Fandorin

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • Moskau: Zacharov, 1998, Titel: 'Azazel´', Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 2001, Seiten: 289, Übersetzt: Andreas Tretner
  • München: Süddeutsche Zeitung, 2006, Bemerkung: SZ-Kriminalbibliothek; Bd. 19
  • Freiburg im Breisgau: Audiobuch, 2004, Seiten: 6, Übersetzt: Johannes Steck, Bemerkung: Musik: Michael Ernst
  • Berlin: Aufbau, 2005, Seiten: 289

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Lars Schafft
Eine feingeistige, exotische Erzählung aus einer anderen Welt

Buch-Rezension von Lars Schafft Mai 2003

Mitten im Alexanderpark in Moskau bringt sich ein gutgekleideter Student um. Vor den Augen zweier Damen erschießt er sich, ohne einen wirklich verzweifelten Eindruck zu machen. Eigenartig, findet der junge Schriftführer in einer Moskauer Polizeistube Erast Petrowitsch Fandorin. Noch abstruser wird die Situation, als Zeugen berichten, am gleichen Tag den Mann mehrmals dabei beobachtet zu haben, wie er sich erschießen wollte. Nein, das kann kein Selbstmörder sein, dessen Fall man am besten direkt zu den Akten legt, folgert Fandorin und beginnt zu recherchieren.

Dabei stellt sich heraus, dass bei weitem mehr dahinter steckt als ein ungewöhnlicher Suizidversuch: Es war nicht nur ein Mann, der beobachtet wurde - sondern zwei. Und beide hielten an unterschiedlichen Orten sich eine Pistole an den Kopf und drückten ab. Jedoch befand sich nur eine Patrone im Magazin. Amerikanisches Roulette oder wie es bei uns bekannter ist: russisches Roulette. Fandorin heftet sich an die Versen des Überlebenden, findet heraus, dass es sich dabei um ein diabolisches Spiel gehandelt hatte, um einer Frau die Liebe zu beweisen. Auch die macht Fandorin ausfindig, doch gerade als ihm der überlebende sehr wohlhabende Student bei einer Zechtour das Herz ausschüttet und er kurz davor steht, den Fall aufzulösen, wird sein Gesprächspartner erstochen. Fandorin, ein eitler Mensch, überlebt nur dank seines Korsetts.

Damit wird der Fall neu aufgerollt, der junge Detektiv bekommt einen neuen Vorgesetzten, der ihn in die Kunst der Kriminologie einführt und wilde Theorien werden gesponnen: eine antisemitische Organisation? Oder eine Gruppe von Nihilisten, die koste es was es wolle die Revolution herbeiführen möchte? Welche Rolle spielt dabei der gefallene Engel Asasel? Und ist es Zufall, dass das nicht unerhebliche Erbe der beiden verstorbenen Studenten zugunsten der Asterate (Internate für Waisenkinde, benannt nach der Britin Aster) geht?

Erast Fandoris Nachforschungen führen in über London, wo er nur mit Glück ein weiteres Mal dem Tod entkommt, zurück nach Russland, nach St. Petersburg. Dort erwartet ihn eine böse Überraschung, mit der der junge Detektiv nun wirklich nicht gerettet hatte - nichts ist so, wie gedacht. Und sollte sich trotz seiner Abwegigkeit mal wieder der erste Gedanke als der richtige erwiesen haben?

Boris Akunin ist in seiner Heimat ein Star unter den Schriftstellern. Nicht unberechtigt, das Lesen des ersten Fandorin-Romans macht durchaus Spaß. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings Akunins Sprache, die sich nahtlos dem gewählten Zeitraum anpasst. Der Russe schöpft dabei aus einem Wortschatz, den man als Leser erst reaktivieren muss, um sich im Russland des 19. Jahrhunderts zurechtzufinden. Ist dies gelungen, folgt man dem leicht tölpelhaften, dauernd errötenden, naiv wie ehrgeizigen Erast Fandorin gern auf seiner Fährte quer durch Europa.

