag, ein Genuss.
Der Umschlag passt perfekt zum Buch - er verbreitet eine frostige Atmosphäre

08.09.2008 09:32:53
HelgaR

Als ein Zug im norwegischen Finse im Schneesturm entgleist, müssen alle Passagiere im nahegelegenen Berghotel untergebracht werden, wo allerdings bereits nach kurzer Zeit ein Mord an einem Pastor passiert. Da aber alles zugeschneit ist und niemand das Hotel erreichen noch von dort weg kann, spitzt sich die Lage mit der Zeit zu. Noch dazu, wo sich einige Menschen in einem anderen Trakt befinden und sich von den anderen total abschotten. Niemand weiß wer sie sind.

Man erfährt während des Aufenthalts im Hotel eine ganze Menge über die einzelnen Fahrgäste, unter denen sich nun ein Mörder befindet. Unter anderem befindet sich auch die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen unter ihnen, die vor ein paar Jahren bei einem Einsatz angeschossen wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt.

Die Geschichte ist äußerst interessant und Anne Holt ist eine gute Mischung von Details und kriminalistischer Erzählung gelungen. Die einzelnen Personen sind sehr intensiv gezeichnet und haben großteils sehr extreme Charaktere. Trotzdem alles sehr ausführlich beschrieben wird, ist es keine Sekunde langweilig und man hat das Gefühl, man befindet sich selbst unter all den Menschen im Hotel.

Hanne Wilhelmsen hat in ihrem Rollstuhl sehr viel Zeit, um alle Gäste genau zu beobachten und einiges über sie in Erfahrung zu bringen und nach und nach wird ihr klar, wie alles zusammenhängt und wer der Mörder ist. Eine wirklich tolle Geschichte, die nicht nach 08/15 abläuft. Es gibt zwar ein paar Fehler mit "Du" und "Sie" und einmal eine Namensverwechslung, aber es hat nicht sonderlich gestört.

Leider habe ich bis jetzt noch keinen Hanne Wilhelmsen-Krimi gelesen und mir fehlt daher das ganze Insiderwissen über die Kommissarin, was ich sehr bedaure. Werde aber bei Gelegenheit vielleicht doch noch mit dem 1.Fall der Serie beginnen.

31.08.2008 16:44:19
adhara

Nach einem Zugunglück bei tosendem Sturm mit rund 200 anderen, fremden, Menschen in einem abgelegenen Hotel einquartiert zu sein, ist an sich schon eine Situation, die an den Nerven der Betroffenen zerrt. Dann stirbt der Fussballpastor Cato Hammer - er wird ermordet. Unter den Eingeschlossenen, die durch den Sturm nicht nur von der Aussenwelt abgeschottet sind, sondern auch um ihre Sicherheit im Hotel, das den Kräften langsam nachzugeben scheint, fürchten müssen, bricht ein diffuses Gefühl von Panik aus. Gerüchte über unheimliche Vorgänge finden schnell einmal Nahrung bei den Menschen, deren Nerven blank liegen. Angeheizt durch verschiedene Stimmungsmacher droht die Situation zu eskalieren...

Anne Holt hat ein wunderbares Psychogramm einer Gruppe Menschen erstellt, die durch das Schicksal verbunden aber ohne jede Gemeinsamkeit ist. Ganz feinfühlig beschrieben schälen sich aus der Geschichte nach und nach die verschiedenen Charaktere heraus. Sei es nun die menschenfeindliche - und mit sich selber im Unreinen befindliche - Komissarin Hanne Wilhelmsen, der unzugängliche aber hochgebildete Teenager Adrian oder die Stimmungsmacherin Kari Thue, die mit ihrer Hyperaktivität die Stimmung der Anwesenden ernsthaft zum Kippen zu bringen droht, sie alle sind so beschrieben, dass man sie vor sich zu sehen glaubt.Nicht so sehr die Frage, wer denn nun Cato Hammer wirklich umgebracht hat, beschäftigt beim Lesen dieses Krimis als vielmehr die Frage, wie die Menschen diese Tage in Finse überleben sollen. Denn so mancher ist nicht das, was er zu sein vorgibt und damit knüpft Anne Holt mühelos einen Spannungsbogen, der über die ganze Geschichte hinweg nie nachlässt.

