Erlösung

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Berlin: DAV, 2011, Seiten: 6, Übersetzt: Wolfram Koch
  • Kopenhagen: Politiken, 2009, Titel: 'Flaskepost fra P', Originalsprache

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Jochen König
Chameleon im Schatten der Nacht

Buch-Rezension von Jochen König Feb 2011

Wir können es kurz machen: Flaschenpost von P. aka Erlösung, der dritte Roman um Carl Mørck und das Sonderdezernat Q, ist der beste der bisher auf Deutsch erschienenen Bände.

Obwohl die Geschichte kaum originell erscheint - in seiner Kindheit traumatisierter Soziopath entführt Kinder, erpresst die Eltern und tötet einen Teil seiner Opfer - überzeugt das Buch in fast allen Belangen.

Jussi Adler-Olsen gesteht dem Mann ohne Namen, der sich selbst "Chaplin" nennt, viel Raum ein. Er erzählt eine Familiengeschichte innerhalb derer ein misshandeltes Opfer langsam zum Täter mutiert. Die Grenzen sind, wie so oft, fließend, und die Entwicklung, die Chaplin nimmt, keineswegs zwangsläufig. Er ist ein kluger Kopf, dem von klein auf eingebläut wurde wie geschlossene, religiös orientierte Gemeinschaften funktionieren. Als Erwachsener macht er sich dieses Wissen auf perfideste Weise zu Nutzen. Sein auf Erpressung und Mord basierendes System funktioniert, da die jeweiligen Mitglieder der Gemeinden, die Chaplin infiltriert, genau auf diese äußeren Reize reagieren. Sie sind es nicht anderes gewohnt.

Jussi Adler-Olsen ist kein besonders filigraner Autor, aber ein höchst kraftvoller. Erlösung macht keinen Hehl daraus, dass in repressiven, von fatalistischem Glauben geprägten Strukturen, genau diese Erlösung nie eintreten wird. Fanatismus, Unterdrückung, mangelnde Kommunikationsfähigkeit machen es Menschen wie Chaplin erst möglich, ihre Mischung aus Obsession und Kalkül auszuleben. Dabei ist Chaplin kein überragendes Genie des Bösen, sondern lediglich ein Kontrollfreak, der seine Lektionen gelernt hat. Der in einer Welt des Leidens aufgewachsen ist und genau dieses Leiden zurückbringt in die Welt. Der sich keine Gedanken um Mitleid, Liebe und Schmerz macht, sondern sein Umfeld nur aus einer Sicht betrachtet: wie ziehe ich meinen größtmöglichen individuellen Nutzen daraus?

Eine so schlichte wie essenzielle Frage, bei deren Beantwortung klar sein sollte, dass sie über das Sujet eines auf Spannung optimierten Romans hinausreicht. Denn ganz egal, in welchem Umfeld man sich bewegt, wer die Mechanismen eines Systems durchschaut hat, und ohne Rücksicht auf (menschliche) Verluste agiert, wird sich selbst bereichern können und gilt, solange er den Rahmen gesellschaftlicher Konventionen nicht allzu offensichtlich verlässt, als erfolgreicher Unternehmer. Chaplin hat diesen Rahmen seit langem gesprengt und kommt trotzdem damit durch. Bis er auf Menschen trifft, die bereit sind sich zu öffnen. Aus Angst, Sorge oder als Ergebnis einer bewusst getroffenen Entscheidung, endlich ein Risiko einzugehen. Das wird zwar nicht für gerechte Verhältnisse sorgen, aber eine Chance sein, aus einem abgeschotteten System, das Unwissenheit als wahren Weg zum Glück propagiert, auszubrechen.

Auch hier ist Adler Olsen klug genug, nicht einfache Rezepte wie Rache und Genugtuung als Lösung anzubieten. Wenn der Roman seinem Ende entgegen taumelt, wird es fast nur Verlierer geben. Lediglich eine Geste der Versöhnung bleibt als Hoffnungsschimmer.

So viel zum Verbrechen. Welches der Autor in einem Gespinst aus Unterdrückung, Fanatismus und ignoranter Weltvergessenheit verortet. Adler-Olsen verschweigt natürlich nicht, dass es für all diese Verhaltens- und Denkweisen Gründe gibt. Das hebt ihn ebenfalls aus der Masse der wir-geben-ihrem-Spannungsorgasmus-ein-Zuhause-orientierten Autoren. Die Opfer spielen dem Täter zwar in die Hand, lassen es zu, dass er sie und ihr Leben beherrscht, selbst lange Zeit nachdem das Verbrechen verübt wurde. Aber sie werden nie zu Handlangern einer allzu publikumsgefälligen Spannungsdramaturgie. Sie bleiben glaubwürdiges Produkt ihrer von außen produzierten, aber aus der Sehnsucht nach innerer Sicherheit geborenen Unmündigkeit.

Bleiben unsere Ermittler. Hier setzt Adler-Olsen seinen Weg konsequent fort. Vielleicht ein wenig zu konsequent. Carl Mørck und Assad sind endgültig zu den erfolgreich Verbrechen bekämpfenden Pat Und Patachon ihrer Generation geworden. Jussi Adler-Olsen entwickelt die Geschichte seiner Protagonisten weiter, ohne dass es aufgesetzt wirkt; er baut Geheimnisse, Macken und Neurosen ein, erlaubt sich den Luxus manches nicht aufzulösen und sorgt immer wieder durch knappe, sarkastische Scherze für Bodenhaftung. Gleichzeitig bringt er mit dem seltsamen Paar Rose/Yrsa einen fast surrealistischen Zug umgeben von einem Hauch alltäglichen Wahnsinns ins Spiel; bleibt auch hier süffisant im Vagen, indem er – ganz skandinavisch – seine Figuren manche Themen nicht ansprechen lässt. Aber sie stehen im Raum und werden diesen in Zukunft garantiert beanspruchen.

