Tödlicher Mittsommer

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Forum, 2008, Titel: 'I de lugnaste vatten', Seiten: 313, Originalsprache
  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2010, Seiten: 384, Übersetzt: Dagmar Lendt

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Peter Kümmel
Ein neuer Farbtupfer in Schwedens Krimilandschaft

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jun 2010

Die Schärenlandschaft vor Stockholm mit ihren unzähligen Inseln bildet die Kulisse für den Roman Tödlicher Mittsommer der Newcomerin Viveca Sten. Die Insel Sandhamn ist eine Idylle für ihre wenigen Bewohner und für die zahlreichen Touristen im Sommer. Getrübt wird diese heile Welt, als die Leiche eines Mannes angespült wird.

Kriminalkommissar Thomas Andreasson wird mit den Ermittlungen beauftragt. Er kennt sich bestens auf den Inseln aus, besitzt er doch selber ein Ferienhaus im Schärengarten. Zudem war er jahrelang bei der Wasserschutzpolizei tätig. Thomas freut sich sogar, nach Sandhamn zu kommen, denn dort wohnt seine gute Freundin Nora Linde mit ihrem Mann Henrik und ihren beiden Jungs Simon und Adam. Thomas und Nora kennen sich bereits seit Kindertagen. Ihre Freundschaft blieb über Jahre bestehen und Thomas übernahm Simons Patenschaft. Thomas findet nach einem Schicksalsschlag erst langsam wieder ins Leben zurück. Nach dem plötzlichen Kindstod seiner kleinen Tochter zerbrach auch seine Ehe.

Seine Tätigkeit auf Sandhamn scheint jedoch nur von kurzer Dauer zu sein, denn so wie es aussieht, ist der Tote, der als Krister Berggren identifiziert wird, das Opfer eines Unfalls geworden. Spuren von Gewalteinwirkung sind nicht feststellbar. Allein ein um seine Brust geschlungenes Seil gibt Rätsel auf. Berggren war alleinstehend und hatte außer seiner Cousine Kicki keine Angehörigen.

Zwei Wochen später hat Thomas Andreasson überraschenderweise bereits seinen nächsten Einsatz auf Sandhamn. Dieses Mal wurde die Leiche einer Frau gefunden. Als bekannt wird, dass es sich bei dem Opfer um Kicki Berggren handelt, wird plötzlich auch der erste Todesfall wieder zum Thema. Unklarheit herrscht nach der Obduktion über die Todesursache. Weder die Vergiftung durch Rattengift noch die Kopfverletzung allein führten direkt zum Tod.

Mit einem sympathischen Protagonisten den Leser binden

Schwedische Kriminalromane zeichnen sich oft dadurch aus, dass nicht die Tat im Mittelpunkt steht, sondern der Ermittler. So auch bei Viveca Sten, die in ihrer Heimat bereits drei Romane mit Kommissar Thomas Andreasson veröffentlichen konnte. Mit einem sympathischen Protagonisten den Leser binden, dieses Erfolgsrezept hat schon oft gefruchtet. Die Grundlage dazu hat die Autorin gelegt. Und hat noch dazu den Schauplatz von der Großstadt ist die Idylle verlegt, was dem Leser freundliche Urlaubs-Atmosphäre beschert.

Die Todesfälle selber und die Ermittlungen beginnen wenig spektakulär. Die Polizei tappt bezüglich Todesursachen und Motiven lange Zeit im Dunklen, der Leser weiß nur wenig mehr. Befragungen und Routineüberprüfungen bringen nicht wirklich weiter. Anders als die Polizei weiß der Leser eines Kriminalromans jedoch, dass der Täter zu 99% unter den Dramatis personae zu suchen ist. Und dieser Personenkreis ist ungewöhnlich klein.

Da sowohl Nora als auch die liebenswerte ältere Nachbarin kaum als Täter in Frage kommen, drängt die Autorin dem Leser Noras Mann Henrik geradezu als Verdächtigen auf. Nach außen hin braver Familienvater wirkt er auf den Leser als sturer Egoist, für den die Seglerleidenschaft im Vordergrund steht. Noras große Chance auf einen beruflichen Aufstieg, der einen Umzug für die Familie zur Folge hätte, blockt er rigoros ab. Und Nora beginnt, am Fortbestand ihrer Ehe zu zweifeln.