Die atmosphärisch dicht gewebte Spannung, die schon auf den ersten Seiten aufgebaut wird, lässt vor dem geistigen Auge eine Welt auferstehen, die so real und greifbar scheint. Fast ist es so, als ob man einer der Menschen wäre, die im Hotel eingesperrt sind und sich der Situation ausgeliefert fühlen. Besonders die Erzählweise der Protagonistin, die aus ihren persönlichen Problemen im Umgang mit den Menschen keinen Hehl macht, unterstreicht die Spannung.

Alles in allem ist "Der norwegische Gast" von Anne Holt ein hervorragend ausgearbeiteter Krimi, der wesentlich mehr Ansprüche an die Leserschaft stellt, als ein durchschnittlicher Krimi. Und doch ist er so geschrieben, dass es niemandem schwer fallen dürfte, der Geschichte zu folgen und sich als Teil davon zu fühlen. Ein wirklich bemerkenswertes Werk.

27.08.2008 11:57:02
Auglia

Wenn der Ort der Rettung zur tödlichen Falle wird…
Kurzbeschreibung des Buches:
Über dem unzugänglichen norwegischen Bergdorf Finse wütet ein Schneesturm. Der einzige Zug dorthin entgleist im Schneechaos. Die Passagiere, unter ihnen auch die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen, retten sich in das nahe Hotel Finse 1222. Die Gespräche im Hotel drehen sich vor allem um eines: Was haben die Wachen vor den Türen des Hotels zu bedeuten? Wen sollen sie schützen? Die königliche Familie, einen ausländischen Terroristen? Hanne Wilhelmsen ahnt, dass das Zugunglück noch nicht das Schlimmste ist, sondern der Mord an einem mitgereisten Pastor, der erschossen im Schnee liegt. Als Hanne schließlich glaubt einen Zeugen für den Mord gefunden zu haben, wird dieser auch ermordet…
Eigene Meinung:
Die Aufmachung gefällt mir außerordentlich gut: Ein Fenster (man könnte sie vorstellen, dass es ein der Fenster des Hotels Finse 1222 ist), das mit riesigen Eiszapfen fast verdeckt wird. Die rote Farbe des Hauses steht im Kontrast zum Eis, das macht schon Eindruck. Alles in allem also ein passendes Cover, das einem gleich vor Augen führt, wie es wohl vor dem Hotel Finse 1222 ausgesehen haben könnte. Auch das Lesebändchen hat seine Arbeit gewissenhaft erledigt. Dass eine Werbung auf dem Lesezeichen ist, hat mich nicht gestört, allerdings war das für mich neu.
Die Autorin schafft es kontinuierlich die Spannung zu (er)halten. Das Unglück, der Sturm, die Kälte, die Panik im Hotel, das sind alles Faktoren, die dazu beitragen, dass der Leser stets ein Flaues Gefühl im Magen hat. Die Protagonistin Hanne Wilhelmsen wurde mir mit jedem Kapitel sympathischer und ich habe sie nicht zuletzt auch wegen ihrer Art Dinge zu beobachten in mein Herz geschlossen: Anfangs zeigte sie noch eher eine Art Zurückgezogenheit, weil sie nicht im Mittelpunkt stehen will, aber im Laufe des Buches nimmt sie dann doch eine aktivere Rolle ein. Auch wie die Autorin schreibt gefällt mir sehr gut. Die Stelle z. B. wo sie schildert, wie sich der gefährliche Hund auf Hanne im Rollstuhl zu bewegt. Diese Situation war schon etwas gruselig in meinen Augen. Die Kapiteleinteilung ist mal etwas ganz Andres: Nach der Beaufort-Skala für Windstärken im Gebirge, aber durchaus passend zum Inhalt. Trotz all der positiven Sachen, die das Buch aufweist, gab es für mich auch negative: Als störend empfand ich, vor allem am Anfang, dass sie die Personen alle auf Anhieb duzen, liegt es an der Mentalität im hohen Norden? Im Laufe des Buches wechselt die Anrede von Sie auf Du und umgekehrt, das verwirrte mich doch ein wenig.
Aber alles in allem war es ein herrlicher Krimi, dessen Ende es in sich hat. Zudem wurde ich noch neugierig gemacht auf weitere Anne Holt Bücher.
Ich vergebe 8,5 von 10 Punkten.