Stichwort Finale: Mir wäre es ganz lieb, beim nächsten Roman gäbe es eine Alternative zum Verlauf des Showdowns, der jetzt bereits zum dritten Mal auf ähnliche Weise stattfindet. Der desillusionierende Schlussakt ist immanent durchaus glaubwürdig, aber in seiner Entwicklungsstruktur nicht weit von Erbarmen und Schändung entfernt. So kann man sich entweder an der Beständigkeit des Autors erfreuen, oder für´s nächste Buch eine Variante herbeiwünschen.

Positiv anzumerken ist, dass zum ersten Mal der deutsche Titel – trotz Stieg-Larsson-ick-hör-dir-trapsen-Attitüde – seine Berechtigung hat. Wenn auch auf eine höchst bissig kommentierende Art – was die Verantwortlichen vermutlich wohlmeinend eingeplant haben…

PS.: Erlösung ist ein Buch mit Bonus. Nennt sich volltönend "Augmented Reality", ist aber nichts anderes als das Äquivalent zu einem Audiokommentar, wie man ihn geflissentlich als Zusatz bei DVDs findet. Wer sich unter der im Buch angegebenen Internetadresse einloggt, bekommt einige amüsante Zusatzinformationen von Jussi Adler-Olsen zu den Handlungsorten geliefert. Passt schon.

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Letzte Kommentare:
21.07.2016 13:32:04
trafik

Das dritte Buch in dieser Reihe hat mir auch wieder sehr gut gefallen. Mit der Zeit mag man ja den ein wenig eigenen Komissar mit seinem Gehilfen. Der Fall war gut aufgebaut und meist auch spannend. Manche Auflösungen warren ein wenig holpernt, aber sonst sehr ansprechend.
Werde in Kürze sicher den nächsten Teil lesen.

12.11.2015 22:11:52
noname

voll scheiße das buch. kdiuefgrf kbs,fkjhwGB HBWFLWGHBl bfklejhvgblwe fsjdhibflnwvjghwb slkfohbweglvöwjoheb sdlfwleighwneg ebgwhein enbbgöwe wegbhb lwsebgöwophgbwengsdjhl snlsdkfglerbg .. snfsnfsdfnsdfnsldkf sdfndklsldjf sdfdmnfe sdfn sdnfsliefsdgsdpojgn sfnifnngfs fnsihfgbieg sfsoefnsdfng sdfdgoiegn sfnoghoejgnsfsdg sdngglknsdljfgoephgnsg sdnfsoenoegn !!

25.10.2015 22:52:15
Janine2610

Im Gegensatz zu Band zwei bin ich hier in Band drei sofort im Geschehen gelandet und konnte mich voll und ganz auf die spannenden Ermittlungen und das ganze Drumherum konzentrieren.
Die Idee der nach vielen Jahren gefundenen Flaschenpost, die einen Hilferuf von zwei verschwundenen Jungen beinhaltet, hat mir sehr gut gefallen. Und dass diese Kinder ja scheinbar gar nicht offiziell vermisst wurden, hat die Sache für mich noch um ein Eck aufregender gemacht.

Dass der Täter von Anfang an für uns Leser bekannt ist, ja wir sogar aus seiner Sicht einige Kapitel zu lesen bekommen, hat mich gar nicht gestört. Ich fand es sehr interessant, Einblicke in sein Denken und Handeln zu bekommen und die Beweggründe für die Entführungen erklärt zu bekommen.

Wer nun denkt, dass so doch keine Spannung aufgebaut werden kann, wenn der Täter schon bekannt ist, irrt sich! Adler-Olsen verrät ja nicht von vornherein alles, was es über den Täter zu wissen gibt, erst nach und nach erfährt man die wichtigsten und spannendsten Details. Die Ermittlungsarbeit, die Suche nach den verschwundenen Kindern und die Szenen, in denen der Täter in Aktion tritt, sind sowieso die fesselndsten Textstellen, die es auch geschafft haben, meinen Puls zu beschleunigen. Und der coole und flüssige Schreibstil, der hier zu finden ist, hat mich noch zusätzlich durchs Buch fliegen lassen.

Zu einem sehr guten Thriller gehört meiner Meinung nach am Schluss unbedingt ein spannungsgeladener Showdown, was hier auf den letzten Seiten auch absolut der Fall ist. - Ich war schwer begeistert von diesem Buch! Dass Jussi Adler-Olsen mit "Erlösung" sogar seine beiden hinreißenden Vorgänger übertroffen hat, wie es auf der Buchrückseite so schön heißt, kann ich hiermit also auf alle Fälle bestätigen!

19.12.2013 22:14:47
Jossele

Wieder ein Roman zum Verschlingen. Adler-Olsen versteht es extram gut, durch die ineinander verwobenen Handlungsträge von der Vergangenheit in die Zukunft eine tolle Spannung aufzubauen, die einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen läßt. Die Sprache mag etwas trivial sein. Dennoch für mich ein Buch, das sich zu lesen lohnte. 85°

10.12.2013 21:34:25
Eddy aus Berlin

Spannend wie die beiden Vorgänger. Habe allerdings zwei Punkte, die mir nicht so sehr gefallen. Erstens stört mich, daß wieder das Prinzip der parallelen Handlungsstränge verwandt wird, auf die Dauer nutzt es sich ab, jedenfalls für mich persönlich.Man sieht das auch bei vielen anderen Krimis. Auf der anderen Seite erscheint mir die Handlung oft sehr konstruiert, d.h. es passieren schon unglaubliche Zufälle. Seltsam, seltsam. Aber sonst OK, 85 Punkte.

15.11.2013 12:24:11
Krimimi

Ich habe das Buch innerhalb von wenigen Tagen verschlungen und mich nachts gefreut, wenn ich aufgewacht bin, um weiter zu lesen. Von der ersten Seite packend und ohne unnötige Längen geschrieben. Ich liebe den Perspektivwechsel und den Witz in den Dialogen. Beide Daumen hoch! Freue mich schon auf den Kinostart von Erbarmen am 16.01.2014..

