Dr. Siri und seine Toten

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • New York: Soho Press, 2004, Titel: 'The Coroner's Lunch', Originalsprache
  • Köln: Random House Audio, 2008, Seiten: 4, Übersetzt: Jan Josef Liefers
  • London: Quercus, 2007, Originalsprache
  • München: Goldmann, 2010, Seiten: 317
  • Köln: Random House Audio, 2009, Seiten: 4, Übersetzt: Jan Josef Liefers

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Lars Schafft
Siris real existierender Humorismus

Buch-Rezension von Lars Schafft Jul 2008

Auf genau diese Bücher wartet man. Auf diese, die so skurril klingen, dass man mindestens hineinlesen möchte. Wenn sich dann schon nach wenigen Seiten herausstellt, dass der Roman vielleicht sogar noch besser sein könnte als erhofft, sollte man sich die nächsten Stunden nichts vornehmen. Dr. Siri und seine Toten ist eines der Bücher, das den Leser erfolgreich von allem Wichtigen abhält, wenn er ins kommunistische Laos der späten 70er eintaucht.

Laos? Ja, da sollten wir mal schnell im Atlas nachschlagen. Südostasien ist schonmal warm, heiß wird´s, wenn wir das kleine Land mit seinen seinerzeit gut drei Millionen Einwohnern zwischen Thailand und Vietnam suchen. Die Hauptstadt heißt Vientiane und genau dort arbeitet Dr. Siri Paiboun. Siri blickt auf stolze 72 Jahre zurück und hätte mit Sicherheit nicht geträumt, dass er in hohem Alter noch einen neuen Job vom Politbüro aufs Auge gedrückt bekommen: Er soll - muss - Laos´ einziger Pathologe werden. Medizinische Kenntnisse hat Siri zwar, pocht aber darauf, dass es einen Unterschied mache, ob er einen Menschen zersäge oder ihn zusammenflicke. Doch als gar nicht mal unkommunistischer Fachmann bleibt ihm kaum eine Wahl. Mit Notenständer und französischen Lehrbüchern bewaffnet beginnt er seine neue Tätigkeit, die ihm nach zehn Monaten die erste richtige Bescherung liefert. Frau Nitnoy, verheiratet mit dem Genossen Kham, landet in Siris Tiefkühlhaus. Beim Essen sei sie einfach tot vom Stuhl gefallen. Scharfsinnig folgert Siri:

 

Sie war nicht vom Zug überfahren worden (denn in Laos gab es keine Züge). Auch war sie weder erschossen, erstochen oder erstickt worden, noch hatte eine Militärbarkasse ihr die Beine abgetrennt. Aber da sie sich zum Zeitpunkt ihres Todes in einem geschlossenen Raum aufgehalten hatte, waren das keine weltbewegenden Erkenntnisse.

 

Zum Glück hat unser Dr. Genosse einen spitzfindigen Helfer, den Herrn Geung. Der hat das Down-Syndrom - und eine exzellente Nase. Und meint, Genosse Khams tote Gattin rieche nach Nüssen - Zyanid? Komisch nur, dass Kham recht vergnügt seine Frau mir nichts dir nichts aus der Pathologe wegschaffen lässt, bevor Siri eine Todesursache feststellen kann. Und bei der einen Leiche aus hohen politischen Kreisen soll es auch nicht bleiben...

Colin Cotterill, Exil-Brite mit derzeitigem Wohnsitz in Thailand, ist mit Dr. Siri und seine Toten ein rundum vergnüglicher, mit intelligentem Humor gespickter Erstling gelungen. Exotischer können die Rahmenbedingungen (Laos, Kommunismus, 70er-Jahre, 72-jähriger Detektiv) eigentlich kaum sein, und trotzdem gelingt Cotterill eine vom ersten Kapitel an flüssige Story, die gar nicht mal in erster Linie von ihrer Exotik lebt. Sondern von ihren Figuren.

An vorderster Front natürlich Dr. Siri, der "passiv-rebellisch verrückte" Pathologe wider Willen, der in Frankreich nur wegen Brüsten zum Kommunismus kam ("Männer sind zweidimensionale Wesen mit spezifischen dreidimensionalen Vorlieben"), dem in seinen Träumen seine Toten quicklebendig über den Weg laufen und der es auf dem Fahrrad bergab mit "120 Stundenkilometern" vorzieht, in den "weicheren" Besenverkäufer als in die Mauer des Präsidentenpalastes zu brettern. Mit der Weisheit des Alters und einer gewissen asiatischen Nonchalance erträgt er die vielen kleinen Katastrophen des Alltags und ältere Nachbarinnen, die ihm nachstellen.

Aber auch Cotterills übriges Personal besteht aus spritzig lebhaften Zeitgenossen, die das beste aus ihren teils doch sehr kärglichen Lebensumständen machen und auf eine äußerst charmante Art Dr. Siri und seine Toten zu einem munteren Lesevergnügen machen. Ein Übriges tun die Dialoge, deren trockener Sarkasmus dem Leser sicherlich nicht selten ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubert. Zum Beispiel ein Gespräch wie dieses zwischen Siri und seinem Freund Civilai vom Parteibüro:

 

"Wie war dein Wochenende?"
"Sensationell. Ich habe mir bei einem politischen Seminar in Vang Vieng den Hintern wundgesessen. Und du?"
"Ich habe einen Graben ausgehoben."
"Und? Wie war's?"
"Sensationell. Mein Block hat den Preis für das ´fröhlichste Arbeitslied´ bekommen."
"Gratuliere. Was gab´s denn zu gewinnen?"
"Eine Spitzhacke."
"Nur eine?"
"Jeder darf sie reihum eine Woche benutzen, in alphabetischer Reihenfolge."

 

Colin Cotterill schafft so mit Dr. Siri und seine Toten ein nicht nur erfrischend humorvolles Debüt, sondern schildert auch auf eine sehr angenehm entspannte Weise den Alltag eines fremden Landes unter einem fast ausgestorbenen politischen System, dabei mit scharfem Blick auf die Menschen, immer irgendwo zwischen Kommunismus und Buddhismus, zwischen Realität und Idealismus. Nicht zu vergessen: Dr. Siri hat ja auch noch einen Fall zu lösen - den Cotterill dazu noch äußerst clever gestrickt hat.