22.08.2008 21:13:31
Bettina

Großes Glück gehabt, denken sich die Passagiere eines Zuges, der mitten in der norwegischen Berglandschaft entgleist. Die Passagiere können in ein nahe gelegenes Hotel gebracht werden, wo es trotz aller notdürftigen Umstände ausreichend zu essen gibt, wo es warm ist und wo sie das Ende des tobenden Sturms abwarten können. Doch das kleine, unerwartete Abenteuer gerät zur harten Belastungsprobe, als ein Mitreisender erschossen vor dem Haus liegt. Der Sturm schneit das Hotel immer stärker ein und die ungewohnte Enge sowie ein zweiter Mord lassen es fast zur Meuterei kommen. Die Situation wird unvorhersehbar.

An diesem Krimi faszinierten mich zwei Dinge. Zum einen war es die klaustrophobische Atmosphäre, die durch den Schneesturm in diesem abgelegenen Ort erzeugt wird. Nicht einmal die Nachbarhäuser können erreicht werden und der Mikrokosmos Hotel birgt Leute, die unter dem nervlichen Druck unberechenbar werden. Da wird der mysteriöse Passagier aus dem zusätzlichen Zugwaggon zu einem Objekt wilder Vermutungen, aber die eigentliche Angst löst er nicht aus. Zum anderen ist es die Art, wie der Krimi sich auf einen minimalen Schauplatz beschränkt - gesteigert durch Ex-Kommissarin Hanne Wilhelmsen, die sich nur im Rollstuhl und im Hotel nur sehr beschränkt fortbewegen kann. Holt beschreibt sehr gut, was Hanne von ihrer Perspektive aus erlebt: Sie hält sich fast ausschließlich an der Rezeption auf und erlebt, wie ich die Menschen verändern und sie ist aufgrund ihres ehemaligen Berufs erste Anlaufstelle für die Verantwortlichen des Hotels.

Aus der Hand legen? Das fiel mir bei diesem Krimi ungeheuer schwer. Der ganze Krimi überspannt nur wenige Tage und obwohl Hanne ein wahrlich gallige Zeitgenossin ist, trägt sie die ganze Handlung.
Als besonderes Detail gefielen mir die zwölf Kapitelüberschriften: Sie sind nach den Windstärken benannt, versehen mit den jeweiligen, immer stärker werdenden Auswirkungen auf Mensch und Natur.

22.08.2008 12:44:14
Buecherfan

Spannender Kriminalroman der klassischen Art

Zum Inhalt:

Im tiefsten Winter entgleist nahe des norwegischen Bergdorfes Finse ein Zug mit mehr als 250 Insassen. Da im Hochgebirge gerade ein Schneesturm wütet, muss ein Großteil der Fahrgäste im Hotel Finse1222 untergebracht werden. Unter ihnen befindet sich auch die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen, die seit einem Berufsunfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Der Sturm wird immer heftiger und während die Eingeschlossenen auf Hilfe warten, wird ein bekanntes Mitglied der Gruppe ermordet aufgefunden. Zudem sorgen die mysteriösen Passagiere eines Sonderwaggons des Zuges für Unruhe unter den unfreiwilligen Hotelgästen. Als die Situation zu eskalieren droht, geschieht ein weiterer brutaler Mord und Hanne Wilhelmsen sieht sich gezwungen, ihre etwas eingerosteten Ermittler-Fähigkeiten ein weiteres Mal einzusetzen...

