Mensch ohne Hund

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Bonnier, 2006, Titel: 'Människa utan hund ', Seiten: 524, Originalsprache
  • Köln: Random House Audio, 2007, Seiten: 6, Übersetzt: Bär, Dietmar
  • München: btb, 2009, Seiten: 541

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Eva Bergschneider
Nessers Serienauftakt mit Inspektor Barbarotti macht Lust auf mehr

Buch-Rezension von Eva Bergschneider Jun 2007

Håkan Nesser hat sich mit seiner van Veteren-Serie in die Oberliga der schwedischen Krimi-Literaten geschrieben. Die Qualitätsmerkmale, die der Leser an Nesser-Romanen schätzt, sind eine klare, prägnante Sprache und Kriminalgeschichten, in denen die Seele des Verbrechens ausgelotet wird.

Der hohe Unterhaltungswert der van Veteren-Romane ist dem auch den TV-Produzenten nicht entgangen, bei der ARD waren vor einigen Wochen sechs Krimis aus der Serie zu sehen. Der Beliebtheitsgrad der van Veteren-Krimis sorgt also dafür, dass die Latte für den Nachfolger ganz schön hoch liegt.

Falsche Idylle

Mensch ohne Hund beginnt mit einem Familienfest, auf das sich weder Gastgeber, noch Gäste freuen. Niemand weiß, wie er mit dem schwarzen Schaf umgehen soll, das den Clan bis auf die Knochen blamiert hat.

Walter Hermansson, Sohn des Lehrerehepaars im Ruhestand Rosemarie und Karl Erik Hermansson, beteiligte sich an einer TV-Reality-Soap im Stil eines Insel-Camps. Unglücklicherweise hat er sich bei der Selbstbefriedigung filmen lassen und sorgte als "Wichs-Walter" landesweit für Schlagzeilen.

Damit hat er ein großes Fest anlässlich der runden Geburtstage seiner älteren Schwester Ebba und seines Vaters vereitelt. So trifft man sich wenige Tage vor Weihnachten zur Familienfeier im kleinen Kreis. Die Ärztin Ebba wird von ihrem Ehemann und den halbwüchsigen Söhnen Henrik und Kristoffer begleitet. Die jüngere Schwester Kristina erscheint mit ihrem Gatten und dem 2-jährigen Sohn Kelvin. Es wird gegessen, getrunken und alles, was die Familienidylle bedrohen könnte, unter den Teppich gekehrt. Doch der Schein trügt.

Walter beschließt mitten in der Nacht, eine Verehrerin aus Jugendtagen zu besuchen und kommt nicht zurück, sein Neffe Henrik verschwindet in der darauf folgenden Nacht für immer.

"Eine merkwürdige Geschichte"...

bemerkte Hauptkommissar Asunander, als er seinem Inspektor den Fall übertrug. Mit einem Tag Zeitabstand hatten sich nachts zwei Menschen aus dem selben Haus irgendwohin aufgemacht.

 

"An den gleichen Ort?", fragte sich Gunnar Barbarotti "War das möglich?"

 

Der Neue

Die Frage, die viele van Veteren-Fans interessieren dürfte, lautet: "Wie ist der Neue?" Gunnar Barbarotti ist, wie der Name schon andeutet, halb Schwede und halb Italiener, was man ihm deutlich anmerkt. Er kommt emotionaler herüber als van Veteren und ist ein Familienmensch, der sich rührend um seine18-jährige Tochter kümmert und ihre Verehrer eifersüchtig beäugt.

Barbarottis Art von schrägem Humor zeigt sich in seinen Gesprächen mit Gott. Er wettet um dessen Existenz, indem er ihn um kleinere Gefallen bittet. Je nachdem, ob diese erfüllt werden, oder nicht, vergibt Barbarotti Punkte, die innerhalb von zehn Jahren den Beweis oder Gegenbeweis für Gottes Dasein erbringen sollen.
Barbarottis Ermittlungsarbeit zeichnet sich vor allem durch Hartnäckigkeit aus.

Der Inspektor ist nicht der klassische Analytiker, sondern jemand, der beharrlich die Fakten zusammen trägt und untersucht. Für Zeugenbefragungen nimmt er sich viel Zeit, wägt sorgfältig die neuen Erkenntnisse ab und hört auf seine innere Stimme.

Gunnar Barbarotti gehört nicht zu den schwermütigen Ermittlern des Nordens, denn er ergreift jede Gelegenheit, die schönen Seiten des Lebens zu genießen.

Mörderisches Familiendrama

Håkan Nesser inszeniert in Mensch ohne Hund ein Drama, wie es nur durch die emotionale Abhängigkeit in einem Familienverband entstehen kann.

Während Walters Abwesenheit zunächst gar nicht zur Kenntnis genommen wird, erschüttert Henriks Verschwinden die Familie. Dennoch sagt niemand, was er weiß, so dass die Ermittlungen in einer Sackgasse des Schweigens stecken bleiben. Schließlich ruft das Geheimnis um Henriks Schicksal Reaktionen in der Familie hervor, die in einem Wettlauf um Leben und Tod münden.

Der Autor erzählt mit direkter Sprache, die noch etwas härter klingt als bisher. Nesser schafft so einen bedrohlichen Hintergrund, vor dem sich langsam der Spannungsbogen aufbaut.