Dr. Siri und seine Toten

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Letzte Kommentare:
30.06.2017 18:08:23
PMelittaM

Demokratische Volksrepublik Laos, 1976: Der 72 Jahre alte Dr. Siri ist gegen seinen Willen zum einzigen Leichenbeschauer des Landes ernannt worden. Als altgedienter Kämpfer für den Kommunismus, wenn auch eher wegen der Liebe als aus Überzeugung, hatte er eigenlich gehofft, nach dem kürzlich Durchsetzen, endlich in Ruhestand gehen zu können.

Sein neu benötigtes Wissen hat Siri sich aus schon etwas älteren Büchern angelesen. Mit der Leiche eines hohen weiblichen Parteimitgliedes kommt nun zwar eine interessante Untersuchung, aber auch möglicher Ärger auf seinen Tisch, doch das ist noch nicht alles, denn Frau Nitnoy ist nicht die einzige Leiche, die Siri in Bedrängnis bringt.

Was ist dieser Leichenbeschauer für ein origineller, skurriler und liebenswerter Ermittler! Und auch alle anderen Charaktere dieses etwas anderen Kriminalromans sind dem Autor gut gelungen und ähnlich skurril wie sein Protagonist. Da ist z. B. Dtui, Siris Sekretärin, die gerne selbst Leichenbeschauerin werden würde, oder Geung, sein Gehilfe mit Down-Syndrom, ohne den Siri ganz schön aufgeschmissen wäre, denn er ist der einzige, der wirklich Ahnung hat.

Die politische Lage bzw. die kommunistische Partei, die erst ein Jahr zuvor zur Macht im Lande wurde, spielen genauso eine Rolle wie das Land selbst, seine Probleme und seine Beziehungen zu den Nachbarstaaten, zum Teil ebenfalls kommunistisch, zum Teil auch nicht. Siri sieht das Ganze mit leiser Ironie, er ist auch nicht auf den Mund gefallen, so dass es für den Leser auch einiges zu Schmunzeln gibt. Sehr interessant ist der Ausflug zu den Hmong, einer Volksgruppe, die auch in Laos lebt.

Nicht jedermanns Sache sind möglicherweise Siris übersinnliche Wahrnehmungen, ich finde sie aber durchaus zu Siri passend und kein bisschen störend.

Der Fall bzw. die Fälle, die Siri hier bearbeiten muss, sind interessant und stellenweise richtig spannend – und werden gut aufgelöst.

Ich bin begeistert und war schon nach wenigen Seiten ein großer Fan des laotischen Leichenbeschauers. Den zweiten Band der Reihe habe ich mir bereits gekauft und auch die weiteren werden ganz sicher noch bei mir landen. Ich vergebe 91° und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

06.01.2017 14:27:20
irmgard kolbe

Eine Freundin hat mir Colin und Dr.Siri empfohlene und dabei gesagt "er ist ein bisschen skurril".Damit hatte sie zweifellos recht.Nach den ersten paar Seiten war mir klar,das wird eine spannende Reise! Ich entdeckteein interessantes Land, eine noch fremde Kultur, vielseitig entwickelte Hauptdarsteller, hochgradig sarkastischen Humor und einen prima konstruierten Plot. Absolut empfehlenswert!

22.08.2012 20:36:58
Cary

Herrlich!! Während ich im Labor stehe, habe ich Dr. Siri und Genossen via Audio-Book dabei - sehr spannender, schmunzelnder und kurzweiliger Arbeitstag ;-) Ich habe bis jett zwei und die nächsten zwei direkt bestellt. Jan-Josef Liefers liest sie aber auch perfekt. Bisweilen hab ich wirklich laut gelacht - was natürlich verdutzte Gesichter bringt ;-)

13.02.2012 14:30:18
Ulla

Dr Siri und seine Toten war auch mein erster Colin Coterill und ich kann den nächsten immer kaum erwarten. Dr Siri ist köstlich, die beste Lektüre die ich seit Jahren genossen habe. Leicht, locker, listig geschrieben, sarkastisch aber níe abfällig. Die Geschichten sind jetzt keine schaurigen Mordgeschichten oder Psychothriller die einen dann nicht mehr ohne Gänsehaut nachts durch Parkhaus gehen lassen. Die Fälle des Dr Siri sind einfallsreich, gut aufgebaut, spannend, die verquickung mit der machtübernahme der Pathet Lao einfach köstlich. Dr Siri macht süchtig!

24.09.2011 13:08:44
Torsten

Es ist sicher sehr aussergewöhnlich, einen Krimi im frisch kommunistischen Laos der 70er Jahre anzusiedeln.
Der Autor beschreibt die Zustände - die er offensichtlich aus erster Hand und sehr gut kennt - sehr humoristisch und zynisch zugleich. Das ist sprachlich sehr schön und macht anfangs auch viel Spass, auch wenn eine profunde Kenntnis der Zustände und Entwicklungen damals in dieser Weltgegend das Verständnis allzuvieler Andeutungen noch fördern würden.
Leider werden die Beschreibungen der Verwaltung und Verklärung des kommunistischen Mangels recht schnell zum Selbstzweck der auf Dauer etwas wiederholend und ermüdend ist und vor allem aber nicht durch die Geschichte an sich aufgewogen wird. Als Krimi jedenfalls ist die Story sehr sehr dürftig. Die Andeutungen des Übersinnlichen kann man gerade noch als landestypische Folklore akzeptieren, wenn nicht der mehr als 50seitige Abstecher in den Dschungel wäre, der wohl nur den Sinn hatte, dieses Übersinnliche noch weiter zu verdeutlichen.
Das Ende übrigens ist ähnlich - ebenso "übersinnlich" wie überflüssig.
Ich fand das Buch nach all den Lorbeeren hier sehr enttäuschend. Wer eine sehr schön geschriebene, zynische und humorvolle Abrechnung mit dem Beginn des laotischen Kommunismus sucht, der hat vielleicht Spass, aber als Krimi ist das leider eher ein Blindgänger.