Dabei erzählt Boris Akunin aus einer fast väterlichen, liebevollen Perspektive. Immer etwas verschmitzt, weit genug vom Geschehen, um sich als Leser ein eigenes Bild zu machen, nah genug, um den jungen Russen bei seinen Abenteuern lieb zu gewinnen. Dass Akunin seinen Protagonisten mag, schlägt sich auch in der Handlung nieder: Einer Katze mit neun Leben gleich, schafft es Fandorin immer wieder, den Kopf im wahrsten Sinne des Wortes aus der Schlinge zu ziehen. Messerattacke, russisches Roulette, verschnürt in die Themse geworfen, Bombenexplosionen. Der Detektiv ist ein Steh-auf-Männchen.

Somit gibt Akunin seiner Story durchaus einen Hauch von Action. Jedoch: Akunins Erstling um Erast Fandorin ist kein Krimi, der einem die Haare zu Berge stehen lässt. Auch ein Vergleich mit dem britischen Meisterdetektiv Sherlock Holmes, wie ihn so manche Kritiker gezogen haben, hinkt. Fandorin fehlt die Genialität seines Kollegen von der Insel. Er ist sicherlich bemüht, beeindruckt jedoch nicht durch brilliante Gedankengänge. Auch sucht der Leser das Schaurige, das Mysteriöse, das Unvorhersehbare vergebens.

Dafür bekommt er allerdings eine nette, temporeiche Geschichte erzählt - das kann Boris Akunin zweifellos! - und wird behutsam ins Russland der Zarenzeit eingeführt. Eine feingeistige, exotische Erzählung aus einer anderen Welt.

Anmerkung:

Der Aufbau-Verlag sollte sich dringends Gedanken über seine Cover-Gestaltung machen. Da alle Fandorin-Romane die gleiche männliche Person auf dem Titelbild zeigen, liegt der Schluss nahe, dass es sich dabei um den Protagonisten handelt. Das Cover zeigt einen kräftigen, dunkelhaarigen- wie äugigen Mann mit Kinnbart, schätzungsweise an die 30 Jahre alt. Auf Seite 127 ist allerdings nachzulesen:

"Alter: kaum über zwanzig. Porträt in Worten: zwei Arschin, acht Werschok groß; magerer Körperbau; Haare glatt, schwarz; Bart: keiner, wohl noch vor der ersten Rasur; Augen hellblau, engstehend, zu den Winkeln hin etwas geschlitzt; Haut reinweiß"

Fandorin

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Letzte Kommentare:
24.05.2012 19:31:04
Heike

Das Hörbuch hat mein Mann aus der Bibliothek mitgebracht ... ich mag keine historischen Krimis ;) Nach anfänglichem "Einhören" fand ich es aber von Kapitel zu Kapitel spannender. Auch wenn vieles unglaubwürdig erscheint: die Story ist vielschichtig und kurios erzählt. Die nächsten Bücher werde ich mir zulegen :)

02.05.2012 16:08:24
OmaInge

Im zwanglosen Gespräch mit einer deutschen Autorin , wurde mir kürzlich Boris Akunin empfohlen.Das wäre ihr neuer Stern am Krimi-Himmel, sagte sie mir.

Mein Lieblingsantiquariat "spielte" auch mit und ich entdeckte doch neulich "meinen" Fandorin.

Ein spannender Krimi aus einer ganz anderen Zeit.Kein Internet, keine PC's ja nicht mal Autos gab es zu dieser Zeit.

Und doch, so erfahren wir vom Autor, schaffte es damals die Post Londons, Briefe innerhalb der Stadt, binnen zweier Stunden zuzustellen!!

Doch nicht alles gefiel mir vorbehaltlos.
Die nächtliche Szene am Hafenbecken erscheint mir, auch nach nochmaligem Lesen ein wenig unglaubwürdig.
Zu viele Zufälle in der Story und etwas,was man mit Sicherheit in fast jedem Buch russischer Autoren lesen kann: "Revolution",
senken etwas meinen guten Eindruck.

