Das München-Komplott

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2009, Seiten: 334, Originalsprache

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Eine Mordserie an ehemaligen NATO-Generalen schockiert die Öffentlichkeit. Kann es sein, dass staatliche Stellen in Deutschland und im Ausland zielgerichtet Terrorakte und politische Morde verüben? Der Stuttgarter Privatdetektiv Georg Dengler ermittelt in einem Fall, der in seiner Brisanz Schorlaus Politkrimi Die blaue Liste noch übertrifft. Im November 2009 wird in dem exklusiven New Yorker Harvard Club der pensionierte deutsche Vier-Sterne-General Klaus Naubert erschossen. Der Täter entkommt unerkannt. Ein Verrückter, heißt es in der Öffentlichkeit, dieser Mord habe keinen Sinn. Die Leitung des Bundeskriminalamtes ist sich nicht so sicher. Sie bittet ihren früheren Spitzenermittler Georg Dengler um Mithilfe. Dengler entdeckt eine heiße Spur: Kann es sein, dass Naubert und höchste deutsche Regierungsstellen in das Attentat während des Oktoberfestes 1980 verwickelt waren? Damals starben 13 Menschen, und den offiziellen Ermittlungen zufolge war ein isolierter Einzeltäter dafür verantwortlich. Wurden damals systematisch Spuren verwischt? Werden nun die letzten Mitwisser dieses Verbrechens beseitigt? Zwei weitere NATO-Generale werden getötet. Plötzlich wird auch dem BKA dieser Fall zu gefährlich. Doch Dengler ermittelt auf eigene Faust weiter.

Das München-Komplott

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Letzte Kommentare:
24.10.2018 12:59:54
isa21

Durch Empfehlung kam ich zu den Büchern von Wolfgang Schorlau und ich muss sagen, eine Empfehlung für die ich mich 100 % bedanken muss. Die Bücher um den Privatermittler Georg Dengler, einem ehemaligen BKA-Mitarbeiter sind hervorragend recherchiert (im Anhang gibt es lesenswerte Infos, nur nicht vorher lesen!) und es handelt sich um aktuelle Themen.
In diesem Band der Reihe geht es um das Attentat am Münchner Oktoberfest von 1980. Dengler erhält von seinem ehemaligen Arbeitgeber den Auftrag in dem lange zurückliegenden Fall zu ermitteln. Liest man das Buch, kommt man zu dem Eindruck, dass die tatsächlichen Hintergründe um das Attentat im Verborgenen bleiben sollen. Verschiedene Personen (Politiker) bzw. Behörden (Verfassungsschutz, US-Geheimdienst) verfolgen fragwürdige Ziele und man liest mit „Erstaunen“ über die Verflechtungen von Politik und Behörden.
Im Anhang dieses Bandes findet sich die deutsche Übersetzung eines Geheimdienstdokumentes der USA; das Dokument fand sich in den Stasi-Akten der Birthler-Behörde.
Dieser spannende politische Roman animiert zum Nachdenken, wirft Fragen zum realen politischen Leben auf und man kann sich nicht sicher sein, dass alles nur Fiktion ist.

28.10.2017 17:12:06
Jossele

Wolfgang Schorlau: Das München Kopmplott

Der fünfte Fall für Georg Dengler ist wieder einmal brillant recherchiert. Es ist dem Autor Wolfgang Schorlau zu danken, dass dieser unglaubliche Fall von Staatsterror nicht so ohne weiteres totgeschwiegen und vergessen werden kann. Allein das schon ein Verdienst. Ein zweites die logische Verknüpfung so vieler Fäden und Hinweise zu einem Gesamtwerk, das ein erschreckendes Bild der Geheimdienst offenbart, aber wohl sehr, sehr nahe an der Wahrheit ist. Die Geschichte ist außerdem temporeich und hochspannend erzählt. Was mich gestört hat ist die Art und Weise, wie Dengler dem Mordanschlag auf sich durch einige Geheimdienstmitarbeiter entgeht. Das hätte sich eleganter und glaubwürdiger lösen lassen. Und auch die Story vom rachsüchtigen Opfer ist nicht realitätsnah. 70°