17.07.2011 19:36:51
mylo

Durch reinen Zufall bin ich auf diesen skurrilen Krimi gestoßen und ich war begeistert. Ich habe private Verbindungen nach Vietnam und war deshalb an diesem Krimi aus dem Nachbarland interessiert. Und siehe da ein wahrer Glücksgriff. Dieser skurrile Dr. Siri mit seinen ach so sympathischen Mitarbeitern nimmt das kommunistische System von Laos so richtig auf die Schippe. Das ganze wird in seiner so erfrischenden Art erzählt, dass es Spaß macht und ständig ein Schmunzeln hervorruft. Gute Geschichte, sehr interessante und gut herausgearbeitete Personen, Tolle Dialoge und etwas sonderbare Geister die man aber bei dem Ort der Handlung in Kauf nehmen muß und sie klären ja auch letztlich die kompliziert erscheinenden Fälle.
85 Punkte und Lust auf mehr

08.06.2011 17:19:25
Klatt Hildegard

Hallo, nicht nur das eine Buch ist einfach fantastisch, ich habe alle anderen auch.
Wie Dr. Siri seine Latschen verteidigt, will man meine Füße küssen, bitte nicht in Chinaschuhen sondern da, man man die Zehen sieht.
Die Geister die bei ihm sind, der Baum am Fluss wo die beiden Herren dinieren, neben sich den Mann der immer seine Sachen auszieht.
Es ist einfach köstlich, ob in der Pathologie, bei den Ämtern oder der Kampf um das Dasein.
Ich bin total von allem eingenommen.
Meinen Dank an Herrn Cotterill.

30.01.2011 04:11:56
Erich Mixner

Laoskrimis! Ganz was neeues denkt man und wird überrascht mit einem Buch, welches den Kommunismus in seiner heitersten und schönsten Form zeigt.
Ich bin viel in Asien, war aber noch nie in Laos, Visa- und Verbindungsprobleme, aber jetzt muß ich hin und den Dr. Siri und Genossen suchen!
Leider gibt es bisher nur zwei Bände, jedoch der Autor lebt in Thailand und das ist sehr teuer geworden, also bitte den Dr. Siri leben und Wirken lassen

31.12.2010 17:17:32
Schrodo

Ein wirklich skurriler Krimi der anderen Art. Amüsant und kurzweilig von Deutschlands bekanntestem Tatort-TV-Pathologen, Jan Josef Liefers, wunderbar bildhaft erzählt. Liefers mit seiner wohl angeborenen subtilen Spöttelei passt zu diesem Cotterill Hörbuch wirklich wie die Faust aufs Auge!
Dr. Siri und seine Toten, ist ein schönes Krimi Hörbuch. Nicht besonders blutrünstig oder megaspannend, aber durch seine humorvollen Dialoge und die Besonderheiten der Ermittlungen in einem Kommunistischen Staat, durchaus hörenswert!
Dr. Siri Paiboun ist 72 Jahre alt, ein einfacher Arzt – und wird wider Willen befördert: Die kommunistische Partei von Laos bestellt ihn zum einzigen Leichenbeschauer des Landes. Diese Aufgabe erledigt der kauzige Arzt mit übersinnlicher Intuition und einem französischen Pathologie- Handbuch von 1948. Hört sich komisch an? Ist es auch. Vergnüglich und skurril löst er seinen ersten Fall, den Tod der Gattin eines hohen Parteikaders

29.11.2010 11:51:53
puppi7899

Ich bin begeistert. Habe sofort die beiden nachfolgenden Bücher erstanden.
Die Erscheinungen, na ja. Wenn man sie selbst nicht hat, kann man ja nicht wissen, daß ein anderer sie hat.
Die Charaktere sind ganz liebenswürdig geschildert und die Dialoge spritzig.

Einer meiner Lieblinge mit Civilai: Sprichst Du französisch?"Wie Napoleon" Mit korsischem Akzent? "Nein elegant"

25.10.2010 17:15:58
D. M.

Nein, wie herrlich! Laos in den 70ern, das klang nicht verlockend. Aber eben weil es so weit weg ist von Deutschland 2010 offenbart sich die ganze Abartigkeit des Kommunismus im Zwinkern von Sr. Siri. Ein großer Spaß und ein echter Grund, sich mal mit der wechselvollen Geschichte der Region zu beschäftigen.

14.09.2010 20:31:28
Dr. K.

Einfach nur herrlich. Ich hab das Buch geschenkt bekommen und dachte nur: ja, klar, denkt mal nur, ich bin ja eh völlig durch.
Und ich war auch durch. Die ganze Nacht hab ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Ein absolut erfrischender ironischer Humor gepaart mit dem freien Blick auf die asiatische Gelassenheit und die alte Geisterwelt.
Allein der unfreiwillige Leichenbeschauer, der auf die kommunistisch verordneten Plastikschuhe pfeifft mit seinen hervorragenden Mitarbeitern, der seine Kenntnisse aus alten französischen Lehrbuchkopien zieht bis hin zum verrückten Inder, der trotzdem seinen Platz in der Welt hat.
Mehr davon. Den zweiten Band hab ich schon gelesen und warte sehnsüchtig auf mehr.
PS: die Reise nach Laos ist übrigens auch schon gebucht ;-)

22.08.2010 13:39:18
Addicted-to-read

Dieses Buch hat einen ganz eigenen Charme. Ich hatte in dieser Art vorher noch nichts gelesen und es hat mich von Anfang an verzückt.

Der Schauplatz Laos ist ja schon eher ungewöhnlich, so wie auch der Protagonist Dr. Siri, der zu seinem Job als Pathologe kommt wie die Jungfrau zum Kind und das im Alter von 72 Jahren! Allein diese Tatsache macht dieses Buch schon lesenswert.
Die Hauptfigur hat einen leisen, aber scharfzüngigen Humor und meistert mit Bravour seinen Job. So ganz nebenbei löst er auch noch die Kriminalfälle, die eigentlich eher im Hintergrund eine Rolle spielen. Doch das tut dem Buch keinen Abbruch.
Es ist in einer wundervollen Art und Weise geschrieben und die Charaktere sind sehr liebevoll herausgearbeitet.
Dieses Buch ist ein sehr unterhaltsames Leseerlebnis und ich freue mich schon sehr auf die Nachfolger!

22.07.2010 19:51:36
muprl

Das Buch ist angenehm erzählt, die Personen sympathisch und skurill, aber die Situationen nicht schreiend komisch sondern eher "schmunzelig". Dass Dr. Siri kein Superpathologe is, sondern sich eher so durchwurschtelt hat mir sehr gut gefallen.
Die Kriminalfälle haben bei mir nicht besonders viel Interesse geweckt, umso mehr die politische und alltägliche Situation im Laos der 70er. Davon wusste ich bisher so gut wie gar nichts.

