Schneewittchen muss sterben

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Berlin: List, 2010, Seiten: 535, Originalsprache
  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2011, Seiten: 5, Übersetzt: Julia Nachtmann, Bemerkung: gekürzt

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Andreas Kurth
Menschliche Abgründe in kleinem Taunus-Dorf

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jun 2010

Kriminal-Fall hat es in sich

Eine Krimi-Serie hat den großen Vorteil, dass man als Leser die Ermittler kennen und schätzen lernt. Vor allem so sympathische Figuren wie Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein, mit all ihren Problemen und Schwächen. Wobei im vierten Teil der vortrefflichen Taunus-Reihe von Nele Neuhaus vor allem die privaten Probleme des Kommissar von Bodenstein im Vordergrund stehen. Daneben nimmt sich der Ärger, den Pia mit dem Bauamt wegen einer Abriss-Verfügung für ihren Bauernhof hat, noch harmlos aus. Ach ja, einen Kriminalfall müssen die Ermittler auch noch lösen, und der hat es wahrhaft in sich. Wer die ersten Folgen um das Hofsteiner Duo kennt, mag der Meinung sein, dass es in Sachen Spannung und menschliche Abgründe nach Tiefe Wunden nicht mehr heftiger geht, aber im neuen Bestseller der Erfolgsautorin wird man eines Besseren belehrt.

Heile Welt nach Rückkehr zerbrochen

Nach einer Haftstrafe von zehn Jahren kehrt der mittlerweile 30-jährige Tobias Sartorius in das Taunus-Dörfchen Altenhain zurück und versucht dort, sich wieder in den Alltag einzufügen. Doch bereits beim der Ankunft in seinem Elternhaus stellt er fest, dass nichts mehr so ist, wie es mal war. Der Hof liegt voller Gerümpel, die früher gut gehende Gastwirtschaft ist geschlossen, und sein Vater muss ihm gestehen, dass seine Mutter ihn schon vor Jahren verlassen hat. Bei Besuchen im Gefängnis wurde ihm immer eine heile Welt vorgespielt, jetzt ist der Schock für Tobias umso größer. Verschärft wird seine Lage dadurch, dass er nicht weiß, was vor 11 Jahren eigentlich passiert ist. Er hat sich mit zwei ehemaligen Freundinnen gestritten, danach sind die beiden 17-jährigen Mädchen in der gleichen Nacht spurlos verschwanden. Tobias hatte nach kräftigem Alkoholgenuss einen Filmriss – wurde aber aufgrund von Zeugenaussagen und Indizien verurteilt. Nach seiner Rückkehr schlägt ihm eine Welle des Hasses entgegen.

Situation wird schnell unübersichtlich

Zur gleichen Zeit wird auf dem stillgelegten US-Flugplatz in Eschborn das Skelett einer jungen Person gefunden – eines der damaligen Mordopfer, wie sich herausstellt. Und die Mutter von Tobias Sartorius wird von einer Autobahnbrücke gestoßen. Schnell führen die Ermittlungen von Bodenstein und Kirchhoff in das kleine Altenhain, wo sich die Ereignisse zu überschlagen scheinen. Es findet eine geheime Versammlung in der Kirche statt, das Haus der Familie Sartorius wird mit Parolen beschmiert, Tobias wird überfallen und übel verprügelt. Hilfe bietet ihm der Dorf-Patriarch Terlinden an, aber auch Nadja, eine Freundin aus Kindertagen. Für die Ermittler wird die Situation schnell unübersichtlich, die Dörfler bilden eine geschlossene Front des Schweigens. Und dann verschwindet wieder ein 17-jähriges Mädchen – die Lage droht zu eskalieren.

Gekonnte Szenen-Wechsel

Der vierte Band aus der Bodenstein /Kirchhoff-Reihe steht den Vorgängern in nichts nach. Es gelingt der Autorin, den Lesern den Eindruck zu vermitteln, dass ihnen beim Lesen keine Informationen aus den früheren Bänden fehlen. Die notwendige Vorgeschichte wird im Zweifelsfall in kurzen Sätzen vermittelt. Neuhaus hat einen flüssigen Erzählstil und schafft es immer wieder, den Leser zu fesseln. Stückweise wird man in das kleine Dorf eingeführt und kann so nachvollziehen, wie sich der junge Sartorius nach seinen Gefängnis-Aufenthalt fühlen muss. Faszinierend macht das Buch aber auch, dass hier verschiedene Charaktere dargestellt werden, die alle irgendwie in den Fall verwickelt sind, aber höchst unterschiedliche Motive haben. Ein von Nele Neuhaus geschickt genutztes Stilmittel sind die schnellen Szenen-Wechsel, fast wie Umschnitte beim Film. Die Autorin hält dadurch nicht nur die Spannung hoch, sondern oft wird die Handlung auch wieder beschleunigt.

Ist die halbe Dorfgemeinschaft beteiligt?

Der Spannungsbogen lebt unter anderem davon, dass es in dem kleinen Dorf eine Vielzahl von Personen gibt, die etwas mit den Morden vor elf Jahren oder jetzt dem erneuten Verschwinden eines jungen Mädchens zu tun haben, oder zu tun haben könnten. Trotz der vielen Handlungfäden, die am Ende alle bestens verknüpft und aufgelöst werden, ist der Leser nur selten in der Gefahr, den Überblick zu verlieren. Da ist die offenbar vernachlässigte Jugendfreundin, die Tobias nicht nur vom Knast abholt, sondern ihm auch Unterkunft und Hilfe anbietet. Die selbstsüchtigen Motive der zum Filmstar aufgestiegenen Dorfschönheit werden erst schrittweise deutlich, die Autorin hat hier eine sehr zwiespältige Figur gezeichnet. Dann sind da noch die scheinbar guten Freunde von früher, die mit Tobias weiter feiern und trinken wollen. Aber auch hier sind Motive im Verborgenen vorhanden, die schrittweise enthüllt werden. Und in der so genannten Dorfgemeinschaft gibt es etliche Menschen, die nicht nur sensationslüstern, sondern offenbar auf verschiedene Weise in die Geschehnisse involviert sind. Da ist der Kultusminister, den seine ehrgeizige Frau mit ihrem ererbten Geld in diese Position gebracht hat, und der schon immer ein Auge für schöne Schülerinnen hatte – und der ansonsten ein erbärmlicher Feigling ist. Der Dorfpatriarch, der allen Mitbürgern Arbeit gibt, alles im Blick hat und kontroliert, aber seinen Reichtum offenbar nicht nur auf legale Weise erworben hat. Und sein kranker, angeblich autistischer Sohn, dessen verhängnisvolle Rolle ebenfalls nur scheibchenweise ans Licht kommt. Denn seine behandelnde Ärztin ist die Gattin des Kultusministers.

Reichhaltige Palette

Nele Neuhaus hat fast schon zu viel an Motiven und Charakteren in ihren neuen Roman gepackt, versteht es glücklicherweise dank ihres Erzählstils jedoch, den Leser nicht zu überfordern. Alkohol, Machtstreben, wirtschaftliche Motive, krankhafte Eifersucht, Gleichgültigkeit, Angst vor Zurückweisung, Hass auf Nebenbuhlerinnen, Rachsucht, mütterliches Gluckenverhalten – die Palette ist wirklich reichhaltig. Und die einzelnen Personen, ihre Motive und ihr oft schlüssiges Handeln werden auch noch glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Abgerundet wird der Lesegenuss durch die privaten Befindlichkeiten der Ermittler. Während die scheinbare Musterehe des adeligen von Bodenstein so richtig den Bach runtergeht, scheint Pia mit ihrem geliebten Lebenspartner eine Lösung für den Stress mit dem Bauamt zu finden. Alles in allem ein Buch, das ich wieder einmal verschlungen habe – und das Lust auf die nächste Folge der Taunus-Krimis macht.

Schneewittchen muss sterben

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Letzte Kommentare:
08.09.2017 17:12:40
Setty

Jetzt muß ich doch was zu diesem Erguss schreiben : Ich fühlte mich bei der Lektüre wie in einem Kitschroman.
Alleine die Wahl der Namen verriet, dass die Autorin zumindest die Namensgebung aus den "Adelskrimis" übernommen hat.
Das ist mein erster und letzter Nele Neuhaus Krimi. Alles einfach, alles vorhersehbar - nie wieder

15.04.2017 17:13:58
Ingrid B

Nele Neuhaus habe ich erst vor kurzem für mich entdeckt. Das erste Buch hat mich allerdings nicht so gefesselt, dafür die folgenden umso mehr!
Ich finde ihren Schreibstil fesselnd und ich kann ihre Bücher kaum zur Seite legen. Die Filme finde ich leider mässig gut, da viele Details weggelassen oder ganz anders verfilmt wurden.
"Schneewittchen" habe ich soeben fertig gelesen und das nächste Buch liegt bereit, gelesen zu werden!

19.12.2016 22:14:12
groucho

Da ich nicht verlange, dass jeder Roman, den ich zu lesen gedenke, gleich Weltliteratur sein muss, konnte ich auch "Schneewittchen" etwas abgewinnen. NN hat einen guten und eingängigen Erzählstil, die Figuren sind interessant gestaltet und die Geschichte liest sich flüssig. Manchmal genügt das einfach, um sich gut zu unterhalten. Sollte sich jemand - wie hier "Schokoblume" - bei solcher Lektüre intellektuell unterfordert fühlen, empfehle ich Marcel Proust, Samuel Beckett oder James Joyce. Deren Bücher sind kryptisch geschrieben, von irrealen Handlungen geprägt und schwierig zu lesen. Aber intellektuell durchaus als Herausforderung zu betrachten. Mit schönen Grüßen an die Leser, die mit der Gnade des hohen Intellekts gesegnet sind und sich in den Niederungen der seichten Lektüre aber sowas von unwohl fühlen...

29.07.2016 03:54:26
Rolf Graudejus

Vorhersehbar? Mal ganz ehrlich: sind nicht 90% aller Krimis, ob nun deutsch, englisch, skandinavisch, amerikanisch oder was weiss ich auch immer, irgendwie vorherseh- bar? Ich lese Bücher. Zum Teil um mich zu informieren, zum Teil um mich zu unterhalten. Dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten. Der einzige Vorwurf, den ich machen kann, ist, daß N.Neuhaus vielleicht ein wenig zu viel hineingepackt hat. Aber in mir hat es die Lust geweckt, mehr über die Personen zu erfahren, welche die Autorin mir da präsentiert hat. Wer glaubt, daß Krimis immer einen vollkommen überraschenden Täter präsentieren müssen, der rede doch bitte mal mit einem Kriminalisten und/oder orientiere sich an der Realität. Mein nächster 'Neuhaus' ist "Böser Wolf". Siehe dort.

21.03.2016 17:17:01
Georg

98 Grad? Treffer? Kann ich nicht nachvollziehen. Die Geschichte ist anfänglich gut aufgezogen und scheint sich einigermaßen zu entwickeln, aber dann nervt die Aneinanderreihung der Figuren und ihrer Abgründe und Motive sehr! 'Jeder kann es gewesen sein, alle haben Dreck am Schuh', och nee!
Es ist einem, der viele spannendere und intelligenter aufgebaute Bücher gelesen hat, recht schnell klar, wo es lang geht und diese ganzen 'Schicksale' muten irgendwie typisch deutsch und klischeehaft an, sorry, nett geschrieben, aber kommt über 60 Grad nich hinaus. Kann mir schon vorstellen, das sowas Erfolg hat, 'mainstream' halt, aber für mich war's das mit NN, lieber wieder skandinavische oder englische Thriller!

17.02.2016 10:40:42
Darts

Ich habe das Buch gerade übers Wochenende verschlungen. Erst war es mir zu dick, deshalb hatte ich es wochenlang zur Seite gelegt und dann so etwas spannendes.

Ein Kindermörder kommt nach zehn Jahren Haft frei und kehrt in sein Dorf zurück. Dort muß er feststellen, dass nicht nur sein Leben zerstört wurde, nein auch das seiner Eltern. Die Ehe war geschieden worden, der Vater lebt im vermüllten Hof, nur die Gaststätte, die er schließen mußte ist blitzeblank. Kaum ist Tobias frei und im Dorf, steht schon wieder die Polizei vor der Tür. Seine Mutter wurde von einer Brücke auf fahrende Autos geschubst. Sie liegt im Koma und hat sehr, sehr viele Knochenbrüche, ob sie überlebt ist fraglich.

Immer wieder werden Parolen an den elterlichen Hof gepinselt und dann wird er auch noch überfallen und verprügelt.

Man will ihn aus dem Dorf vertreiben, aber warum? Er hat doch die Strafe abgesessen und außerdem hat er immer seine Unschuld beteuert. Leider hatte er einen Filmriss, als vor 11 Jahren die beiden Mädchen verschwanden. Verurteilt wurde er anhand von Indizien; denn die Leichen sind nie gefunden worden.

Bis jetzt. Die Leiche von Laura wird bei Bauarbeiten auf einem stillgelegten Flughafen gefunden.

Es wird immer alles rätselhafter. Hätte er damals eigentlich das Mädchen innerhalb des Zeitfensters auf dem Flughafengelände verschwinden lassen können? Warum kümmert sich Nadja, seine Jugendfreundin und heute eine berühmte Fernseh-Schauspielerin, so rührend um ihn? Welche Rolle spielt Amelie, das 17-jährige Mädchen, welches erst seit einem halben Jahr im Dorf lebt? Und der authistische Nachbarjunge? Ein Halbbruder seines besten Freundes. Und warum verschwinden die beiden auf einmal, gerade als Tobias mal wieder einen Filmriss hat?