Im Kontrast zu der düsteren Atmosphäre des Falls, steht der Alltag des Ermittlers. Barbarotti überzeugt als sympathischer Typ, der seine sensiblen Seiten weder durch seine lässige Sprache, noch mit dem leicht verschrobenen Humor verbergen kann.

In Mensch ohne Hund beweist der schwedische Autor einmal mehr sein feines Gespür für psychologische Spannung und Dramatik. Håkan Nesser ist ein verheißungsvoller Auftakt zu einer neuen Krimi-Serie gelungen. Wer van Veteren mochte, wird sich auch für Barbarotti begeistern. Der Neue bringt also beste Voraussetzungen mit, zu einer Kultfigur des nordischen Krimis zu werden.

Mensch ohne Hund

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Letzte Kommentare:
31.03.2018 10:27:00
Chris

Ich fand das Buch einfach super.
Nesser hat einen unendlich guten Blick fürs Detail, ohne das die Geschichte wirklich trocken wird.
Als Jakob umdrehte war zwar schon viel erklärt und die Handlung nicht mehr wirklich überraschend, gefesselt hat mich das Buch aber weiterhin.

Im ersten Moment waren es mir zu viele Seiten, dafür das die Geschichte nicht sonderlich überraschend endet.
Aber mit ein bischen Abstand muss ich sagen, dass ich froh bin nicht von einer unrealistischen Wendung bedchäftigt worden zu sein.
Der unschuldige Kristoffer kann nicht als Mörder enden; Jakob muss ebenso gerichtet werden wie Kristina. Kristina hat dieses Chaos zu verantworten.
Das sie ins Gefängnis gehen wird, und die Kinder ins Heim gerettet werden ist doch insgesamt versöhnlich...

18.03.2018 14:14:32
Ignicapilla

Es gibt kaum ein Buch- Krimi hin oder her-,das mich mit meinen 73 Jahren derart fasziniert und gefesselt hat.Ich kenne fast alle Bücher von Hakan Nesser, mehr oder weniger fand ich alle gut, doch dieses ist für mich das beste.Die einfühlsame, fast liebevolleSchilderung der einzelnen Charaktere einerseits und die präzise Beobachtung der sich auflösenden Familie, aber auch der erstaunlichen Veränderungen in der Beziehung untereinander andererseits ist ganz große Kunst!
Es tropft kein Blut von der Treppe und Barbarotti liefert sich keine spannenden Duelle mit prächtigen Schießeisen.Stattdessen verhandelt er mit Gott- na und!

13.12.2016 16:18:28
kritikaster

dies ist mein viertes hörbuch von hakan nesser und ich muss konstatieren, dass der mann fantastisch beginnt, das eine weile durchhält, dann immer langweiliger wird und mit einem überzeugenden schluss absolut ein problem hat.
und der titel ist vollkommen blödsinnig.
im ganzen plot taucht kein hund auf und warum der ermordete sein niemals erschienenes buch so nennt, wird auch nicht erklärt.
so wunderbar auch der stil ist, und so perfekt auch dietmar bär liest - es langt nicht für einen krimi, dieses buch ist allenfalls eine psychostudie über eine verkorkste und verlogene familie. kein krimi.
allenfalls 10 punkte von 100

07.04.2016 16:30:29
Stefan

Ein sehr kurzweiliges und spannendes Buch.
Dieses Buch hat seine Daseinsberechtigung voll und ganz verdient. Allein der Wechsel zu den jeweiligen Charakteren erhöht die Spannung dieses Buches, so dass der Leser stets am Ball bleibt und kaum von dieser Handlung lassen kann.

Nesser hat meinen Geschmack zu recht getroffen.
Für mich gibt es 88 Punkte.

14.02.2016 22:38:37
Peter Faesi

Ein Roman, dreigeteilt wie Neptuns Dreizack: Im ersten Teil wird eine Geburtstagsfeier beschrieben (Vater 65 Jahre alt, Tochter 40 Jahre alt), wie sie sich grauenhafter nicht abspielen könnte, eine Feier, wie sie niemand unter uns erleben möchte und die uns in einzelnen Aspekten doch allzu vertraut vorkommt: Unter der netten Oberfläche brodeln Animositäten, Eifersüchteleien und Hassgefühle, die im Verlauf der ersten 200 Seiten auch alle zum Ausbruch kommen. Die nächsten 100 Seiten braucht Nesser, um seinen neuen Kommissar Gunnar Barbarotti vorzustellen . Das geschieht ausführlich und anschaulich mit der ganzen Vorgeschichte und all den Charakterschwächen des Ermittlers. Ab und zu wünschen wir uns allerdings zu den Urahnen aller Detektive, zu Sherlock Holmes und Hercule Poirot zurück, deren 100-prozentige Eigenschaftslosigkeit in wohltuendem Kontrast zu den problemzerrissene Figuren der neueren Romane steht. Der dritte und letzte Teil bringt dann neben einem mit Leichenteilen vollgestopften Kühlschrank die Auflösung von zwei Verbrechen, die im Laufe der Familienfeier passiert sind, und ist Krimi-Literatur in durchschnittlichster Durchschnittlichkeit; nicht zu vergessen, dass wir wohl bereits lange vor Barbarotti die Fälle gelöst haben. Fazit: Die ersten 200 Seiten sind so gut, dass sie auch ohne Verbrechen äusserst lesenswert wären. Gibt es ein wertvolleres Kompliment für einen Krimi?