10.05.2016 23:41:27
Bernward Herkenrath

Nach einem Vortrag im wendländischen Göttien bei dem dieses Buch vorgestellt wurde
bin ich so schlau als wie zuvor heimgekehrt.
Alles was da kolportiert wurde hatte ich bereits in einer TV Doku erfahren.
Das der ganze Vorgang nach wie vor rätselhaft ist-keine Frage. Qui bono ?
Da werden finstere Mächte und deren schmallippige, kalte,etc. Protagonisten Holzschnittartig beschworen, eine repressive Beamtenwelt,der alles zu zu trauen ist.Im Dienste des Kapitals wird auf höchster Ebene mit menschlichen Schicksalen gespielt.etc.
Der äusserst vielschichtige historisch politische Komplex, der möglicherweise sichverselbsständigende Strukturen hat entstehen lassen; die Bestrebungen z.b., den "Historischen Kompromiss" zwischen democrazia christiana und KPI zu hintertreiben, die Rolle, die "Gladio " dabeispielte. Die Verbindungen von BND und ital. Diensten,mit Nazis und Faschisten.all das wird in diesem Roman nur gestreift, so dass es immer neuen "Raum für Spekulationen ", gibt-jeder kann sich lustvoll gruselnd was zusammenreimen...
Was übrigbleibt ist : ein durch Andeutungen genährtes allgemeines Misstrauen gegenüber dem Staat und seinen Institutionen. Die Fähigkeit zu unterscheiden verkümmert. Ressentiments werden bedient.
Anstatt stringent darzustellen, erklärt der Autor den Übergang vom Dokumentarischen ins Fiktive, das Spiel mit der Grauzone zum Literarischen Prinzip. Er spielt auf dem Gefühlsklavier des naiven Lesers-aus durchaus verständlichen Gründen.

28.10.2013 13:02:50
manni

Brandaktuell und unbedingt lesenswert ! Ich (geb. 55) habe Teil vier und fünf hintereinander weggelesen und war selber wieder erstaunt, wie wenig ich über das München Attentat 1980 in Erinnerung hatte. Der aktuelle NSA Skandal erscheint in einem ganz anderen Licht, wenn man alle Bücher Schorlaus verinnerlicht hat. Nichts ist so wie es scheint, Lüge und Betrug gehören zum Polithandwerk, schade um unsere (Schein)Demokratie. Schorlau versteht es perfekt brisante politische Themen um eine symphatische Krimihauptperson zu stricken, hervorragend. Mein Tip:
Nie vorher den Anhang lesen, das nimmt alle Spannung aus den Geschichten, denn bei Schorlau weiss man nie direkt, wo Fiktion aufhört und die Wirklichkeit beginnt. 85°!

01.06.2013 15:56:45
Silke

Solche Bücher sollten Pflichtlektüre in den Schulen werden. Meiner Meinung nach ist das "München-Komplott" der intensivste Schorlau, auch wenn mich der Pharmakrimi richtig sauer gemacht hat.
Wie sehr wir veräppelt werden sieht man ja an den Ergebnissen des NSU-Untersuchungsausschuss.
Dichtung und wahrheit liegen hier wohl viel zu nah beieinander.

16.05.2013 13:27:08
Jo Krechting

Ich kann nur sagen, die Bücher sind einfach toll. Lesen, nicht wieder aufhören, nächstes nehmen. So sollten Krimis sein.
Wolfgang Schorlau, hat in jedem seiner Bücher ein wichtiges Thema aufgenommen, was jeden Leser/in berührt.
Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Manchmal will man es einfach nicht glauben, was mit den Bürgern geschieht. Das ist Wirtschaft und Politik live.

25.12.2012 11:06:03
vifu

Böse, böse! In Zeiten des NSU-Ausschuss ist dieses Buch sehr nah an der Realität, wie frau täglich den Zeitungen entnehmen kann! Das "Sahnehäubchen" sind aber wohl die Einblicke in mögliche Natoinstruktionen um sogenannte Krisen zu steuern. Wenn dies real ist, dann hilft beten nicht wirklich! Sehr spannend geschrieben und unbedingt zu empfehlen!