Ein Dorf hält zusammen - gegen einen Kindermörder. Oder doch nicht? Kommt die Wahrheit an den Tag?

Auch die beiden Kommissare haben private Probleme, die sie noch zusätzlich belasten.

Für mich bisher das beste der Nele Neuhaus Bücher.

03.01.2016 11:52:24
Sabine Behrens

Was für "Probleme"! Nicht jedem wird alles gefallen und das ist gut so. Es gibt unterschiedliche Angebote an unterschiedliche Rezipienten. Selbstverständlich sollte jeder seine Meinung frei aeussern dürfen. Andere., auch die Autorin. Als niveaulos, gar dumm zu bezeichnen,mit dem eigenen, vermeintlich höheren IQ zu vergleichen, ist für mich unter der Gürtellinie und niveaulos
Bitte auf die Sache beschränken. Aber das ist typisch Internet;-) Leider. Ich teile die Kritik in der Sache, hab aber weitaus schlechtere Thriller gelesen.

15.10.2015 23:34:08
Schokoblume

Das Buch war langweilig und vorhersehbar...eben typisch Nele Neuhaus. Ich hätte das Buch auch eigentlich niemals gelesen, aber eine Freundin hat es mir empfohlen und diese war eben sehr begeistert davon. Das Buch regt überhaupt nicht zum mitdenken an, alles wird vorweggenommen ...wahrscheinlich begeistert das Buch eher die Leser ,mit einem niedrigeren IQ als der meine, denn ich fühle mich beim Lesen überhaupt nicht gefordert. Warum zwingt der Betreiber dieser Website die Schreiber eines Kommentars 300 Wörter MINDESTENS zu schreiben? Darf ich meine Meinung nicht auch in 200 Wörtern äußern? Was soll das? Die Website hier ist genauso schlecht wie das Buch. Ich hoffe mein Kommentar wird nicht so wie von den anderen zwei Usern gelöscht. Vielen Dank eure Schokoblume :)

08.10.2015 14:12:17
kritikaster

warum ist nele neuhaus so beliebt, fragt einer, der den roman schwachsinn nennt - mit recht! eine dermaßene anhäufung kriminieller prominenter würde vielleicht noch bei der fifa glaubwürdig wirken, nicht aber in einem kaff im taunus. und der schluss ist einfach nur schwachsinn hoch vier!
warum die frau so beliebt ist?
weil einstein recht hatte, als er sagte:
zwei dinge sind unendlich. das all und die menschliche dummheit - aber beim all bin ich mir nicht ganz sicher.
so ist es.

12.04.2015 16:34:31
Peter Schneider

"Schneewittchen muss sterben" ist meiner Meinung nach "Schwachsiinn" und reiht sich unter die anderen Krimis der Autorin nahtlos ein.
Warum ist Frau Neuhaus derart berühmt?

Der Protagonist, Tobias Sartorius ist zunächst des Mordes verdächtigte. Aber er wird gleich zu Anfang des Romans als sehr sympathisch dargestellt,dass der Leser sofort weiß: Das ist kein Verbrecher. Ebso ist es mit seiner Freundin Nadja. Die bildhübsche und berühmte Schauspielein entpuppt sich als Kriminelle.
Ab Mitte des langweiligen"Thrillers" wechseln sich die Verdächtigen munter aber vo Nadja wird nicht mehr erwähnt.
Dr..med.vet. Peter Schneider
88400 Biberach

24.01.2015 11:42:54
Markus

Stimme Catha-Tina absolut zu, das Buch hat mir überhaupt nicht gefallen, viel zu einfach gestrickt, klischeehaft, keine anspruchsvolle Lektüre und noch nicht einmal witzig. Eher als ZDF-Verfilmung geeignet, am besten mit viel musikalischer Untermalung. Tut mir leid, aber ich war wirklich enttäuscht!

12.12.2014 21:36:23
Peeeace on Earth

Schneeglöckchen ich verstehe nicht warum du direkt so aus fallend zu den beiden wirst jeder hat ein recht darauf seine Meinung abzugeben auch wenn sie aus fallend werden ist das ja ihre Art von der Sprache wenn sie so normal reden sollte das denke ich kein Problem sein.Da von den beiden keiner jemand einen beleidigt hat sollte das dich nichts angehen und wirklich musst du dazu deinen Senf abgeben ?

07.12.2014 12:53:45
Schneeglöckchen

Zu der Löschung von 2 Kommentaren, die einfach unterirdisch gewesen sind, kann ich nur Beifall klatschen. Seine ehrliche Meinung sagen zu dürfen, bedeutet nicht, daß man sich unflätig und unter der Gürtellinie ausdrücken darf.Die Kommentare waren niveaulos, einfach unterste Schublade.
Insofern ist die Löschung der Beiträge richtig!
Sobald ich "Schneewittchen muss sterben" gelesen habe, werde ich meine Meinung dazu posten und zwar so, wie es unter gesitteten Menschen üblich ist.

07.12.2014 12:44:19
DÖrtheMüller

Vielen Dank für deine Unterstützung Dörthe Müller Fangirl 88 . Gegen solche Seiten muss man doch vorgehen! Ich finde es sehr gut, dass du mich wenigsten in meinem Kampf zur freien Meinungsäußerung unterstützt. Der oder die Betreiber dieser Seite sind echte Evolutionsbremsen .man Kann das leider nicht schöner ausdrücken. So und jetzt zu meiner Meinung zu dem Buch. ich hoffe ich muss keine Angst mehr haben, dass mein Kommentar gelöscht oder gar zensiert wird. Also ich persönlich habe das Buch

07.12.2014 12:36:07
Dörthe Müller Fangirl 88

Ich stimme dörthe Müller voll und ganz zu.Mein Kommentar wurde ebenfalls von dem Betreiber dieser Website gelöscht obwohl ich lediglich meine Meinung in vollkommen richtigen und in kleinster weise anstößigem oder vulgären Ton geäußert habe.Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung und auch darauf diese zu äußern.Der Betreiber der Website www.krimi-couch.de verstößt also wohlwollend und wissentlich gegen das Menschenrecht.PS ich werde diese Seite nie wieder nutzen :(

06.12.2014 20:52:05
Dörthe Müller

heeey.warum wurde mein letzter Kommentar entfernt? nur weil ich meine ehrliche Meinung über das Buch preisgegeben habe und die Betreiber dieser Website anscheinend nicht mit dem einverstanden sind mit dem was ich zu sagen hab wird mein Kommentar gleich gelöscht :( So was macht mich echt sehr traurig. jeder sollte das Recht haben seine Meinung frei äußern zu können ...nur weil ich wenig positives über das Buch gesagt habe wird man hier gleich diskriminiert...( Ich habe NUR meine PERSÖNLICHE Meinung geäußert!!! ) Gegen die Betreiber dieser Website sollte man echt vorgehen. Die Seite ist einfach nur schlecht, wenn sie die Leute nicht schreiben lassen was sie wollen!P.S Sollte der Kommentar erneut entfernt werden , werde ich einen neuen verfassen bis ich meine Meinung über das Buch hier stehn lassen darf!!!MIt freundlichen Grüßen Dörthe

09.11.2014 21:03:22
Catha-Tina

Dieses Buch von Frau Neuhaus war mein erstes und wird auch mein letztes Buch von dieser Autorin sein.
Solch einen dilletantischen Schreibstil, einem schlechten Schulaufsatz ähnlich, kenne ich bis jetzt nur von Camilla Läckberg und Andreas Franz. Dazu kommen, wie bei den schon genannten Schriftstellern, stereotype Charaktere und klischeehafte Personenbeschreibungen.
Klar, es liest sich flüssig und leicht, aber das haben niveaulose Bücher oft an sich.
Leider liest man hier (fast) nur Super-Bewertungen, ich kenne allerdingsLeser(innen) die das Buch ähnlich bewerten wie ich. Nur trauen die sich anscheinend nicht, diesen Lobgesang hier zu unterbrechen, ich hab's mir getraut ;-)
Ich gebe 10 Punkte, das ist für Papier und Druckerschwärze.

19.10.2014 16:12:13
darts

Ich habe das Buch gerade übers Wochenende verschlungen. Erst war es mir zu dick, deshalb hatte ich es wochenlang zur Seite gelegt und dann so etwas spannendes.

Ein Kindermörder kommt nach zehn Jahren Haft frei und kehrt in sein Dorf zurück. Dort muß er feststellen, dass nicht nur sein Leben zerstört wurde, nein auch das seiner Eltern. Die Ehe war geschieden worden, der Vater lebt im vermüllten Hof, nur die Gaststätte, die er schließen mußte ist blitzeblank. Kaum ist Tobias frei und im Dorf, steht schon wieder die Polizei vor der Tür. Seine Mutter wurde von einer Brücke auf fahrende Autos geschubst. Sie liegt im Koma und hat sehr, sehr viele Knochenbrüche, ob sie überlebt ist fraglich.

Immer wieder werden Parolen an den elterlichen Hof gepinselt und dann wird er auch noch überfallen und verprügelt.

Man will ihn aus dem Dorf vertreiben, aber warum? Er hat doch die Strafe abgesessen und außerdem hat er immer seine Unschuld beteuert. Leider hatte er einen Filmriss, als vor 11 Jahren die beiden Mädchen verschwanden. Verurteilt wurde er anhand von Indizien; denn die Leichen sind nie gefunden worden.

Bis jetzt. Die Leiche von Laura wird bei Bauarbeiten auf einem stillgelegten Flughafen gefunden.

Es wird immer alles rätselhafter. Hätte er damals eigentlich das Mädchen innerhalb des Zeitfensters auf dem Flughafengelände verschwinden lassen können? Warum kümmert sich Nadja, seine Jugendfreundin und heute eine berühmte Fernseh-Schauspielerin, so rührend um ihn? Welche Rolle spielt Amelie, das 17-jährige Mädchen, welches erst seit einem halben Jahr im Dorf lebt? Und der authistische Nachbarjunge? Ein Halbbruder seines besten Freundes. Und warum verschwinden die beiden auf einmal, gerade als Tobias mal wieder einen Filmriss hat?

Ein Dorf hält zusammen - gegen einen Kindermörder. Oder doch nicht? Kommt die Wahrheit an den Tag?

Auch die beiden Kommissare haben private Probleme, die sie noch zusätzlich belasten.

Für mich bisher das beste der Nele Neuhaus Bücher.

18.11.2013 01:00:37
Lothar Klein

Ich werde KEIN zweites Buch von Frau Neuhaus mehr lesen! Ihr "Schneewitchen" ist plakativ, voller Klischees, vollkommen überzohgen in der Handlung und strotzt nur so von Zufällen, die es niemals geben wird im wirklichen Leben. Mir ein Rätsel, wie ein solches "Werk" zum Bestseller werden konnte. Also: Finger weg!

08.06.2013 13:20:40
Teresa

Sorry, hier kommt meine Kritik erneut - diesmal mit E-Mail-Adresse:

Vom Buch war ich hellauf begeistert, von der Verfilmung weniger.

Als ich jedoch "Dornröschens leiser Tod" gesehen hatte, war ich nur noch enttäuscht - da hat Frau Neuhaus aber ganz schön abgeschrieben!

Daher: Für eine der beiden Versionen entscheiden, sonst geht die Spannung flöten!

Generell halte ich die Story aber für absolut lesens- und empfehlenswert.

10.04.2013 14:40:19
Freek van Dyk

Bekam von einer Arbeitskollegin " Schneewittchen muß sterben" u.a. Krimis von Nele Neuhaus ausgeliehen als Lesetipp für meine Urlaubswoche.Habe das Buch sehr interressiert angefangen und es dann so schnell nicht mehr weggelegt. Nach dem Auslesen möchte ich die übrigen Krimis der Autorin nicht mehr lesen-Gründe:N. Neuhaus schreibt überzeugend und bildhaft, logisch und nachvollziehbar.
Sie schafft es, am Anfang des Krimis große Spannung aufzubauen und bis zum Ende zu halten .Die eigentlichen Helden und sympathischen bis liebenswerten Figuren des Buchs sind Außenseiter: ein Ex-Knacki, eine Goth-Kellnerin, ein Autist/ amtierender Dorfdepp-
die als einzige wegen unterschiedlicher Gründe und Handicaps auf vernünftigen deutschen Egoismus, auf Scheinheiligkeit, Oberflächlichkeit, Selbstgerechtigkeit, Amoralität, Gefühlskälte, Ignoranz verzichten( müssen).
Selbst in der Realität erscheinen die im Buch ganz selbstverständlich zelebrierten deutschen Tugenden nicht so flächendeckend deprimierend vorhanden. ...Und das Leben ist schon der härtesten eins...Mit anderen Worten: dieser Krimi ist unnötig deprimierend/ deswegen wohl auffallend plakativ und unrealistisch negativ(- wurde in anderen Leserkritiken als klischeehaft beschrieben ).Man hofft auf Unterstützung der positiven Helden beim Schwimmen gegen den Strom und Praktizieren von nicht berechnender Begeisterung, Selbstlosigkeit, Solidarität mit mißverstandenen, manipulierten anderen in eine Bredouille gekommenen Protagonisten bis zum Ende des Buchs umsonst und kämpft dank des von der Autorin gezeichneten düsteren Bildes der menschlichen Natur bzw: deutschen Natur selbst im Urlaub mit Verzweiflung und Tränen.Is zu ironisch? Spaß muß sein- selbst in Deutschland -und jetzt schlagt mich ruhig.
Ich werde absichtlich kein Nele-Neuhaus-Buch mehr in die Hand nehmen, außer, um sie der Arbeitskollegin zurückzugeben.