Meine Meinung:

"Der norwegische Gast" ist ohne Zweifel Kriminalliteratur vom Feinsten. Anne Holt beschreibt die für die Handlung wichtigen Personen und Orte außerordentlich detailliert und plastisch. Die Hauptfigur Hanne ist ein sehr komplexer Charakter mit vielen Widersprüchen und einem komplizierten Innenleben. Mit der Zeit erfährt der Leser einiges aus ihrem Privatleben und kann somit ihr Verhalten und ihre Gefühlswelt besser verstehen. Die Spannung kommt nie zu kurz und es finden viele überraschende Wendungen statt. Der ruhige Erzählfluss und die Art, wie dem Leser nach und nach die nötigen Puzzleteile für die Lösung der Morde vorgelegt werden, erinnern stark an die Werke von Agatha Christie. Wie in "Mord im Orientexpress" gibt es einen einzelgängerischen Ermittler, der durch Zufall in einen verzwickten Mordfall verwickelt wird und diesen allein durch aufmerksames Beobachten und scharfe Kombinationsgabe löst. Zudem konzentriert sich die Handlung ebenfalls nur auf einen Ort. Diese Anleihen sind allem Anschein nach beabsichtigt und stellen eine stimmungsvolle Hommage an die klassische Krimi-Kultur dar. Die Autorin zeigt außerdem sehr eindrucksvoll, wie unterschiedlich sich Menschen in Extremsituationen verhalten und was Gruppenzwang bewirken kann. Dadurch, dass Anne Holt ethischen und moralischen Fragen viel Raum lässt, gewinnt der Roman einiges an Tiefgang. Am Ende werden die meisten Fragen zufriedenstellend beantwortet und im Nachhinein ist die Aufklärung der Morde logisch gut nachvollziehbar. Auch der zweite Handlungsstrang um die Insassen des Sonderwaggons wird verständlich aufgelöst, wenn auch mit einem kleinen Fragezeichen am Schluss.

Fazit:

"Der norwegische Gast" ist ein geschickt konstruierter Krimi mit solidem Spannungsaufbau, der das soziale Bewusstsein des Lesers schärft. Wer anspruchsvolle und intelligente Unterhaltung mag oder mal eine Auszeit von blutrünstigen und actionreichen Krimis nehmen möchte, ist mit diesem Roman bestens beraten!

18.08.2008 19:39:49
mo.moogle

Eiseskälte und Einsamkeit
Eingeschneit, in Sturm und Kälte, eingefroren in ihre innere Einsamkeit - Anne Holt zeichnet ein vielschichtiges Bild menschlicher Verirrungen auf so vielen Ebenen, dass sie ihre LeserInnen damit ebenso gefangen hält wie die Menschen in dem Berghotel in Norwegen. Vor allem die Protagonistin Hanne Willhelmsen kriecht einem dabei geradezu unter die Haut. Ihre Erkenntnis, dass sie dachte, sie hätte nun ein anderes Leben als früher, in Wahrheit aber nur ihre Tage mit Warten gefüllt hat, ist so lebensnah und schmerzlich, dass man sie in den Arm nehmen möchte - wohl wissend, dass sie genau das niemals zulassen wird. Ein klassischer Krimi auf der einen Seite - ja, sicher, der "Mord im Orientexpress" ist unverkennbar - auf der anderen Seite aber so sehr viel mehr, ein Geschichte von Einsamkeit, von Verlorenheit, von Gier und Rache... Die Rätsel werden gelöst, die Zukunft bleibt ungewiss, die Verlorenheit hallt nach und es bleibt die Hoffnung auf mehr Bücher von dieser Autorin.

18.08.2008 12:54:54
schnegg72

Gefangen im Schneesturm...
mit einem Zug voller fremder Menschen und den unbekannten aus dem geheimnisvollen Zugabteil.
Ein Zugunglück im norwegischen Gebirge zwingt 296 Menschen in einem Berghotel gemeinsam einen Schneesturm auszusitzen. Nach dem ersten Mord wird die ehemalige Polizistin Hanne - die seit einem "Arbeitsunfall" im Rollstuhl sitzt - gebeten, den Mörder zu ermitteln. Weigert sie sich anfangs noch, so erwacht ihr alter Polizeiinstinkt aber mit dem nächsten Mord...
Und wären da nicht noch die Insassen des geheimnisvollen letzten Wagons, um den sich diverse Gerüchte unter der Masse verbreiten.
Ich frage mich, wie ich bisher um Anne Holt und "ihre Hanne" herumgekommen bin. Dies ist der erste nordische Krimi, der mich echt vollends überzeugt und nach mehr suchen läßt.