19.07.2012 16:06:57
Gabriele Haug

Verfassungsschutzbericht: Schredder-Befehl von ganz oben. Das sind nur vorläufig die neuesten Erkenntnisse über den Verfassungsschutz. Es bleibt spannend und dass der Bundesinnenminister den Schrederbefehl gegeben haben könnte, finde ich nicht abwegig. Dem traue ich noch viel mehr Verfassungsferne zu.Die Realität ist gruseliger als der Krimi von Schorlau

18.03.2012 22:36:58
Kai Sieben

Kurzer prägnanter Stil, ein sehr ernstes Thema, dass aber interessant und sehr gut recherchiert bearbeitet wurde. Der Humor bleibt auch nicht auf der Strecke, ohne dass er den entsetzlichen Bombenanschlag in München und die staatlichen Verwicklungen darin trivialisiert.
Das Buch ist flüssig lesbar, wobei die Aufteilung in sehr kleine Abschnitte mit eigenen Überschriften originell wirkt und dem Leser hilft, bei den zahlreichen Schauplätze nicht die Übersicht zu verlieren.
Sollten Schorlaus Behauptungen auch nur im Ansatz der Realität entsprechen, dann sollten wir schon mal anfangen zu beten.

03.02.2012 18:25:41
M.Albrecht

Also für mich war es das erste Buch von Schorlau und war sehr angetan.Auch wenn die Handlung nur Fiktion ist bekommt man doch Einblicke in die Arbeit von BKA und Verfassunsschutz die einem teilweise unheimlich erscheint in welchem Überwachungsstatt man eigentlich lebt.Die Handlung ist fließend erzählt auch wenn der ganze grosse Showdown ausbleibt.

01.11.2011 19:28:36
RolfWamers

Man kann (und will) es zwar nicht glauben, aber die Grundlinien des Buches sind wohl nicht Fiktion sondern Realität. Absolut erschreckend!
Mir fiel beim Lesen mehrfach der nie enttarnte Mescalero ein, der bei den Morden der RAF eine "klammheimliche Freude" empfand. Vielleicht ist das wirklich die einzige Sprache, die diese Strippenzieher verstehen. Kann aber auch sein, dass Mescalero selbst eine Erfinduing von "denen" war, um das "gesunde Volksempfinden" anzuheizen.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in der Oberstufe werden. Aber das ist mit Sicherheit Wunschdenken.

03.11.2010 16:30:22
lenchen_196

Aktuell und realitätsnah

Georg Dengler, früher ein Polizeibeamter und heute ein Privatdetektiv, bekommt von dem Bundeskriminalamt einen Auftrag, den vor 30 Jahren am Oktoberfest verübten Bombenanschlag neu zu überprüfen. Damals wurden die Ermittlungen schnell abgeschlossen, es handelte sich angeblich um einen Einzeltäter und der wurde gleich am Tatort tot aufgefunden. Das größte Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland verschwand fast unbemerkt aus der öffentlichen Wahrnehmung und Erinnerung. Was ist der Grund, der Fall heute neu aufzurollen? Wie gefährlich kann die Nachforschung für Dengler und auch für seine Freunde sein?

Das ist schon der fünfte Fall des Privatermittlers Dengler, allerdings mein erster Fall von ihm. Der Autor Wolfgang Schorlau war mir bisher völlig unbekannt. Desto größer war mein Interesse, sein Buch „Das München-Komplott“ nach der Leseprobe vollständig zu lesen. Und meine Erwartungen wurden erfüllt.
Das ist ein spannender Polit-Thriller, der sich sehr kurzatmig lesen lässt. Die Handlung entwickelt sich rasch, die kurzen Abschnitte, die jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben sind, versprechen keine Langeweile und so ist es tatsächlich. Die Spannung hält bis zur letzten Seite. Der Stil ist flüssig, nicht trocken und trotzdem ohne Schönfärbereien, die Sprache eher einfach und nicht mit den Spezialbegriffen überlastet. Alle Personen sind sehr lebendig dargestellt, manche ganz humorvoll.