27.02.2013 13:29:51
Günter Heppner

Der so sehr angepriesene Film in Funk und Fernsehen war eine einzige Enttäuschung.
Ohne jegliche Spannung ein altbekanntes Thema ganz schwach inszeniert. Wenn Darsteller und Produzenten/Regisseur für weitere Filme bleiben, lohnt sich das einschalten wahrlich nicht.
Viele Szenen hätten einer Erklärung bedurft, sehr lückenhaft.

27.02.2013 11:53:23
Anton

Ich habe alle Bücher von Frau Nele Neuhaus gelesen.Für mich sind alle Bücher dieser Frau sehr gut und unterhaltsam.Der Film im Fernsehen war sehr enttäuschend, hier wurde viel zuviel weggelassen.Die Figuren Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein waren viel zu jung für diese Rolle.
Man hätte besser einen Zweiteiler von diesem Buch gemacht.

20.02.2013 17:49:12
PMelittaM

10 Jahre war Tobias Sartorius im Gefängnis, weil er nach Meinung des Gerichtes zwei Mädchen umgebracht hat. Das Urteil basierte auf Indizien, Tobias konnte sich nicht erinnern. Jetzt ist er entlassen worden und kehrt heim in seinen Heimatort im Taunus, wo er feststellt, dass durch seine Verurteilung auch die Existenz seiner Eltern zerstört wurde. Außerdem will man ihn im Dorf nicht haben, er wird gemobbt und zusammengeschlagen. Und dann verschwindet wieder ein Mädchen – und Tobias kann sich wieder nicht erinnern.

Bisher hatte ich noch kein Buch von Nele Neuhaus gelesen, deshalb waren mir ihre Ermittler auch noch fremd. Neben dem Fall spielen diese eine relativ große Rolle, denn sie und ihr Privatleben kommen auch zum Zug. Man lernt sie also recht gut kennen. Der bisherige private Hintergrund hat mir allerdings nicht gefehlt, auch ohne Vorkenntnisse versteht man, worum es hier geht und die Ermittler, vor allem die Hauptermittler Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein kommen einem recht nahe. Letzterer hat sehr ausgeprägte private Probleme, die auch die Ermittlungen beeinträchtigen, außerdem gibt es Probleme mit zwei weiteren Ermittlern, die der Lösung des Falles auch nicht gut tun. Das macht die Geschichte zusätzlich spannend – und verlängert den Lesegenuss.

Die Charakterzeichnungen aller hier handelnden Personen – und das sind nicht wenige, sind sehr gut ausgearbeitet. Mir persönlich gefällt vor allem Tobias, mutig und verzweifelt. Auch das Mädchen Amelie fand ich großartig, sie hat hier eine enorme Wandlung erfahren ebenso wie der Autist Thies,die beide bedeutende Rollen inne haben. Und auch Tobias Heimatdorf hatte einen ganz eigenen Charakter, der einem allerdings eher Angst machen kann. Gott sei Dank sind nicht alle Dörfer so.

Die Geschichte ist ziemlich bedrückend und stellt sehr gut dar, was mit Familien passiert, die in Gewalttaten verwickelt werden – und zwar auf beiden Seiten, auf der des Täters und auf der der Opfer. Sie zeigt aber auch Hoffnung, denn einer der betroffenen Familien ist es besser gelungen, das Geschehen zu verkraften und auch Tobias findet Menschen, die ihn nicht nur als eiskalten Killer sehen (der er vielleicht ja auch gar nicht ist, denn Zweifel daran gibt es von Anfang an).

Die Handlung ist stark verschachtelt, es gibt viele Nebenstränge und ebenso viele unerwartete Wendungen, aber auch Irrwege. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt (was ich persönlich besonders gern mag). Trotzdem hat man als Leser nie das Gefühl den Faden zu verlieren. Hin und wieder dachte ich, was wohl alles noch kommen würde, denn einige Enden schienen erreicht und dennoch konnte mich die Geschichte immer wieder neu überraschen und war an keiner Stelle langweilig. Gegen Ende gibt es ein, zwei Wendungen, die meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig waren (Testament!), die aber den sehr guten Eindruck nicht beeinträchtigen können. Am Ende sind alle Fäden miteinander verknüpft, alle Lösungen zufriedenstellend dargeboten, mögliche Happy Ends aufgezeigt (auch für die beiden Hauptermittler) und ein sehr spannendes Buch hat ein sehr befriedigendes Ende erfahren.

Dieses Buch kann ich wirklich jedem empfehlen, der gerne (dicke) Kriminalromane liest. Es ist ungeheuer spannend und gleichzeitig sehr berührend. Für mich war es mein bisheriges Lesehighlight in diesem Jahr und sicher nicht mein letztes Buch von Nele Neuhaus.

08.07.2012 00:20:07
Synapse11

Tauche ein in meine Welt

Inhalt:
Tobias kommt aus dem Gefängnis. Er kehrt heim in sein Elternhaus. Dort lebt nur noch der Vater. Seine Mutter habe das Gerede im Dorf wegen Tobias’ zehnjähriger Haft nicht ausgehalten und sei vor vier Jahren weggezogen. Kaum ist Tobias wieder im Dorf, geht das Gerede von vorn los. Jemand meint noch mit ihm abrechnen zu müssen und droht öffentlich ihn umzubringen. Dann verschwindet wieder ein Mädchen, Amelie. Tobias wird am selben Abend stark betrunken aufgefunden und kann sich an nichts erinnern. Ist er wirklich der Täter? Oder wurde alles so geplant, um Tobias endgültig los zu werden?

Meine Meinung:
Bereits der Prolog erzeugt Spannung. Der vermeintliche Täter besucht sein “Schneewittchen”. Eine mumifizierte Leiche mit langen schwarzen Haaren.. Noch kennt keiner die Identität der Beiden.
Anfangs hab ich beim Lesen öfter mal den Faden verloren. Zunächst scheinen die beschriebenen Ereignisse in keinem sinnvollen Zusammenhang zu stehen, oder man erkennt ihn erst ziemlich spät.
Später wird das Buch immer spannender und ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Besonders gut hat mir der Charakter von Thies gefallen. Eine an Autismus erkrankte Person, die starke Medikamente bekommt. Seine Familie hütet ein Geheimnis, welches Thies durch seine besondere Gabe zu verraten droht. Nur wer in seine Welt eintaucht und mit seinen Augen sieht, kann verstehen was er meint.
Etwas eigenartig schien mir, dass Frau Dr. Lauterbach immer zufällig gerade dann zur Stelle war, wenn sie gebraucht wurde. Sei es bei Tobias Trunkenheit oder einem Unfall von Bodenstein.
Nele Neuhaus gelingt es gut, Spannung aufzubauen. Diese bleibt fas durchgängig erhalten und erhöht sich zum Ende des Buches immer mehr. Der Leser wird immer wieder auf einen anderen Verdacht gelenkt, wer der Täter sein könnte und ist am Ende überrascht. Sehr gut gelungen ist auch die Beschreibung von Bodensteins Gefühlen im zweiten Drittel des Buches.

Meine Lieblingstextstelle:
“Es war ganz still, der Hund spürte die plötzliche Spannung und verschwand lautlos in seinem Korb.” (S. 324)

Fazit:
Ein spannendes und unterhaltsames Buch, welches nebenbei einen kleinen Einblick in die Welt autistischer Personen gibt.

27.06.2012 09:04:28
Benedikt Krinn

Benedikt Krinn zu »Nele Neuhaus: Schneewittchen muss sterben«
27.07.2012
In den hier zu lesenden Kommentaren wird einige Male erwähnt, dass weniger Seiten dem Buch besser getan hätten und dass zu viel reingepackt wurde.

Dem möchte ich zustimmen.
Ich habe mal von der Theorie gehört „Handlung ist das Skelett einer Geschichte, Beschreibung das Fleisch.“ So gesehen leidet Nele Neuhaus` Schneewittchen an zu vielen Knochen, die dem Leser beim Abnagen nicht bekommen. Dabei ist Frau Neuhaus richtig gut im Beschreiben.

Einige Beispiele:
Charakter von Frau Terlinden (In meiner Ausgabe auf Seite 272)
„Pia kannte diesen Frauentypus, diese gekonnt einstudierte Mischung aus weiblicher Hilflosigkeit und Koketterie, die in beinahe jedem Mann den Beschützerinstinkt weckte. Die wenigsten Frauen waren tatsächlich so, die meisten hatte diese Rolle im Laufe der Zeit als wirkungsvolle Manipulationsmethode für sich entdeckt.“

Oliver von Bodenstein fallen die Falten seiner ihn betrügenden Ehefrau Cosima auf (S.168):
„Auf einmal bemerkte er Falten in ihrem Gesicht, die ihm zuvor nie aufgefallen waren, schlaffer werdende Haut an ihrem Hals und Wassereinlagerungen unter ihren müden Augen. Sie sah aus wie eine Frau von fünfundvierzig Jahren. War mit dem Vertrauen auch plötzlich der Weichzeichner seiner Zuneigung verschwunden?“

Das Haus von Kultusminister Gregor und Dr. Daniela Lauterbach (S391):
„Er folgte ihr durch die Garage eine Treppe hinauf in eine große Eingangshalle, in ihrer repräsentativen Nutzlosigkeit ein typisches Relikt der achtziger Jahre.“

Eine einstudierte Mischung aus Hilflosigkeit und Koketterie als wirkungsvolle Manipulationsmethode, ein Weichzeichner der Zuneigung, die repräsentative Nutzlosigkeit - das ist treffend ausgedrückt. So ist es einem schon mal selbst im Leben begegnet, wurde dunkel empfunden und ist jetzt dank Frau Neuhaus in passende Wort gefasst.

Mehr davon, Frau Neuhaus. Zu viel Aktionismus und die alberne Verfolgungsfahrt am Ende überfrachten den Schneewittchen-Krimi.

06.06.2012 10:33:30
Gerlinde Eißler

Das Buch gefiel mir recht gut, das Beste meiner Meinung nach von Nele Neuhaus. Andere Exemplare erschienen mir etwas zu langatmig.
Außerdem bevorzuge ich in der Dramaturgie / Kriminalliteratur ein Fünkchen Humor.
Deutsche Schriftsteller haben es hier, gegenüber den amerikanischen oder skandinavischen Autoren, etwas schwer dies in Einklang zu bringen bzw. entsprechend inhaltlich zu verfassen.

24.11.2011 11:11:04
M.Reinsch

Da dieses Buch als Einziges in der "Hotelbibliothek" verfügbar war, wurde ich zum Quereinstieg gezwungen...
Dementsprechend fehlen mir viele Fakten zu den Hauptpersonen, den Gründen Ihres Verhaltens und Denkens...
Der Schreibstil ist sehr flüssig und man ist schnell in die Geschichte eingebunden. Das da etwas nicht "koscher" ist in Altenhain, wird einem auch schnell bewust - wie schlimm es wirklich steht, wird einem dann aber erst, in dem für mich etwas sehr überladenen, Plot erklärt. Während man im laufe der Gechichte, durch geschickt gesetzte Umbrüche und Kapitelsprünge, selber an so manchem Rätsel arbeitet, wird einem zum Ende alles vor die Füße geworfen (sehr schade).
Positiv ist auch der starke menschliche Faktor der Ermittler, die ein recht bewegtes Privatleben führen.Der Krimi an sich, ist (durch viele verschiedenen Blickwinkel) ein ziemliches Netz von Verdächtigungen, Halbwahrheiten und Vertuschung, so daß es fast nie an Spannungsmomenten fehlt. Angenehm ist auch, dass fast in jedem Kapitel genug Humor mitschwingt, um die Dunkelheit der maroden Dorfgemeinschaft etwas aufzubrechen. Fast alle Protagonisten sind sympathisch, was mich wiederum etwas verwundert (gerade ein Doppelmörder, für den man Verständniss hat...).
Störend auch die etwas sehr holprige Ermittlungsarbeit des gesamten K11, die wohl nur durch die persönlichen Probleme der Ermittler und die Schwierigkeiten untereinander zu erklären sind.
Alles in Allem, gute Unterhaltung (gerade für den Urlaub), nicht zu tiefschürfend, aber auch nicht zu oberflächlich...
85° Micha

11.09.2011 15:01:20
dei mudda

Ich finde das Buch sehr gelungen, nur blöd ist das mit der Affäre von Cosima. Das fand ich nicht ganz so gut. Aber sonst ist das Buch geniaal. (Y)
Die Bücher von Nele Neuhaus sind gut geschrieben, deswegen macht es auch viel Spaß sie zu lesen, aber manchmal nervt die Sichtweise. Sie wechselt ständig und auf einmal kommen neue Figuren dazu. Das verwirrt einen schon einmal. Aber ich finde es auch gut, weil man dann sieht wie es wirklich war & dann kann man auch ein wenig selbst überlegen & es ist nicht immer nur die Sicht vonj einer person.
hut ab Nele! (Y) Ich würde mich auf einen 6. Teil freuen & ich denke alle anderen auch., Aber vielleicht sollten nicht immer alle zwei Jahre neue mordfälle kommen ♥ sondern schon früßher oder mehrere wie bei tiefe Wunden. (Y)

22.08.2011 16:43:50
Annetine62

Ich kann mich krimivielfraß und allegra nur anschließen. Die an sich spannende Geschichte wird durch die oberflächlich gestalteten und klischeehaften Charaktere, die schulaufsatzartige Sprache, die Vorhersehbarkeit der Handlung und die zum Teil arg aufgesetzte Konstruktion der einzelnen Handlungsstränge sehr abgewertet. Mir persönlich gefällt auch das ständige Springen nach 1 oder spätestens 2 Seiten zur nächsten Person nicht. Das ist zwar "in", stört aber den Lesefluss sehr. Das war mein zweiter Neuhaus-Krimi (nach Tiefe Wunden, der mir wesentlich besser gefallen hat), und vermutlich mein letzter.

