Auf Leben und Tod

Erschienen: Januar 1995

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 1995, Seiten: 206, Originalsprache
  • München: Goldmann, 1997, Seiten: 189, Originalsprache
  • Augsburg: Bechtermünz, 2000, Seiten: 189, Originalsprache

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Es geht bergauf!

Buch-Rezension von Hyby Hyby Mai 2003

Puh, da bin ich aber heilfroh: nach dem letzten Schwächel-Band (Ein Fall mit Liebe) hat Frau Gercke jetzt wieder zugelegt.

Es ist natürlich auch ein raffinierter Schachzug, eine dunkle Figur aus einem früheren Roman wieder auftauchen zu lassen: in "Der Tod, der Krieg, die Pest" hatte ein südländischer Auftragskiller seinerzeit äußerst effektiv in der Hamburger Süderstraße gewirkt - und jetzt erleben wir ihn plötzlich als Rückkehrer in sein kleines, armes andalusisches Dorf.

Er hält es nie lange aus an diesem Ort, denn die stummen Vorwürfe seiner greisen Mutter sind schwer zu ertragen und auch das Los seiner geächteten Schwester Soledad, die als Nutte an der Peripherie des Dorfes ein karges Leben fristet, liegt ihm auf der Seele.

Inzwischen hat im fernen Hamburg ein schlichter Zufall Bella Block auf seine Spur geführt. Die näheren Umstände dazu sollen hier jetzt im Dunkeln bleiben, nur soviel: sie erkennt ihn sofort wieder auf einem zerknitterten Foto, ihn, die Inkarnation einer ihrer schlimmsten Niederlagen. Und jetzt scheint unversehens die Chance eröffnet, ihn zu stellen. Bella macht sich eilends auf den Weg nach Andalusien.

Aber auch andere suchen bereits nach ihm. Und auf ihrer Suche nach dem Killer hinterlassen sie eine blutige Spur unter seinen Familienangehörigen...

Fast scheint es, als spiele Bella in diesem Roman nur eine Nebenrolle: Die Haupthandlung spielt sich in einer verdorrten, heißen andalusischen Landschaft ab. Bei den Milieuzeichnungen läuft Frau Gercke schon fast wieder zu alter Form auf.

Gleichwohl ein winziger Wermutstropfen: nicht jeder ist ein so profunder Kenner der neueren spanischen Geschichte, wie dies wohl augenscheinlich die Autorin ist. Ein verborgenes, dunkles Kapitel der spanischen 80er Jahre gibt den maßgeblichen Hintergrund dieses Buches ab: der Killer war seinerzeit Mitglied der sogenannten GAL, einer insgeheim vom Gonzales-Kabinett initiierten berüchtigten Todesschwadron mit der geheimen Aufgabe, die baskischen ETA-Terroristen mit gleichen Mitteln zu bekämpfen. Und diesen Hintergrund musste ich mir erst mal in Eigenrecherche rauspolken - da wäre ich über einige erklärende Erläuterungen von Frau Gercke doch dankbar gewesen.

Doch genug der historischen Fußnoten und der Beckmesserei: es geht insgesamt mit Bella Block wieder deutlich bergauf!

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