Die Fakten sprechen für sich. Alle Fäden ziehen sich nach oben. Alle werden von allen überwacht und verfolgt. Ob es wirklich so sein kann in unserem demokratischen Land? Dem Autor gelingt es, dem Leser klar zu machen, dass für die Geheimdienste nichts unmöglich ist. Dabei spielen die einzelnen Menschensschicksale keine Rolle, egal um wie viel es sich dabei handelt. Ob man daran glaubt oder nicht... Ich traue den Amerikanern alles zu. So könnten sie, ganz nach ihrem Plan, nicht nur die Neonazis zu der Niederschlagung der Unruhen von Arbeitslosen einbeziehen, sondern auch diese Unruhen selbst organisieren. Welcher Arbeitslose kämpft heute freiwillig und ohne Motivation auf den Barrikaden? Der verrückte NATO-Plan scheint die Motivationen für alle Fälle parat zu haben. Und die notwendigen, gut ausgebildeten Leute auch. Das im Anhang befindende Field Manual 30-31 lässt einen Schauer über den Rücken laufen. Ob es wirklich existiert?

„Finden und Erfinden“ – was ist wahr in der Geschichte und was nur der Fantasie des Autors entsprungen? Ob es als eine Vorwarnung nehmen muss? Und ob man etwas dagegen unternehmen kann? Das Buch lädt zum Nachdenken ein.
Mit der publizistischen Überzeugungskraft teilt uns der Autor seine Ansichten. Das macht das Buch noch aktueller. Die Finanzkrise, die Bundestagwahl 2009, Zitaten von heutigen Politikern oder deren skandalöse Entlarvungen, – der Roman spielt vor einem konkreten sozialpolitischen Hintergrund, gestützt auf reelle Fakten.

Etwas unglaubwürdig fand ich die Szene des „Kampfes“ zwischen Dengler und Leitner. Obwohl die nach Denglers Maß gefertigte Puppe schon früher nicht umsonst im Plot erwähnt wurde, konnte ich doch kaum glauben, dass dieser Sherlock Holmes’ Trick (mit der Wachspuppe in „Das leere Haus“) von einem modernen Autor für sein gegenwärtiges Werk auch ernst genommen wird. Für mich war es ein bisschen komisch.
Auch nicht besonders gut fand ich die Idee, diesen „gerechten“ Rächer Merkle in die Handlung einzubauen. Wieder ein Einzeltäter, seine (auch nicht guten) Taten wären aber nicht so leicht zu verwirklichen, weil er über keine NATO-Macht und keine NATO-Mittel verfügt. Diese gerade Linie fand ich ein wenig kindisch.

Die Überschriften zu jedem kurzen Kapitel kommen mir einerseits überflüssig vor, andererseits sind sie zu simpel, wie z.B. „Dengler verzweifelt“, „Dengler stirbt“ oder „Charlotte sucht Jan“.
Im Ganzen hat mir jedoch das Buch sehr gut gefallen. Ich werde bestimmt alle vier frühere Denglers Fälle lesen und freue mich, wenn der Autor Wolfgang Schorlau ihn mit weiteren Ermittlungen beauftragt.
Das Buch ist fesselnd und glaubhaft, aktuell und realitätsnah. Empfehlenswert für alle, die sich für Polit-Krimi interessieren.

24.08.2010 22:19:14
Michael rentsch

Ein wirklich spannendes Buch. Und wahrscheinlich auch viele wahre Dinge, die eigentlich erschreckend sind, wenn es der Wahrheit entspricht. Ich auf jedenfalls habe mein eigenes Bild nach dem Buch über die Politik mit diversen Politikern etc...
ich kann dieses Buch nur jeden empfehlen, nicht nur Leuten, die in München wohnen.
Danke an den Autor Wolfgang Schorlau

27.03.2010 18:34:19
hapesu

Auch hier hat der Autor gekonnt in seinem neuen Buch eine deutsche "Schmuddelecke" in das Licht der Öffentlichkeit gebracht. Wenn nur 10 % von dem, was er über die Methoden der Geheimdienste schreibt, zutreffend ist, so ist das schon Horror genug. Ich habe die im Anhang präsentierten Dokumente über das Field-Manual ganz bewußt nicht gelesen, weil ich gar nicht wissen will, was da - in schönem Amtsdeutsch - geschrieben steht.