Meine Bewertung: 82 Grad

17.04.2012 17:48:55
Bakunin

Da ich den Roman sowohl auf Russisch, als auch auf Deutsch gelesen habe, wage ich zu behaupten, dass zum einen Teil die Uebersetzung Schuld ist, dass es einige hier fuer zu langweilig halten. Zweitens moechte sich Fandorin nicht wirklich als Krimi verstanden wissen. Wer die Russischen Zustaende heute kennt (und damit sind nicht die "Zustaende" aus den westlichen Medien gemeint), der versteht die feinsinnigen Seitenhiebe auf das heutige Russland sehr gut. Auch gehoert ein etwas anderes Verstaendnis ueber das Russland von damals, als es in westlichen Geschichtsbuechern steht, dazu. Ein aus russischer Perspektive durchaus lesenswertes Buch!

11.11.2009 20:33:35
NomisBlackPearl

Das war mein erster Akunin Krimi, muss aber sagen leider auch mein letzter. Dieser Krimi ist besonders am Anfang ungewöhnlich mit den doch recht ungewöhnlichen und schwer auszusprechenden Namen, jedoch vom Stil her recht amüsant und der Hauptdarsteller Fandorin hat mehr Glück als Verstand was aber sehr gut passt. Leider ist mir dieser Krimi ein bisschen zu langweilig und ohne grössere Spannungsmomente verfasst.
Meine Meinung 65 Grad

05.05.2009 09:34:59
Gaspar

Eher ein lustiger Abenteuerroman als ein spannender Krimi. Der Protagonist verlässt sich auf den immer alles rettenden Zufall (deus es machina), wenn er sich ein Mal wieder unvorsichtig in Gefahr begeben hat. Der Beginn der Handlung ist originell, der Schreibstil auch. Gegen Ende wird das Ganze jedoch zunehmend klischeehaft, das alles kam mir aus anderen Verschwörungskrimis recht bekannt vor. Das Ende ist auf eine Fortsetzung ausgerichtet.

24.09.2007 11:26:56
Karla

Ich bin wohl nicht die einzige, die an "Fandorin" über die SZ-Krimi-Bibliothek geraten ist. Ohne "Fandorin" bereits gelesen zu haben, hatte ich mir aufgrund des Klappentextes nach dessen Erwerb weitere Fandorin-Krimis von Akunin angeschafft - und bin erleichtert, dass ich auch nach der Lektüre von "Fandorin" Lust auf weitere Krimis mit diesem Protagonisten habe.

Da ich das Buch leider nicht mit der nötigen Ruhe und nur mit unfreiwilligen Pausen lesen konnte, musste ich mich immer wieder in die Handlung und die Personen hineinfinden. Dies war aber mein Fehler. Das Ende des Buches habe ich dann in einem Fluß lesen können und war sehr angetan von der Sprache und dem Witz, der, auch wenn er in der Originalsprache sicherlich besser zutage tritt, auch hier deutlich zu spüren war.

Das Ende, so überraschend es war, wirkte dennoch nicht aufgesetzt, sondern zeigte wie im ganzen Verlauf des Buches, dass man sich nicht auf angeblichen Tatsachen ausruhen kann, sondern dass nicht so ist, wie es scheint und nichts so bleibt, wie ist.

05.09.2007 14:54:36
DETNO

Mein erstes Werk von Boris Akunin. So wie auch Dr. Michael Angrick (Zuschrift vom 28.10.2006) bin ich an diesen Krimi gekommen. Auch inhaltlichn teile ich seine vorstehenden Bemerkungen zu FANDORIN.
Der Stil hat mir gefallen, die Spannung zieht sich durch das ganze Buch. Eine kurzweilige Geschichte, die traurig endet.
Mir hat das Werk gefallen.