07.12.2013 12:53:12
Rasmus Frei

Ich brings gleich auf den Punkt: Nach der Hälfte des Buches war Schluss für mich. Ja, Nesser schafft es, ein wunderbares Bild der gesamten Familie zu zeichnen. Und wer bereits mehr als 50 Weihnachten erlebte, kennt die eine oder andere beschriebe Atmosphäre. Bloss, dramaturgisch fand ich das Buch - eben bis zur Hälfte - so spannend wie ein Schluck Wasser. Nach jeder Seite hoffte ich inbrünstig, dass nun mein Puls von 60 auf 65 steigt. Nichts.
Wer eine gesellschaftskritische Beobachtung mag, empfehle ich diese Buch. Stehen hingegen Spannung und Nervenkitzel im Vordergrung, nicht empfehlenswert.

06.02.2013 15:11:07
kuba1971

Ich habe das Buch in wenigen Zügen durchgelesen. Ein fesselnder Roman, der weder blutig noch rei­ße­risch daherkommt. Mehr eine gesellschaftskritische Erzählung als ein Thriller bzw. Krimi. Aber genau das hat mir sehr imponiert, denn Bücher mit flacher Handlung oder verstümmelten Leichen gibt es zu­hauf. Die einzelnen Charaktere werden re­a­lis­tisch und glaubwürdig beschrieben. Die "Auflösung" am Ende des Buches ist keine große Überraschung, dennoch ist der Plot fesselnd, weil man als Leser unbedingt erfahren möchte, wie die einzelnen Figuren mit dem Geschehenen umgehen und der Inspektor es schafft, den Fall zu lösen. Wer also auf Spannung steht aber auf Gewalt verzichten kann, der ist hier sehr gut aufgehoben.

kuba1971

23.08.2012 14:35:17
Adam

Den Abschnitt des Buches bis zum Verschwinden der beiden fand ich sehr witzig und lesenswert wegen der originellen Schilderungen der Personen. Danach hat die Geschichte aber nichts mehr zu bieten, sie ist nur mehr langweilig und wird gegen Ende immer unrealistischer. Der Kommissar ist auch eine ziemlich farblose Gestalt.

02.08.2012 15:29:14
Moschi

Ein wohltuend ruhiger Krimi, der auf bloße Effekthascherei gänzlich verzichtet. Behutsam, nachvollziehbar und mit sehr viel Einfühlungsvermögen werden die einzelnen Charaktere beschrieben und dargestellt. Man fühlt sich wie ein unsichtbarer Zuschauer der Ereignisse und "lebt" regelrecht in der Geschichte.
Auch die Person des Inspektor Barbarotti ist eine echte Bereicherung in der Krimi-Szene.
Ich freue mich auf weitere Lesegenüsse von Hakan Nesser.

07.03.2012 23:36:47
kianan

Nach der Serie rund um den Ermittler van Veteren das erste Buch der Barbarotti-Reihe. Zunächst war ich ein wenig erstaunt, da dieses Buch weniger spektakulär anfängt, eher eine leise Familiengeschichte ist mit all ihren komplizierten Beziehungsgeflechten und -konflikten. Diese sind jedoch so lebensnah und humorvoll beschrieben, dass ich teilweise herzlich lachen musste. Rund um das Familiendrama entsteht der Kriminalfall, bei dem der neue, sympathische Protagonist, Barbarotti, ermittelt. Wirklich mal ein ganz anders aufgebauter Krimi mit viel Humor und Lebensnähe geschrieben. Nicht für Fans von actiongeladenen Thriller geeignet, aber für alle, die subtile, leise und dennoch spannende Krimis mögen.

31.12.2011 15:03:44
holiday411

Dieses Buch war mein erstes von Hakan Nesser. Es gelingt dem Autor gleich zu Beginn den Leser zu fesseln, die Tiefgründigkeit der Personen überrascht, lässt aber auch immer hoffen, dass sich die Protagonisten aus ihrer Rolle befreien können, so zum Beispiel die Mutter der Familie. Aber so ist das Leben wohl, sie fügt sich ihr Leben lang in die Entscheidungen ihres Mannes, er bleibt der alte Besserwisser. Nur das Ebba zum Schluss plötzlich derart zur Besinnung kommt ist nicht nachvollziehbar. Es ist oft bedrückend das Gefangensein der einzelnen Personen in ihrem Leben zu sehen. Irritierend finde ich einerseits die Auflösung der Handlung, da sie so vorhersehbar ist - muss es so ein Gemetzel sein, sowie den zum Teil plötzlich groben Ausdruck, der gar nicht zu der psychologischen Aufarbeitung der Personen und der Handlung zu passen scheint. Auch bleibt mir bis heute unklar, weshalb das Buch "Mensch ohne Hund trägt". Die Ermittlungsarbeit des Komissars scheint ebenso nicht ganz schlüssig, ganz normale Polizeiarbeit hätte doch auch in Richtung des Hotels recherchiert. Aber insgesamt habe ich das Buch schon gerne gelesen.