Erst spät können Verbindungen zwischen den Toten sowie der Insel Sandhamn geknüpft werden, Tatverdächtige müssen jedoch schnell wieder von der Liste gestrichen werden. Die letzten 50 Seiten entschädigen dann für fehlende Spannung auf den vorgehenden und die überraschende Auflösung hatte wohl niemand auf der Rechnung.

So wie der berühmte rote Farbtupfer auf den Covern von schwedischen Krimis - oft durch ein Holzhaus dargestellt, dieses Mal in Form eines Ruderbootes - hat auch die schwedische Krimilandschaft durch Tödlicher Mittsommer wieder einen neuen Farbtupfer erhalten. Ohne wirklich aufzufallen, bietet der Roman sympathische Charaktere sowie gute und gegen Ende hin auch spannende Unterhaltung in angehmer Atmosphäre. Ein vielversprechender Beginn für eine neue Reihe.

Tödlicher Mittsommer

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Letzte Kommentare:
08.03.2017 22:42:21
Ingelore Adam

Tolles Buch,tolle Autorin,macht große Lust auf mehr u.auf Sandham.Ich las alle Bücher dieser wunderbaren Autorin und freue mich schon riesig auf das neueste Buch von Viveca Sten.Gern würde ich ihr einmal einige Zeilen schreiben.Leider weiß ich die Adresse nicht.Im letzten Juli wollte ich nach Stockholm fliegen und von dort aus, einen Tag die Insel Sandham besuchen.Leider bin ich krank geworden,so dass ich den Besuch aufschiieben mußte.Ich hab auch alle Filme der "Mttsommer-Serie gesehen.Die Insel muß wunderschön sein.Ich hoffe sehr,dass ich Sandham noch kennenlernen kann,denn ich binnicht mehr die jüngste.Herzliche Grüße an Frau Sten.

04.02.2016 17:45:01
trafik

Es war mein erstes Buch von der schwedischen Autorin Viveca Sten.
Ich fand diesen Krimi sehr gelungen. Die Hauptdarsteller sind total sympatisch und man spührt die Lebensfreude dieser Inselbewohner.
Ich würde ihn als klassischen Krimi bezeichnen.
Werde das nächste Buch sicherlich lesen.
Bin schon sehr gespannt!

20.10.2015 18:49:51
anyways

Vor der idyllischen Schäreninsel Sandhamn wird die Leiche des fünfzigjährigen Krister Berggren angespült. Sein Tod mutet zuerst als Unfall mit Todesfall an, erst als die Ermittlungen fast abgeschlossen sind, kommt es zu einem weiteren Todesfall, ebenfalls auf der Insel. Die Tote ist eine Cousine des Ertrunkenen. Kommissar Thomas Andreasson übernimmt die Ermittlungen, wohl auch, da er sich in der auf der Insel sehr gut auskennt, hat er doch hier seine Kindheit und Jugend verbracht. Hilfe bei seiner Arbeit bekommt er nicht nur von den Kollegen, sondern auch von seiner Jugendfreundin Nora, die ein Wochenendhäuschen auf der Insel hat, sich im Urlaub befindet und äußerst neugierig die Todesfälle verfolgt, auch zu ihrem eigenen Schutz, wie sich recht bald herausstellt.

Nachdem ich die beiden Nachfolger schon verschlungen habe, war ich so interessiert mich den „Anfängen“ zu widmen. Tödlicher Mittsommer, steht seinen Nachfolgern in nichts nach, die Geschichte um die Ermordeten ist tiefsinnig und nicht so leicht zu durchschauen. Am meisten gefällt mir (übrigens bei vielen skandinavischen Autoren ist dies der Fall) die Geschichte drumherum. Die Lebensgeschichte von Thomas und Nora ihre jetzige Lebenssituation, die Alltäglichkeiten, die einem auch so ein bisschen das skandinavischen Flair rüberbringen. Ein bisschen irritiert mich nur immer Noras Leichtsinnigkeit ihrer Krankheit gegenüber.
Wenn ich jetzt rekapituliere, finde ich den ersten Teil im Nachhinein am gelungensten. Der Fall ist ordentlich verzwickt und die Auflösung überraschend weil menschlich nachvollziehbar.
Noch ein schönes Detail skandinavischer Krimis: Ein stiller, leiser Krimi mit viel Potenzial zwischen den Zeilen zu lesen.