15.02.2013 19:02:47
tassieteufel

Das Auffinden einer Flaschenpost an der schottischen Küste sorgt zunächst für keine große Aufregung. Erst Jahre später wird die Flasche von der Polizei geöffnet und untersucht. Inzwischen ist die Schrift mehr als verwaschen, doch von der Spurensicherung wird die Sprache als Dänisch identifiziert und so landet die Flasche samt Inhalt erst Jahre später im Sonderdezernat Q bei Carl Mørck und seinen Helfern Assad und Rose. Noch können die 3 nicht ahnen, welch perfidem Mörder sie durch diese Flaschenpost auf die Spur kommen.

Auch der dritte Fall für das Sonderdezernat Q konnte mich wieder von Anfang an begeistern. Sicher startet das Buch zunächst gemächlich, doch das war für mich kein Manko. Durch das Auffinden der Flaschenpost und deren langsames Entschlüsseln wird man als Leser an die Geschichte gefesselt, man möchte wissen, was dahintersteckt und wie immer bei Jussi Adler Olsen, sind die Wahrheiten, die sich offenbaren mehr als schrecklich. So baut sich eine stete Spannung auf, die sich immer mehr steigert. Dann gibt es noch einige Kapitel, die aus Sicht des Mörders erzählt werden, Rückblicke aus seiner Kindheit und Jugend, die erzählen, was dazu geführt hat, dass er zu dem gefühllosen, hasserfüllten Menschen der Gegenwart wurde. Diese Episoden fand ich besonders beklemmend und auch wenn man trotz den schlimmen Erlebnissen des Mörders keine Sympathien für den Mann entwickeln kann, so gelingt es dem Autor hier doch gut, Ursachen und Hintergründe aufzudecken und durchaus gesellschaftskritische Züge einzufügen. Aufgelockert wird das ganze durch teils recht unterhaltsame Kapitel, in denen die diversen Befindlichkeiten von Carl, Rose und Assad geschildert werden. Hier gibt es auch launige Szenen, so dass man auch ab und an mal schmunzeln kann. Diese steten Szenenwechsel und das Beleuchten verschiedener Blickwinkel machen einen großen Reiz des Buches aus und mit dem voranschreiten der Geschichte, fiel es mir zunehmend schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Gut gefallen hat mir hier auch, wie der Autor seine Figuren weiter entwickelt hat und gleichzeitig immer noch einiges offen bleibt, das macht dann noch gespannt auf einen weiteren Fall, in dem man hoffentlich wieder etwas mehr erfährt über Carl, Rose und Assad.

Fazit: für mich der bisher beste Fall der Reihe! Obwohl man den Mörder schon frühzeitig kennt, tut das der Spannung keinen Abbruch, man fiebert trotzdem regelrecht mit, ob und wie es den Ermittlern dann gelingt, dem Mörder das Handwerk zu legen.

07.02.2013 20:16:46
Axel

Was für ein toller Autor, was für tolle, spannende Bücher!!! Super! Auch wenn ich "Erlösung" von den drei bisher erschienenen als das schwächste empfand, soll es nicht heißen, das es schlecht war. Es hatte nur ein, zwei Längen und, naja, Unglaubwürdigkeiten. Aber trotzdem, die Bücher um Carl Mørck und seiner Truppe sind einsame Spitze und ich kann es kaum erwarten Band 4 zu lesen oder zu hören.
Danke Jussi! :-)

31.12.2012 12:48:12
der-K

Die Geschichte um Carl Mørck und seinem Team wird in dem dritten Teil weitergeführt und man fängt an, neben dem eigentlich Fall in diesem Buch über die Entwicklungen und Verstrickungen der Vorgeschichte um Carl, Hardy und Anker zu grübeln.
Auch die Hintergründe um Assad werden etwas deutlicher uns lassen viel Raum für Spekulationen, genauso das Wechselspiel zwischen Rose und Yrsa.

Wie schon Jochen König schrieb, "Obwohl die Geschichte kaum originell erscheint – in seiner Kindheit traumatisierter Soziopath entführt Kinder, erpresst die Eltern und tötet einen Teil seiner Opfer – überzeugt das Buch in fast allen Belangen." überzeugt das Buch und lässt einen voller Vorfreude auf den nächsten Teil warten.

20.12.2012 07:46:34
rolandreis

Fand ich den letzten Fall "Schändung" noch etwas mühsam, so ist in diesem dritten Fall wieder mehr Spannung drin. Aber auch hier ging es mir so, dass ich auf den ersten ca. 150 Seiten auf die Erlösung wartete. Das ist mir einfach zu langatmig. Erst danach wurde etwas mehr Fahrt aufgenommen und so richtig gut wird es auf den letzten 100 Seiten. Da ist dann Pfeffer drin und man liest die Geschichte in vollen Zügen. Es wäre schön wenn Adler-Olsen diesen Spannungsbogen mal über ein gesamtes Buch erreichen würde.

18.08.2012 22:20:51
StefanieM.

Ich habe das Buch vor kurzem zu Ende gelesen und bin, wie auch von den Vorgängern, begeistert.
Handlungsfäden, die schon in "Erbarmen" und "Schändung" aufgenommen wurden, werden in diesem Buch weitergeführt. Sei es zum einen die rätselhafte Vergangenheit von Assad, die sich langsam entwickelnde Beziehung Carls zu Mona oder die merkwürdigen Verhaltensweisen von Rose bzw. Yrsa - alles Charaktere, die einen mitunter zum schmunzeln bringen. Doch spielen diese hier eine eher untergeordnete Rolle und am Ende des Buches ist der Leser nicht unbedingt traurig, dass diese Handlungsstränge noch nicht aufgelöst werden. So bleibt die Vorfreude auf das nächste Buch. (Besonders haben mich die Geheimnisse um und von Assad interessiert - es scheint klar, dass er mehr als nur ein bisschen zu verbergen hat). Mehr als einmal habe ich mich beim Lachen erwischt.