15.08.2008 16:37:02
dyabollo

Das Cover an sich sieht live besser aus als auf den Fotos im Internet. Es ist in 12 Kapitel aufgeteilt und jedes Kapitel in mehrere Abschnitte was ich sehr praktisch finde. Zu Beginn eines Kapitels wird die Auswirkung des Windes im Gebirge beschrieben. Zuerst dachte ich, die Windgeschwindigkeit die dort jeweils aufgeführt wird soll den Sturm dokumentieren. Später jedoch habe ich bemerkt, dass es sich um eine allgemeine Information handelt, die überhaupt nichts mit dem Inhalt des jeweiligen Kapitels zu tun hat. Völlig schwachsinnig und uninteressant. Das Lesezeichen ist sehr praktisch könnte jedoch rot sein ;) würde besser dazu passen aber das ist nur nebensächlich.

Kritik
*
- Die eingeschneiten Hotels kennen wir schon alle von Stephen King. Die absurde Zusammenstellung der Personen ist so realitätsfern wie Grimms Märchen: mir kam es so vor als wären alle bekannten Persönlichkeiten auf einem Haufen. Jeder kennt jeden..ist Norwegen so klein?
- Die ehemalige Polizistin erinnert an einen Antihelden: behindert, arrogant und verschlossen. Trotzdem gehorcht ihr jeder auf Wort und am Ende - wie soll es anders sein - wird sie zu einer Heldin, die einzige, die alles zu durchschauen vermag.
- Die Autorin schafft es leider nicht Gefühle in das ganze zu bringen. Obwohl innerhalb von zwei Tagen zwei Morde geschehen ( und 3 weitere Menschen sterben auf eine “natürliche” Art und Weise ) bleiben alle Gäste ruhig. Keine bekommt Angst, dass er mit einem Mörder eingeschneit ist. Schlimmer noch: die Polizistin unterhält sich über die Mordwaffe kurz nachdem die zweite Leiche gefunden wird und im nächsten Augenblick bekommt sie Hunger. Kein Hauch von Mitgefühl mit dem Opfer, keine Anzeichen von Angst.
- Am Ende kommen Sachen über Terroristen ans Licht, Geschichten über US - PräsidentIN (?) Von denen ich gerne verschont geblieben wäre, denn auch ein erfundener Roman ( wenn es sich nicht gerade um Fantasy handelt ) sollte wenigstens ein bisschen an der Realität angelehnt bleiben
- In dem Roman sind mir auch 5 Tippfehler aufgefallen und dabei habe ich wirklich sehr schnell gelesen...mag sein es sind noch mehr. Hoffe diese werden in den nächsten Auflagen korrigiert. Es kann zwar immer passieren, deswegen wollte ich kurz darauf hinweisen :)

Ich könnte dieses Buch nicht mit gutem Gewissen weiterempfehlen!

15.08.2008 14:35:42
Moehrchen

Locked Hotel?

Der Kriminalroman Der norwegische Gast kommt im klassischen Gewand eines "Locked Room Mystery" daher: Während eines starken Schneesturms kommt es zu einem Zugunglück, aber bis auf den Zugführer überleben alle Personen. Die Überlebenden werden in einer nahen Stadt untergebracht, 196 von ihnen in einem Hotel. Der Schneesturm wütet weiter und schon bald ist das Hotel zugeschneit und damit nicht mehr erreichbar. Dann wird ein Prediger erschossen im Schnee aufgefunden. Wer war der Täter und was steckt hinter den geheimnisvollen Insassen des letzten Wagons? Die ehemalige, nun querschnittsgelähmte, Polizistin Hanne Wilhelmsen macht sich in alter "Who done it" Manier auf die Suche nach dem Täter.

Über dem ganzen Krimi hängt ein Hauch von Schwermut, der skandinavischen Krimis wohl zu eigen ist. Diese Schwermut wir auch deutlich, wenn die Ich-Erzählerin Hanne Wilhelmsen mal wieder in philosophisch anmutenden Ausschweifungen über ihre derzeitige Lebenssituation nachdenkt und dies in aller Breite dem Leser näher gebracht wird.