11.08.2015 14:05:17
TochterAlice

Die Jugendfreunde Thomas, der ermittelnde Stockholmer Kommissar und Nora, Bankerin, Familienmutter und auf der Schäreninsel, die zur Kulisse des mörderischen Plots wird, bilden den personellen Rahmen in diesem Krimi . Beide haben ihr Päckchen zu tragen: Thomas die durch den Tod seiner kleinen Tochter bedingte Auflösung seiner Familie, Nora den Alltag als Karrierefrau und Mutter, wobei ihr nicht selten ihr Gatte, der fesche Diplomatensohn Henrik, im Weg steht. Der lässt sie gern allein: um mit seinen Kumpels zu segeln und das Glas zu heben - doch auch ihre beruflichen Träume soll Nora sich aus seiner Sicht zugunsten der Familie komplett abschminken. Beide Protagonisten sind auf den Schäreninseln vor Stockholm aufgewachsen und stehen somit am oberen Ende der sozialen Hackordnung.

Ganz anders die Opfer: Kicki, eine frustrierte Fünfzigerin, die eher dem unteren sozialen Spektrum zuzuordnen ist, ist offen frustriert. Sie ist alleinstehend, lässt sich seit Jahren in ihrem Job als Croupiere ausbeuten und hat wenig Bezugspersonen: eine der ihr nahestehendsten war bisher ihr Cousin Krister, eine ebenso gestrandete, vom Leben vernachlässigte Persönlichkeit wie sie selbst. Während Kickis dreimonatigem Arbeitsaufenthalt in Griechenland wurde seine Leiche aufgefunden: er liegt im Wasser am Ufer der Schäreninsel. Nun versucht Kicki, eine Geldquelle, die ihnen beiden offenstand, alleine anzuzapfen - ein gefährliches Unterfangen, das auch ihr den Tod bringt. Die Stockholmer Polizei deckt diverse Verbindungen zu Inselbewohnern auf: hier gibt es einen weiteren Todesfall sowie eine Verletzung. Der Leser tappt lange im Dunkel, die Auflösung trifft ihn durchaus überraschend.

Der Krimi spielt zwar in der lichten Leichtigkeit schwedischer Mittsommernächte und lässt so Ferienstimmung aufkommen. Allerdings schimmert auch die Düsternis durch - so stehen Thomas und Nora keineswegs nur auf der Sonnenseite des Lebens, sondern haben durchaus Grund, mit ihrem Schicksal zu hadern. Dies ist auch bei anderen Romanfiguren der Fall, auch geht die Autorin ausführlich auf die Vertreter sozial schwacher Schichten ein, hier sind es vor allem Opfer. Ein wenig zu klischeehaft sind die Schilderungen der Autorin, ein bisschen noch fehlt der eigene Stempel, doch ist der Krimi trotzdem ein Lesegenuss, der Fans von Leena Lehtolainen und Helene Tursten begeistern wird. Die Charaktere sind einfühlsam, doch nicht zu detailliert geschildert und auch an Spannung mangelt es nicht. Ich verspreche mir auch von möglichen Folgebänden ausführlichen schwedischen Krimigenuss, langfristig möglicherweise sogar eine neue Lieblingsautorin.

23.02.2015 19:59:19
heidrun.s123

Das Buch hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Wenn man Stieg Larson, Jussi Adler Olsen und Hjort und Rosenfeld gelesen hat erscheint dieser Krimi daneben blass, flach und sehr konstruiert. Teilweise sind Handlungsstränge eingebaut, die mit dem eigentlichen Fall nichts zu tun haben. Das macht das Lesen zusätzlich anstrengend, weil man so gar nicht vorankommt. Die Ermittlungsarbeit wird nicht zwingend logisch und auch nicht spannend vorangetrieben.Werde die nachfolgenden Bücher nicht lesen.