Zum Plot ist zu sagen, dass, ohne hier viel zu verraten, Olsen es versteht, eine Spannung aufzubauen, die es schier unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Wieder einmal spielen willensstarke und über sich hinaus wachsende Frauen eine Rolle, wenn dieses Mal auch nicht unbedingt als Hauptfigur. Es bleibt ein Thema, wie in seinen bisher erschienenen Büchern auch. Der Leser bekommt von Anfang an Einblick in die Welt des Täters, in seine Handlungsweisen, aber auch in seine Vergangenheit, aus der Rückschlüsse auf seine Motive zurückzuführen sind. Aber wie gesagt, hier soll nicht zuviel verraten werden. Nur - Olsen-Fans werden nicht enttäuscht werden.

Viel Freude beim Lesen!

17.08.2012 07:55:37
Mr.Crime

Als Einstieg in eine neue Krimiserie, finde ich den Erstroman von Adler Olsen unterhaltsam.

Der Thriller lässt sich leicht lesen und die Spannung steigt bis zur Mitte ziemlich an, danach tümpelt es ein wenig vor sich hin. Vielleicht deshalb, weil der Ausgang vorhersehbar ist.
Ansich wäre es aus meiner Sicht sehr originell gewesen, wenn Merete Lynggaard diese schlimme Folter nicht überlebt hätte. Sicherlich ungewohnt für einen Einstiegsromen, aber aufgrund des grossen Leidens von Merete eigentlich eine logische Konsequenz. Oder hätte tatsächlich ein Mensch diesen rasanten Druckabfall in kürzester Zeit überlebt? Ich bezweifle dies.

Eine Bereicherung fand ich das Zusammenspiel von Kommissar Carl Mørck und seinem Assistenten Assad. Es gibt viel zu schmunzeln und tut nebst dieser schrecklichen Folter sichtlich gut. Freue mich schon auf den nächsten Fall mit dem aussergewöhnlichen Duo.

Fazit: Fesselnde dänische Kriminallektüre mit grossem Unterhaltungswert.

16.08.2012 21:47:54
Nina.Jan

Spoiler:
Diese Rezension enthält KEINE Spoiler!

Titel:
Das Buch trägt den Titel „Erlösung“ (2009). Damit reiht sich dieser Thriller nahtlos in die Liste der Vorgängerromane „Erbarmen und Schändung“, sowie in den Folgeroman „Verachtung“ ein.

Autor:
„Erlösung“ wurde von Jussi Adler Olsen, einem dänischen Schriftsteller geschrieben. Sein erstes Buch veröffentlichte dieser bereits 1997 unter dem Titel „Das Alphabetenhaus“. Doch erst die Krimi-Serie rund um den Sonderermittler Carl Morck vom Sonderdezernat Q (seit 2007) brachte Jussi Adler Olsen den Durchbruch und katapultierte ihn nicht nur in seinem Heimatland zu den obersten Plätze der Bestseller-Liste.

Cover:
Das Cover kommt zeigt den Teil eines Stacheldraht-Zaunes vor einer rot verschmierten Wand. Die Krimi-Serie ist in einem angenehm einheitlichen Design gehalten.

Zusammenfassung:
Auf dem Tisch des dänischen Sonderdezernats Q landet eine Flaschenpost mit einem kaum lesbaren Schrei um Hilfe. Keiner weiß wie lange die Flasche unbeachtet auf irgendeinem Schreibtisch herumgelegen ist. Carl Morck und sein Assistenz Assad versuchen dem Geheimnis hinter dem Hilferuf trotzdem auf die Schliche zu kommen. Der Zettel in der Flaschenpost wurde mit menschlichem Blut geschrieben und stellt das letzte Lebenszeichen zweier entführter Jungen dar.

Wieso sind diese Kinder nie als vermisst gemeldet worden? Warum bleibt die Entführung monatelang unentdeckt? Gibt es noch eine Möglichkeit die Kinder zu retten, oder ist deren Zeit bereits abgelaufen? Die Ermittler vom Sonderdezernat Q beginnen in der Vergangenheit nach Spuren zu suchen und stoßen auf weitere Entführungsopfer. Läuft der Täter von damals noch frei herum? Und wann wird er wieder zuschlagen?

Kritik:
„Erlösung“ stellt den dritten Teil der Krimi-Serie rund um den Sonderermittler Carl Morck vom Dezernat Q und seinem Team dar. Man kann das Buch auch lesen ohne die vorangegangenen Bücher der Serie verschlungen zu haben. Für alle diejenigen, die bereits andere Bücher von Jussi Adler Olsen gelesen haben, ist es schön, die gewohnten Charaktere wieder in alter Frische erleben zu dürfen. Insgesamt sind die Charaktere interessant und liebevoll beschrieben. Es macht Spaß mehr von den persönlichen Hintergründen des Kommissar und seinem ausländischen Assistenten Assad sowie der etwas schrägen Sekretärin des Sonderdezernats zu erfahren.

Der Schreibstil ist gewohnt gut und angenehm flüssig zu lesen. So vergehen die über 500 Seiten Lesevergnügen wie im Flug.
Der Inhalt des Buches fängt völlig harmlos mit der Entdeckung einer Flaschenpost an. Doch was anfangs noch nach einem Streich klingt, entwickelt sich im Laufe des Buches zu einer höchst brisanten und vor allem rasanten Geschichte! Die Suche nach den Entführungsopfern als Haupt-Plot hält das Buch konstant auf einem hohen Spannungs-Level. Dazu kommen verschiedene Nebengeschichten und immer neue Handlungsstränge, welche die Geschichte aufpeppen und unglaublich nervenaufreibend haltend.