Eine kritische Anmerkung muss ich aber dennoch loswerden: der "Deus ex machina" hat wieder einmal gehörig hingelangt ! Im letzten Roman war es Olga mit ihrer wodkagetränkten Melone, die dafür sorgte, dass der Held nicht starb und das Gute siegte - dieses Mal ist es Mario, der mit einer künstlerischen Aktion den selben Zweck verfolgt. Soll der Leser wirklich glauben, dass sich ein ausgebuffter Geheimdienstler damit hereinlegen läßt ?

27.03.2010 18:33:55
hapesu

Auch hier hat der Autor gekonnt in seinem neuen Buch eine deutsche "Schmuddelecke" in das Licht der Öffentlichkeit gebracht. Wenn nur 10 % von dem, was er über die Methoden der Geheimdienste schreibt, zutreffend ist, so ist das schon Horror genug. Ich habe die im Anhang präsentierten Dokumente über das Field-Manual ganz bewußt nicht gelesen, weil ich gar nicht wissen will, was da - in schönem Amtsdeutsch - geschrieben steht.

Eine kritische Anmerkung muss ich aber dennoch loswerden: der "Deus ex machina" hat wieder einmal gehörig hingelangt ! Im letzten Roman war es Olga mit ihrer wodkagetränkten Melone, die dafür sorgte, dass der Held nicht starb und das Gute siegte - dieses Mal ist es Mario, der mit einer künstlerischen Aktion den selben Zweck verfolgt. Soll der Leser wirklich glauben, dass sich ein ausgebuffter Geheimdienstler damit hereinlegen läßt ?

27.03.2010 18:29:03
hapesu

Auch hier hat der Autor gekonnt in seinem neuen Buch eine deutsche "Schmuddelecke" in das Licht der Öffentlichkeit gebracht. Wenn nur 10 % von dem, was er über die Methoden der Geheimdienste schreibt, zutreffend ist, so ist das schon Horror genug. Ich habe die im Anhang präsentierten Dokumente über das Field-Manual ganz bewußt nicht gelesen, weil ich gar nicht wissen will, was da - in schönem Amtsdeutsch - geschrieben steht.

Eine kritische Anmerkung muss ich aber dennoch loswerden: der "Deus ex machina" hat wieder einmal gehörig hingelangt ! Im letzten Roman war es Olga mit ihrer wodkagetränkten Melone, die dafür sorgte, dass der Held nicht starb und das Gute siegte - dieses Mal ist es Mario, der mit einer künstlerischen Aktion den selben Zweck verfolgt. Soll der Leser wirklich glauben, dass sich ein ausgebuffter Geheimdienstler damit hereinlegen läßt ?

19.02.2010 12:14:16
anyways

Manipulation auf höchstem Niveau



Georg Dengler betreibt nach seinem Abschied vom Bundeskriminalamt erfolgreich eine Ein-Mann-Detektei in Stuttgart. Er hat ein gut funktionierendes Sozialnetz bestehend aus seinen drei besten Freunden, dem Journalisten Leopold, dem Künstler Mario und dem Horoskop-Verfasser Martin und seiner Freundin Olga, die aber z. Zt. in Rumänien weilt.
Seine Aufträge sind mitunter wenig spektakulär, halt das übliche wie eine verschwundene Ehefrau oder den untreuen Gatten ausfindig machen.
Nur sein neuer Fall hat es in sich. Der neue BKA Präsident tritt an ihn heran und bittet Dengler die Fall- Akten zu dem fast 30 Jahre zurückliegenden Anschlag auf das Münchner Oktoberfest zu prüfen. Er beratschlagt diesen neuen Auftrag mit seinen Freunden und sagt nach einer gewissen Bedenkzeit zu.
Das BKA stellt ihm daraufhin alle Akten zur Verfügung und Dengler begibt sich auf eine gefährliche und blutige Vergangenheit. Schnell fallen ihm Ungereimtheiten auf, die die These des Einzeltäters widerlegen. Er fischt in trüben Gewässern und scheucht Leute in den höchsten politischen und geheimdienstlich aktiven Kreisen auf, als dann auch noch Anschläge auf seinen Freund Martin verübt werden, steht er sich einem Albtraum aus Spionage, Vertuschung und Verleumdung von Mächten gegenüber die auch heute noch die Finger am Knopf der Macht haben.