29.12.2014 16:28:05
Andrea

Das Buch ist unterhaltsam und gut geeignet für eine leichte Urlaubslektüre. Es liest sich leicht - auch dank der kurzen Kapitel und dem Einblick in die private Situation der Protagonisten.
Jedoch gibt es meiner Meinung nach einige unlogische Sachen und oder zu viele Gegebenheiten, die doch etwas zu viel des Guten sind.
Beispielsweise finde ich es unnötig, dass ganz nebenbei nebst den Mordermittlungen noch eine Schmuggelgeschichte aufgeklärt worden ist und der Schuldige dort dann auch noch einen Schlaganfall erleidet und in Lebensgefahr schwebt. Oder wozu soll das Schiffsunglück gut sein, welches Thomas und Henrik aufhält, als sie unterwegs sind um Nora zu retten? Ein paar völlig unnötige Seiten, die überhaupt nichts mit der Geschichte zu tun haben und den Leser unnötig aufhalten. Wohl dient diese Geschichte dazu, Thomas noch deutlicher als Helden darzustellen. Oder auch der dritte vermeintliche Mord, welcher sich dann am Schluss ganz banal als zufälligen Unfall aufklärt. Meiner Meinung nach gibt es also in dem Buch einfach zu viele Unfälle, welche wohl den Leser verwirren sollten bezüglich des Täters und des Motivs. So viel auf einmal passiert wohl kaum je in Wirklichkeit. Da hätte man auf andere Weise Tatverdächtige ins Spiel bringen können.

14.07.2012 13:41:57
snakefishhunter

Ein tolles Buch! Kein Thriller oder Krimi im üblichen Sinne. Die Autorin legt viel Wert auf die Beschreibung der Landschaft und der Personen. Die Dramaturgie ist nachvollziebar und es macht Spaß zu lesen. Ein "leichtes" Buch mit toller Geschichte in einer noch schöneren Landschaft. Ich habe das Buch in drei Tagen gelesen und den Nachfolger bereits gekauft. Die Hauptakteure machen Lust auf mehr.

30.05.2012 17:03:11
Daniela

Die Schweden scheinen es im Blut zu haben. Es gibt kaum einen Schwedenkrimi, der mich bisher enttäuscht hat und die Konkurrenz auf dem Büchermarkt ist riesig. So hat sich auch Viveca Sten direkt auf meine Lieblingsautorenliste schwedischer Krimis katapultiert.

Thomas Andreasson, Kommissar in Stockholm, muss sich in diesem ersten Band um einen Mord auf der Schäreninsel Sandhamn kümmern. Doch es bleibt nicht nur bei einem Mord. Während die Ermittlungen nur mäßigen Erfolg zeigen, kommen noch weitere Menschen ums Leben. Unterstützung bei seiner Arbeit erfährt Andreasson dabei von seiner Jugendfreundin Nora, die auf Sandhamn mit ihrer Familie Urlaub macht.

Das besondere an diesem Krimi ist auf der einen Seite die liebevolle Erzählung über die einzelnen Personen und die Natur und Umgebung der Schäreninsel Sandhamn, die die Autorin selbst wie ihre eigene Westentasche zu kennen scheint. So steht die Mordermittlung zwar im Mittelpunkt, doch erfährt man auch viel über die Probleme und Lebensgeschichten anderer Personen. Auf der anderen Seite fand ich die Ermittlungsarbeit aber auch sehr realistisch. Bis fast zum Ende des Buches ist nicht genau klar, wie sich die Ereignisse zugetragen haben und wie so oft im Leben spielen Glück und Schicksal bei der Aufdeckung auch eine Rolle.

Ein Krimi, der sich im Nu durchlesen lässt und Lust auf mehr Bücher von Viveca Sten um Kommissar Andreasson und die Schäreninsel Sandhamn macht.