Besonders gelungen ist die Erzählweise aus den verschiedenen Perspektiven. Sowohl der Täter, als auch die Opfer und die Polizei kommen dabei selbst zur Sprache. Während Carl Morck und sein Team noch am Anfang der Ermittlungen stehen, wird bereits aus Sicht des Täters die nächste Tat geplant. So pendelt der Leser als Allwissender direkt über dem Geschehen, bekommt aus allen Perspektiven verschiedene Informationen zugesteckt. Man erfährt aber trotzdem erst ganz am Ende die komplette Auflösung des Falls.
Unterhaltsam sind auch die verschiedenen gesellschaftlichen Themen, die nebenbei erwähnt werden. Beispielsweise die problematische Erziehung von Kindern durch Eltern, die einer Sekte angehören. Aber auch die persönlichen Probleme und Wehwehchen der Ermittler spielen wie in jedem Krimi aus dem hohen Norden wieder eine große Rolle.

„Erlösung“ schließt nahtlos an die vorangegangenen Bücher rund um Idas Sonderdezernat Q und dessen Chef Carl Morck an. Der Schreibstil ist gewohnt gut und die Geschichte inhaltlich unglaublich spannend! Vorsicht: Nichts für schwache Nerven! Wer das Buch einmal zur Hand genommen hat, wird es vor dem Ende nicht mehr weglegen können!

31.07.2012 12:12:15
tedesca

Der dritte und bislang letzte Teil der Car-Moerck-Reihe ist für mich auch der beste. Die Serie steigert sich echt von Buch zu Buch, muss man sagen. Hier gab's für mich nichts zu beanstanden, "Erlösung" hat alles, was ein solider Serien-Thriller braucht.
Die Hauptfiguren entwickeln sich stimmig weiter und überraschen immer wieder aufs neue, die Geschichte spinnt sich aus mehreren Fäden zusammen und findet sich letztendlich zu einem großen Finale, das bis zum Schluss spannend bleibt. Und auch die emotionale Seite wird mehrmals bedient, sei es auch nur durch das Schicksal der jungen Mia, die von ihrem Mann auf diese subtile Art und Weise misshandelt wird, die einem die Gänsehaut über den Rücken jagt.
Alles in allem ein guter Thriller, ich freu mich auf die Fortsetzung, die im September erscheinen wird!

06.07.2012 14:33:45
Lady Thrill

Bei diesem Buch bin ich geteilter Meinung.

Auf der einen Seite fand ich die Geschichte spannend erzählt und sehr mitreißend. Ich konnte das Buch kaum mehr aus den Händen legen, ich wollte unbedingt wissen wie es weiter geht!

Auf der anderen Seite bin ich in einem Konflikt mit der Hauptfigur - diesem Karl. Oh Gott, ich einfach nur froh, nichts mehr von seinen "miesepetrigen" Gedanken und Antworten lesen zu müssen. Außerdem ist sein Team so dermaßen unsymphatisch.. Ich finde, das macht die ganze Geschichte kaputt. Auch dieser "Humor" von Karl ist einfach nur zum erbrechen.

Ansonsten: Wer nicht so harmoniebedürftig ist und starke Nerven für Brutalität und Action besitzt, der sollte sich dieses Buch zulegen.

15.06.2012 11:48:43
Ole

Ich fand dieses Buch unglaublich spannend und habe es sogar schon 2x gelesen. Es zeigt nur allzu deutlich, dass in dieser Zeit einfach alles passieren kann und immer weniger Menschen nach links und rechts schauen in ihrer Welt und oft nur aus den Medien über Ereignisse erfahren, die jenseits der Vorstellungskraft existieren. Trotzdem schafft Olsen es, mich immer wieder auch zu amüsieren mit seinen kleinen Gedankengängen und macht ihn wunderbar menschlich. Auch möchte man mehr erfahren über seinen Assistenten Assad oder die WG in seinem Haus. Anders als viele von seinen skandinavischen Kollegen ist er eben nicht so düster und meint, wenn man gen Norden fährt, gibt es nur gestörte Leute um einen herum. Ich freue mich jedenfalls schon auf seinen neuen Fall.

03.05.2012 08:03:09
AM001

Das Buch ist o.k., aber nicht überragend. Die ersten beiden waren meiner Meinung nach besser.
Diese Story war leider ziemlich in die Länge gezogen und wie "kianan" schon richtig bemerkt scheint der zweite Handlungsstrang lediglich als Seitenfüller zu dienen. Es hat gedauert das Buch zu lesen. In meinem Fall wollte sich einfach keine Spannung einstellen. Wer auf ein spannendes Ende hofft, wird ebenso enttäuscht. Das kann Adler-Olsen eigentlich besser.

16.04.2012 16:32:10
kianan

Die Hauptgeschichte um die Entführung von Kindern aus stark religiösen Familien war spannend, die Sprache gewohnt gut und die Dialoge wie bei den Vorgängern wieder witzig und sehr unterhaltsam. Was mich störte und verwirrte, war der zweite Handlungsstrang um die Brandopfer in gewerblich genutzen Häusern. Dieser wurde nicht passend eingefügt und war aus meiner Sicht nur Seitenfüller. Hätte man weglassen können, das hätte dem Buch nur mehr Spannung verliehen. Darüber hinaus gab es für mich arg viele Zufälle und Unwahrscheinlichkeiten, die am Ende des Buches in einem künstlich konstruierten Showdown endete (Warum hinterlässt der Täter an einem Ort viele Beweise, um seine Flucht zu ermöglichen, um im Anschluss woanders - natürlich da, wo Carl und Assad sind - statt zu fliehen, alles zu Ende bringen will.) Daher kann ich mich der durchwegs super Kritiken nicht ganz anschließen. Im Gegensatz zu den vorherigen Büchern von Adler Olsen konnte er mich mit diesem nicht so überzeugen, der hauptsächlich von den sympathisch beschriebenen Personen und unterhaltsamen Dialogen lebt. Wäre es nicht Teil der Serie, würde ich den Krimi nicht unbedingt weiterempfehlen.

08.04.2012 06:00:31
Claudio

Tatsächlich ein echter Pageturner, den ich in zwei Tagen durchlas. Man wird gleich von Beginn weg in den Bann gezogen. Er lässt einen nicht mehr los bis zum grossen Finale.