31.07.2011 08:41:59
catarina

Eine Sendung im Radio und die Bestsellerliste haben mich bewogen, dieses Buch zu kaufen. Aber: große Enttäuschung und Verwunderung, dass dieses Buch mit einer Aneinanderreihung von Klischees à la Kitschroman auf die Bestsellerlisten gekommen ist. Die Kapitel sind durch Einfügen von Belanglosigkeiten ärgerlich aufgebläht. Die Geschichte hätte auch mit fast der Hälfte der Seitenzahl spannend erzählt werden können.
Bücher mit diesem leicht lesbaren Stil mag ich eigentlich. Aber dieses Buch war das erste und letzte von Nele Neuhaus, das ich gelesen habe. Immerhin lässt es sich bei ebay als Bestseller gut weiterverkaufen ;)

15.07.2011 11:08:18
Crimefreak

Ich war skeptisch sehr skeptisch, dann bin ich angefangen zu lesen und konnte nicht mehr aufhören.ein Buch für schlechte Tage mit viel Zeit oder für Tage mit viel Sonnenschein gemütlich im Liegestuhl ;-)

Ein kleines Dorf im Taunus und ein dunkles Geheimnis!
Grausam, Dunkel und Geheimnisvoll! Nichts für schwache Nerven!

27.06.2011 21:36:23
Dripdrip

In der Mitte dieses Buchs wusste ich, wer der Mörder zwei Mädchen war. Leider ist Nele Neuhaus viel kluger als ich. Das Ende des Buchs ist ganz anders. Die ersten vierhundert Seiten haben mir gut gefallen, aber die Erklärungen sind kompliziert. Den Überblick über diese Geschichte habe ich früh verloren. Frau Neuhaus hat gute Ideen und sie setzt alle diese Ideen in diesem Buch. Beide Ermittler haben persönlichen Problemen, jeder Einwohner des Dorfs hat ein Geheimnis und es gibt ein Verräter im Ermittlungsteam. Trotz allem finde ich dieses Buch sehr spannend.

25.06.2011 18:48:26
buschi64

Angesichts der vielen Vorschusslorbeeren bin ich von diesem Roman sehr enttäuscht! Ich empfinde ihn als sprachlich sehr hölzern und bieder, richtige Spannung kommt nicht auf, weil vieles vorhersehbar ist, sowohl die Personenbeschreibungen als auch die Handlungsmotive sind voller Klischees. Ich habe mich beim Lesen dauernd an mittelmäßige deutsche TV-Krimis erinnert gefühlt, allerdings dehnt Neuhaus ihren Roman noch endlos lang hin. Dies ist mein erstes Neuhaus-Buch und es wird ganz sicher auch das einzige bleiben.

25.06.2011 18:47:51
buschi64

Angesichts der vielen Vorschusslorbeeren bin ich von diesem Roman sehr enttäuscht! Ich empfinde ihn als sprachlich sehr hölzern und bieder, richtige Spannung kommt nicht auf, weil vieles vorhersehbar ist, sowohl die Personenbeschreibungen als auch die Handlungsmotive sind voller Klischees. Ich habe mich beim Lesen dauernd an mittelmäßige deutsche TV-Krimis erinnert gefühlt, allerdings dehnt Neuhaus ihren Roman noch endlos lang hin. Dies ist mein erstes Neuhaus-Buch und es wird ganz sicher auch das einzige bleiben.

22.06.2011 23:03:31
Thriller-Killer

Ein großartiges Lesevergnügen war "Schneewittchen muss sterben" für mich. Komplexe Figuren, wunderbare Handlungsstränge und -orte, dazu diese unglaublich gut angelegte, spannende story, die oben ja bereits ausführlich wiedergegeben wurde. Ich liebe Nele Neuhaus Krimis aus folgenden Gründen:
1. das absolut sympathischste Ermittlerduo
2. diese lebensnahe Schilderung von Charakteren
3. das mühelose Springen zwischen Welten
4. die verschiedenen Blickwinkel, die man als Leser bekommt
5. ihren flüssigen Schreibstil, der einen geradezu durch das Buch zieht
6. die scheinbar zufälligen Verknüpfungen, die am Ende alle aufgehen...
Und seien wir mal ehrlich, wer hat schon Lust, Krimis zu lesen, die der Wirklichkeit entsprechen. Wo ein Großteil der Ermittlungen Schreibtischarbeit sind und die meisten Tötungsdelikte in Verbindung mit Alkohol in traurigen Milieus stattfinden. Dann schon lieber Ausreißer nach oben, die spannend sind. Ich finde, Nele Neuhaus Krimis suchen ihresgleichen - sie hat ein neues Krimi-Genre erfunden: den unterhaltsamen Krimi, ohne Blutorgien, Psycho-Killer und kaputte Ermittler (ok, auch wenn Bodenstein gerade einen Durchhänger hat, das ist menschlich). Schneewittchen hat mich nach ihren 3 Vorgängern wieder überzeugt. Und "Wer Wind sät" liegt ganz oben auf meinem Stapel. Nele Neuhaus Krimis sind pageturner auf höchstem Niveau. Wann werden sie endlich verfilmt? Sie haben die Klasse der Münster Tatorte...

20.06.2011 11:42:31
krimivielfraß

Ich möchte Allegra und Bio-Fan zustimmen, die Story ist doch sehr simpel gestrickt, sehr schnell durchschaubar,es häufen sich die Klischees, die psychologischen Erklärungen, so überhaupt vorhanden, zeugen von wenig Kompetenz und der sehr hölzerne Sprachstil schwankt irgendwo zwischen Andreas Franz und Groschenroman. Vor allem letzters gilt auch für die Settings z.B. hochherrschaftliches Familiengestüt, natürlich kombiniert mit Sterne-Restaurant auf Seiten des Kommissars(Elizabeth Georges Inspektor Lynley lässt von Ferne grüßen).Insgesamt bedient sich die Autorin munter bei anderen Schriftstellern (die jahrelang gefangengehaltenen Mädchen, die ursprünglich aus einem alten Alex-Cross-Roman von James Patterson stammen, wurden vor einiger Zeit ja schon von Fau Neuhaus\' sprachlichem Vorbild Andreas Franz zweckentfremdet.
Spannung kommt bei dem Ganzen leider nicht auf, zumal diese doch sehr dürftige Geschichte von der Autorin auf eine völligunangemessene Seitenzahl aufgebläht wurde.Nichts gegen dicke Bücher, im Gegenteil, aber Quantität erfordert auch Qualität und die ist hier leider nicht vorhanden.Woran es liegt, dass die Bücher von Frau Neuhaus Spitzenplätze in den Bestsellerlisten einnehmen und generell über den grünen Klee gelobt werden, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

02.06.2011 00:42:18
lenchen_196

Ein Mensch, zum Mörder gemacht

Was ist der Reiz der Kriminalromane? Sie Suche nach der Lösung des Rätsels. Die Feststellung, wer der Mörder ist. Ein guter Kriminalroman wird außerdem durch die realistische Darstellung der Tatmotive interessant. Ein sehr guter Kriminalroman zeigt auf eine realistische Weise, wie ein Mensch zum Verbrecher wird. Denn keiner wird als Verbrecher geboren, genauso wenig wie man als Held geboren wird. Manchmal wird in einem Kriminalroman erzählt, wie ein Mensch zum Verbrecher gemacht wird. Vorsätzlich und zielstrebig.
Zu diesem Thema gibt es viele erfundene oder halberfundene Geschichten. Manipulation der Persönlichkeit, Anwendung von psychotropen Präparaten, Hypnose, Einpflanzung von Computerchips ins Gehirn…
Doch nichts davon findet man im Roman von Nele Neuhaus. Darin gibt es keine einzige Situation, die die Realität nur um einen winzigen Schritt überschreitet. Die Haupthandlung des Romans ist der Alltag in seinen typischen Situationen. Und doch ist die erzählte Geschichte unglaublich. Die Erzählung davon, wie ein Mensch durch seine Umgebung zu Mörder gemacht wurde. Gemacht – und zwar bewusst. Ausweglos. Obwohl dieser Mensch von sich aus kein Bestreben danach hatte, die Gesetze zu brechen – geschweige denn, jemandem etwas Böses zu tun.

Mit psychologischer Tiefe, in kleinsten Details wird das Leben eines kleinen Dorfes in Hessen gezeigt. Jeder Charakter, jeder Dorfbewohner ist mit Leben gefüllt, deren Freuden und Trauer, Bestrebungen und Ängste, Tugenden und Sünden werden gezeigt.
Die mühevolle psychologische Ausarbeitung sowie die detailreiche Erzählung machen den Roman auf den ersten hundert Seiten etwas langsam. Zwischen den vielen Charakteren vergisst man schon mal die Zusammenhänge.
Aber je weiter die Geschichte fortschreitet, desto spannender wird sie. Hinter jeder Episode sickert die Atmosphäre eines schrecklichen Geheimnisses durch. Warum hat ein Dorf den Mord zweien jungen Frauen gebraucht? Warum wurden diese Frauen, ohne das selbst zu wissen, für dieses schlimme Ende bestimmt?
Und wenn die Morde geplant wurden, muss es auch einen Mörder geben. Und ein junger Dorfbewohner wird zum Mörder gemacht – weil ja schließlich jemand für das, was passiert ist, haften muss.
Elf Jahre alte Geschehnisse, als die Morde passiert sind, werden abwechselnd mit der Erzählung in der Gegenwart dargestellt – als der Täter nach der Haftstrafe entlassen wird und in sein Heimatdorf zurückkehrt. Die Geschichte wiederholt sich in paranoider Reihenfolge: es wir wieder ein Opfer ausgesucht, eine junge Frau, die einer damals Ermordeten erstaunlich ähnlich sieht. Und zum Mörder wird wieder jemand, von dem man nichts anderes erwartet, als ein weiteres Verbrechen.
Was steht hinter diesem Teufelskreis sich wiederholenden Horrors?
Wurden die Morde wirklich durch denjenigen begangen, dem diese Rolle zugeschrieben wurde? Oder ist der wahre Mörder ein anderer. Die Kommissare Pia Kirchhof und Oliver von Bodenstein haben noch nie einen solch komplizierten Knoten von Intrigen und Lügen zu lösen gehabt. Nebenbei behindern ihre privaten Erlebnisse die Ermittlungen: Oliver bekommt einen Hinweis nach dem anderen, dass seine Frau ihn betrügen würde, und Pia erfährt mit Schrecken, dass ihr gekauftes Haus illegal gebaut wurde und sie jeden Tag das Dach über dem Kopf verlieren kann…
Werden die Kommissare die Hintergründe der Geschehnisse im Dorf erkennen, werden sie den Rätsel um die Morde lösen?..

08.05.2011 02:31:47
Gaby57

Hammer!

"Nele-Neuhaus-Premiere" dank positiver Krimi-Couch-Rezension .. Hört sich spannend an - ungewöhnlich - dachte ich beim Lesen der Rezi. Also gut, warum nicht mal was neues ausprobieren?

Und so machte ich mich ans Werk ..

Auf einem alten Flugplatz wird ein Skelett gefunden, dann wird eine Frau von einer Brücke gestoßen. Etliche Jahre zuvor sind in dem Nest Altenhain zwei Mädchen verschwunden. Der Täter wird gefasst und eingesperrt, um nach zehn Jahren wieder freizukommen. Just in diesem Moment verschwindet wieder ein Mädchen in Altenhain ..

Klingt konstruiert und banal zugleich - ist es womöglich auch - doch vor allem ist es eins: Spannend!!!

So spannend, dass ich die ersten 200 Seiten "in einem Rutsch" verschlungen habe. Verschlingen musste!

Dabei ist die Geschichte so angelegt, dass jede handelnde Figur nur einen Teil des Ganzen sieht, ähnlich dem Film "8 Blickwinkel", der in den Kinos zum Kassenschlager wurde. Dort wird nämlich ein und dieselbe Geschichte aus acht völlig unterschiedlichen Perspektiven erzählt .. und mit jedem neuen Blickwinkel eröffnen sich neue Erkenntnisse auf das Ganze, bis sich zum Schluss alles logisch zusammenfügt.

Das ist echte Erzählkunst, da fällt es kaum ins Gewicht, dass die Kulisse etwas kleinkariert wirkt.

Trotzdem sehr, sehr unterhaltsamer Stoff!

27.04.2011 10:52:16
gudi

Auch ich habe nun dieses dicke Buch - über 500 Seiten - in Windeseile durchgelesen. Zu jeder Zeit habe ich mich bestens unterhalten gefühlt!
Es war das erste Buch, das ich von Nele Neuhaus gelesen habe. Es gelingt ihr bestens Spannung aufzubauen, die Spannung zu halten und sogar noch zu steigern! Was will ich mehr von einem guten Krimi?
Sicher, kurz vor der 500. Seite hätte auch Schluss sein können! Das hätte diesem guten Krimi keinen Abbruch getan. An manchen Stellen hat Frau Neuhaus auch dick aufgetragen.
Trotzdem möchte ich ihr Danke sagen für ein superspannendes Osterwochende!
Von mir 95° und es wird nicht das letzte Buch von ihr gewesen sein!