09.04.2012 16:12:52
juliane

Der Kriminalroman hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Zum einen mochte ich den Schreibstil der Autorin nicht. Die Hauptdarsteller (Nora und Thomas) wurden viel zu positiv beschrieben (hübsch, klug etc.), oftmals wurden ihre Tätigkeiten bewertet (bsp. berechnete Nora "geschickt" die Geschäftszahlen auf der Fähre. Andere Darsteller (alle 3 Mordopfer) wurden sehr negativ dargestellt (bsp. Kikki verraucht, solariumsgebräunt, asozial). Teilweise war die Autorin uninformiert (bsp. dürfen Diabetiker je nach Insulintherapie eine süße Nachspeise verzehren). Unpassend fand ich die Beschreibung der zwei Jungs bzw. sie entsprach nicht dem Alter der Kinder. Besonders Simon entsprach eher einem vierjährigem (kleiner Körper, Kleinkindgeruch, buntes Strandspielzeug, mangelnde Zahlenkenntnisse beim Leuchtturmbesuch) als einem sechsjährigem. Etwas zu einfach gemacht fand ich auch die Endsituation. Wenn Nora schon als gewissenhafte Diabetikerin beschrieben wird, wieso spritzt sie dann Insulin, nimmt aber kein Abendessen ein? Henrik mutiert als er seine bewusstlose Ehefrau entdeckt zu einem "routinierten" Arzt u diagnostiziert einen Insulinschock, was ist mit der Differentialdiagnose oder Zusatzdiagnose einer Rauchvergiftung? Gut natürlich dürfen auch Buchfiguren Fehler begehen, aber alles in allem hatte ich bei diesem Buch das Gefühl als wollte die Autorin eben mal schnell einen schwedischen Sommerkrimi runterschreiben, leider ist ihr dieses nicht gut gelungen...

15.10.2011 18:24:12
lesenchris

Durch Zufall bin ich an diesen Krimi geraten und bin sehr zufrieden mit dem Plot. Urlaubsstimmung und Morde und das in Schweden in der Schärenlandschaft um Stockholm herum ist genau das, was einen ruhigen, jedoch spannenden Krimi verspricht. Und tatsächlich, für mich hat der Krimi alles, was ich mir vorgestellt habe. Detailreichtum sowohl der Landschaft als auch der Personen ist das Rezept dieses Buches. Ein überraschendes Ende sorgt zudem für einen überzeugenden Roman, der sehr empfehlenswert ist. Es muß nicht immer Mankell sein!

13.10.2011 11:27:26
€nigma

Dieser Roman ist als erster Band einer Serie um den Kommissar Thomas Andreasson angelegt. Mittsommer ist gerade vorbei und Thomas freut sich auf seinen wohlverdienten Urlaub, als plötzlich auf der Insel Sandhamn im Stockholmer Schärengarten ein Toter angeschwemmt wird. Zunächst bestehen alle Hoffnungen, diesen vermeintlichen Unfalltod noch vor Urlaubsbeginn zu den Akten legen zu können, dann geschieht jedoch auf der sonst so friedlichen Insel ein Mord und es stellt sich heraus, dass die Ermordete die Cousine des Ertrunkenen war. Nun müssen Thomas und seine Kollegin Margit ihren Urlaub vertagen und auf Sandhamn ermitteln. Die Juristin Nora, eine gute Jugendfreundin von Thomas, beschäftigt sich ebenfalls mit dem Fall und sorgt als detektivisches Naturtalent für ergiebige neue Ermittlungsansätze. Eigentlich ist sie sogar die beste Spürnase, gerät allerdings dadurch auch in nicht unerhebliche Gefahr...

Im Gegensatz zu vielen anderen skandinavischen Ermittlern, die sehr verkorkste Typen sind und Stress mit ihren Familien haben, ist Thomas Andreasson ein erfrischend normaler Mann. Er erholt sich zwar nur mühsam von einem persönlichen Trauma, dem Säuglingstod seiner kleinen Tochter und der darauf folgenden Scheidung von seiner Frau, trotzdem hat er sich nicht dem Trunk ergeben und versucht, die Leere in seinem Privatleben durch doppelt gewissenhafte Arbeit zu kompensieren.