Die freud- und humorlose Welt der Bigotten und ihre Selbstgerechtigkeit wird scharf nachgezeichnet und verschafft dadurch Einblick in deren Welt. Hier scheint der Autor sehr genau recherchiert zu haben.

Was man bemängeln kann, ist die Anzahl und die Dichte der Erzählstränge. Weniger wäre mehr gewesen, scheint mir. Gerade die Geschichte mit Rose/Yrsa zeigt dies deutlich, indem sie mit der Handlung kaum etwas zu tun hat. 88 Punkte sind aber sicher ok.

07.03.2012 15:29:30
fr_putz

Ich habe gestern "Erlösung" ausgelesen und bin wieder voll auf meine Kosten an ausgezeichneter Krimi-Kost gekommen. Jussi Adler-Olsen ist für mich der zur Zeit beste Autor dieses Gebiets. Die Story ist sehr spannend und dabei schlüssig. Das Team um Carl Morck ist einfach Klasse, und bei den teaminternen Schilderungen kommt bei allem Ernst der Geschichte der Humor nicht zu kurz. Angefangen bei "Erbarmen" über "Schändung" bis hierhin zu "Erlösung" ist eine kontinuierlich und nachvollziehbare Entwicklung des Teams zu verfolgen, und die Macken aller Mitglieder sind bei aller Kuriosität - wie das Doppelleben Rose/Yrsa - liebenswert. Und auch für ein neues privates Glück von Morck - Mona - ist ein Lichtblick vorhanden, der auch in dieser Hinsicht die Lust auf den nächsten Band der Carl-Morck-Reihe weckt.
Die Hauptsache ist natürlich die eigentliche Handlung von in der Vergangenheit liegenden Entführungsfällen von Kindern und Jugendlichen aus dem relativ abgeschlossenen Milieu kleiner religiöser Sekten, aus denen keinerlei von der strengen vorgegebenen Lebensnorm abweichende Tatsachen nach außen dringen. In diesem Milieu hat der Täter, eins selbst in ein solches hineingeboren und mit der scheinheiligen Moral indoktriniert, später jedoch auf Grund seiner Intelligenz und Anpassungsfähigkeit daraus ausbrechend, leichtes Spiel. Er entführt jeweils 2 Kinder solcher religöser Familien, um von den Eltern Geld zu erpressen. Aber auch der prefekteste Täter ist nicht unfehlbar und allwissend, und es unterlaufen ihm Fehler oder er übersieht einfach nicht voraussehbare Fakten, die letztendlich zur Aufklärung seiner schrecklichen Taten führen, wenn auch erst nach langer Zeit. Damit ist für diese Verbrechensserie auch die Zuständigkeit des Sonderdezernates Q vorgegeben.
Köstlich ist auch der parallele Nebenhandlungsstrang, in dem das Sonderdezernat Q, eigentlich für die Aufklärung weit zurückreichender, bisher ungeklärter Fälle zuständig, fast nebenbei an der Aufklärung einer aktuellen Brandserie im Zusammenhang mit schweren Wirtschaftsverbrechen entscheidenden Anteil hat. Diese Brandserie nachm ihren Anfang jedoch auch vor langer Zeit, so dass ein wichtiger Ausgangshinweis im Zuständigkeitsbereich von Morcks Team gefunden wurde.
Alles in Allem ist auch "Erlösung" ein vollauf gelungener Kriminalroman, den ich mit 95° bewertet habe. Ein einziger Wermutstropfen: An "Schändung" reicht "Erlösung" nicht heran. "Schändung" ist bisher mein einziger 100°-Krimi.

22.01.2012 19:01:09
Alexandra

Auch das dritte Buch ist extrem gut gelungen und hat mich in keiner Weise enttäuscht. Wieder einmal war ich gefangen in dieser spannenden Geschichte und war wieder süchtig nach dem Buch. Hier wird nichts unnötig in die Länge gezogen, auf mich hat nichts konstruiert gewirkt. Welches der 3 Bücher das Beste ist ist schwer zu sagen.

22.01.2012 12:35:52
onedayofsilence

Ich war absolut gefesselt von dem Buch, ebenso wie von den beiden Vorgängern. "Erlösung" war mich aber auch der beste der drei Teile und ich bin schon sehr gespannt auf "Verachtung", den nächsten Fall für Mørck und Assad.
Auf www.onedayofsilence.com kann meine Rezension zu "Erlösung" nachgelesen werden, ebenso wie diverse Rezensionen weiterer Krimis.

06.12.2011 22:04:41
Bea

Dieser Schriftsteller wird von Buch zu Buch besser. In "Erlösung" werden permanent neue Spannungsbögen aufgebaut, dann bis zum Limit gespannt und irgendwann wird der Leser dann aus dieser Spannung entlassen, um kurz darauf schon sich wieder in einer neuen Spannung zu befinden. Und dies alles wird so leicht und flüssig erzählt, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann, und sei es noch so spät.Eigentlich gehts ja im Buch von der Grundidee her um Religion(en), der häufigste Kriegs-Entfacher überhaupt. Über die Starrköpfigkeit, Unmenschlichkeit, Dummheit, Verbohrtheit und den Fanatismus mancher sogenannter Gläubiger, Gottgefälliger. Die im Namen ihres Gottes sogar Kinder mißhandeln und töten und ihr Gott das auch noch zulässt. Darüber sollte man sich während der Lektüre auch mal Gedanken machen. Manchmal dachte ich, Glaube ist heilbar, aber nicht zuletzt wegen diesem Buch habe ich diesen Gedanken aufgegeben.

