Sieh mir beim Sterben zu

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010, Seiten: 384, Übersetzt: Tanja Handels
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2012, Seiten: 384

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Eva Bergschneider
Nähert sich ein bewährtes Konzept der Halbwertzeit?

Buch-Rezension von Eva Bergschneider Dez 2010

Sieh mir beim Sterben zu ist nun der fünfte Krimi aus der Reihe des Mutter/ Tochter Autorenduos P.J. und Traci Lambrecht mit den Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth vom Minneapolis Police Departement. Von Beginn an mischt in der Reihe eine kuriose Truppe Computerfreaks, das Monkeewrench Team bei der Verbrechensbekämpfung mit. Und dieses mal sind ihre intimen Kenntnisse im Bereich des World Wide Web gefragt.

Snuff-Videos und Botschaften im Netz

Zunächst hält die Polizei den fatalen Sturz eines Schneewanderers in die Eisklippen am Lake Superior und das Ertrinken einer betrunkenen und als Braut verkleideten Drag-Queen im Mississippi in Minneapolis für Unfälle. Doch dann tauchen Videos im Netz auf, die den Tod dieser Männer zeigen, zwei unter vielen anderen Snuff-Filmen bei YouTube und Myspace, die Sterbeszenen nachstellen. Das FBI bittet die Firma Monkeewrench eine Software zu entwickeln, die falsche von echten Mordszenen unterscheiden kann. Doch zunächst entdeckt das Team eine andere heiße Spur; die Morde wurden in verschlüsselten Botschaften angekündigt.

Die Detectives Magozzi und Rolseth ermittelnden in dem Mord an den Transvestiten. Einziger Zeuge vor Ort ist der Ex-Richter Jim Bukowski, der sich häufig am Flussufer herum treibt. Angeblich kann sich der exzessive Trinker an nichts erinnern und dennoch bietet "Wild Jim" der Polizei seine Unterstützung an.

Tötet hier ein Serienkiller? Oder setzen sich mehrere Einzeltäter nach einem im Netz abgestimmten Schema in Szene? Als eine aktuelle Ankündigung keinem Mordvideo zugeordnet werden kann, beginnt ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit.

Zeit für Erneuerungen

Wer die Magozzi/Rolseth Serie kennt, weiß was ihn erwartet und wird auch in Sieh mir beim Sterben zu nicht enttäuscht. P. J. Tracy stehen für spannende und von leichter Hand erzählte Krimi-Unterhaltung, die heiße Eisen thematisiert.

Das die Detectives sich gegenseitig nicht so ganz ernst nehmen und ungehemmt Sprüche klopfen, kennt und liebt der Kenner dieser Serie ebenfalls. Der Vorgängerband ließ es in dieser Hinsicht allerdings etwas zurückhaltender angehen. Die Dialoge kamen einen Tick ernsthafter herüber – was dem Krimi Memento gut zu Gesicht stand. Anscheinend waren die Autorinnen anderer Meinung. In Sieh mir beim Sterben zu lassen ihre Protagonisten wieder keine Gelegenheit für einen flapsigen Scherz verstreichen, was meistens gut unterhält, mitunter aber auch fehlplatziert wirkt.

Schade ist, das bezüglich der Charaktere, die eigentlich viel Entwicklungspotential haben, alles beim Alten bleibt. Man fragt sich, wie lange Magozzi und Grace einander noch umkreisen wollen, ohne sich in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Man vermisst, das jemand aus dem eingeschworenen Mikrokosmos Monkeewrench ausbricht, sich in der Konstellation der Personen zueinander irgend etwas ändert. Hier besteht für die kommenden Bände der Serie dringender Auffrischungsbedarf, denn auch skurriler Charme nutzt sich durch ständige Wiederholung ab.

Das angefasste "heiße Eisen" ist hier die Form von Computerkriminalität, die Mörder ihre Taten im Internet präsentieren lässt.