Seine Freundin Nora ist trotz ihrer zweifachen Mutterrolle als Vollzeit-Juristin bei einer Bank beschäftigt. Sie leidet allerdings unter der Zusammenarbeit mit einem trotteligen Vorgesetzten und ist deshalb überglücklich, als ihr eine gut besoldete Stelle in Malmö angeboten wird. Leider ist Nora mit einem sehr egozentrischen Arzt aus "vornehmen" Kreisen verheiratet, der meint, dass seine Wünsche und Belange immer oberste Priorität genießen müssten. Die Darstellung dieser Ehe, hoffentlich keine autobiographische Schilderung, denn auch die Autorin ist Juristin ;) , ist neben der eigentlichen Krimihandlung sehr fesselnd.
"Tödlicher Mittsommer" ist ein spannender, dabei aber doch bodenständiger und glaubwürdiger Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat. Den nächsten Band dieser Reihe werde ich mir nicht entgehen lassen.

24.08.2011 21:14:02
bookorpc

Tödlicher Mittsommer ist der erste Roman der Autorin Viveca Sten. Der zweite Teil Tod im Schärengarten ist bereits erschienen und auch dort ermittelt der sympathischen Thomas Andreasson.

Inhalt:
Eine Leiche wird an den Strand von Sandhamn angespült, eingewickelt in ein Fischernetz und bereits seit einiger Zeit im Wasser. Eine Leiche in der Urlaubszeit, für Kriminalkommisar Thomas Andreassons Kollegin, die mit ihrer Familie einen Urlaub geplant hat ein Problem. Wie gut das sich Thomas nicht nur auf der Insel auskennt, sondern auch noch anbietet, die Ermittlungen mit telefonischer Unterstützung alleine zu leiten. Hilfe bekommt er dabei unter anderem von Nora einer Jugendfreundin und der Tochter seines Chefs. Diese kann er auch brauchen, da es weitere Leichen gibt.

Meine Meinung:
Dieser Roman liest sich durch die kurzen Kapitel sehr leicht und schnell, da man immer denkt, nur noch eins… Die Protagonisten Thomas und Nora sind sehr sympathisch und gerade da ihre Privatleben voller Kanten sind, wirkt dieses Buch voller Leben. Die Landschaft wird so idyllisch beschrieben, das man am Liebsten den nächsten Urlaub dort verbringen möchte. Man merkt, das die Autorin viele eigene Erinnerungen an Sandhamn mit einbringt.

Fazit: Ein spannender und abwechslungsreicher Auftakt einer Serie, dem noch einige Fälle folgen werden.

24.07.2010 21:08:08
schnegg72

Serienmord in der Ferienidylle
In Sandhamn wird die Leiche eines jungen Mannes angespült. Thomas soll seinen Tod untersuchen. Noch während der laufenden Ermittlungen wird auch die Leiche von Kikki, der Cousine des jungen Mannes, gefunden. Nun glaubt natürlich niemand mehr an einen Zufall, obwohl es keine Verbindung zu erkennen ist.
Einfacher wird es auch nicht, als auch noch die Leiche eines jungen Einheimischen an einem beliebten Touristenstrand angeschwemmt wird...Thomas und seine Kollegen sind ratlos und klammern sich an jeden Strohhalm. Seine alte Freundin Nora, die den Sommer in dem ehemaligen Idyll verbringt, ist ihm dabei jedoch eine große Hilfe.
Wieder ein schöner, spannender Schwedenkrimi, der auch bis zum Schluß spannend bleibt und sich durchaus lesen läßt.
http://buchfamily.jimdo.com/

14.07.2010 10:42:24
rwe25

Mysteriöse Todesfälle auf Sandhamn

Thomas Andreasson ist Polizist bei der Mordkommission. Es ist Ferienzeit – die meisten seine Kollegen sind im Urlaub. Da wird er mit einem mysteriösen Fall betraut: Eine Leiche wird auf Sandhamn, einer idyllischen Insel im Stockholmer Schärengarten, angespült. Alles sieht nach einem Unfall aus, bis auch die Cousine des Toten tot auf Sandhamn gefunden wird. Sie wiederum ist offensichtlich vergiftet worden, weshalb Thomas nicht von Zufall ausgeht, sondern beginnt, den Fall akribisch zu untersuchen.