19.06.2011 12:28:32
Thomas Ziebell

Für mich das 1. Buch der Barbarotti-Reihe, leider finde ich den Roman nicht so gut wie die älteren mit Van Veteren. Das liegt vorrangig an der unspektakulären Auflösung, die schon früh erkennbar und wenig Überraschend ist. Ich dachte es kommt noch eine unerwartete Wendung zum Schluss, aber Nein. Leider nur Durchschnitt.

30.12.2010 11:52:11
Don Isi

Mensch ohne Hund ist meiner Meinung nach ein sehr gut geschriebenes Buch. Bei dem Buch handelt es sich um einen Krimi. Allgemein sagt man, dass englische Krimis die besten seien. Hier handelt es sich um einen skandinavischen, genauer gesagt um einen schwedischen Krimi. Sehr ähnlich wie im englischen Krimi kommt die eigentliche Handlung wellenartig daher. Wenn man am Meer sitzt gleicht eine Welle der anderen. Hier sind es die Erzählstränge der Protagonisten und Antagonisten. Diese gleichen sich natürlich, weil Dinge aus unterschiedlichen Gesichtspunkten wiederholt geschildert werden. Hier kommt es jedoch auf die Intention der Schilderungung, ja auf den situativen Kontext der Personen nicht nur im Buch sondern im Leben an. Aus den ursprünglich dahinplätschernden Wellen werden mit und mit Wogen, ohne dass das Buch Gefahr läuft effekthaschend zu werden. Im Unterschied zum englischen Roman kommt das Buch im Verlaufe der Handlung ohne eine Zusammenkunft aller Verdächtigen aus.

Für Hundeliebhaber: Es kommt an keiner Stelle auch nur ein Mann mit Hund vor.

Der Titel selbst bezieht sich auf ein Buch von Wichs-Walter, dem schwarzen Schaf der Familie, der ein über 600 Seiten starkes Buch geschrieben hat, und aus dem Auszüge vorgelesen werden.

Mein Rat für Actionfreaks: Nicht anfangen, dieses Buch zu lesen! Bleibt bei den Fantastischen Vier oder Spiderman.

Mein Rat für Menschen, die den langsamen, fast quälenden Spannungsaufbau bevorzugen: Unbedingt lesen!

08.08.2010 20:37:44
urstier

Mir Hand "Mensch ohne Hund" unglaublich gut gefallen. Auch ich meine, dass die Figur Barbarotti Witz hat, ein Schuss Selbstironie, ein Mann mitten im Leben, wie schon gesagt weniger leidend als z.B. Wallander oder auch Van Veeteren. Ich mag Barbarotti. Die Geschichte ist in Nessers wunderbarem Schreibstil sehr subtil, mit Tiefgang und Spannung, die ja nicht immer actionreich sein muss, geschrieben. Ich hab dieses Buch mit echtem Genuss gelesen und hoffe auf weitere solche Werke von Hakan Nesser.

02.06.2010 09:07:31
3d-schaf

Diese Buch bzw. Hörbuch war mein erstes von Hakan Nesser. Ich war ein wenig überrascht, da sich der Stil gravierend von allem unterscheidet, was ich bisher gelesen oder gehört habe. Diese Art der Erzählung, die Tiefgründigkeit der Personen hat es aber auch ganz besonders gemacht. Es wird einem leicht gemacht mit den Personen zu leiden, sie zu mögen, zu verdächtigen und deshalb wird es auch nicht langweilig. Das Ende war für mich überraschend und die liebenswerte, ein bißchen unüberlegte und schusselige Person des Kommissars empfand ich als ganz besonders I-Tüpfelchen.

18.05.2010 15:22:00
Andi Recht

Bis über die Hälfte des Buches war ich mir sicher: Diesen Fall wird Barbarotti und sein Team nie lösen! Nie und nimmer. Aber dann: Das Leben ist immer wieder gut für Zufälle und Ueberraschungen. An diesem Punkt denkt man: Na gut, das war\'s. So einfach kann\'s gehen. Irrtum, verehrter Leser! Nur zur Hälfte beginnt sich der Knopf zu lösen. Aber da ist noch mehr... Viel mehr! Weiterlesen und weiter geniessen!