Es ist tatsächlich ein federleichtes Buch. Mir war es aber dann doch irgendwie ZU leicht. Es plätschert und springt fröhlich voran und dann springt man als Leser am Ende aus der Geschichte heraus und kann irgendwie nur noch "nett" sagen. Aber nett reicht nicht ganz. Von mir daher 79°.

15.02.2010 17:19:59
Tina

ein super schönes buch. lustig und gleichzeitig sehr spannend. man weiß bis zum schluss nicht wer der täter ist. dr. siri ist vom ersten moment an super sympathisch. am anfang hatte ich etwas mühe mich reinzulesen. aber wenn man erstmal drin ist, kann mans nicht mehr aus der hand legen. nur zu empfehlen!

25.01.2010 22:08:03
Bücherwürmchen

Ich habe das Buch geschenkt bekommen und muss gestehen, dass ich es mir normalerweise eher nicht gekauft hätte. Aber ich muss sagen, es hat mich wirklich überzeugt, ein durch und durch wunderbares Buch! Die Charaktere wachsen einem im Nu ans Herz, die Dialoge sind erfrischend und man sieht Dr. Siri leibhaftig vor sich, sobald man das Buch aufschlägt!

Fazit: sehr empfehlenswert!

20.07.2009 15:08:20
detno

Dr. Siri, der einzige Leichenbeschauer in Laos mit einem Team, dass ebenso wie er von dieser Aufgabe kaum Ahnung hat. Aber der Arzt, der eigentlich schon längst seine Rente genießen möchte, bewältigt diese Aufgabe, obwohl die notwendigsten Voraussetzungen nicht gegeben sind. Das kommunistische Mangelsystem läßt herzlich grüßen.

Ein hervorragendes Werk mit viel feinsinnigem Humor, aber auch Sarkasmus, mit urigen Typen (kaum einer ist "normal") und einem Anti-Helden, der überaus sympathisch ist.
Er kann noch mit seinen 72 Jahren wie eine Osram-Glühbirne erstrahlen, wenn die Sandwichverkäuferin Tante Lah vor ihm steht.

93° und Lust auf mehr Humor von Colin Cotterill.

23.06.2009 00:36:54
Renate

Selten habe ich ein Buch in diesem Tempo verschlungen, obwohl ich ein schnelllesender Vielleser bin.

Die Story ist spannend, Es gibt Passagen in dem Buch, bei denen sich so einige fragen werden: "Warum, um Himmles willen, steht das jetzt hier?"
Denn es werden Skurrilitäten aufgezeigt, wie sie wohl nur der "Kommunismus" (der ja im gedanklichen Ursprung etwas ganz anderes sein sollte) hervorbringen kann. Und die asiatische Variante des Kommuninsmus war immer schon eine etwas verschärftere Form. Letzlich sind solche Passagen also eine trockene Schilderung der Realität, aber nicht zu trocken - ich habe beim Lesen so oft dermaßen laut gelacht, daß meine Nachbarn mitlachten, ohne zu wissen, warum.
Ein wenig mystisch wird es auch, wobei das für meinen Geschmack gar nicht notwendig gewesen wäre.

04.06.2009 11:04:13
tassieteufel

Mit diesem Buch habe ich in mehrfacher Hinsicht Neuland betreten, zum einen war es mein erster Krimi der in Laos spielt und zum anderen wußte ich zwar wo Laos liegt, hatte aber bisher kaum etwas über Land und Leute, die Geschichte oder die Kultur des Landes gewußt.
Wenn ich das Buch kurz zusammen-fassen sollte, würde ich sagen, anders, aber interessant!
Sicher kein Überflieger an Spannung, denn hier stehen mehr die Personen im Vordergrund, und mit viel Humor und Wortwitz schildert der Autor die Lage in Laos kurz nach der kommunistischen Revolution. Niemand jammert oder klagt über die schlechte wirtschaftliche Lage, die Mißstände im Land oder darüber das die Leute von "Hühnerzählern" bespitzelt werden. Vielmehr meistern sie ihren oft schwierigen Alltag mit Humor (in Dr. Siris Fall oft mit Galgenhumor) Gelassenheit und Freude am Leben, das hat mich wirklich positiv überrascht!
Dr. Siri, der sich nach der Revolution im hohen Alter von 72 Jahren einen wohlverdienten Ruhestand erhoffte, wird von der neuen Regierung zum ersten und einzigen amtlich bestellten
Leichenbeschauer von Laos ernannt. Weder will er dieses Amt, noch ist er dafür qualifiziert noch hat er die dafür nötigen Arbeitsmittel. Zunächst plätschert sein Arbeitsalltag vor sich hin,
doch dann wird er gleich mit mehreren Mordopfern konfrontiert. Das Dr. Siri mit unerwarteter Hartnäckigkeit zuerst den Tod der Gattin eines hohen Parteigenossen und später die Morde
an vietnamesischen Gesandten verfolgt, stößt bei der Obrigkeit nicht gerade auf Wohlgefallen. Doch davon läßt sich der Doktor nicht abhalten und gerät bald selbst zwischen die Fronten.
Der Umgang mit Geistern war für mich zuerst gewöhnungsbedürftig, wird vom Autor aber durch seine gelungene Schilderung der Glaubensvorstellungen und der Kultur des Landes sehr gut in die Geschichte integriert.
Ein kleines "Aber" habe ich allerdings. Zwar liebe ich skurile Charaktere und bizarre Geschichten, doch in diesem Buch ist kaum jemand wirklich normal und das habe ich ein wenig als Manko empfunden, weil das Buch dadurch überzogen wirkt.

Fazit: die liebvoll geschilderten Charaktere und die leicht ironische Schilderung des kommunistischen Laos machen eindeutig den Charm des Buches aus, das die eigentliche Krimihandlung ein wenig in den Hintergrund tritt stört dabei kaum. Der exotische Schauplatz und die augenzwinkernde Ironie bescheren einfach ein herrliches Lesevergnügen der anderen Art.

29.01.2009 15:19:40
Silke Schröder, hallo-buch.de

Mit viel Ironie und Wortwitz beschreibt Colin Cotterill die Zustände in Laos nach der Machtergreifung der Kommunisten. Dabei entwickelt er mit Dr. Siri eine sympathische Person, die auf sehr originelle Art und Weise ermittelt. Aus Dr. Siris Sicht bekommen wir einen Einblick in die Geschichte Laos, das erst von den Franzosen und dann von den Amerikanern besetzt war.

