Spiel unter Freunden

Erschienen: Januar 2003

Bibliographische Angaben

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003, Seiten: 392, Übersetzt: Teja Schwaner
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2004, Seiten: 392
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2005, Seiten: 392
  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2008, Seiten: 5, Übersetzt: Burghart Klaußner, Bemerkung: gekürzt
  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2009, Seiten: 5, Übersetzt: Burghart Klaußner, Bemerkung: gekürzt
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010, Seiten: 392

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Jörg Kijanski
Fang den Serienmörder - online

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2005

Ein Spieler stellt die Morde eines Computerspiels detailgetreu nach (wie in diesem Buch). Ein Mörder bringt Kriminalschriftsteller um, wie diese in ihren Büchern Morde darstellen (so in Die Erfinder des Todes). Soll heißen, nette Grundidee aber auch nicht ganz neu, da (beispielsweise) Val McDermid diese bereits aufgegriffen hat. Dennoch liefert das Autorenduo "P. J. Tracy" (Mutter und Tochter) einen lesenswerten Thriller.

In Wisconsin stößt Father Newberry auf die Leichen der Kleinfeldts. Das in der Gemeinde unbeliebte Ehepaar wurde erschossen; blutige Kreuze in die Brust geschnitten. Als Sheriff Michael Halloran mit seinem Partner Danny Peltier das Haus der Kleinfeldts nach Beweisen durchsuchen will, hat er versehentlich den Haustürschlüssel vergessen. Da beide nicht extra deswegen in Stadt zurückfahren wollen, versucht Danny an der Hintertür sein Glück und wird von einer Schrotflinte erschossen, die die Kleinfeldts aus Angst vor Einbrechern im Haus angebracht haben. Halloran findet in der Folgezeit heraus, dass die Kleinfeldts bereits in mehreren Gegenden gelebt haben; jeweils unter anderem Namen...

Zur gleichen Zeit untersucht Detective Leo Magozzi in Minneapolis den Mord an einem Jogger und noch während sich erste Ergebnisse einstellen wird er bereits zu einem zweiten Mord gerufen. Eine junge Frau wurde auf dem Friedhof ermordert. Sie liegt auf den Flügeln einer Engelsstatue wie bei einer religiösen Zelebrierung. Nachdem die Presse über den Tod der jungen Frau mit Foto berichtet, wird Mitchell Cross alamiert. Er hat gemeinsam mit Grace, Annie, Harley und Roadrunner ein Computerspiel mit dem Titel "Fang den Serienmörder" online gestellt. Das Szenario dessen zweiten Mordes (Levels) ist mit dem der Frau auf der Engelsstatue identisch. Die Gruppe informiert umgehend die Polizei und als sich Magozzi das Tatortfoto des ersten Levels anschaut, findet er dort den toten Jogger wieder. Offensichtlich spielt ein Serienmörder die virtuellen Morde in der Realität nach.

Die Zeit drängt Magozzi und seine Leute, denn das Spiel hat insgesamt 20 Level. Doch auch die fünf Programmierer sind höchst verdächtig. Sie alle scheinen keine Vergangenheit zu haben. Und da passiert auch schon der Mord aus Level 3...

Die auf der Buchrückseite angepriesenen "glaubwürdigen, lebendigen Charaktere" fallen dem Leser über weite Strecken des Buches leider nicht auf, dafür aber eine beängstigend blumige, sprich bildgewaltige Sprache:

 

"Er hatte traurige braune Augen und einen Haaransatz, der schon halbwegs nach Australien zurückgewichen war."

 

Das Debut "Spiel unter Freunden" bietet einen Mainstream-Thriller, der allen Freunden von Lee Child, Paul Wilson und Co. gefallen dürfte, wenngleich es nur eine kleine Actionsequenz (beim Finale) gibt. Die Morde passieren einfach und die Polizei hat das Nachsehen. Alle relevanten genreüblichen Zutaten kommen zum Einsatz: Die Story geht konsequent nach vorne. Es gibt lediglich drei sehr überschaubare Handlungsstränge (sofern man die Ausflüge in das Leben eines der Computerfreaks als eigenen Handlungsstrang betrachten möchte) bei denen komplizierte Verwicklungen oder gar Originalität nicht den Fortgang des Plots beeinträchtigen.

Auch die Zusammenführung der Ermittlungen in Wisconsin und Minneapolis ist wenig atemberaubend. Jeder folgt seiner Spur bis es dann (konsequenterweise) zu einer Überschneidung kommt. Die Lösung selbst kann der geübte Leser vorhersehen, denn schließt man die zahlreichen Polizisten als Verdächtige aus, verbleibt eine sehr überschaubare Zahl an handelnden Personen und damit an Tatverdächtigen. Gleichwohl wartet P. J. Tracy zum Finale noch mit einer kleinen Überraschung auf.

Einen Fehler macht man mit dem Lesen dieses Buches nicht, dennoch wirkt alles irgendwie bekannt und ist letztendlich nicht wirklich Genre-relevant. Grundsolider Thriller-Mainstream eben...

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