04.04.2010 20:52:00
sapkowski

In seinem ersten Fall muss der geschiedene Inspektor Gunnar Barbarotti das mysteriöse Verschwinden von Walter Hermansson und seines Neffen Henrik Grundt in Kymlinge, einem Dorf in Schweden aufklären.
Zunächst erzählt Håkan Nesser in „Mensch ohne Hund“ ungefähr 200 Seiten lang die Vorgeschichte der einzelnen Protagonisten und stellt die verschiedenen Familienmitglieder vor.
Das Familienoberhaupt Karl – Erik Hermansson will zusammen mit seiner Tochter Ebba Hermansson Grundt seinen 65. Geburtstag bzw. ihren 40. Geburtstag feiern, als kurz vor der Familienfeier sein Sohn Walter verschwindet.
Zunächst wird nicht weiter darüber nachgedacht, da Walter das „schwarze Schaf“ der Familie ist und mit dem Gedanken gespielt wird, dass es sich mit irgendwelchen Bekanntschaften die Zeit vertreibt.
Erst als am Tag darauf Ebbas Sohn Henrik verschwindet wird die Polizei eingeschaltet und Inspektor Gunnar Barbarotti tritt mit seiner Kollegin Eva Backmann auf den Plan.
Die Geschichte beginnt zuerst schleppend, gewinnt aber stellenweise an Tempo und Spannung. Insgesamt aber plätschert die Handlung eher vor sich hin, was auch an den zähen Ermittlungen liegt, die sich über ein Jahr hinziehen. Auch steht eher die Familiengeschichte als die Ermittlung im Zentrum der Handlung.
Es passiert auch nichts wirklich prägendes, so dass man die Geschichte nicht wirklich im Gedächtnis behält.
Dennoch kann man das Buch durch Nessers authentischer Sprache gut lesen und die Geschichte ist leicht zugänglich.
Auch die verschiedenen Erzählperspektiven und die Einblicke in Barbarottis Privatleben sind gut und glaubwürdig erzählt.
Dennoch ist Gunnar Barbarotti zunächst eine eher unspektakuläre und farblose Figur, die nicht wirklich greifbar erscheint. Als Leser gewinnt man noch keinen bleibenden Eindruck, was sich aber in den weiteren Fällen ändern kann.
Letztendlich ist Barbarottis erster Fall angenehm zu lesen, mit etwas Spannung durch die Überlegung einer möglichen Verbindung der beiden Vermisstenfälle und den unklaren Zusammenhängen.
Håkan Nesser schafft es mit seinem ungewöhnlichen und beeindruckenden Schreibstil die Geschichte dem Leser schmackhaft zu machen.

3,5 von 5 Sternen!

16.03.2010 13:28:12
stefanz

Gunnar Barbarotti, der charismatische Nachfolger von Van Veeteren, hat sich bei seinem Debüt sehr gut eingebracht. Auf symphatisch menschliche Art ermittelt Gunnar B. in seinem ersten Fall recht unspektakulär. Die Handlung ist gut und übersichtlich strukturiert. Der Spannungsbogen am Ende fällt leider irgendwie ab, da hätte mehr kommen können. Nesser bleibt seinen außergewöhnlichen Schreibstil auch bei "Mensch ohne Hund" treu, deshalb ist der Krimi absolut lesenswert. Auf seine weiteren Fälle bin ich auf jeden Fall sehr gespannt.

14.03.2010 12:07:41
Nadja

"Mensch ohne Hund" war mein erstes Buch von Hakan Nesser und ich habe mich schnell an seinen Stil gewohnt. Am Anfang hatte ich Angst die ganzen Namen und Leute zu verwechseln, was aber durch gesonderte Kapitel und der Schreibweise überhaupt nicht passierte. Es bleibt sehr überschaubar.
Die Geschichte an sich ist eigentlich sehr traurig, hat aber eigentlich ein happy end für alle. Es lohnt sich auf jeden Fall das Buch gelesen zu haben.

29.01.2010 17:14:28
Marco

Mein erster Roman von Nesser und ich war sehr begeistert davon. Okay, actionreich ist das Buch nicht gerade. Ein Familiendrama, etwas tiefgründig mit viel Liebe zum Detail. In den ersten Kapiteln werden beispielsweise alle Figuren mit einer Art Lebenslauf ausführlich vorgestellt. Ich fand das gut gemacht, andere langweilt es vielleicht. Die Geschichte ist eigentlich recht traurig, allerdings steuert der Autor mit Witz und Ironie dagegen, so dass eine rundum gelungener Roman entsteht, der vielleicht ein paar leichte Längen hat, sich aber flüssig lesen läßt. Nicht zu übersehen die gesellschaftskritischen Hinweise: Etwa diverse TV-Formate.
Nochmals: Nicht der "klassische" Krimi, eher eine Art "Highsmith-Plot", mit eigenwilligem (aber gutem) Schreibstil. Note: 2+

05.12.2009 16:22:55
yvonne

Endlich spielt einer seiner wunderbar komplexen Romane in Schweden - und nicht in dem fiktiven (Holland-artigen)Land, das Nesser meistens als Kulisse gewählt hat. Mich hat das immer etwas gestört. Mensch ohne Hund wirkt dadurch authentischer als die Van Veeteren-Romane, der Titel aber verwirrt bis zuletzt...
empfehlenswert, gerade auch zur Weihnachtszeit!

09.11.2009 19:59:18
Tschaikowsky

"Mann ohne Hund" - schon der Titel ist witzig, denn viele Hunde kommen eigentlich nicht vor. Witzig im engeren Sinn ist das Buch aber nicht.
Dem Autor gelingt es, ein plastisches, wenn auch sehr dunkles Bild der ganzen Familie zu zeichnen.
Die Chronologie ist gut eingehalten, was den Lesegenuss erhöht; die Handlung springt nicht vor und zurück.
Ich finde, es passiert auch genug.

25.08.2009 12:26:33
Andreas Gmeiner

Ich habe aufgrund der Empfehlungen der Krimi-Couch auch mal ein Buch von Nesser in die Hand genommen. "Mensch ohne Hund" war das Erste, dass ich von dem Autor gelesen habe. Das Buch ist an und für sich gut geschrieben. Man kann ab und zu mal schmunzeln und die Charakter sind gut beschrieben. Es passierte mir aber zu wenig - mit anderen Worten: Es war mir zu langeweilig.