13.08.2007 21:30:37
anath

Mir klingt die ganze Geschichte eher nach James Bond als nach ernst zu nehmendem Krimi.Die Geschichte ist flüssig und gut erzählt,auch wenn der Duktus etwas gewöhnungsbedürftig ist.Anfangs dachte ich auch,meine Schwierigkeiten mit dem Buch rührten daher.Aber das war es dann letztendlich nicht.Vielmehr ist es diese doch sehr phantastisch anmutende Story die ich mit meinem Wissen über das reale Rußland Ende des 19.Jh.s nicht unbedingt in Einklang bringen kann.
Ich denke,das war mein erster und letzter Fandorin-Band.

20.02.2007 15:36:23
Kristina

So toll ich die Geschichten über Erast finden, ist er meiner Meinung nach in den zwei ersten Büchern "Fandorin" und "Türkischer Gambit", die Figur noch etwas unreif und der eingetlich Charme kommt erst nach seiner Erziehung durch die Ninjas also ab der "Tod der Achilles" heraus

01.02.2007 19:33:27
Ramiz Abdulla-zade

Meiner Meinung nach ist die " Die diamante Kutsche" ein sehr unterhaltesnwertes Buch.
Den alle die das Buch gelesen haben, müssten verstanden haben, dass der erster Teil, eigentlich das Ende ist. Boris Akunin hat sehr schön die japanische Kultur beschrieben. Ich habe insgesamt das Buch schon 6 mal gelesen(3mal auf deutsch und 3 mal auf russisch) und mir hat dieses Buch sehr gefallen, denn man kann sehr vieles über Ninjas lernen. Das Buch wurde insgesamt sehr gut übersetzt.

28.10.2006 16:43:26
Dr. Michael Angrick

Die Süddeutsche Zeitung hat nachdem sie 50 Romane des 20. Jahrhunderts herausgegeben hat nun auch eine ebenso starke Kriminalromansammlung auf den Markt gebracht. Der Band ist für 4,90 € wohlfeil und die Sammlung der aufgelegten Autoren läßt sich wahrlich sehen. Das für mich vergnüglichste an der Angelegenheit ist die Tatsache an neue mir bis dato nicht bekannte Verfasser zu geraten und mich für deren Romane zu interessieren. So bin ich auch auf Boris Akunin gekommen, der Mann ist ein junger russischer Autor, der sich einen Serienhelden geschaffen hat und dessen erstes Abenteuer dessen Namen trägt: „Fandorin“.
Die Geschichten spielen im Zarenreich und unser Held ist ein junger ziemlich unbedarfter Jüngling, der allerdings mit viel Intuition und Talent zum Überleben ausgestattet ist. So laviert er sich durch sein Abenteuer, das schnell auch zu demjenigen des Lesers wird. Am Ende darf er heiraten, doch auch da zeigt sich die geniale Art des Autors, nicht einfach einen einfachen Schlußstrich zu ziehen. Die Lektüre dieses Romans ging ganz schnell, war einfach unterhaltend und entspannend. Die richtige Ferienlektüre mithin!

10.05.2006 22:45:12
Strillomat

Mein erstes Akunin-Buch, habe brav mit Fandorin/Teil1 begonnen und wurde definitiv nicht enttäuscht.
Fandorin versprüht naiven Charme, gepaart mit jugendlicher Stärke und man fühlt jederzeit mit ihm. Der Charakter ist alles in allem durch den Autor sehr liebevoll ausgearbeitet worden, da hat sich jemand sehr viele Gedanken gemacht und das ist gut so.
Nett ist auch die Seele Russlands, die hier wunderbar Ausdruck findet.
Das Ende ist schrecklich, auf eine Art, die man nicht erwartet nach dem Verlauf der Geschichte und nach der Art wie sie geschrieben ist. Schafft aber Neugierde auf das nächste Buch. Wie wird Fandorin sich evtl. rächen?
Alles in allem: Klasse, lesenswert.