Ganz neu ist dieser Ansatz mit verfilmten Gewalttaten in der Kriminalliteratur zwar nicht, aber die Autorinnen stellen das Thema im Rampenlicht aktueller gesellschaftlicher Trends dar. Im Zeitalter von "Social"- Netzwerken wie YouTube. Facebook und ihrer Ableger haben auch Mörder die Möglichkeit, einem übersteigerten Geltungsbedürfnis zu frönen und sich publikumswirksam darzustellen,. P. J. Tracy legen dabei den Finger in die tiefste Stelle der Wunde der Bekämpfung von Internetkriminalität. Trotz abgefahrenster Technik und nicht immer legaler Mittel, kann auch Monkeywrench nicht nachvollziehen, wer für das, was im Netz passiert, wirklich die Verantwortung trägt. Im blitzschnellen Informationsaustausch rund um den Globus ziehen Verbrecher zahlreiche Trittbrettfahrer nach sich – und tarnen den tatsächlichen Verursacher. Diese Authentizität macht den Roman, der weitgehend ohne Gewaltdarstellung auskommt, mehr als spannend, sie erzeugt ein Gefühl der Ohnmacht. Und so beschließen die Autorinnen die Mordfälle in Sieh mir beim Sterben zu mit einer so faszinierenden wie folgerichtigen Auflösung, die den Leser überrascht und mit Fragen zurücklässt.

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Letzte Kommentare:
09.03.2011 12:47:51
anyways

So hat sich Spezial Agent John Smith vom FBI sein letztes halbes Jahr vor der Pensionierung nicht vorgestellt: Eine Zusammenarbeit mit Cyberspezialisten vom FBI, jugendlichen Hackern und der berühmt berüchtigten Monkeewrench-Gruppe, deren Spezialgebiet das Hacken aber auch die Programmierung und das Anbieten von Sicherheitssoftware ist, und er mittendrin als Verbindungsmann. Das Zustandekommen dieser etwas eigenartigen Arbeitsgruppe sind fünf als Unfälle getarnte Morde die allesamt im Internet angekündigt wurden, und zudem noch live aufgezeichnet im Internet präsentiert wurden. Leider lässt sich die virtuelle Spur für die Spezis vom FBI nicht zurückverfolgen, so sind diese auf die „Unterwelt“ angewiesen. Die Detektivs der Polizei von Minneapolis Magozzi und Rolseth sind ebenfalls in die Ermittlungen involviert, geschahen doch zwei der Morde hier. Spannung kommt auf als zwei weitere Mordanschläge auf junge Frauen angekündigt werden. Ändert der Täter sein Verhalten?

Fieberhaft arbeiten alle Beteiligten an der Aufklärung.

Kleine Erfolge können sie verzeichnen, denn die beiden Frauen überleben die Anschläge. Doch dann wird Minneapolis von einem Terrorakt ungeahnten Ausmaßes heimgesucht…



Ein hervorragender Thriller in dem man sehr gut die Handschrift der Mutter und der Tochter dieses Autorinnenduos erkennen kann. Rasant wechseln die Tatorte, Motive und Täterprofile, trotzdem wird den allen Hauptakteuren genügend Raum für die Entfaltungen ihrer Persönlichkeiten. Das gefällt mir sehr gut. Die Aufklärung des Falles ist überraschend aber nachvollziehbar und schlüssig. Dank der modernen Kommunikation übers Internet, sind alle Taten fast allzu real und bergen ein hohes Potenzial an Spannung. Ein Thriller der es in sich hat.

12.02.2011 21:29:43
Moehrchen

Morde fürs Internet

Im Internet tauchen mehrere Videos von realen Morden auf. Das FBI versucht mit Hilfe von Hackern und den Programmieren des Monkeewrench-Teams - Grace, Annie, Roadrunner und Harley - den Mördern auf die Spur zu kommen. Diese verstehen es jedoch ausgezeichnet, ihre Spuren im Internet zu verwischen, so dass es nahezu unmöglich scheint, einen der Mörder zu entlarven. Als eine Drag-Queen in Minneapolis ertrunken aufgefunden wird, werden die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth hinzugezogen. Was zunächst wie ein Selbstmord aussieht, stellt sich schnell als Mord heraus als wieder ein Video im Internet auftaucht. Es gibt zwar einen vermeintlichen Zeugen: Wild Jim - ein ehemaliger Richter - aber der kann sich an nichts erinnern. Die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth machen sich mit Hilfe des Monkeewrench-Teams und dem FBI auf die Suche nach dem bzw. den Mördern.