Besonders schön beschreibt Cotterill die Behutsamkeit der Menschen im Umgang miteinander, den stark ausgeprägten Glauben an Geister und die Verehrung für Buddha, der bei den Leuten so tief verankert ist, das selbst ein rationales System wie der Kommunismus dem nicht beikommen kann.

Ein spannender wie liebenswürdiger Blick auf ein Land, das nicht oft von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen wird. Sehr lesenswert.

21.01.2009 09:30:29
tedesca

Wieder einmal einer dieser erholsamen Krimis, wo im Vordergrund Charaktere und Atmosphäre stehen, ähnlich wie bei Camilleri oder Padura. Die Verbrechen dienen mehr als Mittel zum Erzählzweck, was aber der Spannung trotzdem keinen Abbruch tut.
Dr. Siri wächst einem mit seinem Galgenhumor und seinem Auge für's Detail sehr schnell ans Herz. Cotterill schildert die Lage der Menschen in Laos ungeschönt, aber mit einem feinen Maß an Ironie und Humor und ohne je das Land lächerlich zu machen.
Jan Josef Liefers liest das Hörbuch (leider eine gekürzte Fassung auf 4 CDs) auf seine ganz eigene Art und gibt der Geschichte dadurch noch seine persönliche Note.
Ein wunderbares Lesevergnügen, eine Empfehlung für alle, die gerne schmunzeln und trotzdem auf Spannung nicht verzichten wollen.

17.01.2009 11:01:54
Juergen

Ich habe den Erstling von Colin Cotterill im Original vor einigen Jahren gelesen ("The Coroner's Lunch") und war hellauf begeistert. So ein kluges Buch, das so witzig das Leben im kommunistischen Laos der 70ziger Jahre beschreibt!!! Dr. Siri wird auf seine alten Tage mit 72 Jahren zum ersten und einzigen Gerichtspathologen von ganz Laos ernannt, ohne eine entsprechende Ausbildung zu haben. Als Gehilfen hat er einen jungen Mann, der an dem Down-Syndrom leidet und eine gewitzte Krankenschwester. Wie klug und mit so primitiven Hilfsmitteln dieses Trio den verzwickten Fall löst, wie viel Gesellschaftskritik zusätzlich einfließt, das ist echt grandios.
Hoffentlich werden auch die Nachfolgebände, die ähnlich gut sind, übersetzt, so daß sich viele Leser finden werden.

25.12.2008 13:34:08
Bock

Laos 1976. Die kommunistische Pathet Lao hat in dem fernöstlichen Land die Macht übernommen. Der König und mit ihm die ganze Elite des Landes ist geflohen. Diejenigen, die im Land zurückgeblieben sind, arrangieren sich mehr oder weniger mit den neuen Machthabern. Der einzige daheim gebliebene Genosse mit medizinischer Ausbildung ist der 72 jährige bereits pensionierte Dr. Siri Palboun. Ausgerechnet er, der bisher nur lebende Patienten zu versorgen hatte, wird zum einzigen staatlichen Leichenbeschauer der Demokratischen Volksrepublik ernannt. Dass der liebenswerte Doktor von Rechtsmedizin keine Ahnung hat, stört niemand bei den neuen Machthabern. Dr. Siri geht die Sache mutig an, viel zu forsch, wie einige Beamte meinen, die sich gerade im Sozialismus gemütlich einrichten wollten.

Schon taucht die erste Leiche auf. Frau Nitnoy, Gemahlin eines hohen Parteimitgliedes, ist bei einem Essen des örtlichen Frauenverbandes verstorben. Dr. Siri vermutet, dass es da nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. Er nimmt sich sein verstaubtes, altes französisches medizinisches Lehrbuch zur Hand, weiht seine beiden ebenfalls nicht recht qualifizierten Assistenten ein und macht sich an die Recherche. Prompt gerät er in Gefahr, kann aber glücklicherweise unter anderem auf die Hilfe der Chemielehrerin Oum und die seines alten Freundes und Parteigenossen Civilai zählen.

Der britische Weltenbummler Colin Cotterill hat mit Dr. Siri eine der außergewöhnlichsten Figuren der Kriminalliteratur geschaffen. Er lässt sein Personal mit einer somnambulen Leichtigkeit und mit einer Prise schnoddrigen Sarkasmus über unzulängliches Lehrmaterial, unzuverlässiges Fachpersonal und fehlende Instrumente fabulieren.

Das Buch fasziniert durch seine Leichtigkeit, rasant und analytisch effizient geschrieben kann es über weite Strecken, auch wegen seiner subtilen Spöttelei gefallen. Die richtige Lektüre für die ungemütlich kalte Winterzeit.

23.12.2008 13:19:32
mase

Dann darf ich mal aus der Reihe tanzen? Ich liebe skurrile Bücher, aber den Dr. Siri finde ich nur albern und grotesk.
Die Spässe die in der Rezension beschrieben werden, mögen unter Umständen gefallen, doch wenn sie so geballt auftreten wie in einer Witzesammlung, dann hat sogar der Spass irgendwann ein Loch.
Cotterill bedient sich einer schönen Sprache und ich hätte gerne mehr von Dr. Siri gelesen, aber dafür hätte es von allem anderen weniger sein müssen. Es gibt keine Person in diesem Buch die keine Macke hat und völlig überzeichnet handelt. Sogar der Hund spinnt. Fast jeder Dialog bemüht sich um einen Lacher.
Als sich auf Seite 125 ein „verrückter Inder“ neben Dr. Siri und seinem Freund auf einem Baumstamm niederlässt und sich mit „seinem Penis vergnügt“, während die Alten ihr Brötchen essen, wurde es mir zu blöd. Die Blütezeit der Comedians ist doch wirklich schon längst vorbei.

18.11.2008 09:40:46
Christiane34

Dieses Buch ist sicher eins der schoensten Buecher in der Spannungliteratur. Und ich meine ganz woertlich , schoen.
Um noch weiteres zu sagen, es ist nicht so spannend wie man es von einem Krimi erwartet, das tut dem Leseverguengen in diesem Fall aber keinen Abbruch.
Das Buch hat echten Witz, wunderbare Charaktere und es ist einfach wunderbar zu lesen. Laechelnd, manchmal lachend geht man einen Weg zusammen mit Dr. Siri und meint ihn persoehnlich vor sich zu sehen.
Das Buch hat mich, um es vorsichtig zu sagen, verzaubert.
Auch der Ort der Handlung, Laos, ist fuer mich neu. Und warum sich nicht mal auf unbekanntes Gebiet begeben, es lohnt sich. Fast denkt man beim lesen, dort zu sein.