18.11.2011 16:24:49
carrie39

SO WIE ERLÖSUNG MICH ANGESPROCHEN HAT-HATTE ICH ES VON ERBARMEN UND SCHÄNDUNG ERHOFFT.
ICH WOLLTE DEN DRITTEN BAND
-ERLÖSUNG SCHON NICHT MEHR LESEN-WEIL DIE BEIDEN VORHERIGEN FÜR MICH NUR MITTELMASS WAREN:
SO KANN ICH SAGEN SAGEN MAN SOLLTE ALLE BÜCHER IN DER REIHENFOLGE LESEN WEIL SICH DIE PERSONEN WEITERENTWICKELN. UND WIE JA ZU LESEN IST SIND UNSERE GESCHMÄCKER DOCH SEHR UNTERSCHIEDLICH .
ERLÖSUNG __ BEKOMMT VON MIR EIN SEHR EMPFHELENSWERT.

19.09.2011 17:28:18
uli

Mir hat dieses Buch ausgezeichnet gefallen. Die Story ist gut ausgedacht, die Figuren sind psychologisch glaubwürdig. Der Zufall wird etwas strapaziert, aber wer kann mir einen einzigen "Tatort" oder anderen neueren Krimi nennen, wo das nicht der Fall ist.Ich finde es ebenso wie schon manche Vorredner schade, dass die m.E. sehr guten und treffenden dänischen Titel nicht wörtlich übernommen wurden und stattdessen Einworttitel aus der Bergiffswelt der Moralphilosophie bzw. -Theologie gewählt wurden (auch wenn Erlösung ein deutlich besserer Alternativtitel ist als die der 2 Vorgängerromane). Das errinert natürlich an Stieg Larsson, aber dessen Originaltitel waren m.E. doch deutlich sperriger.

23.08.2011 11:02:25
Gaby66

Adler-Olsen ist es erneut gelungen, einen dramaturgisch stringenten Krimi zu schreiben. Meiner Meinung nach ist der dritte Fall der bisher beste, die deutsche Titelübersetzung (für die er hoffentlich nichts kann) erinnert zwar zu sehr an die Stig Larsson Reihe, aber ansonsten ist es ein flüssig zu lesender, spannender und ohne Längen geschriebener Krimi. Er besticht durch seinen schwarzen Humor, einzig etwas überzogen wirkt dann doch der Kommissar Zufall in Kombination mit dem urplötzlichen Tod im Zug! Daher keine volle Punktzahl meinerseits.

12.08.2011 20:36:24
Evenstar

Auch meiner Meinung nach ist der dritte Krimi der Reihe der beste.Obwohl ich für eine wörtliche Übersetzung des Titels dankbar gewesen wäre. Das Ermittlerteam bleibt skurril und liebenswert, die Handlung spannend. Ich stimme zu, dass der Showdown sehr an die Vorgänger erinnert und vorhersehbar ist, dennoch habe ich das ganze Buch binnen 24 Stunden verschlungen und werde auch das nächste lesen. Weiter so!

28.07.2011 08:02:31
charlie_smiles

"Erlösung" war der erste Titel, den ich von Jussi Adler-Olsen gelesen habe und ich muss sagen, damit hat er mich für sich gewonnen. Ich kann nur hoffen, dass mich die Vorgänger dieses Buchs dann nicht enttäuschen.
Jedenfalls: Adler-Olsen hat einen gut fundierten Thriller hingelegt mit einem Haupthandlungsstrang, den er liebevoll mit Details ausgestaltet hat, die andere Autoren völlig vernachlässigt hätten. Schwarzer, sarkastischer Humor wechseln sich gekonnt mit Spannungselementen ab und man wird als Leser immer wieder auf die Folter gespannt.
Ob jetzt manche Elemente glaubwürdig sind (Assad kann die schwer verletzte Isabel als einziger verstehen, Rose und Yrsa sind ein und die selbe Person etc.) darüber lässt sich mit Sicherheit streiten, für mich allerdings war das im Lesefluss vernachlässigbar.

Einziger Minuspunkt: Im Finale löst sich schließlich alles etwas zu flott auf für meinen Geschmack. Außerdem finde ich den Titel vom Übersetzer nicht besonders klug gewählt (marketing-technisch bestimmt, aber es wäre schön, wenn Adler-Olsen sich dadurch nicht das typische Image des Skandinavien-Thriller aufzwingen ließe.)

25.07.2011 12:31:17
Trine

Ich fand dieses Buch gut, gelungen, aber kein Meisterwerk.
Im Detail: Ich finde die Grundidee sehr interessant, dass ein Serienmörder sich auf Grund seiner eigenen, familiären Vergangenheit auf extrem-religiöse Familien stürzt und dort Entführungen durchführt. Auch gut: er tut dies seit Jahren und bisher hat er sehr viel Erfolg dabei gehabt. Für den Leser fand ich allerdings diese verschiedenen Identitäten irreführend. Ich vermute, dass 2 - 3 es auch getan hätten. Im Bezug auf die Handlung fand ich aber folgendes am schlechtesten: Der Täter macht diese Entführungen scheinbar schon seit Jahren und scheinbar ist bisher nichts nennenswertes schief gelaufen. (Kontrollfreak) Zufällig in der Zeit, in der Carl Mørck die Flaschenpost zugespielt wird, läuft aber etwas schief und das hat nichts mit den Ermittlungen Mørcks zu tun. Das finde ich sehr konstruiert. Denn hätten sich die beiden Frauen nicht auf die Jagd begeben, hätte Mørck keine Anhaltspunkte für seine Ermittlungen gefunden. Ich finde dieser zeitliche Zufall ist ein wenig zu zufällig.
Was ich großartig finde an dem Krimi: das Zusammenspiel des Ermittlerteams Carl Mørck, Assad, Ysra & Rose! In vielen Krimis und auch Fernsehserien werden Nebenhandlungen der Ermittler angefangen, die dann auch \'zufällig\' am Ende des Films/Buches auch beendet, aufgelöst werden etc. Dies langweilt auf die Dauer. Das aber macht Jussi Adler Olsen nicht und das finde ich sehr gut. Nebenhandlungen fangen an, hören auf, wie es ihm gefällt und das ganze über mehrere Bücher. Prima!