15.03.2011 13:08:03
allegra

Das Buch stand während Monate auf den Spitzenplätzen der Bestsellerlisten, begegnete einem in Riesenstapeln in jeder Buchhandlung und wird allgemein mit großer Begeisterung gelobt. Ich habe mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. Durch häufige Perspektivwechsel die durch cliffhanger voneinander abgesetzt sind, wird die Spannung durchgehend hoch gehalten, teilweise driftet die Spannung aber auch in Folge den vielen Personen in Hektik ab. Der Krimi liest sich so leicht, dass man ihn sich locker auch in einer unruhigen Umgebung zu Gemüte führen kann; eine ideale Lektüre für die S-Bahn.
Insgesamt hat mich das aber leider nicht wirklich befriedigt. Obwohl die Hauptpersonen durchaus mit einer gewissen Tiefe charakterisiert werden, empfinde ich das ganze Buch als eher oberflächlich. Die Protagonisten werden relativ früh und gut und böse eingeteilt und es ist relativ bald absehbar, wer als Bösewicht die Strippen zieht.

Vom Sprachlichen her ist es mir zu einfach gehalten. Der Schreibstil ist sehr gerade aus, sehr anschaulich, lässt aber wenig Spielraum für eigene Vorstellungen und Gedanken.
Inhaltlich sehe ich den einzigen Anspruch darin, dass eine Vielzahl von Personen eingeführt werden, von denen ich aber am Ende nicht sicher bin, ob sie einfach offene Enden darstellen oder ob es sich um cliffhanger handeln soll und sie in späteren Bänden wieder aufgegriffen werden.
Die Motive für die Morde sind sexueller Natur bzw. Habgier und Geltungssucht. Ich hoffe nicht, dass im Taunus die Strafdelikte tatsächlich in dieser Reihenfolge vorkommen, aber auch für einen Krimi ist es für mich etwas zu dick aufgetragen. Die Dorfgemeinschaft ist sehr flach beschrieben, das Volk ist als boshaft, schwatzhaft, relativ ungebildet und unsympathisch beschrieben.

Generell werden mir zu viele Klischees und Sehnsüchte bedient. Die Protagonisten sind relativ jung angesichts des beruflichen Erfolgs, den sie bereits errungen haben. Oliver von Bodenstein, ist adlig; seine Eltern besitzen ein Gut mit Pferdezucht. Er ist verheiratet mit einer erfolgreichen Frau, und obwohl sie zusammen ein Baby haben, können sich beide Ehepartner beruflich frei entfalten und brauchen offensichtlich kaum Rücksicht auf familiäre und häusliche Pflichten zu nehmen. Pia Kirchhoff, liiert mit dem Direktor des Opelzoos, ist vom Beruf her zeitlich sehr engagiert und schafft es dennoch nebenbei einen kleinen Bauernhof zu betreiben, was die aktuelle Sehnsucht nach dem Landleben auf eine ziemlich kitschige Weise bedient. Dazu fahren alle wichtigen Personen natürlich noch adäquate Luxuskarossen, was mir persönlich etwas zu sehr in die Richtung „Schleichwerbung“ geht.

Ein solider Regionalkrimi, der lockere, gute Unterhaltung bietet. Aber vermutlich nicht unbedingt ein Buch, an das ich mich noch nach Jahren erinnern werde.

17.02.2011 20:21:19
ceapa

Habe das Buch auch gelesen und fand es von vorne bis hinten spannend. Und genau so sollte ein Krimi ja sein. Natürlich ist es manchmal ein bisserl zu dick aufgetragen. Aber egal. Es war spannend und man wollte auf jeden Fall weiter lesen und gespannt sein wie es endet. Ich kann das Buch auf jeden Fall auch weiter empfehlen. Habe mir nun den ersten Band gekauft: Eine ungeliebte Frau! Na mal sehen wie das Buch ist...

08.02.2011 16:43:19
Michael Winkelmann

Auch bei mir war es der erste Krimi von Nele Neuhaus. Ich fand ihn spannend und lesenswert und kann das Buch weiter empfehlen. Die Leser, die das Buch als zu konstruiert betrachten, werden sicherlich auch recht haben. Aber sind nicht alle Krimis und Romane irgendwie konstruiert?
Wichtig ist für mich, dass ein Buch unterhaltsam sein muss. Und Schneewittchen muss sterben ist es auf alle Fälle.

31.01.2011 18:16:23
Bio-Fan

Kitsch as Kitsch can - nahezu jede Plattitude ist erlaubt.

Eigentlich hatte ich schon nach der Lektüre von "Eine unbeliebte Frau" mit Frau Neuhaus abgeschlossen. Der unerwartete und plötzliche Erfolg von "Schneewittchen" hat mich dann doch neugierig gemacht. Die Lobeshymnen allerorten, auch hier auf der KC - bei nur wenigen Gegenstimmen - ließen vermuten, dass sich bei Nele Neuhaus was getan hat. Dem ist aber leider nicht so. Im Vergleich zum ersten Bodenstein/Kirchhoff-Roman ( die beiden mittleren kenne ich nicht) wartet "Schneewittchen" mit noch weniger Krimi und ebenso wenig Spannung auf. Zwischen Liebesleid und Liebesfreud drängt sich ganz verschämt ein Kriminalfall ab und zu an die Oberfläche. Die spannendste Frage auf den ersten 200 Seiten ist, ob Cosima von Bodenstein, des Kripochefs Angetraute, nun fremdgeht oder nicht. Im weiteren Verlauf erfahren wir, zu was für Dramen eine unerwiderte Liebe führen kann. Der Schluss versöhnt uns mit der Floskel: "Liebe gut, alles gut." Damit ist "Schneewittchen" hervorragend geeignet für eine Verfilmung im Rahmen der Heimatfilme in der ARD oder im ZDF.

Der Kriminalfall ist löchrig wie ein Schweizer Käse und so durchschaubar wie eine frischgeputzte Fensterscheibe - das ist auch gut so, denn die Kripo Hofheim sprüht nicht gerade vor Einsatzwillen, obwohl sie eigentlich sonst nichts zu tun hat. Da muss das wenige schon recht dick aufgetragen werden.

Übertreibung und Verstärkung sind ein beliebtes Stilmittel in der jüngeren Krimi oder Thriller-Geschichte geworden. Wir wissen ja, die Welt ist schlecht. Das BÖSE ist allgewärtig und manchmal kummuliert es an einem Ort zu einer bestimmten Zeit. Was aber in Altenhain am 6. September 1997 innerhalb weniger Stunden an Straftaten verübt wurde, geht wirklich auf keine Kuhhaut.

Nach der Lektüre von "Schneewittchen muss sterben" ist mir der Hype, den es ausglöst hat, noch rätselhafter.

21.01.2011 21:34:57
P. Fehse

Ich habe aus Zufall dieses Buch gekauft und war einfach nur begeistert von der Spannung. Ich mußte die letzten 200 hundert Seiten in eins durchlesen. Ich konnte das Buch nicht an die Seite legen und bis zum nächsten Tag warten. Einfach super spannend.Ich kann es einfach nur empfehlen, wenn jemand auf Spannung aus ist und viel Zeit zum lesen hat. Auch Nachts

13.01.2011 20:55:07
Daniela

"Schneewittchen muss sterben" war das erste Buch, das ich von Nele Neuhaus gelesen habe, da es sich um ein Weihnachtsgeschenk handelte. Obwohl ich es vom Titel her kannte und wusste, dass es in den Spiegel Bestsellerlisten einen hohen Rang erreicht hat, war ich vom Klappentext noch nicht sofort überzeugt.

Auf einem stillgelegten Flugplatz wird ein Skelett gefunden, wenig später wird eine Frau von einer Brücke gestoßen. Vor vielen Jahren verschwanden in Altenhain zwei Mädchen. Der verurteilte, mutmaßliche Täter kommt nach zehn Jahren wieder aus dem Gefängnis frei und erneut wird ein Mädchen in Altenhain vermisst... Alles klingt etwas verwirrend und kompliziert.

Doch kaum fängt man an zu lesen, ist man auch schon mitten in der Geschichte und die ist für ihre komplizierten Hintergründe, Intrigen und Machenschaften der Dorfbewohner von Altenhain dann doch sehr klar und strukturiert geschrieben.

Oliver von Bodenstein und seine Partnerin Pia vom K11 in Hofheim ermitteln wie auch schon bei den vorherigen Büchern von Neuhaus und decken Schritt für Schritt den Fall auf.

Die Kapitel sind klar strukturiert mit Datumsangaben und innerhalb der Kapitel werden Orts- und Personenwechsel klar durch Absätze und Sternchen voneinander getrennt. Dadurch verliert man nie den Überblick und lernt Seite für Seite die verschiedenen Personen und ihre Geschichte kennen. Da ist Tobias Sartorius, der nach zehn Jahren Gefängnis wieder zu seinem Vater nach Altenhain zurückkehrt. Die alten Freunde Nadja, Jörg und Michael, die Brüder Lars und Thies, der unter dem Aspergersyndrom leidet. Ihre Eltern - die Terlindens-, die durch ihr Unternehmen und ihr Kapital das Dorf wirtschaftlich und finanziell unterstützen. Der Kultusminister Georg Lauterbach und seine Ehefrau, die als Ärztin in Altenhain arbeitet...

Irgendwie haben alle etwas mit dem Verschwinden der Mädchen vor zehn Jahren zu tun und die neu nach Altenhain gezogene Amelie glaubt an Tobias Unschuld und möchte herausfinden was damals passiert ist. Doch dann verschwindet auch sie...

Je weiter man liest, desto mehr wird aufgedeckt, was damals wirklich passiert ist, doch desto komplizierter wird die ganze Geschichte auch. Nele Neuhaus versteht es allerdings gut, eine klare Linie im Buch zu halten. So bleibt die Spannung immer bestehen, ohne dass man vor lauter Überlegen und Zurückblättern als Leser auf der Strecke bleibt. Bald schon kennt man alle Dorfbewohner und lernt immer mehr über ihr wahres Leben und ihre persönlichen Interessen.

Ein wahnsinnig gutes Buch und den einen Punkt Abzug bekommt die Geschichte nur, weil es am Ende doch etwas zu verrückt und verwickelt wurde und ich das Gefühl hatte, das Ende hätte auch 100 Seiten früher mit etwas weniger Dramatik und Schicksal beendet werden können.

06.01.2011 15:34:35
stjerneskud

Mit Schwächen, aber doch lesenswert

Es war das erste Buch, das ich von Nele Neuhaus gelesen habe und dieser Krimi konnte mich auch nicht ganz für sie einnehmen. Der Prolog hatte mir noch am allerbesten gefallen, weil er Neugierde weckte und einen dazu bekam, die ganze Geschichte lesen zu wollen. Die weiteren kurzen Abschnitte konnten bei mir auch noch Interesse wecken und machten Lust auf mehr, aber dann kippte das Ganze. Das Dorf und seine Bewohner standen im Vordergrund und vor den Ermittlern wusste man Bescheid und deshalb war es wenig lesenswert sie bei der Arbeit zu begleiten. Das Rätsel um das Skelett war schnell gelöst und noch vor der 200. Seite fragte ich mich, warum ich noch über 300 Seiten lesen soll, denn es machte nicht den Anschein, dass noch etwas wirklich Spannendes geschehen würde. Es folgte ein Durchhänger und ich hätte gut und gerne das Buch beiseite legen können und lieber etwas anderes gelesen, aber halbgelesene Bücher rezensiere ich nicht und deshalb musste ich mich weiter voranarbeiten, um auch wirklich alle Details dieser Geschichte in Erfahrung gebracht zu haben. Wenigstens gefiel mir der Schreibstil so gut und die Geschichte ist auch wirklich gut erzählt so dass ich doch am Ball blieb. Leider blieb vieles vorhersehbar und manchmal blieb es fraglich, für was die Ermittler überhaupt benötigt werden. Andererseits wurden mir die Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein erst richtig sympathisch und die letzten Seiten gefielen mir so gut, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen wollte.

Gut, dass auf dem Cover der Aufkleber „Ein Taunus Krimi“ klebte, denn etwas typisch Taunus-haftes bekam ich nicht zu lesen und der Krimi hätte in jedem beliebigen kleinen Ort spielen können. Weniger als 500 Seiten wäre mehr gewesen und wenn die Geschichte anders erzählt worden wäre, hätte dies mehr Spannung und eine größere Lesefreude mit sich gebracht. Mir fällt es schwer dieses Buch jemanden weiterzuempfehlen, denn es war zwar recht gut, aber es fehlt ihm das gewisse Etwas. Wer noch keinen einzigen Band gelesen hat, dem empfiehlt es sich wohl eher mit dem Ersten zu beginnen um in die Reihe einzusteigen.

27.12.2010 11:01:52
Michi67

Schneewitchen muss Sterben ist zwar der 4 Teil der Reihe ,aber mein erstes und ich bin bekeistert .

Tobi kommt nach 10 Jahre Haft aus den Knast .. wegen 2 Fachen Mädchen Mord .

Ich hatte von Anfang an das Gefühl das was nicht Stimmen kann .

Ist Tobi unschuldig ???

Es ist Spannung bis zum Schluss ...
Ich hab mir Mord Freunde nun geholt
und bin richtig gepannt wie diese Buch ist

30.11.2010 14:47:31
horrorbiene

Schneewittchen muss sterben ist der vierte Teil einer Kriminalromanserie um die Kommissare Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein aus dem Main-Taunus-Kreis.