06.11.2008 20:58:41
Anouk

Dr. Siri ist ein erfrischend skuriler Charakter, der sofort Gestalt annimmt. Der Autor beschreibt diese Geschichte in brillianter Sprache. Nicht zuviel und nicht zuwenig. Es ist kein Buch, in dem man Zeilen überfliegen kann. Jeder Satz ist wichtig und auf seine Weise einzigartig. Ich habe oft gelacht und war gleichzeitig gespannt.
Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der sich für krimis begeistern kann. Bei diesem Buch stimmt einfach alles. Ich hoffe, dass dies nur der Anfang einer neuen Reihen rund um Dr. Siri ist!

06.10.2008 14:58:34
SonjaW

Habe dieses Buch von Anfang an sehr genossen! Schuld daran sind die außergewöhnlichen Charaktere, vor allem der "Held" der Geschichte mit seinen 72 Jahren und einem tollen Humor, mit viel Sarkasmus gespickt. Auch der Ort der Handlung war für mich einmal was Neues, weitab von den "typischen Schauplätzen".

Eine durchaus spannende Geschichte, die vorallem von den liebevoll gezeichneten Charakteren lebt und einem immer wieder zum schmunzeln bringt.
Bin bereits auf die nächten Werke gespannt!

30.09.2008 15:36:48
sue82

Anfangs tat ich mich sehr schwer mit dem Buch. Ich hab mich gefragt, wie ich ein so langweiliges Buch bis zum Schluss durchhalten soll. Gut, das ich dran geblieben bin.
Das Buch ist auch bis zum Schluss nicht mit übermäßiger Spannung gesegnt. Dafür aber mit großartigen Charakteren und einer gut geschriebenen Geschichte die mit viel Wortwitz und Ironie gespickt ist. Das Buch hatte ich dann nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell durchgelesen und kann es nur weiterempfehlen.

23.09.2008 16:46:44
Krimi-Tina

Dr. Siri und seine Toten.
Gleich vorneweg: auch für mich die Entdeckung des Jahres. Weniger wegen der Spannung. Der Spannungsbogen ist schön aufgebaut und auch sauber zum Abschluss gebracht ohne lose Enden, wie ich das mag. . Aber so richtig nerverzerfetzend ist das Buch nicht. Trotzdem habe ich, die ich eher zu den Langsamlesern gehöre das Buch in einem Rutsch durchgelesen.
Was ist es also, was den- beträchtlichen - Charme des Buches ausmacht?
Es ist die liebevolle Charakterzeichnung, die witzigen und hintergründigen Dialoge und die ironische und humorvolle Darstellung wie sich die Leute zwischen den pompösen, teilweise völlig absurden und lächerlichen Parolen der herrschenden Kommunisten und den Notwendigen eines vom Mangel geprägten Alltags durchwursteln. Dieser permanente Widerspruch zwischen der reinen Lehre und dem realen Leben führt ständig zu teilweise schon aberwitzig zu nennenden Szenen. Und diese Szenen sind es, die mir soviel Spaß gemacht haben. Wie zum Beispiel, die gleich am Anfang des Buches, in der der von seinem Amt überforderte Richter versucht einem Toten, der durch das Abtrennen beider Beine ums Leben kam, einen natürlichen Tod zu bescheinigen. Oder die, in der eine Parteifunktionärin allen Ernstes Siri erklärt, sie würde nicht im Traum daran denken ihn um das Vergnügen (!) zu bringen, Sonntags anstatt auszuruhen, einen Graben auszuheben. Hinzu kommt noch der sehr liebenswerte Dr. Siri, der seinen Mangel an Ausbildung und adäquater Ausrüstung mit Pragmatismus, Scharfsinn, einem uralten Pathologie-Lehrbuch und der Hilfe seiner Freunde mehr als wettmacht.
Wunderbares Buch, ich kann empfehlen es zu lesen. 90°

15.09.2008 10:56:37
CBG

Einer der schönsten Krimis des Jahres 2008 und ganz generell
Ich habe den Erstling von Colin Cotterill im Original vor einigen Jahren gelesen ("The Coroner's Lunch") und war hellauf begeistert. So ein kluges Buch, das so witzig das Leben im kommunistischen Laos der 70ziger Jahre beschreibt!!! Dr. Siri wird auf seine alten Tage mit 72 Jahren zum ersten und einzigen Gerichtspathologen von ganz Laos ernannt, ohne eine entsprechende Ausbildung zu haben. Als Gehilfen hat er einen jungen Mann, der an dem Down-Syndrom leidet und eine gewitzte Krankenschwester. Wie klug und mit so primitiven Hilfsmitteln dieses Trio den verzwickten Fall löst, wie viel Gesellschaftskritik zusätzlich einfließt, das ist echt grandios.
Hoffentlich werden auch die Nachfolgebände, die ähnlich gut sind, übersetzt, so daß sich viele Leser finden werden.

12.09.2008 11:55:31
Thomas71

Bestimmt nicht der spannendste, mit Sicherheit aber einer der unterhaltsamsten Kiminalromane der Saison. Cotterill schafft mit seiner Figur des Dr. Siri Paiboun einen Ermittler, der weniger durch seine Genialität, als vielmehr durch seine tiefe Menschlichkeit, seinen Humor und seine Ironie besticht. Dass dabei der Kriminalfall immer wieder in den Hintergrund tritt und das Buch nicht wirklich spannend ist, nhme ich dafür gerne in Kauf. Für mich ist Colin Cotterill eine der positiven Überraschungen des bisherigen Krimijahres, ich freue mich schon auf eine mögliche Fortsetzung...

02.09.2008 06:52:42
Karin

Wie man mal wieder sieht, sind Krimis wie alles Geschmackssache. Deshalb sollte man gleich vorweg schicken: Nichts für Thrillerfans, denen es nur um die Spannung geht"Für jeden, der zu schätzen weiss, wie liebevoll gezeichnete Charaktere sich mit lakonische Bemerkungen und einem dicken Fell in einem sehr unvollkommenen System behaupten, der gerne fremde Landschaften und Lebenswelten kennenlernt, ist Cotterill eine Entdeckung.Ich finde auch nicht, dass die Spannung zu kurz kommt, aber es gibt eben auch so viel anderes spannendes in der Geschichte, als die reine Angst um den Protagonisten oder die gespannte Erwartung, whodunnit.