Wie leicht sind wir Menschen eigentlich zu manipulieren?
Das Attentat auf das Oktoberfest 1980 nimmt in der kollektiven Erinnerung der BRD keinen angemessenen Platz ein, weil daran weder häufig durch die Medien erinnert wird, noch das es zu einer vollständigen Aufklärung eines der größten Terrorakte in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte gekommen ist.
Ich persönlich bin erst durch dieses Buch damit konfrontiert worden.
Was muss diese Tatsache für all die Hinterbliebenen bedeuten?

Wolfgang Schorlau liefert uns mit seinem 5. Fall um die Figur Georg Dengler einen packenden Krimi, der den Blick für diesen Akt der sinnlosen Gewalt wieder schärft.
Ein Buch das vergangene und aktuelle politische Ereignisse miteinander verknüpft und in einer scharfsinnigen Weise interpretiert. Ebenfalls kommt die Anmerkung, das nach dem Untergang der Stasi immer noch Geheimdienste weltweit operieren, die die Fäden der Macht in der Hand halten und Regierungen wie Marionetten tanzen lassen.

Selten hat mich ein deutscher Krimi so fasziniert, mitgerissen und aufgewühlt.

18.02.2010 12:35:30
vmoeckel@yahoo.de

Puh, den neue Schorlau hat mich richtig umgehauen. Man glaubt nicht, was man liest, muß dann jedoch einsehen, dass Schorlau hervorragend recherchiert hat (einschließlich des angehängten Dokumentes, bei dem man große Augen bekommt). Ich bin immer wieder verblüfft, wie er an die interessanten Themen für seine Romane kommt.
Für mich bisher der beste Schorlau!!

03.01.2010 13:15:48
charlotte_30

Das München-Komplott ist ein Krimi der besonderen Art, denn Dengler ermittelt für das BKA um einen Fall zulösen der 30ig Jahre zurückliegt und aus dem kulturellen Gedächtnis der Deutschen verschwunden ist.
Die Ermittlung selbst ist klassisch, doch Schorlau beschreibt daneben das kulturelle und politische Leben in Deutschland. Der Leser blickt durch den Roman in einen Spiegel, der das eigene Leben wiederspiegelt und so Gesellschaftskritik übt.
Es gibt zwei Handlungsstränge, die Aufklärung des Terroranschlags, womit Dengler beschäftigt ist, der zweite Plot ist erst nach und nach erkennbar und beschreibt die Ermordung von drei Männern, die Lösung der drei Morde klärt sich am Ende und ist mit Denglers Fall eng verbunden.
Der Schreibstil ist fantastisch, durch kurze Kapitel, die anfangs nicht in Zusammenhang stehen baut sich der Roman auf, jede Geschichte ist ein Puzzelteil, welches in die Geschichte eingefügt wird. Detektiv Dengler ist von Anfang sympathisch, er führt ein Leben des Genusses und macht seine Arbeit, die den „aufrichtigen Bullen“ gewidmet ist.

18.12.2009 23:02:48
dubh

Georg Dengler, ehemaliger - sehr erfolgreicher - Zielfahnder beim BKA, mittlerweile als Privatdetektiv tätig, bekommt einen Anruf seines alten Arbeitgebers: der Bombenanschlag auf das Oktoberfest am 26. September 1980 wirft immernoch Fragen und Ungereimtheiten auf, auch wenn sich die meisten Bundesbürger heute noch nicht einmal (mehr) erinnern... Dengler soll entscheiden, ob er die alten Akten noch einmal sichten kann. Und er sagt diesem Auftrag zu - wohl auch ein bißchen, weil er den Glauben an seine ehemaligen Kollegen doch nicht gänzlich verloren hat.
Doch während er anfangs noch nicht ganz versteht, warum er den Tathergang und die Zeugenaussagen noch einmal durchgehen soll, so trügt ihn sein bald aufkommendes Gefühl, dass da mehr als nur ein bißchen nicht stimmt, auch dieses Mal nicht! Warum wurden einige Hinweise gar nicht weiter verfolgt? Und warum wurde die damals angebotene Hilfe vom BKA vom Münchener LKA so deutlich abgewiesen? Und warum nur erinnern sich so wenige Menschen aus der Bevölkerung an das schlimmste Attentat der Nachkriegsgeschichte Deutschlands?
Die Sonderkommission damals kam jedenfalls sehr zügig auf einen Einzeltäter - entgegen diverser Zeugenaussagen. Als Georg Dengler dann feststellt, dass von den Zeugen nicht mehr allzu viele übrig geblieben sind, ahnt er das Ausmaß der damaligen Geschehnisse und begibt nicht nur sich selbst in große Gefahr...