O.k. - nicht gleich aufgeben. Nochmal recherchiert und "Sein letzter Fall" ausgeliehen. Soll ja eines seiner besseren Bücher sein, manche sagen das Beste. Es hat mir auch definitiv besser gefallen als "Mensch ohne Hund", aber wieder passierte nicht viel bzw. mir definitiv zu wenig.

Für mich gilt jetzt: Auf zu neuen Ufern und den Autor auf seiner Insel zurücklassen. ;-)

12.08.2009 23:23:46
vemi

Ich mochte vor allem den neuen Kommissar! Sympathischer Kerl mit äußerst witzigen Gedankengängen, nicht so schrecklich leidend wie z. B. Wallander oder in Ansätzen auch Van Veteren. Die Handlung war solide, aber für Nesser-Verhältnisse nicht sehr originell und extrem düster. Aber Van Veteren musste sich auch erst zu den richtig guten Fällen vorkämpfen...

25.06.2009 19:00:07
hankypaf

Kann es eigentlich sein, daß Nesser mit viel Humor einen neuen Typus des Ermittlers in die Kriminalliteratur eingführt hat? Einen Kommissar, der allen so sympathisch ist, das man kaum auf den Gedanken kommt, über seine Unfähigkeit nachzudenken. Heiße Spuren ignoriert er hartnäckig, Schlüsselhinweise bekommt er nur durch Zufall, in der heißen Phase läßt er die Ermittlung tagelang aus privaten Gründen ruhen. Und nach dem Showdown sitzt er einen Tag lang gelangweilt einige Meter vom Tatort entfernt, weil.ihm niemand die Tür aufmacht. Solche Ermittler wünscht sich die Unterwelt.

25.03.2009 19:40:36
J.A.

Ich habe mich durch das Buch gequält. Folge: Buch weg gelegt, wieder in die Hand genommen, nicht mehr erinnert, letztes Kapitel nochmal gelesen ... Immer in der Hoffnung, dass da doch noch etwas kommen müsste. Aber es kam nichts.
Spannung konnte ich nicht ausmachen. Die Story tröpfelt nur so vor sich hin, alles ist absehbar. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, die Seiten bis zum Ende des Buches zu zählen.
Frage: Warum müssen alle Skandinavier Krimis schreiben?

24.03.2009 09:31:26
SeeYoou

Grausam, ganz grausam! Viele Seiten mit Gelaber über eine verkorkste Kleinstadtfamilie und zwei Kriminalfälle, die kaum welche sind. Bei der halbherzigen Auflösung gewinnt der Zufall über die Logik. Spannung völlig Fehlanzeige. Der neue Kommissar bleibt farb- und profillos. Das Machwerk taugt nicht zum Krimi, allenfalls als Groschenroman. Schade, Nesser war mal Meilen besser.

07.02.2009 19:36:13
ChimChim

Wollte das Buch ja schon länger lesen, aber hab irgendwie immer ein Buch dazwischen geschoben, als ich dann ungefähr die ersten 100 Seiten gelesen hatte hab ichs schon bereut das ich so lange damit gewartet hab. ;) Ein sehr, sehr gut geschriebenes Buch. Der Herr Nesser hat einen schreibstil den man sehr gut und flüssig lesen kann und dazu noch sehr intelligent wirkt. Es war wahnsinnig interessant über die verschiedenen Beziehungen der Paare und Familien zu lesen, dadurch das diese so ausgiebig beschrieben wurden konnte man sich später außerdem sehr gut in die Gefühle der Personen hineinversetzen. Desweiteren waren irgendwie ALLE Personen in diesem Buch einem sehr sympathisch (inklusive "Wichs-Walter"! ;) ) und wachsen einem Seite für Seite mehr ans Herz. Das Buch war durchgängig SEHR spannend, nur vom Ende war ich ein bisschen enttäuscht. Also das Ende an sich war gut, ich fand nur das es etwas zu kurz kam. Für mich gab es noch viele Fragen auf die ich gerne eine Antwort hätte. ;) Das macht das Buch jetzt natürlich nicht schlecht und ich kann wirklich nur jeden ans Herz legen dieses Buch zu lesen!!! Von mir bekommt es 95%

09.11.2008 11:34:11
SukRam

Gleich am Anfang muss der Leser feststellen, dass eigentlich alle Beteiligten leicht gestört sind. Hier liegt die Familientragödie nicht unter der Oberfläche bis zum Schluss, sondern sofort auf der Hand.
Wenn Nesser ein Familienfest beschreibt, erinnert man sich an die eigenen und muss feststellen, dass es sich hier um modernen Horror handelt. Gekonnt verbindet Nesser Tragik, Angst, Humor und manchmal auch Sex, bis die Wahrheit enthüllt wird.
Gerade wenn man mit den Personen vertraut ist, schockiert der weitere Verlauf sehr. Wie ein roter Faden zieht sich die durchgekaute Aussage: ,,Mir ist nichts aufgefallen" durch das Buch.
Zweifelllos liegt die ,,Krankheit" diesmal nicht nur in der Familie begraben, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, die Familie lebe in einer Parallelwelt.
Nur die die vielen Zufälle zum Schluss und das vorhersehbare Ende trüben das Lesevergnügen. (Nein, ein Krimi ist es nicht!)
Das dennoch teils wohltuende Ende rettet den Leser vor der Depression, in die er sich bei der Lektüre begibt.