Als störend empfand ich die Blicke aus der Zukunft, die erklären, dass alles ganz anders hätte laufen können. Zudem wäre es nett gewesen, wenn der Übersetzer sich entweder für das "Du" oder das "Sie" entschieden hätte - der Wechsel zwischen den beiden Formen verwirrt den Leser manches mal schon etwas.

Gut ist die Tatsache, dass bis zum Schluss nicht klar ist wer der Täter ist. Die Auflösung ist wirklich gut durchdacht und lässt eigentlich keine Fragen offen.

Mäßig spannender Krimi, der einem sicher keine - vor Spannung - abgekauten Fingernägel beschert, ebenso wenig wie schlaflose Nächte.

15.08.2008 13:46:29
dyabollo

Inhalt
*

Ein Zugunglück und ein schrecklicher Sturm in den norwegischen Bergen. 196 Menschen eingeschneit in einem Hotel. Doch nicht nur das: in dem Zug befindet sich wohl auch eine Person von besonderer Bedeutung. Nicht umsonst bekommt sie das beste Zimmer des Hotels mit zwei bewaffneten Leibwächtern...
Schon in der ersten Nacht geschieht ein Mord. Wer war das?
Noch bevor etwas geklärt werden kann wird auch in der zweiten Nacht ein Mensch ermordet. Eine an den Rollstuhl gebundene ehemalige Polizistin versucht den Fall zu klären...

soweit zum Inhalt :)

Die Buchgestaltung
*
Das Cover an sich sieht live besser aus als auf den Fotos im Internet. Es ist in 12 Kapitel aufgeteilt und jedes Kapitel in mehrere Abschnitte was ich sehr praktisch finde. Zu Beginn eines Kapitels wird die Auswirkung des Windes im Gebirge beschrieben. Zuerst dachte ich, die Windgeschwindigkeit die dort jeweils aufgeführt wird soll den Sturm dokumentieren. Später jedoch habe ich bemerkt, dass es sich um eine allgemeine Information handelt, die überhaupt nichts mit dem Inhalt des jeweiligen Kapitels zu tun hat. Völlig schwachsinnig und uninteressant. Das Lesezeichen ist sehr praktisch könnte jedoch rot sein ;) würde besser dazu passen aber das ist nur nebensächlich.

Kritik
*
- Die eingeschneiten Hotels kennen wir schon alle von Stephen King. Die absurde Zusammenstellung der Personen ist so realitätsfern wie Grimms Märchen: mir kam es so vor als wären alle bekannten Persönlichkeiten auf einem Haufen. Jeder kennt jeden..ist Norwegen so klein?
- Die ehemalige Polizistin erinnert an einen Antihelden: behindert, arrogant und verschlossen. Trotzdem gehorcht ihr jeder auf Wort und am Ende - wie soll es anders sein - wird sie zu einer Heldin, die einzige, die alles zu durchschauen vermag.
- Die Autorin schafft es leider nicht Gefühle in das ganze zu bringen. Obwohl innerhalb von zwei Tagen zwei Morde geschehen ( und 3 weitere Menschen sterben auf eine “natürliche” Art und Weise ) bleiben alle Gäste ruhig. Keine bekommt Angst, dass er mit einem Mörder eingeschneit ist. Schlimmer noch: die Polizistin unterhält sich über die Mordwaffe kurz nachdem die zweite Leiche gefunden wird und im nächsten Augenblick bekommt sie Hunger. Kein Hauch von Mitgefühl mit dem Opfer, keine Anzeichen von Angst.
- Am Ende kommen Sachen über Terroristen ans Licht, Geschichten über US - PräsidentIN (?) Von denen ich gerne verschont geblieben wäre, denn auch ein erfundener Roman ( wenn es sich nicht gerade um Fantasy handelt ) sollte wenigstens ein bisschen an der Realität angelehnt bleiben
- In dem Roman sind mir auch 5 Tippfehler aufgefallen und dabei habe ich wirklich sehr schnell gelesen...mag sein es sind noch mehr. Hoffe diese werden in den nächsten Auflagen korrigiert. Es kann zwar immer passieren, deswegen wollte ich kurz darauf hinweisen :)

Ich könnte dieses Buch nicht mit gutem Gewissen weiterempfehlen!