28.08.2008 18:59:11
schaetzelein83

Ich hab mir von einem Juli-Volltreffer mehr erwartet. Ich finde, dass der Klappentext lustiger erscheint als das Buch in Wirklichkeit ist. Die Spannung über die Mordfälle lässt sehr zu wünschen übrig, weshalb ich definitiv keine 87° (wie der Couchrezenten) vergeben kann, sondern allenfalls 50° weil einfach alle gefehlt hat, was zu einem Krimi dazugehört - geschweige denn zu einem "Volltreffer". Schade :(

15.08.2008 22:19:05
Elouisa

Weil die anderen schon so viel geschrieben haben, würde ich mich den guten bis sehr guten Bewertungen gern einfach anschließen, ohne die Minimum 300 Zeichen eingeben zu müssen.

Ich hab mich ebenfalls prächtig amüsiert! Gerade die liebevoll-skurril angelegten Charakter (Siri, seine Assistenten...) sind Spitze.

15.08.2008 22:18:47
Elouisa

Weil die anderen schon so viel geschrieben haben, würde ich mich den guten bis sehr guten Bewertungen gern einfach anschließen, ohne die Minimum 300 Zeichen eingeben zu müssen.

Ich hab mich ebenfalls prächtig amüsiert! Gerade die liebevoll-skurill angelegten Charakter (Siri, seine Assistenten...) sind Spitze.

07.08.2008 22:32:27
dailyvega

Diese Buch hat einfach alles, was ein gutes Buch liefern kann, die Story ist spannend, in sich schlüssig, der Schreibstil ist sehr bildhaft und auf das Schönste mit intelligentem, fast comicmässigem Humor durchtränkt.
Die Fähigkeit zu schreiben scheint Cotterill einfach so aus dem Ärmel zu schütteln, nie trabt das Buch auf der Stelle, ständig entstehen spannende Momente. Es werden unter anderem die dyshumanen Auswirkungen eines kommunitischen Regimes so derart auf die Schippe genommen, das es wie die Entlarvung einer politischen Lüge wirkt.
Wer schwache Nerven bezüglich bildhaft beschriebener Obduktionen hat sollte dieses Buch meiden, die, welche aber ein spannendes Buch schätzen das auf intelligentem Niveau, politisch als auch spirituell gehalten ist sind mit Cotterill bestens bedient-ich bin begeistert!

04.08.2008 16:57:19
Sonny

Ich habe dieses Buch im Internet bestellt. Da stand ich nun. Für knapp 18 € ein erstaunlich mickriges HC und die Sorge, ob ich mit den asiatischen Namen klar komme. Zurück schicken? Behalten?
Erneuter Blick auf Rezi und Kommentare. Ich hab´s behalten und in wenigen Stunden verschlungen. Der Inhalt entschädigt hinreichend für anfängliche Sorgen.

Da sind zum Einen die liebevoll entwickelten Charaktere. Jeder für sich ein Unikat. Es gibt einen Mitarbeiter mit Down-Syndrom aber keinen erhobenen Zeigefinger.
Desweiteren erklärt Cotterill wie beiläufig das Leben und die Menschen in diesem doch recht unbeachteten Land.
Dazu ein spannender Mordfall und eine große Portion feinen Humor.

Großartiges Erstlingswerk.

03.08.2008 16:06:27
Stefan83

In der stetig wachsenden Vielfalt an Krimis, fällt es mir persönlich immer schwerer ein einzigartiges Buch zu finden, dass sich vom Allerlei des heutigen Mainstreams abhebt. Dieses Mal wurde ich jedoch fündig, ohne wirklich gesucht zu haben. "Dr. Siri und seine Toten" fiel mir als Leseexemplar schlichtweg in den Schoß und wäre von mir auf dem regulären Novi-Tisch in der Buchhandlung wohl schlichtweg übersehen worden. Und das wäre wahrhaft eine Schande gewesen. Colin Cotterills erster Roman um den 72-jährigen Dr. Siri, der im kommunistischen Laos der 70er Jahre zwangsweise zum einzigen Pathologen des Landes ernannt wird, ist mehr als lesenswert. Es ist so mit das Beste Stück Kriminalliteratur, was mir in den letzten Monaten in die Finger gekommen ist. Das liegt nicht nur am ungewöhnlichen Schauplatz des Plots, sondern in erster Linie an Cotterills unnachahmlichen Schreibstil. Selten, wirklich sehr selten, hab ich mich bei einem Krimi, und "Dr. Siri und seine Toten" ist trotz grandiosem Wortwitz und viel Ironie ein Vollblutexemplar dieses Genres, so amüsiert und kurzweilig unterhalten gefühlt. Von Seite eins an kommt man als Leser nicht aus dem Schmunzeln raus und wird trotzdem gleichzeitig von der stetig spannender werdenen Story immer mehr gefesselt. Siri, der mit seinem am Down-Syndrom leidenden Assistenten Dr. Geung und der Sekretärin Dtui die völlig unerfahrene Speerspitze der laotischen Gerichtspathologie bildet, dient nicht nur als Schlüssel zum Ganzen, sondern ermöglicht mit augenzwinkerndem Humor auch einen Einblick in die Geschichte der südostasiatischen Staates, der erst von Franzosen und später von Amerikanern besetzt war. Cotterill lässt dabei ein nicht unerhebliches Maß an Gesellschaftskritik mit einfließen, ohne jedoch an irgendeiner Stelle belehrend oder gar wertend zu werken. Vielmehr wirft er einen liebenswürdigen und vor allem scharfsinnigen Blick auf ein Land, dessen Bekanntheitsgrad im Westen im Bereich null tendieren dürfte. Das der ein oder andere ehemalige DDR-Bürger eventuell ein Deja-vu erleben dürfte, liegt in der Natur der kommunistischen Sache. Zum Mordfall an sich: Der ist so intelligent und komplex wie die Story selbst und hat mich bis zur letzten Seite gepackt. Mit viel Charme und einer gewissen Hartnäckigkeit geht Siri den mysteriösen Umständen beim Tod von Frau Nitnoy, Ehegattin eines hohen Parteigenossen, nach und stößt dabei auf so einige Widersprüche. Bewaffnet mit einem französischen Pathologiebuch aus dem Jahre 1948 und mithilfe der Unterstützung einiger Freunde, rückt er dem Mörder immer stärker auf die Pelle, der sich trotz einiger Anstrengungen seines greisen, aber gewitzten Verfolgers nicht entledigen kann. Der Spannungsbogen steigt dabei von Seite zu Seite an und selbst am Ende erlaubt sich der Autor keine Fehler, denn die Auflösung weiß nicht nur zu überraschen, sondern rührt auch an den Gefühlen des Lesers. Insgesamt ist "Dr. Siri und seine Toten" meiner Meinung nach einer der besten Krimis des Jahres 2008. Ein wahrhaft kluges, feinfühliges und schlichtweg schönes Buch, das nicht nur aufgrund der höchst sympathischen Hauptfigur das Warten auf die Nachfolgebände zur einer wahren Geduldsprobe macht.