Eine Ermittlung führt die Kommissare Kirchhoff und von Bodenstein in das Dorf Althenhain. Eine Frau wurde von einer Brücke gestoßen. Die Kommissare finden heraus, dass es sich dabei um die Mutter eines kürzlich entlassenen mutmaßlichen Mörders zweier Mädchen handelt. Gegen diesen wird nun im Dorf eine regelrechte Hetzjagd veranstaltet. Als auch noch in der näheren Umgebung eine Leiche in einem Tank gefunden wird und in Althenhain erneut ein Mädchen verschwindet, wird der alte Fall erneut aufgerollt. Eine Ermittlung gegen die Uhr beginnt.

Dieser Krimi besticht durch seine vielfältigen Perspektiven. Man ermittelt nicht nur mit den beiden Kommissaren, sondern kann auch hinter die Kulissen schauen, wenn die Geschehnisse von diversen Dorfbewohnern geschildert werden. Dabei wird es an keiner Stelle unübersichtlich, an der es nicht gewollt ist.
Die Spannung ist durch den unterschiedlichen Kenntnisstand, den die verschiedenen Protagonisten haben – jedoch nicht immer preisgeben – konstant auf einem hohen Niveau.
Die persönlichen Hintergründe der Ermittler und auch der Dorfbewohner werden geschickt in die laufende Geschichte eingebunden und machen die Protagonisten somit ehrlich und fassbar. Gerade die beiden Ermittler sind durch diese Erzählweise sehr plastisch, authentisch und sympathisch, da sie nicht vollkommen dargestellt werden, sondern auch Schwächen zeigen. Doch gerade durch die vielfältigen Perspektiven stehen die Ermittler nicht ausschließlich im Fokus – da es zwei sind wäre das auch zu viel auf einmal – sodass aus dem Buch ein rundes Werk wird. Der Plot ist zwar vielschichtig, komplex und enthält mehrere Handlungsstränge, doch einige Details werden im Laufe des Geschehens aufgedeckt und die Auflösung des Falls ist schlüssig und für den Leser vollends befriedigend.
Es wird schön dargestellt, wie ein Dorf zusammenhalten kann... und doch ist es so wie bei einem Eisberg: Man sieht nur die Spitze, die Masse ist unter der Wasseroberfläche. Die Abgründe die sich hier auftun und die Vorstellung mancher, was als Kavaliersdelikt zu bezeichnen ist, sind erschreckend. Je mehr vom Eisberg ans Licht kommt, desto mehr Freude am Lesen hat man an diesem Krimi.

Dieser vierte Teil war der erste aus dieser Reihe, den ich gelesen habe. Dies war kein Problem, da auf vorige Fälle kein Bezug genommen wurde. Lediglich die Kommissare und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen zueinander wären noch plastischer gewesen, hätte ich die Vorgänger gelesen. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Fazit: Nele Neuhaus ist hiermit ein vielschichtiger, tiefgründiger und sehr spannender Kriminalroman-Geniestreich gelungen, der durch die vielfältigen Perspektiven und gut durchdachten Charaktere besticht. Man sollte vielleicht besser mit dem ersten Teil der Serie beginnen, doch auch Einsteigern in die Serie ist dieses Buch zu empfehlen.

29.11.2010 18:48:12
Chrisu

Tobias Sartorius kommt nach 10 Jahren Haft, wegen der Ermordung der Mädchen Laura und Stephanie - das Schneewittchen, in sein Heimatdorf Altenhain zurück.
Da erst erfährt er, dass seine Mutter und sein Vater sich scheiden haben lassen, die Wirtschaft seines Vaters es nicht mehr gibt und die Dorfbewohner über sein Auftauchen überhaupt nicht erfreut sind.
Und dann wiederholt sich das ganze Drama von damals. Wieder wird ein Mädchen, dass so aussieht wie Stephanie, das Schneewittchen, vermisst und Tobias als Täter verdächtigt. Aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.
Aber Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff gehen bei ihrer Recherche in die Vergangenheit und decken dadurch einige interessante Begebenheiten auf und es gelingt ihnen, den Täter bzw. die Täter zu eruieren.
Wieder ein Buch von Nele Neuhaus, das man unbedingt gelesen haben muss. Es gelingt ihr immer wieder, die Spannung auf den Höhepunkt zu bringen, der das ganze Buch durchläuft und am Ende den Sieg über das Böse aufdeckt.

18.11.2010 14:55:16
MrNice

Nach einer zehnjährigen Haftstrafe versucht der dreißigjährige Tobias Sartorius sich wieder in den Alltag einzufügen. Doch bereits beim Betreten seines Elternhauses muss er feststellen, dass nichts mehr ist, wie es mal war. Der Hof liegt brach, die einst gut besuchte Gaststätte ist schon seit langer Zeit geschlossen und seine Mutter hat sich schon vor Jahren von seinem Vater getrennt. Da seine Eltern ihm bei den Besuchen im Gefängnis immer eine heile Welt vorgespielt haben, ist der Schock umso größer als er feststellen muss, dass auch das Leben seiner Eltern in Scherben liegt. Dabei weiß Tobias selbst nicht so genau, was vor 11 Jahren eigentlich passiert ist, als zwei siebzehnjährige Mädchen einfach spurlos verschwanden. Doch die Beweise sprachen gegen ihn.

Jetzt hat er die Strafe abgesessen und ist zurück. Eine Welle des Hasses schlägt ihm entgegen und zu seinem Entsetzen scheint die Vergangenheit sich zu wiederholen, denn schon wieder ist ein Mädchen verschwunden ...

Dies ist bereits der vierte Band aus der Bodenstein / Kirchhoff-Reihe und zugleich mein Einstieg in ebendiese. Gut fand ich, dass ich beim Lesen nie den Eindruck hatte, dass mir aus den früheren Bänden etwas an Informationen fehlt.
Nele Neuhaus hat einen sehr flüssigen Schreibstil und genau der hat mich richtig gefesselt. Nach und nach lernt der Leser die Bewohner des Dorfes kennen und kann ungefähr nachempfinden, wie Tobias sich fühlen muss, diese eingeschworene Gemeinschaft gegen sich zu haben. Die Autorin hat es geschafft, ihre Charaktere so zu stricken, dass ich nicht mehr wusste, wem man noch trauen kann und wem nicht.

Die auf Amazon angegebene Seitenzahl von 400 Seiten stimmt nicht. Es sind 537 Seiten Spannung pur. Dieser Roman gehört für mich eindeutig zu den Krimi-Highlights in diesem Jahr. Die anderen Bücher aus der Reihe werde ich ganz bestimmt auch lesen.


Hier die Reihenfolge der Bände:

1. Eine unbeliebte Frau
2. Mordsfreunde
3. Tiefe Wunden
4. Schneewittchen muss sterben

07.11.2010 14:04:20
Lisann Breckheimer

Ich habe mit diesem Buch von Nele Neuhaus angefangen und erst dann festgestellt, dass es sich bereits um eine ganze Reihe handelt. Selten habe ich mich so gut unterhalten gefühlt, wie bei der Lektüre von "Schneewittchen muss sterben". Ein toller, spannender Plot, lebendige Charaktere, das Böse von Nebenan. Und nicht soviel Blut, Hirnmasse, ausgestochene Organe und zerhackte Körperteile wie man sie leider auch zunehmend bei deutschen Krimis immer wieder findet. Für mich ist Nele Neuhaus mit ihrem flüssigen, bildhaften Schreibstil die absolute Neuentdeckung dieses Jahres und ich freue mich jetzt riesig auf die Vorgängerbände von Schneewittchen. Danke, Frau Neuhaus, und weiter so! Ihre Bücher sind wirklich große Klasse!

21.10.2010 10:02:05
Herbert Wagner

Eine neue Gattung ist geboren: Der Lore-Kriminalroman

Nele Neuhaus macht es vor: man kann einen spannenden Krimi schreiben, der absolut hirnlos ist (und nebenbei noch die eine neue medizinsche Fachrichtung begründen s.u.).
Wie kann man dies schaffen?
Man denkt sich einen an sich spannenden Plot aus, denkt sich aus, wie man dies im Fernsehen rüberkommen lassen würde, schreibe erst das Drehbuch, schreibe dann das Drehbuch in einen Roman um.
Hierbei verwende man ein holzschnittartige Charaktere, stereotype Charaktere, simple Beschreibungen und erfülle die Erwartungen des Lesers von Groschenheftromanen. Dass man auch hölzern schreiben kann, beweist man dann in den meisten Passagen.
Ich bekam den Text in de Hände, da stand er noch nicht auf den Bestsellerlisten. Ich hab die ersten zehn Seiten gelesen und gedacht: so einen Stil tust du dir nicht an.
Dann bemerkte ich den Namen auf den Bestsellerlisten und schaute auch bei Aamazon nach. 176 Fünfsternebewertungen sollten doch nicht irren.
Ich habe mich noch einmal an den Text gesetzt, meine Verärgerung über den Stil heruntergeschluckt und weitergelesen. In der Tat fand ich die Handlung und deren Weiterführung spannend und fesselnd. Und trotzdem völlig uninspiriert und hirnlos.
Johannes Mario Simmel hat spannende Roman geschrieben. Im Vergleich zu Nele Neuhaus sollte man ihm posthum den Friedenspreis des deutschen Buchhandels verleihen.
Im übrigen muss man Frau Neuhaus zur Kreation einer neuen medizinischen Fachrichtung beglückwünschen. Ist ein Arzt für psychiatrische Kardiologie ein Synonym für den Arzt, der sich mit Liebeskummer beschäftigt?

21.10.2010 10:02:05
Herbert Wagner

Eine neue Gattung ist geboren: Der Lore-Kriminalroman

Nele Neuhaus macht es vor: man kann einen spannenden Krimi schreiben, der absolut hirnlos ist (und nebenbei noch die eine neue medizinsche Fachrichtung begründen s.u.).
Wie kann man dies schaffen?
Man denkt sich einen an sich spannenden Plot aus, denkt sich aus, wie man dies im Fernsehen rüberkommen lassen würde, schreibe erst das Drehbuch, schreibe dann das Drehbuch in einen Roman um.
Hierbei verwende man ein holzschnittartige Charaktere, stereotype Charaktere, simple Beschreibungen und erfülle die Erwartungen des Lesers von Groschenheftromanen. Dass man auch hölzern schreiben kann, beweist man dann in den meisten Passagen.
Ich bekam den Text in de Hände, da stand er noch nicht auf den Bestsellerlisten. Ich hab die ersten zehn Seiten gelesen und gedacht: so einen Stil tust du dir nicht an.
Dann bemerkte ich den Namen auf den Bestsellerlisten und schaute auch bei Aamazon nach. 176 Fünfsternebewertungen sollten doch nicht irren.
Ich habe mich noch einmal an den Text gesetzt, meine Verärgerung über den Stil heruntergeschluckt und weitergelesen. In der Tat fand ich die Handlung und deren Weiterführung spannend und fesselnd. Und trotzdem völlig uninspiriert und hirnlos.
Johannes Mario Simmel hat spannende Roman geschrieben. Im Vergleich zu Nele Neuhaus sollte man ihm posthum den Friedenspreis des deutschen Buchhandels verleihen.
Im übrigen muss man Frau Neuhaus zur Kreation einer neuen medizinischen Fachrichtung beglückwünschen. Ist ein Arzt für psychiatrische Kardiologie ein Synonym für den Arzt, der sich mit Liebeskummer beschäftigt?

08.10.2010 21:58:21
Michel

Frau Nele Neuhaus ist, schätze ich, Tatort Fan.(muss kein Prädikat sein, kann aber)
Das Buch ist erfrischend bodenständig, provinziell, auch deutsch.Es ist die Darstellung eines besser gestelltem, dörflichen Millieus nahe Frankfurts, samt Mord.Reisserrisches geht dem Buch völlig ab, es gibt eine Storyline, die sich mit den Menschen verwebt, deren Zeichnung sich, eigentlich auschließlich durch deren Lebensumstände äußert. Es gibt sympatischer Weise mal nicht übertriebene Charakterdarstellungen, die einem die Handelnden toleranzlos ins Hirn drücken wollen. Die Protagonisten darf man sich frei vorstellen, deren Probleme sind weltnah, ihre Reaktionen auch.
Mörder im Dorf kennt man? Macht nichts, man will wissen, wie nun alles zusammen hängt.Einziger Kritikpunkt, für mich, die Cliffhänger fangen nicht immer, oder es hätten auch weniger sein können. Der Spannungsbogen verläuft seicht, bleibt aber stets erhalten, man will es wissen...

28.09.2010 14:48:44
koepper

Mein erster Neuhaus. Vorneweg, das Buch hat mir gut gefallen. Eindringlich schildert Neuhaus die beklemmende Enge einer Dorfgemeinschaft, die sich eingeschossen hat auf einen ExKnacki. Tobias, der aus dem Knast kommt und in sein Heimatdorf zurückgekehrt nachdem er elf Jahre gesessen hat. Damals waren zwei junge Frauen verschwunden und Tobias auf Grund von Indizienbeweisen verurteilt worden.
Eine weiteres Mädchen wird vermisst und die Ermittler Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein haben alle Hände voll zu tun, Licht in den Dschungel der vielen Verdächtigen zu bringen. Viele Dorfbewohner kommen im Laufe der flüssig erzählten Geschichte für die Verbrechen in Frage. Neuhaus gelingt es den roten Faden der komplexen Handlung fest in der Hand zu halten und den Leser durch das Gestrüpp der Verdächtigungen und Motive zu führen ohne den Überblick zu verlieren.
Natürlich fließen auch die privaten Belange von Kirchhoff und von Bodenstein in die Geschichte ein und nehmen gerade den richtigen Raum ein, so dass die Spannung jederzeit erhalten bleibt. Die vielen Szenenwechsel sind gut getimt. Das führt dazu, dass ich den Krimi in einem Rutsch durchgelesen habe und mich von Anfang bis zum Ende gut unterhalten wurde. Für mich folgt eine Fortsetzung der Reihe um Kirchhoff und von Bodenstein.

