Der Tod des Achilles

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • -: ?, 2000, Titel: 'Smert\\\' Achillesa', Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 2002, Seiten: 408, Übersetzt: Andreas Tertner

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76°
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Peter Kümmel
Ungewöhnlicher und genialer Aufbau

Buch-Rezension von Peter Kümmel Mai 2003

Sehr ungewöhnlich, aber nichtsdestotrotz genial, der Aufbau des Buches. In zwei getrennten Handlungssträngen, die jeweils fast die Hälfte des Romans einnehmen, schildert der Autor das Geschehen einmal aus Sicht des "Guten" und zum anderen aus der Perspektive des "Bösen", bis die Story in einem überraschenden und etwas zu kurz geratenen Showdown kulminiert.

Fandorin, der "Gute", ist natürlich durchweg gut und wird ein wenig zu sehr glorifiziert. Er kann sich zwar aus jeder noch so üblen Lage wieder herausarbeiten, doch muß auch er seine Fehlschläge einstecken. Wie der "Böse" erst zum Bösen wird, das erlebt man hautnah mit und so bringt man auch für ihn teilweise Verständnis auf. Der Verlauf seines Lebens wird von kleinauf erzählt bis zum aktuellen Geschehen.

Der Detektiv Erast Fandorin - unser Protagonist - kehrt nach sechs Jahren Dienst beim russischen Botschafter in Japan wieder in seine Heimat nach Moskau zurück, im Schlepptau sein japanischer Diener Masa, der mit seiner Unbedarftheit und seiner Unkenntnis von russischer Sprache und Kultur für einige Pointen sorgt. Während seiner Vorstellung beim Gouverneur, seinem neuen Dienstherrn, erwartet Fandorin ein Schock. Sein guter Freund, General Sobolew, ein Volksheld der Russen, wurde in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden. Als Todesursache wurde Herzversagen angegeben, doch Fandorin zweifelt an der Diagnose. Sogleich bekommt er den Auftrag, in dieser Sache zu ermitteln. Obwohl eine Obduktion einen natürlichen Tod bestätigt, lassen einige Ungereimtheiten den Detektiv dafür sorgen, sich nicht von seinem Verdacht abbringen zu lassen.

In eine Zeit vor Beginn des Kommunismus in Russland führt uns der Autor Boris Akunin in seiner Reihe um den jungen Detektiv des russischen Geheimdienstes. In eine Zeit voller Prunk und in einen bevorstehenden oder bereits begonnenen politischen Umbruch. Dabei nacht sich der Autor mit seiner Negativbetrachtung des deutschen Volkes bei den deutschen Lesern nicht gerade beliebt.

Die Story, die Akunin erzählt, ist reichlich verzwickt und man muß schon konzentriert lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Dabei zeigt er sich als Meister in überraschenden Wendungen und man ist sich bald bei keinem der Akteure mehr sicher, auf welcher Seite er denn nun steht. Spannung ist reichlich vorhanden in der guten Mischung aus Action und logischen Kombinationen gewürzt mit viel Humor. Aber auch die ruhigeren Passagen, insbesondere im zweiten Teil, fehlen nicht.

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