Die Fälle rund um den Stuttgarter Privatermittler lese ich schon seit dem Erscheinen von "Die blaue Liste" bei KiWi als Hardcover-Ausgabe. Auch wenn es ein, zwei schwächere Krimis gab, so waren sie nie unter einem guten Durchschnitt. Mit "Das München-Komplott" aber hat sich Wolfgang Schorlau wieder an die Spitze des Politthrillers geschrieben - nicht nur der deutschen! Schorlaus Bücher greifen wichtige gesellschaftliche Themen auf, sind stets fundiert recherchiert (was man im übrigen auch auf seiner Homepage gut nachvollziehen kann), kritisieren soziale wie politische Geschehnisse und sind am Puls der Zeit - denn so macht Kritik doppelt Sinn! Dazu kommt mit Georg Dengler eine sympathische wie realistische Hauptfigur mit normalem Umgang und eine gehörige Portion Spannung.

Alles in allem? Auf jeden Fall ein gekonnter Politthriller, der aktueller nicht sein könnte - wie die kürzlich aufkommende Frage nach der Mittäterschaft am Attentat auf Rudi Dutschke beispielsweise zeigt!

Für mich definitiv ein Buch, dem ich noch viel mehr Leserinnen und Leser wünsche!

05.12.2009 22:31:52
subechto

Ein typischer Schorlau

Der neue Chef des BKA bittet den ehemaligen Zielfahnder und heutigen
Privatermittler Georg Dengler um Mithilfe: Er soll die Akten der damaligen
Sonderkommission Theresienwiese über den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 prüfen.

Wie immer bespricht Dengler diesen Auftrag mit seinen Freunden Mario, Martin und Leopold. Anlässlich des Treffens in ihrer Stammkneipe machen sie die Bekanntschaft einer unbekannten Schönheit.

Im Mittelpunkt von Wolfgang Schorlaus Kriminalromanen steht Georg Dengler, ein ausgeschiedener BKA-Ermittler, der sich als Privatermittler selbstständig
gemacht hat. Dennoch funktioniert dieser Krimi auch bestens als "Solo".

Fiktion oder Wirklichkeit? Geschickt mischt der Autor die Genres Kriminalroman und Politthriller. Wozu Geheimdienste fähig sind, weiß frau nicht erst seit Tim Weiners CIA.

Das München-Komplott ist Denglers 5. Fall. Gewohnt sachlich und sehr authentisch wird u.a. die Arbeit einer Staatssekretärin im Innenministerium, Charlotte von Schmoltke geschildert, insbesondere deren Spagat zwischen Partei und Privatleben.

Gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel und die flüssige Sprache.
Ein deutscher Krimi der Spitzenklasse... absolut empfehlenswert!

28.11.2009 12:37:20
Nati

Faszinierende Aktualität
Georg Dengler, ehemaliger Beamter des BKA und heutiger Privatermittler, bekommt einen neuen Auftrag. Er soll den Fall des schlimmsten Attentats in der Geschichte der BRD auf das Münchner Oktoberfest untersuchen. Vor fast dreißig Jahren wurde die Tat begangen. Das Bundeskriminalamt bittet ihn die Akten der damaligen Sonderkommission Theresienwiese zu überprüfen. Schnell entdeckt Georg Dengler erste Widersprüche. Doch warum wird dieser Fall neu aufgerollt? Und welche Rolle spielt die Staatssekretärin Charlotte von Schmoltke, die beim Bundesamt für Verfassungsschutz versucht hatte, das Amt dazu zu bringen, alle V-Leute aus der NPD abzuziehen, um dann erneut ein hoffentlich erfolgreiches Verbot der Partei beim Bundesverfassungsgericht zu beantragen.