25.02.2006 20:00:20
Conny Carmichael

Achtzig Prozent des Buches konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen, eine amüsante Posse endet in einer sehr modernen Auflösung, die ich so nicht erwartet hatte.
Diesem Autor werde ich weiterhin treu bleiben, da er gute Unterhaltung, mit gelungener Komik und Zeitgeschichte mit einem Spritzer Spannung mixt.
Sicherlich ist Fandorin kein „ Page Turner „ , die Spannung reist einwenig vergraben im Handgepäck, aber die naive Figur des Fandorin ist einfach zu liebenswert um sie nicht weiterhin im Auge zu behalten ( Habe mit der „Bibliothek des Zaren „ angefangen , nun „Fandorin“ , bin also noch Akunin – Frischling )

13.01.2006 13:55:57
Garleez

Ich habe Fandorin von Anfang auf deutsch gelesen. Dann ein Paar davon im Original. Richtig amüsant! Die Übersetzungen sind recht gut, und,-wenn ich nicht falsch informiert wurde,- die Übersetzer arbeiteten im ständigen Telefon-Kontakt mit B. Akunin. Schade nur, das die deutschen Ausgaben aus der Fandorin-Reihe ziemlich zu spät erscheinen. Die Franzosen, zum Beispiel, haben bereits "Die diamante Kutsche", -einen Rückblendenroman, wo die Handlung in den Jahren 1878 und 1905 abspielt(änlich wie beim"Achilles")- erfolgreich übersetzt!
Für alle Fans von Fandorin: B. Akunin plant ausserdem noch zwei Romane von Erast Petrowitsch, 1913 (mit Rasputin, wahrscheinlich) und 1919 - zur Zeit des Bürgerkrieges nach der Oktober Revolution!

01.05.2005 00:42:10
Lars@Krimi-Couch

Lieber Tommy,

Kritik wird keineswegs verteufelt - ganz im Gegenteil sogar, wenn sie fundiert ist.

Zu Deine Kritik an meiner:

"Erstlingswerk einer Reihe": Da bist Du mir im Vergleich zum Zeitpunkt der Rezension natürlich voraus. Bei der Fandorin-Reihe als Ganzes betrachtet gebe ich Dir uneingeschränkt recht - die gehört mindestens in Teilen in jedes Krimileser-Regal. Dennoch habe ich "Fandorin", also Teil I, als eigenständiges Werk betrachtet, da die weiteren Übersetzungen nicht absehbar waren - und das "Gesetz der Serie" bei der Beprechung eines Erstlings ja eh mit Vorsicht zu genießen ist.

69°: Lass es 75° sein. Richtig begeistert war ich von "Fandorin" dennoch nicht. Die Sprache ist, wenn auch sicherlich absichtlich. stark gekünstelt. Fandorin als Charakter ein bisschen zu sehr der immer (un)glückliche Tollpatsch und die Spannung wollte und wollte sich nicht so ganz bei mir einstellen. 69° heißt übrigens ja auch nicht gleich schlecht - vielmehr ein gutes Buch, dass durchaus Lust auf mehr macht.

"Doyle/Holmes": Lies bitte nochmal nach. Ich habe bezug genommen auf *andere* Kritiker, die in Fandorin einen russischen Holmes sehen wollten. Dies ist mir - wie Dir auch - nicht gelungen. Da sind wir also ganz einer Meinung.

So long,

Lars

25.04.2005 13:08:05
Tommy

Ein Lichtblick und Meilenstein im Einheitsbrei der Krimi-Landschaft!
Ein für mich sehr tolle Debut und eine wertvolle Entdeckung - wenn nicht sogar DIE literarische Entdeckung in meinem Leseleben.
Eine wunderbar gestrickte Geschichte, die die damalige Zeit und die Menschen sehr gut einfängt, die eine Hauptperson einführt, die man in ihrer anfänglichen eifrig-naiven Art einfach lieben musss. So ging es nicht nur mir, sondern auch meiner Frau. Spannend, intelligent und amüsant geschrieben voller skurriler und schrulliger Personen, auf die man sich in weiteren Bänden freuen darf.
Ein toller Auftakt zu einer famosen und phantastischen Romanreihe. Tausend Dank Herr Akunin!