Meine Wertung: 88°

(Übrigens: Der neue Kommissar erinnert mich ein wenig an Van Veeteren, zumal Dietmar Bär bei der Hörbuchfassung ähnlich artikuliert.)

07.11.2008 11:54:56
Summerherekid

Wie oft bei Nesser bin ich hin- und hergerissen.

Da ist zum einen das Familienportrait, mit den Eltern, die verzweifelt versuchen, eine heile Fassade aufrecht zu erhalten, mit dem genervten Schwiegersohn oder den gelangweilten Enkeln, die ganz andere Dinge im Kopf haben - und nicht zuletzt mit Walter, dem schwarzen Schaf der Familie. All das ist hervorragend gelungen und sehr detailliert dargestellt.

Doch "Mensch ohne Hund" ist ja mehr als eine schwedische Sozialstudie. Und so wird eine spannende Ausgangshandlung geschaffen - zwei Menschen verschwinden innerhalb kürzester Zeit aus der gleichen Familie. Eine wirklich klasse Idee. Doch die Auflösung - ohne zuviel zu verraten - ist meiner Meinung nach mehr als enttäuschend. Da hat es sich Nesser allzu einfach gemacht. Zumindest wenn man einen spannenden Krimi erwartet. Im Kontext einer sozialkritischen Familiengeschichte macht das ganze dann schon eher Sinn.

Und das ist wohl die Krux bei dem Buch: Als psychologische Sozialstudie überzeut es vollkommen, als Krimi dagegen weniger.

Wo Nessers eigentliche Stärken liegen, wird auch durch den neuen Kommissar deutlisch. Der ist zwar ein wenig plastischer gezeichnet als sein völlig gesichtsloser Vorgänger Van Veeteren. Und doch bleibt er für mich relativ uninteressant. Daran ändern auch die - recht aufgesetzt wirkenden - Gespräche mit Gott nichts.

These: Vielleicht sollte sich Nesser ja von dem engen Korsett, das ihm ein Kommissar - noch dazu in Serie - anlegt, befreien. Denn genau dann ist er am stärksten, wenn er die Seele der schwedischen Gesellschaft einfängt, selbst wenn eine "klassische" Krimihandlung dabei gar nicht mehr im Fokus steht (siehe "Kim Novak").

14.09.2008 17:11:27
nordkommission

"Mensch ohne Hund" ist der durchaus gelungene Versuch, nach der erfolgreichen "van Veteren-Reihe" einen neuen Ermittler zu etablieren. Dieser Barbarotti hat durchaus das Zeug, eine interessante und sympathische Figur abzugeben.
Die Story ist, wie immer bei Nesser, komplex und logisch aufgebaut. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Wer einen überdurchschnittlichen Kriminalroman in guter skandinavischer Machart sucht, wird hier besten bedient. Dafür gibt es von mir sehr gute 90°.

04.06.2008 18:26:24
Michael E.

Gerade "Mensch ohne Hund" beendet!Der erste Thriller, der mir nach der Stieg Larsson-Trilogie von vorne bis hinten gefallen hat! Hakan Nesser schreibt hervorragend, der Plot ist fein gewoben, alle Charaktere glaubwürdig, der neue Kommissar sehr sympathisch. Faszinierend, wie Nesser in diesem Roman in die Figuren eintaucht, wie er ihren Realitätsverlust glaubhaft macht, dieses "unwirkliche Gefühl", das sich in breitmacht, weil sie der Wirklichkeit mit normalen Empfindungen und Vernunft nicht mehr habhaft werden können. Dieses Buch ist wahrlich vielschichtig - ich freue mich auf den neuen Roman (August 2008), der den schwedischen krimikreis bekommen hat.

21.03.2008 20:45:57
silke

Mir hat das Buch hervorragend gefallen.Gut geschrieben,lässt sich flüssig lesen.Und die Geschichte fand ich auch gut ausgedacht.Der Kommissar ist mir sehr sympatisch und ich warte mit Freude auf neue Bücher mit ihm.

14.12.2007 17:51:13
Kristina

Es ist jetzt schon interessant zu lesen wie unterschiedlich die meinung hier aufeinander treffen! In den himmel lobend und anderer seits aufs tiefste enttäuscht. bin schon gespannt auf welche seite ich mich schlagen werde. gekauft ist es schon, jetzt muss es nur noch gelesen werden! man wird sehen...

09.12.2007 17:09:19
Baiba

Auch ich bin postiv überrascht vom neuen Kommissar! Das Buch lebt aber von seiner Tiefsinnigkeit und ich liebe diese Geschichte! Endlich wieder einer jener *Krimis*, die genreuntypisch sind und sowohl durch Sprache als auch durch Plot überzeugen.
Waren die van-Veeteren-Krinis noch guter Durchschnitt, so hat sich Nesser spätestens mit *Kim Novak* in die erste Liga geschrieben.
ich freue mich auf mehr von Nesser. Ob es mehr von Barbarotti sein muß, weiß ich nicht. Der Kommissar ist zwar gut eingeführt und sympathisch, aber dieser vorliegende Roman lebte nicht von der Arbeit des Ermittlers.