Als Fan des Autorenduos konnte ich mir dieses Buch nicht entgehen lassen und wurde leider, wie auch schon beim Vorgänger, enttäuscht. Irgendwie scheint bei den Autorinnen die Luft draußen zu sein. Die Kriminalhandlung ist durchaus spannend und die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten aber die Figuren wirken doch recht blass auf mich - vorallem die neu eingeführten sind auswechselbar, scheinen keine eigene Persönlichkeit zu haben. Auch die Protagonisten, die in jedem Band auftauchen sind zum Stillstand gekommen. Sie entwickeln sich nicht weiter, sondern scheinen auf der Stelle zu stehen. Das kauzige Monkeewrench-Teams ist immer gleich und die Detectives bringen zwar immer wieder humorvolle Dialoge ein, aber auch diese sind so ähnlich schon da gewesen. Irgendwie scheinen alle Figuren ihre Seele verloren zu haben.

Gut an den Krimis von P.J. Tracy gefällt mir, dass sie sich mit aktuellen Themen beschäftigen, wie hier in diesem Buch mit Snuff-Filmen - also der filmische Aufzeichnung eines Mordes. Sie schicken ihre Protagonisten quasi im Internet auf Mördersuche, hierbei sind die Hacker bzw. Softwareentwickler des Monkeewrench-Team bestens geeignet. Für die "Laufarbeit" sind die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth dann zuständig - eine gute Verbindung, die sich in den Büchern davor aufgebaut hat. Machmal sind die Computerkünste des Monkeewrench-Teams vielleicht etwas zu phantastisch aber es handelt sich ja hier auch um einen Roman.

Leider haben die Autorinnen dieses Mal drauf verzichtet, die private Story - Leser der Vorgänger-Bücher werden sicher wissen was ich meine - weiter zu bringen. Mir haben die ersten drei Bücher der Reihe unter anderem auch deshalb so gut gefallen, weil auch das Privatleben durchaus spannend war - so was kann ich leider nicht oft sagen. Das Buch hätte gut noch ein paar mehr Seiten vertragen können.

Eine nicht so ganz gelungene Fortsetzung der Krimireihe um das Monkeewrench-Team, der etwas mehr Tiefgang gut getan hätte. Trotz allem kann ich das Buch durchaus - mit obigen Einschränkungen - empfehlen, denn einen am Schluss überraschen, das kann das Mutter-Tochter-Team auf jeden Fall.

10.01.2011 10:28:57
subechto

Der ultimative Kick?

Das neuste Werk von P.J. Tracy "Sieh mir beim Sterben zu" geht gleich in medias res: 2 Tote auf den ersten 15 Seiten! Wie immer spielt die Geschichte in Minneapolis/Minnesota. Und diese Morde wurden nicht nur gefilmt, sondern auch im Internet verbreitet.

Die Monkeewrench-Computerspezialisten sollen nun dem FBI bei der Aufklärung behilflich sein. Denn die Morde wurden vorher in verschlüsselten Botschaften in einem Chatroom angekündigt.

Grace MacBride und ihr Team sind dem P.J. Tracy-Fan bereits aus den Vorgängerromanen bestens bekannt. Auch die beiden Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth sind wieder mit von der Partie. Mit Agent John Smith wurde sogar eine neue, interessante Persönlichkeit eingeführt.

Harley und seine Computerfreunde können zwar schnell einen Täter ausfindig machen, wie es scheint, handelt es sich hierbei aber um einen Trittbrettfahrer. Denn es tauchen weitere Nachrichten auf. Zum Schluss gibt es sogar noch eine Art Wettrennen und einen überraschenden Showdown...

P.J. Tracy ist das Pseudonym von P.J. Lambrecht und Traci Lambrecht, ein Mutter-Tochter-Autoren-Team, die als Drehbuchautorinnen begonnen haben. Mein bisheriger Favorit aus dieser humorvollen Krimi-Reihe mit schrillen Charakteren und genialem Wortwitz ist "Memento".

Leider konnte das Autorinnen-Duo die originelle Schneemann-Story diesmal nicht toppen. Dennoch ist "Sieh mir beim Sterben zu" ein schöner Mainstream-Krimi, der mich für ein paar Stunden kurzweilig unterhalten hat.

Dafür gibt’s 3 von 5 Sternen von mir!