PS: Lieber Lars, liebe Redaktion: Bisher habe ich deine Expertenmeinung immer sehr geschätzt, aber dieses Buch mit 69 Grad zu bewerten und dazu noch recht dünn zu belegen, ("...man muss erst die Sprache/den Wortschatz reaktivieren...") und auch der der Vergleich mit Doyle/Holmes halte ich für recht hanebüchen! Natürlich liegt das Unverständnis zum Teil in meiner eigenene Begeisterung begraben, aber 69 Grad lassen sich meines Erachtens auch unter "objektiven" Gesichtspunkten kaum erklären. Erst recht da dieses Erstlingswerk sicher einer der stärksten der ganzen Reihe ist.

Ich hoffe, hier wird die Kritik an der Kritik (da muss man ja heutzutage sehr vorsichtig sein!) nicht verteufelt, sondern als freie, mündige Meinungsäußerung verstanden. Ich akzeptiere auch Lars´Beurteilung, aber ich muss sie ja nicht teilen oder verstehen......

09.04.2005 14:44:48
Wodan

Auch ich habe kürtlich Fandorin für mich entdeckt, anfangs nur als Hörbuch, dann auch als Roman. Wobei beides gleich genial ist. Habe nun fast alle Fandorin Bücher gelesen, und frage mich, ob die Reihe nun fertig abgeschlossen ist, was ich vermute, oder aber ob noch weitere Fandorin-Romane geplant sind...

07.11.2004 18:36:00
Martin

Fandorin erinnerte mich, als ich in gelesen habe an die typisch russische Aura, die man beispielsweise in Romanen wie "Schuld und Sühne", "Die Dämonen", "Die Brüder Karamasow" etc. von Dostojewskij oder auch teilweise bei Gogol finden kann. Natürlich ist der Hintergrund sicher trivialer, es werden auch keine philosophischen und religiösen Streitfragen ausdiskutiert, trotzdem halte ich das Buch für eine lohnende Erfahrung.
Schon der Einstieg mit freiwilligem Kopfschuss ist orginell.
Ein Liebhaber actionreicher US Krimiliteratur wird sicher von dem Buch enttäuscht sein, etwas Verständnis für die historische Situation im 19. Jahrhundert gehört eben dazu um sich in die Fandorin Reihe richtig schön einlesen und hineindenken zu können. Wenn man erst mal den Stil Akunins in sich aufgenommen hat, ist spannende Unterhaltung garantiert.

25.08.2004 17:00:26
Veronika

Ich bin absoluter Fandorin-Fan. Hab bisher 4 Bücher gelesen und bin restlos begeistert. Werde natürlich auch noch die restlichen Bücher der Reihe "verschlingen". B. Akunin versteht es meisterhaft, Geschichte in einer derart frischen Weise zu beschreiben, dass auch junge Leser (ich bin 21) Spaß daran haben. Die Stories sind jedesmal von der der 1. bis zur letzten Seite spannend und beim Selberrätseln kann man sich sicher sein: Man ist stets auf dem Holzweg. Am Schluss kommt es immer ganz anders als man dachte...

26.05.2004 12:03:29
Marina Stich

Ich kann die Bücher von Akunin nicht satt lesen.
Ich weiss, dass jedes von ihm geschriebenen Buch überraschend, frisch, unwiederstehlich interessantist.
2 Jahre bat ich meinen Mann, er solle die Bücher mitlesen. Er lachte meine Akuninleidenschaft aus und antwortete, er habe seine Lieblingsbücher. Als er trotzdem ein von der Serie lies sagte er: "Ich habe noch nie in meinem Leben so
was Interessantes gelesen!"
Ich hab mich so gefreut. Ohne diesen Büchern wäre das Leben so trüb und einfarbig!

22.04.2004 23:24:19
Johannes

Eine interessante Mischung aus Krimi und Agentenroman. Manchmal ein bischen dick aufgetragen, aber durch viele überraschende Wendungen spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

Besonders hat mit der liebevoll-ironische Ton gefallen, mit dem Akunin seinen Helden beschreibt. Fandorin ist scharfsinnig wie Sherlock Holmes, mutig wie James Bond - gelegentlich aber auch ziemlich naiv. Gerade diese Mischung macht ihn so sympathisch.