Das Ende wirft einige Fragen auf, die man hier leider nicht erörtern kann (man will ja nix verraten). Aber so ganz klar wird mir nicht alles. Und das Verhalten Barbarottis ist ja auch diskutierbar. Und genau das gefällt mir wieder!! ;-)

19.10.2007 10:35:29
Björn

Ich kenne sie alle, die Bücher aus der Feder des Herrn Nessers. Jenes fällt für mich wieder in die zweite Kategorie: "Krimi ohne Krimi zu sein". In jenen Bücher beschreibt Nesser eher die Probleme zwischen den Menschen. Es zerbrechen Freundschaften, Familien werden auseinandergerissen.
In dem vorliegenden Buch blickt der Autor hinter die Maske der schönen Familienwelt und jede Familie hat ihre Geheimnise. Leider ist das Thema nicht besonders neu und leider ist das Buch min. 100 Seiten zu lange geraten. Der Plot ist ja schon recht interessant: Zwei Männer verschwinden hinteinander, in zwei Nächten. Hatten sie ein Ziel? Hatten sie einen Mörder? Der neue Komissar ist ganz gut gelungen, aber insgesamt fand ich das Buch doch nicht so toll..eines der schwächeren aus der Feder des Herrn Nessers.

13.10.2007 20:01:35
black_rose_of_triton

Man merkt ihm förmlich an, dass Nesser das Krimischreiben einengt. Er ist am besten, wenn er die Krimihandlung nur so am Rande einbringt. Die Fliege und die Ewigkeit war so ein Buch. Piccadilly Circus auch. Geniale Bücher. Mensch ohne Hund kommt da leider nicht mit. Sicher, er hat sich nach Münsters Fall noch klar gesteigert und von den ersten van Veeteren Büchern ist er stilistisch meilenweit entfernt.
Die ersten 100 Seiten sind zäh, fast langweilig. Wenn es mein erstes Buch vom ihm gewesen wär hätte ich es nicht zuende gelesen. Dann kommt das Buch in Fahrt. Aber immer wenn es richtig spannend wird nimmt Nesser das Tempo raus und schwengt zu den anderen Charakteren. Auch der Schluss ist ähnlich zäh und fast vorhersehbar. Vielleicht hätte eine Straffung der Handlung von 550 Seiten auf 350 Seiten dem Buch gut getan. Bitte keine Seitenschinderei mehr Herr Nesser.
Also unter dem Stich nette Unterhaltung mehr nicht.

10.10.2007 20:52:25
braesiger

nur schleppend kommt die geschichte in gang,die charaktere werden totgeschrieben, ohne wirklich gestalt zu bekommen. und als der fall dann endlich, sehr vorhersehbar, beginnt, war bei mir das interesse fast ganz erloschen. leider zu geschwätzig, zu sehr charakterschriftstellerei, zu wenig crime. als fan van veeterens eine echte enttäuschung. zusammenfassend: nesser bleib bei deinen leisten, für zuviel tiefsinn reicht die sprache nicht.

10.09.2007 13:53:44
luna

Ich bin seit Jahren eine begeisterte Hakan Nesser Leserin und habe bis jetzt alle Bücher von ihm gelesen. Die Van-Veeteren Krimis waren schon sehr spannend aber das Neue Buch Mensch ohne Hund ist wirklich genial. es ist exzellent geschrieben und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung von diesem Ermittler.

05.09.2007 19:58:00
Helmut Hesse

Gut komponierter Roman mit fein ausbalancierten Spannungsbögen! Für mich besonders wichtig: Nesser pflegt einen sehr guten l i t e r a r i sc c h e n Stil, der sich abhebt vom Gros der Krimiliteratur und der mir auch besser gefällt als der Stil der Wallander-Romane von Mankell. Das gilt m E. vor allem in den Büchern bzw. Passagen, in denen nicht (dauernd) aus der Perspektive eines Kommissars erzählt wird - so auch in "Mensch ohne Hund". es ist schön zu lesen, wie subtil Nesser ganz allmählich Konturen verleiht.
Bisher haben mir am besten seine 'Krimis' gefallen, die so gar nicht diesem Genre entsprechen, wie z.B. "Kim Novak badete nicht im See Genezareth" oder "Und Picadelly Circus liegt nicht in Kumla".

04.08.2007 23:25:43
thrillertante

Habe dieses Buch mal in die Hand genommen ... konnte mich aber nicht wirklich dafür begeistern, wie bei den Vorgängern bereits. Eine Freundin jedoch liest all seine Bücher ... von Ihr konnt ich auch einiges ausleihen ... sie mag sie eben ... woraus man schliessen kann ... einfach selbst lesen und sich ein Urteil bilden ...
... vielleicht bin ich einfach nur Wallender - verwöhnt ...

04.08.2007 22:33:54
MissChilli

Als Fan der Van Veeteren Reihe war ich schon sehr gespannt auf den neuen Ermittler Inspektor Gunnar Barbarotti & ich bin nicht enttäuscht worden: Ein sehr spannender & stimmiger Krimi, mit psychologischen Tiefgang. Nesser at it's best!

30.07.2007 19:48:30
BERE

Neuer Kommissar bei Hakan Nesser: Tritt erst spät im Buch auf, ein sehr sympathischer Typ. Die Story: Atemberaubender Einblicke in menschlische Abgründe. MEHR DAVON !!!!!!!!