14.08.2008 21:25:30
Stephi

Nach einem Zugunglück sitzen knapp 200 Menschen eingeschneit in einem Hotel fest – unter ihnen Hanne Wilhelmsen, ehemalige Polizistin, die seit einer Schussverletzung querschnittsgelähmt an den Rollstuhl gefesselt ist.
Noch in der ersten Nacht geschieht ein Mord. Ein mitgereister Pastor wird erschossen. Er soll nicht der letzte Tote bleiben und Hanne Wilhelmsen ist es schließlich, die geschickt kombiniert und ohne die Möglichkeiten der modernen Kriminaltechnik den Mörder ermittelt.

Anne Holt liefert mit „Der norwegische Gast“ einen Krimi, der bedingt durch die räumliche Enge nur eine begrenzte Anzahl an möglichen Tätern bietet. Der Leser kann sich mit Hanne Wilhelmsen zusammen auf die Suche begeben und bis kurz vor Schluss bleibt offen, wer es letztlich war.

Dies hat man dem Erzählstil Anne Holts zu verdanken. Sie lässt den Leser nur begrenzt an den Gedanken Hanne Wilhelmsens teilhaben. Man erfährt zwar, dass sie den ein oder anderen Verdacht hat und der Lösung immer näher kommt, aber konkrete Äußerungen tätigt sie nicht.

Etwas störend beim Lesen war für mich der ständige Wechsel zwischen der Anrede „Du“ und „Sie“. Anfangs dachte ich noch, dass es sich um vereinzelte Fehler handelt, aber sie zogen sich dann doch durch das ganze Buch.

Inhaltlich hat mir „Der norwegische Gast“ hingegen sehr gut gefallen. Die Handlung war glaubwürdig, unvorhersehbar und spannend. Ausgesprochen gut hat mir auch die Zeichnung der Figuren.

Obwohl sich Hanne Wilhelmsen von Beginn an verschlossen, unfreundlich und unnahbar gibt, zeigt sie mit fortschreitender Handlung zunehmend andere Facetten ihrer Persönlichkeit. Es machte großen Spaß, ihre Gedankengänge mit ihr zusammen zu beschreiten und ich war des Öfteren beeindruckt von ihrer Willensstärke und der Ruhe, die sie ausstrahlte.

Bei Magnus Streng, dem kleinwüchsigen Arzt, war ich mir lange Zeit nicht ganz sicher, was ich von ihm zu halten habe. Seine freundliche, teilweise aufdringliche Art empfand ich zeitweise als ziemlich nervig. Vermutlich muss man ihn einfach als lebenslustigen, positiven, überfreundlichen Menschen akzeptieren.

Es gibt noch einige andere Personen, die mir außerordentlich gut gefallen haben – dazu gehören unter anderem Berit Tverre und Geir Rugholmen – aber ich möchte nicht zuviel von der Handlung verraten.

Die Nebenhandlung, in der es um den ominösen zusätzlichen Waggon am verunglückten Zug ging, hätte ich nicht unbedingt benötigt. Die Spekulationen um die Insassen des Waggons (waren es nun Mitglieder des Königshauses oder nicht) habe ich als unnötig empfunden, zumal es am Ende auch keine Aufklärung gab, was mich doch etwas geärgert hat.

Unabhängig von Inhalt und Stil möchte ich noch zwei Aspekte positiv hervorheben.
Zum einen finde ich es klasse, dass das Buch ein Lesebändchen hat – und dann auch noch so ein hübsches. Vielleicht kann nicht jeder meine Begeisterung darüber nachvollziehen, aber ich habe es bis jetzt nur in sehr wenigen gebundenen Büchern erlebt, dass ein Lesebändchen vorhanden war. Zugegeben, ich lese mehr Taschenbücher als Hardcover-Ausgaben und habe deshalb keinen sehr großen Überblick über die Nutzung von ihnen, aber dennoch möchte ich diesen Punkt nicht unerwähnt lassen.
Zum anderen fand ich die Beschreibungen der Beaufort-Skala am Anfang jedes Kapitels unglaublich toll. Dass sie sehr passend war, muss man wohl nicht betonen, aber sie haben sich als sehr treffende Beschreibung für den Inhalt erwiesen. Einerseits werden die Wetterbedingungen immer schlechter und andererseits wird auch die Handlung immer explosiver.