20.07.2011 14:42:31
B. Elisabeth Schoell-Lüders

Für mich stellt " Erlösung" das beste
Buch der Carl Morck- Serie dar.
Die Darstellung des Privatlebens des
Carl Morck ist knapper, nicht so weitschweifig wie in manchen früheren
Büchern, der Autor baute einen neuen
Gag ein, Yrsa/ Rose, vielleicht geht er
in seinen nächsten Büchern noch ausführlklicher darauf ein.

Dass die beiden Frauen die Verfolgungsjagd aufnehmen, erscheint
mir nicht als unglaubwürdig, denn
Rachel hatte in ihrem früheren Leben
als Lisa schon großen Mut bewiesen,
und auch eine tiefgläubige Frau ändert
sich nicht, auch sie kann wieder tollkühne
Unternehmungen starten wenn es um ihre Kinder geht.
Dieser Fall hat zwar wichtige psychologische Hintergründe aber
Olsen macht nicht den Fehler seine
Leser mit zu langen Analysen zu langweilen, gekonnt verbindet er
Spannung mit psychologischer Darstellung.

17.07.2011 17:18:55
Karin Kraus-Bucconi

Ich hatte mich sehr auf den dritten ins Deutsche übersetzten Roman von Adler Olsen gefreut. Im Gegensatz zu anderen Lesern, die sich geäußert haben, bin ich enttäuscht. Das Buch hatte Längen und hat mich gelangweilt.
wie auch der Rezensent Jochen König seine Kritik weniger ausschweifend auf den Punkt hätte bringen können, so hätten 100 Seiten weniger dem Krimi gutgetan.Ich mag nicht ermüdet werden...

11.07.2011 15:09:12
Krug Christine

JA! sehr,sehr spannend,ein guter krimi zeichnet sich dadurch aus,dass man eigentlich noch stunden weiterlesen möchte und trotzdem das ende nicht erwarten kann.das ist dem autor wirklich gelungen.ganz besonders gefällt mir,dass trotz großer spannung auch der humor nicht zu kurz kommt-ohne zu stören-
freue mich schon auf seinen nächsten krimi.

10.07.2011 09:29:13
Sigrid Ehrmann

Fand Das Buch auch klasse, bis auf den Handlungsstrang, als die EDV Fachfrau und die Mutter der entführten Kinder im Auto auf Verfolgungsjagd gehen (so ab Seite 300 etwa) den Teil der Geschichte fand ich völlig unglaubwürdig und hanebüchen. Ansonsten, macht das skurile Team einfach wieder Spaß und es stellt sich zunehmend die Frage: Welche Lebensgeschichte steckt hinter dem Assistenten?

08.07.2011 10:32:10
Torsten

Vorweg muss ich sagen, dass ich mich über die deutschen Titel die der Verlag so offensichtlich gewählt hat um auf der Stieg Larsson Welle mitzuschwimmen immer noch ärgere, obwohl "Erlösung" für dieses Buch tatsächlich ein passender Titel ist.
Trotzdem sind die Originaltitel einfach authentischer, insbesondere "Fasanenmörder" für das zweite passt wesentlich besser.
Tatsächlich gefällt auch mir dieser dritte Fall am besten, was sowohl an dem schön durchkonstruiertem Plot, als auch am Wiedererkennungswert des Schreibstils und an den liebgewonnenen Protagonisten liegt.
Highlight in diesem Roman ist für mich allerdings nicht die Beschreibung des Teams Carl, Assad und Rose, sondern die Teile die den Täter betreffen. Auch wenn man einiges schlucken muss um die Handlung als glaubwürdig und möglich durchgehen zu lassen (ich frage mich z.B. ob das beschriebene Doppelleben sowohl möglich als auch überhaupt nötig ist), so wird das Tun des Täters aus seiner Sicht sehr konsequent beschrieben, bis hin zu immer absurder werdenden Plänen für die nähere Zukunft was er noch alles tun müsste um dem drohenden Ende doch noch zu entkommen. Seine Entwicklung, Motivation und den Realitätsverlust der damit einhergeht kann man sehr gut nachvollziehen.
In der "Rahmenhandlung" hat der Autor wieder viele Fäden lose gelassen, damit die Leser weiterhin gespannt bleiben wie es z.B. mit Hardy und dem alten Fall weitergeht.
Einen vierten Fall gibt es ja bereits auf dänisch und sicher werde ich auch den gerne lesen sobald er erscheint.

07.07.2011 18:27:22
manni

Wie die beiden Vorgänger, hält sich auch bei der "Erlösung" die Spannung und der köstliche Humor des Autors mal wieder sehr gekonnt die Balance. Das Thema ist nicht neu, das hat mich ein wenig enttäuscht.
Da war die erste Story schon wesentlich anspruchsvoller. Egal, die Adler - Olsen Krimis sind solide, spannende Krimikost
und lesen sich in einem Rutsch weg. Das wars dann auch. 80°!

07.07.2011 12:25:03
Torsten Janssen

Nachdem die Romane von Jussi Adler-Olsen in aller Munde sind, und das Buch "Erlösung" in meiner Stammbuchhandlung mir quasi schon von jedem Regal vor die Füße fiel habe ich es mir schließlich doch gekauft.

Fing unglaublich spannend an. Im Prolog wird beschrieben, wie ein verzweifelter, gefangener, gefesselter Junge ein Nachricht mit seinem eigenen Blut schreibt und es ihm gelingt, bevor ein großer Schatten kommt, eine Flaschenpost abzusetzen. Nach (anscheinend) langer, langer Zeit wird diese Flaschenpost in Schottland von einem Polizisten gefunden. Nachdem die verwitterte Nachricht als dänisch identifiziert wird, bekommt Carl Morck von der Sonderposten Brigade den Auftrag diesem Fall nachzugehen. Er findet heraus, daß diese Nachricht ein verzweifelter Hilferuf war...

Sehr, sehr spannend. Allerdings erscheint mir die Täterperspektive noch nicht ganz plausibel. Trotzdem einer der großartigsten Kriminalromane aller Zeiten.