09.09.2010 15:33:24
Koffeinfrei

Das Buch habe ich in einem Rutsch (auch dank Urlaub) gelesen. Es hat mir sehr sehr gut gefallen, lässt sich zügig lesen, ist gut und vor allem spannend aufgebaut und lässt bis zum Schluss nicht einen Moment nach. Der Schauplatz ist ein beschauliches Örtchen, das Thema ganz und gar nicht beschaulich. Es geht um Lug und Betrug der ziemlich hinterhältigen Art. Da ich die Zeit hatte und durchlesen konnte, hat es mich nicht gestört, dass sehr viele Personen in den Fall verwickelt sind. Ansonsten könnte man leicht den Überblick verlieren, aber auch hier lässt Frau Neuhaus den Leser nicht im Stich. Durch schlüssige und nachvollziehbare Beschreibungen der Handlungen und Personen bleibt man immer am „Ball“.

31.08.2010 00:35:09
Theatermichel

Ein wirklich guter Krimi, den Nele Neuhaus da geschrieben hat, flotter Schreibstil, interessanter Plot, Spannung pur. Aber über 500 Seiten - muss diese Fettleibigkeit wirklich sein? Muss dieses Knäuel an Motiven und Charakteren tatsächlich noch mit einer Unmenge an morschen Beziehungskisten, dienstlichen Verfehlungen, Abrissverfügungen u. v. m. gewürzt werden? Da ist der Weg zum Verwürzen nicht mehr weit, und der Leser verliert in dem Maße den Überblick, wie die Autorin ihrer Erzähllust nicht mehr Einhalt gebieten kann. Wo sind die Krimis geblieben, die man noch an einem Abend bei einer Flasche Wein genießen konnte? Wenn bei "Schneewittchen" der Faden nicht reißen soll, bleibt man am besten drei Tage abstinent und dröhnt sich mit starkem Tee zu. Man könnte natürlich auch wieder mal die Bücherkiste vom Speicher holen, die dort vor 35 Jahren hinaufgewandert ist, randvoll mit Krimis von Rex Stout, Ed McBain, Hansjörg Martin und Friedhelm Werremeier - alle fein im Ein-Abend-Format geschrieben ...

10.08.2010 14:09:32
anyways

Das Hofheimer K11 ermittelt unter der Leitung von Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in einem versuchten Totschlag. Eine Frau wurde von einer Fußgängerbrücke auf die darunter liegende Straße gestoßen, neben den schweren Verletzungen der Frau ist ein Toter unter den Autofahrern zu beklagen. Das Opfer, Pia Cramer, wird ins Krankenhaus gebracht und Kirchhoff und Bodenstein machen sich auf den Weg nach Altenhain um deren Ex-Mann von dem Vorfall zu unterrichten. Hartmut Sartorius lebt auf einem runter gewirtschafteten Hof mit angrenzender Gaststätte, die ebenfalls schon seit Jahren geschlossen ist. Bei ihrer Ankunft lernen die beiden Beamten auch Tobias Sartorius kennen, der gerade erst aus eine 11jährigen Gefägnissstrafe in sein Heimatdorf zurückgekehrt ist. Von Anfang an interessiert sich Pia für seine Geschichte. Tobias ist vor 11 Jahren aufgrund eines Indizienprozesses verurteilt worden zwei 17jährige Mädchen ermordet zu haben. Während des Prozesses hat er aber immer wieder beteuert einen Filmriss zu haben, und sich deshalb nicht an die Ereignisse in jener Nacht erinnern kann. Pia lässt sich die alten Akten bringen und ermittelt nebenbei. Kurze Zeit später überschlagen sich die Ereignisse, erst wird das Skelett eines Mädchens auf einem stillgelegten Militärflugplatz gefunden und dann verschwinden auch noch wichtige Zeugenaussagen aus den alten Ermittlungsakten um den Fall Sartorius. Bei der Obduktion der menschlichen Überreste stellen die Pathologen fest, dass es sich um eines der vor 11 Jahren verschwundenen Mädchen handelt. Dann verschwindet wieder ein 17 jähriges Mädchen aus Altenhain, fatalerweise ähnelt sie einem der früheren Opfer, denn auch sie ist weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz. Die Einwohner des Dorfes mobilisieren sich, denn ein Täter ist viel zu schnell ausgemacht…





Der Autorin gelingt mit der Schilderung der Dorfgemeinschaft Altenhain die düstere, klaustrophobisch anmutende Geschichte um die mafiaähnlichen Strukturen innerhalb dieser Gemeinschaft. Das Ermittlerduo wirkt sympathisch und man nimmt auch an deren Leben außerhalb des Falles teil.

Einziges Schwächen dieses Krimis sind die schlecht recherchierten medizinischen Fachausdrücke (vielleicht war es aber nur ein Schreibfehler), die Tatsache dass der fast 50 jährige Bodenstein schon zwei erwachsene Kinder (um die 25 Jahre) sowie noch ein Kleinkind mit seiner Ehefrau hat. Es ist nicht ganz auszuschließen aber auch sehr untypisch und wirkt dadurch unglaubwürdig. Ebenfalls purzelt ab und an die chronologische Zeitabfolge durcheinander das fällt im letzten Drittel des Buches besonders auf. Alles in allem aber ein solider Krimi mit vielen Wendungen, den Leser auch über das gesamte Buch zu fesseln vermag.

06.08.2010 20:43:11
buscher

Ein prima Buch. Keine Seite ist verschenkt, keine Seite überflüssig. Immer wenn man denkt, dass die Lösung doch allzu einfach gestrickt erscheint, gibt es eine Wendung. Sogar die etwas langweilige Gegend um den Taunus herum stört nicht, auch wenn der Verlag mit dem Hinweis " Taunuskrimi" wirbt. Soll er machen, denn dem Buch sind viele Leser zu wünschen.

01.08.2010 19:23:54
DianeW

Hab gerade das Buch beendet - einfach super! Das ist wirklich das Beste von Nele Neuhaus. Auch die ersten Bücher waren schon gut, aber die Steigerung von Band zu Band ist da. Die Personen sind mittlerweile so gut bekannt, dass die privaten Handlungsstränge überhaupt nicht stören, sondern die Hauptakteure noch "menschlicher" und "bekannter" machen. Die Geschichte um Tobias Sartorius und seinem Heimatdorf ist spannend und sehr komplex. Bis zum Schluß, weiß man fast nicht wer der wahre Täter ist. Nachdem ich selber in einem kleinen Dorf groß geworden bin, kann ich mir sogar vorstellen, dass so eine Geschichte möglich ist.Ich freue mich auf die nächste Geschichte mit Pia und Oliver.

28.07.2010 10:39:36
Claudia Schmitt

Habe das Buch innerhalb von 3 Tagen ausgelesen. War super spannend geschrieben. Ich kenne die Bücher von Nele Neuhaus erst seit 6 Wochen, wurden mir von einer Freundin empfohlen. Habe alle ihre Werke in dieser Zeit gelesen. Kann man nur weiterempfehlen. Ich kann auch nicht sagen welches Buch am besten war, ich fand sie alle gut.

17.07.2010 16:09:29
Dieter_55

Dieser Thriller von Neuhaus ist äußerst spannend und fesselnd. Und obwohl hier eine Menge Personen vorkommen, behält man doch die Übersicht.
Ein wenig erinnert er mich an die alten Whodunit-Krimis, bei denen der Leser von Anfang an einen bestimmten Personenkreis als Verdächtige ausmachen kann, sich aber nie ganz sicher sein kann und es dann doch anders ist, als man vermutet.
Geschickt platziert sind auch gerade gegen Schluss des Buches die "Cliffhanger", die immer wieder die Neugier des Lesers provozieren und somit dazu beitragen, das Buch nicht so schnell aus der Hand zu legen. Für diese 500 Seiten benötigt man nicht allzu lange.

13.07.2010 12:33:23
Mensch der Buecher liebt

Dies ist der 4 Taunus Krimi der Schriftstellerin Nele Neuhaus und der zweite den ich gelesen habe. Er hat mir um einiges besser gefallen als "Eine unbeliebte Frau", da in diesem Roman viel mehr Figuren waren und man sehr leicht den Überblick verlieren konnte. Bei "Schneewittchen" jedoch ist das ganz anders. Die Story ist gut und knifflig, geschrieben ist es flüssig und an einigen Stellen werden Seitenhiebe an das Dorfleben ausgeteilt. Außerdem wohne ich im Taunus und kann praktisch die Orte, um die es in dem Buch geht, besichtigen wenn ich wollte...
Insgesamt muss ich sagen: Ein hervorragender Krimi, flott und locker geschrieben und außerdem:
Großes Kompliment an Frau Neuhaus! Sie haben sich sehr gesteigert!!!

FAZIT: Unbedingt empfehlenswert.

10.07.2010 13:22:57
subechto

Wollte Schneewittchen die Liebe des Prinzen nicht erwidern
...und musste deshalb sterben?

Der neue Taunus-Krimi von Nele Neuhaus "Schneewittchen muss sterben" beginnt mit einem Prolog, der dies vermuten lässt. Wurde Tobias Sartorius demzufolge zu unrecht verurteilt, für die Ermordung von Laura Wagner und der ebenfalls siebzehnjährigen Schneeberger, die beide vor elf Jahren spurlos verschwanden?
Letztere sah nicht nur aussah wie Schneewittchen, sondern sollte diese Rolle auch in einer Theateraufführung an ihrer Schule spielen.

Dennoch kehrt Tobias nach Verbüßung einer zehnjährigen Haftstrafe in sein
Elternhaus nach Altenhain zurück, einem dörflichen Stadtteil von Bad Soden am
Taunus. Bestraft wurden aber auch seine Eltern: ihre Ehe zerbrach, die
Gaststätte musste geschlossen werden, weil die Gäste ausblieben und der ehemals stolze Hof zerfiel.

Schneewittchen ist nicht die einzige Leiche, die in diesem Kriminalroman
vorkommt. An einem trüben Novembertag finden Arbeiter auf dem ehemaligen Eschborner Militärflughafen ein Skelett, wenig später wird eine Frau von der Fußgängerbrücke über der Limesspange bei Sulzbach gestoßen...

Königstein, Sulzbach, Altenhain und Eschborn sind die Schauplätze des neuen Kult-Krimis der Kelkheimer Autorin. "Schneewittchen muss sterben" ist der 4. Fall für Oliver von Bodenstein & Pia Kirchhoff. Sicherlich ist es die ganz
spezielle Mischung aus Thriller gepaart mit Lokalkolorit und peppiger Sprache,
die den Erfolg von Nele Neuhaus weit über die Grenzen des Taunus ausmachen.

Da ich selbst im Taunus lebe, gehört Nele Neuhaus bereits seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsschriftstellerinnen. Ich habe alle ihre Krimis gelesen (damals noch im Selbstverlag) und mich stets gut unterhalten gefühlt. Seitdem
hat sich die Autorin weiterentwickelt, so dass mir auch der neue Roman wieder
viele spannende Lesestunden beschert hat. DANKESCHÖN:-)

09.07.2010 09:19:21
Simone Schreiber

Nele Neuhaus hat es auch in ihrem neuen Krimi wieder geschafft, die Leser bis zur letzten Seite in die Geschichte mit einzubeziehen und miträtseln zu lassen. Man kommt in die Versuchung das Buch in einem Rutsch durchzulesen und alles andere um sich herum zu vergessen. Die Story ist spannend, die Orte wechseln ständig und die Personen haben einen ganz persönlichen Touch, sodass man immer das Gefühl hat, man spielt selbst eine Rolle in dieser Geschichte. Toll finde ich auch die sprachliche und stilistische Umsetzung von Schneewittchen, bei der sich Nele Neuhaus viel Mühe gegeben hat. Insgesamt ein Krimi, der sich sehr zu lesen lohnt und sicher eine 1+ verdient hat. Mein Tipp: unbedingt lesen. Hoffentlich war es nicht der letzte Fall, denKirchhoff und Bodenstein zusammen lösen...

06.07.2010 21:28:48
Ulrich Hefner

Hallo Nele,

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg. Bereits als ich vor ein paar Jahren "Unter Haien" las, wusste ich, da kommt eine ganz GROßE und ich wunderte mich, dass auf dem Buch MV stand und nicht Piper, Fischer, Ullstein, Heyne, Bastei oder Goldmann.

Deine Romane sind echte Pageturner und Spannung pur. Unter Haien hat mir damals den Schlaf geraubt und mit deiner Serie geht es gerade so weiter.

Ich wünsch dir weiter solche Ideen und freue mich für dich. Da wir etwa zur selben Zeit vollkommen unabhängig voneinander mit den ersten Erfolgen starteten, ist es schön, dass der deutsche Krimi/Thriller endlich einen großen Schritt nach vorne macht und endlich konkurrenzfähig ist.

Wer weiß, vielleicht trifft man sich ja mal bei einer Lesung ...

06.07.2010 11:03:15
Henrike Verges

Schneewittchen muss sterben - endlich wieder einmal ein lesenswerter Krimi, sprachlich, stilistisch und inhaltlich ein wahrer Genuss! Glückwunsch an die Autorin Nele Neuhaus, der es gelungen ist, sich von Buch zu Buch zu steigern.

Wer kaputte Typen und viel Blut erwartet, ist mit diesem Buch nicht richtig bedient, es ist eher die unterschwellige Spannung, die einen dazu bringt, den 500 Seiten starken Krimi nicht mehr aus der Hand legen zu wollen.