02.08.2008 11:50:47
Stefan83

In der stetig wachsenden Vielfalt an Krimis, fällt es mir persönlich immer schwerer ein einzigartiges Buch zu finden, dass sich vom Allerlei des heutigen Mainstreams abhebt. Dieses Mal wurde ich jedoch fündig, ohne wirklich gesucht zu haben. "Dr. Siri und seine Toten" fiel mir als Leseexemplar schlichtweg in den Schoß und wäre von mir auf dem regulären Novi-Tisch in der Buchhandlung wohl schlichtweg übersehen worden. Und das wäre wahrhaft eine Schande gewesen. Colin Cotterills erster Roman um den 72-jährigen Dr. Siri, der im kommunistischen Laos der 70er Jahre zwangsweise zum einzigen Pathologen des Landes ernannt wird, ist mehr als lesenswert. Es ist so mit das Beste Stück Kriminalliteratur, was mir in den letzten Monaten in die Finger gekommen ist. Das liegt nicht nur am ungewöhnlichen Schauplatz des Plots, sondern in erster Linie an Cotterills unnachahmlichen Schreibstil. Selten, wirklich sehr selten, hab ich mich bei einem Krimi, und "Dr. Siri und seine Toten" ist trotz grandiosem Wortwitz und viel Ironie ein Vollblutexemplar dieses Genres, so amüsiert und kurzweilig unterhalten gefühlt. Von Seite eins an kommt man als Leser nicht aus dem Schmunzeln raus und wird trotzdem gleichzeitig von der stetig spannender werdenen Story immer mehr gefesselt. Siri, der mit seinem am Down-Syndrom leidenden Assistenten Dr. Geung und der Sekretärin Dtui die völlig unerfahrene Speerspitze der laotischen Gerichtspathologie bildet, dient nicht nur als Schlüssel zum Ganzen, sondern ermöglicht mit augenzwinkerndem Humor auch einen Einblick in die Geschichte der südostasiatischen Staates, der erst von Franzosen und später von Amerikanern besetzt war. Cotterill lässt dabei ein nicht unerhebliches Maß an Gesellschaftskritik mit einfließen, ohne jedoch an irgendeiner Stelle belehrend oder gar wertend zu werken. Vielmehr wirft er einen liebenswürdigen und vor allem scharfsinnigen Blick auf ein Land, dessen Bekanntheitsgrad im Westen im Bereich null tendieren dürfte. Das der ein oder andere ehemalige DDR-Bürger eventuell ein Deja-vu erleben dürfte, liegt in der Natur der kommunistischen Sache. Zum Mordfall an sich: Der ist so intelligent und komplex wie die Story selbst und hat mich bis zur letzten Seite gepackt. Mit viel Charme und einer gewissen Hartnäckigkeit geht Siri den mysteriösen Umständen beim Tod von Frau Nitnoy, Ehegattin eines hohen Parteigenossen, nach und stößt dabei auf so einige Widersprüche. Bewaffnet mit einem französischen Pathologiebuch aus dem Jahre 1948 und mithilfe der Unterstützung einiger Freunde, rückt er dem Mörder immer stärker auf die Pelle, der sich trotz einiger Anstrengungen seines greisen, aber gewitzten Verfolgers nicht entledigen kann. Der Spannungsbogen steigt dabei von Seite zu Seite an und selbst am Ende erlaubt sich der Autor keine Fehler, denn die Auflösung weiß nicht nur zu überraschen, sondern rührt auch an den Gefühlen des Lesers. Insgesamt ist "Dr. Siri und seine Toten" meiner Meinung nach einer der besten Krimis des Jahres 2008. Ein wahrhaft kluges, feinfühliges und schlichtweg schönes Buch, das nicht nur aufgrund der höchst sympathischen Hauptfigur das Warten auf die Nachfolgebände zur einer wahren Geduldsprobe macht.

27.07.2008 16:56:11
krimimimi

Ich habe auch Cotterils Dr. Siri gelesen, kann den anderen Meinungen nur voll zustimmen. Beim Lesen viel mir auf, dass die Story manchmal bis ins Irrwitzige dargestellt ist.

18.07.2008 09:14:23
Silke Schroeder, themenguide.de

Mit viel Ironie und Wortwitz beschreibt Colin Cotterill die Zustände in Laos nach der Machtergreifung der Kommunisten. Dabei entwickelt er mit Dr. Siri eine sympathische Person, die auf sehr originelle Art und Weise ermittelt. Aus Dr. Siris Sicht bekommen wir einen Einblick in die Geschichte Laos, das erst von den Franzosen und dann von den Amerikanern besetzt war.

Besonders schön beschreibt Cotterill die Behutsamkeit der Menschen im Umgang miteinander, den stark ausgeprägten Glauben an Geister und die Verehrung für Buddha, der bei den Leuten so tief verankert ist, das selbst ein rationales System wie der Kommunismus dem nicht beikommen kann.

Ein spannender wie liebenswürdiger Blick auf ein Land, das nicht oft von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen wird. Sehr lesenswert

08.07.2008 14:16:49
Anja S.

Wie schön, dass auch andere Leute diesen wundervollen Krimi zu würdigen wissen!!! Ich habe das Buch vor einigen Jahren im englischen Original gelesen und war hellauf begeistert. Habe daruafhin auch die Folgebände gelesen, die leider nicht ganz so gut sind.
Dennoch ist Dr. Siri eine der originellsten Krimifiguren des letzten Jahre, die Handlung ist klug komponiert und sehr humorvoll.
Bravo für die Auswahl dieses Buches als Treffer des Monats!!!
100 Grad