Beton Rouge

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Osterworld audio, 2017, Seiten: 6, Übersetzt: Sandra Borgmann

Couch-Wertung:

87°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:86.5
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":1,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":1,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Ines Gehlert
Chefetage wird spektakulär an den Pranger gestellt

Buch-Rezension von Ines Gehlert Aug 2017

"Beton Rouge" ist das siebte Buch aus einer Reihe der Autorin Simone Buchholz. Im Mittelpunkt der Reihe ermittelt die Staatsanwältin Chastity Riley, die wie ihre Erfinderin in Hamburg St. Pauli lebt und liebt. Den außergewöhnlichen Namen hat die Staatsanwältin von ihrem amerikanischen Vater, einem Soldaten, der sie allein großgezogen hat. Ihr neuer Fall kommt ziemlich spektakulär daher.

Vor dem Haupteingang des größten Verlagshauses der Stadt liegt ein Mann in einem Metallkäfig. Er ist nackt, misshandelt, bespuckt. Es handelt sich um den Personalchef. Das Auffinden des zweiten Käfigs ein paar Tage später mit dem Verlagsleiter als Opfer legt Riley und ihrem neu zur Seite gestellten Kollegen vom LKA den Verdacht nahe, jemand rächt sich für die Personalpolitik des Managements. Dann aber stellt sich heraus, dass noch ein Mitglied aus der Chefetage zu den beiden eine Verbindung hat. Und die führt lange zurück in die gemeinsame Internatszeit der drei im bayerischen Biesendorf.

"Der Regen stellt Wände in die Nacht. Wie Spiegel fallen sie vom Himmel, reflektieren und verzerren das Blaulicht des Streifenwagens."

Mit diesen Worten beginnt "Beton Rouge", und einer bedrückenden Szene, in der Chastity zufällig an einem Unfallort vorbei kommt. Eine junge Frau wurde überfahren, der Täter ist flüchtig. Obwohl nicht ihr Fall, lässt der Tod der Radfahrerin Chastity nicht los.

Simone Buchholz pflegt eine für einen Krimi ungewöhnliche Poesie

Die ersten beiden Sätze des Buches sind beispielhaft für den so besonderen Sound und die ganz eigene Poesie von Simone Buchholz. Sie schreibt kurz, prägnant und immer auf den Punkt. Sie findet wunderbare Beschreibungen wie diese: ein Mond, der aussieht, als wäre ihm schlecht, und Lügen, die aus dem Mund fallen und mit einem unschönen Geräusch zerplatzen. Der Roman ist voll solcher schönen Bilder und durch seinen Stil unverwechselbar. 

Doch etwas ist anders. Über dem Text liegt eine düstere, melancholische Grundstimmung, die von der Figur der Staatsanwältin ausgeht. Privat läuft es für Chastity alles andere als rund. Das Leben ihrer Freunde und der alten Kollegen ist in Veränderung. 

Da passen Lebensentwürfe plötzlich nicht mehr zusammen und Erwartungen bleiben unerfüllt. Es wird spannend, wie Chastity damit umgeht, dass ihre zuverlässige Ersatzfamilie nicht mehr bedingungslos zum Auffangen bereit steht.

Neuer LKA-Kollege bringt frischen Wind in Chastitys Leben

Für Neueinsteiger in die Reihe ist dies sicher kein Nachteil, aber wer von Anfang an dabei ist, der wird Rocco, Carla und die anderen ein bisschen vermissen. Ein mutiger Bruch, der dem Roman gut tut, er wirkt in gewisser Weise erwachsener. Mit der Einführung der Figur Ivo Stepanovic, dem neuen Kollegen vom LKA, schlägt die Autorin ein neues Kapitel auf.

Viel mehr als dass er auf alte Mercedes-Modelle steht und nachts in Kneipen Klavier spielt, erfährt man noch nicht über den Ermittler. Aber eines ist klar, man muss erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Der Köder ist ausgelegt. Ein spannendes und unterhaltsames Buch - unbedingt lesenswert.

Beton Rouge

Beton Rouge

Deine Meinung zu »Beton Rouge«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
17.12.2017 20:11:25
michi_52

Wer einen Krimi nach üblichem Strickmuster erwartet, liegt bei S.B. ziemlich falsch. Andere, die sich auf Neues einlassen können, wird dieser Schreibstil fesseln. Eine kettenrauchende Staatsanwältin,mehr Punk wie Beamtin, dazu, nach ärztlicher Definition, als Alkoholikerin einzustufen.
Das sind schon mal ziemlich schräge Voraussetzungen. Literarisch unglaublich dicht. Ein paar Worte genügen, um sofort Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Das beschreibt schon der erste Satz diese Buches (sh.o. in der Kritik von Ines Gehlert). Ein selten und unverwechselbarer Schreibstil. Das sind eigentlich keine Krimis, das sind Milieustudien. Aber sowas von auf den Punkt. Die Sprache, die Typen, der Kiez. Faszinierend eingefangen. In einigen Passagen erinnert´s mich an alte amerikanische Krimiklassiker (Hammett, Chandler). S.B. ist jedenfalls für mich die Entdeckung schlechthin. Da stört mich auch die Logik nicht: Eine Staatsanwältin die kaum vor Gericht aber dafür mehr im Kiez und auf der Straße ist. Geschenkt. Ich habe mir jedenfalls die komplette Reihe reingezogen.

18.11.2017 17:20:09
Hans-Jürgen S.

Das war das erste Buch von Simone Buchholz gelesen habe und ich muss sagen, dass es zum Anfang ohne Vorkenntnisse doch ein klein wenig schwierig war, in die Personen rein zu kommen.

Aber der Schreibstil und die Story entschädigen am Ende.

Ich persönlich hätte mir etwas mehr zu den Ermittlern gewünscht. Und ja auch der Preis ist sehr gewöhnungsbedürftig.

01.09.2017 13:27:18
Edith Sprunck

Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass jemand ohne Vorkenntnis der Vorgängerbände etwas mit diesem "Krimi" anfangen kann. Der Plot bietet absolut nichts Neues, bringt u.a. auch deshalb nichts, was einen vom Hocker reißt. Die Aufklärung der Fälle steht im Hintergrund des Geschehens. Aber die "Verpackung" der Krimihandlung hat's in sich. Der Krimi besticht -wie die vorherigen der Serie- durch seine sprachliche Brillanz. Hier werden selbst Gegenstände lebendig. Alltägliche Ereignisse erhalten Charakterzüge. So entsteht atmospärische Dichte, die mit dem Plot allerdings relativ wenig zu tun hat, um so mehr mit der Protagonistin, Staatsanwältin Chastity Riley und ihrem eingeschworenen Kreis. Action und Spannung bzgl. der Aufklärung der Fälle gibt es wenig bis gar keine. Dafür wird (zusammengerechnet) seitenweise geraucht und Alkohol in rauen Mengen verputzt. Was aber zur gesamten Atmosphäre passt, ja dazu gehört. Bedenkt man, dass man für 228 Seiten (viele davon nur halb beschrieben) plus zehn Leerseiten im Anhang, minus die mit Rauch- und Trinkgewohnheiten gefüllten Seiten, 14,99 Euro hinblättert, ist das schon ein starkes Stück. Dennoch: ich glaube nicht, dass ich mich der nächsten Folge entziehen kann. Dafür ist der Sprachstil zu ausgefallen und macht süchtig. Und Sucht hat halt ihren Preis.