Abschließend kann ich sagen, dass das Buch nur wenige kleine Wünsche offen lässt und macht Lust auf mehr Bücher von Anne Holt, um Hanne Wilhelmsen noch besser kennen zu lernen.

14.08.2008 10:35:59
Danai

Anne Holt hat mit ihrem Roman „Der norwegische Gast“ eine Hommage an den klassischen Kriminalroman geschrieben. So steht es auch auf dem Buchrücken. Trotzdem kommt das Buch nicht veraltet daher.
Die doch recht bärbeißige ehemalige Ermittlerin Hanne Wilhelmsen verschlägt es nach einem Zugunglück in ein norwegisches Bergdorf, wo alle Zuginsassen nun auch noch in einem Hotel eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten werden. Gleich in der folgenden Nacht geschieht der erste Mord und Hanne muss sich gezwungenermaßen mit den Ermittlungen beschäftigen.
Wir lernen eine eigenwillige und schon fast kauzige Hanne Wilhelmsen kennen, die trotz alledem sympathisch ist und die man einfach gern haben und für ihre Willensstärke bewundern muss. Im Verlauf der Ermittlungen zeigt sich Hanne etwas offener und umgänglicher. Nicht zuletzt vielleicht, weil sie sich dabei auf vertrautem Terrain befindet? Aber auch alle anderen Figuren sind durchaus liebevoll beschrieben, mit einzigartigen Charakteren versehen und für den Leser leicht fassbar.
Durch den angenehmen und flüssigen Schreibstil der Autorin lässt sich dieses Buch sehr gut lesen. Es kommt ohne die z.Zt. in vielen anderen Romanen vorkommenden –meiner Meinung nach – übermäßigen Grausamkeiten aus und bekommt nicht zuletzt auch deshalb von mir noch zusätzliche Pluspunkte.
Die Situation der Reisegruppe in dem abgeschiedenen Hotel wird sehr anschaulich und nachvollziehbar geschildert. Man meint tatsächlich den Wind toben zu hören. Obwohl ja nur eine begrenzte Anzahl von Verdächtigen vorhanden ist, ist es bis zum Schluss tatsächlich rätselhaft, wer denn nun die Morde begangen hat. Die Spannung fällt nicht vorzeitig ab.
Eine lobende Erwähnung verdient auch das bedruckte und sehr stabile Lesebändchen, das nicht während der Lektüre ausgefranst ist, wie ich es bei anderen Büchern schon oft erlebt habe 
Obwohl dieses Buch der 8. Teil der Serie um Hanne Wilhelmsen ist, kann man es auch ohne Probleme isoliert lesen. Es gibt keine Verständnisschwierigkeiten durch Andeutungen an frühere Fälle und auch die Protagonistin verliert nicht daran, dass man sie nicht aus den früheren Büchern kennt.
Alles in allem habe ich einen sehr gelungenen und empfehlenswerten Roman gelesen, dem ich auch den einen oder anderen Schreibfehler verzeihen kann.

11.08.2008 13:18:22
Manuela2205

Ein Zugunglück, ein Schneesturm, 196 Menschen in einem Hotel eingeschlossen...
So wird der Leser gleich von mehreren Rätseln in den Bann gezogen. Zum einen natürlich der Mord an einem Pastor, der nicht der einzige Tote bleiben wird. Außerdem gibt es einen geheimnisumwobenen, bewachten, zusätzlichen Eisenbahnwaggon. Benutzt von der norwegischen Königsfamilie? Oder doch der Transport eines hochgefährlichen Terroristen? Und nicht zuletzt die unfreiwillige Ermittlerin, Hanne Wilhelmsen. Eigentlich aus dem Polizeidienst durch eine Schußverletzung im Dienst ausgeschieden und seither an den Rollstuhl gefesselt, gewährt sie nur langsam Einblick in ihr Leben und ihre Gedankenwelt.
Ein schönes Buch für alle Fans von unblutigen Morden!

BEHIND THE DOOR
Der Raum. Die Tat. Das Rätsel.

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