21.02.2004 03:51:10
Ksucha

Ich hab jetzt die ganze Serie gelesen (auch das ganz neue Buch: Almaznaya Kolesniza) und hab bei jedem nicht aufhören können bis ich fertig gelesen hab. Es ist nicht nur der \'Krimi-Faktor\', der es so spannend macht (obwohl die Geschichten sehr spannend geschrieben sind). Irgendwie wird man so in die Geschichte und die Umgebungen versetzt, dass man auch dort bleiben will. Ich finde sie super! Natürlich hab ich sie auf russisch gelesen, und hab keine Ahnung ob sie auf deutsch gleich gut gewesen wären.. Ich glaub es stimmt schon - dass man sich schon ein bisschen mit der russischen Kultur und Literatur auskennen muss. Ich finde auch, dass das erste Buch der Serie vielleicht nicht das Beste der Serie ist, da Fandorin\'s Charakter sich erst zu entwickeln anfängt. Weiter wirds nur besser! Auf jedem Fall empfehlenswert!

31.12.2003 16:46:04
gilthoniel

hui, wusste nicht, dass die bücher in deutsch übersetzt wurden.. ist ja intre.. als ich sie gelesen habe, hab ich mich ab und an gefragt, ob sowas überhaupt übersetzbar ist*hehe* nein,manches versteht man wirklich nur, wenn man mit der russischen literatur, geschichte und kultur vertraut ist - eine gute übersetzung kann diese lücke auch nicht füllen.. aber trotzdem intre*tihi*

15.10.2003 14:47:16
anastasia

ich habe alle bücher auf russisch gelesen, und ich muss sagen B. Akunin ist einer der Besten Schriftsteller überhaupt. zur zeit lese ich Fandorin auf deutsch... auf russisch ist es besser.. die ganzen Pointen gehen mit der Übersetzung verloren.. schade

04.10.2003 08:39:23
Peter M. Wenzel

"Fandorin" mit seiner erfrischenden Sprache versetzt den Leser in Russland`s 19. Jahrhundert, führt ihn ein in die Kultur, Gesellschaft und Mode jener Zeit. Akunin - einfach zu empfehlen.

11.07.2003 21:41:46
Anja S.

Witzig, spannend, gut lesbar.
85 grad

14.05.2003 16:49:18
mariusz

ich habe diese serie gelesen.wunderbar!in polenist es ,leider ,nur drei teilen:azazel,turkisch gambit und lewiatan.wir kennen akunie seit drei monaten,und wir lesen,lesen und nochmal lesen!

16.09.2002 17:18:28
Ihar Kazak

Nach all dem sozialistischem Realismus ist B. Akunin's Prosa doch sehr empfehlenswert und es liest sich sehr leicht. Man entspannt sich und fühlt sich recht ins 19. Jahrhundert Rußlands versetzt. Ob es wirklich ein Thriller ist spielt es keine Rolle. Spannend, entzückend und interessant. Keine grobe Realitäten des Westens...
Am besten, natürlich, sollte man das Originalwerk lesen.

29.08.2002 15:09:54
Denis Schatochin

Fandorin war bisher der beste Krimi, den ich gelesen habe. Ich kenne fast alle Scherlock Holmes Romane, aber Fandorin ist noch viel spannender und unberechenbarer

18.08.2002 11:00:41
baerwurz

Ich frage mich angesichts der Lobeshymnen, die hier aus der Presse zitiert werden, ob die Rezensenten auch nur eine Zeile mit Fantorin wirklich gelesen haben.

15.08.2002 19:34:46
Professor Moriarty

Stimmt, etwas überzogen positiv finde ich die Meinungen auch. Als "Thriller" kann man "Fandorin" wirklich nur schwer bezeichnen. Trotzdem: ein durchaus interessantes Buch.