Fasziniert hat mich die Aktualität der wirtschaftlichen und politischen Themen, die in die Geschichte mit eingebunden sind. Diese machen das Buch noch interessanter und spannender.

Durch kurze Kapitel und ständige Sprünge zu anderen Handlungsabläufen wird die Spannung schnell aufgebaut. Die Personen sind sehr lebendig dargestellt und der Schreibstil ist flüssig. Die Geschichte ist nicht reißerisch, aber sehr klar geschrieben. Keine langatmigen Detailbeschreibungen und trotzdem kann man sich die Szenen bildhaft vorstellen.

Wolfgang Schorlau hat es verstanden, einen spannenden politischen Kriminalroman zu schreiben, der auf Grund der Nähe zur Realität auf mich gleichzeitig sehr erschreckend wirkt. Oft stellt man sich die Frage: Was ist Fiktion und was ist Realität? Die Grenzen verschwimmen ineinander.

25.11.2009 18:10:00
cabriofahrerin

Was geschah wirklich am 26.9.1980?

2009: Der jetzige Präsident des BKA wendet sich an den ehemaligen Zielfahnder Georg Dengler, der nach 10-jähriger Tätigkeit seinen Dienst frustriert verlassen hat. Dengler soll die Akten zum größten Attentat in der Geschichte der BRD, den Bombenanschlag vom 26. 9. 1980 auf dem Münchner Oktoberfest, noch einmal untersuchen. Er erhält Einsicht in alle Akten, und mit Hilfe seines Freundes, des Journalisten Leopold Harder, kann er auch in Zeitungsartikeln aus dem Jahr 1980 recherchieren. Doch je mehr Informationen er sammelt, desto undurchdringlicher werden die Geschehnisse. Dengler fragt sich, warum man ausgerechnet ihm den Fall anvertraut hat, und warum ausgerechnet jetzt? Der Fall war doch eigentlich schon abgeschlossen und in der Versenkung verschwunden.
Wie brisant das Attentat ist, wird Dengler immer bewusster. Was geschah da 1980 auf den nationalen und internationalen Ebenen der Politik? Konnte der Anschlag etwa für manchen Politiker oder manche Partei Gewinn bringend sein?
Hinter Denglers Rücken laufen unfassbare Aktionen, von denen er selbst nichts ahnt - hier sind wir als Leser im Vorteil.
Der Verfassungsschutz bildet ein Arbeitsteam.
Gleichzeitig fühlt sich die parlamentarische Staatssekretärin Charlotte von Schmolke - dank ihres bedeutungsschweren Namens konnte sie die Karriereleiter nur herauffallen - unter Druck. Die Wahlen stehen vor der Tür. Öffentlichkeitsheischend, gleichzeitig total frustriert von ihrer Arbeit (denn man hat sie wie eine "Puppe" benutzt und ihr alles vorgekaut) muss und will sie etwas ändern ...
Das Buch ist in vielen kurzen Textsequenzen strukturiert. Orte und Personen ändern sich; dennoch verliert der Leser nie den Handlungsfaden, weil der Autor mit seinem klaren, direkten, nüchternen Schreibstil immer wieder Anknüpfungspunkte bietet. Der journalistisch berichtende Handlungsverlauf, der zeitnahe Geschehnisse wie Weltwirtschaftskrise, die Wahl Barack Obamas, ja sogar die Schweinegrippe mit einbezieht, bewirkt, dass der Leser immer mittendrin ist. Was Wolfgang Schorlau schreibt, ist präzise dokumentiert: Das kann alles nur wahr sein (also: Fiktion vom Feinsten).
Und es ist unfassbar. Denn internationale Machenschaften, die gegenseitige Infiltration von Politik, Geheimdienst und globaler Wirtschaft haben nur das eine Ziel: Jeder will seine eigenen Interessen durchsetzen, und dazu ist jedem jedes Mittel recht.
Ein beeindruckender POLIT-THRILLER: Absolut lesenswert, spannungsgeladen von der ersten bis zur letzten Zeile. TOP!

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