Unterstützung bekommt er dabei von seiner Jugendfreundin Nora, die seit Jahren den Sommerurlaub mit ihrer Familie auf Sandhamn verbringt. Als es wenig später noch einen dritten Toten gibt, der auf Sandhamn wohnte und in Begleitung von Toter Nr. 2 gesehen wurde, ist Thomas klar, dass er einem Gewaltverbrechen auf der Spur ist.

"Tödlicher Mittsommer" ist ein etwas anderer Schwedenkrimi: Er spielt auf einer beschaulichen kleinen Insel, die im Buch derart malerisch und ausgiebig beschrieben wird, dass man den eigenen Sommerurlaub sofort dort verbringen möchte. Auch erinnert das Buch eher an einen Sommerroman als an einen harten Skandinavien-Krimi. Der ermittelnde Polizist ist weder Alkoholiker noch Außenseiter, und auch die Handlung konzentriert sich nicht ausschließlich nur auf die Aufklärung der Mordfälle; der Leser erfährt vielmehr noch allerlei Privates aus dem Leben von Thomas und Nora und ihrer Familie.

Die Geschichte liest sich durchaus sehr angenehm und ist unterhaltsam, doch aufgrund der ausschweifenden Darstellung von Sandhamn und der Handlungsstränge, die mit der eigentlichen Krimigeschichte nichts zu tun haben, zieht sich das Buch unnötig in die Länge. Spannung kommt erst gegen Ende des Buches auf, wenn der Leser meint, das Rätsel bereits gelöst zu haben. Hier kommt Viveca Sten aber mit einer Wendung, die ich so nicht erwartet habe, die andererseits aber auch etwas konstruiert erscheint. Mir war die plötzliche „Action“ im Vergleich zur ansonsten eher ruhigen, sanften Erzählung zu viel des Guten.

Mein Fazit: Ein unterhaltsames Sommerbuch mit Krimi-Elementen, das Lust auf Urlaub macht, aber nicht unbedingt was für Fans von „echten Schwedenkrimis“ à la Mankell oder Larsson ist.

11.06.2010 14:56:49
subechto

Tod im Schärengarten

Als Kicki Berggren nach längerer Abwesenheit in ihre Wohnung zurückgekehrt, erfährt sie von Thomas Andreasson von der Stockholmer Polizei, dass ihr Cousin Krister auf einer kleinen Insel im schwedischen Schärengarten tot aufgefunden wurde.

Kurz entschlossen reist sie ebenfalls nach Sandhamn und schon bald gibt es weitere Tote.

Während seiner Ermittlungen trifft Thomas seine Jugendfreundin Nora wieder, die im idyllischen Sandhamn mit ihrer Familie Ferien macht...

Der Debütroman von Viveca Sten liest sich eher wie eine sommerliche Erzählung als ein Kriminalroman. Ganz anders als man es sonst von den düsteren skandinavischen Krimis gewohnt ist. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, die Landschaft wird malerisch beschrieben. Und dennoch geschehen auch dort Mord und Totschlag.

Am Ende werden aber alle Rätsel gelöst. Nur wie es privat mit den beiden sympathischen Ermittlern weitergeht, hat die Autorin offen gelassen und somit genug Potenzial geschaffen, für eine Fortsetzung.

Erinnert hat mich Tödlicher Mittsommer ein wenig an die Shetland-Krimis von Ann Cleeves. Ich bin sehr gespannt, ob sich die geplante Reihe mit Kriminalkommissar Thomas Andreasson und Juristin Nora Linde ähnlich gut entwickelt.

Ein sehr empfehlenswerter, atmosphärisch dichter Kriminalroman, vor einer wunderschönen Kulisse!