Tolle, lebensechte Charaktere, vor allen Dingen Hauptkommissar Bodenstein hat an Profil gewonnen. Ihm passiert, was vielen Menschen heutzutage passiert, er ist nicht mehr so perfekt wie in den Vorgängerbänden. Und die Tatverdächtigen und Täter sind ganz normale Menschen, keine Psychopathen, sondern Leute, die es zu etwas gebracht haben im Leben und die die Fehler aus ihrer Vergangenheit mit allen Mitteln zu verbergen suchen.

Ein rundum gelungener spannender und berührender Krimi, nein, mehr als das, beinahe schon ein Gesellschaftsroman! Danke, Nele Neuhaus, für das wunderbare Lesevergnügen - ich warte gespannt auf mehr!

05.07.2010 23:58:38
Nomadenseele

Nele-Neuhaus-Krimis kommen mir immer recht simpel vor: Man verdächtige den wohlhabendsten Protagonisten und hat den Täter (oder in dem Fall die Täter). Leistungsträger scheinen der Autorin (wie auch bei Herrmann) grundsätzlich verdächtig zu sein und wer sich ein – Vorsicht Spoiler – ein Loft im Westhafen von Frankfurt leisten kann, muss zumindest als Psychopath gelten. Geht schließlich nicht, dass unschuldige, geistig gesunde Menschen dort leben, wo die Autorin vor Neid vergeht – alles Verbrecher….

Und nein, mir bekannte Bankdirektoren fahren etwas seriösere Autos als Ferrari (mag deren Alter geschuldet sein), Jaguar und Maserati sind zurückhaltender und auch nicht billig.

Auch ansonsten ist mir das Buch zu voll geraten:
Einer der Ermittler hat eine ernsthafte Ehekrise, wie in mittelklassigen Action-Filmen steigt das Wasser in Kellern, in denen sich Gefangene aufhalten. Und so taugt das Buch auch wenig dazu, sich über Schuld und Sühne und über die Verschleppung letzterer Gedanken zu machen.

Fazit:

Ich empfehle der Autorindringend, während der Schreibphase keine billigen Krimis zu sehen; ich kam mir teilweise vor wie in einem B-Movie. Aber unterhaltsam war es.

05.07.2010 12:22:25
Vera

Vorab muß ich sagen, daß es mein erstes Buch von Nele Neuhaus ist, aber ganz bestimmt nicht das letzte. Noch heute werde ich in die nächste Buchhandlung gehen und mir die Vorgänger kaufen bzw. bestellen. Ich bin erst auf Seite 150 und freue mich sehr, wenn ich das Buch nachher wieder in die Hand nehmen kann. Mir gefällt der Stil, die Beschreibung der Charaktere und die immer wieder kurzen Hinweise auf mögliche Verdächtige. Ich bin sehr gespannt, wer am Ende der "Böse" ist und freue mich schon auf die anderen Bücher.
Vera

04.07.2010 12:05:28
Nico

Wie alle Nele Neuhaus Krimis, super! Von der ersten bis zur letzten Seite wird es nicht langweilig. Bodenstein und Kirchhoff sind ein tolles Team und einfach nett zu lesen, und auch die persönlichen Probleme der beiden passen gut ins Bild und machen es zu einem richtig guten "Gesamtpaket".
Bitte mehr davon...

30.06.2010 11:16:04
buecherleben

Hochspannung bis zum Ende!

Für mich ist es der erste Fall des Ermittler-Duos von Bodenstein/Kirchhoff.

Das Buch beginnt mit einem Prolog in welchem der Leser erfährt, dass ein vermutlich kranker Mensch mit einer weiblichen Leiche spricht und diese -als Schneewitchen versteckt- "aufbewahrt". Diese Thematik ist nicht ganz neu, dennoch sehr spannend geschildert.

Dann ein Schwenk in das Jahr 2008, hinein in die Szene einer Haftentlassung, wo der Leser einen ersten Hintergund zu späteren Hauptfiguren erfährt. Später dann auch das Kennenlernen der ermittelnden Kommissarin Pia Kirchhoff, welche sich gerade mit einem Skelettfund beschäftigen muss.

Der Krimi ist auch eine Studie und Spiegelbild unserer Gesellschaft wie schnell durch Halbwissen, Klatsch und Tratsch Vorurteile und (falsche) Meinungen gebildet werden. Und oft eben zu Unrecht. Die Charaktere der Geschichte sind sehr detailliert und genau herausgearbeitet, der Lokalkolorit des Main Taunus Kreis samt Landschaft kommt hervorragend zur Geltung. Das Profil der massgeblichen Personen kommt keineswegs zu kurz und sind wohltuend realistisch und mitten aus dem Leben gegriffen. Hier werden nicht dramatische Probleme erfunden um die Helden als nicht so glatt darzustellen. Da macht es neugierig zu lesen wie sich die Autorin bei einer Schilderung von Bodensteins einem etwas altmodischen Vergleich seines Charmes mit Cary Grant bemüht. Die Autorin beherrscht erstklassig den Cliffhanger und die rasante Erzählweise lässt den Leser das Buch geradezu verschlingen.

Neuhaus traut sich einiges zu und bringt viele Geschichtsstränge ins Spiel. Aber: sie schafft es, alle Fäden zusammen zu bringen, verliert nie die Übersicht. (und der Leser dadurch auch nicht) Sie gibt Ihrer Leserschaft immer nur einen kleinen Teil der Lösung preis, baut aber gleichzeitig neue Rätsel auf. Dies geschieht nie wirr und der Leser wird nie überfordert. Die Autorin legt dabei viele Fährten aus, praktisch jeder Drofbewohner ist verdächtig der wahre Täter zu sein, oder sind es gar mehrere? Jeder ist mit Jedem vernetzt und auf die eigenen Vorteile aus. Man leidet mit Tobias und kann selbst die Wut spüren: auf soviel Ungerechtigkeit und Hinterhältigkeit sowie Lug und Trug. Dazu die stete Spannungssteigerung durch die Szenen in denen Sartorius auf Freunde und Leute aus seiner Vergangenheit trifft. Wollen sie ihm wirklich helfen? Oder überwachen und kontrollieren? Wer meint es ernst und benutzt ihn nicht als Spielball seiner eigenen Interessen und Vertuschungen?

Gegen Mitte des Kriminalromans gibt Neuhaus dann Stück für Stück Lösungen frei ohne die Spannung rauszunehmen, der Leser fängt langsam an zu verstehen. Die persönlichen Tragödien der Opfer und Täter bergen neben der Krimihandlung eine eigene Handlung und gehen einem nahe, aus welchen (teilweise niederträchtigen) Motiven und Schicksalen Lügen und Taten begangen werden.

Dieser Kriminalroman ist ein echtes Sahnestück. Neben kompromissloser Spannung stellt er - ohne zu beschönigen- die Abgründe und Tragödien unserer Gesellschaft hinter sogenannten heilen Fassaden dar. Und weil es eben ohne Übertreibung geschrieben ist, ist es glaubhaft und (leider) sehr nah an mancher Realität. Fesselnd bis zum Ende!

26.06.2010 17:07:39
C. Busch

Mit Spannung habe ich diesen vierten Krimi des Ermittlerduos Oliver Bodenstein und Pia Kirchhoff erwartet. Und - er hat meine Erwartungen übertroffen.

Vor mehr als vier Jahren ist mir die Autorin schon aufgefallen. Ihr Schreibstil ist einfach absulut genial. Jeder Krimi hat ein gänzlich anderes Thema. Aber immer bleibt sich die Autorin treu in ihren wunderbaren Beschreibungen der ganzen Handlungen, Örtlichkeiten und Personen.

Ein Prolog führt in die Geschichte ein. Allerdings läßt die Autorin nicht erkennen, um welche Personen es sich dabei handelt bzw. zu welchem Zeitpunkt sich die Handlung zugetragen hat. Alles wirkt erst einmal ziemlich geheimnisvoll, man ahnt schon, dass sich ein Verbrechen zugetragen haben könnte.

Der Krimi selbst beginnt dann mit mehreren parallelen Handlungssträngen, um die einzelnen Personen der Geschichte einzuführen. Noch weiß der Leser nicht, wer hier mit wem etwas zu tun hat, trotzdem ist es für den weiteren Handlungsablauf wichtig, schon etwas über die beteiligten Personen zu erfahren. Man findet schnell die einzelnen Charaktere sympatisch oder unsympatisch.

Zum Anfang des Romans:

Ein junger Mann kommt nach einer verbüßten Haftstrafe (Mord an jungen Mädchen) in seinen Heimatort zurück. Die Dorfgemeinschaft hält zunächst zusammen und möchte ihn gemeinsam wieder loswerden. Ein Ermittlerduo (mit eigenen privaten Problemen, die einen Roman schon füllen könnten) kümmert sich um den Fall.

Schon früh stellt man als Leser Vermutungen an, wer tatsächlich die vermeintlichen Morde begannen haben könnte. Doch durch immer wieder neu gelegte Hinweise der Autorin ändern sich die Vermutungen mit jeder Seite.

Die verschiedenen Handlungsstränge werden absolut gekonnt aneinandergereiht. Meist hört ein Kapitel im spannensten Moment auf, um eine Handlung, die zur gleichen Zeit stattfindet weiter zu beschreiben. Mit Spannung liest man weiter, man möchte ja erfahren, was zuvor nur angedeutet wurde. Oftmals ahnt man schon, was kommen könnte, doch die Überraschung ist groß, wenn sich ein neues Detail ergibt.

Mitunter bekommt man Mitleid mit einigen Personen. Manche würde man aber auch einfach nur die Pest an den Hals wünschen.

Allein die Beschreibung der Örtlichkeiten und der einzelnen Charaktere machen diesen Krimi lesenswert. Man fühlt sich buchstäblich in die Handlung hineinversetzt und hört mitunter die einzelnen Geräusche, riecht die beschriebenen Düfte und fühlt sich mitten im Geschehen. Die beschriebenen Orte und Personen kann man sich bildlich vorstellen und mitunter "erkennt" man Personen des öffentlichen Lebens oder aus dem weitläufigen Bekanntenkreis wieder. Gewollt oder unbewusst ? Die Ortsumgebung, der Taunus mit seinen Städten und Gemeinden sind Realität. Als Leser aus dem Taunus erkennt man vieles wieder und freut sich darüber, nicht umsonst erfreuen sich immer mehr "Heimatkrimis" großer Beliebtheit.

Die einzelnen Details von Örtlichkeiten und Handlungen sind perfekt beschrieben. Hier wurde sicherlich viel recherchiert und sehr viel Wert auf die Richtigkeit bestimmter Beschreibungen gelegt.

Gerade weil das Buch so schön geschrieben wurde und sich wunderbar liest, verdient es nicht, verschlungen zu werden. Man kann sich wirklich einige Abende mit den über 500 Seiten gönnen.

Bitte noch viele weitere Taunus-Krimis von Nele Neuhaus.

23.06.2010 16:19:47
Charlotte.Larsson

Gespannt habe ich auf den neuen Nele-Neuhaus-Krimi gewartet, den mittlerweile 4. Fall für ihr Ermittlerduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein, die mir mittlerweile wirklich ans Herz gewachsen sind. Das Warten hat sich gelohnt! Die Autorin wird sich mit ihrem neuesten Buch meiner Meinung nach an der Spitze der deutschen Krimiautorin etablieren - denn es ist noch besser als der Vorgänger Tiefe Wunden.

Zum Buch: Nach Verbüßung seiner Haftstrafe kehrt der zweifache Mädchenmörder Tobias Sartorius in sein Heimatdorf Altenhain zurück und muss feststellen, dass auch das Leben seiner Eltern in Trümmern liegt. Die Gaststätte des Vaters ist geschlossen, die Eltern sind geschieden. Das Dorf empfängt ihn mit offener Abneigung. Als wenig später wieder ein siebzehnjähriges Mädchen verschwindet, steht für die Dörfler sofort fest, wer dahintersteckt und es beginnt eine wahre Hexenjagd. Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver von Bodenstein haben in diesem Band nicht nur mit dem eigentlichen Kriminalfall zu kämpfen, sondern auch mit Schwierigkeiten in ihrem Privatleben.

Nele Neuhaus erzählt eine bedrückende Geschichte, die unter die Haut geht und einen auch lange nach der Lektüre nicht loslässt, denn genau so kann es sein, in einem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt. Es gelingt der Autorin mühelos, den Spannungsbogen auf über 500 Seiten zu halten, und auch, wenn man immer glaubt, das Ende der Geschichte bereits zu erahnen, so muss man erstaunt feststellen, dass nichts ist wie es scheint. Und die Figuren leben! Tatsächlich kam es mir so vor, als würde ich diese Menschen kennen, leibhaftig vor mir sehen. Die Figurenzeichnung ist eine der ganz großen Stärken von Nele Neuhaus. Zusammen mit ihrem flüssigen, erfrischend adjektiv-armen Schreibstil, den relativ kurzen Kapiteln und gekonnten Cliffhangern ist dieses Buch ein Lesevergnügen der allerbesten Art. Die Schwächen ihrer ersten Bücher hat die Autorin hinter sich gelassen, und ich wage zu behaupten, dass ihr mit "Schneewittchen muss sterben" der ganz große Durchbruch gelingen wird. Selten habe ich ein so fesselndes Buch gelesen, das gänzlich ohne übertriebenes Blutvergießen auskommt und ich gebe zum allerersten Mal volle 100°. Mein Buch des Jahres, zweifellos.